Könnt ihr es auch kaum glauben? Es ist schon wieder Ende Dezember. Um die vergangenen 12 Monate in unserer Stadt noch einmal Revue passieren zu lassen, nehmen wir euch mit durch die Höhen und Tiefen, die Greifswald in dieser Zeit erlebt hat.
kontroverse Volksentscheidungen
Fangen wir also an mit dem Januar … – Ne! Wir beginnen mitten im Jahr, sozusagen in medias res. Der Juni stand im Zeichen des Bürgerentscheids über die Verpachtung von Grundstücken des Landkreises, zwecks der Errichtung von Flüchtlingsunterkünften. Klingt kompliziert? Dieser Artikel des webmoritz zeigt noch einmal die Hintergründe des Entscheids auf, der bundesweit für Schlagzeilen sorgte. Die Greifswalder Bürger votierten mit 65 Prozent gegen die Verpachtung für Flüchtlingsunterkünfte. Auch wenn diese Abstimmung keinen Einfluss auf die Anzahl der Menschen hat, die nach Greifswald kommen, wurde das Ergebnis als Signal gegenüber der allgemeinen Migrationspolitik gewertet. Eines ist sicher, diese Thematik wird Greifswald auch im nächsten Jahr beschäftigen.
Ja oder Nein: Eine Frage, über die viel diskutiert wurde. Foto: Adrian Siegler
Eine echte Premiere: Der erste Dies Academicus der Universität Greifswald
Böse Zungen könnten behaupten, dass manche Dinge eben etwas länger brauchen, um zu uns in den tiefen Nordosten zu gelangen. Was an anderen Universitäten schon Usus, Gewohnheit oder Ritual ist, soll auch an der Universität Greifswald etabliert werden. Der Dies Academicus, eine Art akademischer Feiertag, bringt im Idealfall alle Mitglieder einer Uni näher zusammen. In Greifswald geschah dies durch Podiumsdiskussionen zur Zukunft der Lehre, akademische Preisverleihungen, ein breites Sportangebot oder auch den Markt der Fachschaftsräte. Habt ihr den Dies Academicus besucht? Man kann gespannt sein, was 2024 alles geboten wird. Dann wird der akademische Feiertag am 29. Mai begangen.
Bald Profifußball im Greifswalder Volksstadion?
2018 noch in der Verbandsliga (6. Liga) zu finden, befindet sich der Greifswalder FC Ende 2023 auf dem besten Weg in die 3. Liga, was den Schritt in den deutschen Profifußball bedeuten würde. In der gesamten Saison, seit Ende Juli, haben die Boddenkicker kein einziges Spiel verloren und stehen mit fünf Punkten Abstand an der Tabellenspitze. Trotz einer neu zusammengestellten Mannschaft und neuem Trainer gelang es dem GFC, bis zur Winterpause Mitte Dezember namhafte Teams, wie den ehemaligen Bundesligisten Energie Cottbus, hinter sich zu lassen.
Die Tabellenspitze der Regionalliga Nordost: Greifswald überwintert an der Spitze. Quelle: Kicker.de
Vielleicht sehen wir im nächsten Jahr auch ein Mecklenburg-Vorpommern-Derby in der 3. Liga: Hansa Rostock befindet sich in der 2. Bundesliga in akuter Abstiegsgefahr. Ein Abstieg Rostocks mit dem gleichzeitigen Aufstieg von Greifswald würde für ein Aufeinandertreffen der MV-Clubs sorgen. Mecklenburg-Vorpommern als neue Fußball-Hochburg. Klingt gut, oder nicht?
Schrecken in Schönwalde: Fund einer zerstückelten Leiche
Mitte Oktober: Die Studierenden kommen nach einer erholsamen Pause voller Elan zurück in ihre Studienstadt, die bunt gefächerte Blätterpracht sorgt in der Herbstsonne für eine schöne Atmosphäre. Das ist die Idealvorstellung. Im vergangenen Oktober gab es aber eine Nachricht, die einen Schatten über die Stadt warf. Die zerstückelte Leiche eines 38-Jährigen wurde in einer Wohnung in Schönwalde gefunden. Ein Verbrechen, völlig konträr zu dem sonst ruhigen Kleinstadtflair. Im Artikel des NDR findet ihr weitere Hintergründe zu der Tat, die als dunkle Erinnerung des Jahres 2023 im Gedächtnis bleibt.
Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?
Kommen wir aber wieder zu leichteren Themen: dem Wetter. Die heiße Jahreszeit, die uns eigentlich zum Sonnenbad nach Eldena oder Lubmin zieht, hat 2023 ziemlich enttäuscht. Auch wenn es natürlich einige schöne Tage gab, beweist die Statistik, dass der Sommer dieses Jahr eher ein Lowperformer war. Die Daten von wetterkontor.de attestieren Greifswald 30 Sommertage. Das sind Tage, an denen der Tageshöchstwert über 25 Grad Celsius lag. Laut dem langjährigen Mittel von 1991 bis 2020 dürfte man aber mit knapp 50 Tagen rechnen. Enttäuschend, nicht wahr? Immerhin hatte der heißeste Tag des Jahres in Greifswald ein geradezu perfektes Timing. Am 15.07. konnten die Greifswalder*innen 33.2 Grad genießen – oder ertragen, je nachdem wie man es interpretiert. Der Tag war gleichzeitig auch der Samstag des alljährlichen Fischerfestes, sodass die Volksfestbesucher auch in den späten Abendstunden noch in sommerlicher Kleidung feiern konnten. Der kälteste Tag ist übrigens noch gar nicht allzu lange her. Am 01.12. wurde bei -7.7 Grad gefroren. Die vom Schnee verzauberte Landschaft konnte aber einiges wieder wettmachen.
Der heißeste Tag des Jahres: Der fiel dieses Jahr auf den 15.07., den Samstag des Fischerfestes. Foto: Simon Fortmann
Ein Jahr ChatGPT: Sind wir in der Zukunft angekommen?
2023 war das erste (komplette) Jahr, indem wir die Vorteile, aber auch die Bedrohungen der künstlichen Intelligenz des Chatbots der amerikanischen Firma OpenAI erleben konnten. ChatGPT entwickelt sich immer weiter, sodass 2023 wohl nur Jahr eins in der Zeitrechnung des KI-Zeitalters bleibt. Dass die Technologie auch im Studium ganz hilfreich sein kann, haben viele von euch wahrscheinlich schon längst gemerkt. Im Juli veröffentliche die Universität Greifswald eine Grundsatzerklärung zu KI in der Lehre. Im Februar sprachen wir aber schon mit dem Prorektor für Digitales über die neue Herausforderung, wie ihr in diesem webmoritz-Artikel nachlesen könnt.
2024: Eine kleine Preview
Am Ende dieses Jahres blickt jeder von uns zurück auf 365 Tage, die mal spannend oder eintönig, himmelhochjauchzend oder zutiefst betrübt, anstrengend oder zum Genießen waren. Der Rückblick ist ganz bewusst ohne Anspruch auf Vollständigkeit verfasst. Schreibt uns also gerne, welches euer ganz persönliches (Greifswald) Highlight 2023 war.
2024 bietet neben einem Bonustag, es ist ja schließlich ein Schaltjahr, viele Gründe für Vorfreude. Allem voran natürlich der 250. Geburtstag von Caspar David Friedrich, der in Greifswald mit einem ausgiebigen Programm gefeiert wird. Was genau dort geboten wird, erfahrt ihr bald hier auf dem webmoritz. Die Sportfans unter euch freuen sich sicher auf die Europameisterschaften im Handball und Fußball in Deutschland, die im Januar bzw. im Juni und Juli stattfinden. Es stehen auch wichtige politische Entscheidungen an, mit Bürgerschafts-, Kreistags- und Europawahlen am 9. Juni in Greifswald. Bei alledem wird der webmoritz euch natürlich bestmöglich auf dem Laufenden halten.
Mit dieser Folge haben wir ein kleines Experiment gewagt: Was passiert, wenn sechs Leute via Online-Videokonferenz ohne Plan, ohne Schnitt und ohne Nachbearbeitung miteinander quatschen? Dazu haben wir uns unsere aktuelle Chefredaktion bestehend aus Lilli und Julia und die zukünftige Chefredaktion mit Laura und Adrian eingeladen. Wie chaotisch das Ganze geworden ist und was wir sechs alles zu erzählen haben, hört ihr in dieser Folge von Unterm Dach.
Wir wünschen allen einen guten Rutsch und ein schönes Jahr 2022!
Ihr habt Fragen oder Anregungen? Dann schreibt uns einfach einen Kommentar oder eine Mail an: web-podcast@moritz-medien.de
Svenja und Tom schauen dem Jahresende unters Dach. Dieses Mal mit dabei: Die Geister der gegenwärtigen und bald vergangenen Chefredaktion: Lilli und Julia. Und die Geister der zukünftigen Chefredaktion: Laura und Adrian.
Timestamps:
00:00:00 – 00:11:08 Wir wünschen allen einen guten Rutsch und ein schönes Jahr 2022! 00:11:08 – 00:38:59 Kartoffelsalat vs. Raclette, Geschenke geben vs. bekommen, fliegen vs. unsichtbar sein 00:38:59 – 00:54:43 Podcast-Rückblick von Lieblingsfolgen zum Produktionsgeschehen, zudem Weihnachtsdörfer und Coronaabstand 00:54:43 – 01:15:16 Entschleunigung, Basteln, Egoismus, ungewollte Geschenke und nice Kindergeschichten 01:15:16 – 01:30:36 die Zukunft vom schwarzen Schaf der moritz.medien und ein Werbeblock 01:30:36 – 01:33:23 viele Dankesworte 01:33:23 – 01:35:31 Post-Credit-Szene
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Weihnachtszeit ist Vorfreude und Geheimnistuerei, Nächstenliebe und Besinnung. Sie duftet nach heißem Glühwein, frisch gebackenen Keksen und mühsam gepellten Mandarinen. Der Dezember lebt von kleinen Aufmerksamkeiten und Traditionen, wie den Adventssonntagen mit der Familie, dem mit Süßigkeiten gefüllten Schuh am Nikolausmorgen und dem täglichen Öffnen des Adventskalenders. Weißt du noch, wie du jeden Tag vor Weihnachten aufgeregt aufgestanden bist, um vorfreudig zu deinem Schokoadventskalender zu tappen? Die moritz.medien verstecken das Weihnachtsgefühl hinter 24 Fenstern. Im heutigen Fenster: Der Versuch eines positiven Jahresrückblicks
Je häufiger man sich momentan verabschiedet, sich schöne Festtage wünscht und den üblichen weihnachtlichen Abschieds-Smalltalk führt, und das, während uns das Virus immer näher kommt, fällt vor allem im Jahresrückblick auf, dass sich gewisse negative Floskeln etabliert haben. Gratulationen und Wünsche werden immer „trotz der Pandemie“ (oder ausweichender: „trotz der Umstände“) übermittelt und so spüren wir gerade zum Jahresende noch einmal, wie sehr 2020 geprägt von der Angst vor eben diesen Umständen und den damit verbundenen Veränderungen war und ist.
Natürlich ist das alles mehr als verständlich; allerdings wäre es umgekehrt auch schade, das ganze Leben der letzten Monate, fast das ganze Jahr, nur als Einschränkung in Erinnerung zu behalten, denn es haben sich auch unerwartete Chancen ergeben, die nicht nur trotz, sondern auch gerade wegen der Umstellungen entstanden sind. Wir haben daher zum Jahresabschluss hier ein paar unerwartet positive Aspekte der letzten Monate für euch gesammelt:
Hey, wer könnte sich noch vorstellen, zu einer 8 Uhr-Vorlesung so aufzustehen, dass man die Dusche, Anziehzeit, das Frühstück und die Strecke dahin noch schaffen würde?! Zwar fehlt der Tapetenwechsel und vor allem natürlich der persönliche Kontakt in den Lehrveranstaltungen; aber die Zeit, die dadurch gespart wird, kann auch viel wert sein.
Durch die Umstellung auf noch mehr digitale Kommunikationsmethoden hat sich der Kontakt zu Freund*innen, die sowieso in der Ferne wohnen, teilweise noch verstärkt. Da sich die digitalen Formate noch mehr etabliert haben, hat sich das auf die Beziehungen übertragen, die sonst nur von ein paar Nachrichten oder Telefonaten lebten.
Es haben sich dabei gänzlich neue Formate des Zusammenseins etabliert, die man auch in den nächsten Jahren immer noch nutzen kann: digitale Weinabende, Kaffee- und Kuchen-Treffen, hybride Sitzungen mit mehr Flexibilität für alle Teilnehmenden, online Sporttreffen, gemeinsames Arbeiten an Dokumenten aus der Ferne, digitale Spieleabende undundund.
Manche Freundschaften haben sich dadurch trotzdem verstärken oder auch erst entwickeln können – und das vielleicht viel intensiver als bei den sonst üblichen Gruppentreffen oder eher zufälligen Begegnungen in der Uni. Wenn man den Kontakt will, muss man sich auch aktiv darum bemühen und Interesse zeigen; durch Spaziergänge oder kleinere Treffen ist man gezwungen, sich wirklich aufeinander zu konzentrieren und mehr miteinander zu sprechen, was doch auch viel mehr bedeuten kann.
Auch wenn viele Veranstaltungen oder Praktika so nicht stattfinden konnten, an vielen Unikursen hätte man durch Überschneidungen gar nicht erst teilnehmen können, wenn sie nicht digital und asynchron durchgeführt worden wären. Auch das hätte dann mindestens zusätzlichen Stress, wenn nicht sogar zusätzliche Semester, bedeutet. Außerdem wurden Veranstaltungen, die in Präsenz sonst eine begrenzte Teilnehmendenzahl hatten, zu unserem Glück digital oft ausgeweitet.
Und wo wir schon bei aufgezeichneten Lehrveranstaltungen sind: Die Möglichkeit zum Zurückspulen ist bei manchen Themen die Rettung – wie viele Informationen haben die Jahrgänge vor uns in der Hektik der Präsenzvorlesungen wohl schon verpasst? Und für andere Fälle das genaue Gegenteil: Vorlesungen auf 1,5-facher Geschwindigkeit anhören, kommt manchmal doch einfach mehr als gelegen.
Insgesamt gibt es in einigen Bereichen auch eine viel höhere Flexibilität. Der Tag kann häufig nach dem eigenen Arbeitsrhythmus geplant werden. Frühstück, Mittagessen und sonstige Mahlzeiten können entspannt auch während der (online) Uni verspeist werden und ja, auch die Flexibilität der Jogginghose sollte an der Stelle nicht in der Aufzählung fehlen.
Durch die fehlenden Treffen oder Aktivitäten ist auch mehr Zeit für bereits untergegangene oder bis dato unentdeckte Hobbys und Interessen ermöglicht worden. Dazu gehören etwa Makramee, puzzeln, Sprachen lernen oder malen.
Wir wollen es nicht hoffen, aber vielleicht kommt es doch an einigen Stellen auch ganz gelegen, manchen Menschen auch mal nicht über den Weg laufen zu müssen.
Über die ganze Zeit in der Wohnung freut sich wenigstens eine Gruppe – die Pflanzen!
Social Distancing kann auch eins gebracht haben, nämlich mehr Nähe zu sich selbst. Ob wir wollten oder nicht, man war gezwungenermaßen mehr alleine, mehr mit sich selbst – aber das muss keine Einsamkeit bedeuten. Vielleicht sind dadurch Verhaltens- oder Gedankenmuster wieder deutlicher geworden, die sonst vom Trubel des Alltags und der Geselligkeit überdeckt waren und denen man sich jetzt widmen konnte. Auch wenn das auch unangenehme Sachen sein können, so wissen wir doch mehr über uns selbst, als es sonst möglich gewesen wäre.
Man hat teilweise gemerkt, wer oder was wirklich wichtig ist – für einen selbst, aber auch für unsere Gesellschaft. Zu solchen Reflexionen wäre es sonst vielleicht nie gekommen, sie können uns aber auch in Zukunft noch nachhaltig positiv begleiten.
Das Podcastteam wünscht Euch ein frohes und vor allem gesundes neues Jahr.
Bevor man aber so richtig in das neue Jahr einsteigt, lohnt es sich immer, einen Blick zurück auf das vergangene Jahr zu werfen.
Das Jahr 2018 war ein politisch sehr interessantes Jahr. Spannungen auf der koreanischen Halbinsel; eine deutsche Kanzlerin, die ihren Chefposten ihrer eigenen Partei abgab und das Bundesland Bayern, was immer wieder mit Leidenschaft versuchte die gesellschaftliche Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, werden uns im Gedächtnis bleiben.
Auch Abseits der politischen Bühne gab es „Highlights“, so zum Beispiel die miserable Performance der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Russland.
Wir hoffen, dass Ihr uns weiterhin als Podcasthörer*innen erhalten bleibt. Zu guter Letzt noch einmal die Email-Adresse, unter der Ihr uns für Anregungen erreichen könnt: web-podcast@moritz-medien.de
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