von Jabbusch | 21.10.2008
Auf un
serer Vorgängerseite gehörte der StuPa Live-Ticker ein bisschen als Tradition dazu. Die Idee dahinter ist, das Parlament und seine Tätigkeit transparenter zu machen.
Heute Abend tagt das StuPa wieder. Und auch wir vom webMoritz glauben, dass nur die regelmäßige Berichterstattung über das StuPa am Ende zu einer sinnvollen Wahl führen kann. Daher sind wir heute Abend wieder im StuPa und berichten für Euch live, über die neuesten Entscheidungen und Entwicklungen.
Ein Blick auf die Tagesordnung verrät jedoch bisher kaum spannende Themen:
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TOP 1 Berichte (Sonderbericht Erstiwoche) [Dieser Tagesordnungspunkt allein dürfte mindestens eine Stunde wenn nicht mehr Zeit einnehmen, da sämtliche AStA-Referenten und Medien-Vertreter dem StuPa ausführlich rechenschaftspflichtig sind]
TOP 2 Formalia [Formelle Feststellung der Beschlussfähigkeit etc.]
TOP 3 Finanzantrag „polenmARkT 08“ (Drs.18/67) [webMoritz.de wird über den polenmARkT ausführlich berichten!]
TOP 4 Besetzung offener Stellen
TOP 4.1 AStA Hauptreferate [Hier wird erwartet, das der bisherige stellv. AStA-Vorsitzende Sebastian Nickel sich für den bisher nicht besetzten Posten den Vorsitzenden bewirbt]
TOP 4.2 AStA Co-Referate [Unter anderem nicht besetzt sind das Amt des Co-Referentin für Finanzen und Nachhaltigkeit, das Amt des Co-Referenten für politische Bildung und (nach 4.1.) das Amt des stellv. AStA-Vorsitzenden. Alle Stellen sind noch offen]
TOP 4.3 moritz-Geschäftsführung [Auch nach einer Geschäftsführung wird noch immer verzweifelt gesucht!]
TOP 4.4 moritz-web Stellvertreter [Dito]
TOP 4.5 Nachwahl Haushaltsausschuss [Ein Gremium des StuPa selbst]
TOP 5 Ernennung des Wahlleiters der StuPa-Wahlen [Stehen im Januar 2008 an]
TOP 6 Beanstandung Beschluss „Förderung Brandopfer“ [Die Förderung der Brandopfer des Studentenwohnheims wurde auf Grund von rechtlichen Problemen von der Rechtsabteilung kassiert. Mehr siehe hier]
TOP 7 Ausblick Perspektiven [Hier könnte der StuPa Präsident erklären welche Themen er in diesem Semester für wichtig hält. Es ist außerdem die Festsetzung einer Sondersitzung in der darauffolgende Woche zu erwarten]
TOP 8 Änderung der Geschäftsordnung (Drs. 18/66)
TOP 9 Bestätigung der AStA Beschlüsse in der Vorlesungsfreienzeit [In der Regel ohne Probleme]
TOP 10 Sonstiges
[Mehr Infos und alle Drucksachen unter stupa.uni-greifswald.de.]
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Diese Tagesordnung wird jedoch erst durch das Parlament beschlossen. Es ist gut möglich, dass noch Gäste zur Veranstaltung auftauchen (jeder Student hat Rederecht) und neue Tagesordnungspunkte vorschlagen. Der webMoritz hat bereits Kenntnis von weiteren Anträgen. Mehr dazu heute Abend…
*Update*
Die StuPa-Sitzung ist eröffnet. Zurzeit laufen die Berichte. Das Präsidium ist bereits damit durch. Jetzt ist der AStA dran.
Alexander Schulz-Klingauf lobt den AStA für geleistete Arbeit.
Kritische Frage an den AStA-Referenten für Technik, warum noch immer Fehler auf der AStA-Seite sind…
Finanzreferent Tim Krätschmann berichtet. Er bestätigt u.a., dass die Gruppe der DKP vom Markt der Möglichkeiten verwiesen wurde. Gegenüber dem webMoritz erklärte er im Vorfeld, dass Parteien generell nicht auf dem Markt der Möglichkeiten erlaubt sind. Zudem habe sich die DKP im Vorfeld nicht angemeldet.
Der Co-Referent für politische Bildung, Alexander Köcher, ist jetzt in Indien. Das Referat wird bisher nicht vertreten. Zum AStA-Burschenschaftsflyer stellt der stellv. AStA-Vorsitzende Sebastian Nickel fest, dass es auf dem webMoritz positive Kommentare gibt. Außerdem hätten einige Burschen den AStA besucht, sich „positiv geäußert“ und noch ein paar Flyer mitgenommen. „Wir haben ihnen aber nicht viele mitgegeben, weil wir nicht wissen, was sie damit vorhaben“, so Nickel.
Die Referentin für Studium und Lehre weist darauf hin, dass entgegen ihren Rechenschaftsberichtes die Zukunft der Vorlesung mit Videoübertragung noch nicht sicher ist. Dies soll erst morgen im Fakultätsrat der Philosophischen Fakultät entschieden werden.
Referentin für Ausland & Internationalisierung berichtet, dass noch zu wenig Studenten ins Ausland gehen. Die freien Plätze werden nur zu 40 Prozent ausgenutzt.
Referent für Kultur, Sport und Erstsemester berichtet, dass neue Räumlichkeiten für Sport gesucht werden.
Jetzt folgt ein Sonderbericht zur Erstsemesterwoche von Diana Berndt.
Der Vortrag geht durch die Erstsemesterwoche – Tag für Tag…
Es wird sehr detaliert über Partys, Grillkohle, und diverse Veranstaltungen berichtet. Fazit: Alles super (so AStA).
Die Referentin Diana Berndt erhält Applaus für ihr Engagement und die Präsentation. Jetzt geht es in die Fragerunde. Martin Hackober fragt, warum bei einigen Veranstaltungen keine Veranstaltungsorte angegeben wurden.
Matthias Krüger kritisiert, dass bei der Ersti-Party die Leute an Bauzäunen teils gequetscht wurden und die gesamte Einlass ungünstig gelöst wurde. Der Chefredakteur des Moritz-Magazins weist darauf hin, dass er es unangemessen findet, die Verantwortung dafür dem AStA zuzuschieben. Er kritisiert stark das Verhalten der vor dem Einlass wartenden Gäste und spricht von “ teils tierhaften“ Ausfällen seitens der auf Einlaß wartenden Studenten. Matthias Krüger betont, dass er nur das Problem ansprechen wollte, er dies jedoch nicht als Kritik am AStA verstanden haben will.
Die Referentin äußert abschließend aber auch massive Kritik zur Beteiligung der AStA-Referenten in der Erstsemesterwoche: „Vielleicht bin ich zu ehrgeizig, aber von manchen Referenten bin ich bodenlos enttäuscht.“
Der Bericht ist zu Ende. Jetzt geht es über zum Bericht des Referats für Queer und Gleichstellung.
Der Referent äußert Fortschritt bei der Kinderbetreuung im Kooperationskindergarten des AStA. Dieser soll in Zukunft ausschließlich für Eltern zur Verfügung stehen, die auf Gleitzeiten angewiesen sind.
Ein Juso-StuPist Stephan Schumann fragt nach Zwischenfällen mit rechtsextremen Hintergrund. Der Referent für Ausländerfragen bestätigt, dass es mehrere Zwischenfälle gab.
Der Referent berichtet auch von fortgesetzten Problemen mit dem Studienkolleg. Die Lehrkräfte dort behandeln einige Studenten „wie Kinder“.
Es wird auch kurz das Thema „Tapir“ im wintermoritz angesprochen.
Der moritz-Chefredakteur Arik Platzek bittet darum, sich in Zukunft bei Problemen oder Beschwerden vorrangig und direkt an die Chefredaktion zu richten, statt sich zuerst an StuPa-Präsidium und Rektorat zu wenden, über welches er letztendlich informiert wurde. Der Ausländerreferent weist darauf hin, dass er nicht der Initiator der Beschwerden ist, sondern nur den Studenten beratend zur Seite stand. Sebastian Nickel weist darauf hin, dass nicht nur Ausländer, sondern auch Deutsche mit muslimischen Glauben betroffen sind. Alexander Schulz-Klingauf weist auf die Sorgfaltspflicht des moritz hin. Der StuPa-Präsident weist darauf hin, dass der Tapir kein Tagesordnungspunkt ist und bricht die Debatte ab.
Ab hier kann Sebastian leider nicht mehr berichten, da sein Internetzugang nicht mehr funktioniert. [Info Seb. Jab.: Der Internetzugang im gesamten Saal fiel aus!]
Nachtrag von Arik Platzek: Einen ergänzenden Bericht über die StuPa-Sitzung findet ihr ab Mittwochnachmittag hier auf webMoritz.de!
von Jabbusch | 20.10.2008
Der AStA kämpft für uns und unsere Interessen gegenüber der Universität und gegenüber dem Land. Der AStA ist aber nicht nur Interessenvertretung der Studenten, sondern er bietet zudem viel Service und Informationen. Daran arbeiten 15 Referent
en tagtäglich. Der webMoritz stellt sie Euch nun in einer kleinen Serie persönlich vor:
Katja Krohn
- kommt aus Oranienburg (Brandenburg)
- studiert Anglistik/Amerikanistik, Englische Literaturwissenschaft und Kommunikationswissenschaft, im 9. Semester
- Co-Referentin für Studierendenaustausch & Internationalisierung
- Zu mir kann man mit allen Problemen kommen, die den Auslandsaufenthalt betreffen: Wie/was kann ich machen? Wo kann ich überhaupt hin? Wird mir alles anerkannt? Was ist vorher alles zu beachten?
Warum hast Du dich beim AStA beworben?
Weil ich selbst im Ausland war und diese Erfahrung eine der besten war, die ich jemals gemacht habe. Dies will ich auch anderen möglich machen bzw. die Leute animieren, auch ins Ausland zu gehen und ihre eigenen Erfahrungen zu machen. Ich möchte anderen helfen.
Was muss an der Uni besser werden?
Der Informationsfluss zum „normalen“ Studenten, soll heißen was genau machen Rektor und Uniführung, was machen AStA & StuPa gerade. Welches sind die „angesagten“ Themen momentan und was könnte demnächst an der Uni anders werden.
Das wichtigste hochschulpolitische Thema ist Deiner Meinung nach (zurzeit)…
Studiengebühren, denn viele haben Angst, dass es auch hier zu Gebühren oder zu versteckten Gebühren kommen kann und ich denke, dass sollte verhindert werden.
Viele Leute haben Angst vor Hochschulpolitik. Was sagst du diesen Studenten?
Dass ich anfangs genauso gedacht habe. Nun denke ich, dass man auch helfen kann, auch wenn man nicht so sehr politisch interessiert ist/war, denn in der Uni gibt es viele Bereiche in denen man sich engagieren kann ohne sich gleich politisch einordnen zu müssen oder einer Partei angehören muss.
Wenn du einen Tag Rektor der Universität wärst…
Dann würde ich eine Studentensprechstunde einrichten, zu der Studenten kommen und ihre Probleme dem Rektor vortragen können, da dann auch das Rektorat mitbekommen würde, was den „kleinen“ Studenten bewegt und welche Probleme weiter „unten“ auftauchen.
Deine Lieblingslocation am Abend ist… ?
Der Mensaclub -> gute Atmosphäre, super Preise und nette Mitglieder
Mitt’n’drin -> viel Auswahl, leckere Baguettes, gemütliche Location
In Greifswald zu studieren ist super, weil…
Es eine absolute Studentenstadt ist und man immer bekannte Leute in der Stadt trifft. Außerdem muss ich nicht ewig fahren, um in die Stadt und zur Uni zu kommen und die Dozenten kennen mich unter meinem Namen, nicht unter einer Nummer.
Entspannung ist für Dich…
Einen ganzen Tag mit Freunden zu verbringen, mit lecker essen und viel Spaß, ohne dabei an Arbeit und Uni denken zu müssen. Am Besten noch mit meinen Lieblingsserien oder Filmen.
Foto: Marco Herzog
von Jabbusch | 19.10.2008
„Wie ist dieses Comic zu verstehen?“, fragt Qais Aburok in der letzten AStA-Sitzung sichtlich erregt. „Ich möchte gerne mit dem Zeichner sprechen. Der soll mir das mal Zeile für Zeile vorlesen und erklären, wie das zu verstehen ist“. Um dieses Comic
geht es:

Zum Vergrößern auf das Comic klicken.
Wer am vergangenen Montag die AStA-Sitzung besuchte, musste sich festhalten. Die Gäste waren teils enttäuscht, teils wütend. Die Kritik entflammte sich am neuen Tapir im aktuellen „Wintermoritz“. Der „Winter-“ beziehungsweise „Sommermoritz“ ist der kostenlose Uni-Kalender, der von den Moritz-Medien in jedem Semester neu aufgelegt wird. Der Tapir sorgte schon häufiger für Aufsehen, da er stets auf dem schmalen Grad zwischen Gesellschaftskritik und politischer Unkorrektheit entlang schrammt.
Vier Studenten muslimischen Glaubens und der Referent für Ausländerfragen Hussein Al-Haushaby äußerten teils scharfe Kritik. Der Comic verletzte die Gefühle der Muslime und diskreditiere sie. Außerdem würde der Comic die Integrationsversuche von Studenten aus islamischen Ländern zunichte machen und die üblichen Vorurteile gegenüber Muslime verstärken. Vor allem, das Muslime gefährlich seien und zu Terrorismus neigen. Zuvor hatten sie sich bereits an den Rektor gewendet.
„Das Comic ist das genaue Gegenteil“
Zoran Vasic, der zu Gast auf der AStA-Sitzung war, versuchte die Gemüter zu beruhigen: Der Comic sei nicht anti-muslimisch, sondern das genaue Gegenteil. „Mir ist es auch erst beim zweiten Lesen aufgefallen, aber dann ist es recht eindeutig“, so Zoran, der früher u. a. AStA-Referent für Soziales und Wohnen war und jetzt im Senat der Universität sitzt. Er weist vor allem darauf hin, dass die Massenvernichtungswaffen im Schrank nach dem Schild „nur für Menschenrechtsverletzungen“ eingesetzt werden dürfen. Dies sei eine klare Kritik an den USA, so Zoran, die Terroristen fürchten, selbst aber im Besitz der meisten Massenvernichtungswaffen sind.
Diese Kritik an den USA wird erneut im unten Bereich des Comics aufgegriffen: Im „amerikanischen Verhör“ wird ein (muslimischer?) Gefangener mit einem Schweißbrenner gezwungen, ein
Geständnis abzulegen. Dies könne man als Kritik an Guantanamo und am Abu-Ghuraib-Gefängnis interpretieren. Selbst die vom Tapir geäußerte Verwechslung von Moslems und Vampiren sei eine Kritik an der westlichen Welt, die vor allem mit Vorurteilen und ohne Wissen argumentiere. Die „Feinde der Freiheit“, seien deshalb nicht die Muslime, sondern die Amerikaner selbst.
Am Ende der AStA-Sitzung einigt man sich auf einen gemeinsamen Gesprächstermin zusammen mit den Moritz-Chefredakteuren und Kai-Uwe Makowski. Der zeigte sich gegenüber dem webMoritz von der Kritik überrascht. Er sei aber offen für eine kritische, öffentliche Diskussion und gab uns auch die Erlaubnis den Comic hier erneut zu veröffentlichen.
von Jabbusch | 18.10.2008
tent/uploads/2008/10/moritz-print-m72-hopo-tesch-interview-arik-platzek.jpg“ alt=““ width=“216″ height=“144″ />Unseren Kollegen vom moritz Magazin gelang es Bildungsminister Henry Tesch für ein ausführliches Interview zu gewinnen. Dieses Interview ist im aktuellen Magazin aus Platzgründen
nur zu einem Teil abgedruckt. Doch jetzt könnt Ihr Euch das Interview auf dem webMoritz entweder in Gänze durchlesen oder auch einfach anhören.
Das Interview und die Audiodatei findet ihr hier.
Foto: Arik Platzek
von Florian Bonn | 18.10.2008

Alexander von Humbolt; Quelle: http://commons.wikimedia.org
Nach dem Rückkehrerprogramm in Nordrhein-Westfalen gibt es nun mit den „Alexander von Humboldt Professuren“ eine neue, bundesweite Initiative Spitzenforscher nach Deutschland zu holen. Bis zu 10 Wissenschaftler, die bisher im Ausland gearbeitet haben, sollen pro Jahr mit 5 Millionen Euro pro experimentell arbeitendem Preisträger (3,5 Millionen für theoretische Wissenschaftler) an deutsche Universitäten gelockt werden. Der Preis wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in Zusammenarbeit mit der Humboldt-Stiftung verliehen, vor wenigen Tagen wurden die ersten Preisträger ausgezeichnet.
Von den neun Preisträgern wird keiner zukünftig in Greifswald forschen. Der Bund hält am Leutturmkonzept fest: Ein Großteil der Professuren gehen an Universitäten, die auch schon im Rahmen der Exzellenzinitiative ausgezeichnet wurden. Jeweils zwei Preisträger werden zukünftig an der FU Berlin und der LMU München forschen, die restlichen verteilen sich auf die die TU München und die Nicht-Elite-Universitäten Ulm, Bonn, Köln und die TU Berlin.
Auch bei der Auswahl nach Fachgebieten bleibt man bei traditionell stark geförderten Gebieten. Ausgezeichnet werden jeweils vier Physiker und Biowissenschaftler sowie ein Informatiker. Ausgewählt wurden ausnahmslos junge Wissenschaftler von 36 bis 50 Jahren, die dem Standort Deutschland hoffentlich noch lange erhalten bleiben.
Das Preisgeld steht über 5 Jahre verteilt größtenteils für die Forschung zur Verfügung, aber die Wissenschaftler bekommen auch einen persönlichen Anreiz gestellt. Bis zu 180.000 Euro pro Jahr stehen ihnen neben dem normalen Professorengehalt an privatem Einkommen zu. So wird hier erstmal der Kritikpunkt berücksichtigt, dass Spitzenkräfte der Wissenschaftler in Deutschland zu wenig verdienen.
von Eric Schümann | 16.10.2008
Ungemütlicher kann der Start in den Tag kaum sein. Ich bin allein, es ist nass und verdammt dunkel. So quäle ich mich in einem aufopferungsvollen Akt der Selbstgeißelung aus dem Bett. Und das für 50 Euro. Eine Summe, für die sich viele leider nicht interessieren.

Studiengebühr durch die Hintertür
Mein Körper ist unwillig, der Geist schläft noch und trotzdem schaffe ich es, pünktlich um 6 Uhr vorm AStA-Gebäude zu stehen. Dort sehe ich glücklicherweise noch viele andere verschlafen Gesichter. Schon geht es los mit AStA-Kaffee und einem Lunch-Paket in die bereitstehenden Busse. Kurze Einführung und Probe der Schlachtgesänge und zack! – wach ich wieder auf, bin im hellen in Schwerin gemeinsam mit 100 anderen Greifswaldern.
Warum bin ich eigentlich hier? Achja, wegen der geplanten 50 Euro Studiengebühr Verwaltungsgebühr. Für mich kommt das gar nicht in die Tüte. Da wurde doch gerade erst die Unrechtmäßigkeit der einen Gebühr festgestellt und schnell zaubern die Politiker in Schwerin eine neue aus ihrem Hut. Nicht mit mir! Genauso denken auch viele Gleichgesinnte aus den Hochschulen und Fachochschulen MVs. 400 bis 500 Studierende erwarten uns bereits und begrüßen uns lautstark vor dem Schloss, wo wir pünktlich gegen 9 Uhr morgens ankommen. Wenn man den Anreisezeitpunkt bedenkt, ist das doch eine recht stattliche Anzahl.

Bitte Hupen
Unsere Leute ergreifen sofort die Initiative und stürmen die Bühne. Dort stimmen wir unseren tollen Song an, den wir vorher bereits im Bus geübt haben. Die Demo hat begonnen.
„Wir sind hier und sind laut, weil Brodkorb unser BAföG klaut.“
Eingeheizt und motiviert von Bühnenpräsenz und Musik bilden wir spontan einen Zug durch die Stadt. „Wir sind dort und sind laut, weil Brodkorb unser BAföG klaut.“ So und so ähnlich weisen wir dezent auf unseren Unmut hin. Ich bin immer noch heiser…
Wieder am Schloss angekommen, erfahren wir die Zwischenergebnisse: 1:0 für uns. Im Bildungsausschuss ist die Mehrheit der Abgeordneten der Anwesenden gegen die 50 Euro Gebühr. Euphorie!
Jetzt müssen unsere gewählten Volksvertreter im Landtag nur noch die zweite Lesung Ende November überstehen oder es wird gleich ganz gekippt. Die letzte Stunde steht somit ganz im Zeichen von „Hupen für Bildung“. Denn die verbliebenen Demoteilnehmer stehen am Straßenrand und fordern mit Transparenten alle vorbeifahrenden Autos, Busse, LKWs, „Touristenbahnen“ (wie nennt man diese Dinger denn sonst?) auf, sich mit unserem Protest durch Hupen zu solidarisieren. Wenn man denen dabei so zusieht, denkt man schon, dass die das den ganzen Tag, wenn nicht sogar länger, durchhalten würden.

So wurde aus einem ungemütlichen Tagesbeginn doch recht schnell ein gelungener Vormittag. Sollte es zu weiteren Protestaktionen kommen, bin ich auf jeden Fall wieder mit dabei!
Ein Erfahrungsbericht von Philipp Labisch, Oliver Wunder und Eric Schümann
Den Beitrag jetzt inklusive Protestgesang hören: