Lernt uns kennen – im Moodle der Möglichkeiten

Lernt uns kennen – im Moodle der Möglichkeiten

Wer bereits länger an unserer Uni verweilt als Corona, wird ihn sicher noch kennen: den Markt der Möglichkeiten. Eine lange Reihe von Tischen und dahinter ein Haufen von Men­schen mit Aufklebern, Ansteckern und einheitlichen T-Shirts. Viele interessante Gespräche. Ein Einblick in die Organisations- und Vereinslandschaft der Uni Greifswald.

Schon die letzten beiden Märkte der Möglichkeiten mussten sich ein wenig anders gestalten, als wir es gewohnt waren. 2020 war die Veranstaltung für Erstis und alle sonstigen Studierenden, die sich über Vereine, Organisationen und Initiativen informieren wollen, in den digitalen Raum verlegt worden. Dafür hatte unser AStA in Zusammenarbeit mit dem NOVA Innovationscampus eine Plattform angelegt, auf der ihr zuerst Vorträgen der einzelnen Gruppen lauschen und diese dann in Breakout-Räumen genauer kennenlernen konntet.

Auch dieses Mal wird es wieder einige Änderungen geben. Zwar ist ein analoges Treffen in Präsenz nicht möglich, einen Raum, in dem ihr eigenständig an den „Ständen“ der Organisationen vor­bei schlendern könnt, soll es aber trotzdem geben. So wurde der Markt der Möglichkeiten dieses Jahr auf Moodle eingerichtet, wo sich die teilnehmenden Hochschulgruppen in digitaler Form bei euch vorstellen können. Bereits rund 30 Videos haben den AStA dafür erreicht, andere Vereine sendeten Poster, Bilder oder einfach nur allgemeine Infos über sich ein. Der Moodle-Kurs ist auch schon eingerichtet, losgehen wird es voraussichtlich am Montag. Durch die Gestaltung des Marktes seid ihr dieses Mal auch nicht von einem bestimmten Termin abhängig. Stattdessen soll die Seite für eine längere Zeit auf­rufbar bleiben und vielleicht auch ab und an noch aktualisiert werden, sodass sich ein regelmäßiger Blick in den Moodle-Markt lohnt.

Live kennenlernen könnt ihr die Organisationen natürlich trotzdem, zum Beispiel auf ihren Vereins­treffen und Gruppensitzungen. Auch die moritz.medien nehmen dieses Jahr wieder am Markt der Möglichkeiten teil. Unser Vorstellungsvideo könnt ihr euch bereits jetzt auf dem Youtubekanal von moritz.tv ansehen. Und wenn ihr persönlich mit uns in Kontakt treten, Fragen loswerden oder einfach nur mehr über uns wissen wollt, habt ihr dazu heute ab 14:30 Uhr Gelegenheit – in unserem medien.- oder moodle.café.

Beitragsbild: Christian Berger

Magnifice domine rector! – Feierliche Amtseinführung von Prof. Dr. Riedel

Magnifice domine rector! – Feierliche Amtseinführung von Prof. Dr. Riedel

Mehr als fünf Monate ist es nun her, dass Frau Prof. Dr. Katharina Riedel am 21.10.2020 zur neuen Rektorin unserer Universität gewählt wurde. Bevor nächste Woche das Sommersemester startet, soll Frau Riedel morgen nun auch feier­lich in ihr Amt eingeführt werden. Natürlich ist aufgrund der aktuellen Situation dieses Mal dabei einiges anders, als man es von vergangenen Investituren gewohnt ist.

Eine AStA-organisierte „After-Investitur-Party“ mit ehrenvollem Bieranschlagen wie bei der scheidenden Rektorin Prof. Dr. Weber wird es wohl nicht geben. Auch wird der morgige Festakt nur in verkürzter Form und in kleinerem Kreis in der Aula stattfinden. Und selbst die namensgebende Bekleidung mit dem Rektor*innentalar muss wegen Abstands- und Hygieneregeln leider ausfallen. Die jahrhundertealten Insignien – Ring, Kette, Zepter und Mantel – werden sicher trotzdem ihre Verwendung finden. Und auch auf die Reden der beiden Rektorinnen und den Amtseid müssen wir nicht verzichten. Außerdem wird die Bildungsministerin von MV, Bettina Martin, morgen der Veranstaltung beiwohnen.

Alle, die nicht zum engsten Uni-Kreis gehören, können die Amtseinführung ab 11 Uhr live aus der Aula verfolgen. Zum Stream gelangt ihr entweder über die Startseite unserer Universität oder über die Social-Media-Kanäle auf Youtube und Facebook. Der Stream auf Youtube ist sogar schon eingerichtet – wenn ihr wollt, könnt ihr euch also jetzt schon gebannt mit einer Tasse warmem Kaffee und einer Decke vor euren Laptop setzen. Vielleicht kommen beim Warten sogar ein paar fast vergessene Konzert-Vibes wieder auf.

Was: feierliche Amtseinführung der neuen Rektorin Prof. Dr. Katharina Riedel
Wann: morgen, dem 31.03.2021, ab 11 Uhr
Wo: über die Startseite unserer Universität, den Youtube-Kanal oder Facebook

Mehr Informationen für euch:

Auf der Veranstaltung soll u.a. auch ein Kurzfilm zur Geschichte der feierlichen Investitur gezeigt werden. Falls ihr euch vorab schon informieren wollt, findet ihr hier eine Erklärung der einzelnen Rituale und einen historischen Abriss der Veranstaltung.

Wenn ihr unsere neue Rektorin Frau Prof. Dr. Riedel etwas näher kennenlernen wollt, könnt ihr euch bei moritz.tv ein Interview mit ihr ansehen.

Morgen wird nicht nur die Rektorin selbst, sondern auch das gesamte neue Rektorat offiziell seine Arbeit aufnehmen – allerdings ohne studentische*n Prorektor*in.

Beitragsbild: Magnus Schult

Bewerbungen für die Gremienwahlen 2021: Senat und FakRäte

Bewerbungen für die Gremienwahlen 2021: Senat und FakRäte

Vom 12. bis zum 14. Januar 2021 finden an der Universität Greifswald die Gremienwahlen für die nächste Legislaturperiode statt. Hier findet ihr eine Liste mit allen zugelassenen Wahlvorschlägen für den Senat und die Fakultätsräte, alphabetisch und nach Fakultät sortiert, damit ihr die Kandidierenden möglichst schnell nach bekannten Namen absuchen könnt. Für alle, die auch bereit sind, jemand Unbekanntes zu wählen, haben wir den studentischen Bewerber*innen einen Fragebogen geschickt, damit ihr sie vor der Wahl noch näher kennenlernen könnt — ab dem 05.01.2021 werden wir die eingereichten Antworten auf dem webmoritz. veröffentlichen.

Senat

Hier dürft ihr insgesamt 12 Vertreter*innen wählen. Ihr könnt eure Stimmen auf mehrere Personen verteilen und dürft dabei einem*r Bewerber*in jeweils bis zu zwei Stimmen geben.

Wahlvorschlag 1: „Progressiv-Ökologische Liste“

NameFakultät
Annalena Mangels
Lea Alexandra Siewert
Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät
Benjamin Bleis
Fiedje Moritz
Hannes Damm
Katharina Zeterberg
Luna Münster
Melissa Seidel
Nikolas Peter
Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
Enno Krüger
Sandra Grubert
Philosophische Fakultät
Axel Florian Aschenbrenner
Charlotte Emilia Sigel
Hannah Sudharshani Wagner-Gillen
Steffen Remmert
Universitätsmedizin

Wahlvorschlag 2: „Liberale Liste“

NameFakultät
Theodoros Weiße
Tim Erik Harald Seidensticker
Vincent Arndt
Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät
Bianca Mägdefrau
Johannes Johnke
Nicole Bössel
Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
Marcel Welkert
Marcel Zahn
Maximilian Gerhard Klaus
Maximilian Schutt
Rick Sobirai
Philosophische Fakultät
Hannes Keppler
Susanne Schmidt
Universitätsmedizin
Bert KramesTheologische Fakultät

Wahlvorschlag 3: „Solidarische Universität

NameFakultät
Yannick van de SandRechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät
Bennet Buchholz
Friederike Pautz
Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
Anna Katharina Kassautzki
Anna Lisa Alsleben
Björn Ahlers
Erik Wendlandt
Fabian Fleßner
Felix Willer
Hennis Herbst
Jonas Wolf
Laura Schirrmeister
Lena Elsa Droese
Marvin Müller
Niclas Lenhardt
Niklas Michel
Philosophische Fakultät
Anna Kunow
Christine Julia Drzyzga
Yvonne Knoppik
Universitätsmedizin

Wahlvorschlag 4: „Theologische Liste

NameFakultät
Christian-Hubertus PetersTheologische Fakultät
Nico Angelo WittebornPhilosophische Fakultät

FakRäte

Theologische Fakultät

Hier dürft ihr insgesamt 2 Vertreter*innen wählen. Ihr könnt eure Stimmen auf mehrere Personen verteilen und oder einem*r Bewerber*in zwei Stimmen geben.

Wahlvorschlag 1: „Golz, Hella“

Farina Sue Helmstädter
Hella Golz

Wahlvorschlag 2: „Wir machen weiter!“

Christian-Hubertus Peters

Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät

Hier dürft ihr insgesamt 2 Vertreter*innen wählen. Ihr könnt eure Stimmen auf mehrere Personen verteilen und oder einem*r Bewerber*in zwei Stimmen geben.

Esther Erwin
Tim Erik Harald Seidensticker
Theodoros Weiße

Philosophische Fakultät

Hier dürft ihr insgesamt 2 Vertreter*innen wählen. Ihr könnt eure Stimmen auf mehrere Personen verteilen und oder einem*r Bewerber*in zwei Stimmen geben.

Wahlvorschlag 1: „Progressive Liste

Enno Krüger
Gina Gransee
Josephine Winkler
Marie Kamischke

Wahlvorschlag 2: „Freie Liste“

Marcel Welkert
Maximilian Schutt
Rick Sobirai

Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät

Hier dürft ihr insgesamt 4 Vertreter*innen wählen. Ihr könnt einem*r Bewerber*in bis zu zwei Stimmen geben.

Johannes Hohenstein
Maja Urschel
Marvin Lemm
Sara Kriszik

Universitätsmedizin

Hier dürft ihr insgesamt 4 Vertreter*innen wählen. Ihr könnt einem*r Bewerber*in bis zu zwei Stimmen geben.

Anna Flindt
Axel Florian Aschenbrenner
Frederick Valentin Ahlhaus
Johanna Hagenah
Lilly-Charlotte Albertsen
Lisa Vossler
Marvik Leich
Matthias Wiemann
Yola Meisel

Beitragsbild: Julia Schlichtkrull
nach Avatar – Der Herr der Elemente (Nickelodeon)
und Alfred J. Kwak (VARA, ZDF, TV Tokyo und TVE)

Adventskalender Fensterchen No. 23: Ochse und Esel

Adventskalender Fensterchen No. 23: Ochse und Esel

Weihnachtszeit ist Vorfreude und Geheimnistuerei, Nächstenliebe und Besinnung. Sie duftet nach heißem Glühwein, frisch gebackenen Keksen und mühsam gepellten Mandarinen. Der Dezember lebt von kleinen Aufmerksamkeiten und Traditionen, wie den Adventssonntagen mit der Familie, dem mit Süßigkeiten gefüllten Schuh am Nikolausmorgen und dem täglichen Öffnen des Adventskalenders. Weißt du noch, wie du jeden Tag vor Weihnachten aufgeregt aufgestanden bist, um vorfreudig zu deinem Schokoadventskalender zu tappen? Die moritz.medien verstecken das Weihnachtsgefühl hinter 24 Fenstern. Im heutigen Fenster: Ochse und Esel.

Seit heute bin ich stolzer Besitzer einer Katze. Oder zumindest darf ich für eine Woche auf sie aufpassen und ganz so stolz bin ich dann tatsächlich auch nicht. Immerhin sind die Katze und ich uns noch nicht so richtig grün oder zumindest scheint sie mehr Gefallen an den Bändern meines Rucksacks zu finden als an mir. Also sitze ich erst einmal hier auf dem Boden und beobachte die Katze genauso skeptisch wie sie mich über den Rand meines Laptops hinweg.

Ich denke über das unergründliche Verhalten von Tieren nach. Wie ausdruckslos ihre Gesichter manchmal zu sein scheinen, obwohl doch so viel in ihren Köpfen vor sich geht. Katze ist da genauso. Katze hat keine Emotionen in ihrem Gesicht, keine Worte für mich, Katze hat nicht einmal einen Namen. Das Argument ihrer Besitzer: Sie ist so ein eigenständiges Wesen. Warum sollten wir ihr also einen Namen geben? Weil doch jedes Tier einen Namen hat, in Filmen, Serien, Büchern, und wenn man es nach seinem Lieblingskochrezept benennt. Tiere haben Namen zu haben. Oder?

Wie hießen eigentlich Ochs und Esel? Und wieso heißen sie Ochs und Esel und nicht Esel und Ochs? Zumindest heißen sie so auf ihrer Wikipedia-Seite, die sie sich teilen. So wie ihren Platz an der Seite vom Jesuskind. Also praktisch nur Sidekicks in der Fantasy-Rom-Com Geburtstagsfeier. Wie Rosenkranz und Güldenstern. Vielleicht sind sie also doch nicht so eigenständig wie die Katze und verdienen gar keinen Namen. Oder dann erst Recht?

Katze kommt auf mich zu und stupst mir mit der Schnauze gegen den Oberschenkel, bevor sie mich zwei Mal umkreist und dann wieder in sicherem Abstand von mir Platz nimmt. Ich scheine auf der richtigen Spur zu sein.

Zwar ergänzt mein Handy die Suchfrage „Wie heißen Ochs und“ automatisch mit „Esel“, aber wirklich fündig werde ich bei der Recherche nicht. Scheint sich noch niemand gefragt zu haben. Dafür klingt der Artikel „Woher kommen Ochs und Esel?“ ganz spannend, denn das habe ich mich vorher noch gar nicht gefragt: Sind sie schon in dem Stall geboren oder erst dort hingezogen? Kommen sie aus Bethlehem oder mussten sie auch für die Volkszählung anreisen (und haben ebenfalls kein freies Hotelzimmer mehr bekommen)? Sind Ochs und Esel eigentlich zusammen?

Der Artikel gibt mir darauf keine Antworten. Oder vielleicht doch, nur indirekt. Denn irgendwie kommen Ochs und Esel weder aus Betlehem, noch wurden sie aus den Hotels der Stadt gekickt, aber ein Paar sind sie in gewisser Weise schon. Die beiden sind nämlich gar kein Teil von Jesu‘ biblischer Geburtstagsparty. Aber sie sind gemeinsam (und erst lange nach Jesu‘ Geburt) ein Teil davon geworden.

Aus dem finalen Stück rausgestrichen und doch immer dabei

Ihren ersten Cameo haben Ochs und Esel bereits im Alten Testament. Hier werden sie gemeinsam in einem Vers im Buch Jesaja erwähnt: „Der Ochse kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn; Israel aber hat keine Erkenntnis, mein Volk hat keine Einsicht“ (sogar die Krippe wird hier schon mal genamedropped … sneaky). Ochs und Esel fühlen also beide die Zugehörigkeit zu ihrem Besitzer oder Herrn. Und Jesus wird als Herr der Menschen oder zumindest der christlichen Menschen angesehen, während sein Vater Gott quasi Besitzer der Menschen ist. Um zu zeigen, dass Jesus eine besondere Bedeutung für die Menschheit hat und selbst als Kind schon die Rolle ihres Herrn einnimmt, wurden später also Ochs und Esel davor gesetzt. Macht Sinn.

So einfach ist es dann aber doch nicht. Denn die beiden Tiere werden zwar in den vier Evangelien nicht erwähnt, die heute das Neue Testament der Bibel ausmachen. Das heißt aber nicht, dass es sie in biblischen Texten nicht gibt. Tatsächlich kommen sie nämlich im sogenannten Pseudo-Matthäus-Evangelium vor, einem der apokryphen Texte, also jenen, die aus inhaltlichen Gründen oder einfach aus Platzmangel nicht in die fertige Bibel mitaufgenommen wurden. Hier wird auch Jesu‘ Kindheit näher betrachtet und auch Ochs und Esel werden als Deko an seiner Krippe genannt. Im Mittelalter kannte man die apokryphen Texte noch, man nutzte sie als Grundlage für lyrische Texte und führte Mysterienspiele auf, die an ihnen orientiert waren. Sie machten sich nämlich hervorragend als be­liebte Statisten – dem gemeinen Volk waren sie bekannt genug, um einen Hauch von Alltag in die Krippenszene zu bringen und Buchnerds, die das Alte Testament schätzten, freuten sich über das Comeback der alten Stars aus Jesaja.

Aber auch das scheint als Antwort auf die Frage, wer Ochs und Esel überhaupt sind, nicht zu genü­gen. Denn andere Quellen sehen neben ihrer Popularität als alttestamentarische recurring characters aus dem einfachen Volk vielmehr eine symbolische Bedeutung der beiden. Manche halten sie für eine Mahnung, da ja auch der kurze Auftritt im Alten Testament als Kritik am Volk Israel verpackt wurde, dass diese ihren Gott nicht mehr erkennen konnten oder wollten. Franz von Assisi (ein wahrer Theaterliebhaber – er war der Erste, der zu Weihnachten ein Krippenspiel veranstalten ließ) wollte damals das gemeine Volk als Darsteller für seine Aufführung haben. Um die Schlichtheit der Krippenszene noch weiter zu verdeutlichen, forderte er die Menschen auf, auch einen Ochsen und einen Esel mitzubringen. Dabei soll ein solcher Wettkampf entstanden sein, dass ein Richter ent­scheiden musste, welcher Ochse und welcher Esel denn jetzt auftreten dürfe. Zum großen finalen Song des Stückes sollen übrigens auch Ochse und Esel (also die, die am Ende die Rolle bekommen haben) in lautstarkes Geschrei eingefallen sein (es ist nicht überliefert, ob ihnen vielleicht einfach die Musik nicht gefallen hat). Wieder andere sehen, beruhend auf dem Jesaja-Text, in dem Ochsen das Volk Israel und in dem Esel die Heiden. So könnte man sogar sagen, Jesus vereinigt alle Völker, unabhängig vom Glauben, vor seiner Krippe.

Katze ist mittlerweile eingeschlafen. Sie hat sich noch von mir den Bauch kraulen lassen und dabei genüsslich geschnurrt. Ich glaube, das mit der Freundschaft wird langsam. Eine Woche und sie wird der Ochse zu meinem Esel sein. Oder anders herum. Aber spielt das überhaupt eine Rolle? Egal, welche Interpretation man sich anschaut, um eines geht es dabei in allen: Gleichheit. Eine Gleich­heit verschiedener Völker, eine Gleichheit des gemeinen und des besser betuchten Volkes, eine Gleichheit der Menschen und dem Jesuskind, Gott. Und wenn Ochse und Esel eine solch wichtige Funktion erfüllen – welche Bedeutung spielen dabei schon Namen?

Titelbild: Julia Schlichtkrull
Beitragsbild: Alexas_Fotos auf Pixabay

Adventskalender Fensterchen No. 21: Dein eigener persönlicher Weihnachtsmarktspaziergang

Adventskalender Fensterchen No. 21: Dein eigener persönlicher Weihnachtsmarktspaziergang

Weihnachtszeit ist Vorfreude und Geheimnistuerei, Nächstenliebe und Besinnung. Sie duftet nach heißem Glühwein, frisch gebackenen Keksen und mühsam gepellten Mandarinen. Der Dezember lebt von kleinen Aufmerksamkeiten und Traditionen, wie den Adventssonntagen mit der Familie, dem mit Süßigkeiten gefüllten Schuh am Nikolausmorgen und dem täglichen Öffnen des Adventskalenders. Weißt du noch, wie du jeden Tag vor Weihnachten aufgeregt aufgestanden bist, um vorfreudig zu deinem Schokoadventskalender zu tappen? Die moritz.medien verstecken das Weihnachtsgefühl hinter 24 Fenstern. Im heutigen Fenster: Dein eigener persönlicher Weihnachtsmarktspaziergang.

Kein Weihnachtsmarkt in diesem Jahr? Nicht mit uns! Hier hast du die Möglichkeit, deinen Weihnachtsmarktspaziergang anzutreten und ihn genauso zu gestalten, wie du es sonst auch getan hättest. Folge dafür einfach den Zahlen (dieses Mal mit erhöhter Schwierigkeit: Musst du zur 4.1, zur 4.2 oder doch zur 4.5?).

1 Aufbruch

Du beginnst deinen Weihnachtsmarktspaziergang in Kälte und Finsternis. Aber es ist eine angeneh­me Kälte, eine bei der Schnee in der Luft zu liegen scheint, und die Finsternis ist von unzähligen Weihnachtslichtern durchbrochen. Eigentlich warst du mit einem Freund verabredet, aber der hat spontan absagen müssen. Egal. Machst du dir eben allein einen schönen Abend. Auch das blecherne Last Christmas aus den Lautsprechern des Riesenrads wird dir nicht die Laune verderben. Vielleicht kannst du dem Lied ja sogar eins auswischen, indem du erst recht ins Riesenrad steigst (5.1)? Oder du gehst lieber erst mal auf sicheren Abstand zu dröhnender Weihnachtsmusik und holst dir ganz entspannt eine Tüte gebrannte Mandeln am anderen (ruhigeren) Ende des Weihnachtsmarktes (2.1).

2 Gebrannte Mandeln

2.1 Die gebrannten Mandeln konnten deine Stimmung tatsächlich jetzt schon deutlich erhellen und deine Hände erwärmen. Versetzt worden zu sein fühlt sich schon gar nicht mehr so schlimm an, so ersparst du dir wenigstens den nervigen grölenden Gesang, in den dein Freund immer schon nach dem ersten Glühweinbecher einfällt. Apropos Glühwein. Der Stand sieht tatsächlich verlockend aus (4.1), andererseits hast du von dutzenden Weihnachtsmarktbesuchen mit deinem Freund eine so große PTBS, dass du überlegst, lieber nur ganz entspannt ein paar Lose zu ziehen (7.1).

2.2 Dir ist zwar noch immer etwas flau im Magen, aber der Kinderchor und die Mandeln haben deine Stimmung wenigstens wieder ein etwas auflockern können. In deinen Ohren klingelt immer noch das trällernde „Oh Tannenbaum“ wieder, und auch deine Hände und dein Bauch fühlen sich jetzt wohlig warm an. Die Süße der Mandeln (und der singenden Kinder) scheint dir gut getan zu haben. Also noch etwas Süßes? Wie wäre es mit einem Lebkuchenherz (10.4) oder einfach gleich noch einer Tüte gebrannter Mandeln (2.4)?

2.3 Die gebrannten Mandeln liegen wenigstens nicht so schwer im Magen wie die Lebkuchenherzen und ihre wohlige Wärme lässt dich langsam auch wieder die Übelkeit vom Riesenrad vergessen. Dafür wirkt der Glühweinstand nach dem ganzen Essen jetzt aber echt nicht mehr so verlockend. Du beschließt vielmehr, dass du etwas brauchst, um die Stimmung weiter zu heben. Ein kleines Weihnachtsgeschenk für dich könnte da Abhilfe schaffen und selbst schenken macht ja bekanntlich auch immer Freude. Wie wäre es also mit ein paar Losen an der Losbude (7.3)? Oder doch lieber gleich direkt vom Weihnachtsbaum in der Mitte des Marktes eins mitgehen lassen, just for fun (11.3)?

2.4 Was für eine dämliche Idee, gleich noch eine Tüte Mandeln zu verdrücken. Nicht nur, dass die Übelkeit vom Riesenrad zurückkommt, du bekommst auch noch so starkes Sodbrennen, dass du glaubst, dein Magen und dein Hals würden komplett in Flammen stehen. Dein nächster Schritt führt jetzt nur noch zu einer Bank, auf die du dich erschöpft sinken lässt, während du dein Handy aus der Tasche ziehst, um den Notarzt zu rufen. Diagnose: Zuckerschock. Da kann der freundliche Weih­nachtsmann auch nicht mehr helfen, der dir zur Aufmunterung einen Schokololli schenken möchte. Dir wird von dem Anblick schon so schlecht, dass du dich übergeben musst.

3 Ende Variante 1

3 Plötzlich spürst du etwas Kühles und Feuchtes auf deiner Nasenspitze, das dich aufschauen lässt. Über dir hat der Himmel ein dreckiges Ocker angenommen. Und von der schlammigen Farbe rie­seln ganz seicht und weiß wie Zucker die ersten Schneeflocken des Jahres zu Boden. Du kannst nicht aufhören zu lächeln bei dem Anblick. Der Kinderchor stimmt mit mittlerweile vor Kälte leicht zittrigen Stimmen „Schneeflöckchen Weißröckchen“ an. Was für ein perfektes Ende für einen gelungenen Weihnachtsmarktabend.

4 Glühweinstand

4.1 Anscheinend ist deine Alkoholtoleranz auch nicht so viel größer als die deines Freundes. Deine Hände sind immer noch warm von den gebrannten Mandeln, aber irgendwie scheinen sie nicht mehr das einzige an deinem Körper zu sein, was glüht. Vielleicht kann dir der Kinderchor ja den Kopf wieder etwas freipusten (6.2), oder du schwingst dich doch lieber aufs Riesenrad, das jetzt mit noch viel knalligeren Leuchtfarben trotz grauenvoller Musik doch ganz einladend aussieht (5.3).

4.2 Nach zwei Bechern Glühwein bist du gleich doppelt voll. Überfressen und mit schwirrendem Kopf stehst du in der Mitte des Weihnachtsmarktes und schaust dich um. Alles ist laut, alles ist grell und deine Stimmung wäre wohl ganz schön im Eimer, doch glücklicherweise kannst du nicht mehr so klar denken. Stattdessen fällt dir mit deinem berauschten Kopf ein, dass du noch ein Weihnachts­geschenk vergessen hast – nämlich eins für dich! Glücklicherweise gibt es ja den Weihnachtsmann, der nicht weit entfernt von dir gerade zwei Kindern Schokolollis schenkt (8.2). Aber auch die Ge­schenke am Weihnachtsbaum glänzen dich so verlockend bunt an (11.1).

4.3 Was für eine weihnachtliche Glanzleistung. Jetzt bist du sowohl voll als auch dicht, und schwin­delig ist dir auch immer noch. Schwankend kommst du vor dem großen Weihnachtsbaum zum Ste­hen und versuchst, einmal ruhig durchzuatmen. Doch das Funkeln der Pakete sticht dir penetrant ins Auge. Und irgendwie reizt der Anblick dich auch sehr, eins davon mitgehen zu lassen (11.1).

4.4 Wunderbar, nach zwei Bechern Glühwein kehrt sofort die Übelkeit vom Riesenrad zurück, und dein Kopf schwirrt jetzt auch noch. Und selbst der Kinderchor hört sich nach dem Alkohol gar nicht mehr so friedlich an. Das ist wirklich nicht der Weihnachtsmarktspaziergang, den du dir erhofft hast. Ein paar Schritte entfernt lässt der Weihnachtsmann ein donnerndes „HOHOHO“ vernehmen, als wäre seine Stimmung nicht so sehr ruiniert wie deine. Stattest du ihm einen Besuch ab (8.2) oder machst du lieber einen weiten Bogen um den alten Mann und gehst sofort nach Hause (9)?

5 Riesenrad

5.1 Das Riesenrad ist eines dieser kleinen, schnellen Teile und nach den unzähligen Runden, die gar nicht mehr aufzuhören schienen, ist dir jetzt wirklich übel. Außerdem hat dir die Schlagermusik wirklich die Weihnachtsstimmung ruiniert. Vielleicht kannst du sie mit ein wenig Gesang vom Kin­derchor zurückbringen (6.4)? Oder du holst dir einfach ein Lebkuchenherz für das weihnachtliche Feeling (10.2)?

5.2 Mit dem schweren Gefühl der Lebkuchen im Magen wird dir von dem kleinen, schnellen Rie­senrad sofort kotzübel. Außerdem rutscht dir bei dem Versuch, dich hinaus zu lehnen, um eine bessere Aussicht zu haben, auch noch dein kleiner, hässlicher Teddy aus den Händen. Deine Stim­mung ist also wirklich nicht mehr die beste, als du endlich wieder unten ankommst. Vielleicht kann dich noch der weihnachtliche Kinderchor etwas aufbauen (6.3)? Oder du trinkst deine schlechte Laune einfach mit etwas Glühwein weg (4.3)?

5.3 Toll, jetzt bist du nicht nur dicht, sondern dir ist auch noch übel. Das Riesenrad hat sich viel zu schnell gedreht und die Schlagermusik wirkte nach dem Glühwein so laut wie ein Düsenjet. In deinem vernebelten Kopf gibt es nur noch zwei Optionen, um den Abend wenigstens ein wenig freudig ausklingen zu lassen: Zum Schokolollis verteilenden Weihnachtsmann, um ein Geschenk abzusahnen (8.2) oder zum Weihnachtsbaum, um ein Geschenk abzusahnen (11.1)?

5.4 Das Riesenrad wäre mit dem vollen Magen wirklich nicht auch noch nötig gewesen. Es war nicht mal groß genug, um eine schöne Aussicht zu haben und hat sich einfach nur so schnell ge­dreht, dass es auf deinen Kopf abgefärbt zu sein scheint. Alles, was du jetzt nur noch tun kannst, ist müde und gegen die Übelkeit ankämpfend vom Weihnachtsmarkt zu torkeln (9).

6 Kinderchor

6.1 Was für ein besinnliches Weihnachtsfest! Zufrieden lächelnd lauschst du den Klängen des Kin­derchores. Ihre Stimmen sind etwas zittrig und schwach, aber dafür strahlen die Kinderaugen, und das ist es doch, worum an Weihnachten geht! Noch mehr strahlende Augen leuchten dich von zwei anderen Enden des Weihnachtsmarktes an – ein paar von ihnen schauen zum Tannenbaum hinauf (11.2), vier andere starren erwartungsvoll auf die Schokolollis, die ihnen der Weihnachts­mann mit einem lauten „HOHOHO“ überreicht (8.3).

6.2 Deine Hände sind von der Tüte mit den Mandeln immer noch warm, deine Gedanken sind auch noch etwas träge, aber der Gesang der Kinder ist dafür umso besinnlicher. Als nächstes beschließt du, dich noch weiter zu amüsieren, indem du etwas typisch Weihnachtsmarktliches tust. Kaufst du dir lieber ein Lebkuchenherz (10.3) oder versuchst du mit ein paar Losen dein Glück, den großen flauschigen Teddy zu erhaschen (7.2)?

6.3 Puh, noch mal gerettet. Bei den friedlichen Gesängen der Kinder ist die Übelkeit von Riesenrad und Lebkuchenherzen auf der Stelle wie weggeblasen. Apropos weggeblasen: Du spürst einen sanf­ten Luftzug an deinen kühlen Wangen, der dich direkt zum Weihnachtsmann mit den Schokolollis zu führen scheint (8.3)? Oder doch vom Weihnachtsmarkt hinunter und nach Hause (der dicke Mann ist dir ein bisschen suspekt …) (3)?

6.4 Nach dem schrillen aber heiteren „Lasst uns froh und munter sein“ ist dir wieder etwas wohliger zumute. Außerdem hat dich der Anblick der Kinder in ihren weißen Kleidchen mit den dicken Woll­handschuhen und Bommelmützen deutlich aufgemuntert. Um gleich bei der munteren Stimmung zu bleiben: Wie wäre es jetzt mit etwas Glühwein (4.4)? Oder doch lieber eine schöne warme Tüte ge­brannter Mandeln (2.2)?

7 Losbude

7.1 Du gewinnst, aber nur so viel, wie jeder andere um dich herum auch zu gewinnen scheint, nämlich einen kleinen, hässlichen Teddybär, dessen Augen aussehen, als wäre eine OP schief ge­laufen. Du freust dich trotzdem und beschließt, ihn Pilpert zu nennen. Pilpert möchte als nächstes zum Kinderchor (6.1) oder ein groooßes Lebkuchenherz verdrücken (10.1), er lässt dich aber entscheiden (vielleicht schielen seine Augen aber auch nur so sehr, dass er sowieso nicht selbst den Weg bestimmen könnte).

7.2 Der Teddy, den du von deinen Losen bekommst, ist zwar weder besonders groß noch besonders schön, aber das macht dir nichts aus. Auch ein kleiner hässlicher Bär hat liebende Eltern verdient. Und liebende Eltern gönnen ihren Kindern etwas Schönes: Wie wäre es also mit einem friedlichen Spaziergang zum Tannenbaum (11.2)? Oder einem Gang zum Weihnachtsmann, mit der Aussicht auf einen Schokololli (8.3)?

7.3 Du ziehst tatsächlich nur Gewinne und gehst mit dem größten Kuscheltier an der Losbude nach Hause. Das war am Ende doch noch ein ganz gelungener Weihnachtsmarktabend. Außerdem erfüllt es dich mit ein wenig Stolz, deinen überdimensionalen Teddy für alle anderen sichtbar im Arm zu halten. Willst du ihn noch ein wenig weiter ausführen und zuerst noch mal dem Weihnachtsmann einen Besuch abstatten (8.3), oder führt dich dein Weg doch gleich zurück nach Hause, um deinen Hauptgewinn schnell in Sicherheit zu bringen (3)?

7.4 Dass du den Hauptgewinn ziehst, hat gerade noch mal deine Stimmung gerettet. Mit wieder völlig gebesserter Laune und einem riesengroßen Plüschteddy im Arm, beschließt du dennoch, dass es langsam Zeit für den Heimweg wird, immerhin klingt die Übelkeit noch ein wenig nach (3). Ein kleiner Umweg zum Weihnachtsmann kann doch aber auch nicht schaden, oder? (8.3)

8 Weihnachtsmann

8.1 Der Weihnachtsmann schaut von den beiden Kindern, denen er gerade zwei Schokolollis über­reicht hat, zu dir auf. Du grinst breit und fragst nach der leckeren Süßigkeit, aber irgendwie gehen seine Augen nur zu dem Geschenk in deinen Händen. Etwas beschämt versuchst du, es unter deinem Mantel zu verstecken, aber es ist bereits zu spät. Der Weihnachtsmann zieht anstelle eines Mini-Weihnachtsmanns am Stiel sein Handy aus dem Sack. Du kannst nicht sehen, welche Nummer er eintippt, aber dass es nur drei Ziffern sind, bemerkst du sogar in deinem benommenen Zustand. Das ist nicht unbedingt das Ende, das du dir von deinem Weihnachtsmarktspaziergang erhofft hattest.

8.2 Deine Schritte führen dich torkelnd zum Weihnachtsmann hinüber. Als er die Kinder beide mit einem Mini-Weihnachtsmann am Stiel fortgeschickt hat, wandert sein Blick auch zu dir. Er schenkt dir ein mitleidiges Lächeln, aber tatsächlich auch einen Schokololli. Du hättest dich gerne bedankt, wenn deine Zunge da noch mitgemacht hätte. Stattdessen grinst du nur dämlich und wankst mit deiner Beute vom Weihnachtsmarkt.

8.3 Du stellst dich brav in die Schlange hinter die Kinder (Schlangestehen und an der Schlange Vordrängeln sind immerhin zwei altbekannte Tugenden in Deutschland). Als du endlich an der Reihe bist und fragst, ob du auch einen Schokoweihnachtsmann am Stiel bekommen könntest, lacht der echte fleischliche Weihnachtsmann donnernd. Er greift aber trotzdem unbeirrt in seinen großen Sack und zieht einen Lolli für dich hervor. Du bedankst dich und wünschst ihm beschwingt Frohe Weihnachten, bevor du dich glücklich mit deinem Geschenk auf den Weg nach Hause machst (3).

9 Ende Variante 2

9 Über dir leuchtet der Himmel in einem dreckigen Ockerton und es ist noch etwas kälter gewor­den. Dann erklingt Kinderlachen, als die ersten dicken Flocken des Jahres sanft vom Himmel rie­seln. Du bekommst davon nichts mehr mit. Statt dich über den Schnee zu freuen, hockst du zitternd und kotzend vor der Weihnachtspyramide.

10 Lebkuchenherzen

10.1 Das Lebkuchenherz war lecker, aber auch viel gewaltiger, als du es dir vorgestellt hast und es liegt erstaunlich schwer im Magen. Vielleicht kannst du ja hoffen, es mit etwas Glühwein hinunter zu spülen (4.2)? Oder denkst du, eine Runde Riesenrad könnte dir bei der Verdauung helfen? (5.2)

10.2 Nach dem unfassbar großen und viel zu süßen Lebkuchenherz ist dir nicht nur übel, du fühlst dich auch noch voll wie ein Weihnachtsgeschenk. Wie wäre es, noch etwas voller zu werden, und dir einen Becher Glühwein zu besorgen (4.3)? Oder vielleicht solltest du deinem Körper auch ein­fach mit einer Tüte warmer Mandeln etwas Gutes tun? (2.3)

10.3 Nach dem unfassbar großen Lebkuchenherz bist du jetzt richtig voll, und zwar im doppelten Sinne. Riesenrad zu fahren, scheint dir zwar jetzt wirklich nicht mehr die beste Idee zu sein, aber vielleicht ist die Aussicht von da oben ja ganz nett (5.4)? Oder du gehst zu etwas friedlicherem über und ziehst ein paar Lose (7.4).

10.4 Nach dem großen Lebkuchenherz fühlst du dich, als würdest du fast platzen, und nahe am Zuckerschock scheinst du mittlerweile auch noch zu stehen. Vielleicht kannst du die Schwere der Süßigkeiten ja mit etwas Glühwein vertreiben (4.3)? Oder doch lieber mit einem entspannenden Spaziergang zum Weihnachtsbaum? (11.2)

11 Tannenbaum

11.1 Du kicherst betrunken und fühlst dich wie ein richtiger Gangster, als du mit eingefrorenen Fingern das Band eines Weihnachtsgeschenks löst. Das kleine, bunte Päckchen fühlt sich zwar ein­deutig leer an, aber das ist dir egal, stolz bist du trotzdem. Stolz und noch immer völlig dicht. Ei­gentlich solltest du jetzt sofort nach Hause gehen (9), aber gleichzeitig ist da auch noch dieser dicke lachende Mann im roten Mantel, der dich in seinen Bann gezogen hat (8.1).

11.2 Über dir leuchten die vielen kleinen in Glanzfolie eingewickelten Weihnachtsgeschenke am Tannenbaum, angestrahlt von den unzähligen strahlenden Lampen einer Lichterkette. Was für ein friedlicher Anblick. Der Moment ist so schön, dass du dich kaum dazu durchringen kannst, zu gehen, aber schließlich werden deine Füße doch ein wenig zu kalt vom bloßen Rumstehen. Eine Frage bleibt aber noch: Machst du dich sofort nach Hause auf (3) oder stattest du vorher dem freundlich lachenden Weihnachtsmann mit den Schokolollis noch einen Besuch ab (8.3)?

11.3 Du fühlst dich noch etwas benommen vom Zuckerschock und vom Riesenrad, aber vielleicht kann ja ein Geschenk vom Weihnachtsbaum deine Stimmung aufheitern? Die kleine Plastikkiste ist zwar leer, das merkst du, sobald du sie in die Hand nimmst, aber sie glänzt so verlockend. Deine eingefrorenen Finger brauchen ein bisschen, um das Band aufzuknoten, aber dann ist es geschafft. Diebesbeute sollte man eigentlich schnell in Sicherheit bringen (3), aber das „HOHOHO“ vom Weihnachtsmann in einigen Schritten Entfernung ist auch so verlockend, genauso wie die Aussicht auf einen Schokololli … (8.1)

Titelbild: Julia Schlichtkrull
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