Für alle Frauen* da draußen – Gedanken zum Internationalen Frauen*kampftag

Für alle Frauen* da draußen – Gedanken zum Internationalen Frauen*kampftag

Heute ist es wieder soweit. Wir haben den 8. März. Weitläufig bekannt unter Frauentag, Weltfrauentag, Frauenkampftag oder wie ich am liebsten sage: Internationaler Frauen*kampftag (denn der Klassenkampf ist noch immer international und intersektional). Das sind meine Gedanken für alle Feminist*innen und die, die es vielleicht noch werden wollen und denen es nicht ausreicht, einmal im Jahr zum 8. März ihr T-Shirt mit dem Aufdruck ,,feminist‘‘ zu tragen. 

Bekanntlich sind wir mittlerweile im Jahr 2020 angelangt, doch in vielen Köpfen schlummern noch oder schon wieder die Gedanken aus dem 20. Jahrhundert. Angela Merkel ist gefühlt schon so lange Kanzlerin, wie ich am Leben bin, und diese Tatsache wird von vielen Wikipedia-Artikel-Feminist*innen schon für einen großen Erfolg gehalten. Aber fangen wir von vorne an. Was sind die großen Erfolge der Frauen*bewegung?

Seit 1908 dürfen Frauen* das Abitur machen und wurden auch an der Universität Greifswald das erste Mal zum Studium zugelassen. An Wahlen in Deutschland dürfen sie seit 1919 teilnehmen, was gleichzeitig auch einen demokratischen Schub bedeutete. Während der NS-Herrschaft passierte lange nichts, bis Frauen* 1949 nach dem Krieg formal gleichgestellt wurden. Wir alle kennen die Passagen im Grundgesetz Artikel 3 Absatz 1 ,,Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.‘‘ und Absatz 2 ,,Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.‘‘ Dass die Realität bis heute anders aussieht wissen wir auch, aber weiter im Text. In der BRD dürfen Frauen* seit 1958 eine Fahrerlaubnis erwerben, seit 1961 verhüten und seit 1962 ein eigenes Konto führen. 15 Jahre später durfte Frau* auch ohne die Erlaubnis des Ehemanns endlich selbst entscheiden, ob und als was sie arbeitet und wohlgemerkt ist erst seit 1997 (!) die Vergewaltigung in der Ehe eine Straftat. Übrigens sitzen viele der Abgeordneten, die Vergewaltigungen in der Ehe gut fanden, bis heute im Bundestag bzw. kriechen wieder aus der Versenkung. Friedrich Merz, der jetzt irrationale Kanzlerschaftsambitionen hegt, ist einer von ihnen und die Junge Union feiert ihn.

Frauenrechte sind Menschenrechte

Es gibt so viele Dinge, die noch zu verbessern sind. Frauen* verdienen immer noch weniger als Männer.* Haben schlechtere Einstellungschancen, wenn sie sich im gebärfähigen Alter befinden. Über 92% der Chefetagen werden von Männern besetzt, die nicht besser qualifiziert sind als Frauen*. Jede vierte Frau* wird Opfer von körperlicher oder sexueller Gewalt in einer Partnerschaft. Ungefähr jeden dritten Tag wird eine Frau* von ihrem Partner getötet. Femizide sind unsichtbar. Fast genauso unsichtbar sind Frauen* in den Parlamenten. Von 709 Abgeordneten im Bundestag sind gerade einmal 219 Frauen*. Dass dann Gesetze wie der Paragraph 218 und 219 bestehen bleiben, ist nahezu logisch. Frauen* wissen, dass ihr Körper ihnen nicht ganz gehört, ihr Uterus gehört dem Staat. Dass daran auch die Kirche einen großen Anteil hat, könnte ich erklären, aber das würde den Artikel sprengen. Ich bin auf jeden Fall für den Laizismus.

We live in a wonderful, misogyn (!) world

Ich könnte davon schreiben wie antifeministisch die Welt ist. Das würde aber das Problem nicht an der Wurzel packen. Die Wurzel des Übels heißt Misogynie. Es fängt bei der Nicht-Unterstützung von Frauen* an und hört beim Femizid auf. Auch Antifeminismus und Sexismus fallen darunter. Vereinfacht gesagt ist der grundlegende Gedanke, dass Frauen* weniger Wert sind als Männer. Dieser Gedanke hält indirekt Einfluss in unsere Erziehung und lässt sich in Glaubenstexten vieler Religionen und auch unseren Gesetzen ausfindig machen. Der Gender Social Norm Index (eine aktuelle Studie der UN) zeigt, wie weit dieses Denken weltweit verbreitet ist. 9 von 10 Menschen hegen Vorurteile gegenüber Frauen*. Ein Viertel aller Menschen denkt, es sei gerechtfertigt, dass Ehefrauen körperlich misshandelt werden. Du kannst die Studie gerne einmal weiterlesen. Es ist desaströs.

We are equal!

Frauen* sind nicht das schwächere Geschlecht. Frauen* können anziehen was sie wollen, ohne Männern gefallen zu müssen. Sie müssen sich selbst gefallen. Frauen* können alles was auch Männer können. Sie sind nicht die besseren, aber auch nicht schlechteren Menschen. Frauen* können Sex haben oder auch nicht, mit wem und so viel sie wollen. Sie sind keine Schlampen. Frauen* sind auch Frauen*, wenn sie keine Kinder wollen oder bekommen können. Sie sind mehr als Objekte der Fortpflanzung.

Es ist okay, dass Du eine Frau* bist. Es ist okay, dass Du ein Mann* bist. Wir sind Menschen, die zum ersten Mal leben und dann auch nur einmal. Wenn Ungerechtigkeiten in Gesetzen niedergeschrieben sind, dann können wir sie ändern. Wir müssen sie nicht akzeptieren. Vielleicht hast Du jetzt verstanden, warum Feminismus so wichtig ist. Der Internationale Frauen*kampftag ist nur einmal im Jahr. Sich für Geschlechtergerechtigkeit zu engagieren ist jeden Tag möglich. Es fängt mit Deinen Gedanken an, die Dir sagen: ,,Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Solidarität begegnen.‘‘ (Art. 1 der Allgemeinen Erklärung des Menschenrechts.)

* In dem Artikel wurden die Männer bewusst nicht mit dem Gendersternchen gekennzeichnet. Das patriarchale Problem geht, insofern man den Faktor ,,Macht“ hinzuzieht, von weißen Cis-Männern aus.

Beitragsbild: miawicks9 auf Pixabay

Praktikum bei der Nummer gegen Kummer: ein Interview

Praktikum bei der Nummer gegen Kummer: ein Interview

Von April bis Juni startet wieder die Ausbildung für die Beratung bei der Nummer gegen Kummer vom Deutschen Kinderschutzbund. Psychologie- und Lehramtsstudierende können sich die ehrenamtliche Arbeit auch als Praktikum anrechnen lassen nähere Informationen zu den Ausbildungsterminen findet Ihr auf der Internetseite des Kinderschutzbundes Vorpommern-Greifswald.
Für einen kleinen Einblick in die Beratungsarbeit habe ich mit der Psychologin Silvia Stüber gesprochen, die Ausbildungsleiterin für die Berater*innen ist.

Was umfasst die Nummer gegen Kummer alles?
Die Nummer gegen Kummer ist ein anonymes, kostenfreies Telefonangebot für Kinder und Jugendliche, die über was auch immer reden möchten und umfasst eigentlich alles, was Kinder und Jugendliche bewegt. Angefangen bei schönen Sachen (wobei eher selten) und ansonsten Kummer, Sorgen, Nöte und Themen, bei denen man alleine nicht weiter weiß oder eine andere Meinung haben möchte.

„Die ganze Bandbreite des Lebens“

Was sind aufkommende Themen?
Häufig sind es Liebeskummer, Mobbing in der Schule, Sexualität, Stress mit den Freunden oder den Eltern. Hilfe bei Schulaufgaben oder Langeweile kommt sogar auch manchmal vor, es ist wirklich ganz breit gefächert. Ich sage immer: Es gibt bei uns nichts, was es nicht gibt. Man begegnet Themen, mit denen man im Alltag vielleicht sonst nichts zu tun hat, eigentlich ist es die ganze Bandbreite des Lebens.

Wer kann alles anrufen?
Es ist ja ein Angebot für Kinder und Jugendliche, das gilt bis hin zu jungen Erwachsenen. Es kommt manchmal aber auch vor, dass ältere Menschen anrufen. 

Wer kann alles beraten?
Also theoretisch können wirklich alle beraten, es ist ja eine ehrenamtliche Sache. Wir hatten auch schon Studierende der Geschichte oder Medizin. 

Wer gehört alles zum Team?
Insgesamt sind es momentan zwölf feste Beraterinnen und Berater. Dazu gehören dann drei Frauen, eine Koordinatorin, ich als Psychologin in der Ausbildung und eine weitere Kollegin ist Familientherapeutin.

Was für „Hauptprobleme“ kann man beobachten?
Zu den Schwerpunkten gehören schon Liebe und Sexualität, beispielsweise Liebeskummer oder der eigene Körper.
Ein anderer Schwerpunkt sind auch noch Freundschaften, zum Beispiel, wenn es Streit gibt.

Geht es bei der Sexualität eher um die Aufklärung oder um eigene Berichte und Probleme?
Das ist auch durchmischt. Zum Beispiel geht es um Beziehungsprobleme oder das erste Mal. Da ist das Telefon eine schöne Möglichkeit für die Kinder und Jugendlichen Fragen stellen zu können, ohne dass man direkt ein Gesicht gegenüber hat. 

Was für Voraussetzungen sollte man zum Praktikum mitbringen?
Das einzig Wichtige ist eigentlich, dass man anderen gerne helfen möchte, denn darum geht es ja. Ansonsten sollten man wenigstens gut Deutsch sprechen, ansonsten ist es für beide Seiten schwer. 
Was vielleicht noch wichtig ist, ist eine gewisse Frustrationstoleranz: Es gibt schon viele Telefonate, bei denen sich Kinder und Jugendliche nur einen Spaß draus machen und da muss man dann ruhig bleiben können, denn manche haben dadurch ja auch Erstkontakt zu der Nummer gegen Kummer und rufen dann noch mal an, wenn es wirklich ernst gemeint ist. Von daher muss man das dann einfach abkönnen, die tiefen und ernsten Gespräche machen das aber auch alles wieder gut.

Wie hoch muss die psychische Belastbarkeit sein, man kann ja nur über das Telefon helfen?
Sexueller Missbrauch wird auch manchmal angesprochen und das wird dann meist zum ersten Mal bei uns geäußert. Sowas ist aber wirklich eher selten, ich würde die psychische Belastbarkeit eher auf die Frustration beziehen, dass man nicht immer für das genutzt wird, wofür man da ist.

Wird bei Bedarf auch weitervermittelt?
Ja, auf jeden Fall. Wir haben auch einen Computer da, an dem man nebenbei auch Beratungsstellen raussuchen kann. Viele Kinder und Jugendliche sind ja noch gar nicht so kompetent im sozialen System und wissen gar nicht, wo sie gucken sollen.

Muss man Angst davor haben, Fehler zu machen oder etwas Falsches zu sagen?
Nein! Bitte keine Angst haben! Alles, was man aus der Sicht heraus macht, dass man helfen will, ist richtig. Das reine Zuhören macht schon einen großen Teil aus.

Was ist, wenn man mal sprachlos ist?
Ja klar, das kann mal vorkommen.

Und was macht man dann?
Einfach sagen, dass es so ist. Es hilft meistens schon ungemein viel, dass sich diejenigen verstanden fühlen und ernst genommen werden, wenn die Beraterinnen und Berater das auch erst mal genau so schwer finden und keine absoluten Überflieger sind, die immer alles wissen und dann eher ein komisches Gefühl vermitteln. Ja, es darf einem also total passieren, dass man sprachlos ist.

Und zum Praktikum?

Gibt es ein Bewerbungsverfahren für das Praktikum?
Nein, man meldet sich einfach wenn der Kurs beginnt und nimmt dann teil. Es bleibt ja eine ehrenamtliche Geschichte. 

Was umfasst die Ausbildung alles? 
Die 72 Stunden umfassen eine Grundausbildung in der Beratung und dann gibt es noch themenspezifische Vertiefungen, zum Beispiel zu Drogen, sexualisierter Gewalt, Trauer und Tod und so weiter. Da kommen dann auch fachspezifische Beraterinnen und Berater, wie zum Beispiel aus dem Hospiz. Und dann hospitiert man noch zwei Stunden bei Telefonaten und das war es dann.

Sitzen am Anfang noch andere dabei?
Nicht zwangsläufig. Wenn man möchte, dann würde das gehen, aber bisher haben sich alle fit gefühlt und wollten dann auch anfangen! Wir haben uns auch schon manchmal in den letzten Stunden der Ausbildung ans Telefon gesetzt und beraten und danach Tipps gegeben.

Wie wurde die Beratungsarbeit denn bisher von Studierenden angenommen?
Sehr unterschiedlich. Letztes Jahr hatten wir eine ziemliche Flaute, da mussten wir noch einen Kurs im Herbst machen. Die Telefonate werden sonst an andere Standorte weitergeschaltet, also war es dann trotzdem besetzt. 
Studierende sind manchmal auch so schnell wieder weg, wenn sie dann ins Ausland gehen oder ein Praktikum machen, deswegen machen wir die Kurse auch jedes Jahr. Das Schöne ist ja aber für die Studierenden, dass man das nebenbei machen kann und nicht geballt in den Semesterferien. Viele nutzen das auch, um auch mal was Praktisches zu machen, gerade wenn man auch später etwas mit Menschen zu tun haben möchte.

Was ist, wenn man zwischendurch merkt, dass es doch nichts für einen ist?
Dann sagt man einfach Bescheid und kann dann natürlich aufhören.

Und wie sieht das mit den Prüfungsphasen aus, kann man sich da einige Wochen zurücknehmen?
Ja klar, das geht. Für uns ist das natürlich immer nicht so schön, weil plötzlich alle weg sind, einige wollen aber auch gerade dann zur Abwechslung kommen. Die Termine für die Ausbildung sind fest und ansonsten kann man sich immer sehr frei eintragen und sagen, wie oft und an welchen Tagen es am besten passt.

Das Leben ein bisschen wärmer machen.“

Was kann man also aus dem Praktikum mitnehmen?
Häufig bekommen wir die Rückmeldung, dass man auch bei Freunden besser zuhört oder sowas sogar gesagt bekommt. Dadurch werden auch eigene Beziehungen vertieft und man bekommt ein Gefühl dafür, wie gutes Helfen geht, das macht auch das Leben insgesamt ein bisschen wärmer. Außerdem lernt man sich dadurch selbst und die eigenen Fähigkeiten besser kennen, das stärkt auch das Selbstwertgefühl. Durch all die Themen hat man auch Einblick in Lebensbereiche, die einem sonst erst mal fremd sind und man lernt, damit auch offener umzugehen.

Alles klar, dann bedanke ich mich herzlich für das Gespräch!
Sehr gerne, ich danke auch.

Beitragsbild: Image by Pexels from Pixabay 

Spontan-Mahnwache in Greifswald für Geflüchtete

Spontan-Mahnwache in Greifswald für Geflüchtete

Um gegen die Abschottung der Europäischen Union und die katastrophalen Zustände um die Situation der Geflüchteten in Griechenland zu demonstrieren hat der Lokalverband von SEEBRÜCKE zu eine spontanen Mahnwache aufgerufen.

Seit Ende Januar spitzt sich die Lage der Geflüchteten an der griechischen Außengrenze der EU dramatisch zu. Berichte nach denen ein Kind vor der Küste Griechenlands bei der Überfahrt aus der Türkei starb, ohne dass die zuständige Küstenwache eingriffen habe sowie gewaltsame Übergriffe durch Rechtsextreme auf Geflüchtete, Hilfsorganisationen und Journalist*innen haben in zahlreichen Städten Deutschlands zu Solidaritätsaktionen geführt.

Am 3. März um 18.00 Uhr rief unter dem Motto „Grenze auf, Leben retten!“ auch der Lokalverband der SEEBRÜCKE Greifswald zu einer spontan organisierten Mahnwache auf dem Markt auf. Über 120 Menschen folgten der Einladung und versammelten sich im leichten Nieselregen vor der Touristeninformation. Neben zwei Beiträgen aus den eigenen Reihen, in denen deutsche Politiker*innen, die sich in den vergangenen Tagen beim griechischen Grenzschutz bedankten, scharf kritisiert wurden, kamen auch Stimmen zu Wort, die in Radiobeiträgen und einem Text über die Lage vor Ort berichteten. Die Organisator*innen erklärten, dass sie es wichtig fanden, diejenigen anzuhören, die sich direkt mit der Situation auf Lesbos auseinandersetzen.

Die SEEBRÜCKE ist eine breite Bewegung, die sich unter anderem für die zivile Seenotrettung und die dauerhafte Aufnahme von Geflüchteten in Deutschland einsetzt. Zentrale Fordeungen an die Bundesregierung und insbesondere an die Europäische Union, die 2012 einen gemeinschaftlichen Friedensnobel erhalten hat, sind:

  • Menschenrechte sind unverhandelbar und enden nicht an den europäischen Außengrenzen. Die Lager in Griechenland und anderen Staaten an den EU-Außengrenzen sollen geschlossen und die Menschen sofort evakuiert werden.
  • Grenzen jetzt öffnen; die Bundesregierung muss sich dafür einsetzen, dass die EU die griechisch-türkische Grenze öffnet und die Menschen auf der Flucht ungehindert einreisen lässt.
  • Europa darf sich nicht von Erdogan erpressen lassen und muss den EU-Türkei-Deal aufkündigen.

Der Ortsverband möchte, dass auch hier in Greifswald kontrekt Verantwortung übernommen wird: „Wir können und wollen diese Menschen willkommen heißen und sie aufnehmen. Wir geben den Menschen eine Zukunft und lassen uns nicht von den faschistischen Salvinis, Orbans und Erdogans dieser Welt erpressen! Menschenrechte für alle! Gegen die Festung Europa und die Krise der Menschlichkeit!“

Seebrücke Greifswald

Greifswald gehört seit 2018 zu den über 140 deutschen Städten und Gemeinden, die sich zu „Sicheren Häfen“ erklärt haben und in denen Geflüchtete aufgenommen werden können.

Die Chance, spontan etwas zu sagen, nutzte niemand der Menschen auf dem Markt. Trotzdem blieben fast alle und hörten noch einen weiteren Radiobeitrag zu der Lage auf Lesbos. Nach etwa 45 Minuten wurde die Mahnwache beendet.

Beitragsbild: Ole Kracht

Umgekrempelt: 10.000 Schritte am Tag

Umgekrempelt: 10.000 Schritte am Tag

Kennt ihr das, wenn man mal was Neues ausprobieren will, aber am Ende alles beim Alten bleibt? Uns jedenfalls kommt das sehr bekannt vor, deswegen haben wir uns für euch auf einen Selbstoptimierungstrip begeben. In dieser Kolumne stellen wir uns sieben Tage als Testobjekte zur Verfügung. Wir versuchen für euch mit unseren alten Gewohnheiten zu brechen, neue Routinen zu entwickeln und andere Lebensstile auszuprobieren. Ob wir die Challenges meistern oder kläglich scheitern, erfahrt ihr hier.

10.000 Schritte am Tag. Das ist eine Zahl, die man immer wieder hört. Und es macht Sinn: Als eine Spezies des Jagens und Sammelns waren wir ständig draußen unterwegs, einfach das Säbelzahntigerfell über die Schulter geworfen und los, raus in die Kälte, mit Speer in der Hand und bis zur Abenddämmerung herumpirschen. Heute gibt es keine Mammuts mehr, die wir jagen können und ein Stück Fell reicht uns nicht mehr gegen die Kälte – wenn das Wetter draußen schlecht ist, bleiben wir lieber drinnen. Wir sind Stubenhocker*innen geworden – natürlich nicht alle und die meisten von uns nicht freiwillig. Im Grundschulalter war man noch ständig unterwegs, kam oft später wieder nach Hause zurück, als man eigentlich sollte. Jetzt sitzen wir nur noch am Schreibtisch und in der Bib und in der Uni, gerade in der Prüfungszeit.

Ich habe schon lange gemerkt, dass mir dieser Lebensstil nicht gut tut. Zum einen, weil mein hyperaktiver Körper bei dem ganzen Stillsitzen nicht so richtig mitmachen will, zum anderen, weil sich nach rund fünf Minuten in der gleichen Sitzposition mein Rücken lautstark bemerkbar macht. Wir sind ja auch nicht zum Sitzen gemacht, und viele Wissenschaftler*innen erinnern immer wieder an die 3S und die 3L: Stehen und Sitzen ist Schlecht, Lieber Liegen und Laufen. Aber wie leicht ist es wirklich, das tägliche Laufen, die 10.000 Schritte am Tag, in einen durch Uni- und Arbeitsalltag durchstrukturierten Tagesablauf einzuplanen?

Montag

Das erste, was mir auffällt, ist, dass ich mein Handy überall mit mir herumschleppen muss, damit die Schrittzähler-App ja auch jeden meiner Schritte aufzeichnet. Das ist ungewohnt für mich, und ich vergesse es immer mal wieder – auch die ganze Woche hindurch. Aber so viel kommt zuhause sowieso nicht zusammen. Zwar achte ich penibel darauf, jeden Extragang zu machen, den ich kann, auch wenn das bedeutet, Dinge, die man eigentlich mit einem Weg hätte in die Küche bringen können, eher aufzuteilen und dafür zweimal zu laufen. Aber es sind eben nur 30 Schritte mehr. Trotzdem. Irgendwie habe ich das Gefühl, schon jetzt etwas Gutes für meinen Körper getan zu haben, wenigstens im Kleinen.

Bis 15:30 Uhr sitze ich zuhause beim Lernen und bin so bisher nur auf knapp 300 Schritte gekommen. Das muss sich ändern. Ich frage meine Schwester nach einem Spaziergang nach Wieck. Wir kommen dabei insgesamt auf 8.000 Schritte, sind dafür aber auch anderthalb Stunden unterwegs. Zeit, die ich sonst zum Lernen hätte nutzen können, werfe ich mir vor. Aber ist das wirklich so? Wäre die Zeit nicht vielleicht viel eher fürs Prokrastinieren draufgegangen, weil ich hier schon seit frühmorgens sitze und mein Kopf langsam platzt? Da scheint mir ein Spaziergang das bessere Prokrastinieren zu sein. Das hat zwar wesentlich länger gedauert als ein 15–30-minütiges YouTube-Video zur Ablenkung zwischendurch. Aber ich fühle mich nach dem Spazier­gang frisch ausgeruht und neu ermutigt, um weiterzuarbeiten – zumindest sobald meine Finger wieder aufgetaut sind.

Dienstag

Da ich gestern die 10.000 Schritte nicht ganz geschafft habe, will ich sichergehen, dass ich mein Ziel heute in die Tat umsetze. Wieder muss meine Schwester ran, dieses Mal wollen wir uns zu Fuß auf den Weg zum Elisenpark machen, um einzukaufen. Normalerweise wären wir dafür zu dem nächsten Supermarkt gegangen oder wenigstens mit dem Fahrrad gefahren, um Zeit zu sparen. Aber der Spaziergang tut gut, das Wetter ist schön, wenn man vom schlammigen Boden einmal absieht, und als wir nach knapp zwei Stunden wieder zurückkommen, haben wir bereits das Tagesziel erreicht.

Aber langsam merke ich, wie sich leichte Gewissensbisse in mir ausbreiten. Jeden Tag zwei Stunden fürs Spazierengehen ist sicher eine Zeit, die man sich nehmen sollte, aber kann ich mir die auch erlauben mit einer Modulprüfung in einer Woche? Mein routinemäßiges Prokrastinieren zwischen den Lerneinheiten fülle ich mit Nachgrübeln. Wer hat eigentlich entschieden, dass Lernen wichtiger ist, als auf unseren Körper aufzupassen und etwas für unsere Gesundheit zu tun?

Mittwoch

Das erste Mal, dass ich vollkommen an der Challenge scheitere. Trotz StuPa-Sitzung am Abend komme ich nicht einmal auf 1.000 Schritte. Ich fühle mich schlecht, weil ich mich nicht dazu durchringen konnte, die Zeit zum Spazieren aufzubringen, und weil mein Körper sich mal wieder über den Bewegungsmangel beschwert. Für den nächsten Tag nehme ich mir fest vor, wieder mehr Willensstärke zu zeigen.

Donnerstag

Morgens sammle ich bereits ein paar Schritte, als ich in der Bib auf Lehrbuchsuche gehe. Ich gehe im Anschluss außerdem noch mal zu Fuß hinüber zum Domcenter, anstatt zu fahren. Ein bisschen Schwung in die Hüften bekommen.

Gegen Mittag setze ich das Ganze fort. Wieder ein Spaziergang nach Wieck und trotzdem immer noch neue Dinge zu entdecken (selbst als gebürtige Greifswalderin). Trotzdem bleibt der Schrittzähler danach irgendwo bei 7.000 Schritten stehen und verändert sich auch nicht mehr großartig, während ich wieder beim Lernen sitze. Aber ich hatte mir am Vortag etwas vorgenommen und das will ich auch durchziehen.

Es ist kurz nach 10, als ich hinaus in die Kälte trete. Ein seltsames Gefühl, um diese Uhrzeit unterwegs zu sein. Die einzigen, denen ich unterwegs begegne, sind eine Hundebesitzerin samt Hund und viele unzuordbare Geräusche. Mein Weg führt mich noch einmal hinunter zum Wasser, weil ich sehen möchte, wie es nachts aussieht, und weil mich die Dunkelheit irgendwie anzieht. Um zum Wasser zu gelangen, wandere ich durch ein kleines Waldstückchen, das vom Licht des benachbarten Wohngebiets kaum mehr erreicht wird. Aus Skepsis vor einer Begegnung mit womöglichen Bekannten wie der kleinen Wildschweinfamilie hier in der Gegend, mache ich die Taschenlampe meines Handys an. Ich begegne keinem Wildschwein, werde aber trotzdem von einem bedrohlichen Knurren aus dem Gebüsch begrüßt. Zwar trennt uns beide ein großer Zaun, aber vorsichtshalber, und um den Hund nicht unnötig zu verärgern, lösche ich trotzdem das Licht. Den Rest des Weges bis zum Wasser laufe ich also in Dunkelheit.

Es ist ein merkwürdiges Erlebnis, diese Stille. Oder eben die Nichtanwesenheit von Stille. Denn gerade weil ich allein unterwegs bin, weil kein Licht über mir oder aus meinem Handy heraus leuchtet, weil ich keine Stimmen und keinen Autolärm höre, nehme ich jedes Geräusch war. Das Rauschen in den Blättern, das Knacken der Bäume, kleine Tiere, die über den Boden huschen, den Wind und das Meer. Die Welt ist wie ein Orchester.

Das Meer sieht erschreckend unspektakulär aus. Natürlich, was hatte ich auch anderes erwartet, es ist immerhin mitten in der Nacht! Aber als ich eine Weile hinaus aufs Wasser sehe, bemerke ich das Licht eines Leuchtturms in der Ferne, das mir vorher noch nie aufgefallen ist, obwohl ich schon etliche Male nachts hier war. Nur nie allein.

Die Einsamkeit macht einen Unterschied. Und die Langsamkeit der Bewegung, das merke ich, als ich wieder zurück nach Hause gehe (dieses Mal vorsorglich durchs Wohngebiet, um den knurrenden Hund nicht noch einmal zu wecken). Ich bin es gewohnt, diese Strecke zu joggen oder mit dem Fahrrad hier entlangzufahren, oder wenn ich doch einmal gehe, dann habe ich immer jemand anderes bei mir. Jetzt allein, langsam Schritt für Schritt, habe ich das Gefühl zum ersten Mal die Umgebung wirklich wahrzunehmen. Ich entdecke noch nicht abgehangene Weihnachtsbeleuchtung in einigen Fenstern (ist aber auch erst zwei Monate her), mit Ranken zugewucherte Eingangstüren, einen Briefkasten mit einem Ritter darauf – was wohl die Leute gedacht haben müssen, die um knapp halb 11 aus dem Fenster gesehen und eine Gestalt in ihrer Einfahrt bemerkt haben, die in völliger Dunkelheit ein Foto von ihrem Briefkasten macht?

Aber ich sehe. Ich nehme wahr. Ich lasse meine Gedanken kreisen, um das um mich herum, um diesen Artikel hier, um Uni und Prüfungen. Trotzdem fühlt es sich frei an. Einmal zu sich kommen, allein mit sich selbst. Irgendwann konzentriere ich mich sogar mehr auf die Umgebung als auf die Uniaufgaben, die noch vor mir liegen. Und auf die Kälte, die meine Beine hinaufkriecht. Es ist verdammt kalt geworden. Da hilft der hübsche glitzernde Reif auf dem Gras und auf der Straße auch nicht, um mich aufzumuntern. Außerdem habe ich meine 10.000 Schritte mittlerweile sowieso erreicht. Zeit, nach Hause zu kommen.

Freitag und Samstag

Ich scheitere erneut. Zwar versuche ich, so oft ich kann, zu Fuß zu gehen – zur Redaktion, zu Gleis 4 und wieder zurück – aber es bringt nichts. Bis abends komme ich auf etwas mehr als 2.000 Schritte, an beiden Tagen. Dieses Mal merke ich es nicht nur am Körper, sondern auch im Kopf. Ich bin beim Lernen abgespannt, kann mich zwar konzentrieren, aber bin nervlich ziemlich am Ende. Das Spazierengehen fehlt mir auch irgendwie bereits, die frische Luft, die Zeit zum Nachdenken, um den Kopf frei zu bekommen. An diesen beiden Tagen sehe ich aber kaum etwas von draußen, nur meinen Laptop-Bildschirm, meine MÜP-Notizen und Lehrbücher, bis die Schrift irgendwann schon vor den Augen verschwimmt. Aber obwohl mir mein Körper eindeutige Signale sendet, dass er eine Pause hätte gebrauchen können, habe ich keine Gewissensbisse. Ich brauchte die Zeit zum Lernen. Für meinen Körper tut es mir trotzdem ein wenig Leid, und ich wünschte mir, dass es auch anders ginge.

Sonntag

Heute, am letzten Tag der Challenge, möchte ich mir noch einmal beweisen, dass es anders geht. Ich frage meine Schwester, ob sie Zeit und Lust auf einen Ausflug hat und wir fahren nach Ludwigsburg. Das Wetter ist wundervoll, als wir durch den Wald und am Feld entlang bis nach Loissin gehen und dann am Strand wieder zurück, dem Sonnenuntergang entgegen. Nach den beiden letzten Tagen drinnen, bekomme ich richtige Glücksgefühle. Das Lernen und die Angst vor der Prüfung sind komplett vergessen, ich freue mich einfach nur riesig über jeden Sonnenstrahl, der durch die Bäume fällt, über das Rauschen des Meeres und über die voluminösen Wolken am Himmel. Ich habe wieder richtig Lust am Leben, oder zumindest nehme ich das Leben wieder richtig wahr. Ein kathartisches Gefühl, dieses Rausgehen.

Fazit

Ein wenig schwermütig werde ich schon, als ich abends wieder zurückkomme. Einmal, weil wieder die Lehrbücher vor mir auftauchen, die ich doch gerade vergessen hatte, aber vor allem auch, weil ich weiß, dass ich mir so einen Ausflug in den nächsten drei Tagen bis zur Prüfung nicht nochmal gönnen werde. Danach sicherlich, das nehme ich mir fest vor.

Aber warum immer danach? Warum immer das, was uns gut tut, aufschieben, bis wir irgendwann hoffentlich mehr Zeit dafür haben? Ein Ausflug, ein kleiner Spaziergang kostet nichts, und es müssen ja nicht gleich die 10.000 Schritte sein.

Einfach zu lernen, dass es keine Zeitverschwendung ist, wenn man auf sich selbst Acht gibt und auf den eigenen Körper hört. Dass man selbst eben auch einmal an erster Stelle vor dem Lernen, vor der Uni, vor der Arbeit stehen darf. Trotz aller Dinge, die ich in der letzten Woche beim ganzen Lernen verinnerlicht habe – diese eine Sache habe ich noch nicht so ganz kapiert.

(An dieser Stelle noch ein kleines Dankeschön und eine riesige Entschuldigung – oder anders herum – an meine Schwester. War ja auch für deine Gesundheit.)

Beitragsbild: Franziska Schlichtkrull
Banner: Julia Schlichtkrull

StuPa-Liveticker – 2. außerordentliche Sitzung

StuPa-Liveticker – 2. außerordentliche Sitzung

Wer wissen will, was im Detail besprochen werden soll: Das gesamte Drucksachenpaket in seiner vollkommenen Schönheit gibt es hier:

Drucksachenpaket der 2. außerordentlichen Sitzung des Studierendenparlamentes in seiner 29. Legislatur

Getagt wird um 20 Uhr c.t. im Hörsaal der Wirtschaftswissenschaften (Loefflerstr. 70).

Vorläufige Tagesordnung

TOP 1 Begrüßung – Wie immer, alle sagen sich “Hallo”.
TOP 2 Formalia – Es folgen kleinere Anpassungen der TOPs.
TOP 3 Berichte – Es wird berichtet, was das Zeug hält.
TOP 4 Fragen und Anregungen aus der Studierendenschaft – Wenn Ihr was vorhabt: vorab per Mail an das Präsidium oder bei uns in die Kommentare.
TOP 5 Finanzanträge
TOP 6 Wahlen AStA – Hier habt Ihr die Möglichkeit, Euch auch spontan für ein freies Referat vorzustellen. Beschreibungen zu den Referaten findet Ihr, wenn Ihr auf das entsprechende Referat klickt.
— 6.1. Co-Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
— 6.2. Co-Referat für politische Bildung
— 6.3. Referat für Studium und Lehre
— 6.4. Co-Referat für Soziales
TOP 7 SÄA Finanzordnung (2. Lesung)
TOP 8 SÄA StuPa-Geschäftsordnung (2. Lesung)
TOP 9 Info-Top 24h-Vorlesung
– Nachdem sich die Diskussion um die 24h-Vorlesung auf der letzten StuPa-Sitzung so zugespitzt hat, dass Esther von ihrer Position als AStA-Vorsitzende zurückgetreten ist, wird das Thema heute noch einmal aufgegriffen.
TOP 10 Aufhebung Beschl.-Nr.2019-29/127

TOP 11 Artikel webmoritz.
TOP 12 Finanzen der Fachschaft Zahnmedizin
TOP 13 Anwesenheit LKS
(Landeskonferenz der Studierendenschaften)
TOP 14 Solidarität mit dem wissenschaftlichen Lehrpersonal
– Die Universität Greifswald möge sich mehr für ein gleichberechtigtes und familienfreundliches Studien- und Arbeitsumfeld an unserer Uni einsetzen.
TOP 15 Sonstiges

Hier folgt um 20:15 Uhr der Live-Ticker

Es ist Punkt 20:15 und Felix läutet die Glocke. Er begrüßt uns alle herzlich zur 2. außerordentlichen Sitzung der Legislatur.
Das Protokoll der nächsten Sitzung ist online einsehbar.
Frederik bedankt sich noch mal für unsere Zusammenfassung seiner Stellungnahme zum Ende der letzten Sitzung.

Theo möchte gerne TOP 12 in einzelne Unter-TOPs untergliedern – 12.1 Finanzen der FSR, 12.2 Finanzen der FSR Zahnmedizin. Dadurch heißen TOP 12 und 12.1 jetzt fast gleich. Theo meint, das wäre ein Übel, was wir eben jetzt tragen müssen.
Die geänderte TO wird angenommen.

TOP 3 Berichte
Das Präsidium berichtet, dass sich Aliya und Felix Z. heute zur Sitzung abgemeldet haben (liebe Grüße von uns hier!). Jan berichtet, dass vor Kurzem ein Foodle für die Sitzung der AG Struktur herumgegangen ist. Auf der Sitzung soll die neue AStA-Struktur besprochen werden, die in der neuen Legislatur die bisherige ersetzen soll.

Felix ergänzt noch kurz, dass wir mit 15 StuPist*innen mit einfacher Mehrheit beschlussfähig sind.

TOP 4 Fragen und Anregungen aus der Studierendenschaft
Es gibt keine Fragen oder Anregungen aus der Studierendenschaft.

TOP 5 Finanzanträge
Es gibt keine.

TOP 6 Wahlen AStA
Es gibt keine Bewerbungen für eines der AStA-Referate. Auch keine Initiativbewerbungen.
Felix weist darauf hin, dass das AStA-Referat Vorsitz jetzt auch ausgeschrieben ist, allerdings noch nicht lange genug, um hier darüber abzustimmen. Auf der nächsten Sitzung sollte es dann so weit sein.

TOP 7 Satzungsänderungsantrag Finanzordnung (2. Lesung)
Wir sind nicht genug Leute, daher wird der TOP nach hinten verschoben, falls noch Menschen kommen. (Friends, übertragt Eure Stmmen oder kommt vorbei!)
TOP 8 kann dementsprechend auch nicht behandelt werden.

Damit sind wir nach knapp 5 Minuten schon bei TOP 9, dem Info-Top zur 24h-Vorlesung.

Felix hält eine emotionale Ansprache. Er war im falschen TOP und wiederholt das sicherlich später noch einmal. Er stoppt und bittet Anna (AStA, StuPa-Anna ist heute nicht da) als Vertretung für Felix (kommissarischer AStA-Vorsitz) darum, den TOP kurz einzubringen.
Anna berichtet, dass beschlossen wurde, die Veranstaltung nicht mehr am 8. Mai stattfinden soll. Sie ist abgesagt. Wahrscheinlich wird sie dann wieder im November stattfinden.
Die Verschiebung liegt vor allem an der Kurzfristigkeit und daran, dass wir keine Referent*innen finden können. Frederik fragt, ob Anna kurz erklären könnte, wie es zu dieser Entscheidung kam. Anna erklärt, dass Liliya und Felix (AStA) sich nach der letzten StuPa-Sitzung kurzgeschlossen haben. Liliya hat von sich aus gesagt, dass sie nur ungern in diesem Streit weiter die Veranstaltung durchzuführen. Jonas M. (moritz.medien) fragt, ob es ggf. auch möglich ist, jemanden anders zu finden, der die Veranstaltung (im Mai) organisieren könnte. Anna (AStA) denkt, dass es nicht möglich ist, so kurzfristig jemanden zu finden, da es für eine Person schon zu viel Arbeit sei. Aber es soll keine Absage für die Veranstaltung sein. 
Felix wirft ein, dass ein Rücktritt im StuPa eingebracht werden muss. Er wird aber von Anna korrigiert, dass Niko nur seine Vakanz abgeben möchte. Felix meint, dieses im StuPa anzuzeigen wäre trotzdem „ganz nett“.
Marianna fragt, ob den Referent*innen (24h-VL) schon abgesagt wurde. Anna meint, dass das nächste Woche erledigt wird.
Theo wirft noch ein, dass es nicht so viele Leute gibt, die Schlange stehen, sich beim AStA zu engagieren. Das lässt auch vermuten, dass es keine kurzfristige Beauftragung geben wird. Tim fragt noch, ob die Uni bereits von der Verschiebung des Termins informiert wurde. Anna meint, dass das noch passieren soll.

TOP 10 Aufhebung Beschluss Nr. 2019-29/127
Der Beschluss zur Verschiebung der 24h-Vorlesung soll nach der Beanstandung durch das Justitiariat aufgehoben werden. Alle dürfen die Beanstandung noch mal lesen – ob alle mitkommen, lässt sich von hier vorne nicht erkennen.
Sandra hat einen Wortbeitrag, sie möchte noch einmal genau nachlesen. In der Beanstandung ist beschrieben, dass StuPa und AStA strkt zu trennen sind. Sie versteht das nicht, weil dann ja „alle studentischen Organe“ keinen Sinn ergeben würden. Jonas (moritz.) findet die Beanstandung auch schwierig, da es bei einigen Themen wie der Positionierung gegen Rassismus schon möglich sein sollte, dass das StuPa in die Arbeit des AStAs eingreifen kann. Bei einigen Themen, wie die Positionierung gegen Nazis sollte das schon gegeben sein. Felix erklärt, dass es eine Aufforderung von Herrn Wehlte gab zu begründen, warum der Beschluss laut Auffassung des StuPas rechtmäßig ist. Seine Auslegung der entsprechenden Stelle in der Beanstandung ist, dass es hier nur um die gültige Rechtsmeinung geht, nicht um die konkrete politische Meinung eines einzelnen universitären Organs.
Sandra möchte noch hinzufügen, dass jede Meinung, die von der freiheitlich-demokratischen Grundordnung gedeckt ist, Haltung beziehen darf. Sie findet es daher fragwürdig, wenn demokratisches Engagement an der Stelle behindert wird.
Theo findet, dass die Diskussion schon weit von der Beanstandung weg geht. Es gehe um geltendes Rechts und es finde sich auch eine Rechtsbehelfsbelehrung am Ende, was es zu tun gäbe.

Rick findet es nicht so zielführend, mit dem Grundgesetz zu argumentieren, das erkläre nicht, warum der Termin letzten Endes verschoben wurde. Felix fasst noch mal Ricks Aussage zusammen. Zudem hält er eine philosophische Interpretation geltenden Rechts und Ricks eben getroffener Aussage. Rick sieht das Problem nicht. Es ist einfach die individuelle Entscheidung jedes Menschen, was er*sie für wichtiger hält.
Theo stellt einen GO-Antrag auf Zurück zur Sache. Jonas (moritz.) findet, dass das Thema trotzdem geklärt werden muss. Sandra erklärt nochmal, dass es in ihrem Antrag um Erinnerungspolitik geht, die gerade in der aktuellen Zeit wichtig ist. Die Wissenschaft hat keine Haltung – die Wissenschaftler*innen und auch die Studierenden können eine haben. Sie endet ihre Ansprache mit der Bemerkung, dass sich die Anwesenden der Demokratie zu sicher seien. 

Kurzer abstract der letzten 7 Minuten: Es liegt ein Antrag vor, der einen Beschluss aufhebt, der (unabhängig von der Beschlusslage im StuPa) schon erfüllt wurde. Die Rechtsauffassung der Universität (Rechtsaufsicht der Studierendenschaft) sagt, dass der Beschluss formal (nicht inhaltlich!) rechtswidrig ist. Wir diskutieren nun über das Grundgesetz und eine Erinnerungskultur.

Felix kommt immer noch nicht auf Ricks Argument mit dem Grundgesetz klar. Rick erklärt sich noch mal. Tim weist noch mal darauf hin, dass der Anlass der Veranstaltung in Demmin nichts mit der Beanstandung zu tun hat – die wäre genau so geschrieben worden, wenn es eine Veranstaltung gegen Links oder eine fürs Blümchenpflücken wäre. Er empfiehlt dann, Widerspruch einzulegen und betont noch einmal, dass es nicht um die politische Einstellung geht.
Anna betont, dass die Veranstaltung ohnehin bereits abgesagt wurde. Politisches Engagement in allen Ehren, aber die Diskussion ist eh nicht mehr so notwendig.
Sandra sagt, dass wir nicht mitschreiben sollen. #DankeGGArt5 #Pressefreiheit Sandra sagt, dass das zwar formale Aspekte der Beanstandung seien – diese formalen Aspekte aber die inhaltliche Seite torpedieren.

Niclas stellt einen GO-Antrag auf Schluss der Redner*innenliste.
Jonas (moritz.) findet die Diskussion schon wichtig.
Frederik fasst noch einmal die formale Seite der Beanstandung zusammen. Er vergleicht das mit Bund-Länder-Entscheidungen. Theo meint, dass das hier eine rein theoretisch-abstrakte Frage ist.

Es gibt keine Änderungsanträge. Jonas beantragt eine namentliche Abstimmung. Mit 8 Ja-Stimmen, 6 Nein-Stimmen und 1 Enthaltung angenommen.

TOP 11 Artikel webmoritz.
Jetzt kommt nochmal die Ansprache von Felix.
Bei dem TOP geht es um einen Artikel auf unserer Seite: https://webmoritz.de/2020/02/11/asta-vorsitzende-zurueckgetreten/ Einer der Kommentare sei unwürdig, Felix möchte ihn nicht wiederholen. Die Debattenkultur, so auch dieser Kommentar, arten aus. Eine Stellungnahme wurde an den Medienausschuss weitergeleitet. 
Lukas, der von dem Kommentar direkt betroffen war, erklärt dass er für persönliche Kritik zur Verfürung steht, findet aber dass diese Art nicht akzeptabel ist. Auch weil Kommentare im Internet ewig bleiben können. Julia erklärt noch einmal, dass die Redaktion den Kommentar gelöscht hat, weitere Begriffe aus den anderen Kommentaren ebenfalls entfernt wurden und dass der webmoritz. nun an einer Netiquette arbeitet, um solche Fälle in Zukunft besser einschätzen zu können.

Esther bedankt sich bei den moritz.medien, wie die Sache gehandhabt wurde und dass eine Netiquette erstellt werden soll.
Felix möchte auch noch einmal dazu Stellung beziehen. Er hat auf anderen Plattformen Anfeindungen erlitten und sich mittlerweile eine dicke Haut wachsen lassen. Er weiß, dass er weder Dispot noch stalinistisch ist, das betont er auch immer wieder. Er will sich auch Lukas anschließen – wenn es Probleme gibt, geht doch gerne zu den StuPa-Sprechzeiten oder meldet euch per Mail.

Der TOP wird geschlossen.

TOP 12.1 Fachschaftsfinanzen allgemein
Theo sagt, dass eigentlich alle Fachschaften wieder konstituiert sein müssten. Mal wieder klappen die Übergaben in den FSR nicht. Viele sind offensichtlich nicht bereit, ihr Wissen weiterzugeben. Es gibt weniger als die Hälfte der Haushaltspläne der Fachschaften, was eine Auszahlung von Mitteln eigentlich unmöglich macht. Es gebe wohl auch Fachschaften, die es nicht schaffen, innerhalb von vier Monaten ihre Kassenblätter abzugeben. Der Kontakt kommt an vielen Stellen wohl nur über die geschäftsführenden Direktor*innen zu Stande.

Heute wurde die Rücklage der Fachschaften berechnet, und sie übersteigt das Maximum. Die Studierendenschaft muss sich ein Verfahren überlegen, wie damit umgegangen werden soll. 
Diana war mal für ihren FSR für die Finanzen zuständig und wünscht sich einen Workshop für Dummies. Theo berichtet, dass es in der Regel Schwierigkeiten bei der Übergabe an die nächsten Generationen gibt. Außerdem sind die existierenden Workshops nicht gut besucht. Diana fand „ihren“ eigentlich ganz gut besucht und denkt dass die Workshops mit einem einfacheren Niveau anfangen sollten. Dann würden auch mehr kommen. Theo findet, dass die Arbeit eigentlich auch einfach mit Exceltabellen gemacht werden können, wenn das Addieren zu schwer sein sollte. 

Lukas möchte was sagen, darf aber nicht direkt, weil er als normaler Mensch und nicht als Wahlleiter sprechen will.
Anna spricht in der Thematik auch noch mal über Barauszahlungen, bei denen es massive Probleme mit der Abholung und Kommunikation von Seiten der Fachschaftsräte gab. Sie plant gerade Ende April einen StuPa/AStA/FSR-Workshop einzurichten, auf den sie an dieser Stelle hinweisen will.
Theo möchte nochmal was zu Barauszahlungen sagen: wir könnten den bargeldlosen Umgang mit Finanzen vielleicht auch von anderen Universitäten lernen, die das schon erfolgreich schaffen. 
Lukas geht auf das ein, was Diana gesagt hat. Die Information darüber könnte man auch im Studierendenportal verankern. Generell könnte man darüber nachdenken, FSR-Finanzen auf lange Sicht wieder in den AStA zu überführen.

Jetzt wird sich noch ein bisschen darüber ausgetauscht, dass sich nicht alle in der HoPo (FSR und noch mehr) belehren lassen. Dinah findet die Idee von einer zentralisierten Organisation der Fachschaftsfinanzen nicht nur positiv, weil es die Verantwortung der Fachschaften ist, sich um ihre Finanzen zu kümmern. Lukas möchte mit der Stelle nicht die Autonomie der FSR einschränken, sondern einfach nur eine Instanz schaffen, die auch auf die Einhaltung der Vorschriften achtet. Dinah bedankt sich für Lukas‘ ausführliche Erklärungen. Jetzt hat sie ein besseres Verständnis der Angelegenheit.
Jonas wirft noch mal ein, dass zusätzlich zu der Professionalität im AStA auch die Kommunikation mit den Fachschaften verbessert werden muss. Er fragt, ob da schon etwas gemacht wurde. Theo sagt, dass er auf der FSK regelmäßig die Finanzen thematisiert. Das Problem besteht auch darin, dass nicht alle Fachschaftsräte zur FSK kommen und auch ihre Sitzungstermine nicht ankündigen. Er schildert sehr anschaulich seine Probleme, wenn er sich mit manchen FSRs in Kontakt setzen will. Leider kann er aber kein Telegramm schicken, und Brieftauben ist auch eher schwierig.

Er geht noch mal auf die Eigenständigkeit der Fachschaftsräte ein. Dieser Passus ist kein Landeshochschulrecht, sondern steht nur in unserer Satzung.

TOP 12.2 Finanzen der Fachschaft Zahnmedizin
Theo möchte die Hochschulöffentlichkeit ausschließen. Bis gleich!

21:52

Die Hochschulöffentlichkeit wird wiederhergestellt.
Bisher wird sich standhaft geweigert uns mitzuteilen, wie sich dieser Ausschluss gerechtfertigt hat. 

Vor TOP 13 Anwesenheit LKS machen wir jetzt aber erstmal Pause.

22:03 Uhr. Wir machen weiter. Anna sagt, dass es zwei LKS-Hauptdeligierte und zwei Stellvertreter*innen von unserer Uni gibt. Andere Universitäten kommen in der Regel mit allen Delegierten und anderen Interessierten aus der Hochschulpolitik. Unsere Studierendenschaft schafft das nicht. Es ist ihr mittlerweile schon fast peinlich, jedes Mal allein unsere Studierendenschaft zu vertreten, weil Leute, die das Mandat angetreten haben, nicht kommen. Sie versteht, dass es zeitaufwendig ist, und manchmal Klausuren / Hausarbeiten … dazwischenkommen können. Aber sie ist auch Studierende und schafft es trotzdem. Sie möchte den Menschen nahelegen, ihr Mandat zu Gunsten von engagierteren Studierenden abzugeben, damit wenigstens drei Personen fahren können. 

Felix gibt eine Information darüber, wer genau ordentliche*r Delegierte*r ist (Anna und Niklas). Er hält es für sinnvoll, einen Verteiler einzurichten, damit Stellvertreter*innen informiert werden, wenn die Delegierten nicht können. Anna (StuPa) ist stellvertretende Delegierte. Sie sagt, dass sie bisher leider nie die Zeit hatte, ist aber bereit ihr Mandat abzugeben. Sie hat es auch nur deswegen, weil sich damals keine andere Person gefunden hat. Niclas würde sich bereiterklären, wenn Anna (StuPa) ihr Amt abgeben würde, stellv. Delegierter zu werden.
Anna (AStA) erklärt noch mal, dass sie niemanden angreifen wollte, sondern ein Plädoyer für eine bessere Anwesenheit aus Greifswald halten. Niklas unterstreicht alles, was Anna gesagt hat. Er würde zur nächsten Legislatur auch von seinem Mandat zurücktreten und „schämt“ sich, dass er es so selten geschafft hat, zu den LKS-Sitzungen zu kommen. Er betont, wie wichtig das Gremium ist. Man müsste die Kommunikation innerhalb der Delegierten und stellv. Delegierten verbessern.
Jan möchte einen neuen TOP hinzufügen, dass auch Greta (die ebenfalls stellv. Delegierte ist, aber sich seit Langem nicht mehr gemeldet hat) ihr Mandat entzogen wird, damit es für jemand anderes frei wird. Zwischendurch gibt es noch kurz Verwirrung, ob es einen datenschutzkonformen Instantmessenger gibt, der verwendet werden kann, damit sich die LKS-Delegierten besser untereinander absprechen können. Es gibt ihn übrigens. 

TOP neu: Aufhebung des Beschlusses 2019-27/20 (Wahl von Greta als stellv. Vertreter*in in der LKS)
Der Antrag wird einstimmig angenommen.

Anna (StuPa) tritt schnell per Mail offiziell zurück, damit neu gewählt werden kann. 
Die Neuwahlen geht jetzt noch nicht (wären erst morgen möglich). Die nächste LKS-Sitzung ist wahrscheinlich am 27.03. Man könnte die Wahl also auf der nächsten StuPa-Sitzung machen.
Jetzt, da das Datum für die nächste LKS-Sitzung bekannt wird und Niklas da nicht kann, tritt er auch zurück.

Der GO-Antrag, dass neue Delegierte gewählt werden, wird angenommen. Marianna schlägt Diana als neue Delegierte in der LKS vor. Niklas macht noch einmal darauf aufmerksam, wie wichtig die Mandatswahrnehmung ist. Es gibt noch ein bisschen Hin und Her zwischen Diana und Niclas. Niclas steht nun erst mal nicht mehr zur Wahl. Diana steht nun nicht mehr zur Wahl, dafür steht nun wieder Niclas zur Wahl. Wir sind nicht verwirrt, sondern geben nur die Debatte wieder.

Anna schlägt für Anna Diana vor und für Niclas Jonas. Esther schlägt Rick für Niclas vor. Jonas ist das jetzt „zu dumm“. Er tritt von der Kandidatur zurück. Es geht jetzt also nur noch um Rick.

Diana wird bei einigen Enthaltungen gewählt. Sie nimmt die Wahl an.
Rick wird bei einigen Enthaltungen und einer Gegenstimme gewählt. Auch er nimmt die Wahl an.
Felix wünscht beiden „immer ein gutes Händchen“. Drei Mal, für wirklich gutes Glück.

TOP 14 Solidarität mit dem wissenschaftlichen Lehrpersonal
Sandra stellt ihren Antrag vor. Es geht um einen (und wohl auch mehrere) unschöne Vorfälle bei der Verlängerung von Arbeitsverträgen für wissenschaftliche Mitarbeitende. Sie beantragt, dass sich das Studierendenparlament mit dem wissenschaftlichen Lehrpersonal solidarisiert und sich im Sinne des Leitbildes für eine Beendigung der prekären Arbeitsverhältnisse an der Universität einzusetzt.

Theo kann dem Antrag inhaltlich sehr zustimmen. Seine Bachelorarbeit beschäftigt sich tatsächlich mit genau diesem Thema und auch mit dem Wissenschaftszeitvertragsgesetz. Er wünscht sich im Antrag mehr Kritik zu diesem Gesetz. Felix bekräftigt das und würde den Antrag um einen konkreten Arbeitsauftrag an einzelne Gremien ergänzen.
Benjamin findet es schwierig zu einem konkreten Fall Stellung zu beziehen, den er nicht kennt. Eine allgemeine Formulierung kann er hier und jetzt unterstützen. Dinah meint, dass das Problem so alt wie die Zeit ist. In ihren 6 Jahren an der Uni hat sie viele gute Leute gehen sehen. Sie findet es großartig, dass dieser Antrag eingebracht wurde.
Sandra findet den Umgang mit wissenschaftlichen Mitarbeitenden und Lehrpersonal auch ein gutes Thema für die nächste LKS. Felix schlägt nun vor, das direkt auf die nächste Sitzung zu verschieben.
Jonas gibt Dinah recht und sagt, dass er sich geirrt hat.

Dinah weist auf die AG Gremien und Kommunikation hin, die am 6.3. um 19 Uhr c.t. im Raum 3.06 (Domstraße 9a) tagt.
Felix stellt den GO-Antrag auf Verschiebung auf die nächste Sitzung.

TOP alt 15 Sonstiges 
Theo berichtet einmal für alle, wann unsere Aufwandsentschädigungen ausgezahlt werden. Diese werden immer spätestens am 12. des folgenden Monats ausgezahlt.
Rick möchte noch auf die Debatte der letzten Sitzung eingehen. Er hat Tafelbilder vorbereitet und erklärt das Konfliktpotenzial der Debatte. Zusammenfassung: Das Problem ist nicht gelöst, sondern wird wiederkommen. Es könnte also sinnvoll sein, das Ganze mit einer externen Stelle zusammen zu klären.

Dinah bekräftigt noch einmal die Wichtigkeit der AG Gremien und Kommunikation und geht auch noch einmal auf das Konfliktrisiko ein.
Theo möchte, dass alle Anwesenden die Werbetrommel für den AStA und die freien Stellen zu rühren
Schluss um 22:42 Uhr. Wir verabschieden uns für heute.

Mimimi-Mittwoch: Prüfungsphase

Mimimi-Mittwoch: Prüfungsphase

Wut, Hass, Zorn: All diese Gefühle verbindet man so manches Mal mit seinen Mitmenschen. Genau für solche Momente ist diese Kolumne da. Wann immer wir uns mal gepflegt über Leute auslassen oder uns auch generell mal der Schuh drückt, lest ihr das hier.

Über nichts möchte ich gerade mehr „Mimimi“ machen, als über diese Prüfungsphase. Beginnt die vorlesungsfreie Zeit, so fängt meiner Meinung nach auch der schlimmste Teil des Semesters an.

screaming ilana glazer GIF by Broad City

Obwohl – schön wär’s:  Einige Prüfungen werden ja schon in der Woche VOR den „Ferien“ geschrieben. Ähm, WANN soll ich mich zwischen den ganzen Vorlesungen bitte dafür vorbereiten?

Gerne werden die Prüfungstermine dann auch noch auf einen Samstag gelegt. Begründung: Nur noch heute war ein Raum frei. Ja toll, bei mir war Samstag eigentlich immer der Kopf frei, damit ich mir wenigstens einen Tag der Erholung gönnen konnte…

Aber nicht nur die gewählten Tage der Prüfungen sind undankbar. Um 18.30 Uhr eine Prüfung – wie soll mein Herz das denn bitte mitmachen? An diesem Tag ist man einfach für nichts zu gebrauchen. Die Aufregung und Angst werden von Minute zu Minute schlimmer. Ich kann in der Zeit bis zum Abend weder lernen, noch essen, noch lachen, noch weinen. Und danach möchte ich einfach nur noch schlafen.

The Big Bang Theory Reaction GIF

Und am nächsten Tag geht’s weiter, um an der zweiten Hausarbeit von fünfhunderttausend zu arbeiten und mich parallel auf eine mündliche und eine schriftliche Prüfung vorzubereiten, die alle in einer Woche stattfinden. Wie soll ich denn für so viele Prüfungen gleichzeitig lernen? Wo soll ich anfangen? Dafür ist mein Kopf einfach nicht gemacht.

Und nicht mal mehr an die Altklausuren kommt man easy-peasy ran, sondern muss erstmal zum FSR dackeln und die Altklausur ABSCHREIBEN. Aus Verzweiflung setze ich dann drauf, dass die Dozierenden die gleiche Klausur wie die letzten 10 Jahre nehmen – aber klar, in meinem Jahrgang wird dann eine neue eingeführt.

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Jetzt muss ich meine Tage der vorlesungsfreien Zeit also in der Bib verbringen. Apropos Bibliothek: Wenn ich nicht spätestens um 9 Uhr am Loefflerplatz auf der Matte stehe, dann darf ich die nächsten Stunden auf dem Fensterbrett verbringen, weil kein Tisch mehr frei war… Gemütlich hier – oh, eine Möwe.

Dann kann ich die Zeit ja auch damit verbringen, das Buch zu suchen, das ich so dringend brauche. Eigentlich müsste es im Regal stehen, aber irgendjemand hat es wohl woanders versteckt, damit niemand mehr davon profitieren kann. Schön, dieser Egoismus. Und obwohl es noch drei andere Ausgaben geben müsste, sind die natürlich verliehen. Seltsam, dass vier Bücher für einen Studiengang zu wenig sind.

Und weil ich ja keine Wochenenden im klassischen Sinn habe, da auch die aus lernen und lesen bestehen, muss ich auch den Sonntag in der Bibliothek verbringen – und fast verhungern. Wann soll ich zwischen lernen und schlafen und gelegentlich duschen denn noch Energie aufbringen, um einkaufen zu gehen? Wieso hat die Mensa oder das Grüne denn nicht auch am Wochenende geöffnet? Obwohl, ich könnte Essen für die nächsten drei Wochen vorkochen – NEIN, das ist keine Prokrastination.

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Ja okay, manch eine*r könnte sagen: „Hättest du dich während des Semesters immer gut vor- und nachbereitet, alle Vorlesungen besucht und immer alle Texte gelesen – dann wär das jetzt eine entspannte Zeit.“ Ja, HÄTTE ich mal… Der Zug ist jetzt aber leider abgefahren, und mit ihm meine Freizeit, sozialen Kontakte und jeglicher Spaß.

Beitragsbild: unsplash
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