Es lebe der Neue Friedhof!

Es lebe der Neue Friedhof!

Friedhöfe verbindet man vor allem mit einer Sache – mit dem Tod. Doch wenn man einmal genauer hinsieht, bemerkt man, wie viel Leben in so einem Ort steckt. Genau das habe ich bei einer Führung auf dem Neuen Friedhof getan.

Wobei von neu heute eigentlich auch nicht mehr die Rede sein kann. Der Friedhof in der Fettenvorstadt wurde 1864 eröffnet, da auf dem Alten Friedhof nicht mehr genug Platz war. Und Platz brauchte man damals – so viel, dass der Friedhof mehrmals erweitert werden musste, bis die heutige Größe von 23,1 Hektar erreicht war. Die Vorhaben, noch die in Richtung Wackerow angrenzenden Ryckwiesen zu integrieren, wurden dann nicht mehr umgesetzt. Zum Glück, meint Jens Niebuhr, der für den Friedhof zuständige Gärtnermeister. Er hat so schon genug zu tun. Und Platz ist heute ohnehin im Überfluss vorhanden. Nicht, dass weniger Menschen sterben würden, es ist nur so, dass sich die Vorlieben geändert haben: Statt einzelnen Gräbern werden oft Urnenplätze in Gemeinschaftsanlagen gewählt, die sind einfacher zu pflegen. Für den Friedhof ein echtes Problem: Hier steht das einzige Krematorium Vorpommerns. Kein Wunder also, dass dort gerade zur Weihnachtszeit Hochbetrieb herrscht, wenn besonders viele alte Menschen sterben.

Viele Bäume und Sträucher sind inzwischen mit Hinweistafeln gekennzeichnet.

Nun sollte in diesem Text ja eigentlich mehr vom Leben als vom Tod die Rede sein. Auch davon ist hier reichlich vorhanden, wie in fast jedem Park – denn das ist ein Friedhof ja im Grunde genommen. Dieser ist sogar ein ganz besonderer: Das Gelände ist wie die Gebäude denkmalgeschützt. Das bedeutet für Niebuhr, dass er sich in vielem daran orientieren muss, wie der Friedhof früher einmal aussah. Hier war eine Säuleneichenallee? Dann muss da wieder eine hin! Diese Buchsbäume standen schon auf den alten Fotos vorm Krematorium? Dann müssen sie auch dort bleiben! Einen gewissen Gestaltungsspielraum hat er aber doch, und so kommt es, dass es eine erstaunliche Vielfalt an Bäumen und Sträuchern zu entdecken gibt. Pflanzen wie Urweltmammutbaum und Strauchkastanie, teils eine Art Reisemitbringsel, teils vom Arboretum gestiftet. Ähnlich wie dort sind viele davon mit Namenstafeln versehen – ein Projekt Niebuhrs, daraus soll einmal ein Lehrpfad werden. Es sei ihm wichtig, den Menschen ein Auge für die Natur des Friedhofs zu öffnen, meint er. Daher wird auch im Schaukasten monatlich ein Baum vorgestellt, daneben sind Vogelzeichnungen einer Mitarbeiterin zu sehen.

Und tatsächlich, wenn man einmal darauf achtet, dann hört man Vögel zwitschern, sieht man Libellen fliegen und Pilze wachsen. Warum sich nicht mit ihnen auf einem Friedhof beschäftigen? Das Angebot ist schließlich da. Bis zu einem gewissen Punkt zumindest. Denn längst nicht alle besonderen Bäume haben ein Schild bekommen. Aus gutem Grund: Es soll bloß niemand auf die Idee kommen, es könne sich hier um etwas Besonderes handeln. Dann kann es nämlich passieren, dass die Pflanzen ganz schnell verschwunden sind. Einen Strauch musste Niebuhr drei Mal pflanzen – beim dritten Mal bekam er eine Bodenverankerung. Den kann so leicht keine*r mehr ausgraben. Irgendwie bestürzend zu hören, dass solche Maßnahmen nötig sind. Die Fichten im hinteren Teil des Friedhofs werden teilweise absichtlich asymmetrisch geschnitten – nicht etwa von Friedhofsschänder*innen, sondern vom Gartenteam. Ansonsten bestünde die Gefahr, dass Menschen sie als Christbäume mitnehmen.

Wenn Niebuhr solche Geschichten erzählt, wirkt er verärgert bis resigniert. Man macht schon einiges mit, wenn man sich um so einen Friedhof kümmert. Viele Geschichten sind aber auch einfach nur unterhaltsam. Einmal hat er in einem Behälter für verrottbare Abfälle einen Schuhkarton gefunden. Darin: Ein toter Hamster. Niebuhr lacht. „Wenigstens wurde hier richtig getrennt“.

Zwei Dinge haben all diese Erzählungen gemeinsam: Es sind Geschichten für die Lebenden. Und sie sorgen dafür, dass es hier garantiert nicht langweilig wird.

Beitragsbilder: Nora Stoll

Pace statt Party – Alley Cat Rennen an Halloween

Pace statt Party – Alley Cat Rennen an Halloween

Am Sonntag findet wieder einmal ein Alley Cat Rennen statt. Ein Alley was? Alley Cat Rennen. Mehrmals im Jahr lädt das Aktivist*innen-Kollektiv Cycle Jerks aus Greifswald zu solch einem Rennen ein.

Bei einem Alley Cat Rennen (Alley Cat = streunende Katze) geht es um eine Art Schnitzeljagd auf Fahrrädern. Dabei ist es vollkommen egal, ob man mit seinem schnellen Rennrad kompetitiv an diesem Spiel teilnimmt oder eben mit dem klapprigen Stadtfahrrad aus „Spaß an der Freude“. Zu Beginn erhalten die Teilnehmenden ein sogenanntes „Manifest“, in welchem die Regeln festgeschrieben sind. Anschließend beginnt der Spaß.

An diesem Sonntag, den 31. Oktober, wird es eine Sonderregel geben: Kostüm zu tragen ist zwar keine Pflicht, jedoch kündigten die Cycle Jerks bereits Punktabzug an, wenn man keines trägt. Start des Alley Cat Rennen ist um 17 Uhr und das Ende gegen 20 Uhr angepeilt. Logischerweise gibt es anschließend auch eine Sieger*innenehrung. Teilnehmen kann man allein oder in einer Gruppe mit bis zu 5 Personen. Es wird um vorherige Anmeldung gebeten, damit mit einer ungefähren Teilnehmendenanzahl gerechnet werden kann. Anmeldung geht über Instagram (@cycle_jerks) oder per Mail (cycle_jerks@posteo.de).

Die letzten Infos zum Treffpunkt und ähnlichem wird das Kollektiv heute im Laufe des Tages über ihren Instagram-Kanal teilen.

Wer also Lust auf Radfahren und eine etwas andere Challenge an Halloween hat: Mal dir ’nen Kürbis ins Gesicht, pump nochmal die Fahrradreifen auf und los geht es!

Das Wichtigste auf einen Blick:
Was? Alley Cat Rennen von den Cycle Jerks
Wann? Sonntag, 31.10.2021, 17 bis 20 Uhr
Wo? Infos zum Treffpunkt gibt es auf dem Instagramkanal @cycle_jerks

Beitragsbild: Laura Schirrmeister

web.woche 25. bis 31. Oktober

web.woche 25. bis 31. Oktober

Was geht eigentlich ab in Greifswald? In der web.woche geben wir euch eine Übersicht über die kommenden Veranstaltungen in und um unsere Studierendenstadt. Hier findet ihr Termine, Neuigkeiten und Altigkeiten, von Politik und Region, über Universität und Wissenschaft bis hin zu Kultur und Sport. Im Kalender findet ihr eine Übersicht über alle anstehenden Veranstaltungen. In der Übersicht danach haben wir nicht nur die Veranstaltungen in einzelne Ressorts zusammengefasst, sondern auch weitere Neuigkeiten (und Altigkeiten) zusammengetragen.

von Annica Brommann, Maret Becker und Nina Jungierek

 

 

Veranstaltungen

  • Was? Vortrag von Dirk Alvermann „Sibylla Schwarz und das akademische Bild vom gelehrten Frauenzimmer im 17. und 18. Jahrhundert“
  • Wann? Mittwoch, 27.10.2021, 18 Uhr
  • Wo? Pommersches Landesmuseum
  • Eintritt? 3,50 Euro

 

Neuigkeiten

  • Vom 28.10. bis 01.11.2021 finden die Tschechischen Kulturtage in Greifswald statt. Mit Lesungen und Filmen sowie Gesprächen mit tschechischen Gästen möchte das Institut für Slawistik der Universität Greifswald unser Nachbarland präsentieren. Das vollständige Programm findet ihr hier.

Altigkeiten

  • Die Ausstellung unter dem Titel „Todesopfer rechter Gewalt seit 1990“ wird noch bis zum 26.11.2021 in der Kleinen Rathausgalerie und der STRAZE zu sehen sein.
  • Jeden Dienstag und Donnerstag findet in der Kabutze von 14 bis 18 Uhr das „Nähen für Alle!“ statt.
  • Die Ausstellung „CAPRICCIO“ des Kunstvereins ART 7 könnt ihr im St. Spiritus immer Montag bis Freitag von 12 bis 17 Uhr anschauen gehen. Der Eintritt ist frei.
  • Im Pommernhus werden zurzeit „VARIATIONEN“ von Helmut Maletzke ausgestellt.
  • Im Dom St. Nikolai trefft ihr zurzeit die Ausstellung des Offenen Ateliers für Menschen mit und ohne Demenz „Broken crayons still color – Die Kunst des Erinnerns“ an.
  • Im BioTechnikum könnt ihr (Montag bis Donnerstag von 8 bis 15:30 Uhr und Freitag von 8 bis 15 Uhr) außerdem die Fotoausstellung „Begegnungen – Menschen in der Welt“ von Oskar Gladis, Thomas Meyer und Lothar Wölfel besuchen.
  • Noch bis Mitte November sind die Ergebnisse einer Kooperation des Greifswalder Dalman-Instituts mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin im Rahmen des bundesweiten Themenjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ – als „Ausstellung to go“ in der Stadtbibliothek Greifswald zu sehen.
  • In Wieck findet derzeit eine Open-Air-Ausstellung unter dem Titel „Die letzten ihrer Zunft“ statt, in der Fotografien von Franz Bischof und Jan Kuchenberger die letzten im Hauptberuf tätigen Fischer*innen der deutschen Ostseeküste zeigen.

 

Veranstaltungen

Neuigkeiten

  • Greifswald ist Spitzenreiter in MV, was die Digitalisierung angeht in einer bundesweiten Studie. Bundesweit erreicht die Stadt Platz 87 von insgesamt 403 Städten. Greifswald erzielte außerdem einen Digitalisierungsgrad von 25 Prozent.
  • Der Tierpark in Greifswald bleibt bis auf weiteres geschlossen. Dort wurde vor kurzem die Vogelpest entdeckt. 
  • Achtung! In MV kann bei Veranstaltungen, in der Gastronomie und im Einzelhandel die 2G-Regel gelten. Es gibt dann für Besucher*innen weniger Einschränkungen. Maskenpflicht und Kontaktverfolgung fallen weg. Es dürfen mehr Personen in das Restaurant/Konzert. Die 2G-Regel einzuführen, steht den Veranstalter*innen offen.
  • Die 7-Tage-Inzidenz Hospitalisierung liegt im Kreis Vorpommern-Greifswald zurzeit bei 0,4 (Stand:22.10.2021). Damit steht der Landkreis auf Stufe 2 – gelb. Der Wert richtet sich nach einer neuen Corona-Ampel, die in MV gilt. Dabei ist die Hospitalisierung entscheidend, im zweiten Schritt wird auf die Infektionszahlen geschaut und danach auf die ITS-Auslastung.

Altigkeiten

  • In der Innenstadt könnt ihr die Ausstellung ,,Wenn aus Fremden Freunde werden“ besichtigen.
  • Man kann jetzt die Digitalisierung im Alltag in unserem Landkreis mitgestalten. Du kannst deine eignen Ideen teilen oder für andere Ideen abstimmen. Hier kommt ihr zur Website.
  • Es können jetzt Elektroroller ausgeliehen werden. Es werden 100 E-Scooter von dem Anbieter MIR Solutions GmbH bereitstehen.

Veranstaltungen

  • Was? Sitzung des Medienausschuss
  • Wann? Montag, 25.10.2021, 16 Uhr
  • Wo? Ernst-Lohmeyer-Platz 3, Seminarraum 3.28.
  • Was wird besprochen? Unter anderem die Berichte der Chefredaktionen und das Feedback zu den einzelnen Redaktionen.
  • Was? Sitzung der AG Ökologie
  • Wann? Dienstag, 26.10.2021, 18:30 Uhr
  • Wo? Soldmannstraße 23, Seminarraum 228.
  • Was wird besprochen? Unter anderem das Rektoratsforum „Nachhaltige Universität Greifwald“ und der T-Shirt Druck.
  • Was? 10. ordentliche StuPa-Sitzung
  • Wann? Dienstag, 26.10.2021, 20:15 Uhr
  • Wo? Ernst-Lohmeyer-Platz 6, Hörsaal 3/4
  • Was wird besprochen? Unter anderem die Onlinewahlen und die erste Lesung zum Satzungsänderungsantrag der Wahlordnung.
  • Was? Sitzung AG eSports
  • Wann? Mittwoch, 27.10.2021, 18 Uhr
  • Wo? BBB im Moodle-Kurs
  • Was wird besprochen? Unter anderem die ModeratorInnen-Rechte und das Sticker-Design.

Neuigkeiten

Altigkeiten

  • Unimedizin, Termine können über 03834/86-5478 vereinbart werden.
  • Auf den letzten StuPa-Sitzungen konnten sich noch keine Interessierten für folgende AStA-Referate finden: Das Referat für Soziale Aspekte und Gleichstellung, das Referat für politische Bildung und Antifaschismus und das Referat für Fachschaftsfinanzen sind noch zu besetzen. Die Referatsbeschreibungen findet ihr im Studierendenportal oder in diesem webmoritz.-Artikel.
  • In der Septembersitzung beschloss der Senat unserer Uni die Klimaschutzstrategie. Plan ist nun, dass die Uni Greifswald bis 2030 klimaneutral wird. Auch der webmoritz. berichtete schon zu diesem Thema, den Artikel findet ihr hier.
  • politische Bildung und Antifaschismus
  • Am 1. September ist das BAföG 50 Jahre alt geworden. Anlässlich dessen haben sich verschiedene Jugendverbände zusammengeschlossen, um eine Reformierung des Gesetzes zu fordern. Zu weiteren Infos und einer zugehörigen Petition kommt ihr hier.

Veranstaltungen

Altigkeiten

  • Der Jugendbereich der Stadtbibliothek Greifswald wird derzeit umgestaltet. Dabei wird nicht nur die Beleuchtung erneuert, sondern es werden auch viele Grünpflanzen in die Gestaltung mit einbezogen. Außerdem hat die Stadtbibliothek die Auswahl an Büchern für Jugendliche zu den Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz erweitert.
  • Jeden Donnerstag findet in der STRAZE von 16 bis 18 Uhr der Druck- und Zucktreff für alle Jugendlichen ab 14 Jahren statt.
  • Die Uni bietet fortan einen Babysitter*innenpool an. Die neuen familienfreundlichen Angebote der Uni könnt ihr hier nachlesen.
  • Über den Hochschulsport können Universitätsangehörige mit Kindern den Sportraum der Fallada-Str. 1 kostenlos nutzen. Auf der Website des Hochschulsports könnt ihr den Raum in einer für euch passenden Zeit buchen.
  • Der Greifswalder Jugendstadtplanwelcher von und für Jugendliche konzipiert wurde, bietet einen Überblick über die verschiedenen Angebote und Einrichtungen der Region.

Wir haben ein wichtiges Event in dieser Woche vergessen? Ihr habt noch einen heißen Tipp für die nächste Woche? Schreibt uns einen Kommentar oder eine Nachricht, wenn ihr etwas zur web.woche beisteuern wollt!

 

Beitragsbild: Julia Schlichtkrull

Heimathafen Review – Ein Jahr danach

Heimathafen Review – Ein Jahr danach

Seit über einem Jahr lebe ich nun schon in Greifswald. Ich bin keine frisch Zugezogene mehr. Die Großstadt, die ich für Greifswald verlassen habe, kommt mir sehr weit entfernt vor. Heute weiß ich, dass in Greifswald alles kleiner, ruhiger und nahbarer ist. Die Stadt ist eine kleine Idylle. Aber gefällt mir diese Idylle, wo alles so perfekt zu sein scheint?

Vor genau einem Jahr schrieb ich den Artikel „Eine kleine Review zu meinem neuen Heimathafen Greifswald“. Das scheint so lange her, aber auch gerade erst wie gestern. Nun schreibe ich auch schon seit einem Jahr für den webmoritz.. Wie erging es mir in diesem einen Jahr? Konnte sich Greifswald als mein neuer Heimathafen bewähren? Blieben meine Freundschaften erhalten? Und wie lief das digitale Semester für mich? Was bedeutet mir heute die Stadt, die mir vor einem Jahr noch fremd war?

Die Erstiwoche der anderen

Sehnsüchtig beobachte ich das Treiben am Hafen und auf dem Markt. Dort sind so viele (vor allem junge) Menschen. Menschen, die jetzt ihr Studium beginnen werden. Menschen, die eine ,,richtige“ Erstiwoche erleben dürfen. Ganz ehrlich, ich bin schon etwas (sehr) neidisch. Sie scheinen alle so aufgeregt und glücklich zu sein, dass sie ein neues Kapitel ihres Lebens aufschlagen können. Okay, vielleicht liegt das auch an dem bereits getrunkenen Alkohol, dass alle so glücklich wirken. Der Schein trügt oft.

Aber warum bin ich eigentlich so neidisch auf die Neuankömmlinge?! Vor einem Jahr schrieb ich in meinem Artikel:

,,Sie wurde ganz verantwortungsvoll an die Corona-Maßnahmen angepasst: Alkoholverbot, Masken tragen bei den Veranstaltungen, sich für diese vorher anmelden oder sie online wahrnehmen.“

Das hat die Stimmung damals etwas gedämpft. Aber der eigentliche Grund, warum ich neidisch bin, ist, dass alle so viele Kontakte knüpfen können. Klar, das konnte ich auch. Aber halt in einer abgeschwächten Form. Die Erstis scheinen alle so freudig erregt und das beneide ich.

Dort studieren, wo andere Urlaub machen

Diesen Spruch lese ich so oft. Sowohl in der Stadt, als auch in der Uni. Und jedes Mal stolpere ich darüber. Denn ich verstehe nicht, warum Leute hier Urlaub machen wollen?! Die Innenstadt ist wunderschön, das Fischerdorf Wieck und die Klosterruine Eldena auch. Einen Tages- oder Wochenendtrip würde ich auch vorschlagen, aber war es das nicht im Grunde schon?! Vor einem Jahr schrieb ich:

Die Universität formt die Stadt. Die Stadt formt wiederum das Leben der Studierenden. Ein ewiger Kreislauf, den niemand durchbrechen kann. (…) Die Gebäude der Universität und die Stadt bilden eine wunderschöne Symbiose.

Dem würde ich auch heute noch zustimmen. Aber genau das stört mich manchmal. Es ist meistens sehr voll in der Innenstadt. Ältere Menschen, die die Cafés besetzen, Studierende, die von dem einen zum nächsten Seminar hetzen, Kinder, die von der Schule kommen und Tourist*innen, die große Gruppen bilden. Na ja, ich lebe dort, wo andere Urlaub machen.

Mein erstes Winter- und Sommersemester: Freizeit, Spaß und Spiel adé

Ich studiere jetzt. Das schon seit einem ganzen Jahr. Vor allem während des ersten Semesters war ich maßlos davon überfordert. Hobbys, die kamen viel zu kurz. Ich stand eine Zeit lang jeden Morgen um 5 Uhr auf, um all meine Aufgaben für die Uni zu schaffen.

Das Wintersemester begann noch ein wenig im Präsenz-Unterricht. Das Sommersemester endete rein digital. Und heute? Heute bin ich davon überfordert, so viele Menschen in einem Raum zu sehen. Am liebsten würde ich wegrennen. Manchmal habe ich ein wenig Angst vor den ganzen Leuten, die wieder Augenkontakt mit mir aufbauen können.

Sowohl mit dem Fahrrad, dem Domcenter als auch dem Küstenkind konnte ich mich noch nicht so recht anfreunden. Trotz meiner fehlenden Liebe zum Rad, bin ich nicht auf der Stelle stehengeblieben. Die erste eigene Wohnung, eine Beziehung, ein Jahr webmoritz. und einen Job mehr sind dazu gekommen.

Alte Freundschaften

,,Ich bin zufrieden und dankbar für diejenigen, die jetzt ein Teil meines Lebens sind, die ich hier durch die Universität gefunden habe oder auch Freund*innen, die ich aus der Heimat mitbringen konnte.“

Dem kann ich nur zustimmen. Um ehrlich zu sein, viele neue Freundschaften sind nach dem ersten Monat auch nicht mehr dazu gekommen. Manche Freundschaften sind enger geworden, andere sind auseinandergedriftet. Und wiederum andere könnten durch die Präsenz-Lehre wieder stärker werden.

Mein Fazit zu einem Jahr Heimathafen

Diese Review ist eindeutig kritischer und weniger positiv geworden als der Artikel von vor einem Jahr. Ich kann Greifswald und das Studium bloß nicht mehr durch die Rosa-Rote-Brille sehen. Heute fallen mir Fehler an der Stadt auf, die ich damals nicht sah. Jedoch finde ich das überhaupt nicht schlimm, denn mein Zuhause ist Greifswald. Manchmal ist mir hier alles zu eng und zu viel. An anderen Tag ist es mir zu weit und zu wenig. Und ab und zu ist einfach alles genau richtig, so wie es ist. Hier habe ich meine Freunde und die Universität. Vielleicht denke ich in ein paar Jahren, dass Greifswald nicht mehr der Ort ist, an dem ich mich angekommen fühle. Aber dann ziehe ich weiter. Und das fände ich okay. Denn heute bin ich hier, hier in Greifswald. Und diese kleine Idylle mag ich sehr gerne.

PS: Falls ihr den Artikel schon kritisch fandet, hört mich mal über meine Geburtsstadt lästern ;).

Beitragsbilder von Maret Becker

So schmeckt Vorpommern – das zeigte der Regionalmarkt am Samstag

So schmeckt Vorpommern – das zeigte der Regionalmarkt am Samstag

Auf dem ersten Regionalmarkt letzten Samstag war wirklich für jede*n etwas dabei! Von 8 bis 13 Uhr boten am 16.10.2021 auf dem Greifswalder Marktplatz verschiedene Lebensmittelhersteller*innen aus der Region Vorpommern Ihre Produkte an. Die eigentlich angedachte Regionalproduktmesse konnte aufgrund von Corona nicht wie gewohnt im Pommerschen Landesmuseum stattfinden, weswegen der Regionalmarkt ins Leben gerufen wurde.

 

Die Highlights

Für alle Käse-Fans war bestens gesorgt, wobei die mobile Käserei sicherlich ein Highlight war, da man dort bei der Herstellung von Käse zusehen konnte. Des Weiteren konnte man auf dem Markt riesige Käseblöcke bestaunen. Bei den Fleischständen sprangen einem vor allem die vielen Wild-Spezialitäten ins Auge. So gab es beispielsweise Wild- und Hirschsalami oder auch Hirsch-Knacker. Auch alle Liebhaber*innen von Brotaufstrich wurden hier fündig, und zwar nicht nur mit herkömmlichen Aufstrichen, sondern auch mit Besonderheiten wie schwarzen Nüsse von Natürlich Büttners aus Greifswald. Für alle Senf-Fans war die Senfmühle Schlemmin sicherlich ein Highlight. Außerdem konnte man einer Frau beim Wolle spinnen zusehen.

Aber man hat nicht nur Produkte gefunden, nach denen man gesucht hat, sondern man wurde auch überrascht. So gab es zum Beispiel verschiedene Probiotika aus Stralsund, Speckmarmelade von Natürlich Büttners, und sogar Eis konnte man zu dieser Jahreszeit von Bodden Landeis probieren. Wer Durst oder Hunger bekommen sollte, für den war auch gesorgt. Passend zur Jahreszeit konnte man beispielsweise einen Pumpkin Spice Latte trinken.

Wer diesen Regionalmarkt verpasst hat, sollte, falls es wieder einen Regionalmarkt geben wird, beim nächsten Mal auf jeden Fall vorbeischauen und sich von den verschiedenen Leckereien überraschen lassen.

Bilder: Kirstin Seitz