Übertreibe ich? Fehlender Warnhinweis für den Film “365 Tage”?

Übertreibe ich? Fehlender Warnhinweis für den Film “365 Tage”?

Wenn wir einen Film zu Ende geschaut haben, behalten wir immer so ein “gewisses” Gefühl in uns. Schließlich haben wir uns mindestens 90 Minuten lang nur auf das Geschehen auf dem Bildschirm konzentriert (oft länger als bei Online-Vorlesungen!). Manchmal sind wir am Ende des Films traurig, weil die Superheldin überraschend gestorben ist, oder erfreut, weil das Liebespaar zum Schluss – nicht ganz so überraschend – heiratet. Wir denken über das Geschehene nach und reden mit unseren Freund*innen darüber. Vielleicht bringt der Film uns dazu, unsere eigenen Gedanken und Vorstellungen zu hinterfragen oder er erinnert uns an Vergangenes. Das müssen jedoch nicht immer positive Erinnerungen sein. Und genau darauf möchte ich in diesem Kommentar eingehen: Wenn vergessen wird, was Erzählungen bei Menschen auslösen können und verpasst wird, Maßnahmen zu ergreifen, die genau das verhindern könnten.

“Na und? Es ist doch nur ein Film. Mach es doch nicht schlimmer als es ist! Man kann es auch wirklich übertreiben!” Ein Freund und ich diskutieren über den umstrittenen Film “365 Tage”. Seine Aussage hat mich dazu bewogen, diesen Artikel zu schreiben. Denn seinen Kommentar kann und will ich nicht so stehen lassen, wenn es wie in diesem Fall um die starke Romantisierung eines Gewaltverbrechens in einem Erotik-Film geht. Beziehungsweise wenn Filme und Serien keinen Warnhinweis geben, dass gewaltverherrlichende Szenen, Darstellungen von Drogenmissbrauch oder Suizid gezeigt werden, die Menschen verstören oder triggern könnten. Natürlich ist es bei manchen Filmen und Serien absehbar, um was es gehen wird. Man kann es im Trailer oder in der Kurzbeschreibung erahnen. Meistens sind diese (natürlich auch, um nichts Wichtiges zu spoilern) aber sehr vage formuliert, wodurch man oft auf das Folgende nicht gut vorbereitet ist. So ist es auch mir bei dem Film “365 Tage” ergangen. Der Film war monatelang in den Top 10 Charts auf Netflix. “Ein ‘Fifty-Shades of Grey’-Abklatsch‘ “, dachte ich. “Okay… könnte man sich ja mal anschauen”, entschieden meine beste Freundin und ich. Vielleicht wird es trashig und kann uns von dem öden Corona-Alltag ablenken.

Tja, in welches Genre soll man den Film einordnen, den ich hier ins Visier nehme? Softporn und/oder Trash? Für Netflix ist es ein Drama. Das Genre “Drama” ist natürlich sehr weit gefächert. Hier ein kurzer Überblick, für alle, die den Film nicht gesehen haben (das ist auch völlig unnötig!). Ich zitiere Netflix’ Filmbeschreibung: “Eine Frau fällt einem dominanten Mafiaboss zum Opfer, der sie einsperrt und ihr ein Jahr Zeit gibt, sich in ihn zu verlieben.” Hmmm… Er sperrt sie ein. Kann aber nicht so schlimm sein, schließlich befindet sich schon im Nebensatz das Zauberwort “Liebe”. Und schon lasse ich mich in den Bann des Filmes ziehen.

Und bin dann ganz, ganz schnell wieder in der Realität angelangt: Dieser zuvor benannte Mafiaboss ist Massimo. Massimo ist sehr gutaussehend und sehr reich. Die sehr hübsche Laura wird von Massimo entführt, gegen ihren Willen festgehalten, erpresst und sexuell missbraucht. Dennoch verliebt sie sich in den sehr gutaussehenden und sehr reichen Massimo. Der Film lässt stark vermuten, dass Laura im Laufe der Handlungsgeschichte das Stockholm-Syndrom entwickelt. Meiner Meinung nach wäre ein Warnhinweis für diesen Film das mindeste, was Netflix zum Schutz der Zuschauer*innen tun müsste.

Der Film ist gewaltverherrlichend und nimmt dadurch keine Vorbildfunktion ein. Unter anderem entstand durch den Film der Tik-Tok-Trend, wie man sich und andere am besten fesseln kann und die gefährliche Ansicht unter Mädchen und Frauen, dass es romantisch sei, blaue Flecken von seinem Freund zu haben. Ob diese blauen Flecken eventuell gefakt sind, sei mal dahingestellt.

Trotz des Aufschreis in den Medien und Petitionen, den Film zu löschen, wurde klar, dass Netflix den erfolgreichen Film nicht von der Plattform herunternehmen würde. Es soll noch zu zwei Fortsetzungen des Filmes kommen. Wie diese ausschauen, kann sich ja wohl jede*r denken: Hochzeit, Kinder, Laura wird noch zweimal weggesperrt, Massimo hat eine Nahtoderfahrung und wird der hingebungsvollste Ehemann und Vater, den wir uns vorstellen können. Ich hoffe, ich habe jetzt nicht zu viel gespoilert.

Auch die Serie “Tote Mädchen lügen nicht”, war vor einiger Zeit in den Medien ein Thema, da in der Serie Suizid glorifiziert wird. Nach großer Kritik gibt es inzwischen seit geraumer Zeit einen Warnhinweis vor Beginn der Folgen. Warum gibt es so etwas sonst nicht für mehr Filme und Serien? Unter anderem für den Film “365 Tage”?

Dass Netflix mittlerweile aus Skandalen profitiert, merkt man z.B. auch an dem Film “Cuties”. Das Problem hier ist ein Poster gewesen, auf dem Mädchen in freizügigen Outfits aufreizend posieren. Die Mädchen sind 11 Jahre alt. Man mag zu dem Film stehen, wie man will, aber den Skandal, den diese Poster mit sich brachten, hatte Netflix höchstwahrscheinlich einkalkuliert. Immerhin wurden diese Poster wieder aus der Öffentlichkeit entfernt.

Aber es geht nicht nur um eingeplante Skandale oder darum, dass ein Warnhinweis für den Film “365 Tage” angebracht wäre. Es geht auch darum, dass mich der Film veranlasst hat, zu hinterfragen, welche Rolle die Legitimierung von (mindestens) fragwürdigen Handlungen durch Reichtum und gutes Aussehen in Filmen und Serien spielt. Würde man sich vorstellen, dass Massimo nicht gutaussehend und nicht reich wäre, wäre für alle sofort klar gewesen, das es sich um eine Entführung und um Missbrauch von Laura handelt. Warum hinterfragen das einige nicht, nur weil jemand attraktiv ist? Insbesondere dieser Film trägt dazu bei, dass den Zuschauer*innen vermittelt wird: “Wenn du gut aussiehst und reich bist, kannst du dir alles erlauben.” Ohne jegliche oder zumindest allzu harte Konsequenzen. Auch in der Netflix-Serie “You” wird ein gutaussehender Stalker als der perfekte Freund inszeniert und man nimmt ihm als Zuschauer*in seine begangenen Verbrechen weniger übel, als wenn es ein durchschnittlich aussehender Mann getan hätte.

Streaming-Anbieter scheinen nicht erkennen zu wollen oder sogar in Kauf zu nehmen, dass, auch wenn es sich nur um eine 10-Sekunden-Szene handeln mag, die zum Beispiel sexuelle Gewalt zeigt, dieser kurze Ausschnitt bei manchen Menschen bereits traumatische Erinnerungen hervorrufen kann. Vielleicht betrifft das nicht die Mehrheit der Personen, die solche Filme oder Serien schauen, dennoch sollte man gerade auf diese Einzelnen besonders achten.

Falls du Hilfe brauchst, kannst du dich unter den folgenden Links informieren und dort anrufen:
Hilfsportal sexueller Missbrauch
Telefonseelsorge
Weisser Ring
Sucht & Drogen Hotline

Beitragsbild: Mohamed Hassan auf Pixabay

Eine kleine Review zu meinem neuen Heimathafen Greifswald

Eine kleine Review zu meinem neuen Heimathafen Greifswald

Seit dem 1. Oktober lebe ich nun in Greifswald. Ich bin eine frisch Zugezogene, die für das Studium die Großstadt verlassen hat. Es wurde die U-Bahn gegen das Fahrrad getauscht, die Shopping-Mall gegen das Domcenter, hundert hippe Cafés gegen das Küstenkind. Alles ist kleiner, ruhiger und nahbarer. Eine kleine Idylle. Oder trügt der Schein?

Wie war mein erster Monat? Konnten sich die Stadt und die Universität bewähren? Konnte ich Freundschaften schließen, trotz oder gerade wegen Social Distancing? Wie läuft der Start in das neue digitale Semester? Kann ich Greifswald die Chance geben, die Stadt als mein neues Zuhause zu betrachten und nicht nur als den Ort, an dem ich mich aufhalte, um zu studieren? Um auch die Perspektive anderer Studierender im ersten Semester mitzubekommen, habe ich ein paar Meinungen meiner Freund*innen in den Artikel eingestreut.

Eine Erstiwoche ohne den Kater danach

Anfang Oktober bin ich in Greifswald gestrandet und konnte mich vor der Erstiwoche noch ein wenig an die neue Umgebung gewöhnen und die Stadt erkunden. Und dann ging es auch schon los mit der sagenumwobenen Erstsemester-Woche. In den fünf Tagen der Erstiwoche versucht man so viele neue Kontakte wie nur möglich zu knüpfen und sich mit dem Gelände der Universität anzufreunden. Der Haken in diesem Jahr: den Sicherheitsabstand einzuhalten. Außerdem ist nur gestattet, sich die halben Gesichter seiner Kommiliton*innen anzuschauen.

Die Erstiwoche ist wohl die aufregendste Zeit zu Beginn des Studiums. Meine Erstiwoche konnte das auch erfüllen. Sie wurde ganz verantwortungsvoll an die Corona-Maßnahmen angepasst: Alkoholverbot, Masken tragen bei den Veranstaltungen, sich für diese vorher anmelden oder sie online wahrnehmen. Keine perfekten Bedingungen, um sein Studienfach und seine Kommiliton*innen besser kennenzulernen. Dennoch kann ich sagen: AStA, das habt ihr gut gemacht. Um eine Erstiwoche unter diesen Bedingungen zu veranstalten, braucht es eine sehr, sehr gute Organisation und eine hervorragende Kommunikationsbasis auf allen Ebenen. Meine Fachschaften haben eindeutig ihr Bestes gegeben und waren stets um eine angenehme Umgebung bemüht.

“Ich fand, die Veranstaltungen an sich waren eine gute Idee. Schade war nur, dass wir zu wenig Kennenlernspiele usw. gemacht haben, wo man sich noch mehr hätte austauschen können.” – Marc

Die Stadt, die jede*r kennt: Greifswald

“Dort studieren, wo andere Urlaub machen” – so wird Greifswald zukünftigen Studierenden angepriesen. Ich würde als Gegensatz einen Werbeslogan für zukünftige Urlauber*innen wie folgt gestalten: “Dort entspannen, wo andere studieren dürfen.” Die Universität formt die Stadt. Die Stadt formt wiederum das Leben der Studierenden. Ein ewiger Kreislauf, den niemand durchbrechen kann. In der ganzen Stadt überraschen einen die Gebäude der Universität. Und die befinden sich nicht nur im Stadtinneren oder auf dem Berthold-Beitz-Platz. Die Gebäude der Universität und die Stadt bilden eine wunderschöne Symbiose. Da gehört der Hafen auf jeden Fall dazu. Auch die kurze Entfernung von Greifswald zu Stralsund, Rügen und Usedom stellt kein Hindernis dar. 

Ohne sie würde man sich schnell einsam fühlen: neue Freundschaften

Das Thema Freund*innen finden, unter den zuvor beschriebenen Bedingungen, stellte für viele Erstis ein Hindernis dar. Ich würde auch gerne behaupten, dass das der Grund ist, warum ich mir keinen großen Freundeskreis aufbauen konnte. Aber ich weiß nicht, ob ich unter “normalen” Bedingungen mehr Freund*innen gefunden hätte. Ich bin nicht der Typ für den einen großen Freundeskreis. Ich bin zufrieden und dankbar für diejenigen, die jetzt ein Teil meines Lebens sind, die ich hier durch die Universität gefunden habe oder auch Freund*innen, die ich aus der Heimat mitbringen konnte.

“Wenn man in Greifswald seine erste Woche beginnt, kann es gut sein, dass man gleich am ersten Tag nicht mehr allein nach Hause gehen muss. Man findet schneller Anschluss als man denkt.” – Lea

Freizeit, Spaß und Spiel

Meine Freizeit verbringe ich größtenteils mit meinen neuen (oder alten) Freund*innen, am Hafen, beim Kochen oder Backen in der WG und vor den neuen Corona-Bestimmungen Anfang November noch in diversen Bäckereien. Dank Corona wird jetzt auch Spazierengehen wieder mein größtes Hobby. Ansonsten schreibe für den webmoritz., was ich genial finde! Allgemein war ich etwas überfordert von den großartigen Engagement-Angeboten, von diversen Organisationen und Teams, um, in oder über die Stadt und Universität. Für jede*n ist etwas dabei, egal was man sucht: Politik, Umwelt, etc.

“Ich finde es wichtig, dass man trotz Online-Vorlesung sein ‘Studentenleben’ behalten kann und man trotzdem, wenn auch virtuell, seine Kommilitonen kennenlernen kann.” – Lea

Wintersemester 2020/21 = Digitales Semester?

Es wurde Wert darauf gelegt, dass die Studierenden im neuen Semester so viele Veranstaltungen wie möglich in Präsenz wahrnehmen können. Noch funktioniert das ganz gut. Tatsächlich habe ich jede Woche fünf Veranstaltungen in Präsenz. Und bisher gilt das (noch) weiterhin. Aber das kann sich schnell ändern und sich für mich und viele weitere zu einem reinen digitalen Semester wandeln.

“Mein erster Monat an der Uni Greifswald brachte viele verschiedene Emotionen in mir hoch. Von purer Überforderung, plötzlicher Motivation, über Erschöpfung bis hin zum Erstaunen darüber, wie viel Interessante Dinge wir lernen und dass Studium Spaß machen kann. Nichtsdestotrotz behindert die aktuelle Situation das Lernumfeld und die soziale Aufgeschlossenheit sehr, obwohl die Uni versucht, für die Erstsemester-Studierenden so viel Präsenz wie möglich anzubieten” – Klara

Mein persönliches, bereits absehbares Fazit

Nach meinem ersten Monat in Greifswald kann ich stolz behaupten, in meinem Heimathafen gut angekommen zu sein. Kein Segelbötchen kann mich von hier wieder so schnell wegbringen. Ich bin sehr gerne hier. Um mich herum habe ich tolle Menschen und ich lebe in einer wundervollen Umgebung. Ich kann es ruhig zugeben, ich habe mich ein wenig in das Städtchen Greifswald verliebt. Aber psst, nicht weitersagen! Es bildet sich schon genug auf sich ein 😉.

Aber Späßchen beiseite. Natürlich bin ich mir bewusst, dass meine jetzige Situation sehr privilegiert ist. Nicht alle Erstsemester*innen haben auf Anhieb einen Ort zum Wohnen in Greifswald gefunden und manche konnten nur vereinzelt neue Leute kennenlernen oder haben Schwierigkeiten bei der Online-Lehre allein zu sein. Also mein Appell an euch: Begegnet euren Kommiliton*innen (und allgemein euren Mitmenschen) immer mit einem Lächeln im Gesicht, fragt, ob es ihnen gut geht und helft, soweit ihr könnt. Nur gemeinsam können wir Greifswald für alle zu einem Heimathafen machen.

Beitragsbilder: Maret Becker

Umgekrempelt: Jeden Tag um 5 Uhr aufstehen

Umgekrempelt: Jeden Tag um 5 Uhr aufstehen

Kennt ihr das, wenn man mal was Neues ausprobieren will, aber am Ende alles beim Alten bleibt? Uns jedenfalls kommt das sehr bekannt vor, deswegen haben wir uns für euch auf einen Selbstoptimierungstrip begeben. In dieser Kolumne stellen wir uns sieben Tage als Testobjekte zur Verfügung. Wir versuchen für euch mit unseren alten Gewohnheiten zu brechen, neue Routinen zu entwickeln und andere Lebensstile auszuprobieren. Ob wir die Challenges meistern oder kläglich scheitern, erfahrt ihr hier.

Weißt du eigentlich zu welchem Schlafrhythmus-Typ du gehörst? Wenn es für dich kein Problem darstellt, 8 Uhr c. t. deine erste Vorlesung zu haben, gehörst du vielleicht zu dem Typus der “Lerche” (Frühaufsteher). Oder würdest du dich am liebsten noch einmal in deinem warmen Bett umdrehen und zwei Stunden weiterschlafen? Dann gehörst du wohl eher zum Typus “Eule” (nachtaktiv). Die meisten sind tatsächlich eine Mischform beider Typen. Dieser würde ich mich momentan auch zuordnen. Ich komme morgens zwar schnell aus dem Bett und kann gut in den Tag starten, aber ich kann genauso gut bis lang in die Nacht hineinarbeiten. Also bin ich gespannt, wie ich mit dem folgenden Experiment zurechtkommen werde: eine Woche lang um 5 Uhr morgens aufzustehen.

1. Tag: Montag

Um 5 Uhr aufzustehen hört sich ganz schön hart an, aber was tut man nicht alles für einen erfolgreichen Start in das neue Semester?! Denn mit der Methode um 5 Uhr aufzustehen wird einem mehr Erfolg förmlich “garantiert”. Das versprechen mir verschiedene berühmte und erfolgreiche Personen des öffentlichen Lebens, wie beispielsweise Tim Cook, CEO von Apple, oder Bob Iger, ehemaliger CEO von Disney. Ich erhoffe mir von dieser Garantie, dass ich mehr Zeit habe, um mehr Dinge konzentrierter zu erledigen. Mal sehen, ob das bei mir funktionieren wird. Ich werde es ausprobieren! Dann lass ich den Wecker, für manche noch mitten in der Nacht, mal klingeln!

Ich werde sofort mit dem ersten Problem des Experimentes konfrontiert: Ich konnte am späten Abend zuvor nicht um 22 Uhr einschlafen. Aber am nächsten Morgen musste ich doch schon um 5 Uhr aufstehen und ich brauche mindestens sieben Stunden Schlaf. Also habe ich mir bis nach Mitternacht die Zeit mit Schäfchen zählen vertrieben, bis die Augenlider endlich schwer wurden.

Bei dem Prinzip des Um-5-Uhr-Aufstehens wird sowohl eine Morgen- als auch eine Abendroutine empfohlen. Meine Abendroutine sah wie folgt aus: To-do-Liste für den nächsten Morgen schreiben und ab ins Bett. Das war es auch schon. Schließlich konnte ich jedes weitere To-do für den Abend auf den nächsten Morgen verschieben.

Um 5 Uhr klingelte also mein Wecker. Das heißt: Schnell aufstehen, Bett machen, lüften, Stretching und ein Glas Wasser trinken. Und ab vor den Laptop. Das motivierte konzentrierte Arbeiten konnte beginnen. Und ich war tatsächlich nicht müde, was mich verwunderte. Mein ganzer Tag war mit Kram für die Uni gefüllt und dadurch fiel mir eine gewisse Müdigkeit erst am Abend auf. Ich kann es nicht anders sagen, mir ging es den Tag über erstaunlich gut. Trotz Schlafmangels. Und ohne Kaffee.

2. Tag: Dienstag

Dieses Mal funktionierte es mit dem Schlafen schon mal besser, schließlich war ich noch müde vom Vortag. Dieses Mal schlief ich siebeneinhalb Stunden.

Es ist ein schönes Gefühl, auf eine gewisse Art und Weise zu wissen noch etwas “allein” am Morgen zu sein, während sich viele zu dieser Zeit noch in ihrem persönlichen Traumland befinden. Und zu sehen wie langsam die Sonne aufgeht, macht das frühe Aufstehen auf jeden Fall wett.

Mein Vormittag verlief gut, bis ich ein kleines Mittagstief bekam und für eine Stunde einschlief.

3. Tag: Mittwoch

Mit dem Einschlafen am Dienstagabend hat es nach meinem Mittagsnickerchen dann natürlich etwas gedauert. Das Aufstehen funktioniert bisher jedoch einwandfrei. Was mich dabei aber stört ist, dass ich lange vor dem Laptop-Bildschirm sitze. Heute Morgen und am Vormittag dann ganze acht Stunden. Das machte sich nicht nur an meinen Nackenschmerzen bemerkbar, sondern auch an meiner Konzentration. Ich war dann richtig glücklich, endlich mit dem Fahrrad in die Innenstadt fahren zu können, um den Kopf frei zu bekommen. Anschließend war ich sehr erschöpft und wollte am Abend eigentlich noch einen Text für die Uni lesen. Ich hatte ihn begonnen, konnte mich aber nicht mehr konzentrieren und wollte bloß noch in mein Bett. Zum Glück habe ich genug Zeit ihn am nächsten Morgen zu lesen.

4. Tag: Donnerstag

Es war eine perfekte Nacht, denn ich konnte von 21 Uhr bis 5 Uhr durchschlafen. Das ist das erste Mal in dieser Woche, dass ich es geschafft habe, acht Stunden zu schlafen. Mein Tag verlief wie jeder andere eigentlich auch: so früh wie möglich Sachen für die Uni machen. Was mir an dem frühen Aufstehen wirklich gefällt, ist die Befriedigung am Morgen schon viel geschafft zu haben und noch viel vom Tag zu haben.

Am Abend war dann noch die Besprechung vom webmoritz. Zum Ende hin fiel es mir schwer mich zu konzentrieren. In meinem Kopf waren nur noch die folgenden Gedanken: essen, duschen, schlafen. Da ich erst nach 21 Uhr zuhause war und mir die Augen schon beim Gehen zufielen, habe ich zuhause tatsächlich nur noch das Duschen geschafft.

5. Tag: Freitag

Eigentlich hätte ich es mir von meinem Tagesplan her auch “leisten” können, später aufzustehen. Aber ich gebe nicht auf. Ich bin wie gewohnt aufgestanden, habe sehr früh meine Wäsche gemacht und bin einkaufen gegangen. Und das konnte ich alles vor 8.30 Uhr erledigen. Das gab mir schon eine gewisse Befriedigung. Und jetzt mal ganz ehrlich, morgens nur mit Rentner*innen einzukaufen, ist sehr entspannend. Vor allem, wenn man den Wocheneinkauf tätigen muss, ist es gut, wenn auf der Einkaufskorb-Rennbahn nicht so viel los ist. Und jetzt konnte ich meinen Freitag frei gestalten, denn ich hatte die eher lästigen Sachen, die das Wochenende verkürzen könnten, bereits hinter mir.

6. Tag: Samstag

Und dann habe ich doch aufgegeben: Ich habe mir heute eine Stunde länger im Traumland gegönnt und bin erst um 6 Uhr aufgestanden. Es ist schließlich Wochenende und am Freitag bin ich noch mit Freunden unterwegs gewesen. Ich gebe zu, da hört sich um 6 Uhr aufstehen etwas lächerlich an. Und eine Stunde länger geschlafen habe ich auch nicht, sondern nur sechs Stunden. Und natürlich bin ich um 5 Uhr aufgewacht, weil mir mein Schlafrhythmus vermitteln wollte: Es ist 5 Uhr! Du musst aufstehen, wie die letzten fünf Tage auch! Warum tust du es nicht? Die Auflösung kommt bei meinem persönlichen Fazit des Experiments zum Schluss.

7. Tag: Sonntag

Ich habe heute von 21 Uhr bis 7 Uhr (bzw. nach Sommerzeit 8 Uhr) geschlafen. Ich musste wohl etwas Schlaf nachholen, denn die normalen acht Stunden Schlaf, die ich meistens locker schaffe, sind in dieser Woche etwas zu kurz gekommen. Um 21 Uhr ins Bett zu gehen ist auch sehr gewöhnungsbedürftig. Um 22 Uhr reicht eigentlich auch, habe ich schließlich mitbekommen.

Mein persönliches Fazit

Ich werde die Methode um 5 Uhr aufzustehen beibehalten und das wusste ich schon relativ früh zu Beginn des Experiments. Das war auch der Grund für mich, am Wochenende etwas “länger” zu schlafen. Ich bin morgens nicht nur konzentrierter, sondern mein ausschlaggebender Punkt ist, dass ich ruhiger durch den Tag gehen kann. Ich bin nicht mehr hektisch, in der Sorge nicht alles schaffen zu können, was ich zu erledigen hätte.

Sehr wahrscheinlich werde ich nur von Montag bis Freitag weiterhin um 5 Uhr aufstehen. Ich möchte nicht jeden Tag super produktiv starten und bisher habe ich auch manchmal gar nicht so viel zu tun, dass ich den Tag ab 5 Uhr bis zum Abend füllen kann bzw. möchte. Aber ob mich die Methode um 5 Uhr aufzustehen automatisch erfolgreicher macht, steht wohl noch in den Sternen.

Beitragsbild: Maret Becker

Etwas Süßes und nichts Saures: Kürbismuffins

Etwas Süßes und nichts Saures: Kürbismuffins

Passend zu Halloween gibt es ein herbstliches Rezept mit Kürbis. Wie du der Überschrift bereits entnommen hast, handelt es sich um Muffins, mit Kürbis verfeinert. Diese Kombination macht dich skeptisch? Vielleicht kann dich dieses Rezept geschmacklich überzeugen. Das Gute an diesem Rezept ist, dass du es mit deinen Lieblings-Zutaten ganz einfach variieren kannst.

Das Rezept ist von Natur aus vegan und von einem süßlichen Typ. Du magst es aber eher herzhaft? Dafür dem Rezept einfach weniger Zucker hinzufügen. Für alle Vegetarier*innen Käse hinzu, für alle Fleisch-Fans Speck. Oder für die kleinen Zucker-Mäuse da draußen, die eine extra Dosis Zucker in den kalten Tagen gut gebrauchen könnten, fügt den Trocken-Zutaten Schoko-Chips hinzu. Für jeden Geschmack hält das Rezept etwas bereit.

Das Rezept ist schnell in 30 Minuten (davon 20 Minuten Backzeit) für 12 Portionen zubereitet. Die einzige Herausforderung könnte für dich das Kürbispüree darstellen, das du für das Rezept benötigst. Du kannst das Kürbispüree bereits fertig in dem Supermarkt deines Vertrauens kaufen, Kürbisstücke aus dem Glas/Dose nehmen und dann selbstständig pürieren oder du machst es ganz einfach selbst. Dafür musst du das Fruchtfleisch des Kürbisses entkernen und in Würfel schneiden. Öl in einem Topf erhitzen, die Kürbis-Würfel hinzufügen, mit Gemüsebrühe ablöschen und weich garen. Anschließend ein paar deiner Lieblings-Herbst-Gewürze hinzufügen, alles pürieren und abschmecken. Fertig ist dein Püree schon.

Jetzt kannst du mit den Muffins beginnen. Du benötigst:

  • 280 g Mehl
  • 140 g Zucker
  • 200 g Kürbispüree (ca. 300 g Hokkaido Kürbis)
  • 2 TL Backpulver
  • 60 ml Olivenöl
  • 60 ml Milch-Drink deiner Wahl
  • 1/2 TL Salz
  • 2 TL Zimt
  • 100 g ungesüßtes Apfelmus

Wenn du alles eingekauft hast oder manche Sachen bereits im Küchenschrank hattest, kann es jetzt losgehen. Wenn du den Ofen vorheizen möchtest, solltest du das jetzt bereits mit 180 °C tun. Die trockenen Zutaten (Mehl, Zucker, Backpulver, Salz und Gewürze) in einer großen Schüssel vermengen. Das Kürbispüree, das Apfelmus, das Olivenöl und den Milch-Drink hinzufügen. Mit einem Löffel gut umrühren, bis ein glatter Teig entsteht. Den Teig kannst du auf 12 Papierförmchen in einem Muffin-Blech aufteilen. Die Muffins bei Ober-/ Unterhitze bei 180 °C 18-20 Minuten backen. Mit einer Gabel anschließend überprüfen, ob die Küchlein überhaupt schon fertig sind. Wenn du dir das Halloween-Feeling nach Hause holen möchtest, kannst du die Muffins nach Lust und Laune verzieren.

Guten Appetit!

Beitragsbild: Maret Becker