AfD-MV: Das Wahlprogramm unter der Lupe

AfD-MV: Das Wahlprogramm unter der Lupe

Bauernproteste, Klimakleber, Treppenstürze und Nazi-Lieder – die letzten Wochen haben Mecklenburg-Vorpommern viel abverlangt. Keine Partei stand dabei so im Fokus wie die AfD. Grund genug, das Kommunalwahlprogramm der AfD in Mecklenburg-Vorpommern genauer zu betrachten.

Präambel

Am 9. Juni finden in Greifswald die Kommunal- und Europawahlen statt. Die letzten Wochen der Kommunalpolitik waren geprägt von Treppenstürzen, eskalierenden Bürgerversammlungen und vielen, vielen Demonstrationen . Das Klima ist spürbar aufgeheizt.
Im Zuge dieser Ereignisse wurde wohl über keine Partei so viel gesprochen, diskutiert und gestritten wie über die AfD. Das haben wir zum Anlass genommen, uns genauer mit der AfD-MV auseinanderzusetzen und die Ziele der Partei anhand ihres Wahlprogramms für die Kommunalwahl zu durchleuchten.

Es wäre schwierig, Themen wie Pflege, kommunale Finanzen oder Migration zu analysieren, ohne entsprechende Experten zu befragen. Hierzu griffen wir, sofern möglich, auf qualifizierte Wissenschaftler und deren Expertise zurück.

Aber ist es nicht realitätsfern, ein ganzes Wahlprogramm für bare Münze zu nehmen, da Parteien doch immer auf Koalitionen und Kompromisse angewiesen sind? Ja, das wäre es.

Nikolaus Kramer, Fraktionsvorsitzender der AfD-MV im Landtag und Listenplatz 1 für die Kommunalwahl in Greifswald, scheint das jedoch ganz anders zu sehen. In seinem Podcast stellt er seinem Interviewpartner René Springer (AfD, MdB) die Frage, die auch uns umgetrieben hat: „Der politische Gegner wirft uns vor, wir hätten keine Lösungen. Das kannst du alles gar nicht umsetzen, was wir in unserem Parteiprogramm zu stehen haben und unsere Kernforderungen. Bist du der Meinung, wir können unsere Versprechen tatsächlich in die Tat umsetzen […]?“1  Springer antwortet darauf sinngemäß: Ja, sofern die Wähler einem die Macht dazu verleihen. Ziel sei es, die absolute Mehrheit zu erringen. „Ja, richtig!“, bestätigt der Spitzenkandidat.2 

Kurz danach führt Nikolaus Kramer weiter aus und stellt klar: „Bei uns, bei der AfD, muss sich gar nichts ändern. Wir lassen uns ja nicht auseinanderdifferenzieren oder springen über irgendwelche Stöckchen. Wenn, dann muss sich etwas bei einem potenziellen Koalitionspartner ändern, damit dieser für uns koalitionsfähig bleibt.“3

Daraus erschließt sich für uns: Die Forderungen und Ziele der AfD bleiben bestehen. Auch Koalitionspartner können keinen Einfluss nehmen. Wir können das Programm also tatsächlich für bare Münze nehmen.

Was sind die wichtigsten Forderungen der AfD-MV?

Für Infrastruktur

  • Zustand kommunaler Straßen verbessern / Ausbau von Rad- und Wanderwegnetzen
  • Stillgelegte Bahnstrecken im ländlichen Raum reaktivieren
  • Beschleunigung der Genehmigungsverfahren für Bauvorhaben
  • Flächendeckende Bargeldversorgung

Für Ehrenamt bei der Freiwilligen Feuerwehr

  • Stärkere finanzielle Unterstützung bei der Beschaffung von Ausrüstung
  • Genügende Anzahl an Weiterbildungskursen

Sind die Forderungen kommunal umsetzbar?

Nein.  

Die meisten der genannten Forderungen sind nicht allein auf kommunaler Ebene umsetzbar. Sie erfordern eine enge Zusammenarbeit und finanzielle Unterstützung von Landes- und Bundesebene, um erfolgreich und nachhaltig realisiert zu werden.

Was lässt sich außerdem sagen?

Zu Infrastruktur:

Für die infrastrukturellen Forderungen sind die finanzielle Unterstützung von Land und Bund ein wesentlicher Faktor, ohne den viele Maßnahmen nur sehr schwer realisierbar sind. Kommunen können aber durch gezielte Planungsmaßnahmen, interkommunale Zusammenarbeit und die Nutzung von Förderprogrammen wichtige Schritte zur Umsetzung dieser Forderungen unternehmen. 
Um Genehmigungsverfahren zu beschleunigen, können die Kommunen durch Implementierung des Onlinezugangsgesetzes und die Nutzung moderner Technologien wie Künstliche Intelligenz auf lokaler Ebene unterstützen, indem sie digitale Plattformen für Genehmigungsverfahren bereitstellen.
Jedoch können einige Voraussetzungen wie beispielsweise die rechtlichen Rahmenbedingungen und Zuständigkeiten auf Landes- oder Bundesebene liegen und somit die Möglichkeiten der Kommunen beeinflussen oder bestimmen.  

Zur Freiwilligen Feuerwehr: 

Dass die Forderungen nach finanzieller Unterstützung und Weiterbildungskursen für die Freiwillige Feuerwehr in erster Linie auf Landesebene umzusetzen sind, wurde bereits ausgeführt.
Dennoch war es uns wichtig, die zu befragen, die es betrifft. Für unsere Recherchen baten wir also eine traditionsreiche Freiwillige Feuerwehr um ein Interview. Diese befindet sich etwa 45 Minuten von Greifswald entfernt, ruhig gelegen im ländlichen Raum. Wir hatten die Möglichkeit, direkt mit einem erfahrenen Feuerwehrmann zu sprechen. Dieser wollte nicht namentlich genannt werden, darum nennen wir ihn Marko.

Marko erklärte uns, wie er in den letzten Jahren viel Zeit und Engagement in die Feuerwehr steckte. Feuerwehr funktioniere nur mit Politik, daran habe er immer geglaubt. Deswegen sei ihm auch ein enger Kontakt beispielsweise zum Landesparlament besonders wichtig. Er habe es geschafft, politische Entscheidungen anzustoßen, und ist bis heute vor allem der CDU für deren Einsatz für die Freiwillige Feuerwehr dankbar. Befürchtungen habe er insofern, dass die Investitionen nicht als Kreislauf wahrgenommen würden. Konkrete Vorschläge und ein Grundinteresse an dem nicht ganz unwichtigen Thema Brandschutz seien deshalb erforderlich.

Die AfD-MV fordert, dass genügend Kurse angeboten werden, um die Anforderungen an die Spezialisierung der Feuerwehrkameraden zu erfüllen. „Ein großes Problem ist nicht etwa, dass nicht genug Weiterbildungsmaßnahmen angeboten werden, sondern dass sie nicht zugänglich sind“, sagt uns Marko im Interview.
Er schildert uns, dass die Landesfeuerwehrschule in Malchow zu klein sei. Viele Lehrgänge würden schon dezentral angeboten, dennoch seien für manche Lehrgänge Wartezeiten von über vier Jahren normal.

Auch beim Grundinteresse an dem Ehrenamt Freiwillige Feuerwehr habe sich einiges entwickelt. Marko berichtet von Veranstaltungen, zu denen auch politische Vertreter eingeladen wurden. Mittlerweile würden Politiker aber auch eigeninitiativ auf ihn zukommen. „Die SPD hat sich gemeldet – von sich aus – die CDU sowieso. Die haben gesagt: Wir möchten gerne mal vorbeikommen und die Wache angucken. Dann können wir uns unterhalten und ihr sagt, was ihr braucht, wie ihr euch finanziert und wohin die Wege führen sollen. Aber ich habe noch keinen AfD-Politiker gesehen, der in eine Kommune gefahren ist und gefragt hat: Was braucht ihr? Wie können wir helfen? … Ist das nicht traurig?“

Was sind die wichtigsten Forderungen der AfD-MV?

  • "Wiederherstellung" und Wahrung der Sicherheit
  • Erhöhte Polizeipräsenz, Verstärkung der Ordnungsämter
  • Konsequentere Abschiebungen (zur Analyse siehe Migration)

Sind die Forderungen kommunal umsetzbar?

Nein.  

Sollte die Sicherheit gefährdet sein, würden die Kommunen sicherlich nicht allein gelassen werden. Maßnahmen zur Wiederherstellung der Sicherheit erfordern eine landes- oder sogar bundespolitische Autorisierung. Die Verstärkung der Ordnungsämter ist größtenteils auf kommunaler Ebene umsetzbar. Konsequentere Abschiebungen hingegen sind hauptsächlich von der Bundesebene abhängig.

Was kann außerdem gesagt werden?

Zur “Wiederherstellung der Ordnung“:

Der Begriff "Wiederherstellung" wird im Programm der AfD-MV bewusst genutzt.
Er deutet an, dass nach Ansicht der AfD-MV die Sicherheit in unserem Bundesland bereits verloren gegangen ist. Das sollte alarmierend sein. Aus dem Wahlprogramm ist nicht ersichtlich, worauf die Parteimitglieder ihre Ängste begründen. Wären die Sicherheit und Ordnung, die freiheitlich-demokratische Grundordnung, wirklich gefährdet, so wäre die Präsenz von Polizei und Bundeswehr eine ganz andere.
Es bleibt unklar, wie die AfD-MV zu dieser Ansicht gekommen ist. Doch Dramatik überzeugt manchmal mehr als eine Statistik.

Zu erhöhter Polizeipräsenz und Verstärkung der Ordnungsämter: 

Sicherheit ist ein vielschichtiges Thema.
Während erhöhte Polizeipräsenz kurzfristig zu einem Rückgang der Kriminalität und einem gesteigerten Sicherheitsgefühl beitragen kann, sind die finanziellen Kosten, die potenzielle Verlagerung der Kriminalität und die gesellschaftlichen Auswirkungen wichtige Faktoren, die berücksichtigt werden müssen.
Eine nachhaltige Strategie zur Kriminalitätsbekämpfung sollte daher langfristige und präventive Maßnahmen umfassen. Damit sind konkret Maßnahmen zur Bekämpfung von Armut, sozialer Ungleichheit und anderen strukturellen Ursachen von Kriminalität gemeint.

Gibt es einen “klaren statistischen Zusammenhang zwischen Masseneinwanderung und Gewaltkriminalität“?

Quelle: polizei.mvnet.de, Jahresbericht PKS 2023

Quelle: polizei.mvnet.de, Jahresbericht PKS 2023 

Das Wahlprogramm der AfD-MV spricht von einem klaren statistischen Zusammenhang zwischen Masseneinwanderung und dem Anstieg von Gewaltkriminalität.
Schauen wir uns das in der Abbildung an: Wir können sehen, wie die Gewaltkriminalität von 2014 bis 2019 jedes Jahr ein wenig ansteigt. Wenn wir der AfD-MV folgen wollen, so würden wir erwarten, dass besonders in den Jahren 2016 und 2017 – zu Zeiten der großen Geflüchtetenwelle – die Kurve stark ausschlagen müsste. Das tut sie aber kaum.
Ab 2020 dann ein großer Fall bis auf 2.600 erfasste Fälle, und ab dann wieder aufwärts.Die AfD-MV kennt für diesen Anstieg nur eine Ursache: Masseneinwanderung. 

Forschende des Bundeskriminalamtes (BKA) haben drei Hauptfaktoren identifiziert, die zu dieser Entwicklung beigetragen haben: Diese Faktoren zeichnen ein komplexes Bild, in dem soziale Umstände eine zentrale Rolle spielen.
Während der Covid-19-Pandemie war die Mobilität stark eingeschränkt, was zu einem Rückgang der Straftaten führte. Mit dem Ende der pandemiebedingten Beschränkungen im Frühjahr 2023 hat sich die Situation jedoch grundlegend verändert. Menschen sind wieder häufiger unterwegs, was automatisch mehr Gelegenheiten für Gewaltdelikte bietet. Öffentliche Räume sind stärker frequentiert und damit anfälliger.
Ein weiterer bedeutender Faktor ist die aktuelle wirtschaftliche und soziale Lage. Die Inflation wird von der Bevölkerung als ein ernsthaftes Problem wahrgenommen und steht in direktem Zusammenhang mit der Anzahl der Gewaltdelikte. In wirtschaftlich schwächeren Regionen sind die Kriminalitätsraten besonders hoch. Hinzu kommen die psychischen Belastungen, die vor allem Kinder und Jugendliche infolge der Corona-Maßnahmen zu tragen haben. Diese erhöhten Belastungen können die Anfälligkeit für Straftaten steigern, da Stress und Unsicherheit häufig zu impulsivem Verhalten führen.
Auch Migration wird als Faktor genannt. Es ist allerdings nicht die Herkunft der Menschen, sondern ihre oft prekäre Lebenssituation, die hier eine Rolle spielt. Die Lebenssituation in Erstaufnahmeeinrichtungen, wirtschaftliche Unsicherheit und vorherige Gewalterfahrungen sind Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit von Gewaltkriminalität erhöhen können. Eine bessere Integration und Unterstützung können helfen, diese Risiken zu minimieren.

Wer immer noch behauptet, der Anstieg sei ganz klar auf Masseneinwanderung zurückzuführen, ignoriert die zwei anderen Faktoren also völlig.

Wer sich dafür interessiert, warum die Forderung nach konsequenterem Abschieben eine große Illusion ist, der kann gerne unter dem Punkt „Asyl und Migration“ weiterlesen.

 

Das Problem mit den Forderungen

In ihrem Wahlprogramm präsentiert die AfD verschiedene Vorschläge zur Familienpolitik.
Wir setzten uns mit Experten auseinander, um die Vorschläge einzuordnen. Das Problem: Die Forderungen als solche sind politisch diskutabel und umsetzbar, die Präsentation wirft aber tiefgreifende Fragen auf.

Das "Baby-Begrüßungsgeld"

So propagiert die AfD-MV ein Baby-Begrüßungsgeld als Teil einer "Kinder-Willkommenskultur".
Diese Aufmachung ist problematisch. Der Begriff der "Willkommenskultur" entstand während der Geflüchtetenwelle. Er bezeichnet zum einen die positive Einstellung von Bürgern, Politikern, Unternehmen, Bildungseinrichtungen, Sportvereinen und anderen Institutionen zu Migranten. Zum anderen drückt der Begriff den Wunsch aus, dass Migranten allen Menschen, denen sie begegnen, willkommen sein mögen.
Die AfD-MV vertritt eine klare Position gegen Einwanderung (s. Migration und Asyl). Durch das erneute politische Aufladen dieses Begriffs werden neue Spannungen geschaffen. So bleibt es auch beispielsweise unklar, ob Zugewanderte überhaupt Anspruch auf ein Baby-Begrüßungsgeld hätten. Oder mit anderen Worten, welche Familien die AfD-MV damit unterstützen möchte und welche nicht.

Die Familienbeauftragte, auf Kosten der Gleichstellungsbeauftragten:

Die AfD-MV sieht die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau in Deutschland als gegeben an und will daher die Gleichstellungsbeauftragten in Familienbeauftragte umwandeln.
Erneut, ein politisches Argument mit fadem Beigeschmack. Der Vorschlag einer Familienbeauftragten könnte von mehreren politischen Lagern konstruktiv diskutiert werden. Diese Begründung ignoriert aber tatsächliche Ungleichheit, die noch immer existiert. So erfasste die Hans-Böckler-Stiftung, dass im Jahr 2020 Frauen rund 18 Prozent weniger verdienen würden als Männer. Bis 2023 habe sich dahingehend nichts getan.

Die Angst vor dem "Gender-Mainstreaming" 

Sogenanntes "Gender-Mainstreaming" beschreibt die Verpflichtung, bei allen Entscheidungen die unterschiedlichen Auswirkungen auf Männer und Frauen in den Blick zu nehmen. So definiert es das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Die AfD-MV sieht das als Gefahr für die Gesellschaft. Die Partei erklärt: "Die Natur kennt zwei Geschlechter. Die Gender-Ideologie hingegen will die aus der Biologie resultierende Geschlechteridentität zerstören." Und spricht von einer "Indoktrinierung" durch eine "laute Minderheit". 

Doch Wissenschaftler wie Dr. Anne Fausto-Sterling und selbst die  Weltgesundheitsorganisation (WHO) betonen, dass Geschlecht sich aus sozialen Konstrukten zusammensetzt und von Gesellschaft zu Gesellschaft variieren kann.
Diese Definition betont die soziale Dimension von Geschlecht und unterstreicht, dass es sich nicht nur um eine biologische Dichotomie handelt. Daher ist es wichtig anzuerkennen, dass die Komplexität der Geschlechteridentität nicht auf einfache biologische Identitäten reduziert werden kann. 

Der politische Diskurs muss stets auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und respektvollem Dialog basieren. Diese Erkenntnisse zu verleugnen, wäre weder respektvoll noch wissenschaftlich.

Was sind die wichtigsten Forderungen der AfD-MV?

  • Erhalt und Ausbau der bestehenden Schulstruktur
  • Vermeidung von Unterrichts- und Betreuungsausfall
  • Schülerbeförderung mit Sitzplatzgarantie
  • Stärkung der Berufsausbildung
  • Erhalt der Förderschulen

 

Sind die Forderungen kommunal umsetzbar? 

Eher nein. 

Viele Maßnahmen, wie der Erhalt und Ausbau der Schulstruktur sowie die Digitalisierung, erfordern übergeordnete Unterstützung und ausreichende finanzielle Mittel. Die Bekämpfung des Lehrermangels und die Stärkung der Berufsausbildung benötigen eine Koordination mit Landes- und Bundesebenen. Der Erhalt der Förderschulen widerspricht der Inklusionspolitik und benötigt spezialisierte Ressourcen. Die Schülerbeförderung mit Sitzplatzgarantie ist organisatorisch machbar, bedarf jedoch finanzieller Investitionen und Planung.

 

Was kann außerdem gesagt werden?

Zu Erhalt und Ausbau der Schulstruktur: 

Die AfD fordert ein dichtes Netz an allgemein- und berufsbildenden Schulen, unterstützt durch umfangreiche Bau- und Sanierungsmaßnahmen sowie eine moderne technische Ausstattung und Digitalisierung.
Die Finanzierung solcher umfangreichen Vorhaben stellt eine große Herausforderung dar, insbesondere für finanzschwache Kommunen. Landes- und Bundeszuschüsse sind also unerlässlich, um diese Maßnahmen zu ermöglichen.

Zu Vermeidung von Unterrichts- und Betreuungsausfall: 

Ganztagsschulen mit umfassenden Betreuungsangeboten, einschließlich Hausaufgabenhilfe und Freizeitprogrammen, sollen laut AfD-MV den Unterrichtsausfall minimieren. Zudem soll der Mangel an Lehrpersonal durch Änderungen im Lehramtsstudium und kommunale Anwerbemaßnahmen bekämpft werden. Während Kommunen Ganztagsschulangebote einrichten können, erfordert die Bekämpfung des Lehrermangels Maßnahmen auf Landes- und Bundesebene. Zusätzliche personelle und finanzielle Ressourcen sind nötig, die kurzfristig oft schwer bereitzustellen sind.

Zu Schülerbeförderung mit Sitzplatzgarantie:

Die AfD verlangt eine zuverlässige Schülerbeförderung mit ausreichenden Bussen in enger Taktung und Sitzplatzgarantie für jeden Schüler. Zudem sollen Schüler den öffentlichen Nahverkehr kostenlos nutzen können, auch wenn sie nicht die örtlich zuständige Schule besuchen.
Diese Maßnahmen sind ganz prinzipiell auf kommunaler Ebene umsetzbar, erfordern jedoch erhebliche Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr und eine gute logistische Planung. Die Bereitstellung von Bussen und Fahrern stellt eine zusätzliche Herausforderung dar.

Zu Stärkung der Berufsausbildung:

Zur Förderung der dualen Ausbildung soll die Anzahl der Berufsschulen erhöht werden. Dies erfordert eine enge Zusammenarbeit mit Landesregierungen und regionalen Bildungsbehörden. Kommunen können unterstützende Initiativen ergreifen, sind jedoch auf übergeordnete Hilfe angewiesen.
Ohne eine ausreichende Nachfrage nach Ausbildungsplätzen könnte der Ausbau ineffizient sein.

Zu Erhalt der Förderschulen:

Die AfD spricht sich für den Erhalt der Förderschulen aus, die als Orte echter Inklusion gesehen werden. Ein gegliedertes Schulsystem aus Regional- und Förderschulen sowie Gymnasien wird befürwortet.
Diese Forderung steht im starken Widerspruch zur aktuellen Inklusionspolitik, die auf die gemeinsame Beschulung aller Schüler abzielt.

Zu den Forderungen des Wahlprogramms:

Auch hier könnten wir stumpf Vorschläge und Forderungen der AfD-MV wiedergeben und einordnen.
Beispielsweise könnten wir die widersprüchlich gesetzten Prioritäten thematisieren: Normalerweise gilt für die AfD-MV nämlich ein strikter Abbau der Bürokratie und der Wunsch nach einem "schmalen Staat". Was den Denkmalschutz betrifft, fordert die Partei jedoch mehr Personal für die betroffene Behörde.
Insgesamt könnten die Forderungen für Heimat einen wirren Eindruck vermitteln: Sie schlagen eine Förderung der niederdeutschen Sprache, den Erhalt "herrschaftlicher Gutshäuser" und Chorarbeit vor. Allesamt Dinge, die harmlos wirken. Die AfD zeigte aber mutmaßlich bei einem Treffen zur sogenannten "Remigration" von Millionen Menschen, wie offen ihr Heimatverständnis ist.

Die Forderungen abseits des Wahlprogramms? Remigration?

Nach Recherchen von CORRECTIV sähe der Remigrationsplan vor, dass alle, die nicht als ausreichend "deutsch" angesehen würden, beispielsweise deutsche Staatsbürger mit Migrationshintergrund, abgeschoben oder durch "hohen Anpassungsdruck" zur Auswanderung gebracht werden sollten. In einigen Fällen könnten politische Gegner oder sogar Journalisten ins Visier genommen werden. Abgeschoben werden sollte vorzugsweise nach Afrika, um dort einen "Musterstaat" zu schaffen. Ein Vorhaben, das die Verweisung von Menschen aufgrund ihrer politischen Überzeugungen, Ethnie oder Religion fordert, würde grundlegende Menschenrechte verletzen.

Die Politik, die durch die CORRECTIV-Recherchen aufgezeigt wird, würde versuchen, eine ethnische und politische Homogenität im Land zu erzwingen. Diese Maßnahmen würden Minderheiten unterdrücken und die politische Opposition zum Schweigen bringen."Die AfD versteckt unter dem Mantel der Bürgerlichkeit tiefe braune Abgründe", resümiert der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD im Bundestag, Dirk Wiese, zu den CORRECTIV-Recherchen.

Was sind die wichtigsten Forderungen der AfD-MV?

Für alle Versorgungsbereiche:

  • Ausbau von Praxiskliniken für ambulantes Operieren
  • Arztpraxis auf Rädern
  • Organisation regionaler Bereitschaftsdienste
  • Ausbau der Leistungsoptionen im vorärztlichen Betreuungsbereich
  • Abbau der Hürden bei der Anstellung von ärztlichem Personal

Für den Pflegenotstand:

  • Mehrgenerationshäuser, um dem Pflegenotstand entgegenzuwirken

Zurücknahme des Tariftreuegesetzes 

Sind die Forderungen kommunal umsetzbar? 

Eher nein. 

Die Umsetzbarkeit dieser Forderungen hängt stark von der Zusammenarbeit zwischen kommunalen und staatlichen Behörden sowie von den verfügbaren finanziellen Ressourcen und rechtlichen Rahmenbedingungen ab.

Was kann außerdem gesagt werden?

Zu den beispielhaften Forderungen für alle Versorgungsbereiche:

Zu diesen Vorschlägen hatten wir die Möglichkeit, Prof. Dr. Steffen Fleßa zu befragen.
Steffen Fleßa ist Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre und Gesundheitsmanagement an der Universität Greifswald. Zudem publizierte er 2021 die wissenschaftliche Arbeit "Notfallversorgung auf dem Land", in welchem er  Lösungen und Ergebnisse in Bezug auf Wirtschaftlichkeit, medizinischen Nutzen und Nachhaltigkeit darstellt.

Steffen Fleßa erklärt, dass die einzelnen Forderungen "sich in ein Gesamtkunstwerk fügen müssen". Damit ist gemeint, dass beinahe jeder einzelne Vorschlag für sich genommen unzureichend wäre, aber in Kombination mit den anderen Vorschlägen umsetzbar.
Beispielsweise der Ausbau von Praxiskliniken zum ambulanten Operieren: Wenn ein Rentner eine Blinddarm-OP durchläuft, wäre es grob fahrlässig, ihn zwei Stunden lang mit dem Bus fahren zu lassen und ihn dann der Obhut seiner vermutlich nicht minder alten Frau zu überlassen. Gepaart jedoch mit der Forderung von Fahrdiensten, Telemedizin und erreichbarem ärztlichen Personal wäre dieses Vorhaben umsetzbar, befindet Fleßa.

Zu dem Pflegenotstand und den Mehrgenerationenhäusern:

"Es gibt viele Beispiele, wo das wunderbar funktioniert, und es gibt viele Beispiele, wo das gar nicht funktioniert", schildert uns Steffen Fleßa.
Er erklärt, dass solche Konzepte erfahrungsgemäß besonders erfolgversprechend sind, wenn sie frühzeitig zum Einsatz kommen, beispielsweise wenn ältere Menschen noch körperlich fit sind und es lange bleiben.
Sobald jedoch Pflegegrad 3 erreicht ist, wären Mehrgenerationenhäuser und Wohngemeinschaften schnell am Ende. Schon für eine Familie kann die häusliche Pflege eines Mitglieds zur zeitlichen Zerreißprobe werden.
"Wer jemanden mit einem Pflegegrad 3, 4 oder 5 wirklich pflegt, der ist nach einem halben Jahr in der Regel vollkommen fertig. Es ist ein 365-Tage- und 24-Stunden-Job. Und noch dazu ein schwerer Job." Eine vollständige Lösung des Pflegenotstands durch Mehrgenerationenhäuser oder Wohngemeinschaften ist also eher nicht absehbar.

Zu dem Tariftreuegesetz:

In aller Kürze besagt das Tariftreuegesetz folgendes: Eine staatliche Stelle darf von keinem Unternehmen Dienstleistungen oder Sachgüter annehmen, die selbst wiederum nicht bei ihren eigenen Mitarbeitern Tarifbindung haben. 

Den Status Quo veranschaulichen wir in einem Beispiel: Wir beauftragen einen Reinigungsdienst für ein Krankenhaus. Wenn die Summe groß genug ist, müsste diese Stelle europaweit ausgeschrieben werden.
Nun könnte sich ein Reinigungsdienst aus beispielsweise Spanien bewerben. Die Leiharbeiter würden dann hochgeschickt, könnten in Zelten übernachten und würden mit einem Stundenlohn von 3,20€ "entlohnt" werden. Theoretisch ist das zurzeit möglich.
Das Tariftreuegesetz regelt nun, dass wir bei den Unternehmen, mit denen wir zusammenarbeiten, sicherstellen müssen, dass diese auch die Tariftreue einhalten. Die spanischen Putzkräfte müssen also die gleiche Tarifbindung haben wie die eigenen Putzkräfte.

Steffen Fleßa sagt dazu folgendes: "Natürlich kann dies für das einzelne Krankenhaus erst einmal Mehrkosten bedeuten. Auf der anderen Seite: Kann es wirklich das Ziel sein, dass ein Krankenhaus an einer Stelle systematisch einspart und dafür an anderer Stelle die Menschen systematisch krank gemacht werden? Sei es durch schlechte Bezahlung oder schlechte Arbeitsbedingungen?
Wäre es nicht viel sinnvoller zu sagen: Menschen, die in diesem Krankenhaus arbeiten, werden fair und ordentlich bezahlt. Ich sorge dafür, dass entweder das gesamte Krankenhauswesen ausreichend finanziert ist oder ich von Anfang an sage, welche Leistung ich mir in diesem Bundesland nicht leisten kann, nicht leisten will – oder in ganz Deutschland.
De facto ist es aber so, dass wir uns manche Sachen nicht leisten können oder nicht leisten wollen. Wir sollten diese Rationierung aber nicht auf den Rücken der Schwächsten austragen. Es sind in der Regel die niedrigsten Lohngruppen, welche ausländische Tarife oder überhaupt gar keine Tarife haben. Wir würden dann auch noch bewusst mit diesen Menschen zusammenarbeiten, nur weil sie noch mal ein paar Euro billiger sind. Das glaube ich, ist eine grob ungerechte Sache und das tut auch uns als Gesellschaft nicht gut.
Ein Krankenhaus ist ein Teil des Gesundheitswesens, das eine soziale Verantwortung für die ganze Gesellschaft hat. Dazu gehört, im Sinne der WHO, dass das Krankenhaus nicht dazu beiträgt, dass der Rest der Gesellschaft, die nicht bis ins Krankenhaus kommen, noch kränker wird als sie vorher waren. Wenn sie solche Nebeltarife haben oder wenn sie überhaupt keinen Tarifvertrag haben oder alle möglichen aus dem Ausland nehmen, die ganz anderen Arbeitsgesetzgebungen unterliegen, dann macht das den Rest der Gesellschaft kranker."

 

Was sind die wichtigsten Forderungen der AfD? 

  • Stärkung des Mittelstands durch Bürokratieabbau.
  • Förderung des Tourismus - aber nicht zulasten der Natur und der "einheimischen Lebenskultur".
  • Rücknahme des Tariftreuegesetzes.

Sind die Forderungen kommunal umsetzbar? 

Ja, tatsächlich könnte die AfD auf kommunaler Ebene ihre Forderungen im Bereich "Wirtschaft und Soziales" umsetzen. Dies liegt auch maßgeblich daran, dass die Ziele recht allgemein gehalten sind.

Was kann außerdem gesagt werden? 

Zur Stärkung des Mittelstands durch Bürokratieabbau: 

Die Partei könnte tatsächlich auf kommunaler Ebene die Bürokratie abbauen, um den Mittelstand zu unterstützen. Auch eine Absenkung der Gewerbesteuer könnte umgesetzt werden, da sie von den Gemeinden erhoben wird.

Zur Förderung des Tourismus - aber nicht zulasten der Natur und der "einheimischen Lebenskultur": 

Die Forderung, den Tourismus zu fördern und dabei gleichzeitig auf den Schutz der Natur zu achten, bleibt abstrakt. Sie wird auch von anderen Parteien, wie den Grünen, gefordert.
Das einzige konkrete Detail ist die Ablehnung einer Kurtaxe für Einheimische und der "Bettensteuer". Unter einer Bettensteuer versteht man eine Abgabe, die Touristen bei der Übernachtung in einem Hotel entrichten müssen. Diese Steuer kann - genau wie Kurtaxen - von Kommunen erhoben werden, und die Erlöse würden ihnen gehören.
In Mecklenburg-Vorpommern erheben derzeit Schwerin, Wismar, Greifswald und Stralsund eine Bettensteuer. In Schwerin gelten die Einnahmen aus dieser Steuer als essenziell für den Haushalt der Landeshauptstadt.

Zu dem Tariftreuegesetz:

In Deutschland können Tariftreuegesetze auf kommunaler Ebene von den jeweiligen Kommunalparlamenten beschlossen oder geändert werden.
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Tariftreuegesetze oft auf Landesebene erlassen werden und die kommunalen Gesetze die Vorgaben des Landesgesetzes nicht unterschreiten dürfen.
Wenn euch das Tariftreuegsetz interessiert, dann schlagt gerne unter "Gesundheit und Pflege“ nach. Dort wird erläutert, worum es sich dabei handelt und was das für Auswirkungen haben kann. 

Was sind die wichtigsten Forderungen der AfD-MV?

  • Auflagen für Landwirtschaft zurücknehmen
  • Naturschutz mit Augenmaß
  • Jagdreviere an ortsansässige Jäger vergeben, Bürokratie für Fischer abbauen

Sind die Forderungen kommunal umsetzbar?

Nein.

Die Auflagen für Landwirtschaft und Naturschutz werden auf nationaler oder sogar internationaler Ebene festgelegt, während die Vergabe von Jagdrevieren und die Bürokratie für Fischer auch staatliche oder regionale Zuständigkeiten erfordern.

Was kann außerdem gesagt werden?

Die AfD moniert in ihrem Wahlprogramm die “Zwangsökologisierung”, die die mittelständischen Bauern in MV bedroht. Das Horrorszenario, das sie zeichnen: Die Bauern, die uns mit gesunden, lokal angebauten Nahrungsmitteln versorgen sollen, ertrinken im Meer der Bürokratie der Umweltauflagen.
Deswegen will die Partei Bürokratie abbauen und generell für einen “Naturschutz nach Augenmaß” eintreten.
Vermutlich bezieht sich die AfD hier auf die Vorgaben der EU, die Höfe erfüllen müssen, um Subventionen zu erhalten, sagt Dr. Stefan Ewert, Leiter des Arbeitsbereichs “Ländliche Nachhaltigkeit” der Politikwissenschaft. Umgekehrt - so Ewert - gibt es einige naturwissenschaftliche und stichhaltige Argumente, die dafür sprechen würden, dass die Auflagen zu schwach sind und weder Biodiversität noch Klima substantiell schützen. “Vielleicht meint das Wahlprogramm aber auch den häufig kritisierten großen bürokratischen Aufwand, der für die Landwirte damit verbunden ist.
So oder so: Die kommunale Ebene hat eigentlich keinen Einfluss auf diese Dinge”, sagt Dr. Ewert auf Anfrage.

Auch die Forderungen nach Bürokratieabbau bei der Jagd- und Fischereiwirtschaft sind in einem Kommunalwahlprogramm falsch adressiert.
Der Einfluss von Kommunen auf die Agrarpolitik bleibt gering, bei der Fischerei- und Jagdpolitik liegen bei den Kommunen weitestgehend nur verwaltungstechnische Aufgaben, sagt Ewert.
Der Politikwissenschaftler weist beim Thema “Ländliche Räume” des AfD-Kommunalwahlprogramms auf generelle Widersprüche hin: Die Verpachtung von Jagdrevieren an ortsansässige Jäger ergibt Sinn. “Dieser Punkt steht aber unter der Überschrift 'Jagd ohne bürokratische Überregulierung'. Bisher gibt es keine bürokratischen Regulatorien dazu, die Erfüllung der einen Forderung kollidiert somit zwangsläufig mit der anderen,” so Ewert.
Die Forderungen der AfD in Mecklenburg-Vorpommern zur Agrar-, Jagd- und Fischereipolitik zielen auf die Stärkung der lokalen Wirtschaft und die Reduktion von Bürokratie ab. Allerdings zeigen die Ausführungen von Stefan Ewert, dass viele dieser Forderungen in ihrer Zielsetzung widersprüchlich sind."

Herkunftskontinente aller Zuwanderer MVs

Quelle: Landesamt für innere Verwaltung

Was sind die wichtigsten Forderungen der AfD-MV?

  • Ein Modell einführen, angelehnt an Dänemarks Anti-Ghetto-Politik.
  • Aufnahmestopp für Kommunen.
  • Mehr "Rückkehrberatungen"

Sind die Forderungen allein kommunal umsetzbar?

 Nein.

Migrationspolitik ist Bundespolitik und hängt außerdem von verschiedenen Faktoren ab, darunter die gesetzlichen Rahmenbedingungen, finanzielle Verhältnisse, internationalen Verpflichtungen und politische Unterstützung.

 

Was lässt sich außerdem sagen? 

Zu Dänemarks Anti-Ghetto-Gesetz: 

Im Jahr 2018 wurde der "Ghettoplan“ in Dänemark eingeführt.
Ziel dieser Spezialgesetzgebung war es, bestehende "Ghettos" aufzulösen. Es zeugt von wahrer Menschenfeindlichkeit, als offiziellen Titel dieses Gesetzes ausgerechnet den Begriff „Ghetto“ zu wählen.
"Ghetto" ist ein von den Nationalsozialisten verwendeter Ausdruck für jüdische Wohngebiete und Sammellager, die als Zwischenstationen vor dem Transport in Vernichtungslager dienten.
Die Gesetzgebung sieht vor, dass in Gebieten, in denen der Bevölkerungsanteil über 50 % "nicht-westlicher Einwanderer und ihrer Nachkommen" liegt, zwangsweise die Bevölkerung ausgetauscht wird. Zuziehen dürfen dann ausschließlich dänische oder „westliche“ Menschen.
Die noch bestehenden Sozialwohnungen sollen vorzugsweise abgerissen und neu gebaut werden. Die Kommunen können dies auch selbst beschließen. Eine Begründung aus "strategischen Gründen" reicht hierbei aus. 

Was Regierungschef Lars Løkke als „eine Hoffnung auf ein Dänemark, in dem wir auf das Gleichgewicht und aufeinander achten“ präsentiert, offenbart sich jedoch zunehmend als sozial- und klimapolitisches Fiasko.
Denn: Es wird größtenteils den Wohnungsunternehmen selbst überlassen, wie die Quoten erreicht werden. Diese packen die Gelegenheit beim Schopf und reagieren drastisch.
Sie verkaufen, renovieren, reißen ab und bauen neu. Die Unternehmen versuchen, das Möglichste zu tun, um die Ziele zu erreichen und Gewinne maximal auszureizen. Das Abreißen von bezahlbarem Wohnraum und Errichten von Luxuswohnungen wirkt sich auf die Klimastatistik genauso verheerend aus, wie es klingt.
Außerdem verlieren dabei nicht nur „nicht-westliche“ Menschen, sondern auch die Dänen selbst. Die dänische Tageszeitung Politiken interviewte den in Pakistan geborenen 55-jährigen Taxifahrer Arif Mohammed. „Ich bin seit 32 Jahren in Dänemark und habe immer gearbeitet. Ich lebe nicht auf Kosten des Staates und habe das nie getan. Darauf bin ich sehr stolz.“
Der Taxifahrer ist also kein Krimineller. Er und seine Frau müssen dennoch ausziehen. Passend stellt er fest: „Ich werde dafür bestraft, dass ich am selben Ort wie die lebe: Eine grenzenlose Ungerechtigkeit.“ 

Auch die 80-jährige Rentnerin Lisbeth Bjerregaard Saugmann spricht offen über die Ungerechtigkeit. Ihre Wohnung wurde mit einer dreimonatigen Frist wegen Renovierungen gekündigt.
Eine Aussicht auf einen neuen Vertrag bekam sie gleich dazu. Die neue Miete für ihre renovierte Wohnung konnte sie sich mit der schmalen Pension vermutlich nicht leisten. 

Es stellt sich die Frage, ob die AfD-MV einen ähnlichen Wandel für Greifswald vorsieht und welchen Preis dieser Wandel verlangt. 

Zu Migration, Asyl und konsequentem Abschieben: 

Wer Obergrenzen fordert, sollte diese auch konkret beziffern können. Davon fehlt in diesem Wahlprogramm jede Spur.
Grundsätzlich gelten nach wie vor das Grundrecht auf Asyl und die Genfer Flüchtlingskonventionen. Diese Gesetze berechtigen jeden, der Schutz sucht, ein Asylverfahren zu erhalten.
Ein solches Verfahren erforderte im ersten Halbjahr 2022 bis zu einer unanfechtbaren Entscheidung rund 21,8 Monate. Für den gesamten Verfahrenszeitraum bringt eine Obergrenze den Kommunen überhaupt nichts, da die finale Entscheidung zwischen Abschiebung, Asyl und allem, was dazwischen liegt, aussteht.
Das Versprechen eines sofortigen Aufnahmestopps erscheint unter Einhaltung geltenden Rechts also als sehr schwer.

Zu den nackten Zahlen: Laut dem statistischen Bundesamt lebten am 31.12.2023 rund 3,1 Millionen Geflüchtete in Deutschland. Davon sind nur ungefähr 48.700 Menschen „unmittelbar ausreisepflichtig“. Nur diese 48.700 Menschen - oder 1,56% - könnten abgeschoben werden.
Die Gründe für diesen Status können vielfältig sein. Entweder weil der Asylantrag nicht bewilligt wurde, weil das Visum abgelaufen ist oder weil keine weitere Duldung ausgesprochen wurde. Die darauf möglichen Abschiebungen sind außerdem oft teuer und umständlich. Warum eine Abschiebung nicht erfolgen kann, hat ebenfalls vielfältige und oft individuelle Gründe.
Auch hier sprechen die Zahlen für sich: Rund 24.700 Abschiebungen sind 2023 vor der Übergabe der ausreisepflichtigen Personen an die Bundespolizei gescheitert. Im Regelfall lag die Ursache darin, dass Abschiebeflüge kurzfristig gestrichen wurden. Nur bei genau 248 Abschiebungen wurden diese wegen des Widerstands der Betroffenen abgebrochen. Dies entspricht ziemlich genau einem Prozent der 24.700. In 64 Fällen konnte die Abschiebung wegen medizinischer Gründe nicht erfolgen. In 175 Fällen weigerte sich die Fluggesellschaft oder der Pilot, die Abzuschiebenden zu transportieren.
Tatsächlich abgeschoben wurden 16.430 Personen, sowie 5.053 im Rahmen der Dublin-III-Verordnung. Das sind bereits 27% mehr Abschiebungen als im Jahr zuvor. Außerdem wurden 9.544 Anträge zur geförderten Ausreise bewilligt. Es haben also knapp 45% der abgeschobenen Personen 2023, bereits freiwillig das Land verlassen. Daraus lässt sich schließen, dass auch die bisherigen "Rückkehrberatungen" durchaus einen Effekt zeigen. 

Nach Betrachtung der Zahlen sollte folgendes deutlich werden: Selbst wenn doppelt und dreifach abgeschoben würde, wäre der Effekt in den Kommunen wahrscheinlich kaum spürbar.
Die Forderung nach konsequenter Abschiebung steht außerdem vor rechtlichen, ethischen, praktischen und weiteren Fragen, welche die Kommunen jedoch nicht eigenständig beantworten müssen. 

Warum? 

Weil Migrationspolitik auf Bundesebene stattfindet. Der Bund verteilt auch nach festen Schlüsseln auf die Kommunen. Sicherlich kann auf kommunaler Ebene über die Art und Weise der Unterbringung diskutiert werden, jedoch ist die Frage nach Abschiebungen eindeutig Bundessache. Warum die AfD-MV dieses Verfahren nicht transparent macht, erschließt sich nicht.
Ehrlich gegenüber dem Wähler ist das jedoch nicht.
Daraus kann sich die Vermutung ergeben, dass die Partei gezielt versucht sich eine Stimmung zu Nutzen zu machen.

ca. 1.35.000 Hektar Fläche landwirtschaftlich genutzt (in grün und ohne Brille erkennbar). 5.000 Hektar sind die Obergrenze der für den Photovoltaik-Ausbau freizugebenden Ackerfläche (schwarz und mit Brille erkennbar).

 

Was sind die wichtigsten Forderungen der AfD-MV?

  • Ein breiter Energiemix aus Kernkraft, Kohle und Gas mit erneuerbaren Energien als sinnvolle Ergänzung.
  • neue Abstandsregelung für den Ausbau von Windrädern
  • Photovoltaikanlagen – Solarpanele – sollen nicht auf fruchtbaren landwirtschaftlichen Flächen errichtet werden
  • Abschaffung des "Klimanotstandes" in einigen Orten MVs.

Sind die Forderungen allein kommunal umsetzbar?

Nein.

Insgesamt ist der Einfluss der Kommunen auf die Forderungen begrenzt. Abstandsregelungen für Windräder werden auf Landes- oder Bundesebene festgelegt,  ebenso wie die Förderung oder Beschränkung bestimmter Energiequellen.

Was lässt sich außerdem sagen?

Zu einem breiten Energiemix aus Kernkraft, Kohle und Gas

Ein Energiemix für MV, der auf Kernenergie setzt, ist "aktuell nicht umsetzbar und auch nicht ratsam", heißt es von der Landesenergie- und Klimaschutzagentur MV (LEKA MV) auf Anfrage.
Die Agentur wurde vom Land MV eingerichtet und berät seit 2016 Kommunen, Verbraucher und Unternehmen zum Thema erneuerbare Energien. Im April 2023 gingen – wie über Jahre auf Bundesebene vorbereitet – die letzten deutschen Atomkraftwerke vom Netz.
Sollte die Partei mit diesem Abschnitt auf die Zukunftstechnologie Kernfusion anspielen: Auch das ist zurzeit schlicht unmöglich. Forscher schätzen, dass es noch gut 50 Jahre dauern könnte, bis diese neue Energiequelle wirtschaftlich nutzbar wird. 

Zu neuen Abstandsregelungen für den Ausbau von Windrädern

Mit ihrer zweiten Forderung will die AfD dem Ausbau der Windenergie in MV den Kampf ansagen. Eine Kernforderung: Die 10-H-Regelung.
Sie besagt, dass der Abstand zwischen einem Windrad und der nächsten Wohnbebauung das Zehnfache der Gesamthöhe des Windrads betragen muss. In den nach Vorstellungen der AfD misst der Abstand aber mindestens 2,5 Kilometer. Diese Regel ist bereits aus Bayern bekannt.
"Die Erfahrungen aus Bayern zeigen, dass die sogenannte 10-H-Regelung nicht zu den gewünschten Ergebnissen führt und die Ausbauziele unseres Landes gefährden könnte", erklärt die LEKA MV. Aktuell müssen Windräder in MV einen Abstand von 1000 Metern zum nächsten Wohnhaus haben. Dieser Abstand habe sich als ausreichend erwiesen, meint die Beratungsstelle.
Interessen der Anwohner werden geschützt, der Ausbau der Windenergie vorangetrieben. Trotzdem kommt es im Nordosten immer wieder zu Protesten, wenn Bewohnern ein Windrad in die Nachbarschaft gebaut wird. 

Zu Photovoltaikanlagen, welche nicht auf fruchtbaren, landwirtschaftlichen Flächen errichtet werden sollen:

Die AfD fordert, dass keine Solaranlagen auf fruchtbarem Ackerland gebaut werden. Aktuell scheint das in MV auch nicht zu passieren.
Es ist nicht die Regel, dass fruchtbares Ackerland mit Photovoltaikanlagen bebaut wird und diese dann nicht zur Landwirtschaft zur Verfügung steht. 

Im Baugesetzbuch wird ganz klar geregelt, wo und wie Solaranlagen auf Freiflächen verbaut werden können. Tatsächlich zeichnet sich im Moment ein ganz anderer Trend ab: Agri-Photovoltaik, also die Nutzung von Flächen für die Landwirtschaft und gleichzeitig zur Energiegewinnung.
Landbesitzer, Landwirte und Projektentwickler melden sich immer häufiger bei der Beratungsstelle. Kein Gesetz zwingt Landwirte zur Solarbebauung ihrer Ackerflächen. Sollten die Landwirte dies tun wollen, können sie gemäß dem Baugesetz handeln. 

Zu der Abschaffung des "Klimanotstandes" in einigen Orten MVs.

Die AfD stellt sich in ihrem Kommunalwahlprogramm auch entschieden gegen den "Klimanotstand".
Was man sich darunter vorstellt: Lokale Parlamente oder Verwaltungen erklären, dass der Klimawandel und seine Folgen einer umfassenden Krise entsprechen. Daraufhin wollen die ausrufenden Gremien mehr gegen den Klimawandel machen. 

In Greifswald wurde der Klimanotstand 2019 ausgerufen. Fünf Jahre später gilt Greifswald als Vorbild. Mittlerweile produzieren die Stadtwerke dort 100 Prozent Ökostrom, die Stadt saniert Gebäude nach nachhaltigeren Standards, der Busfahrplan wurde verbessert. Maßnahmen, die den Alltag vieler Einwohner betreffen.
Auch andere Städte MVs haben den Klimanotstand ausgerufen. Darunter sind unter anderem Rostock, Schwerin, Ludwigslust und Parchim.
In einigen Gemeinden sei das ein symbolischer Akt geblieben, sagen Aktivisten. In anderen haben sich seitdem Kleinigkeiten bei der Arbeit der Verwaltung verändert. "Ich hatte befürchtet, dass es heiße Luft sein könnte, aber wir sind auf dem richtigen Weg", sagte Jörg König (Grüne), Vorsitzender des Umwelt- und Klimaschutzausschusses, schon 2022 der Schweriner Volkszeitung.

Was sind die wichtigsten Forderungen der AfD-MV? 

  • Reform der kommunalen Finanzierung, Finanzierung welche sich an den Einkommenssteuereinnahmen  der Kommunen orientiert 
  • Übermäßige kommunale Steuern wie Betten-, Jagd- und Getränkesteuer, sowie Kurtaxe werden abgelehnt 
  • Der Bund soll 100% der direkten, wie indirekten, Migrationskosten tragen 

Sind alle Forderungen kommunal umsetzbar? 

Nein.

Die Realisierung hängt von politischem Willen, rechtlichen Rahmenbedingungen und finanziellen Möglichkeiten auf Kommunal-, wie Landes- und Bundesebene. 

Was kann außerdem gesagt werden?

Zu kommunaler Finanzierung und der Ablehnung kommunaler Steuern: 

„Diese Forderungen sind mehr oder weniger politische Gemeinplätze, die häufig und aus ganz unterschiedlichen politischen Richtungen formuliert werden“ sagt Dr. Stefan Ewert von der Universität Greifswald zur Forderung großer finanzieller Spielräume durch Kommunalpolitiker.
Auch irritiert es, dass die Betten-, Jagd- und Getränkesteuer, sowie Kurtaxe vehement abgelehnt werden. Die Begründung der AfD-MV lautet, dass „unsere Touristen keine auszupressenden Zitronen sind.“ Damit würden wichtige Einnahmen wegfallen, insbesondere mit Blick auf die freiwilligen Aufgaben der Kommunen. Unter diese freiwilligen Aufgaben fällt beispielsweise die Kulturförderung. 

Eine Maßnahme um erneut Geld in die Kassen der Kommunen zu spielen, wäre die formulierte Reform der kommunalen Finanzierung. Anhand der Einkünfte der Einkommenssteuer soll künftig transparenter Geld auf die Kommunen verteilt werden.
Eine Gefahr welche mit diesem Modell logischerweise bestehen würde wäre, dass der ländliche Raum vernachlässigt wird. Kommunen mit vielen Menschen, besser bezahlten Jobs und großen Firmen könnten größere Projekte anstoßen und beispielsweise Ballungszentren attraktiver gestalten.
Der ländliche Raum wiederum - mit erheblich weniger Menschen, und einem geringeren Durchschnittseinkommen - würde mit dieser Reform auch deutlich weniger Geld erhalten. Mit einer so limitierten Finanzierung wäre es schwierig die Attraktivität durch beispielsweise Infrastruktur zu erhöhen. Die Gefahr bestünde, dass noch mehr Menschen in die Städte ziehen, als sie es schon jetzt tun. 

Durch Kurtaxen hätten die Kommunen noch selbst die Mittel aus beispielsweise „einer schönen Landschaft“ Profit zu schlagen. Durch die Vorschläge der AfD wäre die Landschaft jedoch egal, da zählt nur die Lohnsteuerabrechnung. 

Zu der Forderung, der Bund solle 100% der Migrationskosten tragen:

Wir befragten Stefan Ewert im Interview, als wie realistisch er diese Forderung bewertet. Ewert nutzt die Metapher eines Jenga-Turms und erklärt, dass "jedes Element mit rationalen Gründen an seinem Platz ist. Einen Stein herauszuziehen kann ungeahnte Konsequenzen haben. Völlig unabhängig vom Politikfeld erklärt sich so die Beharrlichkeit (und Rationalität) der bestehenden Finanzarrangements zwischen den einzelnen politischen Ebenen, weshalb ich die Forderung als eher unrealistisch einschätze.“

Die Umsetzung ist also weiterhin fraglich. Auch die konkrete Höhe, welche der Bund an die Kommunen zahlen soll, sind nicht im Wahlprogramm enthalten.
Wir kommen nicht um die Vermutung umhin, dass solche unmöglichen Forderungen aus Kalkül formuliert werden.
Das Kalkül könnte sein dadurch Wähler zu werben und an höhere Stimmergebnisse zu gelangen. Der Wähler wird in diesem Moment zwar getäuscht, die Legislatur besteht aber für 5 Jahre. 

Demokratie und Bürgernähe - ein Kommentar 

Eingangs stellten wir fest, dass Nikolaus Kramer, Fraktionsvorsitzender der AfD-MV im Landtag und Listenplatz 1 für die Kommunalwahl in Greifswald, keine Kompromisse eingehen wird.  Ein Punkt, der nach Kramer für seine Koalitionsbildung unabdingbar ist.

Gerne hätten wir mit Nikolaus Kramer persönlich gesprochen und ihn beispielsweise befragt, warum ein kommunales Wahlprogramm kaum Forderungen enthält, die kommunal umsetzbar sind.
Wir hätten ihn auch gerne zu seinem Standpunkt zur Remigration befragt. Schließlich widmete er dem Thema eine ganze Folge seines Podcasts.
Beide Anfragen blieben aber ohne Antwort – weder direkt, noch bürgernah.

Wir stellten fest, dass in diesem Wahlprogramm Scheinzusammenhänge, wie der zwischen Herkunft und Kriminalität, genutzt werden, um gewaltige Forderungen zu stellen.
Die Statistiken zeigen klare Relationen, die AfD-MV ignoriert diese und bedient sich vorurteilsbehafteter Narrative. Eine Demokratie kann sich nicht auf populistische Versprechen stützen, die letztendlich den demokratischen Prozess untergraben. Eine Partei, welche Fakten, Grundrechte und letztendlich eine Meinungsvielfalt ablehnt, ist nicht mehr konservativ – diese Partei ist antidemokratisch.

Darum wird es für die Forderungen für die Demokratie der AfD-MV, in dieser Analyse, keinen Platz geben. 

Text und Illustrationen: Robert Wallenhauer & Konstantin Ochsenreiter (Teil von moritz.Millennium)

  1. Kramers Klare Kante, Folge 06: Vision Remigration; 26:25 min ↩︎
  2. Kramers Klare Kante, Folge 06: Vision Remigration; 26:47 – 30:33 min ↩︎
  3. Kramers Klare Kante, Folge 06: Vision Remigration; 32:41 min ↩︎

Was ist eure Meinung zur Kommunalwahl? Was denkt ihr über die AfD? Lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen! Mittwoch bringt moritz.tv noch ein Video zur Kommunalwahl, schaltet gerne ein!


Zur Person der*des Autor*in

Europa wählt, die Ostsee kocht: Zeit fürs Running Dinner.

Europa wählt, die Ostsee kocht: Zeit fürs Running Dinner.

Essen, kochen, neue Leute kennenlernen und noch mehr essen. Auch dieses Semester findet das Running Dinner des GrIStuF e.V. (Greifswald International Students Festival) wieder statt. Am Freitag, dem 7. Juni, können du und dein Team wieder von Gang zu Gang ziehen und gutes Essen und gute Gesellschaft genießen. Die Anmeldung ist noch bis Dienstag, dem 4. Juni bis Mitternacht möglich.

Was ist das Running Dinner und wie funktioniert’s?

Beim Running Dinner wird jeder Gang (Vorspeise, Hauptspeise, Nachspeise) in einer anderen Wohnung gegessen. Nach dem du dich mit deinem Team angemeldet hast, wird euch ein Gang zugewiesen, den ihr dann vorbereitet. Für euren Gang kommen zwei andere Teams zu euch, für die anderen zwei Gänge fahrt oder lauft ihr dann durch Greifswald zu neuen Teams. Für jeden Gang sind ungefähr zwei Stunden angesetzt, in denen ihr essen und entspannt miteinander quatschen könnt.

#Zeitplan:

  • 18 Uhr Vorspeise
  • 20 Uhr Hauptspeise
  • 22 Uhr Nachspeise

Wie kann ich mich anmelden?

Auf der Website des GrIStuF e.V. könnt ihr euch in 2er- oder 3er-Teams anmelden. Dort gebt ihr organisatorischen Kram wie Namen, Kontaktdaten und Essensvorlieben an. Auch einen Teamnamen müsst ihr finden, je kreativer desto spaßiger – es wird am Ende auch der beste Teamname gekürt.

Das Motto des diesjährigen Running Dinner lautet „Europa wählt, die Ostsee kocht“, und es wird zu respektvollem politischen Austausch angeregt. So wie die Europawahl in aller Munde liegt, so mundet hoffentlich auch euer Gang!

Das Wichtigste auf einen Blick:
Was? Running Dinner 2024
Wann? Freitag, 7. Juni ab 18 Uhr
Wie? Anmeldung als 2er- oder 3er-Team bis zum 4. Juni um Mitternacht

Beitragsbild: CHUTTERSNAP auf Unsplash


Zur Person der*des Autor*in

web.woche vom 3. Juni bis 9. Juni

web.woche vom 3. Juni bis 9. Juni

Was geht eigentlich ab in Greifswald? In der web.woche geben wir euch eine Übersicht über die kommenden Veranstaltungen in und um unsere Studierendenstadt. Hier findet ihr Termine, Neuigkeiten und Altigkeiten, von Politik und Region, über Universität und Wissenschaft bis hin zu Kultur und Sport. Im Kalender findet ihr eine Übersicht über alle anstehenden Veranstaltungen. In der Übersicht danach haben wir nicht nur die Veranstaltungen in einzelne Ressorts zusammengefasst, sondern auch weitere Neuigkeiten (und Altigkeiten) zusammengetragen.

von  Juli Böhm, Vanessa Finsel und  Simon Fortmann


 

Veranstaltungen

  • Was? Seifenworkshop
  • Wann? Dienstag, 04.06.2024, 14 – 16 Uhr
  • Wo? Caspar-David-Friedrich-Zentrum
  • Eintritt? normaler Eintritt + 3 Euro Workshop-Gebühr zzgl. Materialkosten
  • Was? Konzert: ein Abend mit JAEEM
  • Wann? Dienstag, 04.06.2024, 19:30
  • Wo? Kulturvilla
  • Eintritt? VVK: 12 Euro; Abendkasse: 15 Euro (Studierende: 10 Euro)
  • Was? Drink and Draw
  • Wann? Freitag, 07.06.2024, 17 Uhr
  • Wo? Caspar-David-Freidirch-Zentrum
  • Eintritt? 29 Euro/ ermäßigt: 24 Euro
  • Was? Konzert: JAEEM
  • Wann? Freitag, 07.06.2024, 20 Uhr
  • Wo? Mühlentor

Neuigkeiten

  • Vom 3.-9. Juni findet die 78. Greifswalder Bachwoche statt – das ganze Programm findet ihr hier.
  • Lars Engelbrecht hat das Leben von Caspar David Friedrich als Comic illustriert und mit plattdeutschen Kommentaren versehen – zu sehen ist dies in der Ausstellung Caspar David Friedrich up platt im St. Spiritus.
  • In der Stadtbibliothek werden in der Ausstellung Plakate aus Estland – Ausstellung des Festivals „Nordischer Klang“ alle eingereichten Plakatentwürfe für den Nordischen Klang dieses Jahr gezeigt.
  • Das Leben eines der letzten Naturvölker der Erde, der Himba, zeigt die Fotoausstellung Himba – ein Naturvolk kämpft ums Überleben im BioTechnikum.
  • Im Pommerns zeigen Künstler der Gruppe „Die Buhne“ unter dem Titel Romantisch CDF 2024 ihre Werke und setzen sich dabei mit historischen und aktuellen Positionen zum Romantikbegriff auseinander.
  • Die Ausstellung 30 Jahre kunst offen in der STRAZE zeigt Werke von 50 regionalen Künstler*innen.

Altigkeiten

  • Die Schüler*innen der Kunstleistungskurse des Jahngymnasiums zeigen ihre Werke in der Ausstellung DINGE&ICH in der STRAZE. 
  • Im Kunstkubus CUBIC ist die Installation “Romantisches Leuchten” zu sehen.
  • Das Caspar-David-Friedrich-Zentrum zeigt die Ausstellung Caspar David Friedrich: das verborgene Leben der Bilder.
  • Im Pommerschen Landesmuseum lässt sich in der Ausstellung Caspar David Friedrich. Lebenslinien der künstlerische Werdegang Friedrichs nachverfolgen.
  • Die diesjährige Landeskunstschau steht unter dem Motto Luft nach oben!. Zu sehen ist sie in der Marienkirche und der Spielhalle KUNST.

Veranstaltungen

  • Was? Führung durch Aula und Karzer der Uni
  • Wann? Montag, 03.06.2024, 15 Uhr
  • Wo? Treffpunkt am Rubenow-Denkmal
  • Preis? 5€ (3,50€ ermäßigt)
  • Weiteres? Keine Anmeldung notwendig. Findet bis September täglich statt.
  • Was? Altstadtrundgang
  • Wann? Montag, 03.06.2024, 11 Uhr
  • Wo? Greifswald-Inforrmation
  • Preis? 10€ (8€ ermäßigt)
  • Weiteres? Anmeldung bei der Greifswald-Information nötig. Findet bis September täglich statt.
  • Was? Akroyoga Workshop
  • Wann? Donnerstag, 06.06.2024, 15 Uhr
  • Wo? Klimacamp am Mühlentor
  • Weiteres? Unterlage und bequeme Kleidung mitbringen.

 

  • Was? Nachtwächterführung
  • Wann? Freitag, 07.06.2024, 20 Uhr
  • Wo? Start an der Greifswald-Information
  • Preis? 14€ (ermäßigt 10€)
  • Weiteres? Vorherige Anmeldung bei der Greifswald-Information notwendig.

.

 

Neuigkeiten

  •  Zur Unterstützung bei der Durchführung der bevorstehenden Europaparlaments-, Kreistags- und Gemeindevertretungswahl am 9. Juni 2024 bittet die Gemeindewahlbehörde der Universitäts- und Hansestadt Greifswald wieder interessierte Bürger*innen, sich als ehrenamtliche Helfer*innen für die Arbeit in einem Wahlvorstand zu melden. Grundsätzlich kann jede*r Wahlberechtigte zum*zur Wahlhelfer*in berufen werden, und es sind für diese Tätigkeit keine besonderen Vorkenntnisse erforderlich. Wahlhelfer*innen müssen für die jeweilige Wahl wahlberechtigt sein, und jede Person darf bei einer Wahl lediglich ein Ehrenamt übernehmen. 

Altigkeiten

  • Es gibt einen neuen Hörspaziergang der Stadt Greifswald. Den Hörspaziergang findet ihr ganz einfach in der kostenlosen Greifswald-App. Bei dem Spaziergang kommt ihr an zwölf unterschiedlichen Gebäuden und Orten vorbei. Dabei sollt ihr Interessantes über Geschichte, Architektur und Kultur in der Innenstadt erfahren
  • Kannst du dich noch an die Radstation am Bahnhof erinnern? Dort kannst du dein Fahrrad nun günstiger abstellen. So kostet ein Stellplatz in der Sammelgarage ab sofort nur noch 50 Cent statt eines Euros, für eine Woche zahlt man nur noch 3 Euro, für einen Monat 6 Euro (bislang 15 €) und für das ganze Jahr 50 Euro (bislang 130 €). Der Grund für die Vergünstigung sei, dass damit die Akzeptanz und die Auslastung der Radstation deutlich erhöht werden sollen, die bisher unter den Erwartungen lag.
  • Ihr sucht eine Toilette in Greifswald? Euer Glück: WC4FREE startet. Dabei werden Gästen der Universitäts- und Hansestadt der Weg zu den WC-Anlagen gewiesen, die sie kostenlos nutzen können, ohne Kunde der Einrichtung sein zu müssen. Zum Start beteiligen sich insgesamt 17 Institutionen, darunter unter anderem die Brasserie Hermann, das Caféhaus Marimar und das Hôtel Galerie. Ausgewiesen werden die Partner mit Aufklebern im Eingangsbereich.
  • In Greifswald wurde das Angebot an Leihfahrrädern erweitert. Um ein Fahrrad auszuleihen, muss zunächst eine Registrierung über die Webseite www.mv-rad.de erfolgen. Seit dem 1. Mai 2022 kann dies auch über die MV-Rad App erfolgen. Die Kosten für 15 Minuten belaufen sich auf 1 Euro, der 2-Stunden-Tarif kostet 6 Euro und der 4-Stunden-Tarif 9 Euro. Wird das Fahrrad für einen Tag gebucht, fallen Kosten in Höhe von 12 Euro an. Bei mehr als drei Tagen Leihfrist gibt es gestaffelte Rabatte auf den Tagespreis.

Veranstaltungen

Alle Veranstaltungen der Universität findet ihr hier aufgelistet.

  • Was? Sitzung der Gender Trouble AG
  • Wann? Montag, 03.06.2024, 18:15 Uhr
  • Wo? Seminarraum 1.13 (Ernst-Lohmeyer-Platz 3)
  • Was wird besprochen? Unter anderem geht es um einen Aktionsmonat und um einen Stammtisch.
  • Was? Konstituierende Sitzung des Medienausschusses
  • Wann? Montag, 03.06.2024, 18:15 Uhr
  • Wo? online
  • Was wird besprochen? Unter anderem wird der Vorsitz gewählt.
  • Was? AStA-Sitzung
  • Wann? Montag, 03.06.2024, 20:15 Uhr
  • Wo? AStA-Konferenzraum (Friedrich-Loeffler-Straße 28, 1. OG)
  • Was wird besprochen? Unter anderem geht es um Bewerbungen auf ein AStA-Referat
  • Was? Queeres Leben in Greifswald (Anlaufstellen und Co) – Auftaktveranstaltung zum Queeren Aktions- und Informationsmonat
  • Wann? Dienstag, 04.06.2024, 16:30 Uhr
  • Wo? Ernst-Lohmeyer Platz 6 Hörsaal 2 und Foyer
  • Was? Workshop Zeitmanagement
  • Wann? Mittwoch, 05.06.2024, 13:00 bis 18:00 Uhr
  • Wo? Wirtschaftswissenschaften, Seminarraum 3, Friedrich-Loeffler-Straße 70
  • Anmeldung? Anmeldung unter infothek@stw-greifswald.de bis zum 03. Juni
  • Was? 24h-Vorlesung
  • Wann? Freitag, 07.06.2024, ab 15 Uhr
  • Wo? Ernst-Lohmeyer Platz 3 Seminarraum 1.13
  • Was? Stammtisch Gender Trouble AG
  • Wann? Freitag, 07.06.2024, ab 18 Uhr
  • Wo? Ernst-Lohmeyer Platz 3 Seminarraum 1.13

Neuigkeiten

Altigkeiten

  • Lukas Voigt ist neuer studentischen Prorektor. Hennis Herbst verabschiedet sich von der Hochschulpolitik.
  • Die Universität Greifswald ist Teil des Nachhaltigkeitsbündnisses Greifswald.
  • Seit dem 17. April 2023 bietet das Studierendenwerk Greifswald wieder offene Sprechzeiten an. Diese sind in den Bereichen Ausbildungsförderung, Studentisches Wohnen, Sozialberatung, Psychologische Beratung (nur in dringenden Fällen, sonst mit Termin), Mietbuchhaltung und Kasse. Die genauen Zeiten findet ihr auf der Website des Studierendenwerks. Es ist aber auch weiterhin möglich, einen Termin außerhalb der Sprechzeiten zu vereinbaren.
  • Die Uni baut ein Beschwerde- und Konfliktmanagement auf. Mehr dazu findet ihr auf dieser Seite der Uni.
  • Seit dem 18.06.2022 sind die historischen Gewächshäuser im Botanischen Garten wieder geöffnet. Alle Informationen findet ihr auf dieser Website oder in diesem webmoritz.-Artikel.

Veranstaltungen

  • Was? Kinder-Kino: Im Himmel ist auch Platz für Mäuse
  • Wann? Samstag, 08.06.2024, 15 Uhr
  • Wo? Kiste
  • Eintritt? 1 Euro
  • Was? Schwimmabzeichentag
  • Wann? Samstag, 9. Juni 2024, ab 10 Uhr
  • Wo? Freizeitbad Greifswald
  • Eintritt? 5 Euro

Neuigkeiten

  • Jeden Mittwoch findet von 10 bis 11.30 Uhr in der STRAZE eine feministische Krabbelgruppe statt. Gemeinsam sollen sich Menschen mit Babys oder Kleinkindern über Themen wie gleichberechtigte Elternschaft austauschen.

Altigkeiten

  • Jeden Samstag findet ab 10.30 Uhr in der Stadtbibliothek das „Vorlesen am Samstag“ statt. Hierbei lesen ehrenamtliche Vorleser*innen Geschichten für Kinder ab 3 Jahren vor. Treffpunkt ist der Kinderbereich der Bibliothek. Der Eintritt ist frei. 
  • Jeden Donnerstag findet in der STRAZE von 16 bis 18 Uhr der Druck- und Zucktreff für alle Jugendlichen ab 14 Jahren statt.

Veranstaltungen

  • Was? Techno & House
  • Wann? Freitag, 07. Juni 2024 ab 22 Uhr
  • Wo? Geographenkeller
  • Eintritt? 2 Euro
  • Was? Fear of the Dark – Metalabend
  • Wann? Samstag, 08. Juni 2024
  • Wo? Geographenkeller
  • Was? Pommern Trance
  • Wann? Freitag, 07. Juni 2024
  • Wo? Rosa

Neuigkeiten

  • Am 7. Juni ist das vom GrIStuF e.V. organisierte Running Dinner unter dem Motto “Europa wählt, die Ostsee kocht”. Bis zum 4. Juni könnt ihr euch noch als Team unter https://rd.gristuf.org/ anmelden.

Wir haben ein wichtiges Event in dieser Woche vergessen? Ihr habt noch einen heißen Tipp für die nächste Woche? Schreibt uns einen Kommentar oder eine Nachricht, wenn ihr etwas zur web.woche beisteuern wollt!

Beitragsbild: Julian Schlichtkrull

Aus der Diktatur in die Ostsee, aus dem Krieg ins Mittelmeer

Aus der Diktatur in die Ostsee, aus dem Krieg ins Mittelmeer

Flucht vor Krieg, Tyrranei, Verfolgung oder Hunger ist leider kein Phänomen des 21. Jahrhunderts. Von Prähistorie bis in die Neuzeit musste der Mensch immer vor Gefahren flüchten. Oft bestand diese Gefahr allerdings in unseren eigenen Artgenossen. Neandertaler flohen vor Homo sapiens, später Minderheiten vor Faschist*innen und heute Völker vor Diktatoren. Im vorangegangenen Artikel haben wir uns bereits mit einer berüchtigten, wenn auch weniger bekannten Fluchtroute – über die Ostsee aus der DDR – auseinandergesetzt. In diesem Artikel soll es um die gefährlichste Fluchtroute Europas der jüngsten Vergangenheit gehen: über das Mittelmeer nach Europa.

Die Hintergründe

Ich habe zum Thema Flucht über das Mittelmeer bereits im vergangenen Oktober eine Lesung in der STRAZE besucht. Gelesen hat Namensvetter Adrian Pourviseh als Crew-Mitglied der Sea-Watch 3 – einem von wenigen Rettungsschiffen, die das Mittelmeer durchfahren und nach Geflüchtetenbooten Ausschau halten. Die Rettungsschiffe von Sea-Watch müssen dabei schneller als die libysche Küstenwache die Geflüchtetenboote erreichen, ansonsten drohen diesen Haft, Folter und Tod.
In seiner Graphic Novel mit dem Titel Das Schimmern der See hat Adrian seine Erfahrungen niedergeschrieben und gezeichnet. Hier schildert er seine Erfahrungen und vor allem seine Emotionen an Board in dieser Zeit. Drei Aspekte sind für mich aus dieser Lesung und den Erfahrungen von Adrian besonders hängen geblieben: Die Machtlosigkeit der Crew, die ständige Ungewissheit, was als Nächstes passiert und die konstante Erschöpfung, weil jederzeit ein Notruf reinkommen kann – es gibt keine richtigen Pausen. Umso beeindruckender fand ich die kleinen Schimmer an Hoffnung, die bei der Lesung und auch in den Erzählungen von Adrian, im Wissen das Richtige zu tun, immer wieder durchschienen.

Flucht und Migration heute

So schrecklich die Berichte von Adrian sich auch anhören und so herzerwämend im Vergleich die vielen Erfolgsgeschichten der Sea-Watch 3 Crew sind, so verschwindend gering ist der Anteil derer, die auf der Flucht das Glück hatten auf derartige Hilfe zu stoßen. Laut UNO Flüchtlingshilfe waren bis Ende letzen Jahres über 114 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung. Davon haben in den letzten zehn Jahren alleine knapp 2,5 Millionen den Fluchtweg über das Mittelmeer gewagt. Etwa 30 000 haben die Überfahrt nicht überlebt. Bei beiden Zahlen ist davon auszugehen, dass die Dunkelziffer größer ist. Damit ist das Mittelmeer neben der Darién Gap (an der Grenze zwischen Nord- und Südamerika) und der Sahelzone (Gebiet in Mittelafrika) eine der gefährlichsten Fluchtrouten der Welt.

Feste Fluchtrouten entstehen immer da, wo große Massen an Menschen zur Flucht gezwungen werden. Diese etablierten Routen sind in den seltensten Fällen legal oder sicher sondern meist lebensgefährlich. Für viele Menschen sind sie allerdings buchstäblich der letzte Ausweg in ein Leben in Frieden und Sicherheit.

Die EU kann sich beim Thema Geflüchtetenpolitik nicht einigen, was dazu führt, dass einige Länder, wie beispielsweise Italien, mit der Menge an Geflüchteten überfordert sind und Menschen ohne Registrierung in andere Länder überführt. Dieser Konflikt wird auf dem Rücken der Geflüchteten ausgetragen, da diese in der Zwischenzeit im Mittelmeer ertrinken. Jedoch gibt es auch Menschen und Aktionen und Vereine, die nicht auf die Politik warten können und sich auf eigene Faust auf das Mittelmeer begeben, um Geflüchtete aus Seenot zu befreien. Dazu gehören beispielsweise, der eingangs erwähnte Verein Sea-Watch, die Sea-Punks, die beispielsweise vor einiger Zeit ihr Rettungsboot im Greifswalder Hafen See- und Rettungstüchtig für das Mittelmeer gemacht haben, oder SOS Humanity. Doch auch diesen Hilfsorganisationen wird durch die Politik das Leben zunehmend schwer gemacht.
Im Jahr 2020 verhängte die italienische Regierung ein Verbot für Rettungsschiffe mit Geflüchteten an Board. Diese dürfen nicht in italienische Gewässer einfahren. Bei Verstoß droht eine Geldstrafe von bis zu 1 Millionen Euro. Stimmen aus der Politik werfen der Seenotrettung dabei immer wieder vor, dass die Hilfseinsätze mehr Menschen ermutigen und motivieren, die Flucht über das Mittelmeer zu wagen. Ob ein solcher Pull-Effekt aufgrund von Rettungseinsätzen existiert, ist umstritten und wissenschaftlich nicht belegt. Daran hat sich in den letzten Jahren nicht viel geändert. Während zivile Rettungsaktionen Menschen vor der Ertrinken retten, diskutiert die Politik weiterhin darüber, wie man es solchen Rettungsaktionen möglichst schwer macht: Seenotrettung als Sinnbild für ungewollte Masseneinwanderung.

Was macht die Reise so beschwerlich?

Die Boote, mit denen die meisten Menschen das Mittelmeer überqueren, sind nicht unbedingt seetüchtig und erfüllen keine notwendigen Sicherheitsstandards. Dazu würde auch eine Möglichkeit zählen, bei Seenot rechtzeitig Notrufe abzugeben. Die entsprechenden Staaten wären in diesem Fall dazu verpflichtet, eine Rettung zu organisieren und zu koordinieren. Allerdings sind weder die Kapitäne dieser Boote noch die verantwortlichen Staaten sonderlich an derartigen Rettungsaktionen interessiert. Warum das so ist, erfahrt ihr gleich. Es ist keine Seltenheit, dass der Motor dieser Geflüchtetenboote ausfällt und nicht mehr funktioniert. Ein Segel? Fehlanzeige. In der Regel bedeutet das auf einem solch großen Gewässer, wie dem Mittelmeer, ohne fremde Hilfe ein sicheres Todesurteil.

Wichtig ist zuvor zu erwähnen, dass Geflüchtete sich dieser Gefahren meistens bewusst sind – sie riskieren ihr Leben nicht ohne Grund. Sie fliehen vor Konflikten, Verfolgung und Menschenrechtsverletzungen. Andere sind gezwungen, ihre Heimat in der Suche nach Arbeit, einer Lebensgrundlage aufgrund von beispielsweise Hungersnöten oder Umweltkatastrophen zu verlassen. Letztere erfüllen laut dem UN-Flüchtlingskommissariat Deutschland (UNHCR) zwar nicht die Flüchtlingsdefinition, verdienen aber dennoch eine menschliche Behandlung im Einklang mit den Menschenrechten.

Jedoch stellt nicht nur das Mittelmeer direkt eine Vielzahl von Gefahren für die flüchtenden Menschen bereit. Abseits machen es viele weitere Umstände, wie unvorhersehbare Wetterbedingungen, stark schwankende Temperaturen und ein mangelnder Schutz vor Wind und Wetter, sehr schwer und gleichzeitig so lebensbedrohlich das Mittelmeer zu überqueren. Wenn die Reise schon fast geschafft ist und Europas rettenden Küsten in Sichtweite sind, kann es trotzdem sein, dass die Geflüchteten nicht sicher ausgeschifft werden können. Dies kann daran liegen, dass entsprechende Häfen nicht sicher sind oder sich die Häfen weigern, das Boot anlegen zu lassen. Auch kann ein sicherer Hafen zwar bereitgestellt werden, allerdings wird dieser – wie im Falle von Italien – teilweise so nördlich gewählt, dass es wesentlich aufwendiger für die Rettungsschiffe ist, diese Häfen zu erreichen.
Das ist besonders kritisch, da sich Geflüchtete teilweise in kritischen Zuständen befinden, aufgrund von Unterkühlung, Krätze, Atemwegserkrankungen, Verbrennungen, oder Folterverletzungen und entsprechend auf medizinischen Versorgung angewiesen sind. Laut dem UNHCR ergeben sich daraus zahlreiche Rechtsfragen und viele Möglichkeiten für Rechtsverletzungen durch die Staaten. Allerdings haben die Geflüchteten nicht die Möglichkeit ihre Rechte geltend zu machen. Und selbst wenn alle Hürden und Gefahren überwunden und nach Wochen auf See sich endlich wieder fester Boden unter den eigenen Füßen befindet, endet die Hölle für viele nicht. In Europa angekommen, wird oft von staatlicher Seite versucht, den Geflüchteten zu unterstellen, dass sie das Schlepperboot teilweise selbst gesteuert hätten – ein möglicher Grund, die frisch Angekommenen direkt wieder abzuschieben.

Endgegner: Libysche Küstenwache

Wie eingangs erwähnt, führen viele der großen Fluchtrouten vom Süden zum Norden Afrikas. Ziel sind die nordafrikanischen Häfen und Küsten in Libyen und Tunesien. Von hier aus legen die meisten Schlepperboote in Richtung Europa ab. Die EU hat das ebenfalls schnell erkannt und bereits 2013 angefangen, Gelder nach Libyen zu schicken, um dort bei der Sicherung der Seegrenzen zu unterstützen. Dieses Vorhaben wurde 2016 ausgeweitet, um die libyschen Küstenwache vor Ort auszubilden und Schleuser und Menschenhandel zu bekämpfen. Heute wird die libyschen Küstenwache von der EU als wirksames Mittel gegen Migration in die EU eingesetzt.
Mit diesen Geldern soll geflüchteten Menschen ein sicherer und unbürokratischer Weg zurück in ihr Herkunftsland ermöglicht werden. Die Gelder sollen dabei explizit für die Wiedereingliederungshilfe genutzt werden. Bis April 2018 wurden somit bereits 20 000 Geflüchtete in ihre Herkunftsländer gebracht, einige Internierungslager geschlossen und über 100 Menschenschmuggler*innen festgenommen.
Probleme könnten dabei jedoch aufgrund einer mangelnden funktionierenden Regierung in Libyen auftreten. Immer mehr Vorwürfe gegen die libyschen Küstenwache kommen ans Licht. In einem Bericht vom italienischen Konteradmiral Stefano Turchetto ist die Rede von einer übermäßigen Anwendung von Gewalt durch die libysche Küstenwache und der Anmerkung, dass dem EU-Training nicht länger gefolgt wird. In einem EU-Bericht heißt es, dass es aufgrund der angespannten politischen Lage in Libyen schwer ist, die Einhaltung des EU-Trainings sowie Menschenrechtsverstöße zu kontrollieren.

Dies resultierte in mindestens drei Anträgen beim Internationalen Strafgerichtshof, in denen gefordert wird, dass gegen libysche und europäische Beamte sowie Menschenhändler*innen, Milizionär*innen und anderen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit ermittelt wird.

Aus den Erfahrungen einiger Geflüchteter lässt sich erkennen, dass das Vorgehen der libyschen Küstenwache nicht viel mit Rettung zu tun hat. Etwa ein Drittel aller Menschen, die die gefährliche Reise antreten, sterben oder werden von der libyschen Küstenwache abgefangen und zurück nach Libyen gebracht. Hier landen die Geflüchteten in Straflagern, wo ihnen mit Gewalt und (sexuellem) Missbrauch begegnet wird. Verlassen darf man die KZ-ähnlichen Einrichtungen nur, wenn ein*e Angehörige*r einen arbiträren Geldbetrag zahlt.
In einer Stellungnahme des libyschen Innenministeriums heißt es, dass man das Bestmögliche mit den begrenzten Ressourcen tue, was in einem Land, was durch jahrelange Bürgerkriege geplagt ist, ginge. EU-Parlamentsabgeordnete Özlem Demirel-Böhlke beschreibt den entsprechenden Bericht als weiteren Beweis für das notwendige Ende weiterer Kooperationen mit der libyschen Küstenwache.

Alles in Allem hat die EU seit 2015 knapp 500 Millionen Euro in Libyen zur Unterbindung der Migration nach Europa investiert. Große Teile davon wurden in Grenzüberwachung und Verwaltung sowie die Unterbindung von Wirtschaftsflüchtlingen gesteckt. Allerdings wanderte auch ein sehr großer Teil an Milizen und Menschenhändler*innen, die die Notlage der Geflüchteten ausnutzen. Auch haben Mitglieder der libyschen Küstenwache „gerettete“ Geflüchtete an Straflager ausgeliefert – entweder gegen Bezahlung oder im Austausch mit bereits verhafteten Insass*innen.

Geschafft!?!

Und wenn dann alle Gefahren überwunden wurden: die unbarmherzige See, nicht seetüchtige Boote, unvorhersehbare Unwetter, Menschenhändler*innen und Zwangsprostitution, nordafrikanische Konzentrationslager und die Boote der libyschen Küstenwache. Dann ist es endlich geschafft. Die Geflüchteten sind in Europa angekommen. In Europa angekommen, wartet auf die Geflüchteten, die das Glück hatten die gefährlichste Grenze der Welt – das Mittelmeer – zu überschreiten, eine Welt in der man sie vielerorts nicht haben möchte, in der sie nicht willkommen sind und in der sie als Gefahr für den gesellschaftlichen Zusammenhalt gesehen werden.

Beitragsbild: Aleksey Malinovski auf Unsplash


Zur Person der*des Autor*in

StuPa-Liveticker – 2. ordentliche Sitzung

StuPa-Liveticker – 2. ordentliche Sitzung

So langsam nimmt diese Legislatur fahrt auf! Heute mit Teil 2 der ordentlichen Sitzungen des Studierendenparlaments. Das Protokoll der 1. ordentlichen Sitzung findet ihr hier. Die Sitzung startet, wie die letzte auch, am Dienstagabend, um 20 Uhr c.t. im Hörsaal 2 (ELP 6). Kommt vorbei oder lest den Spaß hier im Liveticker mit! Egal, wie ihr die Sitzung verfolgt, wünschen wir euch viel Spaß!

Das Drucksachenpaket findet ihr an gewohnter Stelle im Studierendenportal. 

Die vorläufige Tagesordnung sieht wie folgt aus:

TOP 1 Begrüßung
TOP 2 Formalia
TOP 3 Berichte
TOP 4 Fragen und Anregungen aus der Studierendenschaft
TOP 5 Finanzanträge
– 5.1 Aufwandsentschädigung Alterspräsidium
– 5.2 Jubiläumskonzert Kiste
TOP 6 Wahlen AStA
– 6.1 Vorsitzende*r
– 6.2 Referatsleitung Geschäftsführung
– 6.3 Referatsleitung für Finanzen und Personal
– 6.4 Referatsleitung für Veranstaltungen
– 6.5 Referent*in für Fachschaftsfinanzen
– 6.6 Referent*in für Wohnsitzmittelprämie und Drittmittel
– 6.7 Referent*in für Digitales
– 6.8 Referent*in für Hochschul- und Innenpolitik
– 6.9 Referent*in für Öffentlichkeitsarbeit
– 6.10 Referent*in für Ökologie
– 6.11 Referent*in für politische Bildung und Antifaschismus
– 6.12 Referent*in für Internationales und Antirassismus
– 6.13 Referent*in für Studium und Lehre
– 6.14 Referent*in für Lehramt
– 6.15 Referent*in für Soziales und Gleichstellung
TOP 7 Fachschaftsrat Geschichte
TOP 8 Aufwandsentschädigungen
TOP 9 Sitzungstermine 34. Legislatur
TOP 10 Sonstiges

Hier startet um 20:15 Uhr der Liveticker!

Ihr seid schon vor Beginn des Livetickers hier? Dann haben wir hier einen kleinen Muntermacher für euch:

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Salut, mes amies!

Es ist Dienstag, kurz nach acht, ihr wisst was das heißt (und wisst, welchen Artikel ihr angeklickt habt): Es ist StuPa-Zeit!!!!!

Bei der zweiten offiziellen Sitzung der Legislatur gibt es ganze 15 Wahlen, weil die ganzen StuPa-Posten neu besetzt werden. Ist es deshalb so ungewöhnlich voll hier im HS 2 im ELP 6. Oder ist es die FSR-Geschichte Geschichte? (webmoritz.Artikel hier: https://webmoritz.de/2024/05/28/geschichte-wiederholt-sich/)

Die Sonne scheint in den Hörsaal, die Leute tragen sich in die Listen ein und Tom hat Blumen. Das Ticker-Team, bestehend aus Lucas, Allan, Jan-Niklas, Nessa, Hannah, Ise und Juli macht noch letzte Fingerübungen und freut sich schon sehr. Peti lektoriert heute diesen Liveticker. Freut ihr euch auch?

Und freut ihr euch schon auf den Dies Academicus morgen? Der erste Bierwagen steht schon auf dem Loeffler-Campus. (Es wird mit Freibier geworben)

20:21Uhr

TOP 1 Begrüßung

Robert ruft zur Ruhe und bittet noch einmal darum, dass alle Gäste sich eintragen und ein paar Leute huschen nach vorne. Aliya ermahnt auch nochmal, aber es scheinen schon alle eingetragen zu sein. 

20:23 Uhr

Nachdem die Tür zugemacht wurde damit die Klimaanlage funktioniert, begrüßt uns Robert. Bevor es zum nächten TOP übergeht, kommt jetzt noch eine besondere Unterbrechung:

Daher wird nun die Verdienstmedaille der Studierendenschaft verliehen. Die Person war in verschiedenen Gremien und sei sehr freundlich und herzlich sowie „mit Herzblut“ engagiert gewesen. Robert möchte sich auch noch einmal persönlich herzlich bedanken und für die herzliche Aufnahme in die Hochschulpolitik, die er durch sie 2022 erfahren hat. Er nennt zudem ihre „entgegenkommende Art“ als positiv und hilfreich.

„Liebe Frieda, was für eine Freude, Dir heute die Verdienstmedaille der Studierendenschaft zu überreichen!“

Robert

Frieda bekommt langen Applaus und Jubelrufe. Sie gibt ganz gerührt eine Rede und bedankt sich bei ganz vielen Leuten, die sie begleitet haben.

„Sehr schön, so könnte jede Stupa-Sitzung beginnen….. Aber muss ja noch was besonderes bleiben“

Robert

Eine Übersicht über andere Träger*innen der Medaille findet ihr hier: https://stud.uni-greifswald.de/stupa/verdienstmedaille/

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20:27 Uhr

TOP 2 Formalia

Heute sind 25 Stupist*innen anwesend und es gibt eine Stimmübertragung. Somit ist das StuPa beschlussfähig.

Es geht weiter mit der Tagesordnung. Die heutige Tagesordnung ist recht lang.

Tom würde gerne TOP5.1 streichen und möchte unter einem Punkt über Aufwandsentschädigung sprechen, der Inhalt  überschneidet sich nämlich mit TOP 8. Der Punkt soll daher einfach bei Punkt 8 ergänzt werden. Robert als Antragsteller ist damit einverstanden.

Robert ist völlig irritiert, dass er heute in so viele Gesichter guckt – der Hörsaal ist nämlich wirklich sehr sehr ungewöhnlich voll.

Es wird über die neue Tagesordnung abgestimmt. Diese wird einstimmig angenommen.

20:29 Uhr

TOP 3 Berichte

Heute ist eine berichtspflichtige Sitzung: StuPa-Präsidium, AStA und Medien berichten.

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Das Präsidium beginnt und hat noch ein paar Ergänzungen:

Robert sagt, am 23. Mai habe er ein Seminar zur Rechtsberatung besucht, dass ihm aber leider keine Informationen geboten hat, die er noch nicht wusste. Sie dürfen anscheinend nicht so viel, wie sie eigentlich wollen.

Am 3. Juni findet ein Vernetzungstreffen der Präsidien statt, um sich unter den verschiedenen Standpunkten austauschen zu können.

Es geht weiter mit den ASTA-Berichten. Der Vorsitz ist vakant.

Krissi hat keine Ergänzungen und es gibt auch keine Rückfragen.

Anna hat ebenfalls keine Ergänzungen und es gibt auch keine Fragen.

Theo hat keine Ergänzungen und es gibt keine Rückfragen.

Tom hat aber Ergänzungen: 

Tom ist ab heute kein Teil des ASTAs mehr. Er möchte nochmal deutlich machen, dass keine schriftliche Bewerbung für das Amt eingegangen ist. Er weiß nicht, ob spontan jemand dazu bereit ist, das Amt auszuführen. Auch wenn jetzt kein Finanzer/keine Finanzerin da ist, sind die Aufgaben im AStA sorgfältig verteilt. Es gibt aber Richtlinien für Vertretungen, falls sich niemand findet.

Sophie bedankt sich, dass sich darum gekümmert wurde, dass keine Lehrstelle entsteht. Sie fragt, ob sich Leute gemeldet hätten, die zumindest eventuell dazu bereit wären, es zu besetzen.

Tom: „mmh“ – Es gäbe wohl immer wieder Gespräche, aber es gibt keine Bewerbungen. Das Referat sei unbeliebt, sehr zeitaufwendig und erfordere viel Wissen. Aber es gibt viel präsente Werbung. Auch die Reels, die im Zuge der Öffentlichkeitskampagne gedreht wurden haben so viel Aufmerksamkeit und Nachfragen bezüglich aller Stellen generiert wie noch nie. 

Es gibt keine weiteren Rückfragen. 

Weiter geht es mit Aliyas Bericht.

Aliya hat Ergänzungen: Im Drucksachenpaket sei bisher nur ihr alter Bericht zu sehen.

Sie ist ab heute nach fünf Jahren auch nicht mehr im AStA, aber sie möchte alles mögliche hochgeladen, sodass einer flüssigen Übergabe auch nichts im Weg stehe.

Henry hat auch Ergänzungen. Es ist der Bericht vom letzten Mal, er hatte leider keine Zeit den Bericht rechtzeitig einzureichen. Die antifaschistische Informationswoche wird gerade ausgewertet. Gleiches gilt für ein Projekt zur Geschichte der Arbeitendenklasse. Der Queere-Aktionsmonat startet diese Woche mit einem Selbstverteidigungskurs.

Henry erklärt nach einer Frage von Mercedes, dass die Einladungen für die Podiumsdiskussion über die Hochschulgruppen laufen. Er erklärt zudem, dass das alles sehr kurzfristig sei. Daher hat es zeitlich nicht geklappt, die Bewerbung schon abgeschickt zu haben, das soll aber morgen geschehen.

Es startet mittlerweile auch schon eine neue Kampagne. Gerade passiert sehr viel gleichzeitig. Das verursacht „ein sehr kleines Zeitfenster“.

Kris hat keine Ergänzungen zu seinem Bericht und Rückfragen gibt es hier auch keine.

Mareike auch nicht zu ihrem Bericht und auch hier keine Rückfragen.

Hanna ergänzt zu ihrem Bericht, dass die Umfrage zu queerem Leben an der Uni fertig ausgewertet wurde und die Ergebnisse im Stud-Portal zu finden seien. Oder hier: https://stud.uni-greifswald.de/storages/uni-greifswald/einrichtungen/stud/alte_struktur/Dokumente/Allgemeines/Awareness/Auswertung_UmfrageQueeresLeben.pdf

Die Auswertung ist nun abgeschlossen und am 04.06. werden die Ergebnisse vorgestellt. Dann ist die Auftaktveranstaltung des Queeren Aktionsmonats.

Nadine hat keine Ergänzungen und es gibt auch keine Rückfragen. 

Arne hat keine Ergänzungen und es gibt auch keine Rückfragen.

Irma möchte eine Änderung/ Berichtigung durchführen lassen. FSR Anglistik muss in FSR Slawistik geändert werden. Ansonsten hat sie keine Ergänzungen und es gibt auch keine Fragen. 

Die moritz.medien haben einen Bericht geschrieben aber es gibt auch keine Ergänzungen oder Rückfragen.

Raphael berichtet über die LKS. Sie haben eine außerordentliche Sitzung eingelegt, bei der es um die Studierendenwerke in MV ging. 

Es gibt keine weiteren Berichte und wir springen in den nächsten TOP.

20:43 Uhr

TOP 4 Fragen und Anregungen aus der Studierendenschaft

Nadine macht darauf aufmerksam, dass noch viele helfende Hände gesucht werden, die bei der 24h-Vorlesung helfen können. Interessierte sollen sich über den AStA-Pool melden.

Im Vorhinein bekommen die Helfenden auch ein Briefing, wie alles funktioniert. Man wird also nicht einfach ins kalte Wasser geschubst.

Krissi ergänzt, dass das Team aktuell aus sieben Leuten besteht und daher noch dringend nach Verstärkung gesucht wird.

„Es ist eine große Veranstaltung, wir haben Leute aus München, Brüssel, Baden-Würtemberg“ und die sollen ja auch herzlich empfangen werden.

Julia sagt, dass Kommiliton*innen am Tag der VV nach 12 Uhr noch eine Lehrveranstaltung hätten. Sie müssen dort sogar Studienleistungen erbringen. Das geht gar nicht.

Theo sagt, dass die Betroffenen sich einfach bei ihm melden sollen mit dem Namen des Dozierenden und der Veranstaltung. 

Tom hat noch eine Frage.

Er hat noch Beschlüsse vom StuPa gebraucht von Anfang des Jahres.

Er hat keine Beschlüsse von Februar und März gefunden.

Es werde schleunigst Zeit, dass diese hochgeladen werden, sagt er.

Robert meint, er meine, es fehle nichts.

Sophie (Präsidium in der letzten Legislatur) spricht rein, dass ja auch eine Sitzung ausgefallen sei – vielleicht sei das die, von der die Beschlüsse fehlen?

Tom meint, er brauche zwei Beschlüsse für Finanzangelegenheiten, die nicht zu finden seien.

20:46 Uhr

TOP 5  Finanzanträge

– neu5.1 Jubiläumskonzert Kiste

René von der Kiste schreitet nach vorne, um den Antrag einzubringen. 

„Hallo ich bin René von der Kiste.“ 

René

Sie wollen ein Jubiläumskonzert einer Band in der Kiste feiern. Die Band (Pete & Kloppenburg) hat sich in der Kiste vor vielen Jahren gegründet. Sie spiele auch gelegentlich in Greifswald. Das Konzert solle in „ein größeres Event eingebettet“ werden. Sie möchten das mit einem Kindertag verbinden und das Konzert soll der „krönende Abschluss“ sein. Die Band habe auch noch andere Bands eingeladen. Es soll zu Vernetzungen mit Bewohner*innen von Schönwalde II grundsätzlich und den Bewohnenden des benachbarten Wohnheims anregen.

Zuerst die Stellungsnahme des Haushaltsaussschusses:

Aliyah spricht für den Haushaltsausschuss. Sie haben den Antrag gelesen und halten ihn für förderwürdig. Sie empfehlen die Annahme des Antrages. 

Tom findet den Antrag ebenfalls förderwürdig und förderfähig. 

Er findet die Idee gut. Andere Clubs hätten in der Vergangenheit häufiger Geld erhalten.Die studentischen Clubs werden immer wieder unterstützt und da sei es auch schön, dass sich die Kiste auch mal meldet.

„Das ist genau das Ziel, wofür diese Gelder (WSP-Mittel) da sind“

Tom

Bedarf nach Änderungsanträgen scheint es nicht zu geben. Wir kommen nun zur namentlichen Abstimmung. Jede*r wird einmal aufgerufen und sagt dann entweder Ja, Nein oder Enthaltung.

Der Antrag wird einstimmig angenommen. Wir freuen uns auf die Party.

20:51 Uhr

TOP 6 Wahlen AStA

Wir beginnen mit den AStA-Wahlen.

– 6.1 Vorsitzende*r

Es liegt keine schriftliche Bewerbung vor. Robert fragt ob es Initiativbewerbungen gibt.

„Scheint nicht der Fall zu sein“

Robert

20:51 Uhr

– 6.2 Referatsleitung Geschäftsführung

Eine Bewerbung von Krissi liegt vor. Krissi geht nach vorne und stellt sich vor.

Sie war bereits 1,5 Jahre im AStA und dort zunächst für Studium und Lehre, dann in der Geschäftsführung tätig und zuletzt auch komissarisch Vorsitzende. In den letzten Jahren hätten sie im AStA sehr viel erreicht. Sie wolle nun Leistungen besser koordinieren, auch weil die Zusammenarbeit als Team nicht immer optimal funktioniert habe.

Emil fragt, wie sie sich das vorstellt, wie es effektiver werden könnte.

Krissi antwortet, dass sie im letzten Jahr die Projektplanung eingeführt haben und manche wohl nicht mit dieser einen Methode zurechtkämen. Verschiedene Methoden müssen gefunden werden, die für verschiedene Personen passen. Es muss auch viel mehr Kontakt untereinander geben, damit das projektorientierte Arbeiten funktioniert. Zudem sei viel mehr Kontakt zwischen verschiedenen verantwortlichen Gremien notwendig. Das möchte sie erreichen.

Sophie fragt, ob sie dann auch noch weiter den Vorstand übernimmt und ob sie das von den Stunden her schafft. Krissi hat 35 Stunden Arbeitszeit angegeben, was dann wohl unrealistisch sei.

Krissi meint, dass sie das kurzfristig stemmen könne.

„Das Ziel ist es natürlich, dass es wieder einen Vorsitz gibt.“

Krissi

Krissi geht davon aus, dass das passieren wird.

„Hoffentlich, Leute, hoffentlich“

Robert

Wir schreiten nun weiter zur Wahl.

Unsere moritz.Wahlfeen Caro und Hannah schweben nach vorne. 

Robert merkt an, dass sich ein StuPist auf der Anwesenheitsliste doppelt eingetragen habe – es sind also doch nur 24 (von 27) StuPist*innen anwesend. 

14 Stimmen sind notwendig, um gewählt zu werden.

21:01 Uhr

– 6.3 Referatsleitung für Finanzen und Personal

Während die Auszählung noch läuft, geht es hier schon einmal weiter.

Es liegt keine Bewerbung vor und es gibt auch keine Initiativbewerbung. 

21:02 Uhr

– 6.4 Referatsleitung für Veranstaltungen

Es gibt eine Bewerbung von Luc.

Er wurde von Aliya angesprochen, ob er das nicht übernehmen möchte. Er ist derzeit Vorstand im Club9 und macht zusammen mit einem Kollegen die Planung und Koordination der Veranstaltungen. 

„Das läuft eigentlich recht gut“

Luc über den C9-Vorsitz

Er fragt, ob er die Antworten nochmal vorlesen soll, Robert bittet um eine kurze Zusammenfassung.

Er hat bereits mit Aliyah über seine Verantwortungen und Aufgaben gesprochen, weiß also auch ungefähr, was in den nächsten Monaten passieren wird.

Er ist auch schon im Bilde, was die nächsten Monate so ansteht. Er gehe davon aus, dass er ca. 10 bis 20 Stunden die Woche investieren wird, daher habe er bereits seinen Nebenjob aufgegeben.

Durch den Club9 hat er auch schon einige Verbindungen, unter anderem zu FSRs etc.

Dadurch könne er auch schneller Veranstaltungsorte finden.

Aliya bedankt sich für die Bewerbung. Wie plant er seinen C9-Vorsitz und das Referat unter einen Hut zu bekommen?

Dadurch, dass er seinen Nebenjob bereits beiseite geschoben hat, habe Luc wohl nun definitiv genug Zeit für die Stellen beim AStA und beim C9. Er sei sehr durchstrukturiert und habe daher üblicherweise keine Probleme in Bezug auf Zeitmanagement. Im Club läuft es auch gut strukturiert, weshalb sei das auch kein Problem. Da er schon länger wisse, dass er eventuell das Amt übernehmen wolle, habe er das auch bereits gut mit dem C9 abstimmen können.

Jada stellt die Felix-Frage: Ist Luc Mitglied in einer anderen politischen oder studentischen Vereinigung oder Gruppierung?

Luc antwortet, dass er dies nicht ist, ansonsten hätte er es eingangs erwähnt. 

Tom fragt: Luc sei ja ein Club-Mensch, weshalb er ja wahrscheinluch gut in solchen Großveranstaltungen sei. Aber wie sei es mit Veranstaltungen anderer Art, wie zum Beispiel die 24-Stunden Vorlesung oder eine Podiumsdiskussion? 

Luc antwortet, dass egal welche Art von Veranstaltung, der grundlegende Ablauf zu Planung sei ähnlich. Es ginge zunächst immer darum, die jeweilig benötigten Beteiligten zusammen zu akquirieren. Wenn Geld benötigt werde, müssten Geldgeber gefunden werden. Es gehe immer darum, dass immer eine Person „entertaint“, egal ob DJ oder Prof – nur die Message sei anders.

Emili fragt, wie Luc die FSRs genau mehr einbinden möchte.

Luc erklärt, dass die Arbeit und Vernetzung mit den FSR einer der Faktoren sei. Er hat mal Jura studiert, aber studiert jetzt Bildungswissenschaften, das habe er vorher vergessen zu erwähnen. FSRs seien bisher schon immer wieder an ihn herangetreten, um Kommunikationsschwierigkeiten zu beheben, weil er durch seine Tätigkeiten sehr vernetzt sei, was aus seiner Sicht für seine Kompetenz in diesem Bereich spreche.

Aliya lobt Luc nochmal, sie kenne Luc schon seit ein paar Jahren. Er mache seine Aufgaben sehr gut. Luc sei eine sehr zuverlässige Person. Sie empfiehlt, ihn zu wählen.

Robert verkündet das Ergebnis zu Krissis Bewerbung.

Krissi kriegt 13 Ja-Stimmen, 8 Nein-Stimmen und 3 Enthaltungen. Somit ist Krissi nicht gewählt.

Tom stellt einen GO-Antrag auf 10 Minuten Pause, Aliya gibt Gegenrede. Sie will zunächst die laufende Wahl beenden.

Der GO-Antrag wurde abgelehnt und es geht weiter mit der Austeilung der Stimmkarten für die Wahl von Luc. Wieder schweben die Wahlfeen und Robert ermahnt, erst auf sein Zeichen zu schreiben. Das Zeichen kommt und die Feen schwärmen wieder aus um die Zettel einzusammeln.

Robert schließt den Wahlgang.

21:14 Uhr 

Marie stellt nochmal einen GO-Antrag auf Pause. Es gibt keine Gegenrede, also sind jetzt also 10 Minuten Pause.

21:26 Uhr 

Robert klingelt mit der Glocke und es geht weiter mit einem GO-Antrag auf nochmal 15 Minuten Pause. Dem wird stattgegeben. Hintergrund ist, dass die Bewerber*innen für die AStA-Referate noch mehr Zeit brauchen.

21:43 Uhr

Das Glöckchen klingelt, also gibt es entweder Geschenke oder endlich weiter.

21:45 Uhr

Nachdem alle wieder sitzen, geht es weiter.

Inzwischen ist Lucs Ergebnis bekannt.

Es gab 22 gültige Stimmen. Robert merkt nochmal an, dass nicht auf die Rückseite der Stimmzettel geschrieben werden darf.

Auch Luc wurde nicht gewählt.

Tom ergreift das Wort und möchte einen GO-Antrag auf einen neuen TOP stellen, Thema jetzige Situation. Es soll darum gehen, was es nun bedeutet, wenn die AStA-Stellen nicht besetzt werden. Dazu soll unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit Ausnahme des ASTAs und den ASTA-Bewerber*innen diskutiert werden.

Ein Gast vom Geschichts-Institut möchte vor Ausschluss der Öffentlichkeit noch fragen, ob die Geschichte mit der Geschichte noch zu Sprache kommen wird.

Mercy übernimmt das als Gegenrede, damit der Punkt zum FSR Geschichte früher dran kommen kann.

Es wird über den von Tom verlangten neuen TOPs abgestimmt und angenommen. Daher gibt es jetzt gleich den neuen TOP unter Ausschluss der Öfentlichkeit.

Tom erläutert nochmal, dass die AStA-Sache wichtiger als ein FSR sei.

-6.5neu Aktuelle Situation

Somit müssen auch die moritz.medien nach draußen gehen. Also gibt es an dieser Stelle nochmal Pause für uns. Nur StuPist*innen, Bewerbende für AStA-Referate, aktuelle AStA-Referent*innen und der studentische Prorektor dürfen bleiben.

Wir melden uns, wenn wir wieder da sind.

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Bis dahin unterhalten wir euch mit ein paar GIFs:

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Falls ihr euch fragt, wie es gerade bei uns aussieht:

Wir sind voll im Modus.

22:24 Uhr

Wir erzählen uns gerade die wilden Schulstorys.

22:34 Uhr

+++ Kurzer Einschub +++

Regensburg ist in die zweite Fußball Bundesliga aufgstiegen.

+++ Einschub Ende +++

Songempfehlung für die späte Stunde: Stone Island- Lil Lano.

00:29 Uhr

So Freunde, nach etwas mehr als 2 1/2 Stunden sind wir wieder da. Während wir draußen gewartet und gewartet und gewartet haben (und unter anderem auch spazieren waren), haben die Menschen hier drin viel besprochen und diskutiert.

Es riecht nach Pumakäfig im Hörsaal, und nachdem wir die letzten Stunden damit verbringen durften, dem Geschehen wie im Zoo durch eine Glasscheibe beizuwohnen, ist das sehr passend.

Es soll nun das Ergebnis der Beratungen verkündet werden. Die Diskussionen wirkten durch das schalldichte Fenster vehement und kontrovers. Wir sind gespannt.

Vorne stehen Tom, Frieda, Robert und Angelina. Es wird im Drucksachenpaket gescrollt und gesprochen. Zu sehen sind die Tabellen zur Aufwandsentschädigung. Ob wir für diesen Tag extra bezahlt werden?

„Ok, gut, also“

Robert kurz bevor es weiter geht

Robert möchte die Ergebnisse vorstellen.

Es wurde sich darauf geeinigt, dass die Tagesordnung heute mit dem TOP Wahlen endet. Es wurde sich dabei auf die Referate beschränkt für die eine schriftliche Bewerbung vorliegt und wenn die Berwerber*innen sich noch dazu bereit erklärt haben, sich weiterhin zur Wahl zu stellen.

Außerdem soll nächste Woche eine außerordentliche Sitzung stattfinden, bei der die nun ausgelassenen TOPs nachgeholt werden sollen.

Es soll eine Gruppe gegründet werden, noch diese Nacht. Morgen sollen weitere ASTA-Referate in einer ASTA-Sitzung komissarisch gewählt werden.

Frieda soll kommissarisch den AStA-Vorsitz übernehmen. Dafür muss sie aber auch noch gewählt werden.

Tom fragt, ob dafür noch ein GO-Antrag gestellt werden muss. Robert klärt auf, dass dies sein GO-Antrag war.

Dieser Kompromiss wird als GO-Antrag ohne Gegenrede angenommen.

00:36 Uhr

-6.6neu Wahl kommissarischer AStA-Vorsitz

Frieda soll sich vorstellen, sie hebt nur ihre Verdienstmedaille und sagt: 

„Ihr kennt mich“

Frieda

Die moritz.Wahlfeen Caro und Konstantin verteilen graziös die Stimmzettel an die Stupist*innen. Robert eröffnet den Wahlgang, die wahlberechtigten StuPist*innen dürfen ihr Kreuzchen machen und recken ihre Ärmchen in die Höhe, damit die moritz.Wahlfeen sie einsammeln. Das ganze erinnert an Bienen.

„Dann dürft ihr mit der Auszahlung beginnen“

Robert zu den Wahlfeen

„Kriegt ihr Geld?“

Tom

Das war wohl ein Versprecher, es ist ja auch schon spät.

00:39 Uhr

– 6.6neu Referent*in für Fachschaftsfinanzen

Irma hat sich beworben. Sie stellt sich vor.

Sie studiert im sechsten Semester Mathematik und Kunst und macht dort seit langem im FSR Finanzen. Sie ist bereits etwas länger im ASTA und hat sich „hochgearbeitet“.Sie hat zuvor bereits im Finanzteam gearbeitet und hatte im letzten Monat kommissarisch das Referat für Fachschaftsfinanzen übernommen.  An ihre Erfahrungen will sie nun anknüpfen, diesmal gewählt.

Es gibt keine Rückfragen.

Gerade rechtzeitig zur Wahl wurde die Auszählung für die Wahl von Frieda fertig. Sie wurde einstimmig gewählt (endlich läuft hier mal was richtig).

Während die Ergebnisse verlesen werden, schweben die Wahlfeen🧚‍♀️ wieder los und verteilen die Stimmzettel. Diesmal in „zärtlichem rosa“. kurz scheint es nicht mit den Zettelchen zu passen, aber dann ist doch alles so wie es sein soll. (Naja, eigentlich sollten wir schon längst fertig mit der Sitzung sein…)

Die Kreuzchen werden gemacht und Wahlfee🧚‍♀️ Konstantin sammelt fleißig die Stimmzettel ein.

Die nächste Auszählung beginnt.

00:43 Uhr

– 6.7neu Referent*in für Digitales

Anna stellt sich zur Wahl.

Sie studiert Humanbiologie im zweiten Semester auf Master. Sie hat dieses Amt bereits seit November inne und würde es gerne weiterführen. Ihr macht es sehr viel Spaß. Sie würde sich gerne um Workshops für TypO3  kümmern. Sie möchte zudem weiterhin das Studierendenportal verwalten und die Seite für hochschulpolitische Gruppen dort ausbauen.

Emil fragt, wie sie „hochschulpolitische Gruppen“ definiert.

Anna antwortet, dass es die Vorlage bereits gebe, aber diese nicht gefüllt sei. Sie möchte da nochmal mit dem Referent für Hochschulpolitische Bildung sprechen, wie das dort geplant war.

Das Ergebnis von der Wahl von Irma zur Referentin für Fachschaftsfinanzen ist da: Sie wurde einstimmig gewählt. 

Die Wahl über Anna beginnt, diesmal mit rot-orangen Zettelchen.

Es wird kurz geguckt, ob jede*r einen Stimmzettel hat; dann beginnt die Wahl. Kurz danach beginnt Konstantin erneut, die Stimmzettel einzusammeln. Die nächste Auszählung beginnt.

00:49 Uhr

-6.8neu Referent*in für Ökologie

Kristen stellt sich vorEr ist 27 Jahre alt und studiert BWL. Er hat das Referat schon in der letzten Legislatur gemacht.

Er bespricht die Projekte.  Ein Projekt mit Fahrrädern konnte leider noch nicht abgeschlossen werden.Auch an der veganen und vegetarischen Mensa möchte er arbeiten – dafür gibt es auf jeden Fall im November ein Projekt. Auch Vorträge sollen zu dem Thema stattfinden.

Es wird nach Rückfragen gefragt; die gibt es nicht.

Das Ergebnis für das Referat für Digitales ist da: Anna wird einstimmig gewählt und nimmt die Wahl an.

Es geht weiter mit der Wahl für das Referat für Ökologie. Unsere Wahlfee🧚‍♀️ Konstantin huscht (manchmal etwas zu schnell) durch die Stuhlreihen und verteilt die Zettel.

Nach kurzer Verzögerung beginnt die Wahl. Konstantin stolpert in leichter Hektik, aber es ist nichts passiert.

Die Stimmzettel werden nun wieder eingesammelt. Es läuft mittlerweile alles ziemlich schnell.

00:52 Uhr

– 6.9neu Referent*in für politische Bildung und Antifaschismus 

Henry kommt nach vorne und hüpft dabei galant über die erste Stuhlreihe. Er würde sich gerne vorstellen, aber Konstantin sammelt noch Zettelchen.

Jetzt darf Henry sich vorstellen. Er benutzt erst das Mikro, aber das ist zu laut.

Er hat das Amt bereits seit einem Jahr inne. Es hat ihm sehr gefallen und er hat eine Reihe von Veranstaltungen zu Antifaschismus, der Geschichte der „Arbeitendenklasse“ und allgemeiner Tagespolitik gemacht.In der nächsten Legislatur möchte er seine Arbeit gerne etwas ändern. Er möchte gerne Ressourcen zu politischer Bildung für zukünftige Studierende anbieten. Es soll aber auch weiterhin Veranstaltungen geben. Zudem möchte er mehr mit anderen Gremien zusammenarbeiten. Er möchte auch die AG für politische Bildung wiederbeleben. So sollen mehr Perspektiven ins Ressort kommen.

„Eine relativ links geprägte männliche Person macht nicht nur Vorträge, die alle interessant finden.“

Henry

Marie bedankt sich nochmals für Henrys Arbeit und spricht sich daher auch hiermit für ihn aus, das Amt fortzuführen.

Stupa-Chris schließt sich Maries Dank an. Er fragt, was er beim Wassermühlenverein Karoxbostel und beim Nutzgeflügelverein Klecken und Umgebung mache. 

Henry erklärt, dass das beides Vereine in seiner Heimat seien. Bei dem Wassermühlenverein Karoxbostel sei seine Mutter Vorsitz, weshalb er da nun mal auch Mitglied sei. Und da er von einem landwirtschaftlichen Betrieb komme, sei es auch nicht unüblich, in einem Nutzgeflügelverein zu sein.

„Ich muss das mal kündigen, ist teuerer als mein Netflix-Abo“

Henry über den Nutzgeflügelverein Klecken und Umgebung e.V

Wir haben nun auch das Ergebnis für das Referat Ökologie: Kris wurde mehrheitlich gewählt und nimmt die Wahl an.

Nun gehts mit der Wahl für Henry weiter. Ihr kennt das Prozedere, glaube ich, mittlerweile. Schon wieder mit roten Zetteln.

„Was, sind wir schon wieder dran?“ – Tom ist scheinbar überrascht über das viele schnelle Wählen

Die Zettel werden nach kurzer Wahlzeit wieder eingesammelt. Es geht momentan alles reibungslos.

Die Auszählung beginnt.

00:59 Uhr

– 6.10neu Referent*in für Internationales und Antirassismus 

Aminat hat sich beworben und kämpft sich vorbei an den AStA-Leuten nach vorne.

Aminat stellt sich als Ami vor. Sie ist 24 Jahre alt, studiert Jura und arbeitet gleichzeitig als Krankenpflegerin. Sie hat durch vorherige Arbeit in Berlin Erfahrung in Organisation. Sie hat sich auch mit Mareike (ihrer Vorgängerin) getroffen und wisse also, was auf sie zukommt. Sie möchte dafür sorgen, dass nicht nur Personen, die von Rassismus betroffen sind, sondern auch andere sich mit dem Thema beschäftigen. Sie möchte aber auch noch andere Projekte umsetzen und u.a. mit dem International Office zusammenarbeiten.

„Ja, also ich habe Ideen“

Ami

Jada bietet ebenfalls seine Unterstützung an. Zudem fragt er die Felixfrage, ob sie in einem Verein etc. sei.

Sie sei nicht parteipolitisch aktiv.

In der Zwischenzeit ist das Ergebnis von der Wahl für Henry als Referent für politische Bildung und Antifaschismus da:  21 Ja-Stimmen, zweimal Nein und zwei Enthaltungen 

Somit ist Henry gewählt und nimmt die Wahl an.

Die nächsten Stimmzettel werden ausgeteilt, hellgelb. Unsere Wahlfee🧚‍♀️ Konstantin hat heute ein Bonussternchen für seine Arbeit verdient, so schnell wie er die Zettel mittlerweile rumgibt. Die Feen🧚‍♀️ kommen heute nicht mehr zu Ruhe.

Die Zettel werden schon nach kurzer Zeit wieder eingesammelt.

01:05 Uhr

– 6.11neu Referent*in für Lehramt

Es gibt ein neugeschaffenes Referat für Lehramt.

Nadine ist bereits nach vorne gekommen und stellt sich jetzt vor. Sie hat bisher das Referat für Studium und Lehre inne gehabt und habe dabei einen wunden Punkt entdeckt. Jetzt sehe sie sich dabei, das Problem anzugehen. Sie möchte nun die Arbeit zum Lehramt beim AStA intensivieren. Sie war bereits in einer anderen Gruppe zum Lehramt hat also bereits Vorerfahrungen. Sie möchte aber auch neue Dinge einführen: zum Beispiel Infos zum Staatsexamen oder Praktika. Sie hofft auf eine gute Gruppenzusammenarbeit. Der AStA-Block jubelt laut.

Draußen fährt der USD vor. Werden wir jetzt rausgekickt?

Es gibt diesmal keine Rückfragen.

Robert liest das Ergebnis von der vorherigen Wahl von Ami als Referentin für Internationales und Antirassismus vor: Sie wird bei einer Enthaltung gewählt und nimmt die Wahl an. Mehr Jubel.

Wahlfee Konstantin 🧚🏻‍♀️ schwebt ein letztes mal los und verteilt die Stimmzettel für das Lehramtsreferat. Diesmal in grün. 

Nun wird gefragt, wie es mit den Wahlen für die Referate aussieht, die jetzt heute nicht dran kamen.

Robert erklärt, dass die Bewerber*innen nächste Woche gewählt werden können – sie bleiben im Drucksachenpaket stehen und müssen sich nicht neu bewerben. Sie können aber auch die Bewerbung zurückziehen indem sie dem Präsidium eine E-Mail schreiben.

Es werden nun zum letzten Mal heute Wahlzettel eingesammelt. Graziös schwebt Konstantin 🧚🏻‍♀️durch die Reihen von Stupist*in zu Stupist*in.

Die letzte Auszählung beginnt kurze Zeit später. Ob das genauso wirksam ist wie Schäfchen-Zählen?

Robert bittet um einen kleinen Rest Aufmerksamkeit.

Das Ergebnis wird verkündet. Nadine wird einstimmig gewählt und nimmt die Wahl an.

01:14 Uhr

TOP 7neu Sonstiges

Robert möchte noch einmal sagen, dass es eine sehr „wilde“ Sitzung war, was sicherlich unschön gewirkt habe. Er möchte aber dafür werben, dass der Umgangston weiterhin respektvoll bleibt und keine „persönlichen Fehden“ entstehen.

Die Sitzung wird um 01:14 Uhr geschlossen. Wir gehen jetzt nach Hause – endlich: Gute Nacht und schlaft gut.

 Wir sehen uns beim Dies Academicus.

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Geschichte wiederholt sich?

Geschichte wiederholt sich?

Am 18. Mai postete der Fachschaftsrat Geschichte ein offizielles Statement auf einem inoffiziellen Instagramaccount (@frsgesch). In diesem wurden Vorwürfe gegen unterschiedliche Stellen der Universität erhoben. Es herrsche ein Ungleichgewicht in der Zusammenarbeit, dem FSR würde die Arbeit erheblich erschwert und auf Grund der daraus entstehenden psychischen Folgen wäre die einzige Konsequenz gesammelt zurückzutreten. Dies wirkt außergewöhnlich, bedenkt man die kurze Zeit im Amt. Um den Geschehnissen auf den Grund zu gehen, haben die moritz.medien sich genauer erkundigt.

Wie über viele Stellen der Universität kursierten auch über den alten Fachschaftsrat Geschichte (2023/24) diverse Gerüchte. Es gibt eine erschreckend hohe Anzahl an nicht aufgearbeiteten Awarenessfällen in zahlreichen Bereichen der Universität. Immer mehr Fachschaftsräte machen Awareness deshalb zu einem zentralen Thema. So auch der alte FSR Geschichte, der dem nachgehen wollte und sich daher entschied eine Onlineumfrage unter den Studierenden des Historischen Instituts durchzuführen. Größter Knackpunkt hierbei: die Umfrage wurde über Google durchgeführt, sie war also weder repräsentativ noch datenschutzrechtlich konform. Das Image des Fachschaftsrates Geschichte litt sehr darunter. Auf Rückfrage beim AStA, weshalb ein Neuanfang nötig gewesen wäre, berichtet dieser, dass es zu Schwierigkeiten zwischen dem Institut und dem FSR gekommen sei. Ein Aufpolieren vom Image war also dringend notwendig. Im Januar begann die neue Wahlperiode und mit großer Spannung wurde eine Neuaufstellung (2024/25) erwartet.

Laut Angaben des nun zurückgetretenen FSRs Geschichte (2024/25) machte dieser sich auch direkt an die Arbeit. Es habe zwei Awarenessbeauftragte gegeben, die sich eingehend mit der Ausarbeitung eines neuen Awarenesskonzepts auseinandergesetzt hätten. Keypunkte in diesem wären gewesen: Einen Safespace bei Veranstaltungen zum Rückzug zu schaffen, klar erkenntlich als Awarenessperson aufzutreten und auch die Idee eines Safe Words habe im Raum gestanden. Die Idee dahinter lässt sich mittlerweile auch in vielen Bars finden. Betroffene können einen bestimmten Drink an der Bar bestellen. Der Name des Drinks ist nicht auffällig, die Person an der Bar weiß durch die Bestellung aber Bescheid, dass Hilfe benötigt wird. Laut FSR wäre die Idee des Safe Words auch vom AStA aufgegriffen worden und bei den Awarenessschulungen an die Teilnehmenden weitergegeben worden. Nach eigenen Angaben hätte der neu gewählte Fachschaftsrat sich klar von dem alten abgrenzen und neue Konzepte und Ideen in Bezug auf Awareness erarbeiten und umsetzen wollen.

Warum kam es also zu einem kollektiven Rücktritt nach so kurzer Zeit im Amt, wenn doch eigentlich alles so vielversprechend startete? Wird ein Blick auf das Statement geworfen lässt sich entnehmen, dass die Arbeit des FSRs von vielen Seiten eingeschränkt wurde. Im Interview äußert der zurückgetretene Fachschaftsrat, dass ein gutes Beispiel für diese Einschränkung der Umgang des Historischen Instituts mit dem neu erarbeiteten Awarensskonzept gewesen sei. Es habe ein gemeinsames Gespräch darüber gegeben, in dem jedoch nicht zugesichert werden hätte können einen Rückzugsort zu schaffen. Der dafür angedachte Raum könnte in Zukunft eventuell für andere Zwecke gedacht sein. Als Kompromiss wäre sich für Plakate entschieden worden. Diese wurden in den Räumlichkeiten des Instituts aufgehangen. Darauf dargestellt seien die verschiedenen Anlaufstellen für Betroffene.

So weit so harmlos. Dieser Umstand allein kann nicht zu einem Rücktritt geführt haben. Um diesen zu verstehen, ist es sinnvoll einen Blick auf den Ablauf der Geschehnisse zu werfen. Der Beginn der Misere war eine Einladung zu einem Gespräch vom Historischen Institut an den FSR. Dieser schildert, dass einzelne Mitglieder während des Gesprächs am Anfang der Woche mit unterschiedlichen Vorwürfen konfrontiert worden wären. Es sei sofort eine Stellungnahme und ein kollektiver Rücktritt verlangt worden. Daraufhin wäre seitens des Fachschaftsrates um etwas Zeit gebeten worden, um den Anschuldigungen nachgehen zu können und sich intern zu besprechen. Es wurde eine Frist zum Ende der Woche gesetzt, gäbe es bis dahin keine Reaktion käme es zu Konsequenzen seitens des Instituts. Der FSR erläutert im Interview, dass es im Verlauf der Woche noch zu weiteren Gesprächen mit dem Institut gekommen wäre. Mit dabei sei auch eine Person aus dem Rektorat gewesen. Auf Anfrage teilt das Rektorat mit, dass es lediglich Kenntnis über den Rücktritt aus der an die Mitglieder der Hochschule geschickten Mail habe. Über weitere Sachverhalte bezüglich des Themas gäbe es keine weiteren Informationen.

Weiterhin erläutert der Fachschaftsrat, dass sich parallel zu den Gesprächen mit dem Institut einzelne Mitglieder darum bemüht hätten den Anschuldigungen nachzugehen und Rat von anderweitigen Stellen der Universität einzuholen. Die Vorwürfe wären sehr ernstgenommen worden. Nach intensiver Beschäftigung hätte sich ergeben, dass die Anschuldigungen nicht haltbar seien.

Auf Anfrage bezüglich des Verlaufs der Geschehnisse gibt der AStA an, dass der FSR vor der gesetzten Frist um eine Beratung gebeten hätte. Dem FSR wäre von einer Stelle der Universität mit einer Kassensperrung durch den AStA gedroht worden. Von dieser Androhung habe der AStA bis zum Beratungsgespräch jedoch keine Kenntnis gehabt und eine solche Androhung durch eine andere Stelle als dem AStA selbst sei nicht rechtens. Berufen wird sich hierbei auf die Selbstständigkeit und die Selbstverwaltung der Studierendenschaft. Die Arbeit des AStA wäre an die Satzung des Landeshochschulgesetzes und die Satzung der Studierendenschaft gebunden. Zudem teilte der AStA uns auf Anfrage mit, dass er gebeten wurde als neutrale Instanz einem Gespräch zwischen ausgewählten Mitgliedern des FSRs und dem Historischen Institut beizuwohnen. Dieses Gespräch fand nach dem Ablauf der vom Institut gesetzten Frist statt. Der Fachschaftsrat schildert, dass bei diesem Gespräch andere Vorwürfe im Raum gestanden hätten als die zu Beginn geäußerten. Von Fristen sei keine Rede mehr gewesen und auch ein kollektiver Rücktritt wäre nicht mehr gefordert worden. Den neu geäußerten Vorwürfen gingen die Mitglieder des Fachschaftsrates ebenso nach wie den zuvor geäußerten. Auf Grund des anhaltenden erhöhten psychischen Drucks auf alle Mitglieder entschied sich der FSR jedoch parallel dazu kollektiv zurückzutreten.

Wir haben den AStA gefragt, ob dieser von Fehlverhalten oder rechtlichen Bedenken bezüglich des zurückgetretenen Fachschaftsrates wisse. Beides verneinte dieser. Die Arbeit wäre erledigt worden, wie sie sein solle. Kenntnis von Schwierigkeiten habe der AStA erst erhalten als die Mitglieder vom FSR zur Beratung bezüglich der angedrohten Kassensperrung zu ihm kamen. Auf die Frage weshalb auch der AStA im Zusammenhang mit dem Ungleichgewicht in der Arbeit genannt wurde, nennt dieser ein Missverständnis bezüglich des Institutsrats. Hier wäre es auf Anraten des AStA zu einer Umfrage für die Aufstellung eines*r studentischen Kandidaten*in durch das Institut gekommen, obwohl diese Aufgabe eigentlich in den Arbeitsbereich des FSRs falle. Dies hätte parallel stattgefunden, weil nicht bekannt gewesen wäre, dass dieser sich bereits darum gekümmert hatte. Darauf angesprochen winkt der FSR jedoch ab und sagt, dass daraus kein Problem entstanden sei.

Wir haben im Zuge der Recherche neben dem Rektorat auch das Historische Institut um die Beantwortung einiger Fragen rund um die Geschehnisse gebeten. Uns wurde mitgeteilt, dass die Beantwortung aus datenschutzrechtlichen Gründen und zum Schutz der Studierenden nicht in Frage käme. Ohne diese Beantwortung bleiben leider viele Fragen bezüglich des möglichen Eingriffs in die studentische Selbstverwaltung offen.

Beitragsbild: Keegan Everitt


Zur Person der*des Autor*in