Weihnachten für alle

Weihnachten für alle

Alle Jahre wieder veranstaltet die Kinder- und Jugendhilfe ZORA das Projekt „Weihnachten im Flüchtlingsheim“. Auch dieses Jahr stattet der Weihnachtsmann den Kindern und Jugendlichen in den Gemeinschaftsunterkünften in Vorpommern einen Besuch ab.

Damit dieser nicht mit leeren Händen auftaucht, sammelt ZORA Sach- und Geldspenden für die Kinder und Jugendlichen im Alter von 0 bis 18 Jahren. Benötigt werden Schulsachen, Stifte, Ausmalbücher, Kinderbücher, Gesellschaftsspiele und (Outdoor-)Spielzeug sowie Babyzubehör- und Kleidung und Accessoires wie Schal, Mütze und Handschuhe. Noch bis nächsten Montag, den 14. Dezember, können die Spenden unverpackt im ZORA Büro (Markt 20/21) abgegeben werden. Das Büro ist Montags bis Freitags geöffnet, von 8:30 Uhr bis 14:30 Uhr. Dort werden die Geschenke dann in kleinen Päckchen verpackt und an den Weihnachtsmann übergeben. Auch Helfer*innen für das Einpacken der Überraschungen sind willkommen. Sowohl das Verpacken, als auch die Geschenkeübergabe finden natürlich unter Hygienevorschriften statt.

Das Wichtigste auf einen Blick:
Was?
ZORA sammelt Sach- und Geldspenden für geflüchtete Kinder und Jugendliche.
Wann? Bis Montag, den 14.12., immer montags bis freitags, 8:30 bis 14:30 Uhr, im Büro (Markt 20/21, Greifswald).
Kontakt? Bei Fragen oder Abgaben außerhalb der Öffnungszeiten: 03834 45 47 100 oder weihnachtenfueralle19@gmail.com.

Beitragsbild: ZORA – Kinder- und Jugendhilfe GmbH

Von Feuerwehr und Weihnachtsmann

Von Feuerwehr und Weihnachtsmann

Die Stadt war noch ganz ruhig, die Domspitze noch in Nebel gehüllt, als die Feuerwehr auf dem Greifswalder Marktplatz anrückte. Die Mission: Greifswald weihnachtlich machen – zumindest ein bisschen.

Der große, traditionelle Weihnachtsbaum, der seit letzter Woche den Marktplatz schmückt, sollte heute morgen, am 25. November, über die Drehleiter mit funkelnden, bunten Kugel und glitzernden Geschenken verziert werden. Umso erfreuter waren die Einsatzkräfte, als kurz nach neun niemand anderes als der Weihnachtsmann und sein Gefährte, ein Rentier, zur Hilfe kamen. Mit einer Rute in der Hand und Schokolade im Gepäck für die Kinder, die sich aufgeregt mit den anderen Schaulustigen auf dem Marktplatz versammelt hatten, half er den Feuerwehrleuten die 16 Meter hohe Tanne zu dekorieren. Auch wenn der Weihnachtsbaum dieses Jahr nicht von kleinen Ständen, wo man Rosen schießen kann, Häuschen, aus denen es nach Mutzen und gebrannten Mandeln duftet und Menschen, mit kalten roten Nasen und einem Glühweinschwips umgeben sein wird, so war heute morgen der ganze Marktplatz in ein kleines bisschen vorweihnachtliche Magie gehüllt.

Beitragsbilder: Lilli Lipka

Eine kleine Review zu meinem neuen Heimathafen Greifswald

Eine kleine Review zu meinem neuen Heimathafen Greifswald

Seit dem 1. Oktober lebe ich nun in Greifswald. Ich bin eine frisch Zugezogene, die für das Studium die Großstadt verlassen hat. Es wurde die U-Bahn gegen das Fahrrad getauscht, die Shopping-Mall gegen das Domcenter, hundert hippe Cafés gegen das Küstenkind. Alles ist kleiner, ruhiger und nahbarer. Eine kleine Idylle. Oder trügt der Schein?

Wie war mein erster Monat? Konnten sich die Stadt und die Universität bewähren? Konnte ich Freundschaften schließen, trotz oder gerade wegen Social Distancing? Wie läuft der Start in das neue digitale Semester? Kann ich Greifswald die Chance geben, die Stadt als mein neues Zuhause zu betrachten und nicht nur als den Ort, an dem ich mich aufhalte, um zu studieren? Um auch die Perspektive anderer Studierender im ersten Semester mitzubekommen, habe ich ein paar Meinungen meiner Freund*innen in den Artikel eingestreut.

Eine Erstiwoche ohne den Kater danach

Anfang Oktober bin ich in Greifswald gestrandet und konnte mich vor der Erstiwoche noch ein wenig an die neue Umgebung gewöhnen und die Stadt erkunden. Und dann ging es auch schon los mit der sagenumwobenen Erstsemester-Woche. In den fünf Tagen der Erstiwoche versucht man so viele neue Kontakte wie nur möglich zu knüpfen und sich mit dem Gelände der Universität anzufreunden. Der Haken in diesem Jahr: den Sicherheitsabstand einzuhalten. Außerdem ist nur gestattet, sich die halben Gesichter seiner Kommiliton*innen anzuschauen.

Die Erstiwoche ist wohl die aufregendste Zeit zu Beginn des Studiums. Meine Erstiwoche konnte das auch erfüllen. Sie wurde ganz verantwortungsvoll an die Corona-Maßnahmen angepasst: Alkoholverbot, Masken tragen bei den Veranstaltungen, sich für diese vorher anmelden oder sie online wahrnehmen. Keine perfekten Bedingungen, um sein Studienfach und seine Kommiliton*innen besser kennenzulernen. Dennoch kann ich sagen: AStA, das habt ihr gut gemacht. Um eine Erstiwoche unter diesen Bedingungen zu veranstalten, braucht es eine sehr, sehr gute Organisation und eine hervorragende Kommunikationsbasis auf allen Ebenen. Meine Fachschaften haben eindeutig ihr Bestes gegeben und waren stets um eine angenehme Umgebung bemüht.

„Ich fand, die Veranstaltungen an sich waren eine gute Idee. Schade war nur, dass wir zu wenig Kennenlernspiele usw. gemacht haben, wo man sich noch mehr hätte austauschen können.“ – Marc

Die Stadt, die jede*r kennt: Greifswald

„Dort studieren, wo andere Urlaub machen“ – so wird Greifswald zukünftigen Studierenden angepriesen. Ich würde als Gegensatz einen Werbeslogan für zukünftige Urlauber*innen wie folgt gestalten: „Dort entspannen, wo andere studieren dürfen.“ Die Universität formt die Stadt. Die Stadt formt wiederum das Leben der Studierenden. Ein ewiger Kreislauf, den niemand durchbrechen kann. In der ganzen Stadt überraschen einen die Gebäude der Universität. Und die befinden sich nicht nur im Stadtinneren oder auf dem Berthold-Beitz-Platz. Die Gebäude der Universität und die Stadt bilden eine wunderschöne Symbiose. Da gehört der Hafen auf jeden Fall dazu. Auch die kurze Entfernung von Greifswald zu Stralsund, Rügen und Usedom stellt kein Hindernis dar. 

Ohne sie würde man sich schnell einsam fühlen: neue Freundschaften

Das Thema Freund*innen finden, unter den zuvor beschriebenen Bedingungen, stellte für viele Erstis ein Hindernis dar. Ich würde auch gerne behaupten, dass das der Grund ist, warum ich mir keinen großen Freundeskreis aufbauen konnte. Aber ich weiß nicht, ob ich unter „normalen“ Bedingungen mehr Freund*innen gefunden hätte. Ich bin nicht der Typ für den einen großen Freundeskreis. Ich bin zufrieden und dankbar für diejenigen, die jetzt ein Teil meines Lebens sind, die ich hier durch die Universität gefunden habe oder auch Freund*innen, die ich aus der Heimat mitbringen konnte.

„Wenn man in Greifswald seine erste Woche beginnt, kann es gut sein, dass man gleich am ersten Tag nicht mehr allein nach Hause gehen muss. Man findet schneller Anschluss als man denkt.“ – Lea

Freizeit, Spaß und Spiel

Meine Freizeit verbringe ich größtenteils mit meinen neuen (oder alten) Freund*innen, am Hafen, beim Kochen oder Backen in der WG und vor den neuen Corona-Bestimmungen Anfang November noch in diversen Bäckereien. Dank Corona wird jetzt auch Spazierengehen wieder mein größtes Hobby. Ansonsten schreibe für den webmoritz., was ich genial finde! Allgemein war ich etwas überfordert von den großartigen Engagement-Angeboten, von diversen Organisationen und Teams, um, in oder über die Stadt und Universität. Für jede*n ist etwas dabei, egal was man sucht: Politik, Umwelt, etc.

„Ich finde es wichtig, dass man trotz Online-Vorlesung sein ‚Studentenleben‘ behalten kann und man trotzdem, wenn auch virtuell, seine Kommilitonen kennenlernen kann.“ – Lea

Wintersemester 2020/21 = Digitales Semester?

Es wurde Wert darauf gelegt, dass die Studierenden im neuen Semester so viele Veranstaltungen wie möglich in Präsenz wahrnehmen können. Noch funktioniert das ganz gut. Tatsächlich habe ich jede Woche fünf Veranstaltungen in Präsenz. Und bisher gilt das (noch) weiterhin. Aber das kann sich schnell ändern und sich für mich und viele weitere zu einem reinen digitalen Semester wandeln.

„Mein erster Monat an der Uni Greifswald brachte viele verschiedene Emotionen in mir hoch. Von purer Überforderung, plötzlicher Motivation, über Erschöpfung bis hin zum Erstaunen darüber, wie viel Interessante Dinge wir lernen und dass Studium Spaß machen kann. Nichtsdestotrotz behindert die aktuelle Situation das Lernumfeld und die soziale Aufgeschlossenheit sehr, obwohl die Uni versucht, für die Erstsemester-Studierenden so viel Präsenz wie möglich anzubieten“ – Klara

Mein persönliches, bereits absehbares Fazit

Nach meinem ersten Monat in Greifswald kann ich stolz behaupten, in meinem Heimathafen gut angekommen zu sein. Kein Segelbötchen kann mich von hier wieder so schnell wegbringen. Ich bin sehr gerne hier. Um mich herum habe ich tolle Menschen und ich lebe in einer wundervollen Umgebung. Ich kann es ruhig zugeben, ich habe mich ein wenig in das Städtchen Greifswald verliebt. Aber psst, nicht weitersagen! Es bildet sich schon genug auf sich ein 😉.

Aber Späßchen beiseite. Natürlich bin ich mir bewusst, dass meine jetzige Situation sehr privilegiert ist. Nicht alle Erstsemester*innen haben auf Anhieb einen Ort zum Wohnen in Greifswald gefunden und manche konnten nur vereinzelt neue Leute kennenlernen oder haben Schwierigkeiten bei der Online-Lehre allein zu sein. Also mein Appell an euch: Begegnet euren Kommiliton*innen (und allgemein euren Mitmenschen) immer mit einem Lächeln im Gesicht, fragt, ob es ihnen gut geht und helft, soweit ihr könnt. Nur gemeinsam können wir Greifswald für alle zu einem Heimathafen machen.

Beitragsbilder: Maret Becker

Was ist eigentlich Nord Stream 2?

Was ist eigentlich Nord Stream 2?

Und plötzlich kommt unser kleines Greifswald immer wieder in den internationalen Medien und politischen Diskussionen vor. Der Grund: Nord Stream 2. Eine Ostsee-Pipeline, die von Russland bis nach Lubmin bei Greifswald verlaufen soll. Aber was genau ist das eigentlich? Und wo liegt das Problem?

Seit 2018 wird an Nord Stream 2 gebaut, einer rund 2000 Kilometer langen Gasleitung. Durch diese Pipeline kann Gas aus Ust-Luga in Russland nach Deutschland transportiert werden, genauer nach Lubmin bei Greifswald. So sollen im Jahr bis zu 55 Milliarden Kubikmeter Gas befördert werden, um einen großen Teil der Energieversorgung in Europa sicherzustellen. Damit gliedert sich Nord Stream 2 in ein großes Gasnetz ein, das bereits den Transport und die Verteilung von Erdgas in Europa gewährleistet. Wie auch im Falle des parallel laufenden Nord Stream 1 wird von Lubmin aus Gas über Fernleitungen in andere deutsche Städte und europäische Länder weitergeleitet.

Deutschland bezog schon im letzten Jahr etwa 40 Prozent der Gas-Importe aus Russland, denn Gas ist bei uns mit 23,9 Prozent die am zweithäufigsten genutzte Primärenergie nach Öl. Insgesamt importiert die EU etwa 70 Prozent des Gases aus Nicht-EU-Staaten.

Eigentümer von Nord Stream 2 ist Gazprom, ein russischer Staatskonzern. Unterstützt wird die Finanzierung außerdem durch die europäischen Energieunternehmen Wintershall Dea, Uniper, OMV, Royal Dutch Shell und Engie. Inzwischen sind bereits 95 Prozent der Strecke fertig gestellt. Nord Stream 2 soll Anfang nächsten Jahres anlaufen.

Energiesicherheit für Europa, das klingt doch gut – oder?

Seit der Planung des Projekts werden immer wieder kritische Stimmen laut. So stellten sich die USA gegen die Ostsee-Pipeline. Laut Trump würden sich Europa und vor allem Deutschland abhängig von Russland machen. Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, sieht das allerdings so: „Die USA wollen gerne, dass wir eher amerikanisches Fracking-Gas importieren als russisches Erdgas.“ Im August drohten dann drei US-Senatoren dem Fährhafen Sassnitz-Mukran, der maßgeblich an der Vollendung des Baus beteiligt ist, mit Sanktionen. In ihrem Schreiben heißt es: „Diese Sanktionen beinhalten potentiell fatale Maßnahmen, welche den Fährhafen Sassnitz wirtschaftlich und finanziell von den USA trennen werden. Es gibt ein breites Spektrum an US-Sanktionen und Empfehlungen, die das Nord Stream 2 Projekt betreffen, die […] einen, sich durch die gesamte Regierung ziehenden Konsens darstellen, dass die Pipeline gestoppt werden muss“. Seit dem Schreiben steht der Bau still.

Doch neben den USA stören sich weitere Staaten an der Ostsee-Pipeline: Länder in Ost- und Mitteleuropa, wie Polen und die Ukraine, fühlen sich nicht nur durch eine Abhängigkeit Europas von Russland bedroht. Ihre bisherige Position und daraus resultierende Einnahmen als Transitländer für Gastransporte über den Landweg sehen sie ebenfalls in Gefahr.

Auch in Deutschland stellten kürzlich wieder Kritiker*innen den Weiterbau der Pipeline in Frage – im Zusammenhang mit dem Giftanschlag auf den russischen Oppositionspolitiker und Nord-Stream-Gegner Alexej Nawalny. So forderten Die Grünen einen sofortigen Stopp des Baus. Auch Christian Lindner (FDP) meinte: „Ein Regime, das Giftmorde organisiert, das ist nicht ein Gegenüber für große Kooperationsprojekte, auch nicht für Pipeline-Projekte“. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) äußerte sich zuletzt ebenfalls skeptisch: „Ich hoffe jedenfalls nicht, dass die Russen uns zwingen, unsere Haltung zu Nord Stream 2 zu ändern“. Doch sowohl Bundeskanzlerin Angela Merkel als auch Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) befürworten den Weiterbau von Nord Stream 2 als wirtschaftliches Projekt. So herrscht unter deutschen Politiker*innen keineswegs Konsens, was die Pipeline betrifft. Auch Schwesig hält trotz des Anschlags auf Nawalny an dem Bau fest: „Es ist gut und richtig, dass Deutschland schon bald aus der Atomenergie aussteigt. Auch von der Kohlekraft wollen wir uns verabschieden. Mecklenburg-Vorpommern setzt stark auf die erneuerbaren Energien. Wir wollen zudem die Chancen der Wasserstofftechnologie für unser Land nutzen […]. Für uns ist aber auch klar, dass wir darüber hinaus zumindest als Übergangstechnologie Gas als Energieträger brauchen. Deshalb haben wir das Pipelineprojekt immer befürwortet“.

Die Anlandestelle in Lubmin im Juli 2020

Es gibt zahlreiche Stimmen, die bezweifeln, dass die Gas-Pipeline eine sinnvolle Übergangslösung wäre. Um die Klimaziele zu erreichen, also Treibhausgasneutralität bis 2050 und der Verzicht auf fossile Energieversorgung, muss der Gasbedarf in Deutschland sinken und bald auf erneuerbare Energien umgesattelt werden. Die Pipeline ist allerdings für eine 50-jährige Betriebsdauer ausgelegt. Zusätzlich entsteht neben dem CO2, das sich bei der Verbrennung von Gas bildet, auch klimaschädliches Methan. Diese Stoffe können auch bei der Förderung und dem Transport von Erdgas austreten. Daher hat die Deutsche Umwelthilfe im August Klage auf Überprüfung der Betriebsgenehmigung von Nord Stream 2 vor dem Oberverwaltungsgericht in Greifswald eingereicht. Auch Umweltschutzverbände wie der NABU kritisieren den Bau der Pipeline. Obwohl der Bedarf nicht dringlich sei, führe die Leitung durch fünf Umweltschutzgebiete. Die Betonrohre würden in sensible und oftmals vorgeschädigte Ökosysteme eindringen und selbst nach der Nutzung der Pipeline in der Ostsee liegen bleiben.

Eine Gas-Pipeline, deren Anlandestation in Lubmin liegt – welche Auswirkungen hat das auf das Land Mecklenburg-Vorpommern und die Stadt Greifswald? Die anfänglichen Sorgen von Fischer*innen und Umweltschützer*innen, wie zum Beispiel die Gefahr für Heringslaichgebiete im Greifswalder Bodden, wiesen die Vertreter*innen von Nord Stream 2 zurück. 2018 wurden durch ein Leck eines Baggerschiffes außerdem bis zu 145 Kilogramm Schmierfett in den Bodden gespült, allerdings wurden keine Schäden am Ökosystem verursacht. Für den Vorfall übernahm das Projekt Nord Stream 2 nichtsdestotrotz die volle Verantwortung. Weiterhin wurden mit dem Bau in Sassnitz-Mukran etwa 150 Arbeitsplätze geschaffen. Außerdem verspricht man sich durch Nord Stream 2 langfristig wirtschaftlichen Aufschwung und den Ausbau mitwirkender Hafenregionen wie Sassnitz-Mukran. In Greifswald selbst ist vom Ausbau der Pipeline momentan nichts zu spüren. Wir können aber sicher sein, dass unsere Region im Zusammenhang mit Nord Stream 2 noch öfter in den Nachrichten eine Rolle spielen wird.

Weitere Informationen für euch:
Auf der Website von Nord Stream 2 findet ihr weitere Informationen und Hintergründe.
Mehr zur Erdgasversorgung in Deutschland könnt ihr beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie nachlesen.

Beitragsbilder: Nord Stream 2 / Axel Schmidt.

Zu wenig Blutspenden am Greifswalder Klinikum

Zu wenig Blutspenden am Greifswalder Klinikum

Die Ampel zeigt rot. In Greifswald werden die Blutkonserven knapp – mal wieder. Aufgrund des Coronavirus wurde die Blut- und Plasmaspende der Universitätsmedizin Greifswald schon vor einiger Zeit auf Terminspenden umorganisiert und das wirkt sich auf die Spendenzahlen aus.

Die rote Ampel auf der Internetseite der Blutspende bedeutet: „Unsere Patienten können nicht mehr indikationsgerecht versorgt werden. OP’s müssen verschoben werden. Eure Hilfe wird dringend benötigt!“. Damit die Spender*innen keinem Coronainfektionsrisiko ausgesetzt werden, ist es nötig, vorher telefonisch einen Termin zu vereinbaren. Damit kann nicht nur das Hygienekonzept eingehalten werden, sondern auch die Wartezeiten sind kürzer. Andererseits entfallen die Spontanspenden und das macht sich bemerkbar.

Die täglich bis zu 40 Anrufe, um einen Termin zu vereinbaren, reichen nicht aus, um die Kliniken, das Karlsburger Herzzentrum und das Kreiskrankenhaus in Wolgast zu versorgen. „Unsere einzige Chance ist es, selbst aktiv Blutspender anzurufen und zu fragen, ob sie bereit wären, in den nächsten Tagen eine Spende zu leisten. Bis zu 50 Telefonate pro Tag sind nötig, damit mindestens 20 zusätzliche Termine entstehen und wir unsere nötigen 60 Spenden am Tag zusammenbekommen“, so Ulf Alpen von der Blutspende in Greifswald.

Neben der Zahl der Vollblutspendenden ist auch die Zahl der Plasmaspender*innen zurückgegangen, dabei könnten geeignete Personen fast wöchentlich spenden. Bei der Plasmaspende wird nur Blutflüssigkeit ohne Blutzellen gebraucht und die Gerinnungseiweiße bilden sich innerhalb weniger Tage neu. „Studenten, die nicht von zu Hause aus, sondern in Greifswald anwesend studieren, wären sehr willkommen. Auf der Spenderliege ist eben auch Ruhe und Zeit, um nebenbei mit Lehrbuch oder Skript zu lernen.“

Weitere Informationen für euch
Hier kommt ihr zur Website der Blutspende.
Hier findet ihr die Voraussetzungen für eine Vollblutspende.
Hier findet ihr die Voraussetzungen für eine Plasmaspende.
Unter 03834/86-5478 könnt ihr einen Vollblut- oder Plasmaspendetermin vereinbaren.

Beitragsbild: Michal Jarmoluk auf Pixabay

Sitzwache für Moria

Sitzwache für Moria

Vor drei Tagen wiesen verschiedene Organisationen mit einer Protestaktion auf die katastrophale Lage in Moria, dem Flüchtlingscamp auf der griechischen Insel Lesbos, hin. 13.000 leere Stühle wurden vor dem Bundestag aufgestellt, um zu zeigen: Wir haben Platz für 13.000 Menschen.

13.000 Stühle entsprechen ungefähr der Zahl an Menschen, die in Moria Schutz gesucht haben. 2.800 entspricht der Zahl, für die das Camp ursprünglich ausgelegt war. Die Menschen, die größtenteils aus Afghanistan, Pakistan, Syrien und dem Irak kommen, lebten dort unter katastrophalen Bedingungen. Die Versorgung war schlecht, mehrere Menschen hatten sich mit dem Coronavirus infiziert und das Camp wurde unter Quarantäne gestellt. Zuletzt gab es Ausschreitungen im Camp. In der Nacht zum 09.09. brach in Moria schließlich ein Großbrand aus und zerstörte das Lager fast vollständig. Derzeit wird von Brandstiftung ausgegangen. Bisher wurden keine Todesopfer bestätigt, doch die Menschen mussten in die umliegenden Wälder oder auf die Straßen flüchten.

Anlässlich des Großbrandes fanden gestern Abend in mehren deutschen Städten Demonstrationen statt. Die Forderungen: sofortige Evakuierung des Camps und Aufnahme der Flüchtlinge. Auch die Greifswalder Organisation Greifswald Hilft rief gestern spontan zu einer Demonstration auf. Um 18 Uhr versammelten sich circa 100 Menschen, um den obdachlosen Geflüchteten Solidarität zu zeigen. In der zwanzigminütigen Sitzwache in der Langen Straße forderten sie friedlich: „Um Europa keine Mauer, Bleiberecht für alle und auf Dauer“, Lager evakuieren, leave no one behind!

Beitragsbild: Greifswald Hilft