Greifswald als Risikogebiet – Was bedeutet das jetzt für uns?

Greifswald als Risikogebiet – Was bedeutet das jetzt für uns?

Seit letztem Mittwoch (28.10.2020) gilt auch der Landkreis Vorpommern-Greifswald als erster Kreis in Mecklenburg-Vorpommern als Risikogebiet. Am Mittwoch wurde hier ein 7-Tage-Inzidenzwert von 52,8 erreicht, inzwischen ist ein erneuter Anstieg auf 67,5 zu verzeichnen (Stand 01.11.2020). Diese Zahl sagt aus, wie viele von 100.000 Personen sich innerhalb einer Woche in unserem Landkreis mit dem Coronavirus infiziert haben. Ist die Schwelle von 50 Fällen überschritten, wird die Region als Risikogebiet eingestuft und infolgedessen werden strengere Regeln zur Eindämmung der Pandemie verhängt. Was genau bedeutet das für uns in Greifswald und unser Uni-Leben aktuell?

aktualisiert am 03.11.2020 um 11:45 Uhr

Schutzmaßnahmen in Mecklenburg-Vorpommern

Ab dem heutigen Montag, dem 02.11.2020, gilt eine Kontaktbeschränkung. Das heißt, in der Öffentlichkeit darf sich nur noch mit Personen aus dem eigenem und höchstens einem weiteren Haushalt aufgehalten und die Gesamtanzahl von zehn Personen nicht überschritten werden. Die Maskenpflicht wird außerdem ausgeweitet: In Einkaufcentern, auf Märkten und auf belebten Plätzen wie in der Langen Straße ist nun auch ein Mundschutz zu tragen. Der Weihnachtsmarkt wurde übrigens bereits abgesagt.

Der Gastronomiebetrieb wird ebenfalls stark heruntergefahren. Das bedeutet, Restaurants, Cafés und Bars dürfen ausschließlich Speisen zum Mitnehmen ausgeben oder liefern.

Auch Freizeiteinrichtungen müssen schließen. Theater-, Kino- oder Museumsbesuche sind erst mal nicht mehr möglich. Gleiches gilt für Schwimmbäder und Fitnessstudios. Auch die Stadtbibliothek muss schließen.

Die Geschäfte sollen unter bestimmen Hygieneauflagen geöffnet bleiben. Es darf sich beispielsweise nicht mehr als ein*e Kund*in auf 10 qm Verkaufsfläche aufhalten und natürlich ist eine Mund-Nasen-Bedeckung weiterhin obligatorisch.

Zudem gilt in ganz M-V ein Tourismusstop, durch den touristische Betriebe wie Hotels keine Urlaubsgäst*innen mehr annehmen dürfen. Die Einreise in das Bundesland ist nur für Personen mit Haupt- oder Nebenwohnsitz in Mecklenburg-Vorpommern gestattet (oder Personen, die einen Vertrag über mindestens sechs Monate mit einer Ferienwohnungsvermietung etc. geschlossen haben oder einen Kleingarten besitzen). Das heißt, auch private Reisen und Verwandtenbesuche sollen eingeschränkt werden, solange keine Dringlichkeit besteht. Dabei sollte sich außerdem auf die Kernfamilie beschränkt werden.

Das Stadthaus ist übrigens weiterhin für dringende Angelegenheiten geöffnet, es wird aber um eine Online-Terminvergabe gebeten. Ebenso bleiben Kitas und Schulen vorerst geöffnet.

Schutzmaßnahmen an der Uni

Die Rektorin hat in ihrer Mail vom 02.11.2020 um 14:24 Uhr die aktuellen Corona-Auflagen bekanntgegeben, die zunächst bis zum 30.11.2020 gelten sollen, aber ständig auf ihre Notwendigkeit hin geprüft werden!

Auch weiterhin sind Mund-Nasen-Bedeckungen in allen Unigebäuden zu tragen, auch am Arbeitsplatz (ausgenommen sind Einzelbüros), bei Veranstaltungen oder zum Beispiel in der Bibliothek.
Lehrveranstaltungen und Prüfungen sollen wie bisher, falls möglich, digital stattfinden. Ausnahmen gelten in Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden für Studierende im ersten Semester, für Studierende der Medizinischen Fakultät, für Studierende, deren Veranstaltungen spezielle Labor- oder Arbeitsräume erfordern und für Veranstaltungen, bei denen die Lehr-/Lernziele digital nicht erreicht werden können. Voraussetzung ist jedoch jeweils, dass die Hygienevorschriften des RKI eingehalten werden können. Überprüft also regelmäßig euren E-Mail-Account, denn es kann sein, dass Dozierende ihre Veranstaltungen von der Präsenz im Hörsaal auf digitale Formate verlegen müssen und euch kurzfristig informieren!

Die Nutzung der Lesesäle und Aufenthaltsbereiche der Hochschulbibliotheken und -archive ist ab sofort nur noch für Studierende zur Prüfungsvorbereitung und zur Arbeit an Abschlussarbeiten gestattet.

Mensen und Cafeterien bieten ab jetzt nur noch einen Außer-Haus-Verkauf an. Ihr könnt also in der Mensa am Beitzplatz und am Loeffler-Campus nun die Mensa-to-go nutzen. Nur die Cafeteria am Klinikum darf weiterhin einen Verzehr vor Ort anbieten, um die Mitarbeiter*innen des Klinikums zu versorgen. Übrigens dürft ihr aus hygienetechnischen Gründen nicht eure eigenen Gefäße mitbringen, sondern müsst die Boxen der Mensa nutzen. Die Nutzung von einem Pfandsystem mit Rebowls ist allerdings bereits geplant.

Die Kurse des Hochschulsports werden nicht mehr vor Ort stattfinden. Einige Kurse bieten aber eine (weiterhin kostenpflichtige) Onlinealternative an. Für Sportarten wie Badminton, Tischtennis oder Tanzkurse, die nicht digital stattfinden können, fallen natürlich keine Gebühren an. Die Teilnahmebeiträge werden erst im Dezember abgebucht, daher kann man angemeldet bleiben, falls bis dahin wieder die Möglichkeit von Präsenzkursen besteht. Es gibt nun außerdem die Möglichkeit, auf Kurse auszuweichen, die online stattfinden können.

Chorproben und Proben von Musikensembles müssen ausgesetzt werden.

Studentische Clubs müssen geschlossen bleiben.

Das Studierendenwerk hat zudem bekanntgegeben, dass persönliche Beratungen ab sofort nicht mehr vor Ort stattfinden, sondern nur noch telefonisch, per Mail oder oder über die Video-Sprechstunde. Das gilt für alle Bereiche (BAföG, Wohnen, Sozialberatung, psychologische Beratung, Kasse, Mietbuchhaltung, KfW-Sprechstunde).

Noch mehr Infos für euch:
Die aktuellen hochschulspezifischen Regelungen der Landesregierung findet ihr auf der Seite „Informationen für Hochschulen und Studierende sowie Forschungseinrichtungen„.
Die neuesten Verordnungen und weitere Informationen zu der Lage in M-V findet ihr auf der Seite der Regierung Mecklenburg-Vorpommern.
Aktuelle Daten zu Coronafällen in M-V findet ihr auf der Seite des Landesamts für Gesundheit und Soziales.
Neueste Informationen vom Studierendenwerk findet ihr auf deren Internetseite.
Das FAQ der Uni zum Corona-Virus sowie die aktuellsten Hygieneverordnungen findet ihr auf der Uniwebsite.

Beitragsbild: Lilli Lipka

Halloweenabend: Social-Distancing-Edition

Halloweenabend: Social-Distancing-Edition

Dieses Jahr ist um die Häuser ziehen und mit vielen Leuten feiern gehen selbst für Halloween zu unheimlich geworden – die Corona-Fälle steigen und mit dem düsterem Halloween-Spaß wäre eine Infektion nicht fern. Für den einen oder die andere sind die gruseligen Verschwörungstheorien und die schaurigen Gestalten, die zur Zeit ihr Unwesen im Internet treiben und in der Öffentlichkeit herumirren vielleicht schon gespenstisch genug und ein Blick in gewisse Telegram-Gruppen reicht, um einen Schauer über den Rücken zu jagen. Doch wer Lust hat, Halloween trotz allem zu zelebrieren und ein bisschen in Grusel-Halloween-Stimmung zu kommen, findet hier ein paar coronakonforme Anregungen.

Nachtwanderung

Sucht euch, bestenfalls nicht allein, einen unheimlichen Ort, an dem ihr im Dunklen herumirren und euch vorstellen könnt, das Geraschel ein paar Meter weiter kommt von einem lange gesuchten Massenmörder und das Gejaule in der Ferne stammt von einem Werwolf. Passt auf, dass ihr nicht in ein Naturschutzgebiet geratet, die Tiere feiern Halloween für gewöhnlich nicht und hätten gerne ihre Ruhe. Wie wäre es aber zum Beispiel mit der mystischen Klosterruine Eldena?

Kürbis schnitzen

Wann habt ihr das letzte Mal einen Kürbis geschnitzt und wer hat gesagt, dass das eine Beschäftigung für Kinder ist? Werdet kreativ, es muss nicht immer das selbe gruselige Gesicht sein. Im berühmt berüchtigten Internet findet man ganz viele Ideen, welche Motive man in den Kürbis schnitzen kann. Wenn ihr die orangene Deko mit einer Kerze versehen auf ein Fensterbrett oder in den Hauseingang stellt, freuen (oder erschrecken) sich bestimmt noch andere Leute über den Anblick.

Lagerfeuer

Wenn ihr glückliche*r Besitzer*in eines Grundstückes oder Schrebergartens seid, dann macht doch ein Lagerfeuer. Mit ein bisschen Abstand kann man sogar in Gesellschaft um das knisternde Feuer sitzen (oder wie eine Hexe drum herum tanzen) und sich Gruselgeschichten erzählen.

Horrorfilm gucken

Old but gold: Horrorfilme gucken! Kuschelt euch ein, macht’s euch gemütlich und lasst es in euren vier Wänden spuken. Falls es alleine zu gruselig ist, könnt ihr euch digital im Freundeskreis zum gemeinsamen Zittern verabreden und die Nachbar*innen aus dem Bett kreischen.

Spooky Spieleabend

Wie wäre es mit einer Runde Black Stories? Die Karten gibt es online oder als Spiel: Mit Freund*innen müsst ihr mit Ja- und Nein-Fragen einen gruseligen Fall rekonstruieren, der hinter einer Geschichte steckt. Besonders empfehlenswert und unheimlich ist übrigens die „Real Crime Edition“. Auch das Spiel „Die Werwölfe vom Düsterwald“ passt zu kaum einem anderen Tag besser als zu Halloween. Entweder ihr spielt das Kartenspiel mit eurer Familie/WG zuhause oder digital als Online-Alternative. Das Ziel des Spiels ist es, herauszufinden, wer im Dorf der Werwolf ist. Durch Lügen und Manipulation versucht man den Bösewicht aufzudecken. Ähnlich funktioniert übrigens das Spiel „Among Us“, das entweder auf dem PC oder kostenlos als App mit Freund*innen oder Fremden gespielt werden kann. Diese Spiele sind besonders gruselig, weil sie die dunklen Seiten eurer Mitspieler*innen aufdecken …

Beitragsbild: Scott Webb auf Unsplash

Erstiwochen und Corona: Ein Interview mit dem kommissarischen AStA-Vorsitzenden Hennis Herbst

Erstiwochen und Corona: Ein Interview mit dem kommissarischen AStA-Vorsitzenden Hennis Herbst

Wie ihr im letzten Artikel lesen konntet, läuft in diesem Wintersemester vieles anders und musste von Grund auf neu organisiert werden. Inwiefern die Studierendenschaft daran beteiligt war und wie die Arbeit hinter den Kulissen ablief, hat der kommissarische AStA-Vorsitzende Hennis Herbst in einem Interview mit dem webmoritz. erklärt:

Hallo Hennis! Schön, dass du in dieser stressigen Phase Zeit für ein Interview findest!
Hey, ja gerne!

Was ist deine Funktion in der Planung der Erstiwochen?
Ich bin ja zurzeit kommissarischer AStA-Vorsitz, das heißt in erster Linie ist es ein bisschen Aliyas Ding, also unsere Veranstaltungsreferentin, die die Ersti-Woche plant. Das was ich jetzt gemacht habe, gehört in den Aufgabenbereich des Vorsitzes, nämlich die Referent*innen so ein bisschen zu koordinieren und die Kommunikation zwischen AStA und Universität aufrechtzuerhalten. Wir mussten ja viele Sachen beim Rektorat nachfragen, das habe meistens ich gemacht. Ansonsten haben wir Hygienepläne geschrieben und da habe ich ganz viel zur Begrüßung, also dem Teil des AStAs gemacht, einen Teil hat dann auch Yvonne, unsere Sachbearbeiterin hier, gemacht.

Wie lief die Planung (vielleicht auch im Gegensatz zu den letzten Jahren) ab?
Ja, das ist natürlich ein erheblicher Mehraufwand. Es kommt mal wieder alles sehr spät und Schlag auf Schlag, gerade die letzten Wochen sind einfach sehr stressig. Also normalerweise — wenn die Fachschaften Veranstaltungen in den letzten Jahren geplant haben — dann haben sie uns das einfach gesagt und es dann gemacht. Dieses Jahr müssen wir den Fachschaften Vorschriften machen, was sie überhaupt machen dürfen und diese Vorschriften, diesen Hygieneplan, mussten wir ja auch erstmal entwickeln. Die konnten wir uns natürlich auch nicht frei ausdenken, sondern da mussten wir uns dann in die Gesetzestexte einarbeiten, beziehungsweise auf die Anforderungen des Rektorats hören, um das dann den Fachschaften zu vermitteln. Das hat auch nicht immer ganz einfach funktioniert, da dann natürlich viele Rückfragen kommen und wir im Endeffekt dann die eingereichten Veranstaltungen der Fachschaften kontrolliert haben, nochmal vielleicht ein paar Punkte anmerken mussten. Das geht dann wieder zurück an die Fachschaften und die überarbeiten das und schicken es dann auch wieder zurück und irgendwie steht dann am Ende jetzt ein Plan mit den genehmigten Veranstaltungen. Also das ist ein erheblicher Aufwand gewesen.
Dazu kommen dann administrative Sachen, die wir einfach überlegen mussten, zum Beispiel, dass bei allen Veranstaltungen Daten erfasst werden müssen. Das ist so viel Aufwand, der da drin steckt, einfach weil die auch echt schnell für das Gesundheitsamt verfügbar sein müssen. Das hatte ich ja gestern [bei der AStA-Sitzung] schon erzählt, die ganzen Fachschaften sammeln die Daten, schicken die dann an uns, wir digitalisieren sie und einer von uns, in dem Fall ich, muss immer auf Abruf bleiben, falls das Gesundheitsamt von einer Veranstaltung die Teilnehmerliste braucht.

Mit wem hast du alles bei der Planung kooperiert?
Das erste ist natürlich erstmal die Arbeit innerhalb des AStAs. Da habe ich die Arbeit der zuständigen Referent*innen koordiniert, und mit Yvonne mussten wir diesbezüglich viel arbeiten. Im weiteren Kreis sind da natürlich die Fachschaften sehr eng eingebunden, da hat die Kommunikation über die FSK, also die Fachschaftskonferenz, am besten funktioniert. Da waren wir in den letzten zwei Monaten dann immer vor Ort, konnten Fragen beantworten beziehungsweise unsere Konzepte und Ideen vorstellen. Das geht dann noch weiter, dass wir natürlich mit dem Rektorat einen sehr engen Austausch pflegen mussten, was wir dürfen und wie wir das dürfen. Hinzu kommt natürlich die ganze Univerwaltung, die uns Räume, Plätze und irgendwelche Gegenstände zur Verfügung stellt, mit der man Rücksprache halten muss, bis hin zum Gesundheitsamt, wo Aliya nachfragen musste, was möglich ist. Und daneben gibt es natürlich noch irgendwelche Vereine, die sich vorstellen wollen, zum Beispiel das Sprachenzentrum, das Studierendenwerk oder die Unibibliothek, die Führungen anbietet, die muss man natürlich auch kontaktieren.

Was waren deiner Meinung nach die größten Hürden?
Wahrscheinlich die Zeit. Also das ist einfach ein Wettlauf gewesen, da wir auch sehr spät bestimmte Auflagen erst mitbekommen haben. Nun bin ich ja selber noch nicht so lange hier, das heißt so richtig frühzeitig konnte ich selbst nicht in die Planung einsteigen. Aber dass wir ein Hygienekonzept entwerfen müssen, haben wir auch echt spät mitbekommen und das dann alles noch zu vermitteln an die nötigen Stellen, das dauert alles. Die Fachschaften müssen sich dann ja auch noch treffen und sich untereinander abstimmen. Das alles bis zum Stichtag unter einen Hut zu bekommen, ist jetzt wahrscheinlich die größte Hürde gewesen.

Wie bewertest du oder schätzt du die Arbeit der Studierendenschaft ein?
Ja, das ist natürlich wie immer bei Studierenden vielleicht ein bisschen holprig, wie das manchmal läuft. Es ist immer gut, wenn die Leute zumindest ihre Mails lesen und dann darauf reagieren und Rückfragen oder so stellen, damit kann ich sehr gut arbeiten. Was schwierig ist, wenn Leute gar nicht antworten oder gar nicht anwesend sind, also wenn zum Beispiel bei der Fachschaftskonferenz die Leute nicht da sind oder wir ja auch selbst bei der AStA-Sitzung manchmal auch nicht vollzählig sind, was echt die Arbeit erschwert. Andererseits ist es auch schwer, den Leuten das übel zu nehmen. Das ist ja wirklich so eine besondere Situation, in der wir stecken, und noch keiner hat das irgendwie geplant bisher. Insofern denke ich, dass wir froh sein können über alles, was wir erreicht haben. Ich hoffe mal, dass nächste Woche alles gut gehen wird und dann wäre das doch schon mal eine positive Bilanz, wenn alles jetzt so wie geplant stattfinden kann.

Hättest du dir trotzdem gewünscht, dass (abseits von Corona) irgendwas anders abgelaufen wäre?
Puh. Ja, es gibt vielleicht immer kleine Stellen, die man besser machen kann. Aber wie gesagt, ich kann da schwer irgendjemandem einen Vorwurf machen. Selbst wenn da vom Rektorat eine Ansage echt spät kommt, naja, die wussten es bis dato wahrscheinlich auch noch nicht. Das ist nun mal alles gerade sehr schnelllebig und auch ein bisschen Chaos, mit dem wir da arbeiten, aber das ist einfach nicht zu ändern. Irgendwie können wir dann einfach nur das Beste daraus machen.

Wie realistisch schätzt du die Umsetzung ein?
Puuuh, ja der Plan steht erstmal. Ich hoffe, dass die Fachschaften das alles sehr kompetent umsetzen können, zumindest habe ich den Eindruck. Ich bin dann gespannt, wie groß die Teilnehmerzahlen sind. Ich kann mir gut vorstellen, dass das ein bisschen weniger ist in diesem Jahr. Schwierig wird es für die Leute, die dann möglicherweise ein bisschen auf der Strecke bleiben, weil sie nicht an den Veranstaltungen wie üblich teilnehmen können. Wir hatten heute zum Beispiel auch das Thema, dass Studierende, die aus Risikogebieten kommen, in Quarantäne müssen. Denen muss man ja auch eine Alternative anbieten zu den Infoveranstaltungen, da das ja auch essentielle Sachen sind, über die die Fachschaften da informieren. Wie baue ich meinen Stundenplan und sowas, das müssen die Leute ja trotzdem alles mitbekommen. Aber wenn wir das schaffen, da einem Großteil hier einen guten Einstieg zu ermöglichen, dann bin ich recht zufrieden. Was natürlich echt ätzend wäre, wenn es da zu einer Ansteckung kommt und so weiter. Bei knapp 2000 Erstis, die bis dato glaube ich eingeschrieben sind, die aus der ganzen Bundesrepublik und vielleicht auch aus dem Ausland kommen, ist die Möglichkeit ja schon da, dass da irgendjemand sozusagen Corona einschleppt. Und unsere ganzen Maßnahmen sollen ja im Endeffekt vorbeugen, dass sich das nicht verbreitet und ich hoffe, dass wir da keine größeren Auffälligkeiten haben.

Und hat dich irgendetwas überrascht?
Hm, der Arbeitsaufwand wahrscheinlich, wie viel das doch am Ende ist. Das ist ja schon fast ein Fulltime-Job, den man hier machen muss. Andererseits machen wir oder mache ich das ja auch gerne und im Endeffekt muss es ja auch irgendwie gemacht werden. Wäre ja schade, wenn da bei der Planung was auf der Strecke bleibt, aber das ist schon unfassbar viel Arbeit.

Damit der Arbeitsaufwand nicht umsonst ist: Möchtest du den Lesenden noch etwas mit auf den Weg geben?
Achtet auf eure Gesundheit! Das gilt natürlich nicht nur für die Erstiwoche, sondern auch für alle Lehrveranstaltungen. Was ich den Leuten sonst noch ans Herz legen würde für das nächste Semester ist, dass sie einfach ein bisschen versuchen, den Kontakt untereinander zu pflegen. Ich stelle es mir super dramatisch vor für Erstsemester oder für Leute, die meinetwegen im letzten Semester unter Corona-Bedingungen nach Greifswald gezogen sind, die vielleicht noch nicht so viele Leute kennen und hier im kalten Winter einsam im Kämmerchen zu Hause sitzen und alle Veranstaltungen nur am Laptop erleben, das ist eine Katastrophe. Also ich würde den Leuten immer empfehlen, dass sie ein bisschen aufgeschlossen sind und sich auch über ein digitales Lehrformat versuchen zu vernetzen, was wirklich unheimlich wichtig ist für die Studierenden.

Dem kann ich nur zustimmen. Dann vielen Dank für das Interview und den Einblick!
Sehr gerne.

Das Programm für die kommende Erstiwoche findet ihr hier.
Allgemeine und weitere Hinweise gibt es auf der Seite des AStA.

Beitragsbild: Annica Brommann

Erstiwochen und Corona: Was ist in diesem Semester anders?

Erstiwochen und Corona: Was ist in diesem Semester anders?

Die Erstiwoche ist normalerweise das (erste) Highlight des Semesters, nicht nur für die neuen Studierenden, sondern auch für die beteiligten Fachschaften und Vereine. Dass dieses Jahr vieles anders ablaufen muss, liegt auf der Hand. Es wird zwei Erstiwochen geben, eine in der kommenden Woche und eine vom 26.10. bis zum 01.11. für die Studiengänge Humanmedizin, Pharmazie, Psychologie und Zahnmedizin. Wie die Planung für die nächste Woche genau aussieht, lest ihr hier.

Die Ersti-Begrüßung des AStA

Die Ersti-Begrüßung findet nicht wie gewohnt am Beitz-Platz statt, sondern auf dem Innenhof des historischen Campus’ in der Rubenowstraße (siehe Beitragsbild). Grund dafür ist eine Prüfung der Mediziner*innen, die am Tag der Begrüßung in der Beitz-Mensa geschrieben wird. Die üblichen Grüppchenbildungen und get togethers mit einzelnen Ständen der Fachschaften und Vereine sind in diesem Jahr leider nicht möglich. Stattdessen gibt es festgelegte Zeitslots, in denen die Fachschaften einzeln in vorher eingeteilten Gruppen den Campus betreten und im Einbahnstraßen-System wieder verlassen. Trotzdem werden die allseits bekannten Ersti-Tüten verteilt und Stadtführungen angeboten.

Führungen

Die Orientierung in Greifswald ist bekanntlich nicht so schwer und wird auch in diesem Semester durch die Stadtführungen der Tutor*innen erleichtert. Diese finden in Gruppen mit bis zu 15 Personen statt, dabei muss ein MNS durchgehend getragen werden. Die Gruppen sind untereinander so koordiniert, dass sie bestenfalls an verschiedenen Punkten starten und Staus in der Stadt umgangen sein dürften.
Darüber hinaus finden auch die Führungen durch die Sternenwarte, die Bibliotheken, das Arboretum und das Pommersche Landesmuseum wie gewohnt statt.

Fachschaftsfrühstücke

Auch einige Frühstücke können trotz der Pandemie stattfinden! Dabei bringen sich die Erstis entweder ihr eigenes Essen mit oder bekommen dieses angereicht, eine Selbstbedienung ist nicht mehr möglich. Was zählt, ist allerdings, dass auch dort ein persönlicheres Kennenlernen im kleinen Rahmen mit den Fachschaften und Kommiliton*innen ermöglicht wird, wie auch bei einigen Spielen innerhalb der Fachschaften, die beispielsweise auf dem Innenhof oder Sportplatz stattfinden werden.

Die Ersti-Begrüßung im Dom

Die feierliche Immatrikulation wird um 14 Uhr am Montag, dem 12.10., wie jedes Semester im Dom stattfinden. Zugelassen sind allerdings nur 200 Personen, darunter ca. 150 Erstis. Alle Interessierten haben aber trotzdem die Möglichkeit, digital im Live-Stream auf der Website der Uni an der Begrüßung teilzunehmen. Neben der Musik (dieses Jahr ohne Gesang) sind Reden der Rektorin Frau Weber, der Bildungsministerin Frau Martin, Bundeskanzlerin Merkel, des kommissarischen AStA-Vorsitzenden Hennis und des Oberbürgermeisters geplant. Auf den ebenso bekannten Bierausschank im Anschluss muss leider verzichtet werden.

Was ist dieses Jahr sonst noch anders?

Für viele vielleicht unvorstellbar, allerdings in diesem Semester verständlich: Alkohol ist komplett untersagt. Ebenso wie Spiele mit Paarbildungen oder Körperkontakt und gesellige Abende, wie etwa Grillen oder Karaoke.
Zwar nicht in dem Sinne Teil der Erstiwoche, aber aufgrund der Corona-Bedingungen vom Rektorat geschaffen, sind die Ersti-Scouts. Sie sind studentische Hilfskräfte, die als Ansprechpartner*innen für die jeweilige Fachschaft und eine Gruppe von Erstis im gesamten Semester für einen besseren Einstieg zur Verfügung stehen, sollte es noch Orientierungsbedarf oder jegliche Fragen und Probleme geben.

Wie dieses Konzept erarbeitet wurde und wie die Arbeit hinter den Kulissen aussieht, lest ihr morgen hier auf dem webmoritz. in einem Interview mit dem kommissarischen AStA-Vorsitzenden Hennis.

Übrigens: Auch wir von den moritz.medien werden in diesem Semester an der Erstiwoche teilnehmen. Wer Lust hat, sich die TV-, Magazin- oder Web-Redaktion näher anzugucken, kann gerne zu unserem medien.café am Samstag, den 10.10., um 14 Uhr in die Loeffler-Straße 70 kommen! Dort erfahrt ihr alles rund um die Aufgabenbereiche bei den Medien und könnt uns jegliche Fragen stellen.

Beitragsbild: Annica Brommann

Mimimi-Mittwoch: Reisen während Corona

Mimimi-Mittwoch: Reisen während Corona

Wut, Hass, Zorn: all diese Gefühle verbindet man so manches Mal mit seinen Mitmenschen. Genau für solche Momente ist diese Kolumne da. Wann immer wir uns mal gepflegt über Leute auslassen, lest ihr das hier.

Das Jahr 2020 steht ja unter keinem guten Stern, wenn man über das Reisen spricht. Aufgrund des Coronavirus wurde die Freizügigkeit am Anfang des Jahres auf ein Minimum reduziert, einige von euch erinnern sich vielleicht noch daran. Im Sommer, als dann die ersten Hygienekonzepte ausgearbeitet waren, stand eine Reise auf meinem Plan. Erst in die Heimat und dann mit Begleitung noch weiter nach Heidelberg. Entsprechend nervös war ich vor meiner ersten Reise mit den neuen Reisebestimmungen der Krise. Bin ja so schon kein Reisefreund und dann auch noch das.

Es geht gut los: Mein Plan, wie immer so früh wie möglich zu fahren, wird über den Haufen geworfen, als ich sehe, dass es nur noch genau eine Verbindung gibt. Abends. Um 17:40 Uhr. Danke dafür, ganz toll. In Berlin um 20 Uhr noch eine halbe Stunde mit den Öffis zu fahren ist natürlich genau das, was man sich in den Coronazeiten wünscht.
„Naja“, denke ich mir, „Maske auf, ab in den Bus.“ Ein bisschen die Natur von der Autobahn aus beobachten und ein Nickerchen machen, bevor ich mich in Berlin mit den öffentlichen Verkehrsmitteln rumschlage. Der Bus des knallgrünen Unternehmens ist natürlich perfekt auf die Situation angepasst und voll belegt.
Nee, genau das ist ja einer der Ratschläge der Experten gewesen. Da freu‘ ich mich gleich noch mehr auf die Fahrt! Normalerweise ist es schon unangenehm bei den Mitfahrenden auf dem Schoß zu sitzen, aber mit dem Gedanken an das Virus wird das alles ja viel entspannter. Gerade ausverkaufte Busse verringern nämlich die Gefahr der Ansteckung, das wissen die meisten gar nicht! Ich rieche hier eine große Verschwörung. Aber damit sollte ich ja jetzt alles Negative aufgezählt haben. Ha! Ich naiver Träumer. Die Durchsage vom Band, die ich noch häufiger hören werde, macht die Mitfahrenden darauf aufmerksam, dass es ja keine allgemeinverbindliche Maskenpflicht an Bord gebe. Obwohl der Großteil die Masken trotzdem aufbehält sehe ich immer noch einige Nasen. Also wortwörtlich.

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Endlich in Berlin angekommen, habe ich Erstaunliches zu berichten: Ich lebe noch! Wie das geht? Ich weiß es auch nicht! Eigentlich sollte ich ja bereits erstickt sein, so lange wie ich die Maske getragen habe. Komisch, ging also doch. „AbEr DaS GaNzE ScHwItZeN MuSs dOcH sChLiMm sEiN.“ Nee, war’s nicht! Ich jogge ja auch nicht im Bus sondern sitze ruhig auf meinem Platz. Wie kommen die Leute immer auf sowas?

Am Abend dann noch eine tolle Nachricht für die Weiterfahrt: Die Bahnfahrt wurde storniert und zu einer 9:40 h langen Busfahrt umgebucht. Da bin ich vor lauter Freude doch glatt erstmal ganz aus dem Häuschen! Zum Glück betrifft das nämlich sowohl Hinfahrt als auch Heimweg. Ganz toll². Wenigstens finden die Fahrten um die Mittagszeit und an Tagen mit Höchsttemperaturen von 37 °C statt. Da wird der volle Bus noch mehr zu einem Erlebnisort für alle Sinne. Auch wenn man das wieder nicht glauben wird: Es ließ sich trotz Maske (!!elf!) aushalten. Die populärwissenschaftlichen Vermutungen konnten wir also nicht bestätigen.

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Nun war ich zum Glück nicht damit gestraft, in andere Länder fahren zu müssen. Es gibt wirklich Länder ohne Maskenpflicht in Läden. Sterben ist ja nur was für die Schwachen, nicht? Noch schöner sind dann nur noch die Corona-Tests, die häufig entweder eine Stunde Wartezeit verlangen oder bei denen am Ende das System dahinter nicht funktioniert und man in Ungewissheit den Heimweg antreten darf. Und dann sind da ja noch die ganzen Mitreisenden. „Die, deren Nase gesehen werden muss“, sind für mich fast die Nervigsten. Das sind doch bestimmt auch Leute, die auf dem Klo zwar die Hose runter ziehen, aber nicht den Deckel öffnen. Glauben die wirklich, dass das reicht? Oder haben sie Angst zu ersticken, wenn sie die Maske ganz aufsetzen? Dann habe ich jetzt mal einen Geheimtipp: Solange die Maske keine Plastiktüte ist, wird das nicht passieren! Und einige von euch sehen mit Maske vermutlich sogar besser aus als ohne.

Vielleicht enden wir heute etwas versöhnlicher. Um auf den vorhergehenden Mimimi-Artikel anzuspielen: Es war noch nie einfacher, rücksichtsvoll zu sein! Vielleicht sollten wir uns ins Gedächtnis rufen, dass wir die Maske nicht nur für uns, sondern in erster Linie für die anderen tragen. Diese Form von Rücksicht tut nicht weh, das bisschen Stoff macht keinen kaputt. Doch es gibt aktuell eine größere Chance, dass IHR Menschen kaputt macht und ihnen wehtut, wenn ihr die Maske nicht tragt. Deswegen tragt sie doch einfach. Denn damit können wir alle dafür sorgen, dass wir bald wieder ordentlich zusammen feiern können.

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Beitragsbild: Ashley Gerlach
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