Die Redakteur*innen der moritz.medien haben sich schon immer einen Kopf um unsere Umwelt gemacht und darüber berichtet. In unserer neuen Kolumne erzählen wir euch, was wir über das Thema Nachhaltigkeit denken und geben euch viele hilfreiche Tipps, um euer Leben (noch) nachhaltiger zu gestalten.
Laut Studien des Statistischen Bundesamts haben deutsche Haushalte 2017 im Durchschnitt 140 Euro für Innenausstattung und Haushaltsgeräte und 110 Euro für Kleidung ausgegeben – und das jeden Monat. Damit stehen diese beiden Konsumausgaben bei uns Deutschen auf Platz 6 und 7, gleich hinter Wohnen und Energie, Nahrungsmitteln, Verkehr, Kultur, und Dienstleistungen wie Hotels und Gastronomien. Dabei könnte gerade in den Bereichen Kleidung und Ausstattung viel gespart werden, sowohl finanziell als auch umweltökonomisch.
Wie oft nutzen wir die Dinge, die wir kaufen, wirklich und wie lange? Vieles, das wir nur wenige Male brauchen und nicht sofort konsumieren, können wir auch auf andere Weise erhalten, und die meisten tun das bereits. Wir leihen uns Bücher, Musik und Filme aus Bibliotheken, Videotheken oder schauen sie über Streaming-Dienste an. Anstatt ein eigenes Auto zu besitzen, greifen wir oft lieber auf öffentliche Verkehrsmittel zurück, und wenn es doch einmal notwendig ist, mieten wir lieber, nutzen Carsharing oder einen Fahrradverleih in fremden Städten. Wenn wir eine Party organisieren wollen, brauchen wir kaum etwas selbst mitzubringen. Wie auch in Greifswald gibt es an vielen Orten Unternehmen, über die wir die Locations, Partyzelte und sogar ganze Ausstattungen samt Bierzeltgarnitur, Stehtischen und Stühlen ausleihen können – gegen ein kleines Entgelt.
Die meisten dieser Dienste sind nicht völlig kostenlos, aber in den allermeisten Fällen bleibt es mit einem gemieteten Wagen oder Zelt, oder einem monatlichen oder jährlichen Mitgliedsbeitrag dennoch billiger als wenn wir uns die entsprechende Sache selbst anschaffen würden. Unabhängig davon ist sowohl Leihen als auch Mieten wesentlich nachhaltiger, denn jedes Buch, das wir leihen, jeder Tisch, den wir mieten, bedeutet am Ende weniger Produktion und damit geschonte Ressourcen.
Kleider, Elektronik oder ganze Maschinen
Und die Firmen und Läden passen sich an. Viele Anbieter haben ihren Verkauf schon längst auch auf einen Verleih erweitert. Bei vielen Elektrofachhandeln und Baumärkten ist es möglich, sich Geräte einfach zu leihen, anstatt sie teuer zu erwerben. Wer mal eben für eine kleine Renovierung einen Hammer oder eine Bohrmaschine braucht, kann sich diese jederzeit für nur wenig Geld mieten. Bei längeren Zeiträumen ist es auch möglich, einen Vertrag abzuschließen, sollte in dieser Zeit das Gerät den Geist aufgeben, – also ohne Eigenverschuldung – wird es sogar kostenfrei ersetzt.
Gleiches gilt für Elektrogeräte. Wasserkocher und Waschmaschinen und sogar Notebooks, Kameras oder Smartphones können in vielen Märkten mit einem ähnlichen Vertrag ausgeliehen werden und stehen einem dann für einen bestimmen Zeitraum zur Verfügung. Der Vertrag kann monatlich gekündigt oder verlängert werden, bei vielen Märkten geht das Mieten auch bereits ganz einfach und versandkostenfrei online.
Neben einem Second-Hand-Erwerb kann auch bei Kleidern aufs Ausleihen zurückgegriffen werden. Vor allem bei Kleidung, die nicht oft gebraucht wird, wie teuren Anzügen oder Abendkleidern, bieten sich Plattformen an, die selbst hochwertige Designermode für einen kurzen Zeitraum gegen geringes Geld vermieten. Junge Startups haben Plattformen entwickelt, über die man durch ein monatliches Abo eine bestimmte Anzahl an Kleidung für einen gewissen Zeitraum mieten kann. So ist es möglich, immer mal wieder einen neuen Stil auszuprobieren, ohne gleich den gesamten Kleiderschrank zu verdoppeln. Für den privaten Verleih haben Websites wie eBay Kleinanzeigen außerdem eigene Foren eingerichtet, bei denen jede*r Nutzer*in ganz einfach das anbieten kann, was er*sie besitzt, aber gerade nicht braucht. Ein bisschen gezielte Recherche lohnt sich hier also immer.
Sharing Economy
Das Prinzip hinter dem ganzen Leihen und Mieten ist fast schon zu einer eigenen Wissenschaft geworden. Bei der Sharing (auch Shared oder Share) Economy dreht sich alles rund um die Idee von Collaborative Consumption, also den Gemeinschaftskonsum. Das Prinzip ist simpel: Ein*e Anbieter*in (meistens eine Privatperson, aber auch Interessensgruppen und Unternehmen) stellt einen Gegenstand, Raum etc. zur Verfügung, der von einem*r Nachfrager*in vorübergehend benutzt oder bewirtschaftet werden kann. Das bezieht sich sowohl auf privates, kostenfreies Verleihen als auch auf das Vermieten, z. B. über eine vermittelnde Dienstleistung oder Plattform.
Kritisiert wird dabei oft, dass diese Plattformen zwar bereits in großer Zahl existieren, aber oft nur im digitalen Raum verfügbar sind. Es wird befürchtet, dass diejenigen, die kein Internet nutzen oder nutzen können, vom Sharing-Trend ausgeschlossen werden und sich damit eine gesellschaftliche Schere – zum Beispiel zwischen den Generationen – auftut. Gleichzeitig bietet die Onlineverfügbarkeit der Sharing-Dienste aber auch den großen Vorteil, dass Leihen und Mieten fast überall, schnell, simpel und möglichst kostengünstig möglich ist. Darüber hinaus gewährleistet das Prinzip des Sharings natürlich, dass bereits existierende Ressourcen optimal genutzt werden können und damit keine neuen beansprucht werden müssen. Und auch auf sozialer Ebene ist Sharing sinnvoll, denn es vernetzt die Leute und schafft damit einen stärkeren sozialen Zusammenhalt.
Fazit
Sharing, sowohl durch Verleih als auch durch Miete, ist eine einfache Möglichkeit, um den eigenen Konsum möglichst nachhaltig und flexibel zu gestalten. Es ermöglicht uns, alles, was wir nur für eine kurze Zeit brauchen oder immer mal wieder austauschen möchten, einfach und schnell zu erhalten – selbst Dekoartikel, Kunstwerke, Topfpflanzen und sogar überschüssiges Essen durch Plattformen wie foodsharing.de. Erster Anlaufpunkt sind bei den meisten wahrscheinlich die Nachbar*innen oder Freund*innen. In einigen Orten in der Schweiz funktioniert das mittlerweile sogar schon in gut organisiertem Rahmen über vom Projekt Pumpipumpe vorgefertigte Sticker am Briefkasten, mit denen man zeigen kann, was man zu verleihen hat.
Wer keine Lust auf Leihen hat, aber trotzdem nachhaltig sein will, kann sich viele Produkte auch selbst anfertigen, wie wir euch in den letzten Wochen bereits gezeigt haben. Nächstes Mal geht es übrigens ums Upcycling – eine weitere Möglichkeit, etwas Neues zu erhalten und dabei gleichzeitig Ressourcen zu schonen.
Die Redakteur*innen der moritz.medien haben sich schon immer einen Kopf um unsere Umwelt gemacht und darüber berichtet. In unserer neuen Kolumne erzählen wir euch, was wir über das Thema Nachhaltigkeit denken und geben euch viele hilfreiche Tipps, um euer Leben (noch) nachhaltiger zu gestalten.
Von verbrannten Klamotten bis hin zu eingenähten Hilferufen – die Modeindustrie kommt in den Medien nicht besonders nachhaltig rüber. Sich nachhaltig zu kleiden wirkt erstmal wie eine Mammutaufgabe. Und klar, muss jede*r für sich selbst recherchieren. Überblicksseiten geben genau das – einen Überblick über Fair-Fashion-Marken. Aber was ist Fair Fashion eigentlich? Und was ist zu beachten?
Fair, ethical, sustainable
Es gibt viele Zertifikate, die eine Bekleidungsmarke haben kann. Viele überschneiden sich und sind teilweise unterschiedlich definiert. Hier ist ein Versuch, die Bezeichnungen zu unterscheiden. Eine Bezeichnung ist Fair Fashion. Fair Fashion heißt, dass die angebotene Kleidung unter guten Arbeitsbedingungen und zu guten Konditionen, also gerechter Bezahlung für die Arbeiter*innen, hergestellt wird.
Sustainable Fashion ist Kleidung, die unter ökologisch tragbaren Bedingungen hergestellt wird. Das können sozusagen die Inhaltsstoffe sein, die ökologisch korrekt angebaut wurden und die Umwelt nicht belasten. Das können Textilien aus Bio-Baumwolle sein oder aus recycelten Stoffen, wie z. B. altes Plastik. Damit kann aber auch nur die Behandlung der Inhaltsstoffe gemeint sein, die dann ohne giftige Chemikalien o. Ä. auskommt.
Ethical Fashion kombiniert beides und bezeichnet Kleidung, die unter ökologisch und sozial korrekten Bedingungen hergestellt wird. Die Bezeichnungen können aber variieren und manchmal heißen alle drei das gleiche. Es gibt in der Branche aber mittlerweile jede Menge Zertifikate. Aber Achtung: Einige können in die Irre leiten und verkaufen oft ein besseres Image als die Realität hergibt.
Warum fair?
Mit jedem Kauf eines Fast-Fashion-Kleidungsstücks unterstützt der*die Käufer*in schlechte Arbeitsbedingungen, schlechte Inhaltsstoffe in der Kleidung und ein Konsumverhalten, das für die Erde nicht tragbar ist. Genau so kann jede*r gute Arbeitsbedingungen, eine ökologisch sicherere Verarbeitung und Anbau von Stoffen unterstützen – mit dem Kauf von nachhaltiger Mode. Auf menschenwürdige Arbeitsbedingungen und eine gute Qualität sollte bei Kleidung gesetzt werden, nicht auf jeden Trend.
Außerdem ist Sustainable Fashion meist aus natürlichen Produkten wie Baumwolle oder Hanf gefertigt, die für ein besseres Gefühl auf der Haut sorgen und gesund sind. Bei Kleidung aus beispielsweise Polyester werden mit jedem Waschgang kleine Mikroplastikfasern ins Grundwasser getragen – das ist schädlich für die Umwelt und so auch für uns. Um dem vorzubeugen, wurde der „Cora Ball“ erfunden, der dieses gelöste Mikroplastik in der Waschmaschine auffangen soll. Eine gute Idee, die aber noch ausbaufähig ist.
Reuse, reduce, recycle, refuse
Schon existierendes Plastik muss immer weiter recycelt werden, denn dieses hat sich zu einer endlosen „Ressource“ entwickelt, die wir erstmal nicht mehr loswerden. So gibt es viele Firmen, die Schuhe oder Rucksäcke aus gesammeltem Plastik herstellen.
Kleidung an sich kann jede*r recyceln: entweder mit einfachen Nadelstichen etwas aufpimpen und nochmal neu tragen oder an Menschen im Umfeld verschenken, zu Secondhandläden bringen oder auf Kleidertauschpartys (z. B. am 21. Juni in der Kabutze) mitbringen. Jede Klamotte sollte so lange getragen und genutzt werden wie es nur geht. Kleidung aus zweiter Hand ist meist preiswerter als neue. Und so kann mit wenig Aufwand alten Klamotten ein zweites oder sogar drittes Leben gegeben werden.
Es muss nicht jeder Trend mitgemacht werden. Die Modesaisons werden immer kürzer und öfter. So wechseln die Trends ständig und die Klamotten in den Schaufenstern auch. Die Kleidung wird immer kurzlebiger, um die Menschen zum Shoppen anzuhalten. Einfacher und auf Dauer preiswerter ist es da, einen eigenen Stil zu entwickeln und nur im Notfall neue Kleidung zu kaufen. Bunte, lustige, aber auch einfache und stilechte Mode ist überall.
Bei Fragen fragen!
Die richtigen Labels zu finden ist schwierig, weil viel undurchsichtig bleibt und verschleiert wird. Um die Modeindustrie durchsichtiger erscheinen zu lassen und den Endverbraucher*innen das Kaufen zu erleichtern, erstellt fashionrevolution.org jedes Jahr einen Transparenzindex für 200 Marken. Die Organisation erfasst u. a. die Richtlinien und Umsetzung dieser, sowie die Erreichbarkeit und Veröffentlichung der Textilienanbieter. Ein wichtiges Indiz für eine nachhaltige und faire Herstellung von Klamotten ist oft der Social-Media-Auftritt von Firmen: Wenn offen gezeigt wird, wie die angebotene Kleidung hergestellt wird und wo sie herkommt, gibt es keine Geheimnisse.
Viele Blogs setzen sich mit dem Thema auseinander und verweisen aufeinander. So hat mir Karo von conscious by Karo viele Fragen beantwortet. Zusätzlich gibt es in vielen Universitäten Green Offices (in Greifswald wird auch daran gearbeitet), in denen engagierte Leute sitzen, von denen sich bestimmt jemand mit genau dem Thema der nachhaltigen Kleidung auskennt. Die Studis kann man natürlich auch immer erreichen.
Ein nachhaltiges Leben muss nicht schwer sein, mit Klamotten kann jede*r als Verbraucher*in ein Zeichen setzen. Man muss sich nur informieren. Nächste Woche geht es dann weiter mit der Kategorie: Leihen statt Kaufen.
Beitragsbild: Anne Frieda Müller Banner: Jonathan Dehn
Am ersten Juni ist wie immer Kindertag. Passend dazu lädt uns die Improvisationsgruppe Ma’Ma Ernst vom StuThe Greifswald an diesem Abend um 20 Uhr zu ihrem Stück Kindheitsträume ein.
Aber was ist Improvisationstheater eigentlich? Vergleichen kann man es mit einem normalen Theater. Größter und auch wichtigster Unterschied ist allerdings: Improtheater kommt ohne ein vorher einstudiertes und festgelegtes Theaterstück aus. Das macht es zu einem einzigartigen Erlebnis! Kein Stück ist wie das andere, denn auch das Publikum darf mitten im Geschehen Impulse geben. Manchmal führt eben gerade das zu nicht enden wollenden Lachanfällen.
Für alle Interessierten unter Euch findet das außergewöhnliche Spektakel wie immer im Studententheater in der Franz-Mehring-Straße 48 statt. Für 6 Euro wird einem hier Eintritt gewährt, wobei man als Student*in Glück hat und nur 4 Euro zahlt. Einlass ist bereits ab 19.30 Uhr. Wenn Ihr also Lust auf einen spannenden Abend habt, solltet Ihr das auf keinen Fall verpassen!
Die Redakteur*innen der moritz.medien haben sich schon immer einen Kopf um unsere Umwelt gemacht und darüber berichtet. In unserer neuen Kolumne erzählen wir euch, was wir über das Thema Nachhaltigkeit denken und geben euch viele hilfreiche Tipps, um euer Leben (noch) nachhaltiger zu gestalten.
Ein großer Schritt in das Zero-Waste-Leben ist unverpackt einzukaufen. Aber wie kaufe ich unverpackt ein? Und wo ist der nächste Unverpacktladen? Das erkläre ich Euch hier und stelle Euch den Unverpacktladen Green Goldie aus Rostock vor, der sich noch in der Planung befindet.
Das Prinzip von Unverpackt ist eigentlich ganz einfach: es gibt einen Laden, der in großen Behältern Lebensmittel verkauft, die Du Dir dann daraus in Gläser oder Beutel abfüllen kannst.
Getreide, Mehl, Nudeln, Müsli – all sowas gibt es meist in den ganz großen Behältern, unter die jede*r Gläser oder Beutel halten und dann per Hebel die gewünschte Menge sozusagen „fallen lassen“ kann. Damit dabei nix neben das Glas fällt, gibt es oft auch Trichter, die in die Glasöffnung gesteckt werden können. Das ist dann vor Ort einfacher, als hier beschrieben.
Gewürze sind meistens in großen Gläsern abgefüllt, die sich jede*r mit großen Löffeln in die eigenen Behältnisse löffeln kann. Schokolade und andere Süßigkeiten kann sich so auch jede*r selbst portionieren.
Im Kosmetikbereich gibt es oft Seifen, die meist in einer Papierverpackung sind oder es gibt Seifensäckchen, in welche die Seifen gut reinpassen. Zahnpastatabs u.Ä. kann sich jede*r selbst abfüllen. Auch Waschmittel für die Waschmaschine oder Reinigungsmittel für den Haushalt gibt es oft in großen Kanistern zum Selbstabfüllen. Passend dazu hängen auch Naturschwämme und Bürsten meist nebenan.
Ihr merkt, in Unverpacktläden füllt sich jede*r Kunde*in die Lebensmittel selbst ab – ganz nach dem eigenem Bedarf. Das empfinde ich als sehr praktisch, da jede*r nur die Mengen an Lebensmitteln kaufen muss, die er oder sie wirklich braucht. So können sich die Lebensmittelabfälle gleich mit dem Plastik mit verringern.
Leider haben wir in Greifswald (noch) keinen Unverpacktladen, denn wie die Gründerinnen von Green Goldie aus Rostock richtig sagen: „Wenn man sich die Landkarte der Unverpacktläden anschaut, sieht man dass MV leider ein sehr leerer Fleck ist.“ Das hat die jungen Gründerinnen Janina und Nadja dazu bewegt, einfach selbst einen Unverpacktladen in Rostock zu eröffnen.
Beide versuchen so plastikfrei wie möglich zu leben und wollen das jedem so leicht wie möglich machen. Was es für Hürden dabei gibt, haben sie uns erzählt:
Was muss man bei einem Unverpacktladen besonders beachten? „Die erste Frage, die wir uns stellten, war: Wo bekommen wir Lebensmittel in Großgebinden (25 kg Papiersack) her? Also haben wir uns Bio-Großhändler gesucht, die Großgebinde und/oder Pfandsysteme anbieten. Ganz ohne Verpackung geht es natürlich auch bei Unverpackt nicht – wir haben zum Glück schon Ideen, wie wir die großen Papiersäcke weiter verwerten können.
Außerdem ist Lebensmittelhygiene ein sehr wichtiges Thema. Wir müssen ein HACCP (Gefahrenanalyse kritischer Kontrollpunkte) erstellen. Dies beinhaltet z.B. die Einhaltung der Temperatur im Kühlschrank, den täglichen Reinigungsplan und den Spuckschutz für alle Lebensmittel im Verkaufsraum.
Vor Eröffnung mussten wir eine Schulung beim Gesundheitsamt/IHK ablegen, das ist in jedem Bundesland etwas anders. Die Bestimmungen sind, wenn man mal drüber nachdenkt, ziemlich logisch. Der Boden muss „wischbar“ sein, sowie die Küchenwände auch, da fällt einem dann aber auch auf, dass in keinem Supermarkt Teppichboden liegt.
Wir müssen viel umsetzen. Die meiste Zeit müssen
wir wahrscheinlich putzen, aber schwer ist es nicht, solange wir unsere
Reinigungspläne einhalten und sobald sich eine Routine entwickelt hat.
Für die Unterstützung und Planung, die bei jeder Gründung wichtig ist, haben wir einen Existenzgründerkurs und den Unverpacktworkshop bei Unverpackt Kiel mitgemacht.“
Das persönliche Ziel „Was uns persönlich sehr wichtig ist, ist es einen Ort zu schaffen an dem sich alle austauschen können. Es soll eine Gemeinschaft geben, wo sich alle gut aufgehoben und verstanden fühlen. Oft setzen sich viele sehr unter Druck, wenn es um Müllvermeidung geht. Sie haben dieses Bild im Kopf, dass sie nur ein Glas voller Müll im Jahr produzieren dürfen. Da können wir nur sagen: macht Euch keinen Stress, wir haben auch klein angefangen, jeder Schritt wie klein er auch scheinen mag, ist eine Verbesserung. Genau um diese Gemeinschaft zu fördern, wollen wir ein kleines Café im Laden haben, wo wir auch unsere Workshops anbieten werden.“
Wie funktioniert das mit den Gläsern?
„Unsere Kundschaft hat verschiedene Optionen:
1. eigenes Glas mitbringen 2. Pfandsystem nutzen 3. die von Kunden für Kunden Behälterkiste nutzen 4. ein Glas bei uns kaufen
Alle Kund*innen können so schauen, was am besten für sie ist. Dabei macht es keinen Unterschied, ob sie ein eigenes Glas haben oder es aus der von Kunden für Kunden Kisten nehmen.
Wenn die Kund*innen ein Glas bei uns kaufen, haben sie den Vorteil, dass zu Hause im Regal alle Gläser gleich aussehen (wer es einheitlich mag). Und wir machen natürlich mehr Umsatz, da muss man sich nichts vormachen. Mit dem Idealismus in unserem Herzen ist es egal, wir möchten nur jeden dazu anregen unverpackt einzukaufen.
Bei den neuen Gläsern sollte die Klimabelastung bedacht werden. Aus Sicht des Umweltschutzes ist es also am besten, benutzte Gläser zu recyclen. Dafür wird es auch die von Kunden für Kunden Kiste geben, in der benutzte, ausgewaschene Gläser, abgegeben werden können.“
Wo, wann, wieviel? „Am liebsten würden wir in die Kröpeliner-Tor-Vorstadt und haben da bereits eine Fläche in Aussicht. Falls das nicht klappen sollte, können wir uns auch vorstellen in die östliche Altstadt zu gehen.
Es sind schon Öffnungszeiten geplant (Montag bis
Mittwoch 10-19, Donnerstag & Freitag 11-20, Samstag 10-15 Uhr), wir würden
uns nach der Eröffnung im Herbst an die Kundenfrequenz anpassen.
Preislich werden wir uns bei Bio-Preisen ansiedeln, da wir überwiegend Bio-Produkte anbieten werden.“
Tierisch und Kosmetisch? „Es wird keine tierischen Produkte geben, weil wir keine Kapazitäten für eine Kühlung haben werden. Außerdem wollen wir der Lebensmittelverschwendung entgegen wirken und tierische Produkte sind immer schnell verderblich. In Rostock ist jeden Tag Markt, wo Käse, Fleisch und Wurst (in eigenem Behälter) gekauft werden können.
Wir werden Naturkosmetik wie Deo, Seife, Zahnkreide und mehr anbieten. Dekorative Kosmetik wie Lippenstift wird es vorerst nicht geben. Ist aber für die Zukunft geplant.“
Wie können wir Euch unterstützen? „Redet darüber! Erzählt vielen Menschen, dass wir im Herbst eröffnen werden. Im Juli startet unser Crowdfunding, da könnt Ihr natürlich mitmachen und auch wieder fleißig verbreiten. Und sobald wir anfangen zu renovieren, können wir immer helfende Hände gebrauchen oder super liebe Menschen, die ein paar vegane Snacks vorbeibringen.“
Im Rahmen der Nachhaltigkeitswoche und in Zusammenarbeit mit der AG Ökologie wurden am Dienstag, den 13. Mai, zwei Wiesen am Beitz-Campus bepflanzt. Ein Beitrag von Anna Torzewski und Annica Brommann
Mit rund 30 engagierten Helfer*innen traf das Projekt auf große Zustimmung. Zunächst war ein bisschen Schwerstarbeit angesagt, denn der ziemlich trockene und teils steinige Boden musste mit Hacken aufgelockert werden, damit die Samen einen besseren Bodenschluss bekommen. Danach wurde das Saatgut mit Sand vermischt, ausgesät und am Mittwoch maschinell gewalzt. Die Samen stammen ausschließlich aus dem nordostdeutschen Raum, von einer Firma, die auf Bienenwiesen spezialisiert ist. Unter der Mischung befinden sich mehr als 50 Wildkräuter und Kulturarten, wie zum Beispiel Oregano, Nachtkerze, Salbei, Lichtnelke, Ringelblume, Beifuß und Sonnenblume. Wenn alles gut läuft, kann man in ein paar Wochen die ersten Sprösslinge sehen und sich dann im Sommer an einem bunten Blütenmeer erfreuen.
Doch nicht nur ästhetische Gründe sprechen für die Anpflanzung solch einer Wiese. Bienen, Käfer, Schmetterlinge und andere Insekten sind auf solche Grünflächen angewiesen, vor allem, da immer mehr Fläche bebaut wird. Bienen bestäuben unsere Nutzpflanzen und sind wie andere Insekten Teil der Nahrungskette. Das Aussterben der Insekten hat dann zur Folge, dass sich die Bestände, zum Beispiel der heimischen Vögel, dezimieren.
Neben einem schönen Ort zum Entspannen bieten Bienenwiesen sogar einen praktischen Nutzen: Die Flächen sind jetzt sozusagen ein Selbstläufer und müssen nicht mehr gedüngt werden und nur noch ein Mal pro Jahr gemäht werden, was deutlich kosteneffizienter ist als vorher.
Auch wir Studierende können zu Hause im Garten oder auf unseren Balkonen etwas für die Insekten tun. Nach eigener Vorliebe und Interesse können verschiedene Pflanzen wie Salbei, Sonnenblumen oder einfach eine Samenmischung gepflanzt werden, die bestenfalls über einen längeren Zeitraum bestehen.
Zukünftig werden vielleicht weitere Projekte wie das der Bienenwiese kommen, je nachdem wie sich die Wiesen entwickeln und bei der Studierendenschaft ankommen. Für mögliche Projekte kam unter anderem zum Gespräch, dass universitäre Bienenvölker ein sehr moderner und umweltbewusster Vorschlag wären, welcher sich an der Idee der städtischen Bienenvölker orientiert.
Die Landesregierung in M-V zieht mit dem neuen „Sicherheits- und Ordnungsgesetz M-V“ (SOG) weiteren Unmut auf sich. Der Arbeitskreis Kritischer Jurist*innen informiert am heutigen Abend zusammen mit dem Bündnis „SOGenannte Sicherheit“ über den geplanten Gesetzesentwurf.
Die rot-schwarze Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern um Ministerpräsidentin Manuela Schwesig kommt nicht zur Ruhe. Der Rücktritt von Mathias Brodkorb, Querelen um die Nachfolge der verstorbenen Landtagspräsidentin Bretschneider, mangelnde Führungskompetenz beim sich abzeichnenden Fusion-Debakel und nun auch das drohende SOG M-V. In der Personalie Bordkorb gab es insbesondere von der Opposition heftige Kritik. So sprach David Wulff (FDP) von einem tiefen Misstrauen innerhalb des roten Teils des Kabinetts. Simone Oldenburg (Die Linke) bemängelt, dass ein „politisches Schwergewicht [und] hochintelligenter Politiker von Bord geht“.
„Es wäre bedauerlich, wenn das Ansehen der ganzen Region wegen mutmaßlicher Profilierungsversuche eines relativ unerfahrenen Polizeipräsidenten Schaden nähme.“
Henry Tesch, Bürgermeister von Mirow
Nebenbei breitet sich die Debatte um das Polizeikonzept zur diesjährigen Fusion über die gesamte Bundesrepublik aus. Sowohl die Anwohner*innen aus den umliegenden Ortschaften als auch aktive und ehemalige Verantwortliche vor Ort klagen an, dass die langjährige, friedliche Zusammenarbeit torpediert und eine Eskalation geradezu provoziert wird. Der ehemalige Leiter der Polizeiinspektion Neubrandenburg Siegfried Stang, welcher bis 2015 für die Fusion zuständig war, wandte sich in einem Brief im Nordkurier an die Öffentlichkeit. „In all den Jahren lief das Festival ruhig und ohne besondere Störungen ab. Die Klientel kann man als besonders friedfertig bezeichnen“, so Stang. „Einiges spricht dafür, dass Herr Hoffmann-Ritterbusch die Angelegenheit […] an sich gezogen hat […], um in der Öffentlichkeit Aufsehen zu erregen und sich zu profilieren.” In einem geleakten Planungspapier der Polizei war von Bundeswehr, Wasserwerfern und mindestens 1.000 Polizist*nnen, uniformiert und zivil auf dem Platz, die Rede. Diese Pläne scheinen nach aktuellem Stand wieder vom Tisch zu sein, da man dies in Neubrandenburg hastig dementierte. Nebenbei regte das Polizeipräsidium rund um Hoffmann-Ritterbusch eine Bachelorarbeit zu diesem Thema an. So landete das Konzept, mit unzensierten Kontaktdaten und Informationen der Fusion-Verantwortlichen, dann beim ehemaligen AfD-Politiker und jetzt Polizeidozenten Ulf-Theodor Claassen an der FH Güstrow. Dieser setzte 2014 außerhalb seiner Dienstzeit Pfefferspray gegen AfD-Gegner*innen ein, welche mit Konfetti schmissen. Es folgte eine Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung. Bundesweit wird tagesaktuell berichtet und immer neue Skandale zu Tage gefördert. Der Kulturkosmos Müritz e.V., verantwortlich für die Fusion, spricht von einem Vertrauensbruch. Sowohl Innenminister Lorenz Caffier (CDU) als auch Ministerpräsidentin Schwesig schweigen, obwohl sie ein Machtwort sprechen könnten. Es zeichnet sich ein Debakel ab, welches die SPD deutlich härter treffen wird als ihren kleinen Partner CDU.
„Das ist so, als ob ein Polizist an Ihrem Haus den vorhandenen Einbruchschutz prüft, Ihnen aber nicht mitteilt, dass die Kellertür defekt ist. Nur für den Fall, dass die Polizei dort selbst einmal rein muss.”
David Wulff über das Nutzen von Sicherheitslücken für staatliche Zugriffe
Dazu kommt nun noch, dass Innenminister Caffier sein neues „Sicherheits- und Ordnungsgesetz“ vorgelegt hat. Die Verschärfung von Polizeigesetzen ist aktuell ein bundesweiter Trend. Peter Ritter (Die Linke) ist noch vorsichtig in seiner Kritik, sieht aber keine Grundlage, warum die aktuellen Befugnisse der Polizei erweitert werden sollten. Die FDP geht mit dem Gesetzesentwurf deutlich härter ins Gericht. Sie sieht einen drastischen Eingriff in die Privatsphäre der Bürger*innen, wenn Polizist*innen Online-Durchsuchungen auf Festplatten und anderen Speichermedien vornehmen können, sowie sich Zugriff auf Smartphones und ähnliche Geräte verschaffen können. David Wulff hat bereits eine Verfassungsbeschwerde angekündigt. Auch die Landesdatenschutzbehörde fällt ein eindeutiges Urteil und stuft den Entwurf als in Teilen verfassungswidrig ein. Die Punkte ließen sich unzählig fortführen.