Wir, die Redakteur*innen der moritz.medien, machen uns natürlich auch weiterhin Gedanken über unsere Umwelt und berichten daher in einem zweiten Teil unserer Nachhaltigkeitskolumne über weitere Themen, Tipps und Gedanken, damit ihr euer Leben (noch) nachhaltiger gestalten könnt.
Sieben Mal die Fläche Berlins. So viel Tropenwald ist allein im Monat März weltweit verschwunden. Bereits in den letzten Jahren hat die Fläche an gerodeten Wäldern immer mehr zugenommen, und die Corona-Pandemie zeigt, wie brüchig internationale Schutzmaßnahmen noch immer sind. Laut WWF sind in diesem März 150 Prozent mehr Wälder verloren gegangen als in den Vorjahren. Polizei und andere staatliche Kontrollorgane haben ihre Arbeit in großen Teilen ins Home Office verlegt und öffnen so die Türen für illegale Rodungen, um an die wertvollen Rohstoffe zu gelangen. Ganze Gemeinden haben durch stillstehenden Handel kurz- oder langfristig ihre Lebensgrundlage verloren und nutzen die Wälder nun vermehrt als Brennholzressource und Einkommensquelle.
Kleine landwirtschaftliche Betriebe anzuprangern und zu verurteilen nützt aber niemandem etwas, schon gar nicht der Umwelt. Eine Lawine, die ins Rollen gekommen ist, verschwindet nicht einfach durch Worte. Wirklich aufgehalten werden kann sie nur durch größere Maßnahmen, die müssen aber staatlich und im besten Fall global erfolgen. Das ist aber längst kein Grund, sich einfach überrollen zu lassen. Denn wenn die Lawine erst einmal zum Erliegen gekommen ist, können wir alle etwas dazu beitragen, den Schaden zu verringern – und wenn auch nur mithilfe einer kleinen Schaufel.
Click A Tree will einen Anfang machen. Sozusagen ein paar Schaufeln verteilen, um das Schneechaos zu beseitigen. Natürlich kann das Unternehmen alleine nicht die Welt retten oder ganze Konsum-, Import- und Wirtschaftsbedingungen ändern. Aber das Team von Click A Tree schafft trotzdem eine bedeutende Veränderung, an der jede*r von uns mitwirken kann. Ihr Konzept fußt dafür auf drei zentralen Zielen: Den Tieren wieder einen Lebensraum schaffen, mit dem gepflanzten Wald dem Klimawandel entgegenwirken und durch faire Bezahlung lokalen Gemeinden nachhaltig sowohl Arbeitsplätze als auch Einkommen sichern.
Wer die Website besucht, findet derzeit nicht nur wissenswerte Informationen rund um den Klimawandel oder die Wichtigkeit von Bäumen vor, sondern auch die drei zentralen Projekte von Click A Tree, die Nutzer*innen durch finanzielle Unterstützung sponsern können. Wie viel ein Baum kostet, variiert je nach Baumart, Region oder Pflegebedarf, die anfallenden Kosten sind dabei Durchschnittspreise des jeweiligen Zwecks. Denn Click A Tree will nicht Bäume pflanzen, die nur einige Jahre Bestand haben. Vorrangiges Ziel ist Nachhaltigkeit. Das Projekt Trees for the Seas ist für die Pflanzung von Mangrovenbäumen in Madagaskar und Indonesien zuständig und hilft zusätzlich dabei, die Ozeane von Plastik zu befreien. Trees for Tuskers schafft mithilfe von Akazien, Feigenbäumen oder Bananenstauden Lebensräume für Elefanten in Afrika und Asien. Die Gelder werden dabei nicht nur für das Pflanzen der Wälder genutzt, sondern auch für den Erhalt in den ersten kritischen Jahren im Wachstum eines Baumes. In diesen sterben je nach Region und vorherrschenden Bedingungen 5-20 Prozent der Bäume, sie werden aber von Click A Tree ohne Mehrkosten für Nutzer*innen neu gepflanzt. Denn ein gekaufter Baum heißt ein überlebender Baum.
Auch im Personalbereich setzt das Unternehmen auf Nachhaltigkeit. Wichtig ist dabei, dass Arbeitskräfte nicht nur fair bezahlt werden, sondern auch aus der Region stammen. So wird langfristig die lokale Wirtschaft gestärkt und die ansässige Bevölkerung soll durch die stärkere Bindung zu den Bäumen auch ein größeres Verantwortungsgefühl für den Erhalt der Wälder aufbauen. Das dritte Projekt Trees for Entreepreneuers unterstützt zusätzlich eine Unternehmerschule in Zentralghana. Den jungen Menschen, die hier einen Zugang zu Bildung erhalten, werden Studium und Lehre durch ihre Arbeit auf der Plantage finanziert. Die Wälder hier in Ghana werden so angelegt, dass sie dem Prinzip der syntropischen Landwirtschaft folgen: Nutzbare und nicht nutzbare Bäume werden dabei nicht einzeln sondern nebeneinander gepflanzt, sodass die Obstbäume der Plantagen direkt vom nährstoffreicheren Boden des Waldes profitieren können. Das Gras, das zwischen den Bäumen wächst, bietet zudem eine Futtergrundlage für die Viehhaltung, sodass in den Wäldern auch Kühe, Hasen und Hühner frei leben können und mit ihrem Kot wiederum zum Nährstoffgehalt des Bodens beitragen.
Die benötigten Gelder für einen Baum reichen von neun bis 22 Euro für sämtliche notwendige Arbeitsschritte von der Bürokratie bis hin zur jahrelangen Pflege der Bäume. Einen ersten kostenlosen Baum erhalten Nutzer*innen, wenn sie den Newsletter der Website abonnieren. Aber auch ohne wirklichen Mehraufwand ist es möglich, Click A Tree zu unterstützen, zum Beispiel wenn ein Urlaub ansteht. B’n’Tree finanziert sich allein durch die Kooperation mit Reiseanbietern. Wer seinen Urlaub ohnehin über Booking.com, tripadvisor, Expedia und co. buchen will, kann die jeweilige Website einfach über B’n’Tree aufrufen. Für diese Weiterleitung wird Click A Tree von den jeweiligen Reiseunternehmen finanziell entlohnt. Die Nutzer*innen selbst bekommen davon gar nichts mit – bis auf den kleinen Umweg über die B’n’Tree-Seite.
Die Idee ist natürlich nicht komplett neu. Ecosia und andere grüne Suchmaschinen haben wir euch bereits in der Vergangenheit vorgestellt. Andere Unternehmen wachsen derzeit noch wie kleine neue Bäume aus dem Boden – so zum Beispiel die Biermarke Baumkrone aus Konstanz, mit der auch Click A Tree zusammenarbeitet, und die für jedes verkaufte Bier einen Baum pflanzen lässt. Der dabei entstehende Nutzen mag vielleicht klein erscheinen im Kampf gegen eine Lawine wie den Klimawandel. Aber auch die kleinste Schaufel ist eben doch eine Schaufel.
Beitragsbilder: Click A Tree Banner: Jonathan Dehn
Wir, die Redakteur*innen der moritz.medien, machen uns natürlich auch weiterhin Gedanken über unsere Umwelt und berichten daher in einem zweiten Teil unserer Nachhaltigkeitskolumne über weitere Themen, Tipps und Gedanken, damit ihr euer Leben (noch) nachhaltiger gestalten könnt.
Ohne Wasser kein Leben. Von 1,386 Milliarden km³ Wasser auf der Erde sind nur 0,3 – 0,4% potentiell als Trinkwasser verfügbar. Menschen in den verhältnismäßig reichen Industrieländern, wie Deutschland, haben eine besondere Verantwortung, sich aus wissenschaftlicher und ethischer Perspektive mit der Nutzung von Wasserreserven auseinanderzusetzen.
Als virtuelles Wasser wird all jenes Wasser bezeichnet, welches zur Herstellung von Produkten, Waren oder sogar zur Ermöglichung von Dienstleistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette aufgewendet wird. „Virtuell“ erscheint zunächst ein wenig irreführend, denn es geht um real genutztes Wasser, das sich allerdings für Konsument*innen unsichtbar hinter einem Produkt, einer Ware oder einer Dienstleistung verbirgt.
Der Wasserfußabdruck (WFA), beschreibt die Menge an Wasser, die für die Herstellung von Produkten oder die Erbringung von Dienstleistungen zur Verfügung stehen muss, dabei verbraucht, verschmutzt wird oder verdunstet. Bei Brot und Getreide liegt diese Wassermenge bei ca. 1.300 l/kg, bei Rindfleisch schon bei 15.000 l/kg. Der WFA kann für eine Person, ein Land oder ein Unternehmen bestimmt werden, ebenso wie für unterschiedliche Bezugszeiträume wie einen Tag oder ein Jahr. Mit dem internationalen Import und dem Export von Produkten ist immer auch der Import und Export von virtuellem Wasser verbunden. Dementsprechend entfällt der Teil des WFA, der im Inland produziert wird, auf das Inland. Mit dem Import von Produkten wird ein Teil des WFA in den Exportländern hinterlassen. Deutschland hat mit ca. 4000 l pro Kopf und Tag einen überdurchschnittlich hohen WFA. In Deutschland – und dank der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) in der EU – gibt es zwar gute Nutzungsregelungen zum Schutz von Wasserkörpern und Ökosystemen, der Wasserverbrauch in der Produktion deutscher Importprodukte außerhalb der EU bleibt aber problematisch. Den höchsten WFA Deutschlands unter den landwirtschaftlichen Produkten verursachen laut WWF (2009) in absteigender Reihenfolge der Import von Kaffee, Kakao, Ölsaaten, Baumwolle, Schweinefleisch, Sojabohnen, Rindfleisch, Milch, Nüssen und Sonnenblumen.
Umweltauswirkungen
Brasilien ist eines der Länder, in denen Deutschland seinen größten externen Wasserfußabdruck hinterlässt, weil dort beispielsweise Soja und Kaffee gut angebaut werden können. 40 Prozent des in Brasilien produzierten Sojas importiert allein die EU als Tierfutter für die wachsende Fleischproduktion und für Weideflächen und den Sojaanbau werden jährlich ca. 1,4 Millionen Hektar Amazonas-Regenwald gerodet. Die starke Übernutzung der natürlichen Wasserressourcen und der Eintrag von Abwässern aus Landwirtschaft und Fischerei hat im wasserreichen Land Brasilien bereits zu großer Wasserverschmutzung, Trinkwasserengpässen und der Ausbreitung durch Wasser übertragbarer Krankheiten geführt. Für einen Ertrag von 125 ml Bohnenkaffee müssen in der Produktion 140 Liter Wasser aufgewandt werden.
Baumwolle wird neben China, den USA, Indien, Pakistan und Usbekistan beispielsweise in der Türkei angebaut, wo durch den exzessiven Einsatz von Insektiziden und Pestiziden Gewässer stark verschmutzt werden und durch ineffiziente Bewässerungsmethoden, wie Überflutung der Felder, viel Wasser unnötig verloren geht. 2006 konnten so infolge heftiger Dürreperioden und nicht ausreichender Wassermengen nur 86% der zu bewässernden Landwirtschaftsflächen tatsächlich bewässert werden. In der Türkei ist die Einhaltung der WRRL nicht notwendigerweise gesichert, z.B. wird ein großer Teil des Nutzwassers dem Grundwasser illegal entnommen und städtische Abwasser, ebenso wie Pestizide und Düngemittel aus der Landwirtschaft gelangen ungeklärt in Flüsse und Seen. Auch in Usbekistan wurden für den Baumwollanbau die beiden Zuflüsse zum Aralsee so übernutzt, dass immer weniger Wasser den See erreichte und er innerhalb der letzten 40 Jahre (Stand 2009) um 85% schrumpfte, was unter anderem zu Versalzungsprozessen führte – der Aralsee ist hierfür aber nicht das einzige regionale Beispiel. In Indien wird von Baumwoll-Farmer*innen jährlich eine Wassermenge von 250 km³ zur Feldbewässerung entnommen, obwohl durch Regen nur ca. 150 km³ nachgeliefert werden. Die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung und die Funktionalität von Ökosystemen wie Flussauen und Seen für die Zukunft sind dadurch ungewiss. Auch fallen 54 % von Indiens Pestizidverbrauch auf den Anbau von Baumwolle, obwohl die Anbauflächen nur 5% der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche Indiens beanspruchen.
In Spanien wird trotz sehr ariden Klimas ein Großteil der Obst- und Gemüseproduktion für den europäischen Markt angebaut. Etwa drei Viertel des gesamten jährlichen Wasserverbrauchs Spaniens sind durch Bewässerung in der Landwirtschaft bedingt. Aufgrund teils veralteter und verschwenderischer Bewässerungsmethoden wie der Feldüberflutung liegen die Wasserbedürfnisse der Landwirtschaft beispielsweise in Andalusien vier- bis fünfmal über der durch Regenfälle erneuerten Wassermenge. Die Ressourcenübernutzung wird hier auch durch die Politik gestützt, indem Wasserpreise extrem subventioniert werden, sodass die Wasserpreise für Farmer*innen nicht die realen Preise abbilden. Dazu kommt, dass Farmer*innen Wasser vielfach durch illegale Brunnen entnehmen und dies nicht effektiv rechtlich verfolgt wird. Das hat in Andalusien bereits zu starken Grundwasserdefiziten und einer Versalzung der Grundwasserkörper geführt.
Forschung mit dem WFA hat gezeigt, dass durch den weltweiten Handel mit virtuellem Wasser, der durch In- oder Exporte von Produkten indirekt betrieben wird, bestehende globale Machtstrukturen manifestiert werden. Für die Politik bedeutet das: wo wir einen Fußabdruck hinterlassen, egal welcher Art, verändern wir natürliche Kreisläufe und Lebensrealitäten betroffener Menschen und daraus geht eine besondere Verantwortung hervor, die im Falle des WFA in einigen Ländern bedeutend größer, in anderen vielleicht geringer ausfällt. Wir sollten uns dieser Verantwortung annehmen und uns für eine nachhaltige Entnahme und schonende Beeinträchtigung der Ressource Wasser für unseren Verbrauch einsetzen, ebenso wie den Schutz der betroffenen Lebewesen und Ökosysteme, unabhängig davon, ob sie sich auf einem Territorium befinden, das wir als „unseres“ bezeichnen.
Vom Fußabdruck lernen
Wasserentnahmestrategien und Bewässerungsmethoden, genauso wie die Qualität der Wasserleitungen unterscheiden sich zwischen Ländern und Regionen stark und deshalb können mithilfe der Konzepte WFA und virtuelles Wasser kaum pauschale Aussagen getroffen werden. Es ist aber durchaus möglich, den eigenen Konsum ins Verhältnis zu setzen, grundlegende Tendenzen zu identifizieren und Sensibilität zu schaffen. Das ist sowohl für die Handels- und Entwicklungspolitik im größeren Rahmen als auch für den einzelnen Verbraucher von Bedeutung. So wissen wir nun, dass die Herstellung einer Jeans 11.000 Liter Wasser beansprucht, stehen ihrem gesamten Herstellungsprozess ein wenig ehrfürchtiger gegenüber, können auf den trendbedingten saisonalen Erneuerungswahn mit informierter Distanz blicken und uns sagen „ich brauche diese neue Hose nicht“. Oder wir verstehen, dass viele Tierprodukte sehr viel wasser- und verschmutzungsintensiver sind als viele pflanzliche Äquivalente und entschließen uns doch mal, der Reduktion unseres Fleischkonsums eine Chance zu geben. Und wir können uns noch bewusster zum Kauf von regionalem Obst und Gemüse entschließen, da wir wissen, dass Produkte aus dem Mittelmeerraum oder Nordafrika nur in Ausnahmefällen mit effizienten Bewässerungsmaßnahmen angebaut werden.
Auch wenn die aktuellen Zahlen darauf hindeuten, dass COVID-19 in Deutschland noch nicht besiegt ist, scheinen die Maßnahmen trotzdem ihre Wirkung zu zeigen. Dennoch oder gerade deswegen bestehen Gesundheitsbehörden und leitende Organe weiterhin auf die Einhaltung der Regelungen, wobei es einige Änderungen zu den letzten Wochen gibt.
Durch die stetige Wiederaufnahme des öffentlichen Lebens wurden auch in Mecklenburg-Vorpommern einige Maßnahmen abgeschwächt. Einrichtungen wie Museen und Kunstgalerien, Zoos und Tierparks, und zuletzt auch Gaststätten durften ihre Türen wieder öffnen, wenn auch vorerst nur mit einigen Sicherheitsmaßnahmen. Dazu gehören Abstandsregelungen, Mund-Nasen-Schutz-Pflicht und die Aufnahme von persönlichen Daten der Kund*innen wie Name und Anschrift, um Infektionsketten im Notfall besser rückverfolgen zu können. Ab dem 18. Mai wird es allen, die ihren Wohnsitz in MV haben, auch wieder möglich sein, innerhalb des Bundeslandes Urlaub zu machen. Andere öffentliche Einrichtungen wie Bars, Clubs, Theater und Opern, Schwimmbäder oder Fitnesscenter bleiben aber weiterhin geschlossen. Erkundigt euch deshalb im besten Fall im Voraus auf den Websites der einzelnen Veranstalter über den aktuellen Stand.
Auch in Öffentlichen Verkehrsmitteln sowie in sämtlichen Geschäften gelten weiterhin das Abstandsgebot von 1,5 Metern und eine MNS-Pflicht. Die Kontaktbeschränkungen wurden vorerst auf den eigenen Haushalt und die Personen eines weiteren Hausstandes ausgeweitet, es wird aber weiterhin dazu geraten, Kontakte so weit wie möglich zu beschränken. Die Kontaktbeschränkung soll noch mindestens bis zum 05. Juni aufrechterhalten werden. Großveranstaltungen, darunter Konzerte und Festivals, bleiben erst einmal bis zum 31. August untersagt oder müssen (wie der Nordische Klang in den vergangenen zwei Wochen) auf den Online-Raum beschränkt bleiben. Bei Veranstaltungen mit geringerer Teilnehmer*innenzahl (im geschlossenen Raum bis zu 75, unter freiem Himmel bis zu 150 Personen) können ab dem 18. Mai wieder zugelassen werden. Wichtig ist dabei, dass die Verantwortlichen die Einhaltung sämtlicher Maßnahmen sicherstellen können. Außerdem muss vor der Durchführung der Veranstaltung Rücksprache mit der Gesundheitsbehörde gehalten werden. Nähere Einzelheiten findet ihr im FAQ der Landesregierung und in der aktuellsten Verordnung des Justizministeriums Mecklenburg-Vorpommern.
Auch für unsere Uni bedeutet das eine
allmähliche Rückkehr zur alten Ordnung. Erste Prüfungen wurden
bereits nachgeholt, die Mensa am Bertholt-Beitz-Platz hat zumindest
zur Essensausgabe wieder geöffnet, in der Zentralen
Universitätsbibliothek können wieder Bücher zurückgegeben und
nach Vorbestellung auch ausgeliehen werden. Auch das StuPa wird am
kommenden Dienstag nach langer Pause wieder tagen und die
konstituierende Sitzung der neuen Legislatur abhalten. Natürlich
gelten auch hier Abstandsgebote, MNS-Pflicht und eine Aufnahme der
Kontaktdaten, die je nach Veranstaltung zwischen 2 und 4 Wochen lang
aufbewahrt werden müssen, um über mögliche Infektionsketten
aufzuklären.
Externe Veranstaltungen oder solche, die externe Teilnehmer*innen beinhalten würden, sind aber noch bis zum Ende des Sommersemesters (30. September) untersagt. Für die Betreuung der Kinder von Studierenden sorgt zunächst nur die Notfallbetreuung der Familienwohnung der Universität. Achtet aber darauf, dass hier nur 3 Pädagog*innen für insgesamt 15 Kinder zur Verfügung stehen und auch die Betreuungszeiten genau geregelt sind.
Im FAQ der Universität Greifswald findet ihr neben weiteren Informationen zu universitären Veranstaltungen auch Hinweise darüber, welche Schritte ihr einleiten solltet, wenn ihr Kontakt zu positiv getesteten Personen hattet, selbst Symptome zeigt oder gerade aus dem Ausland zurückgekommen seid. Fragen rund um die Maßnahmen, die nach wie vor für Prüfungen gelten, versucht die Übersicht über Hygiene- und Schutzmaßnahmen für Prüfungen zu beantworten. Über wichtige Änderungen informieren Rektorat und co. aber auch immer per Mail – es lohnt sich also weiterhin ein wachsames Auge aufs Uni-Postfach zu haben.
Wir, die Redakteur*innen der moritz.medien, machen uns natürlich auch weiterhin Gedanken über unsere Umwelt und berichten daher in einem zweiten Teil unserer Nachhaltigkeitskolumne über weitere Themen, Tipps und Gedanken, damit ihr euer Leben (noch) nachhaltiger gestalten könnt.
Es ist Mai. Bärlauch, Waldmeister und ebenso die ersten Holunderblüten sprießen und gedeihen zu dieser Jahreszeit. Um sich ein leckeres Pesto, eine erfrischende Brause oder einen wohltuenden Sirup aus ihnen herstellen zu können, muss man jedoch erst einmal an sie herankommen. Warum nicht einfach mal in die Natur losziehen und die Pflanzen sammeln gehen, anstatt wie üblich im Supermarkt dafür zu bezahlen?
Dafür muss man zunächst einmal wissen, wo Bärlauch und Co überhaupt wachsen. Zum Glück schafft die Internetseite mundraub.org für alle Unwissenden unter uns Abhilfe! Auf einer interaktiven Karte der Plattform kann man einsehen, an welchen Stellen sich öffentliche Nutzpflanzen befinden, welche im Gegensatz zu Pflanzen auf privaten Grundstücken von jedermann abgeerntet werden dürfen. Wenn diese Orte zur richtigen Jahreszeit aufgesucht werden, steht dem Sammeln nichts mehr im Wege.
Meist muss man sich dafür nicht einmal weit von seinem eigenen Zuhause entfernen, denn der nächste Obstbaum steht wahrscheinlich nur ein paar Straßen weiter. Schnell wird man sich bei dem Gedanken ertappen, warum einem das eigentlich nicht schon viel früher aufgefallen ist.
Nahrung selbst zu sammeln, freut übrigens nicht nur den Geldbeutel, sondern verhindert auch Ressourcen zu verschwenden. Am Ende hat niemand etwas davon, wenn Fallobst ungenutzt auf dem Boden vergammelt. Über unnötige Plastikverpackungen muss man sich beim Sammeln übrigens auch nicht ärgern und ganz nebenbei lernt man, seine Umgebung mit anderen Augen zu sehen.
So kommt es schon einmal vor, dass man selbst weiß, wo sich eine gute Stelle zum Sammeln befindet. Dieser Fundort kann dann ebenfalls in die interaktive Karte eintragen werden und wird so für andere mundräuber*innen sichtbar. Vorher muss man sich allerdings vergewissern, dass die Pflanze wirklich auf öffentlichem Grund steht und im Zweifelsfall die untere Naturschutzbehörde, das Grünflächenamt oder die Straßenverkehrsbehörde danach befragen. Ebenfalls Vorsicht geboten ist bei der gesammelten Ware selbst. Stets ist sicherzustellen, keine falschen und eventuell giftigen Lebensmittel zu sammeln.
Und nun? Werft einen Blick in den Erntekalender von mundraub.org, schnappt euch Körbe, Schüsseln, Beutel und sammelt, was das Zeug hält!
Bis die richtige Pilzsaison beginnt, dauert es zwar noch ein wenig, mit diesem Artikel könnt ihr euch allerdings schon mal auf das Pilze sammeln einstimmen.
Beitragsbild: Pascal Debrunner auf Unsplash Banner: Jonathan Dehn
Wir haben mit unserer Rektorin Prof. Dr. Johanna Eleonore Weber gesprochen. Es geht um Prüfungen, die Lehre, Forschung und ihren Arbeitsplatz. Und das alles in Zeiten von Corona. Da wir aufgrund des Kontaktverbotes das Interview über Jitsi durchgeführt haben, ist die Audio- und Videoqualität eingeschränkt. Deshalb gibt es zusätzlich zu einem gekürzten Video noch das gesamte Interview als Text. Also viel Spaß beim Ansehen und Lesen.
Vom 04.–07.05. macht ,,Greifswald hilft!‘‘ unter dem Motto ,,Gleiches Recht auf Schutz und Gesundheit für alle! Institutionellen Rassismus jetzt stoppen!‘‘ auf die Situation von Geflüchteten in griechischen Lagern und in den Erstaufnahmeeinrichtungen in M-V aufmerksam. Die Mahnwachen werden jeweils von 11 bis 19 Uhr an der Europakreuzung abgehalten.
,,Greifswald hilft!‘‘ fordert:
die sofortige Evakuierung der Geflüchteten-Lager auf den griechischen Inseln und an der griechisch-türkischen Grenze
die schnelle Aufnahme von besonders schutzbedürftigen Menschen aus diesen Lagern
eine schnelle finanzielle und humanitäre Unterstützung Griechenlands bei der Unterbringung der Geflüchteten
die sofortige Evakuierung der Erstaufnahmeeinrichtungen in Deutschland und die dezentrale Einzelunterbringung nicht-verwandter Geflüchteter
die schnelle Unterbringung besonders schutzbedürftiger Menschen aus den Erstaufnahmeeinrichtungen in leerstehenden Hotels oder Wohnungen
Die Zustände an den Grenzen und in den Lagern sind nicht erst mit der Pandemie menschenunwürdig geworden. Schon seit 2015 scheint die humanitäre Hilfe der EU nicht wirklich zu existieren und die viel besprochenen europäischen Werte sind anscheinend mit im Mittelmeer ertrunken. Europa schottet sich ab. Verantwortungen werden verschoben und mit diesem verschieben nicht wahrgenommen. An Frontex und NATO-Draht zerschellen die Menschenrechte und damit auch die Zuversicht der Geflüchteten auf Hilfe.
Viele Städte haben sich auch unter der jetzigen Pandemie
dafür ausgesprochen Geflüchtete aufzunehmen. Vor ungefähr zwei Wochen hat
Deutschland gerade einmal 47 minderjährige Geflüchtete aufgenommen, während
weitere 20.000 unter katastrophalen Bedingungen leben müssen. Nun kann man sich
sicherlich über diese 47 Menschen freuen, aber auch sie werden dadurch von
ihren sozialen Kontakten und eventuell vorhandenen Familienangehörigen
getrennt. Man kann davon ausgehen, dass die meisten Geflüchteten Traumata
haben, dadurch wird eine erneute Trennung von bekannten Menschen rein in ein
unbekanntes Umfeld und eine unbekannte Situation nicht gerade förderlich sein
für ihre psychische Gesundheit.
Aufgrund der Pandemie musste auch die Seenotrettung erst einmal eingestellt werden. Das Anlegen der Schiffe, die sich noch immer auf offenem Meer befinden, wird ebenfalls durch hohe Corona-Sicherheitsauflagen drastisch erschwert. Was sich derzeit an den Küsten und auf dem Mittelmeer abspielt, möchte man sich lieber nicht vorstellen. Deswegen ist es so wichtig immer wieder eine Öffentlichkeit herzustellen und den Druck auf die Politik zu erhöhen. Und genau deshalb sind Mahnwachen, wie sie gerade von ,,Greifswald hilft!“ durchgeführt werden, so sinnvoll.
Erik Marquardt, ein junger Abgeordneter der Grünen im EU-Parlament, lässt das Thema nicht los. Regelmäßig berichtet er aus Flüchtlingslagern, um auf die Situation der Menschen aufmerksam zu machen. Um auf die aktuell zugespitzte Situation u.a. in Moria aufmerksam zu machen startete er mit anderen Aktivist*innen die Aktion #LeaveNoOneBehind. Unter https://leavenoonebehind2020.org/ kannst du dich an der Aktion beteiligen.
Manchmal braucht man visuelle Bilder, um sich der Lage bewusst zu werden. Daher hier ein Video vom UNHCR:
Auch leftvision hat die aktuelle Lage in Moria abgebildet: