How to: Unverpacktladen

How to: Unverpacktladen

Die Redakteur*innen der moritz.medien haben sich schon immer einen Kopf um unsere Umwelt gemacht und darüber berichtet. In unserer neuen Kolumne erzählen wir euch, was wir über das Thema Nachhaltigkeit denken und geben euch viele hilfreiche Tipps, um euer Leben (noch) nachhaltiger zu gestalten.

Ein großer Schritt in das Zero-Waste-Leben ist unverpackt einzukaufen. Aber wie kaufe ich unverpackt ein? Und wo ist der nächste Unverpacktladen? Das erkläre ich Euch hier und stelle Euch den Unverpacktladen Green Goldie aus Rostock vor, der sich noch in der Planung befindet.

Das Prinzip von Unverpackt ist eigentlich ganz einfach: es gibt einen Laden, der in großen Behältern Lebensmittel verkauft, die Du Dir dann daraus in Gläser oder Beutel abfüllen kannst.


Getreide, Mehl, Nudeln, Müsli – all sowas gibt es meist in den ganz großen Behältern, unter die jede*r Gläser oder Beutel halten und dann per Hebel die gewünschte Menge sozusagen „fallen lassen“ kann. Damit dabei nix neben das Glas fällt, gibt es oft auch Trichter, die in die Glasöffnung gesteckt werden können. Das ist dann vor Ort einfacher, als hier beschrieben.

Gewürze sind meistens in großen Gläsern abgefüllt, die sich jede*r mit großen Löffeln in die eigenen Behältnisse löffeln kann. Schokolade und andere Süßigkeiten kann sich so auch jede*r selbst portionieren.

Im Kosmetikbereich gibt es oft Seifen, die meist in einer Papierverpackung sind oder es gibt Seifensäckchen, in welche die Seifen gut reinpassen. Zahnpastatabs u.Ä. kann sich jede*r selbst abfüllen. Auch Waschmittel für die Waschmaschine oder Reinigungsmittel für den Haushalt gibt es oft in großen Kanistern zum Selbstabfüllen. Passend dazu hängen auch Naturschwämme und Bürsten meist nebenan.

Ihr merkt, in Unverpacktläden füllt sich jede*r Kunde*in die Lebensmittel selbst ab – ganz nach dem eigenem Bedarf. Das empfinde ich als sehr praktisch, da jede*r nur die Mengen an Lebensmitteln kaufen muss, die er oder sie wirklich braucht. So können sich die Lebensmittelabfälle gleich mit dem Plastik mit verringern.

Leider haben wir in Greifswald (noch) keinen Unverpacktladen, denn wie die Gründerinnen von Green Goldie aus Rostock richtig sagen: „Wenn man sich die Landkarte der Unverpacktläden anschaut, sieht man dass MV leider ein sehr leerer Fleck ist.“ Das hat die jungen Gründerinnen Janina und Nadja dazu bewegt, einfach selbst einen Unverpacktladen in Rostock zu eröffnen.

Beide versuchen so plastikfrei wie möglich zu leben und wollen das jedem so leicht wie möglich machen. Was es für Hürden dabei gibt, haben sie uns erzählt:

Was muss man bei einem Unverpacktladen besonders beachten?
„Die erste Frage, die wir uns stellten, war: Wo bekommen wir Lebensmittel in Großgebinden (25 kg Papiersack) her? Also haben wir uns Bio-Großhändler gesucht, die Großgebinde und/oder Pfandsysteme anbieten. Ganz ohne Verpackung geht es natürlich auch bei Unverpackt nicht – wir haben zum Glück schon Ideen, wie wir die großen Papiersäcke weiter verwerten können.

Außerdem ist Lebensmittelhygiene ein sehr wichtiges Thema. Wir müssen ein HACCP (Gefahrenanalyse kritischer Kontrollpunkte) erstellen. Dies beinhaltet z.B. die Einhaltung der Temperatur im Kühlschrank, den täglichen Reinigungsplan und den Spuckschutz für alle Lebensmittel im Verkaufsraum.

Vor Eröffnung mussten wir eine Schulung beim Gesundheitsamt/IHK ablegen, das ist in jedem Bundesland etwas anders. Die Bestimmungen sind, wenn man mal drüber nachdenkt, ziemlich logisch. Der Boden muss „wischbar“ sein, sowie die Küchenwände auch, da fällt einem dann aber auch auf, dass in keinem Supermarkt Teppichboden liegt.

Wir müssen viel umsetzen. Die meiste Zeit müssen wir wahrscheinlich putzen, aber schwer ist es nicht, solange wir unsere Reinigungspläne einhalten und sobald sich eine Routine entwickelt hat.

Für die Unterstützung und Planung, die bei jeder Gründung wichtig ist, haben wir einen Existenzgründerkurs und den Unverpacktworkshop bei Unverpackt Kiel mitgemacht.“

Das persönliche Ziel
„Was uns persönlich sehr wichtig ist, ist es einen Ort zu schaffen an dem sich alle austauschen können. Es soll eine Gemeinschaft geben, wo sich alle gut aufgehoben und verstanden fühlen. Oft setzen sich viele sehr unter Druck, wenn es um Müllvermeidung geht. Sie haben dieses Bild im Kopf, dass sie nur ein Glas voller Müll im Jahr produzieren dürfen. Da können wir nur sagen: macht Euch keinen Stress, wir haben auch klein angefangen, jeder Schritt wie klein er auch scheinen mag, ist eine Verbesserung.

Genau um diese Gemeinschaft zu fördern, wollen wir ein kleines Café im Laden haben, wo wir auch unsere Workshops anbieten werden.“

Wie funktioniert das mit den Gläsern?

„Unsere Kundschaft hat verschiedene Optionen:

1. eigenes Glas mitbringen
2. Pfandsystem nutzen
3. die von Kunden für Kunden Behälterkiste nutzen
4. ein Glas bei uns kaufen

Alle Kund*innen können so schauen, was am besten für sie ist. Dabei macht es keinen Unterschied, ob sie ein eigenes Glas haben oder es aus der von Kunden für Kunden Kisten nehmen.

Wenn die Kund*innen ein Glas bei uns kaufen, haben sie den Vorteil, dass zu Hause im Regal alle Gläser gleich aussehen (wer es einheitlich mag). Und wir machen natürlich mehr Umsatz, da muss man sich nichts vormachen. Mit dem Idealismus in unserem Herzen ist es egal, wir möchten nur jeden dazu anregen unverpackt einzukaufen.

Bei den neuen Gläsern sollte die Klimabelastung bedacht werden. Aus Sicht des Umweltschutzes ist es also am besten, benutzte Gläser zu recyclen. Dafür wird es auch die von Kunden für Kunden Kiste geben, in der benutzte, ausgewaschene Gläser, abgegeben werden können.“

Wo, wann, wieviel?
„Am liebsten würden wir in die Kröpeliner-Tor-Vorstadt und haben da bereits eine Fläche in Aussicht. Falls das nicht klappen sollte, können wir uns auch vorstellen in die östliche Altstadt zu gehen.

Es sind schon Öffnungszeiten geplant (Montag bis Mittwoch 10-19, Donnerstag & Freitag 11-20, Samstag 10-15 Uhr), wir würden uns nach der Eröffnung im Herbst an die Kundenfrequenz anpassen.

Preislich werden wir uns bei Bio-Preisen ansiedeln, da wir überwiegend Bio-Produkte anbieten werden.“

Tierisch und Kosmetisch?
„Es wird keine tierischen Produkte geben, weil wir keine Kapazitäten für eine Kühlung haben werden. Außerdem wollen wir der Lebensmittelverschwendung entgegen wirken und tierische Produkte sind immer schnell verderblich. In Rostock ist jeden Tag Markt, wo Käse, Fleisch und Wurst (in eigenem Behälter) gekauft werden können.

Wir werden Naturkosmetik wie Deo, Seife, Zahnkreide und mehr anbieten. Dekorative Kosmetik wie Lippenstift wird es vorerst nicht geben. Ist aber für die Zukunft geplant.“

Wie können wir Euch unterstützen?
„Redet darüber! Erzählt vielen Menschen, dass wir im Herbst eröffnen werden. Im Juli startet unser Crowdfunding, da könnt Ihr natürlich mitmachen und auch wieder fleißig verbreiten. Und sobald wir anfangen zu renovieren, können wir immer helfende Hände gebrauchen oder super liebe Menschen, die ein paar vegane Snacks vorbeibringen.“

Unverpackt einkaufen, wird also zumindest in Rostock bald nicht mehr so schwer sein. Besucht die Webseite und haltet Euch auf dem Laufenden.
Nächste Woche geht es um nachhaltige Klamotten.

Beitragsbilder: Anne Frieda Müller
Banner: Jonathan Dehn

Zwischen Ghettoromantik und Konsumwahn

Zwischen Ghettoromantik und Konsumwahn

Was passiert mit einem Musikgenre, wenn es in den Blick des Mainstreams fällt? Wenn der Hauptantrieb der Musiker nicht mehr die Leidenschaft oder der künstlerische Anspruch sein muss, sondern plötzlich große Mengen an Geld fließen? Und wie kommt es, dass gerade Rap bei jungen Menschen so ankommt?

Deutscher Rap hat sich in den letzten Jahren von einer in sich geschlossenen Jugendkultur zum erfolgreichsten Genre im deutschen Musikbusiness entwickelt. Der Künstler Capital Bra hat mittlerweile mit zwölf Nummer-eins-Singles in Deutschland die Beatles überholt. Auch wenn diese Zahlen in Zeiten des Streamings nicht wirklich mit der damaligen Zeit und realen physischen Verkäufen vergleichbar sind, legen sie trotzdem eines dar: Deutscher Rap ist aus dem Mainstream nicht mehr wegzudenken. Doch wie kam es zu diesem Aufstieg und wie hat sich im Zuge dessen die Musik verändert?

Rap war in seinem Ursprung in den USA für junge Afroamerikaner die Möglichkeit, ihre Stimme gegen Diskriminierung und Unterdrückung zu erheben und durch die Musik ein Gefühl der Zusammengehörigkeit entstehen zu lassen – oder dieses Gefühl vielleicht auch nur in Worte zu fassen und in eine Richtung zu lenken. Die prägenden Akteure waren dabei Personen, die etwas erlebt und etwas zu sagen hatten. Roh und ungeschliffen von der Logik des Musikmarktes.

Natürlich schalteten sich bald große Labels ein, welche das Potenzial in der sich entwickelnden Jugendkultur sahen, und trotzdem blieb Hip-Hop die Bühne für authentische Künstler und ungeschönte Realität. Auch in Deutschland erkannte der Mainstream bald das Potenzial der aus den Staaten überschwappenden Jugendkultur.

Und doch waren Gruppen wie „Die Fantastischen Vier“ oder „Fettes Brot“, die in den 90er Jahren in Deutschland Erfolg hatten, weit von der eigentlichen Kultur entfernt und waren wohl eher die deutsche, Jugendzentrum-taugliche Übersetzung und Umformung. Authentischen und ungeschliffenen Rap von der Straße gab es dabei parallel durchaus auch in Deutschland, nur wurden dem lange Zeit keine Beachtung und somit auch keine nötigen Ressourcen geschenkt. Dies hat sich in den letzten Jahren verändert. Mittlerweile sind auch die Künstler und Künstlerinnen, die harten Straßenrap repräsentieren, von den großen Labels aufgegriffen worden.

Dies birgt jedoch die Gefahr in sich, dass das Authentische und Ungeschönte der Kunst verloren geht. Denn wenn sichtbar wird, dass nach einem bestimmten Muster, nach einer bestimmten Formel, eine Menge Geld gemacht werden kann, werden immer mehr Musiker versuchen, eben nach dieser Formel das Geld auch zu verdienen. Und auch wenn es grundsätzlich viele eigenständige Künstler und Künstlerinnen mit einem eigenen Kopf gibt, ist der Trend deutlich zu erkennen, dass sich deutsche Rapper daran orientieren, was im Hinblick auf den Musikmarkt funktioniert und was massentauglich ist.

Was funktioniert sind vor allem einfache Melodien und Texte über Dominanz, Geld und Statussymbole. Also Dinge, an denen in unserer Gesellschaft Erfolg festgemacht wird. Es geht oft um den Weg von ganz unten nach ganz oben, um den Traum, den so gut wie jeder in unserer kapitalistischen Gesellschaft verfolgt. Nun möchten wahrscheinlich viele Eltern ihre Kinder vor übermäßig gewaltverherrlichenden oder sexistischen Texten bewahren, doch Kunst und insbesondere Rap war und ist ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Wer sein Kind vor Dingen wie männlicher Dominanz oder Kriminalität bewahren möchte, sollte sich wahrscheinlich eher einmal überlegen, welche Partei er oder sie bei der nächsten Wahl wählen sollte. Und vielleicht wendet man wirklich einmal Zeit für seine Kinder auf und ist selbst Vorbild, als jahrelang acht Stunden am Tag zu arbeiten, um sich letzten Endes das Auto zu kaufen mit dem man gut vor seinen Nachbarn dasteht. Materialismus, männliche Dominanz, Oberflächlichkeit: All das sind reale Probleme unserer Gesellschaft. All das ist ungeschönte Realität.

Rap verkörpert den Traum vieler junger Menschen: Geld, Anerkennung, Selbstbewusstsein, Erfolg. Und doch bleibt er das Sprachrohr für diejenigen, die eigentlich nur von diesen Dingen träumen können. Alles auf eine Karte setzen, Geld mit Musik machen. 

Beitragsbild: Alex Alexander bei Pexels.

Eine Bienenwiese für die Uni

Eine Bienenwiese für die Uni

Im Rahmen der Nachhaltigkeitswoche und in Zusammenarbeit mit der AG Ökologie wurden am Dienstag, den 13. Mai, zwei Wiesen am Beitz-Campus bepflanzt.
Ein Beitrag von Anna Torzewski und Annica Brommann

Mit rund 30 engagierten Helfer*innen traf das Projekt auf große Zustimmung. Zunächst war ein bisschen Schwerstarbeit angesagt, denn der ziemlich trockene und teils steinige Boden musste mit Hacken aufgelockert werden, damit die Samen einen besseren Bodenschluss bekommen. Danach wurde das Saatgut mit Sand vermischt, ausgesät und am Mittwoch maschinell gewalzt. Die Samen stammen ausschließlich aus dem nordostdeutschen Raum, von einer Firma, die auf Bienenwiesen spezialisiert ist. Unter der Mischung befinden sich mehr als 50 Wildkräuter und Kulturarten, wie zum Beispiel Oregano, Nachtkerze, Salbei, Lichtnelke, Ringelblume, Beifuß und Sonnenblume. Wenn alles gut läuft, kann man in ein paar Wochen die ersten Sprösslinge sehen und sich dann im Sommer an einem bunten Blütenmeer erfreuen.

Doch nicht nur ästhetische Gründe sprechen für die Anpflanzung solch einer Wiese. Bienen, Käfer, Schmetterlinge und andere Insekten sind auf solche Grünflächen angewiesen, vor allem, da immer mehr Fläche bebaut wird. Bienen bestäuben unsere Nutzpflanzen und sind wie andere Insekten Teil der Nahrungskette. Das Aussterben der Insekten hat dann zur Folge, dass sich die Bestände, zum Beispiel der heimischen Vögel, dezimieren. 

Neben einem schönen Ort zum Entspannen bieten Bienenwiesen sogar einen praktischen Nutzen: Die Flächen sind jetzt sozusagen ein Selbstläufer und müssen nicht mehr gedüngt werden und nur noch ein Mal pro Jahr gemäht werden, was deutlich kosteneffizienter ist als vorher.

Auch wir Studierende können zu Hause im Garten oder auf unseren Balkonen etwas für die Insekten tun. Nach eigener Vorliebe und Interesse können verschiedene Pflanzen wie Salbei, Sonnenblumen oder einfach eine Samenmischung gepflanzt werden, die bestenfalls über einen längeren Zeitraum bestehen.

Zukünftig werden vielleicht weitere Projekte wie das der Bienenwiese kommen, je nachdem wie sich die Wiesen entwickeln und bei der Studierendenschaft ankommen. Für mögliche Projekte kam unter anderem zum Gespräch, dass universitäre Bienenvölker ein sehr moderner und umweltbewusster Vorschlag wären, welcher sich an der Idee der städtischen Bienenvölker orientiert. 

Bilder: Magnus Schult

Mitten im Brexit-Chaos kommt die EU-Wahl

Mitten im Brexit-Chaos kommt die EU-Wahl

EU-Wahlen in einem Land, das die EU schon längst verlassen wollte. Heute sind die Wahlen zum Europäischen Parlament u.a. in Großbritannien. Ein geteiltes Land. Der Chef der Brexit-Partei bekommt einen Milkshake ab, das Parlament soll über ein zweites Referendum entscheiden und jeden Tag sind Demonstrationen vor dem Britischen Parlament in London.

Diese Demonstrationen habe ich mir mal genauer angeschaut. Es sind keine Riesenaufmärsche mehr wie vor zwei Monaten. Es sind kleine Demonstrationen mit 10-15 Personen pro Seite, wenn überhaupt. Meistens am Nachmittag, so bis 16-17 Uhr. Es stehen sich die Pro-Brexit-, auch Brexiteer und die Anti-Brexit-Vertreter*innen, auch Remainers genannt, gegenüber oder neben einander. Sie unterscheiden sich sehr offensichtlich: die einen mit EU-Flaggen, die anderen mit „Vote Brexit-Party“-Schildern. Die Demonstrierenden sind ein beliebtes Fotomotiv bei den zahlreichen Touris, die am Parlament vorbeiströmen. Und das genießen beide Seiten. Sie lassen sich gerne fotografieren und posieren mit ihren Schildern.

Beide sind vor dem Parlament, um der britischen Regierung zu sagen, dass sie die Politik furchtbar finden. Die einen wollen den Brexit endlich durchhaben, die anderen wollen diesen noch aufhalten. Gerne motzen sie sich dabei auch mal gegenseitig an.

Aber wie stehen die Pro- und Anti-Brexit Seite zur EU-Wahl?

Ich habe jeweils eine Vertreterin der zwei Seiten gefragt. Diese „Umfrage“ ist nicht repräsentativ. Die Antworten geben aber zumindest einen kleinen Einblick in die verschiedenen Meinungen zur EU-Wahl. Und schließlich stehen sie vor dem Parlament, um gehört zu werden, also warum nicht mal fragen?

Wählen gehen

Am wichtigsten: beide werden heute wählen gehen. Beide glauben an die Demokratie. Beide wollen mehr Demokratie, die in ihrem eigenen Land nicht existiere. Die Vertreterin der Remainer sagt klar, dass sie die Green Party wählen wird, die sich u.a. für ein zweites Referendum und ein Bleiben in der EU stark machen wollen. Sie verstehe nicht, warum das Parlament überhaupt für etwas kämpfe, das sie nicht wollen. Vor allem müssen sie nicht, da das Referendum nicht zwingend gewesen sei. Sie hofft darauf, dass mehr junge Leute zur EU-Wahl gehen als zum Referendum. Diese Hoffnung hat sie noch, andererseits stünde sie nicht hier, sagt sie.

Die Vertreterin der Brexiteer sagt ehrlich, dass es eine missliche Lage ist, an der EU-Wahl teilzunehmen. Laut ihr ist Großbritannien schon seit dem 29. März aus der EU ausgetreten. Sie wird trotzdem wählen, die Brexit-Party und diese werde auch gewinnen. Sie kritisiert die Premierministerin Theresa May klar. Diese trete nicht für den Willen der Bevölkerung, die Demokratie, ein, denn sie sei ein Remainer. Die Brexit-Bewegung solle sich voran bewegen und wählen gehen.

Choose Your Future Or Somebody Else Will

Diese beiden Seiten rufen also klar zur Wahl auf. Genau so wird auch Werbung an Londoner Bushaltestellen und in den Underground-Stationen gemacht. Mit dem Zitat: „Choose your future or somebody else will“ wird die Bevölkerung zur Wahl zum Europaparlament aufgerufen. Sehr dezent, aber trotzdem treffend.

Andere Stimmen kommen von der sogenannten Left Leave-Bewegung, die zum Boykott der EU-Wahl aufrufen. Denn jede Stimme bei der EU-Wahl sei eine Stimme für die EU. Und das sei nach dem Referendum demokratisch nicht mehr vertretbar. Eine Gruppe ist die Young Communist League, die grob gesagt, die EU für Arbeiter feindlich und Firmen bevorzugend sieht. Dazu konnte ich aber leider niemanden befragen.

EU-Wahl als Chance

Die EU-Wahl wird von den beiden Befragten also irgendwie doch als Chance gesehen. Sie wollen wählen, um ihrer Haltung gegenüber der EU Ausdruck zu verleihen. Ich bleibe auf jeden Fall gespannt, wie die Wahlbeteiligung in Großbritannien ausfallen wird. Es bleibt spannend, ob mehr junge Menschen an den Wahlen teilnehmen als am Referendum. Und wird die Brexit-Partei gewinnen, wie es Prognosen schon voraussagen? Das erfahren wir leider erst frühestens Sonntagabend, wenn die Auszählungen der kompletten EU-Wahl anfangen.

Nichtsdestotrotz will ich an dieser Stelle die Londoner U-Bahn zitieren: Wählt Eure Zukunft selbst, sonst tut es jemand anders!

Beitragsbilder: Leo Wegener

Hurra, das Hoffest ist zurück!

Hurra, das Hoffest ist zurück!

2014 war das letzte Jahr, in dem wir ein Hoffest hatten. Nach 5 Jahren kehrt es endlich zurück und wird uns im Innenhof der Rubenowstraße 3 mit zwei Bühnen und mehreren Ständen den Tag versüßen.

Alte Hasen werden sich noch zurückerinnern an die Zeit, als das Hoffest noch regelmäßig einmal jährlich stattfand. Bei guter Musik auf der Haupttribüne von der guten Stimmung anstecken lassen oder sich einfach entspannt von den sanften elektronischen Klänge berieseln lassen. Das ein oder andere Bierchen natürlich nicht zu vergessen.

An diesem Wochenende, dem 25.05. ab 17 Uhr, beginnt das Fest, offizieller Einlass ist schon um 16 Uhr. Kommen kann jeder, der Lust hat, es wird für alle den gleichen Preis von schmalen 5 Talern an der Abendkasse geben.

Kevin Krüger und Samuel Thermann, die in der AG Hoffest sind, haben bereits vorab ein kleines Interview mit moritz.tv geführt. Dort erfahrt ihr noch etwas mehr darüber, was euch erwarten wird.

Für alle Feierwütigen öffnet die Mensa im Anschluss ihre Pforten und lädt dazu ein das Tanzbein zu schwingen

Beitragsbild: AG Hoffest

Wir feiern Europa und Ihr könnt mitfeiern!

Wir feiern Europa und Ihr könnt mitfeiern!

Nicht nur wählen, Europa soll gefeiert werden.
In genau einer Woche finden nicht nur die Kommunalwahlen in Greifswald statt, nein in ganz Europa wird gewählt! Die Wahlen zum Europaparlament stehen an.

Dafür hat der AStA und JEF die sogenannte Europawoche ins Leben gerufen. Eine Woche lang soll mal spielerisch und mal ernster erklärt werden, warum Europa wichtig ist, was diese EU eigentlich ist und was sie für uns macht.

Hier zum Programm:

Heute, So. 19.05.19: Heute wird „Europa machen“ kundgegeben. Von 15 bis 19 Uhr stellen sich verschiedene Initiativen am Mühlentorplatz (Am Schießwall 1-4) vor. Hier könnt Ihr Reden über Europa und Musik lauschen. In einer entspannten Atmosphäre wird erklärt, wie Eure Stimmen die Zukunft der EU (mit)gestalten können.

Dienstag, 21.05.19: Am gleichen Ort (Am Schießwall 1-4) kommt am Dienstag der Demokratiebus von 13 bis 18 Uhr vorbei. Nachdem jetzt klar sein sollte, dass Ihr wählen geht, könnt ihr hier mit dem Europa-Wahl-O-Mat und einzelnen Informationen zu den Parteien herausfinden, WEN Ihr wählen könnt.

In Anschluss daran hält Frank Burgdörfer einen Vortrag über die Zukunft der EU, u.a. in Anbetracht des Brexits. Dieser wird 18 bis 20 Uhr im Hörsaal 1 am Lohmeyerplatz 6 sein.

Mittwoch, 22.05.19: Ab 20:30 Uhr werden in der Kiste (Makarenkostr. 49) europäische Filme gezeigt. Lasst Euch überraschen, was die EU kulturell so zu bieten hat!

Donnerstag, 23.05.19: Im Mensaclub könnt Ihr ab 23 Uhr unter dem Motto „Ich bin blau und sehe Sterne“ die EU Studi-Style mit Bier und Party feiern.

Freitag, 24.05.19: Eine Podiumsdiskussion zur Europawahl darf auch nicht fehlen. Zwischen 19:30 und etwa 22 Uhr diskutieren im Hörsaal 1 am Lohmeyerplatz 6 Vertreter*innen der FDP, Grünen, Linke und SPD über Europa.

Samstag, 25.05.19: Das Theaterstück „Weißer Raum“ wird aufgeführt (15-19 Uhr im Theater Vorpommern). Im Anschluss daran folgt eine Diskussion zum Thema Datenschutz.

Sonntag, 26.05.19: Nachdem Ihr von 8-18 Uhr wählen wart, könnt Ihr live aus dem Funkhaus radio98eins Interviews, Hochrechnungen und vieles mehr zu den Europawahlen ab 19 Uhr hören. Schaltet doch mal ein!

Auch wir versuchen, so oft wie möglich bei den Veranstaltungen vor Ort zu sein und davon zu berichten. Haltet heute schonmal Ausschau nach uns und sagt uns, welche Veranstaltung Euch am meisten interessiert.

Beitragsbild: Photo by Christian Wiediger on Unsplash