Filmrezension: Phantastische Tierwesen 3 – Rowlings Geheimnisse

Filmrezension: Phantastische Tierwesen 3 – Rowlings Geheimnisse

Kaum ein Film wurde 2022 mit einer vergleichbaren Erwartungshaltung antizipiert, wie die dritte Instanz der „Phantastische Tierwesen„-Reihe von Warner Bros. Der Grund dafür war nicht zuletzt die mehrfache Verschiebung des Erscheinungsdatums von „Phantastische Tierwesen. Dumbledores Geheimnisse„. Weiterhin wurde der Film schon vor seiner Fertigstellung von Skandalen begleitet. Darunter die vorgeworfene Transphobie J.K. Rowlings, basierend auf einigen Tweets der Autorin im Juni 2020, und der Schauspielerwechsel des Antagonisten im Film. Dieser Artikel konzentriert sich nun allerdings auf die Kunst, die sich hinter dem Tarnumhang des Medienrummels verbirgt.

Eine Welt im Wandel

Der dritte Film des voraussichtlich fünfteiligen Franchises führt uns in die 30er-Jahre des 20. Jahrhunderts. Wie auch in den vorherigen Instanzen wird in puncto Handlung auf internationale Drehorte gesetzt. Während Teil eins und zwei vorwiegend in den U.S.A. und Paris spielten, setzt der dritte Teil noch einen drauf. So spielt der Film unter anderem im Dschungel Brasiliens, im südasiatischen Buthan und sogar in Deutschland finden sich unsere Protagonist*innen zwischenzeitig wieder. Wer jetzt eins und eins zusammenzählen kann – also 1930er Jahre plus Deutschland – muss kein*e Historiker*in sein, um sich denken zu können, dass das deutsche Zaubereiministerium nicht ganz so gut wegkommt in diesem Film.

Die Welt ist im Wandel und damit lässt sich auch das Thema des Films gut einleiten. Wie stoppt man diesen Bösewicht Grindelwald, der versucht, an die Macht zu gelangen und Menschen zu unterdrücken? Denn das eigentlich Gefährliche an der Figur ist ihr Charisma, dass Mads Mikkelsen ihr großartig zu geben vermag. Während der Antagonist der Harry-Potter-Reihe seine Macht durch die Etablierung von Angst in der Zaubereigesellschaft festigte („Du weißt schon wer“), schafft Grindelwald dies mit einem verquerten Idealismus, der für die Allgemeinheit sehr verlockend zu sein scheint. Dieser Verlockung wollen sich Newt Scamander (Eddie Redmayne) und seine Gefährt*innen nun entgegenstellen. Ein schwieriges Unterfangen, da Grindelwald, wie bereits in Teil zwei etabliert wurde, als Seher in die Zukunft schauen kann. Wie hält man also jemanden auf, der die eigenen Pläne voraussieht?

Der Plan, keinen Plan zu haben

So beginnt also ein Katz-und-Maus-Spiel, das für Verwirrung sorgen soll. Leider ist das jedoch nicht nur für den Antagonisten der Fall. Auch der*die Zuschauer*in fragt sich zwischendurch, was hier eigentlich abgeht. Durch die Vielzahl an Figuren, die alle verschiedene Aufgaben haben, wird aus den Handlungssträngen zwischenzeitig eher ein Handlungsknoten, den nichtmal Houdini in 142 Minuten Filmdauer lösen könnte. So wird der Eindruck erweckt, dass auch der Film an sich eher nach dem Plan handelt, keinen Plan zu haben. Ein Vorwurf, dem sich auch schon der Vorgänger, „Grindelwalds Verbrechen“, stellen musste.

Die Lösung für dieses Problem sollte bei „Dumbledores Geheimnisse“ in Form von Steve Kloves kommen. Kloves war der Screenwriter von sieben der insgesamt acht Harry-Potter-Instanzen und hatte bereits bewiesen, dass er J.K. Rowlings komplexe Welt der Bücher sehr gut in die kompakte Welt der Filmscripts übertragen konnte. Nun sollte er also mit J.K. Rowling zusammen für den Film schreiben. Man sieht seinen Einfluss auf das Script an manchen stellen des Films zwar durchaus positiv durchscheinen, aber trotzdem wirkt der Film oft gleichzeitig gehetzt und langatmig und alles in allem etwas ziellos. Das vergisst man allerdings schnell wieder, wenn das 200-Mio.-Dollar-Spektakel – so viel hat der Film nämlich gekostet – tief in die CGI-Kiste greift und ein paar sehr beeindruckende Visual Effects auspackt. Trotzdem bleibt manches in dem Film rätselhaft.

Rowlings Geheimnisse

Die Harry-Potter-Enthusiast*innen, die sich mit „Dumbledores Geheimnisse“ Antworten auf die vielen Fragen aus Teil zwei erhofft hatten, werden in vielerlei Hinsicht leider enttäuscht. Es wirkt, als ob J.K. Rowling sich nicht mehr an die Regeln ihrer eigens kreierten Welt hält, die so liebevoll, komplex und wunderbar weird ist. Es sind zwar meist nur Kleinigkeiten, wie beispielsweise, dass Dumbledore nicht „Verteidigung gegen die dunklen Künste“, sondern „Verwandlung“ unterrichtet hat, oder etwa, dass Minerva McGonagall, die im Film als Lehrerin auftaucht, eigentlich erst 1935 geboren wurde. Allerdings fragt man sich eben deshalb, weil es solche Kleinigkeiten sind, warum die Entscheidung getroffen wurde, sich nicht an die Informationen der Buchvorlage zu halten. Es kommt einem wie ein komischer Fanservice vor, der die Hardcore-Fans eher re-serviert werden lässt.

Aber möglicherweise ist dies auch Teil eines größeren Plans, den J.K. Rowling gerade ausheckt. Vielleicht ist es ein gewollter Aspekt der Narratologie dieser Reihe, dass manche Unstimmigkeiten bestehen und am Ende werden sie möglicherweise sogar aufgelöst. Ob Rowlings Geheimnisse eine bewusste narratologische Entscheidung sind, oder ob es sich bei der „Phantastische Tierwesen“-Reihe wirklich um ein planloses Spektakel handelt, wird sich in den nächsten Instanzen der Filmreihe zeigen.


Beitragsbild: Jules Marvin Eguilos

web.woche 2. Mai bis 7. Mai

web.woche 2. Mai bis 7. Mai

Was geht eigentlich ab in Greifswald? In der web.woche geben wir euch eine Übersicht über die kommenden Veranstaltungen in und um unsere Studierendenstadt. Hier findet ihr Termine, Neuigkeiten und Altigkeiten, von Politik und Region, über Universität und Wissenschaft bis hin zu Kultur und Sport. Im Kalender findet ihr eine Übersicht über alle anstehenden Veranstaltungen. In der Übersicht danach haben wir nicht nur die Veranstaltungen in einzelne Ressorts zusammengefasst, sondern auch weitere Neuigkeiten (und Altigkeiten) zusammengetragen.

von Annica Brommann, Maret Becker und Nina Jungierek

 

Veranstaltungen

Neuigkeiten

Altigkeiten

  • Derzeit ist in der STRAZE die Ausstellung „Vor meinem geistigen Auge“ mit Gemälden sowie Zeichnungen von Maximilian Christopher Weihs zu sehen.
  • Im PKBKunstLADEN ist ab sofort die Ausstellung „Ansichten“ von Ivo Hase zu sehen.
  • Außerdem kann im CDFZ eine Ausstellung mit dem Titel „Der verlorene Blick“ von Claudia Heinicke besucht werden.
  • Der Kunstkubus CUBIC beherbergt nun eine Installation mit dem Titel „urban gallantry“ von Natalia Magalska.
  • „ZWISCHEN SANDSTEIN UND KREIDEMEER“ heißt die neue Ausstellung im Pommernhus von Anne Kern und Heike Vogel.

Veranstaltungen

  • Was? Gartenmarkt + Versteigerung von Fundrädern
  • Wann? Sonntag, 08.05.2022, 10-16 Uhr
  • Wo? Greifswalder Marktplatz

Neuigkeiten

  • Bereits am 1. Mai startete das Stadtradeln. Drei Wochen haben alle Akteure Zeit, die Radkilometer zu sammeln. Gesucht wird dabei Deutschlands fahrradaktivste Kommune mit den meisten Radkilometern insgesamt sowie mit den meisten Radkilometern pro Einwohner. Um mitzumachen, könnt ihr euch ab sofort auf der offiziellen Website registrieren. Es gibt auch eine spezielle STADTRADELN-App.
  • Ihr sucht eine Toilette in Greifswald? Euer Glück: WC4FREE startet. Dabei werden Gästen der Universitäts- und Hansestadt der Weg zu den WC-Anlagen gewiesen, die sie kostenlos nutzen können, ohne Kunde der Einrichtung sein zu müssen. Zum Start beteiligen sich insgesamt 17 Institutionen, darunter unter anderem die Brasserie Hermann, das Caféhaus Marimar und das Hôtel Galerie. Ausgewiesen werden die Partner mit Aufklebern im Eingangsbereich.
  • Die 7-Tage-Inzidenz Hospitalisierung liegt im Kreis Vorpommern-Greifswald zurzeit bei 5,9 (Stand: 27.04.2022). Damit steht der Landkreis auf Stufe gelb.

Altigkeiten

  • In Greifswald wird das Angebot an Leihfahrrädern erweitert. An insgesamt zehn Stationen im gesamten Stadtgebiet können ab sofort 90 Fahrräder ausgeliehen werden. Derzeit stehen Fahrräder am Bahnhof, vor dem Rathaus, am Museumshafen, am Domcenter, am Nexö- sowie Hansering-Parkplatz, am Biotechnikum, an der Jugendherberge, am Parkplatz Makarenkostraße und an der Wiecker Brücke bereit. Diese sollen mittelfristig auf 30 Stationen mit bis zu 250 Rädern ausgeweitet werden. Um ein Fahrrad auszuleihen, muss zunächst eine Registrierung über die Webseite www.mv-rad.de erfolgen. Ab 1. Mai 2022 kann dies auch über die MV-Rad App erfolgen. Die Kosten für 15 Minuten belaufen sich auf 1 Euro, der 2-Stunden-Tarif kostet 6 Euro und der 4-Stunden-Tarif 9 Euro. Wird das Fahrrad für einen Tag gebucht, fallen Kosten in Höhe von 12 Euro an. Bei mehr als drei Tagen Leihfrist gibt es gestaffelte Rabatte auf den Tagespreis.
  • Acht Kandidat*innen stellen sich zur Oberbürgermeisterwahl am 12. Juni 2022 in Greifswald. Das sind die Bewerber*innen: Amtsinhaber Dr. Stefan Fassbinder (gemeinsamer Wahlvorschlag von Bündnis90/DIE GRÜNEN, DIE LINKE und SPD), Prof. Dr. Madeleine Tolani (CDU), Konstantin Zirwick (FDP), Ina Schuppa-Wittfoth (Basisdemokratische Partei Deutschland – dieBasis), Lea Alexandra Siewert (Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative – Die PARTEI) sowie Gamal Khalil, Daniel Küther und Holger Schramm.
  • An einem Gabenzaun können abgepackte Lebensmittel sowie Hygieneprodukte für ukrainische Geflüchtete angehangen werden. Kleidung und Schuhe werden nicht benötigt. Die Gaben sollen in kleinen Mengen und in getrennten, möglichst durchsichtigen Tüten am Zaun befestigt werden. Der Zaun befindet sich an der Sportanlage an der Ecke Friedrich-Loeffler-Straße/Hansering.
  • Greifswald beteiligt sich an der „klimafit Challenge“ des WWF. Die Büger*innen Greifswalds sind dazu angehalten, sich zu beteiligen. Bis zum 31. Mai können Bürger*innen aus 16 individuellen Klimaschutzmaßnahmen aus den Bereichen Ernährung, Energie und Mobilität sich eine oder mehrere Challenges auswählen und ihren CO₂-Fußabdruck senken. Die Pressemitteilung der Stadt enthält weitere Informationen. Auch wie ihr euch anmelden könnt.
  • Es kann wieder an einem Altstadtrundgang teilgenommen werden. Die öffentliche Führung durch die historische Altstadt von Greifswald findet von Montag bis Samstag, um 11 Uhr statt. Der Preis beträgt 8,00 € pro Person (ermäßigt 6,00 €). Eine vorherige Anmeldung ist notwendig.
  • Es werden Wahlhelfer*innen für die Oberbürgermeister*inwahl gesucht, sowohl für den 12. Juni als auch, falls es zu einer Stichwahl kommt, für den 26. Juni. Als Aufwandsentschädigung gibt es jeweils 40 Euro pro Wahltag.

 

Veranstaltungen

Alle Veranstaltungen der Universität findet ihr auf hier aufgelistet.

  • Was? Konstituierende Sitzung des Haushaltsausschusses
  • Wann? Montag, 02.05.2022, 18 Uhr
  • Wo? BigBlueButton im Moodle-Kurs
  • Was? 1. ordentliche Sitzung des Studierendenparlaments
  • Wann? Dienstag, 03.05.2022, 20 Uhr c.t.
  • Wo? Ernst-Lohmeyer-Platz 3, Hörsaal 3/4
  • Was? Rektoratsforum „Internationalisierung“
  • Wann? Mittwoch, 04.05.2022, 12:00 Uhr bis 13:30 Uhr
  • Wo? Online im Moodle-Kurs
  • Was? Sitzung der AStA-AG für politische Bildung (ehemals AG Politisierung)
  • Wann? Mittwoch, 04.05.2022, 18 Uhr s.t.
  • Wo? Friedrich-Loeffler-Straße 28, AStA-Konferenzraum

Neuigkeiten

  • Auf dieser Webseite der Uni findet ihr alle aktuellen Medieninformationen.
  • Neu in Greifswald? Auf dieser Uni-Webseite findet ihr alle Informationen zum Start in unserer schönen Hansestadt. Herzlich Willkommen! <3

    Hochschulpolitik und Universitäres:

  • Bei der Senatssitzung im Februar wurden Hennis Herbst als studentischer Prorektor und Prof. Dr. Ralf Schneider als Nachfolger von Prof. Dr. Lars Kaderali für das Amt der Prorektors der Bereiche Forschung, Digitalisierung und Transfer gewählt. In diesem webmoritz.-Artikel könnt ihr euch über Hennis und seine Pläne für seine Amtszeit informieren.
  • Hier kommt ihr zur aktuellen Ausgabe des Rektoratsforums, bei dem sich Hennis als studentischer Prorektor sowie unter anderem die aktuellen Coronamaßnahmen und Planungen für das Sommersemester vorstellt.

    Ukraine:

  • Hilfsangebote: Auf dieser Uni-Webseite werden alle Unterstützungsangebote gesammelt.
  • Informationsangebote: Auf dieser Webseite der Uni werden außerdem Beiträge und Veranstaltungen zum Kontext des Angriffskrieges gegen die Ukraine laufend gesammelt. Hier findet ihr Literatur zu Hintergründen des Krieges Russlands gegen die Ukraine und zum Verhältnis zwischen beiden Staaten und Kulturen.
  • Die Universität Greifswald schließt sich der Stellungnahme der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen mit Nachdruck an und unterbricht alle wissenschaftlichen Kooperationen mit Russland. Weiterhin heißt es: „Wir verurteilen den vom russischen Präsidenten Vladimir Putin befohlenen Angriffskrieg auf das Schärfste und sind in großer Sorge um Kolleg*innen, Freund*innen und deren Familien.“

    Corona:

Altigkeiten

  • Unsere Rektorin Frau Professorin Dr. Katharina Riedel belegt in der jährlichen Umfrage des Deutschen Hochschulverbandes (DHV) zur Bewertung von Rektor*innen deutscher Universitäten Platz 7.
  • Es werden immer noch dringend Blutspender*innen gesucht!! Alle Informationen findet ihr auf der Website der Unimedizin oder in diesem webmoritz.-Artikel, Termine können über 03834/86-5478 und über den Smartimer vereinbart werden.
  • Auf dieser Uni-Website könnt ihr die Selbstlernplätze der Universität einsehen und euch bei Bedarf anmelden.

 

Veranstaltungen

Altigkeiten

  • Jeden Donnerstag findet in der STRAZE von 16 bis 18 Uhr der Druck- und Zucktreff für alle Jugendlichen ab 14 Jahren statt.
  • Die Uni bietet fortan einen Babysitter*innenpool an. Die neuen familienfreundlichen Angebote der Uni könnt ihr hier nachlesen.
  • Der Greifswalder Jugendstadtplanwelcher von und für Jugendliche konzipiert wurde, bietet einen Überblick über die verschiedenen Angebote und Einrichtungen der Region.

 

Wir haben ein wichtiges Event in dieser Woche vergessen? Ihr habt noch einen heißen Tipp für die nächste Woche? Schreibt uns einen Kommentar oder eine Nachricht, wenn ihr etwas zur web.woche beisteuern wollt!

Die web.woche geht außerdem in eine weitere kleine Prüfungsphasenpause. Aber keine Sorge, zum neuen Semester sind wir wieder für euch da. Viel Erfolg auch an euch bei allen noch anstehenden Prüfungen!  

Aufklärung zur Organspende

Aufklärung zur Organspende

Ein Organspendeausweis ist nicht nur zur Organspende da, er schafft auch Klarheit – vor allem für die Angehörigen, die sonst vor einer schwierigen Entscheidung stehen. Während über 9.000 Menschen in Deutschland auf ein Spenderorgan warten, gab es 2020 lediglich 913 Organspenden. Um über Organspende zu informieren, startet nun am Dienstag um 19 Uhr eine Vortragsreihe der AG Aufklärung Organspende. Den Auftakt macht eine sehr persönliche Geschichte mit Einblicken in ein Leben mit Herz- und Lungentransplantation.

Das Projekt Aufklärung Organspende agiert als studentische Initiative mittlerweile bundesweit in einzelnen Lokalgruppen – so auch in Greifswald. Ziel der Arbeit ist es nach eigenen Angaben, eine „sachgerechte, unabhängige und neutrale Informationsvermittlung über den Themenkomplex Organspende und Hirntod“ auszubauen. Demnach wird Aufklärungs- und keine Überzeugungsarbeit für oder gegen eine Organspende geleistet –  denn problematisch ist vor allem der Umstand, dass Angehörige bei einem fehlenden Organspendeausweis häufig nicht wissen, wie die richtige Entscheidung auszusehen hat.

Aus diesem Grund werden vor allem Projekte in Schulen durchgeführt. Daneben werden aber beispielsweise auch Vorträge rund um das Themenfeld Organ- und Zellspende angeboten. In Greifswald startet dafür nun am 03. Mai eine Vortragsreihe mit einer persönlichen Erzählung: Jan Kurtenbach wird offen aus seinem Leben vor, während und nach der Transplantation eines neuen Herzens und einer neuen Lunge berichten. Im Laufe der Vortragsreihe erwarten euch außerdem Einblicke einer operationstechnischen Assistentin zum Ablauf der Transplantation (30.05.) sowie eine Betrachtung der ethischen und rechtsmedizinischen Aspekte. Für die genauen Termine schaut am besten beim Instagram-Account @aufklaerungorganspende.hgw vorbei.

Der Vortrag findet hybrid statt. Wenn ihr in Präsenz teilnehmen wollt, dann könnt ihr euch bei diesem Google-Formular anmelden. Andernfalls findet ihr hier den Link zu Zoom.

  • Was? Auftakt zur Vortragsreihe rund um Organspende
  • Wann? Dienstag, 03. Mai 2022, 19 Uhr
  • Wo? Uniklinik, HS Süd oder bei Zoom
  • Anmeldung? Die Teilnahme ist kostenlos, ihr müsst euch lediglich für eine Präsenzteilnahme anmelden.

Beitragsbild: Pawel Czerwinski auf Unsplash

In Greifswald wird gefeiert: Das Disability & Mad Pride Festival

In Greifswald wird gefeiert: Das Disability & Mad Pride Festival

Ihr habt Bock auf ein Festival? Das Disability & Mad Pride Festival in Greifswald ist eure Chance! Ein Festival? Mitten in Greifswald? Ja, das geht! Ganz unter dem Motto: Disability & Mad Pride. Was das genau bedeutet und was euch beim Festival erwartet, erfahrt ihr im folgenden Interview.

Am 7. Mai wird in der STRAZE das Disability & Mad Pride Festival gefeiert. Normalerweise übernimmt es die Redaktion, euch zu erklären, warum ihr diese Veranstaltung unbedingt besuchen solltet. Dieses Mal tut das Miro, ein Mitglied der Organisation der Veranstaltung. Miro klärt euch über alle aufkommenden Fragen auf.

Was hat es mit dem Disability & Mad Pride Festival auf sich?

Das Konzept „Disability Pride“ kommt aus der Behindertenrechtsbewegung, „Mad Pride“ wurde von psychiatrieerfahrenen Menschen entwickelt. Ähnlich wie bei „Queer Pride“ geht es darum, selbstbewusst und stolz gesellschaftlichen Vorurteilen etwas entgegenzusetzen. Wir wollen in Greifswald an diese Ideen anknüpfen. Zuerst hatten wir die Idee einer Parade durch die Stadt. Wir haben aber festgestellt, dass es dabei für uns viele Barrieren gibt, zum Beispiel durch Kopfsteinpflaster oder Reizüberflutung. Daher haben wir uns für die Festival-Variante entschieden.

Wer sind die Veranstaltenden des Festivals? Wofür setzen sie sich ein?

An der Planung des Festivals beteiligt sind unter anderem Vertreter*innen des queeren Projektes Qube, der AG Barrierefreie Stadt Greifswald, der Autismus-Selbsthilfegruppe Greifswald und des Gehörlosen Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Unterstützt wird das Festival außerdem vom Behindertenbeauftragten der Stadt Greifswald und vom AStA-Referat für soziale Aspekte und Gleichstellung. Die meisten Personen aus unserer Gruppe sind selbst von Ableismus oder Psychopathologisierung betroffen. Wir setzen uns also aus einer Erfahrungsperspektive für den Abbau von Diskriminierung ein.

Warum wird das Festival überhaupt veranstaltet? Gab es einen oder mehrere bestimmte Gründe dafür?

Mit dem Festival wollen wir behinderte und verrückte Kultur feiern, Raum für Austausch schaffen, informieren und politische Forderungen formulieren. Eingeladen sind explizit alle Interessierten, denn wir finden, das Festival ist auch eine wunderbare Möglichkeit, eigene Bilder im Kopf zu reflektieren. Die Idee, etwas in die Richtung zu organisieren, entstand ursprünglich bei einem Treffen mit Qube, dem Behindertenbeauftragten der Stadt und der Vorsitzenden der AG Barrierefreie Stadt. Wir haben uns damals über unsere verschiedenen Lebensrealitäten und Perspektiven ausgetauscht, zum Beispiel auch darüber, was es heißt gleichzeitig behindert und trans* zu sein. Daraus entstand der Wunsch, etwas zu erschaffen, das verschiedene Lebensrealitäten zusammenbringt.

Warum braucht ausgerechnet Greifswald ein Festival zu der Thematik?

Was es aus unserer Sicht unbedingt braucht, ist eine Stärkung und Vernetzung von Selbstvertretungen. Perspektiven von behinderten, queeren und anderen diskriminierten Personengruppen sind in der Öffentlichkeit viel zu wenig präsent. Immer noch wird über uns geredet statt mit uns und viel zu oft wird über uns entschieden. Dabei sind Selbsterzählungen oft ganz anders als die Bilder, die andere Menschen über uns haben. Unsere Bedürfnisse, Vorstellungen und Fähigkeiten sind oft ganz anders als das, was die Gesellschaft für uns vorsieht. Das Festival ermöglicht Selbstermächtigung und die Formulierung von Wünschen und Forderungen für gesellschaftliche Veränderungen.

Was können Besucher*innen von dem Festival erwarten?

Wir starten mit zwei Workshops, einem DGS-Schnupperkurs und einem Workshop zum Thema Audismus. DGS bedeutet Deutsche Gebärdensprache. Audismus ist die Diskriminierung von gehörlosen und tauben Menschen. Danach geht es weiter mit einem Info-Café. Die an der Orga beteiligten Gruppen stellen sich mit Infoständen vor. Außerdem wollen wir an einer Pinnwand politische Forderungen sammeln, die wir später auf der Bühne vorlesen. Den Abschluss des Festivals bildet dann unser Bühnenprogramm. Es wird künstlerische Beiträge, Gebärden-Poesie und ein Konzert geben, aber auch Redebeiträge zu Themen wie „Queer und Behinderung“.

Was hofft ihr durch das Festival zu erreichen?

Ich persönlich und ich denke auch andere Menschen aus der Orga-Gruppe haben im Planungsprozess unheimlich viel gelernt. Von den anderen aus der Gruppe, aber auch zum Thema Barrierefreiheit bei Veranstaltungen. Außerdem war es super empowernd sich in einem Raum auszutauschen, in dem die Normen der Mehrheitsgesellschaft keine so große Rolle spielen. Ich hoffe, dass wir ein bisschen von all dem auch den Menschen vermitteln können, die unser Festival besuchen.

Habt ihr weitere Projekte in der Art geplant?

Momentan fokussieren wir uns auf die Organisation unseres Disability & Mad Pride Festivals am 7. Mai. Ich denke aber, dass wir auf jeden Fall in irgendeiner Form an die entstandene Vernetzung anknüpfen werden.

  • Hier noch einmal die gebündelten Fakten:

  • Was? Disability & Mad Pride Festival
  • Wann? Samstag, 7. Mai, 14 bis 19 Uhr
  • Wo? STRAZE drinnen und draußen
  • Mehr Information findet ihr auf der Website zum Festival.

Beitragsbild: bereitgestellt von Qube

Urlaub für die Seele

Urlaub für die Seele

Wer möchte in der aktuellen Lage nicht gerne dem Alltag entfliehen und ein bisschen träumen? Dazu lädt die Novelle Aus dem Leben eines Taugenichts von Joseph von Eichendorff ein. Sie entführt einen in eine wundervolle Welt, man macht beim Lesen quasi Urlaub und tut der Seele etwas Gutes.

Die Novelle Aus dem Leben eines Taugenichts von Joseph von Eichendorff wurde 1826 erstmals in der Vereinsbuchhandlung in Berlin, samt einer anderen Novelle von ihm und unter dem Namen Aus dem Leben eines Taugenichts und das Marmorbild. Zwei Novellen nebst einem Anhang von Liedern und Romanzen, veröffentlicht. Die Novelle stellt einen Klassiker der Spätromantik dar und hat in meiner Ausgabe, inklusive Anmerkungen und Nachwort, 126 Seiten. Während die Geschichte selbst 101 Seiten umfasst, besteht der reine Fließtext nur aus 96 Seiten. In der Novelle wird der Sohn eines Müllers von diesem fortgeschickt, da er ihn als Taugenichts ansieht. Die Erzählung begleitet die Hauptfigur auf seiner Reise durch Europa, wobei auch immer wieder Gedichte und Lieder im Text auftauchen.

Wohin ich geh und schaue,

In Feld und Wald und Tal

Vom Berg ins Himmelsblaue,

Viel schöne gnäd’ge Fraue,

Grüß ich Dich tausendmal.

Aus dem Leben eines Taugenichts, S. 9

Die Hauptfigur startet nach seinem Rauswurf von Zuhause seine Reise vergnügt mit seiner Geige im Schlepptau, ohne jedoch ein genaues Ziel zu haben. Bald kommt eine Kutsche mit zwei Damen an ihm vorbei, denen die Musik des jungen Mannes gefällt. Anschließend nehmen sie ihn mit zu ihrem Schloss in der Nähe von Wien, wo er zunächst als Gärtnerbursche arbeitet, dann zum Zolleinnehmer aufsteigt und sich in die jüngere der Damen verliebt. Im Garten des Zollhauses pflanzt er sodann Blumen an, die er seiner Angebeteten immer wieder heimlich bringt. Er beschließt auch, nicht mehr zu reisen, sondern sein Geld zu sparen und noch etwas Großes zu erreichen. Eines Tages erblickt er jedoch seine Angebetete zusammen mit einem Offizier und sieht sie als unerreichbar an, woraufhin er seine Sachen packt und das Schloss verlässt. Auf seiner anschließenden Reise geht er nach Italien und kehrt letztendlich auf das Schloss zurück. Seine Wanderung hat noch einige Irrungen und Wirrungen zu bieten.

Als ich eine Strecke so fortgewandert war, sah ich rechts von der Straße einen sehr schönen Baumgarten, wo die Morgensonne lustig zwischen den Stämmen und Wipfeln hindurchschimmerte, dass es aussah, als wäre der Rasen mit goldenen Teppichen belegt. Da ich keinen Menschen erblickte, stieg ich über den niedrigen Gartenzaun und legte mich recht behaglich unter einem Apfelbaum ins Gras […]

Aus dem Leben eines Taugenichts, S. 28

Das Lesen des Buches war für mich wie Urlaub. Es entführt einen in eine herrliche Welt, in der alles blüht und die Natur einfach wunderschön ist. Man möchte am liebsten auch fortgehen und eine wundersame Reise erleben. Solche Landschaftsbeschreibungen sind typisch für die Romantik. Obwohl die Novelle weltfremd ist, gerade am Ende, mindert dies jedoch nicht ihre Wertigkeit. Ein fiktiver Text muss nicht realitätsnah sein, damit er gut ist.

So irrte ich den ganzen Tag herum, und die Sonne schien schon schief zwischen den Baumstämmen hindurch, als ich endlich in ein kleines Wiesental hinauskam, das rings von Bergen eingeschlossen war und voller roter und gelber Blumen war, über denen unzählige Schmetterlinge im Abendgolde herumflatterten.

Aus dem Leben eines Taugenichts S. 30

Die Novelle ist absolut empfehlenswert, da man in eine wundervolle Welt eintaucht, dem Alltag entflieht und auf eine schöne Reise geschickt wird. Zudem ist der Text nicht allzu lang, sodass man ihn schnell gelesen hat. Was jedoch für manche abschreckend sein könnte: es ist ein gelbes Reclam-Buch. Auch wenn einige Deutschlehrer*innen in der Schulzeit bei manchen damit vielleicht ein Trauma hinterlassen haben: bekämpft dieses Trauma, indem ihr euch an diese Novelle wagt. Es lohnt sich wirklich! Vielleicht lernen einige von euch damit auch wieder das Lesen lieben, denn es gibt doch nichts Besseres, als alles um einen herum zu vergessen und in eine andere Welt einzutauchen.

Beitragsbild: Kirstin Seitz

Kiek in und klick dir deinen Job

Kiek in und klick dir deinen Job

Unter diesem Motto findet am 27. April die kostenlose digitale Arbeitsmesse statt. Angeboten wird sie vom Welcome Center Greifswald. Das heißt, du kannst dort am späten Nachmittag, nach einem langen Tag in der Uni, mitmachen und dich inspirieren lassen. Vielleicht findest auch du so deinen neuen Traumjob und Arbeitgeber.

Mecklenburg-Vorpommern kann wunderschön sein – das ist allen bewusst, die in Greifswald studieren. Vielleicht zieht man daher in Betracht, gleich in der Region zu bleiben. Dafür setzt sich das Welcome Center Greifswald ein. Zusammen mit der IHK Neubrandenburg und der Bundesagentur für Arbeit organisieren sie das Event für Fachkräfte und Unternehmen. Die leiden schließlich gerade ganz schön unter dem Fachkräftemangel. Der Artikel klärt euch auf, was ihr von der Arbeitsmesse erwarten könnt und was auf dem Programm steht.

Was bietet die Arbeitsmesse?

  • Direkten Kontakt zu Unternehmen aus der Region aufnehmen,
  • Aufbau eines Netzwerkes mit deutsch-polnischen Akteuren,
  • Wissen erlangen über moderne Fachkräfteansprache,
  • Kontakt zu den Mitarbeitenden der polnischen und deutschen Arbeitsagenturen aufnehmen.

Programm

Von 16:00 bis 16:30 Uhr ist der Fokus der Messe: Leben und Arbeiten an der Ostsee und der Seenplatte. Angefangen wird mit der Begrüßung und Vorstellung der Region im Studio. Es spricht unter anderem Frank Geißler (Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit). Danach wird sich über Erfahrungen vor Ort sowie über Zuwanderungs- und Rückkehrstories ausgetauscht.

Von 16:30 bis 17:30 Uhr kann sich über den gemeinsamen deutsch-polnischen Arbeitsmarkt unterhalten werden. Dazu gehören die Themen: Erwartungshaltung vs. Realität, wie sich der Arbeitsmarkt in den letzten zehn Jahren geändert hat, Personalakquise durch soziale Medien im deutsch-polnischen Raum sowie Best-Practice-Beispiele von Unternehmen.

17:45 bis 18:45 Uhr findet dann der direkte Austausch mit den Unternehmen statt. Du erhältst die Chance, dich direkt über die Unternehmen zu informieren und sie auch zu kontaktieren. Es wird dabei einen Austauschbereich für deutsch-polnische Arbeitsmarkterfahrung geben und einen digitalen Plauderraum über die Lebens- und Arbeitsqualität.

Welche Unternehmen nehmen überhaupt teil?

  • Sparkasse Vorpommern
  • WVG Greifswald
  • Universität Greifswald
  • Seetelhotels
  • Und viele mehr!

Alle Fakten auf einen Blick:

  • Wann? Mittwoch, 27. April 2022, 16 bis 18:45 Uhr.
  • Wo? Digital.
  • Anmeldung? Bei welcomecenter@abs-greifswald.de oder über die Webseite des Welcome Centers.

Beitragsbild: Welcome Center Greifswald