Die unendliche Geschichte – Teil 2

Die unendliche Geschichte – Teil 2

Einfach mal abheben in ein anderes Universum, auch dafür ist der webmoritz. da! Ihr könnt jeden Freitag ein anderes Redaktionsmitglied auf einem neuen Teil der intergalaktischen Reise unserer unendlichen Geschichte begleiten. Die Rahmenbedingungen haben wir in einer gemeinsamen Sitzung aus unseren Ideen zufällig ausgewürfelt, danach haben wir die Geschichte jedoch der individuellen Kreativität und Gnade unserer Redakteur*innen überlassen. Wohin die unendliche Geschichte führen wird, ist für uns also auch noch ungewiss, aber wir bieten Corona-Craziness, Ärger und Spaß ohne Ende – garantiert!

Was bisher geschah …
In Teil 1 fand sich die Schildkröte Gerhard, die als investigativer Entenfotograf bekannt ist, in der Raumstation Kosmische Ente wieder. Zwei Jahre lang waren sie auf Mission in Richtung des Planeten Meridia gewesen und Gerhard hatte es geschafft, all die Zeit unentdeckt zu bleiben. Kurz bevor er als blinder Passagier auffliegen konnte, waren er und ein Teil der aus Enten bestehenden Besatzung in Richtung Meridia abgestürzt. Etwas benommen ist er dort aufgewacht, weil ihm ein seltsames Geschöpf anstupste: Dieses Wesen war unverkennbar ein Tier und es besaß einen Schnabel, so viel war klar. Und so stand für ihn fest, dass er soeben Bekanntschaft mit einem Schnabeltier gemacht haben musste…

Teil 2 – Feels like home

Erfreut über seine Entdeckung dieses einzigartigen Geschöpfes und gespannt auf dessen Habitat, wagte er nun, seinen Kopf weiter aus dem Panzer zu stecken. Nachdem er zwei Jahre lang nur die eintönige Einrichtung des Raumschiffs gesehen und in Dauerschleife Teenage Mutant Ninja Turtles geguckt hatte, traute er seinen kleinen, schrumpeligen Augen kaum. Er befand sich direkt am Meer, umgeben von braunem Sand und grünem Wald. Der Ozean war klar und blau – nicht so wie auf der Erde, wo man kaum noch in Ruhe seine Runden schwimmen konnte, ohne dass ein ekelhafter Strohhalm die Nase verklebte oder Fischernetze sich in den Beinen verhedderten. Die Bäume, die er vom Boden aus nur erahnen konnte, wirkten gigantisch und raschelten wegen des leichten Windes, der durch die Landschaft strich. Überhaupt war die Luft so rein und frisch, wie Gerhard es auf der Erde nur ein einziges Mal bei einer Besteigung des Brocken im Harz erlebt hatte. Kein Smog färbte den Himmel grau, kein Mikroplastik wehte durch die Gegend und keine lästigen Gerüche nach Apfel-Himbeere oder Kaffee-Zitrone aus E-Zigaretten störten ihn. „Das muss das Paradies sein“, sagt Gerhard leise zu sich. Während sein Blick völlig beseelt auf dem Ozean verschwamm, merkte er nicht, dass das von ihm getaufte Schnabeltier, das erst erschrocken zurückgewichen war, wieder näher kam und sich an seinem Panzer zu schaffen machte. Erst, als es übermütig wurde und kraftvoll versuchte, seine kleinen Zähnchen in Gerhards Panzer zu versenken, fuhr Gerhard empört auf: „Was soll das denn? Ist das eure Art, Besucher zu empfangen?“ Das Schnabeltier schaute ihn mit großen Augen an und fing wie aus dem Nichts an zu plärren und zu zetern.

„Justus, was ist denn jetzt schon wieder?“, hörte Gerhard da aus der Ferne rufen. Ein weiteres Schnabeltier näherte sich den beiden. „Ach, entschuldigen Sie bitte die Umstände“, sagte das zweite Schnabeltier, das etwa drei Mal so groß wie der kleine Justus war, zu ihm, „Der kleine Justus hat noch kein Mittagessen gehabt und er hat einfach immerzu Appetit – typisch Wachstumsphase …“ Es musterte die ungewöhnlich aussehende Galapagos-Schildkröte: „Darf ich fragen, sind Sie auch gerade auf dem Weg zu Brigittes Kostümparty? Das ist ja wirklich ein urschräges Outfit!“, fügte es hinzu. Völlig verdattert und leicht empört fand Gerhard seine Sprache wieder: „Wie? Kostüm? Also ich bitte Sie, haben Sie denn alle gar keine Manieren auf diesem Planeten? Ich bin eine Galapagos-Schildkröte, wie es im Buche steht! Mein Name ist Gerhard Schmitt – ja genau, ich bin DER Gerhard Schmitt. Journalist und Entenfotograf.“ Das große Schnabeltier wurde blass – zumindest konnte man es unter seinem dunklen Fell vermuten. „Gehören Sie etwa zu den Außerirdischen, die unseren Planeten einnehmen wollen … dies-dieses Raumschiff Enteprise?“ – „Raumstation Große Ente“, korrigierte Gerhard ungeduldig. Das große Schnabeltier zog den kleinen Justus beschützend hinter seinen Rücken: „Wenn das so ist, dann muss ich unumgänglich das Meritär rufen“, sagte es bestimmt, „Das Raumschiff wird als größte Gefährdung des Planeten in der Geschichte eingestuft und Sie, Sie haben meinen Sohn belästigt!“ Gerhard erschrak und versuchte zu erklären: „Aber nein, haben Sie keine Angst vor mir! Ich bin doch nur ein kleiner Fotograf und ganz zufällig und aus Versehen in diesem Raumschiff gelandet. Ich bin ganz harmlos! Ich bin weltbekannt in der Medienbranche – ich könnte Sie und ihren Planeten übrigens ganz groß rausbringen …“ Das große Schnabeltier erwiderte: „Aber was habe ich davon, wenn ich Sie nicht verrate? Außer einem unbedeutenden Artikel bei Promiflash?“ Gerhard überlegte panisch und kramte in den Tiefen seines Panzers. Er fasste in eine weiche, kühle Masse – der Sauerteig! „Hier“, sagte er und überreichte dem Schnabeltier den Teig, „Dies ist eine Spezialität meines Heimatplaneten. Damit können Sie Brot backen und ihre Familie versorgen! Das tolle an einem Sauerteig ist nämlich, dass man aus ihm immer wieder neue Massen züchten kann.“ Sichtlich beeindruckt von dieser Erfindung eines anderen Planeten begutachtete das Schnabeltier den hellen, weichen Klumpen. „Nun gut, ich will dem eine Chance geben – aber wenn der saure Teig nicht hält, was Sie versprechen, rufe ich Nachbar Jürgen vom Meritär an und Sie sind schneller hinter Gittern, als sie ‚Sauerteig‘ sagen können!“ Das Schnabeltier schnappte Justus und watschelte mit ihm in Richtung Wasser davon.

Erleichtert, dass er seinen ersten Konflikt mit einem Ureinwohner elegant gelöst hatte, begab sich Gerhard auf Erkundungstour: „Hoffentlich gibt es hier noch mehr Wesen wie diese Schnabeltiere.“ Er kroch in die Richtung, wo er die Seen vermutete, die er vom Himmel gesehen hatte, und hoffte auf eine kühle Erfrischung. Er humpelte durch die sandige Landschaft, die mit riesigen Bäumen und bunten, fremden Pflanzen geschmückt war. „Das muss ich später alles für den quarkmoritz. dokumentieren, die freuen sich sicherlich auch, weitere geschnabelte Tiere als nur die Enten zu Gesicht zu bekommen. Ei, was für ein Spaß!“, freute sich Gerhard. Er war eben einfach ein Journalist durch und durch.

Plötzlich stieß ihm ein seltsamer, süßlicher Geruch in die feinen Nasenlöcher. „Nicht, dass die auf diesem Planeten auch schon die E-Zigarette entdeckt haben“, stöhnte er. Schon einige Minuten später erkannte er, woher diese Dämpfe rührten. Gerhard näherte sich einer Lichtung, auf der er buntes Treiben und sonderbare Klänge ausmachen konnte. Langsam kroch er vorwärts und beobachtete die seltsamen Kreaturen, die sich mit komischen Bewegungen über die Wiese bewegten. Ihrer Silhouette nach handelte es sich dabei auch um Schnabeltiere, sie trugen aber Kleidung, die Gerhard an irgendetwas erinnerte. Das eine Tier trug Tennissocken, ein anderes war mit einem Tanktop bekleidet, auf dem „I love beer“ stand, noch eines hatte eine Kopfbedeckung auf, die an einen Cowboyhut erinnerte. Als er näher kam, konnte Gerhard sogar die Musik erkennen, bei der die Menge mitgrölte: „Einen Stern, der deinen Namen trägt …“. Der beißende Geruch, der ihn hierhergelockt hatte, stieg aus seltsamen Gebilden hervor, an denen einige Schnabeltiere mittels Schläuchen zogen und Rauch in Form von Ringen ausstoßen. Da sprang ihm auch schon ein mit Glitzersteinen verziertes Schild ins Auge, das in der Mitte der Wiese prangte: „Brigittes Mottoparty: Feiern wie die Erdlinge“. „Na super …“, dachte Gerhard, „jetzt geht’s hier genau so weiter, wie es vor zwei Jahren aufgehört hat.“

Da es langsam dunkel wurde, suchte er sich am Rande der Wiese ein kleines Plätzchen und zog sich in seinen Panzer zurück. Er öffnete seinen kleinen Guckschlitz aus Panzerglas und schaute dem bunten Treiben zu, bis ihm seine kleinen, schrumpeligen Augen zu fielen. „Irgendwie schön, ein bisschen Heimat in der Fremde“, dachte er, während er zu Helene Fischers Atemlos durch die Nacht langsam einschlief.

Er schreckte auf, als es schon komplett dunkel war. Er hörte aufgeregtes Quaken. „Die Enten kommen“, dachte er, kramte seine Kamera heraus und machte sich bereit, seiner Mission als Entenfotograf nachzugehen.

Na das klingt ja fast so, als wäre Meridia der neue Ballermann! Hättet ihr das von diesem Planeten erwartet? Ob sich Gerhard ins Getümmel schmeißen, eine Runde raven und an der Shisha ziehen oder doch lieber weiter auf Entdeckungstour gehen wird? Wie es weitergeht, erfahrt ihr nächste Woche von Annica im dritten Teil der unendlichen Geschichte.

Illustration: Elisa Schwertner

CoFit-19 – Sportlich durch den Lockdown mit selbstgemachten Gewichten

CoFit-19 – Sportlich durch den Lockdown mit selbstgemachten Gewichten

Das Fitnessstudio habt ihr seit mindestens einem Jahr nicht mehr von innen gesehen, die Sportmatte hat es sich mit den Wollmäusen unterm Bett gemütlich gemacht und auf dem Rad dem Greifswalder Gegenwind standzuhalten, ist so anstrengend wie noch nie? Kennen wir. Unsere Redaktion versucht, sich aufzuraffen und neue sportliche Aktivitäten während des Lockdowns auszuprobieren. Mit etwas Glück entdeckt ihr in unserer neuen Reihe also vielleicht etwas, woran ihr auch Spaß findet. Vielleicht liegt ihr aber auch lieber im Trainingsanzug auf der Couch und zieht euch die zweite Pizza rein während ihr unsere Artikel lest – auch okay, wir wünschen euch jedenfalls viel Spaß!

Gewichte, Gewichte Gewichte!

Fitnessstudios sind mir suspekt! Abgesehen davon, dass ich mich vor allen Leuten blamieren würde, weil ich die Geräte falsch benutze, würde ich mich einfach die ganze Zeit beobachtet fühlen. Auch, wenn wahrscheinlich alle auf sich selbst fokussiert sind, wäre ich total unter Druck: bloß nicht schwitzen, bloß nicht keuchen, bloß nicht nach 5 Minuten einen halben Kreislaufzusammenbruch erleiden. Daher hat es mich auch nicht wirklich gestört, dass die Fitnessstudios geschlossen wurden. Nichtsdestotrotz sind mir im Dschungel der Fitness-YouTuber*innen immer wieder Videos vorgeschlagen worden, in denen statt klassischen Gewichten Gegenstände genutzt wurden, die man wahrscheinlich sowieso zuhause hat. Auch, wenn ich seit einigen Wochen keinen Sport mehr gemacht habe, wage ich also einen Versuch: Training mit Gewichten von zuhause.

Für wen eignet sich dieses Gewichtstraining?

Wenn ihr es gewohnt seid, 20-kg-Hanteln zu stemmen, wird euch ein Training mit Reistüten wahrscheinlich nicht erfüllen. Man kann die Gewichte allerdings gut anpassen und je nach Bedarf mehrere und schwerere Gegenstände benutzen.

Was benötige ich? 
  • Zwei Flaschen, die möglichst mit der gleichen Menge an Wasser gefüllt werden
  • Einen Beutel, der mit schweren Gegenständen gefüllt wird. Ich habe einen Jutebeutel mit drei Milchtetrapacks, einem Buch, einer Packung Zucker und einer (angefangenen) Packung Linsen gefüllt. 

Wie viel Geld muss ich dafür ausgeben?

Da ihr euch einfach in eurer Küche und eurem Bücherregal bedienen müsst, wahrscheinlich gar nichts!

Wie viel Zeit muss ich dafür einplanen?

Die Gewichte müsst ihr zunächst einmal vorbereiten, aber das ist in wenigen Minuten erledigt. Je nachdem, welches Workout ihr macht, dauert das Training länger oder kürzer. Die beiden Videos, an denen ich mich orientiert habe, dauern insgesamt 30 Minuten.

Durchführung

Da ich blutige Anfängerin bin, überlasse ich die Planung des Workouts der Fitness-Influencerin Pamela Reif. Nachdem ich mich kurz warm gemacht habe, habe ich zuerst das Workout „20 MIN BOOTY + THIGHS“ durchgeführt, wofür ich den Beutel mit schweren Gegenständen verwendet habe. Das Gute an dem Workout ist, dass Pamela Reif durchgängig die Übungen erklärt, auf mögliche Fehler hinweist und immer wieder motiviert, weiter zu machen. Dieses Workout beginnt mit einer „Booty Activation“, wofür noch keine Gewichte gebraucht werden und in dem Übungen wie „Straight Leg Pulses“ und „Donkey Kicks“ den Anfang machen. Der Hauptteil besteht aus 6 Supersets, wo unter anderem das Gewicht zum Einsatz kommt. Damit werden vielfältige Übungen durchgeführt, zum Beispiel Squats, Squat Pulses und Sumo Squats. Zwischen den einzelnen Sets werden zum Glück einige Pausen gemacht. Der letzte Teil wird von der Trainerin selbst mit „Burnout with 6min of Glute Bridges, to make those butt cheeks buuuuurn“ beschrieben. Dieser Part findet auf dem Boden in verschiedenen Varianten der „Glute Bridge“ statt. Auch dabei wird das Gewicht auf die Hüfte gelegt, um das Training effektiver zu machen. Wie Pamela Reif aber selbst zugesteht: Man kann den Gewichts-Beutel auch jederzeit ablegen und ohne weiter machen!

Weil mir das nicht genug war und ich meinem vom Home Office geschundenen Rücken etwas Gutes tun wollte, habe ich zum Abschluss noch das Training „10 MIN BACK WORKOUT“ drangehängt. Hierfür kamen meine beiden mit Wasser gefüllten Weinflaschen zum Einsatz. Dieses Workout ist nicht mit einer genaueren Erklärung von der Trainerin begleitet, dafür ist unangenehme Musik unterlegt – eine klassische Lose-Lose-Situation als. Das Praktische hierbei ist aber, dass ihr das Video ja auch einfach stumm schalten und zu eurer eigenen Musik Sport machen könnt. Dieses Workout enthält keine Pausen, ist aber auch deutlich kürzer und (wie ich finde) weniger anstrengend. Die Übungen finden überwiegend im Stehen statt und nennen sich „Arm Row“, „Good Mornings“ oder „Wood Chopper“ (davon muss man sich wohl ich ein eigenes Bild machen…). Der abschließende Teil spielt sich auf der Matte und hauptsächlich ohne Gewichte ab. Hier werden allseits beliebte Variationen des Planks und des Supermans gemacht.

Mein Fazit

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Spaßfaktor

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Schweißfaktor

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Effizienz

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Preis-Leistungs-Verhältnis

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Trendpotential

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Nachbarschafts-verträglichkeit

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Anfänger*innen-tauglichkeit

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Spontanität

Puh, das war anstrengend! Die Gewichte waren schnell vorbereitet, allerdings werde ich die Tasche für jedes Workout neu packen müssen – den Zucker und die Milch darin will ich nämlich auch noch verwenden (zum Beispiel um mir zur Belohnung einen leckeren Kuchen zu backen). Anfangs hatte ich Bedenken, ob die Tasche mit den Gewichten wirklich so praktisch ist, denn besonders handlich wirkte mein Konstrukt nicht. Obwohl ich die Tasche nicht ganz so schnell greifen konnte, wie Pamela (ja, ich darf sie inzwischen Pamela nennen) ihre Hantel, funktioniert es aber doch überraschend gut und ich hatte über das gesamte Workout hinweg einen guten Halt. Die Weinflaschen hatte ich nicht bis zum Rand gefüllt, sodass das Wasser die ganze Zeit hin und her geschwappt ist – das war ein bisschen nervig. Trotzdem war ich am Ende froh, dass ich nicht noch schwerere Gewichte hatte, denn selbst halbvolle Flaschen werden auf Dauer ganz schön schwer! Apropos schwer: Prinzipiell ließ sich den Übungen gut folgen, aber sie haben mich ganz schön ins Schwitzen gebracht und zwischendurch hatte ich ehrlich gesagt keine Lust mehr. Da die Gewichte mir aber das Gefühl gegeben haben, dass die Übungen sehr effektiv sind (wie effektiv sie tatsächlich sind, ist für mich schwer zu beurteilen) und Pamela zumindest im ersten Video einige Pausen eingebaut hat, konnte ich mich immer wieder selbst motivieren. Allerdings würde ich beim nächsten Mal die Reihenfolge der beiden Videos tauschen, da meine Beine im zweiten Workout ziemlich doll gezittert haben.  Das Gute ist, dass man je nach Wunsch sehr viele Körperregionen trainieren kann, entweder angeleitet durch YouTube-Videos oder einfach individuell und nach eigenem Geschmack. Da ich für diese Übungen nur eine halbwegs gut sortierte Küche und einen Jutebeutel (und eine Internetverbindung) brauchte, kann ich sie nur empfehlen: Denn selbst, wenn ihr keinen Spaß daran finden solltet, habt ihr am Ende des Tages zwei Flaschen Wein getrunken und mal wieder das Sortiment eurer Küche inspiziert. Und auch eure Nachbar*innen werden euch ohne böse Blicke im Treppenhaus auf dem Weg zum Sommerkörper begleiten, denn, abgesehen von ein paar wenigen Sprüngen, waren die Übungen sehr nachbarschaftsfreundlich.

Beitragsbilder: Lilli Lipka

Regional, saisonal und lecker – drei schnelle Rezepte mit Bärlauch

Regional, saisonal und lecker – drei schnelle Rezepte mit Bärlauch

Was in den letzten Lockdowns noch Bananenbrot war, wurde nun für kurze Zeit vom Bärlauch abgelöst. Veronika, der Hype ist da! Nur kurz, aber dafür intensiv. Knackig grün und mit dem würzigen Geschmack nach Knoblauch blüht Bärlauch nämlich nur von April bis Mai. Es wird also Zeit, den wilden Knoblauch in leckere, schnelle und günstige Gerichte umzuwandeln.

So habe ich mich am Wochenende auf die Pirsch durch die vorpommerschen Wälder begeben, bin durchs Unterholz geklettert und schon bald ist mir der unverwechselbar leckere Geruch vom „Knoblauchspinat“ entgegengeströmt. Beim Sammeln der Pflanze hab ich natürlich Acht gegeben, dass es sich dabei nicht um einen der zum Verwechseln ähnlich sehenden Nachmachern Maiglöckchen oder Herbstzeitlosen handelt. Falls euch die eigene Suche zu riskant und umständlich ist, könnt ihr übrigens auch im nächsten Supermarkt auf die Jagd gehen.

Zuhause angekommen, habe ich die Blätter noch einmal sorgsam inspiziert, gründlich gewaschen und mit der Salatschleuder halbwegs gut getrocknet. Ich habe die beiden Klassiker Bärlauchpesto und Bärlauchbutter gemacht. Außerdem habe ich eine Kartoffel-Bärlauch-Suppe gekocht, die auch ziemlich lecker war. Alle Gerichte können übrigens ganz einfach vegan gestaltet oder mit Alternativen variiert werden und sind in Nullkommanichts fertig.

Bärlauchpesto

Ihr benötigt für ein Gläschen:

  • 100-150 g Bärlauch (Bärlauch wird sehr sehr klein, wenn er gehäckselt wird)
  • eine Hand voll Pinienkerne oder andere Nüsse eurer Wahl
  • einen grooooßen Schuss Olivenöl (ich habe Olivenöl genommen, ihr könnt aber auch zum Beispiel Sonnenblumenöl verwenden)
  • wenn ihr mögt, Parmesan (ich habe ihn weggelassen und es hat trotzdem sehr gut geschmeckt)
  • Salz

So geht’s:

Die Pinienkerne werden in einer Pfanne angeröstet und dann kurz mit einem Zerkleinerer gehäckselt. Dann können die restlichen Zutaten hinzugefügt werden und alles wird kleingehackt, bis es die gewünschte Konsistenz hat. Falls euch das Pesto zu fest vorkommt, kann noch mehr Öl hinzugefügt werden und nach Geschmack könnt ihr noch mehr Salz und Käse dazugeben. Schon ist das Pesto fertig und kann mit Nudeln serviert werden. Ein aufgepimpter Studi-Klassiker – nur regional!

Bärlauchbutter

Ihr benötigt:

  • eine Packung weiche Butter oder Margarine
  • etwa 100 g Bärlauch
  • Salz und Pfeffer
  • wenn ihr mögt, etwas Zitrone zum Verfeinern

So geht’s:

Die Butter in kleine Stücke schneiden und den Bärlauch hacken. Alle Zutaten mit einem Pürierstab mixen und nach Geschmack würzen. Schon fertig! Die Butter könnt ihr entweder einfrieren und zum nächsten Grillabend auf dem Baguette essen oder schon jetzt auf einer frischen Scheibe Brot genießen.

Kartoffel-Bärlauch-Suppe

Ihr benötigt für 4 Portionen:

  • etwa 150 g Bärlauch
  • circa 500 g Kartoffeln
  • 500 ml Gemüsebrühe
  • 1 Zwiebel
  • einen Schuss Sahne
  • Öl, Salz, Pfeffer

So geht’s:

Die Zwiebeln und Kartoffeln klein schneiden und mit etwas Öl in einem Topf anbraten. Mit der Gemüsebrühe ablöschen und köcheln, bis die Kartoffeln weich sind (etwa 15 Minuten). Währenddessen kann der Bärlauch kleingehackt werden. Im Anschluss können die Kartoffeln püriert werden. Die Suppe mit Salz und Pfeffer würzen und dann können auch schon die Sahne und der Bärlauch hinzugefügt werden. Wenn ihr die Suppe feiner mögt, kann sie zusammen mit dem Bärlauch auch ein zweites Mal püriert werden. Das grüne Süppchen könnt ihr dann nach Wunsch mit einem Klecks Schmand oder etwas Brot essen. Guten Appetit!

Bilder: Lilli Lipka

Greifswalder Literaturfrühling 2021

Greifswalder Literaturfrühling 2021

Auch, wenn der Frühling selbst noch auf sich warten lässt, wurde in der Greifswalder Literaturlandschaft der Lenz eingeläutet.

Seit Anfang des Monats findet der Greifswalder Literaturfrühling statt. Zum 8. Mal haben das Kulturzentrum St. Spiritus, das Koeppenhaus, die Stadtbibliothek Hans Fallada, radio 98eins und die STRAZE ein einmonatiges Programm zusammengestellt.

Gerade jetzt in schwierigen Zeiten kommt der Literatur eine wichtige und besondere Bedeutung zu. In Geschichten oder Dichtungen kann man weiterhin reisen, in andere Realitäten und Welten entfliehen. Bücher sind geistige und künstlerische Nahrung, regen zum Nachdenken an, geben Hoffnung, unterhalten uns, amüsieren uns.

Pressetext Literaturfrühling 2021

 

 

Das Programm des Greifswalder Literaturfrühlings ist vielfältig und setzt sich mit verschiedensten Gesichtspunkten der Literatur auseinander. So fand zum Beispiel am Donnerstag ein Radiokonzert der Sängerin und Liedermacherin Seentaucherin statt, die Anekdoten, Ideen und Poesie vertonte und mit der Gitarre untermalte.

Das radio 98eins veranstaltet am 24. April außerdem „Das Stille Wörtchen“. Für den Schreibwettbewerb können unter dem Thema „Drinnen & Draußen“ Texte und Gedichte eingesendet werden, die dann im Radio vorgelesen werden. Am 29. April findet außerdem eine Lesung zum Literaturpreis MV 2020 statt. Der Jury-Preisträger Tobias Reußwig und die Finalistin Theresa Steigleder stellen im Gespräch mit dem Autor Thomas Kunst die Lese-Anthologien der Literaturpreisfinalist*innen vor.

Auch für die jüngeren Literaturinteressierten sind Programmpunkte geplant, wie zum Beispiel das Kindertheater „Die kleine Raupe“ und eine Bilderlesung aus „Der Miesepups“.

Alle Veranstaltungen sind so konzipiert, dass sie – sofern es die Corona-Maßnahmen nicht anders vorsehen – bequem von zuhause genossen oder digitale Alternativen bereitgestellt werden können.

Genaue Infos zu den einzelnen Veranstaltungen sind auf der Website des St. Spiritus zu finden.

Beitragsbilder: St. Spiritus und Aaron Burden auf Unsplash

Intersektion von Jewishness und Queerness in den Medien – ein Vortrag der Gender Trouble AG

Intersektion von Jewishness und Queerness in den Medien – ein Vortrag der Gender Trouble AG

Die Gender Trouble AG hat einen Vortrag mit dem Titel „Zur Intersektion von Jewishness und Queerness in (audio-)visuellen Medien“ am 15. April organisiert.

Bei der AG handelt es sich um eine Arbeitsgemeinschaft der Uni Greifswald, die sich „für die Gleichberechtigung aller Geschlechter, Geschlechterrollen sowie sexuellen Identitäten“ einsetzt. Die Referentin Dr. Véronique Sina ist am Institut für Film-, Theater-, Medien- und Kulturwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz tätig. Dabei forscht sie zu Themen wie Medien- und Kulturtheorie, Gender- und Queertheorie oder Jewish Visual Culture Studies.

Ihr Vortrag befasst sich mit dem Zusammenhang von Jewishness und Queerness und soll sich vor allem mit der Frage auseinandersetzen, welche geschlechtlich codierten Auffassungen vom ‚Jüdischsein‘ durch verschiedenste Medien vermittelt und verhandelt werden. Dabei soll auf gegenwärtige Inszenierungen Bezug genommen werden wie zum Beispiel die US-amerikanische Serie Transparent.

Die Veranstaltung findet am Donnerstag, den 15. April um 18 Uhr statt. Der Vortrag wird über BigBlueButton laufen und über den Moodle-Kurs der Gender Trouble AG könnt ihr teilnehmen.

Das Wichtigste auf einen Blick:
Was? Vortrag „Zur Intersektion von Jewishness und Queerness in (audio-)visuellen Medien“
Wann? Donnerstag, den 15. April, 18 Uhr c.t.
Wo? bei BigBlueButton im Moodle-Kurs der Gender Trouble AG

Beitragsbild: NeONBRAND auf Unsplash