von webmoritz. | 13.10.2026
Herzlich Willkommen zur neunten ordentlichen Sitzung dieser Legislaturperiode! Ganz nach dem Motto „business as usual“ trifft sich heute erneut das StuPa und auch wir sind wieder dabei und hören zu. Heute gibt es unter anderem die 2. Lesung der Finanzordnung und auch die AStA-Wahlen stehen, wie in jeder vorherigen Sitzung, erneut auf dem Programm. Mal schauen was uns sonst noch inhaltlich erwartet. Bleibt gespannt und verfolgt den Ticker hier LIVE ab 20:15 Uhr!
Das ist die finale Tagesordnung:
TOP 1 Begrüßung
TOP 2 Formalia
TOP 3 Berichte
TOP 4 Fragen und Anregungen aus der Studierendenschaft
TOP 5 Wahlen AStA
5.1 Vorsitz
5.2 Fachschaftsfinanzen
5.3 Politische und ökologische Bildung
5.4 Soziales, Gleichstellung und Antidiskriminierung
TOP 6 Wahl des stud. Mitglied für den Aufsichtsrat des Studierendenwerkes
6.1 Mitglied
6.2 stellv. Mitglied
TOP 7 Finanzordnung (2. Lesung)
TOP 8 FSRO
TOP 9 Sonstiges
Hier startet wie gewohnt ab 20:15 Uhr der Live-Ticker
Heute tickern für euch David, Namid, Lina, Rudy, Niklas
Beginn der Sitzung: 20:22 Uhr
TOP 1 Begrüßung
Das Glöckchen klingelt!
TOP 2 Formalia
Mit 14 Stupist*innen sind wir beschlussfähig.
Es wird über die Tagesordnung abgestimmt, wobei TOP 7 nicht durchgebracht werden kann, weil wir dafür eine Mehrheit von 18 Stupist*innen bräuchten.
Sie wird einstimmig angenommen
Auch das Protokoll der letzten Sitzung wird angenommen.
TOP 3 Berichte
Es gibt keine Berichte.
TOP 4 Fragen und Anregungen aus der Studierendenschaft
Es wird nachgefragt, ob es Berichte gibt:
Robert berichtet, dass es nun nach den Personalgesprächen eine neue AStA-Verwaltungsfachkraft gibt, die am 01. November beginnt. Er bittet darum sie gut aufzunehmen und ein gelungenes „Onboarding“ zu gestalten.
Er glaube, es sei eine gute Wahl getroffen worden, weil sie bereits Erfahrung in der Buchhaltung gesammelt hat.
Grey berichtet von einer Videokonferenz zum Tag der Stipendien. Dieser verlege sich dieses Jahr in die Beitz-Mensa. Es sei zu diesem Anlass eine Kneipentour am 13.11. geplant.
Janne berichtet vom Expert*innenrat für Hochschuldidaktik, dass es erfolgreiche Gespräche gegeben habe und ebenso erste Ergebnisse. Die veränderten Kategorien für die Verleihung der Lehrpreise erhielten somit Zuspruch.
Es gibt keine weiteren Fragen oder Anregungen.
TOP 5 Wahlen AStA
Die nächste Runde startet.
5.1 Vorsitz
Es gibt keine (Initiativ-)Bewerbungen.
5.2 Fachschaftsfinanzen
Es gibt eine voreingesandte Bewerbung von Olessia, sie ist Jura-Studentin im fünften Semester und kommt aus dem FSR und finde es wichtig, dass dieser Posten besetzt sei und der Kreislauf funtkioniere,
Sie habe mit dem Kommisarischen finazer Magnus bereits über die Aufgaben gesprochen und sei sehr interessiert.
Es gibt eine Nachfrage, ob es noch sonstige Mitgliedschaften gebe.
Antwort: Nein
Magnus betont, dass er Olessias Bewerbung gut fände und sie als kompetent für jene Position empfände.
Es gibt keine weiterern Fragen und Olessia setzt sich wieder.
Die Wahl wird eröffnet:
Es gibt 14 Ja-Stimmen, 0 Nein-Stimmen und 0 Enthaltungen. Olessia ist gewählt!
5.3 Politische und ökologische Bildung
Es gibt keine (Initiativ-)Bewerbungen.
5.4 Soziales, Gleichstellung und Antidiskriminierung
Es gibt keine (Initiativ-)Bewerbungen.
TOP 6 Wahl des stud. Mitglied für den Aufsichtsrat des Studierendenwerkes
Die nächste Wahl folgt direkt im Anschluss.
6.1 Mitglied
Robert bewirbt sich initiativ. Er erklärt, er habe den Posten schon zwei Jahre innegehabt. Er erzählt, dass die Arbeit im Aufsichtsrat „ziemlich wild“ sei, aber auch „sehr spannend“.
Man konnte sich zwar nicht gänzlich erfolgreich gegen Beitragserhöhungen wehren. Aber man konnte sich an anderer Stelle erfolgreich für studentische Interessen durchsetzen.
Grey fragt, wie es um die psychosoziale Beratung des Studierendenwerks in Stralsund und Neubrandenburg steht. Es sei dort nur ein Fernangebot und eine Ausweitung wäre wünschenswert. Außerdem solle die psychosoziale Beratung verankert werden, um sie gegen Kürzungen zu schützen.
Robert erklärt, Lukas habe sich bisher dafür eingesetzt. Bei der letzten Beitragserhöhung hätten sie es beibehalten können, die Beratung zu fördern. Für die zukünftige Förderung sei aber nicht ganz klar, inwiefern da die Mittel für eine Ausweitung des Beratungsangebots reichen würden. Man hätte aber die Geschäftsführung des Studierendenwerkes im Rücken, diese sehe die Problematik und sei auf der Seite der Studierenden.
Grey fragt weiterführend, wie es um die Wohnheimplätze des Ernst-Thälmann-Ring stehe. Dieses Wohnheim wäre aufgrund von Sanierung für mindestens 2 Jahre geschlossen worden. Es gebe keine Alternativen.
Grey findet, das Studierendenwerk sollte gerade hier eine Stimme für bezahlbares Wohnen sein. Er findet, insbesondere aus der Studierendenschaft sollte da die Initiative kommen für mehr Wohnheimplätze und Neubau der Wohnheime.
Es brauche mehr bezahlbaren Wohnraum. Nicht weniger.
Robert sagt dazu, die Forderung sei nicht neu. Um Sanierungen kommt man nicht herum. Es geht bei diesen auch um eine Verbesserung der Wohnbedingungen.
Aktuell sei das Studierendenwerk im Rechtstreit mit der Stadt um den Bebauungsplan um die Holzstraße. Da würde bei Sanierung die Wohnnutzung verfallen.
Flächen zu kaufen sei zu teuer. Die Universität habe auch keine bebaubaren Flächen.
Die Idee, die Uni könnte Wohnflächen zur Verfügung stellen seien mangels verfügbarer Räume verworfen worden.
Grey erwidert, dass er die Situation kenne und um die Engpässe in finanziellen Mitteln einsehe. Er sei aber der Meinung, dass es eine starke Stimme der Studierenden im Studierendenwerk geben solle.
Nach Sanierung werden Zimmer teurer. Das günstigste der Wohnheim wurde nun eben ersatzlos gestrichen. Grey kritisiert das.
Robert erklärt, dass die Kosten durch den BAföG-Anteil für Wohnen nach oben gedeckelt seien und die Kostengestaltung von dieser Höhe abhängen würde.
Es gibt keine weiteren Fragen und keine weitere Bewerbungen.
Robert wird mit 14 Stimmen einstimmig in den Aufsichtsrat gewählt und nimmt diese Wahl auch an.
20:45 Uhr
6.2 stellv. Mitglied
Es gibt keine Bewerbungen. Der Tagesordnungspunkt wird in die nächste Sitzung mitgenommen.
TOP 7 Finanzordnung (2. Lesung)
Man kann die Finanzordnung aufgrund zu weniger Stupist:innen heute nicht schließen.
Es wird aber dennoch gezeigt, dass der Fahrkostenparagraf (§19) wegfallen wird, da der besagte Paragraf nicht regelkonform gemäß des Landesreisekostengesetzes sei, was das Durchbringen der Finanzordnung verwehren würde.
Jonathan meint, dass es eher eine formale Änderung sei und es sich ja eigentlich nichts ändern würde.
TIm erwidert, dass es trotzdem beschlossen werden müsse, weil es sich um einen Paragraphen handele,
Es gibt keine weiteren Fragen.
20:49 Uhr
TOP 8 FSRO
FSRO = Fachschaftsrahmenordnung
In der FSRO gibt es Änderungen im Anhang, damit die neu dazugekommenen Lehramtsstudiengänge bei der nächsten Gremienwahl auch wählen dürfen.
Es wird darüber via Stimmzettel abgstimmt:
Die Änderung wird einstimmig angenommen.
20:51 Uhr
TOP 9 Sonstiges
Katharina fragt, warum die Zeitung „Straßen aus Zucker“ in einigen Ersti-Beutel lagen und ob sie in allen lagen.
„Straßen aus Zucker“ sei eine linksradikale Zeitschrift.
Es geht tuscheln durch den Raum.
Oliver erklärt die sei in jedem drin gewesen, er habe sie nicht noch einmal eingehend geprüft.
Katharina meint, es wäre gut lieber vorher zu googeln. Die Zeitung sei linksradikal und man solle dies beim nächsten Mal vorher prüfen.
Jonathan meint, sie wäre verfassungsrechtlich teilweise bedenklich und dass man sich beim nächsten mal vorher informieren solle.
Oliver bedankt sich für den Hinweis und meint, dass es übersehen wurde.
Patrizia kündigt an, dass sie sich für eine weitere Amtszeit als Prorektorin aufstellen möchte und meint, dass alle gerne in Zukunft ihre Mails checken sollen.
Es gibt keine weiteren Beiträge.
Die Sitzung wird um 20:54 Uhr geschlossen.
Habt alle einen schönen Abend! <3
Wer bei StuPa, AStA und Co. den Überblick behalten will, findet hier unseren Guide zu den „Vokabeln der Hochschulpolitik“.
von webmoritz. | 11.10.2026
Vorstellung des Konsolidierungsplans: Wie sich die Uni langfristig stabilisieren will!
Ein Defizit klafft zwischen den zur Verfügung stehenden Mitteln und den anstehenden Kosten der Universität Greifswald. Der Lehre und Wissenschaft stehen in den nächsten Jahren Herausforderungen gegenüber, denen die Uni mit einem Konsolidierungsplan begegnen will. Am 13. Oktober wird dieser Plan, der die Universität langfristig stabilisieren soll, im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt.
Ziel der Veranstaltung ist es, über den aktuellen Stand der laufenden Haushaltskonsolidierung zu informieren. Zudem werden die Konsolidierungsgröße, der Ablauf und seine Leitlinien, sowie die Auswirkungen auf die Universität vorgestellt. Im Anschluss habt ihr die Möglichkeit eure Fragen und das, was euch beschäftigt, loszuwerden und mit Vertreter*innen des Rektorats, der Fakultäten und der zentralen Einrichtungen zu sprechen.
So könnt ihr teilnehmen:
Wann: 13.10.2026 um 14:00 Uhr
Wo: Konferenzraum des Universitätshauptgebäudes (Domstraße 11, Eingang 2) + Zoom-Livestream der Veranstaltung
(Der Zoom-Link wird kurz vor Veranstaltungsbeginn auf der Website der Universität, über die Unterlagen für die Sondersitzung des Senats am 14. Oktober zur Verfügung gestellt – Fragen können auch hier über die Chatfunktion gestellt werden)
Weitere wichtige Links zur Vorbereitung auf die Veranstaltung:
Forderungspapier an die Politik (wurde zu Beginn der Sondierungsgespräche nach der Landtagswahl in MV an die politischen Entscheidungsträger*innen übermittelt)
Konsolidierungsplan der Uni Greifswald
Falls ihr schon vorher Fragen zu der Thematik habt, schaut gerne in die FAQs zur Haushaltskonsolidierung.
(Info: Für den Zugang zu den Dokumenten ist eine Anmeldung mit eurem Uni-Account erforderlich!)
Die moritz.memos sind der hauseigene Kurznachrichtendienst des Webs. Behandelt werden verschiedenste aktuelle Themen rund um Greifswald und Umgebung. Also seid gespannt welche News als nächstes kommt!
von Matteo Strauss | 06.10.2026
Staatsexamen, Praktika, Berufseinstieg: All das liegt für Jura-Erstis in weiter Ferne. Trotzdem lohnt sich ein früher Ausblick auf das Thema. In der Oktober-Ausgabe zum Wintersemester 2026/27 des moritz.magazin beschäftigt sich der Artikel „Was kommt nach dem Abschluss?“ mit der Frage, warum sich Studierende sorgen um ihre Zukunft machen, obwohl die Arbeitslosenquote unter Akademiker*innen tatsächlich gerade einmal bei 3,3 Prozent liegt. Mögliche Erklärungsansätze für die Unsicherheit sind demnach eine instabile Wirtschaftslage, der Aufstieg von KI in nahezu alle Berufsfelder, politische Krisen und der generelle Druck, nach dem Studium sofort den passenden Job finden zu müssen. Der Artikel verdeutlicht zudem, dass nur wenige Studierende die Beratungsangebote der Universität nutzen und Orientierung vor allem dann entsteht, wenn man früh Praxiserfahrung sammelt und selbst aktiv wird.
Das Jurastudium gilt als ein Fach mit klaren Berufsperspektiven. Wie sich das für jemanden anfühlt, der gerade mittendrin steckt, erzählt Levent Bingöl in einem Interview. Seit drei Jahren studiert er in Greifswald, engagiert sich bei ELSA (European Law Students’ Association) und wollte bereits zu Beginn seines Studiums ins Auswärtige Amt. Wichtig sei ihm, sich den späteren beruflichen Weg grundsätzlich offenzuhalten, denn bis zum Zweiten Staatexamen seien es noch ganze vier Jahre, in denen insgesamt viel passieren kann. Als Backup für seinen Berufswunsch beim Auswärtigen Amt bleibe ihm Anwalt oder Richter, sowie Medienrecht in den Rechtsabteilungen von Rundfunk- oder Medienanstalten. Im Jura-Studium selbst gebe es generell einen eher geringen Praxisbezug, denn Praktika, Moot Courts und Netzwerke müsse man sich selbst suchen. Seine berufliche Unsicherheit habe vor allem mit der Frage zu tun, wie die Welt in vier Jahren aussieht. Zentral sei dabei die Entwicklung und Einbindung von KI in den Berufsalltag. Seine Antwort darauf: Man muss lernen mit KI umzugehen, statt sie als berufliche Konkurrenz anzusehen.
Das vollständige Interview mit Levent Bingöl findet ihr hier:
m.m: Warum hast du dich ursprünglich für ein Jurastudium entschieden und mit welchen Vorstellungen bist du ins Studium gestartet?
Levent: Nach dem Abitur stand ich erst einmal da und habe mich gefragt: Was tut man jetzt? Mir war relativ schnell klar, dass ich studieren möchte, einfach weil ich Lust hatte, mich noch ein bisschen in Hörsäle zu setzen. Dann begann die Suche: Was möchte ich später machen, was möchte ich studieren? So ist Jura in den Blick geraten, vor allem weil ich die Idee hatte, zum Auswärtigen Amt zu gehen. Dort hieß es, tendenziell nehme man alle, bevorzugt suche man aber Juristen und Wirtschaftswissenschaftler. Wirtschaftswissenschaften waren nie eine Option, und da ich mit Jura ohnehin schon geliebäugelt hatte, war das der ausschlaggebende Faktor dann.
m.m: Hast du inzwischen eine konkrete Vorstellung davon, was du nach dem Studium machen möchtest, oder lässt du dir noch verschiedene Möglichkeiten offen?
Levent: Wie gesagt, das Auswärtige Amt war die Idee, mit der ich das Studium begonnen habe. Sie steht auch noch, aber inzwischen ist mir klar geworden, was alles möglich ist. Ich brauche noch zwei Jahre bis zum ersten Staatsexamen und dann noch einmal zwei Jahre bis zum zweiten. Wirklich fertig bin ich also in vier Jahren. Da ich erst seit drei Jahren studiere, bin ich, wenn man den Zeitraum bis zum zweiten Staatsexamen nimmt, noch nicht einmal bei der Hälfte. Mir ist deshalb klar, dass ich mich vielleicht noch stark weiterentwickle, und diese Offenheit will ich mir selbst zugestehen. Wenn ich in drei oder vier Jahren Lust habe, doch Richter oder Strafverteidiger zu werden, dann geht es eben in diese Richtung. Da bin ich entspannt.
m.m: Machst du dir Gedanken darüber, später keinen passenden Job zu finden, und wenn ja, was genau bereitet dir dabei Sorgen?
Levent: Eine Sorge, die das Jurastudium und gerade auch das spätere Berufsfeld begleitet, ist, dass sich zumindest für Berufseinsteiger alles sehr auf das Staatsexamen konzentriert. Ein erfolgreicher Studienabschluss setzt dieses Examen schlicht voraus. Auch das Bestehen ist nicht garantiert, aber das ist nicht die größte Sorge, die mich umtreibt. Wenn die Examensnote nicht
gut genug ist, verschließt das allerdings viele Türen. Die Sorge, arbeitslos zu werden, hat man nicht, wenn man das erste und das zweite Staatsexamen geschafft hat. Aber wenn man wirklich möchte, dass einem alle Türen offen stehen, muss man ein gutes Staatsexamen schreiben. Das erzeugt durchaus Druck und ist vielleicht auch die größte Sorge: dass das Ergebnis nicht so gut
ist, wie man es sich selbst erhofft. Man muss einfach immer weitermachen. Ich glaube, man kann es schaffen. es ist natürlich sehr zeitaufwendig, aber es geht auf jeden Fall. Ich hänge mich hinein und bin überzeugt: Wenn man sich hinsetzt, kriegt man das hin.
m.m: Wie gut fühlst du dich durch das Jurastudium auf das tatsächliche Berufsleben vorbereitet? Fehlt dir dabei Praxisbezug oder Berufsorientierung?
Levent: Ja, mit der Frage bist du bei mir direkt am richtigen Ansprechpartner gelandet, nein. Das Erste, was ich mir immer denke, ist vielleicht eine idealisierte Vorstellung, aber ich wünsche mir, dass man etwas studiert, das einem schon im Studium selbst Freude bereitet. Praxisbezug und das Gefühl, gut auf das Berufsleben vorbereitet zu sein, sind für mich eher ein Add-on. Ich sage: Studiert bitte etwas, das euch schon beim Studieren wirklich Freude macht. Ich weiß, dass das gerade bei Jura oft anders ist und viele nicht studieren, weil sie richtig Lust haben, fünf Jahre lang Gesetzestexte zu lesen, sondern weil sie dahin wollen, wo man mit Jura hinkommt.
Wir haben verpflichtende Praktika: drei Monate, was in der Regel auf drei Praktika hinausläuft. Wie gut sie auf das spätere Berufsleben vorbereiten, hängt sehr davon ab, was man daraus macht. Man darf sie überall absolvieren, wo ein Volljurist arbeitet. Wenn man drei Monate lang zur Anwaltskanzlei um die Ecke in Greifswald geht, sieht man vermutlich relativ wenig davon, was alles möglich ist. Wenn man sich aber die Mühe macht, auch ungewöhnliche Praktikumsstellen zu suchen oder verschiedene zu machen, kann man durchaus Einblicke gewinnen. Inhaltlich ist das Jurastudium sehr theoretisch. Bis zum ersten Staatsexamen lernen wir fast nur theoretisches Recht und haben kaum etwas damit zu tun, was man in der Praxis macht. Zu lernen, wie man einen Schriftsatz schreibt, kommt im Pflichtprogramm überhaupt nicht vor. Solche Fähigkeiten muss man sich in Eigeninitiative zusätzlich beibringen. Die Möglichkeiten gibt es, aber man wird nicht dazu gezwungen.
Ich persönlich habe noch keine Praktika gemacht. Ich habe dennoch schon praktische Erfahrung gesammelt – „praktisch“ in Anführungszeichen: Ich habe an einem Moot Court, also einer Prozesssimulation, teilgenommen. Das sind Gelegenheiten, bei denen man sich Fähigkeiten aneignen kann, etwa wie man wirklich einen Schriftsatz schreibt. Das ist auch gut. Kontakte sind
in Jura das A und O; ein gutes Netzwerk ist Gold wert. Dafür sollte man die Praktika nutzen, und je nachdem, wie groß und namhaft sie sind, auch Moot Courts. Aus meiner Sicht spielt all das eine große Rolle für die berufliche Orientierung. Man muss es sich aber größtenteils proaktiv selbst suchen, es ist sehr viel Eigeninitiative gefragt.
m.m: Welche Auswirkungen erwartest du durch Künstliche Intelligenz auf juristische Berufe und auf deine eigenen beruflichen Chancen?
Levent: KI ist ein großes Thema bei uns. Wir merken das im Studium, aber auch im Berufsalltag. Letzte Woche war ich erst bei einem Workshop, den eine Kanzlei veranstaltet hat und in dem sie berichtet hat, was sie mit KI macht. Nach dem, was sie derzeit tun, habe ich noch keine Sorge, dass KI uns Anwälte irgendwann ersetzen wird; die Kanzlei setzt sie eher unterstützend ein. Andererseits hat sie klar gesagt, dass sie sich derzeit fast monatlich nach den neuesten KI-Modellen und -Produkten am Markt umschaut. Daran, dass sie jeden Monat neu prüft, welche Produkte sie nutzen will, sieht man schon, wie schnell sich das entwickelt.
Deshalb versuche ich, so viel wie möglich aus dem Studium mitzunehmen. Aber in vier Jahren bin ich fertig, und was die KI bis dahin mit unserem Beruf gemacht haben wird, kann ich mir nicht anmaßen zu beurteilen. Ich kann hoffen, dass es uns dann noch braucht. Um ehrlich zu sein: Wissen kann ich es nicht.
m.m: Welche beruflichen Wege außerhalb der klassischen juristischen Berufe, etwa Unternehmen, NGOs, Politik oder Beratung, könntest du dir für dich vorstellen?
Levent: Das ist das Gute: Juristen werden eigentlich immer und überall gesucht. Du hast es schon gesagt, NGOs stellen Juristen ein. Letztendlich braucht alles juristische Beratung. Unternehmens-Juristerei finde ich ganz schrecklich, aber das ist vielleicht eine persönliche Vorliebe. Was ich mir gut vorstellen kann, ist Medienrecht, und zwar in der Rechtsabteilung von Rundfunk- oder Medienanstalten. Das ist eine Option, die vielleicht auch nicht ganz klassisch ist. Ansonsten bin ich mit dem Auswärtigen Amt vielleicht ohnehin schon auf einem nicht ganz so klassischen Pfad. Wenn es damit nichts wird, bleibe ich persönlich vermutlich eher auf dem klassischen Weg. Das muss aber nichts heißen, denn mit Jura kann man tatsächlich ganz viel machen.
m.m: Wenn du heute an deinen Studienabschluss denkst: Überwiegt bei dir eher Vorfreude auf das Berufsleben oder Unsicherheit – und was könnte dir dabei mehr Sicherheit geben?
Levent: Das ist eine gute Frage. Ich habe es vorhin schon gesagt: Ich studiere gerne, was ich studiere. Ich mache das nicht nur, weil ich am Ende den Abschluss haben will, sondern es macht mir tatsächlich Freude. Es ist also nicht so, dass ich meinem Studienabschluss entgegenfiebere und die ganze Zeit denke: „Hoffentlich habe ich bald den Abschluss und kann endlich
arbeiten.“ Ob Unsicherheit überwiegt, weiß ich nicht. Es ist schon eine Unsicherheit da, die ich aber weniger auf Jura im Speziellen zurückführe. Wie wir vorhin bei der KI besprochen haben, ist es eher eine generelle Unsicherheit: Wie sieht die Welt in vier Jahren überhaupt aus?
Was mir mehr Sicherheit geben könnte? Ich fürchte, die bittere Wahrheit ist, dass es zurzeit ganz schwierig ist, Sicherheit zu erzeugen. Was an unserer Fakultät meiner Meinung nach noch ein bisschen vernachlässigt wird, ist der Umgang mit KI. Wobei mir gerade beim Sprechen einfällt, dass ich unsere Fakultät in Schutz nehmen muss: Eine der letzten Hausarbeiten in diesem Semester war tatsächlich eine ganz andere Aufgabe, bei der es explizit darum ging, KI anzuwenden. Wir haben ein KI-generiertes Gutachten bekommen, und unsere Aufgabe war es, dieses zu korrigieren, also einzuschätzen, welche Bewertungen richtig und welche falsch sind. Ich finde es sehr cool, dass unsere Fakultät bereit ist, diesen Schritt zu gehen. Und ich glaube, genau das kann uns Studierenden Sicherheit geben: zu lernen, mit der KI umzugehen und sie als Hilfe statt als Konkurrenz anzuerkennen.
m.m: Bist du eigentlich bei ELSA Greifswald aktiv oder Mitglied bei ELSA? Und wenn ja, spielt ELSA für deine berufliche Orientierung eine Rolle?
Levent: Wir veranstalten vor allem Moot Courts. Bisher richten wir einen Zivilrechts-Moot- Court aus, dazu soll jetzt auch noch ein Strafrechts-Moot-Court kommen. Das Schöne daran ist, dass wir ihn zwar in Greifswald veranstalten, das Gewinnerteam aus Greifswald aber, weil wir einen Dachverband haben, ELSA Deutschland, zum Nationalentscheid fahren darf. Dort tritt es
auf nationaler Ebene gegen die besten Teams der anderen Fakultäten an. Für die Berufsorientierung ermöglichen wir noch etwas, das sehr cool ist, und auch dafür sind wir auf unseren Dachverband angewiesen, in diesem Fall sogar auf ELSA Europa: Wir
vermitteln Praktikumsstellen, und zwar auch international. Da wir Fakultätsgruppen in allen europäischen Ländern haben, verfügen wir über einen sehr großen Pool an Praktikumsstellen, aus dem wir schöpfen können. Das eröffnet natürlich ganz viele Möglichkeiten. Und hier sind wir wieder bei dem, was ich vorhin angerissen hatte: Man muss sich Eigeninitiative-Plätze selbst
suchen, aber ELSA macht das relativ leicht. Es ist möglich, auch mal im Ausland zu schauen. Zu bedenken ist nur: Wenn man sich ein Praktikum im Ausland anrechnen lassen möchte, muss man das vorher mit der Fakultät absprechen, damit sie es auch wirklich anerkennt. Möglich ist es aber über ELSA. Ich denke, man kann das sehr gut nutzen, um sich berufsorientierend weiterzubilden,
wenn man das möchte.
m.m: Ich bedanke mich sehr herzlich für das Gespräch.
Levent: Sehr gerne.
Interview vom 28.09.2026; Interviewer: Matteo Strauss; Danke an Levent Bingöl für die Einblicke!
von webmoritz. | 29.09.2026
Herzlich Willkommen zur achten ordentlichen Sitzung dieser Legislaturperiode! Wir sind zurück aus der Pause. Kurz vor der anstehenden Ersti-Woche geht es heute nochmal in eine neue Runde StuPa. Heute gibt es unter anderem einen Antrag zur Terminierung der studentischen Gremienwahlen. Mal schauen was uns sonst noch inhaltlich erwartet. Bleibt gespannt und verfolgt den Ticker hier LIVE ab 20:15 Uhr!
Das ist die finale Tagesordnung:
TOP 1 Begrüßung
TOP 2 Formalia
TOP 3 Berichte
TOP 4 Fragen und Anregungen aus der Studierendenschaft
TOP 5 Wahlen AStA
5.1 Vorsitz
5.2 Finanzen
5.3 Politische und ökologische Bildung
5.4 Soziales, Gleichstellung und Antidiskriminierung
TOP 6 Antrag: “Termin für die studentische Gremienwahlen 2027”
TOP 7 Wahl studentische Wahlleitung
7.1 Wahlleiter*in
7.2 stellv. Wahlleiter*innen (bis zu 4)
TOP 8 Sonstiges
Hier startet wie gewohnt ab 20:15 Uhr der Live-Ticker
Heute tickern für euch Allan, David, Emma, Pheline
Beginn der Sitzung: 20:25 Uhr
TOP 1 Begrüßung
Wir sind mit zehn Anwesenden und vier Stimmübertragungen beschlussfähig.
TOP 2 Formalia
Die Tagesordnung wird einstimmig ohne Enthaltungen angenommen, das Protokoll der letzten Sitzung mit einer Enthaltung.
TOP 3 Berichte
Das Berichtspaket wird gezeigt.
Das Präsidium ergänzt zu seinem Bericht, dass die Finanzordnung in Bezug auf Reisekosten nicht vom Justiziariat genehmigt worden sei. Ein Paragraph müsse gestrichen werden. Jonathan habe bereits im Vorfeld für diesen Fall Änderungsanträge vorgeschlagen.
Zu den weiteren Berichten gibt es zunächst keine Fragen.
Julia hat eine Frage zu Merles Bericht, die wir leider nicht verstanden haben.
Grey hat den Bericht nachgereicht.
Julia merkt zu Yanniks Bericht an, dass es unnötig sei, dass er seine Büroschichten angegeben habe. Er ist allerdings nicht da.
Eine weitere Frage von Julia haben wir leider nicht mitbekommen. Zu unserem Bericht gibt es keine Fragen.
Der TOP wird beendet
20:32 Uhr
TOP 4 Fragen und Anregungen aus der Studierendenschaft
Silvio fragt an, warum Kassen gesperrt wurden. Die genaue Frage haben wir leider nicht mitbekommen. Hintergrund war in jedem Fall, dass sich die entsprechenden Verantwortlichen nicht an Regeln gehalten hätten, wie erläutert wird.
Es gibt keine weiteren Fragen oder Anregungen aus der Studierendenschaft.
TOP 5 Wahlen AStA
Die nächste Runde startet.
5.1 Vorsitz
Es gibt keine (Initiativ-)Bewerbungen.
5.2 Finanzen
Es gibt eine Initiativbewerbung von Magnus.
Magnus stellt sich vor.
Er ist 21 Jahre alt und studiert im fünften Semester Jura. Bisher hatte er die Fachschaftsfinanzen verwaltet, möchte nun aber davon zurücktreten und stattdessen, das AStA-Referat übernehmen, da dort viel anstehe und er es wichtig finde, dass dies von einem gewählten Mitglied und nicht nur einer*einem Vertreter*innen gemacht werde.
Es gibt keine weiteren Fragen an Magnus.
Die moritz.wahlfeen gleiten nach vorne und teilen die Stimmkarten aus.
Um als AStA-Referent*in gewählt zu werden, benötigt man 14 Stimmen, die Wahl muss also heute bei der geringen Anzahl anwesender Stupist*innen einstimmig erfolgen.
Das Ergebnis wird verkündet. Magnus erhält 14 Ja-Stimmen und ist gewählt! Er nimmt die Wahl an.
20:43 Uhr
5.3 Politische und ökologische Bildung
Es gibt keine (Initiativ-)Bewerbungen.
5.4 Soziales, Gleichstellung und Antidiskriminierung
Es gibt keine (Initiativ-)Bewerbungen.
Die AStA-Wahlen sind damit beendet.
TOP 6 Antrag: “Termin für die studentische Gremienwahlen 2027”
Das Präsidium bringt den Antrag stellvertretend für Emma ein. Die Gremienwahlen müssen etwa neun Monate, bevor sie stattfinden, beschlossen werden. Im Antrag ist ein Zahlendreher. Zu dessen Korrektur gibt es bereits einen Änderungsantrag. Jonathan fragt noch etwas zum genauen Termin.
Grey fragt ob „12 Uhr“ mittags oder nachts bedeutet. Es bedeutet mittags.
Der Antrag wird einstimmig ohne Enthaltungen angenommen.
20:46 Uhr
TOP 7 Wahl studentische Wahlleitung
Die nächsten Wahlen stehen an.
7.1 Wahlleiter*in
Ollie bewirbt sich initiativ, ohne sich vorzustellen.
Da es keine Einwände dagegen gibt, wird in offener Abstimmung gewählt. Er wird einstimmig ohne Enthaltungen gewählt und nimmt die Wahl an.
7.2 stellv. Wahlleiter*innen (bis zu 4)
Es gibt eine Bewerbung von Nina. Sie studiert Medizin und ist bereits sehr lange im FSR engagiert. Magnus bewirbt sich und schlägt eine weitere Kandidatin vor.
Alle werden einstimmig in einer gemeinsamen offenen Abstimmung gewählt.
20:50 Uhr
TOP 8 Sonstiges
Im Hochschulrat wurde über die Verleihung des akademischen Lehrpreises gesprochen. Dessen Kriterien sollen stärker an den Wünschen der Studierenden orientiert sein. Die FSRs seien in einer E-Mail darum gebeten worden, hierzu Kriterien vorzuschlagen. Bisher habe es dazu leider nur eine Rückmeldung gegeben. Daher bittet Janne ?darum, Vorschläge hierfür an ihn? zu schreiben.
Patrizia fragt, ob Menschen gibt die Lust hätten, beim Ersti-Beutel packen, zu unterstützen. Dies findet am Sonntag um 14 Uhr auf dem Campus Beitzplatz statt.
Es wird gefragt, ob der Mensaauschuss bereits getagt habe. Robert erklärt, dass dies nicht der Fall sei, obwohl es eigentlich bereits hätte passieren sollen.
Jemand vom AStA bittet um Hilfe beim Ersti-Beutel austeilen am Montag und beim Auf- und Abbau beim Markt der Möglichkeiten am Dienstag der Ersti-Woche.
Die Sitzung wird um 20:56 Uhr beendet.
Wir wünschen einen schönen Abend und eine super Ersti-Woche!
Wer bei StuPa, AStA und Co. den Überblick behalten will, findet hier unseren Guide zu den „Vokabeln der Hochschulpolitik“.
von Philipp Petrasek | 15.09.2026
Synchronität ist institutionalisiert; wer aus dem Raster fällt, wird als Störfaktor betrachtet. Der moderne Mensch lebt in einer Welt, die Gleichförmigkeit zum Ideal erhoben hat. Dabei ist der Mensch kein normiertes Wesen. Biologische, soziale und kognitive Varianz ist seit jeher Teil der biologischen und kulturellen Entwicklung.
Wie funktional solche Unterschiede sein können, zeigt zumindest ein Blick auf heutige Jäger- und Sammler-Kontexte. Der Mensch ist weder das stärkste Lebewesen noch das größte. Weder riecht er besonders gut, noch hat er das beste Gehör. Und auch die Nachtsicht ist nicht besonders ausgeprägt. Wer sich schon einmal die Frage gestellt hat, wie es sein kann, dass der Mensch, lange bevor er sesshaft wurde, nicht bereits des Nachts den zumeist nachtaktiven Raubtieren vollständig zum Opfer gefallen ist, bekommt hier eine mögliche Antwort auf die Frage.
Synchronität wider die biologische Uhr
In einer 2017 erschienenen Studie wurde das Schlafmuster von 33 erwachsenen Angehörigen der Hadza untersucht, einer indigenen Gruppe aus Tansania, deren Lebensweise bis heute stark von Jagd und Sammeln geprägt ist. Dabei wurde festgestellt, dass die unterschiedlichen Chronotypen, also vereinfacht gesagt die Spanne zwischen Morgen- und Nachtmenschen, dazu führen, dass es unter den gemessenen Personen nur eine Zeitspanne von 18 Minuten gab, in der alle untersuchten Personen als schlafend klassifiziert wurden. Während die einen besonders früh schlafen, sind andere besonders lange wach, was dazu führt, dass zu fast jeder Zeit auch ohne Nachtwache Wachheit und potenzielle Reaktionsfähigkeit in der Gruppe vorhanden ist.1
Gesundheitsrisiko Konformität
Betrachtet man diese Unterschiede und vergleicht sie mit der heutigen Zeit, drängt sich einem unweigerlich die Frage auf, wie gesund unsere erzwungene Synchronität, von der Schul- bis zur Arbeitswelt, für den Einzelnen wie für die Gesellschaft als Ganzes sein kann. Studien, die bei Schichtarbeitenden durchgeführt wurden, zeigen dabei, dass eine Fehlanpassung an den zirkadianen Rhythmus das Risiko für viele der heutigen Krankheitsbilder erhöhen kann. Hierbei werden unter anderem Stoffwechselerkrankungen wie Adipositas und Diabetes genannt sowie Bluthochdruck und Entzündungen im Körper, welche Herz-Kreislauf-Risiken erhöhen.2
Auch wird in vielen Studien von einem ‚Social Jetlag‘ gesprochen; wer unter der Woche gegen seinen eigenen Chronotyp arbeitet, beispielsweise durch frühes Aufstehen, ist übermüdet, geht am Wochenende wieder später schlafen und steht später auf. Dadurch fühlt sich Montag wie ein ‚Mini-Jetlag‘ an.3
Neurodivergenz – Defizit oder Funktion?
Das Prinzip reicht jedoch über Schlaf hinaus: Auch andere Formen menschlicher Varianz werden heute vor allem sichtbar, wenn sie mit institutionellen Normalformen kollidieren. In den letzten Jahrzehnten sind Diagnosen wie ADHS oder Autismus häufiger geworden. Entgegen mancher populärer Verkürzungen, die Autismus vor allem als Folge äußerer Schädigungen oder moderner Umweltfaktoren deuten, gibt es auch evolutionäre Erklärungsansätze, nach denen bestimmte autistische Merkmalsprofile nicht bloß als Defizit, sondern als Teil menschlicher kognitiver Varianz verstanden werden können.4 Detailfokus, Spezialwissen oder technische
Präzision waren oft Motoren für die technologische und kulturelle Entwicklung des Menschen. Weiterhin wird die Stigmatisierung als Krankheitsbild auch dadurch aufgebrochen, dass heute vermehrt auch im Erwachsenenalter Diagnosen ausgesprochen werden, bei Menschen, die gelernt haben, die typischen Auffälligkeiten zu maskieren. Hier sind besonders Frauen und Mädchen betroffen.5; 6
Das Gleiche gilt für ADHS, welches ebenfalls als diagnostische Störung geführt wird. Bei der kenianischen Bevölkerungsgruppe der Ariaal wurde in einer Studie verglichen, wie sich eine mit ADHS-assoziierten Merkmalen in Verbindung gebrachte Genvariante bei nomadisch lebenden und sesshaft gewordenen Männern auswirkt. Dabei zeigten sich Unterschiede im Ernährungs- und Körperstatus: In der sesshaften Gruppe schnitten Träger dieser Variante etwa beim BMI (Body Mass Index) ungünstiger ab, während derselbe genetische Faktor im nomadischen Kontext offenbar weniger nachteilig oder sogar funktional eingebettet war.7 Auch hier spricht einiges dafür, dass unsere moderne Lebensweise zum Teil unserer Biologie widerspricht und Krankheitsbilder begünstigen kann. Weiterhin führt eine andere Studie die Theorie ins Feld, dass diese Individuen durch verstärktes exploratives Verhalten eine wichtige Funktion innerhalb von Gruppen erfüllt haben, als Tester und Grenzgänger.8
Die Kosten der Anpassung
Viele dieser Beispiele zeigen, dass menschliche Varianz nicht automatisch ein Defekt ist. Viele dieser Merkmale könnten in der Evolution der Menschheit funktionale Rollen gespielt haben, welche uns möglicherweise erst zu dem Punkt gebracht haben, an dem wir heute sind. Heute werden viele dieser Varianzen jedoch vor allem als dysfunktional wahrgenommen. Somit sollten wir
uns an dem Punkt die Frage stellen: Wenn Individuen in einem System dysfunktional erscheinen, ist das Problem das Individuum, oder ist es unsere Lebensweise, die uns zunehmend von unserer evolutionären Ausgangslage und damit von uns selbst entfremdet?
Ist es korrekt, den natürlichen Bewegungsdrang von Kindern in 20-Minuten-Pausen zu pressen oder jedem Menschen dieselbe soziale Zeitstruktur aufzuzwingen? Wenn wir uns die sogenannten ‚Zivilisationskrankheiten‘ anschauen und den Anstieg derselben betrachten, drängt sich einem eine gewisse Absurdität in der Ignoranz gegenüber dieser Problematik auf.
Damit wird Gesundheitspolitik jedoch schnell paradox: Sie behandelt zunehmend die Folgen einer Lebensweise, deren Grundstruktur kaum infrage gestellt wird. Wenn Schlafrhythmen, Bewegungsbedürfnisse, neurokognitive Varianz und soziale Zeitordnungen systematisch gegeneinander arbeiten, entstehen Kosten nicht nur durch individuelle Erkrankungen, sondern auch durch institutionelle Normalitätsannahmen. Betrachtet man zudem die aktuellen politischen Debatten in Deutschland zu der finanziellen und strukturellen Überlastung in unserem Gesundheitssystem, stellt sich die Frage, ob der Mensch heutzutage noch als Teil der Gesellschaft gilt, oder ob sich der politische Begriff von Gesellschaft vom konkreten Individuum vollkommen gelöst hat. Wenn wir darüber reden, dass es in Deutschland zu viele Krankheitstage gibt, aber nicht darüber, dass die Arbeitsbedingungen selbst Menschen krank machen, dann zeigt sich genau an dieser Stelle diese Losgelöstheit. Der Mensch wird lediglich als Teil einer Maschinerie und Produktionskette gesehen, die möglichst störungsfrei funktionieren soll. Und die Frage ‚wozu?‘ wird nur noch mit dem Bruttoinlandsprodukt beantwortet.
Quellenverzeichnis:
1 Samson, David R., Crittenden, Alyssa N., Mabulla, Ibrahim A., Mabulla, Audax Z. P. & Nunn, Charles L. (2017). Chronotype variation drives night-time sentinel-like behaviour in hunter-gatherers. DOI: 10.1098/rspb.2017.0967 https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28701566/
2 Scheer, Frank A. J. L. , Hilton, Michael F., Mantzoros, Christos S. & Shea, Steven A. (2009). Adverse metabolic and cardiovascular consequences of circadian misalignment. DOI: 10.1073/pnas.0808180106
https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.0808180106
3 Parsons, Michael J., Moffitt, Terrie E., Gregory, Alice M., Goldman-Mellor, Sidra, Nolan, Patrick M., Poulton, Richie & Caspi, Avshalom (2014). Social jetlag, obesity and metabolic disorder: investigation in a cohort study. DOI: 10.1038/ijo.2014.201
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4422765/
4 Reser, Jared E. (2011). Conceptualizing the autism spectrum in terms of natural selection and behavioral ecology: the solitary forager hypothesis. DOI: 10.1177/147470491100900209
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22947969/
5 Quinn, Patricia O. & Madhoo, Manisha (2014). A review of attention-deficit/hyperactivity disorder in women and girls: uncovering this hidden diagnosis. DOI: 10.4088/PCC.13r01596
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25317366/
6 Russell, Ginny, Stapley, Sal, Newlove-Delgado, Tamsin, Salmon, Andrew, White, Rhianna, Warren, Fiona, Pearson, Anita & Ford, Tamsin (2022). Time trends in autism diagnosis over 20 years: a UK population-based cohort study. DOI: 10.1111/jcpp.13505
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34414570/
7 Eisenberg, Dan T. A., Campbell, Benjamin, Gray, Peter B. & Sorenson, Michael D. (2008). Dopamine receptor genetic polymorphisms and body composition in undernourished pastoralists: An exploration of nutrition indices among nomadic and recently settled Ariaal men of northern Kenya. DOI: 10.1186/1471-2148-8-173
https://link.springer.com/article/10.1186/1471-2148-8-173
8 Williams, Jonathan & Taylor, Eric (2006).The evolution of hyperactivity, impulsivity and cognitive diversity.
DOI: 10.1098/rsif.2005.0102
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/16849269/
Beitragsbild: cottonbro studio; Link zum Bild
von webmoritz. | 11.08.2026
Herzlich Willkommen zur siebten ordentlichen Sitzung dieser Legislaturperiode! Trotz der vorlesungsfreien Zeit, stehen heute einige Anträge an und auch die Wahlen der vier unbesetzten AStA-Referate begleiten uns erneut. Also mal schauen was uns inhaltlich erwartet. Bleibt gespannt und verfolgt den Ticker hier LIVE ab 20:15 Uhr!
Das ist die finale Tagesordnung:
TOP 1 Begrüßung
TOP 2 Formalia
TOP 3 Berichte
TOP 4 Fragen und Anregungen aus der Studierendenschaft
TOP 5 Wahlen Präsidium
5.1 Präsident*in
5.2 stellv. Präsident*in
TOP 6 Finanzanträge
6.1 Antrag: “Nightline”
6.2 Antrag: “Soldan Moot Court”
TOP 7 Wahlen AStA
7.1 Vorsitz
7.2 Finanzen
7.3 Politische und ökologische Bildung
7.4 Soziales, Gleichstellung und Antidiskriminierung
TOP 8 Antrag: “Schluss mit PDF-Suche in der Mensa – Zurück zum physischen Ausweis-Ausdruck”
TOP 9 Sonstiges
Hier startet wie gewohnt ab 20:15 Uhr der Live-Ticker
Heute tickern für euch Marie, Philipp, Emma, Pheline
Beginn der Sitzung: 20:35 Uhr
TOP 1 Begrüßung
Tim eröffnet die heutige Sitzung.
TOP 2 Formalia
Wir sind mit 8 Anwesenden und 6 Stimmübertragungen beschlussfähig.
Das Protokoll der letzten Sitzung wird einstimmig angenommen.
Auch die TO wird einstimmig angenommen.
TOP 3 Berichte
Robert berichtet über den Mensaausschuss und die anstehende Tagung.
Er berichtet, dass das Studierendenwerk die neue Beitragsordnung beschlossen hat.
Die Studierendenschaft brauche demnächst ein eigenes Formular zur Rückerstattung des Semesterbeitrags. Der Asta würde zusammen mit dem Studierendenwerk diese Rückerstattung abwickeln, wofür es dann ein neues Formular braucht.
DIe neue Beitrafgsordnung soll voraussichtlich Anfang nächsten Jahres in Kraft treten.
Melina berichtet, dass die Studierendenschaft in einen engeren Austausch mit dem Ministerium treten möchte. Bei dem Termin anwesend waren Melina, Oli, Tim und die Geschäftsführung des Ministeriums.
Inti fragt inwieweit die LKS mit an den Tisch geholt werden soll. Tim antwortet, dass das Ministerium und die Studierendenschaft in Kontakt und Austausch treten und dafür Raum geschaffen werden sollen bzw. es darum geht.
Robert fragt welche sorgen das Ministerium hat.
Melina meint, dass deren Hauptsorge sei, dass schlecht über das Minesterium geredet werde. Da es wohl statt Kürzungen erhöhte Kosten geben soll, welche auf das Budget drücken.
Es gibt keine weiteren Berichte und der TOP wird geschlossen.
TOP 4 Fragen und Anregungen aus der Studierendenschaft
Es gibt keine Fragen oder Anregungen aus der Studierendenschaft.
TOP 5 Wahlen Präsidium
Melina erzählt, dass das Präsidium aktuell keinen Präsident*in hat und fragt, ob sich jemand zur Wahl aufstellen will.
Tim meldet sich als StuPa-Präsident und stellt sich vor.
5.1 Präsident*in
Tim stellt sich vor: Er studiert Mathe und Physik auf Lehramt und würde sich nun als StuPa-Präsident zur Wahl stellen.
Die Wahl für Tim wird durchgeführt.
Tim wird einstimmig angenommen.
5.2 stellv. Präsident*in
Der Vorschlag von Tim ist Melina.
Paul stellt eine Zwischenfrage, ob Melina nicht schon vor Kurzem gewählt wurde?
Melina stellt sich kurz vor und erklärt, dass sie zwar vor 2 Wochen schonmal gewählt worden ist, dies nun aber nochmal passieren muss.
Die Wahl für Melina wird durchgeführt.
Melina wird einstimmig angenommen.
Der TOP wird geschlossen.
20:53 Uhr
TOP 6 Finanzanträge
Die beiden Finanzanträge werden vorgestellt.
6.1 Antrag: “Nightline”
Luisa, von Nightline stellt sich und Nightline vor.
Sie hat beantragt Geld für den Erhalt der Nightline, einem Hilfetelefon von Studierenden für Studierende. Alle dort Arbeitendenen sind ehrenamtlich dabei. Das besondere ist, dass sie besonders Nachts erreichbar sind.
Sie seien ein gemeinnütziger Verein und ein Hilfsangebot für Studierende bezüglich des Studiums, WG oder ähnlichen Dingen.
Das Geld wird unter anderem für die Mitarbeitenden von Nightline gebraucht.
Stellungnahme des AStAs: Magnus erklärt, dass er sich dem Haushaltsausschuss (HHA) anschließen würde und der Antrag fristgerecht eingegangen ist und es eine Sache ist, die gefördert werden sollte. Er möchte den Antrag unterstützen.
Tim eröffnet die Generaldebatte.
Es wird sich im Namen der Studierendenschaft für die Arbeit von Nightline bedankt.
Die Stellungnahme des HHA ist schriftlich erfolgt und reicht so aus.
Robert wirft ein, dass in der Begründung ein Satz korrigiert werden sollte.
Es gibt keine Änderungsanträge und es kommt zur namentlichen Abstimmung.
Der Antrag wird mit 14 Stimmen einstimmig angenommen.
21:00 Uhr
6.2 Antrag: “Soldan Moot Court”
Tim bittet die Antragsstellenden den Antrag einzubringen.
Benni und Julien erklären, dass sie dieses Jahr als Coaches mit der Uni organisieren. Es geht um den hohen Theorieanteil des Jurastudiums und sie bieten die Möglichkeit das erste Mal in einer Simulation praktisch tätig zu werden. Es gehe um einen Verhandlungswettbewerb der schlussendlich in Hamburg, Berlin und Hannover stattfinden soll.
Es gebe 2 Phasen- eine mündliche und eine schriftliche.
Letztes Jahr gab es die Unterstützung der Universität, welche dieses Jahr fehlen würde. Als einzige Fakultät fehle hier die Finanzierung.
Das Geld werde gebraucht um die Studierenden finanziell zu entlasten und den Eigenanteil zu reduzieren.
Vorher wurde bisher versucht, andere Sponsoren zu akquirieren, welche sich aber bisher nicht gemeldet haben. Nun drängt die Zeit.
Stellungnahme AStA: Der Antrag ist am 22.7 fristgerecht eingegangen. Die Zwecke werden auch erfüllt und als förderfähig betrachtet. Problem ist, dass es um zu viel Geld ginge. Die Fördersumme sollte/muss deshalb herabgesetzt werden.
Die Generaldebatte wird eröffnet.
Paul erklärt im Namen des HHA, dass das ganze förderfähig ist. Es handle sich um ein Projekt, was auch für die Außenwahrnehmung der Uni gut wäre.
Es seien keine großen Ausgaben mehr in diesem Haushaltsjahr zu erwarten und deshalb würde er sich für eine höhere Summe aussprechen.
Zwischenfrage vom Antragsteller: Wie viel Geld max. noch zur Verfügung stehen würde.
Magnus antwortet, dass der Nordische Klang bereits Geld beantragt hatte. Sie können diese Förderung jedoch nicht abrufen, weshalb der Titel wieder steigt. Er verweist jedoch auf die Lage des AStAs, wodurch dies nicht garantiert ist.
Julien erklärt, das weder Verpflegung noch Anreise im Antrag mit einberechnet seien und eine Kürzung drastisch wäre, da sie kaum etwas abdecken würde.
Die Studierenden müssten selbst die eigene Fallakte finanzieren.
Robert fragt, wie viele Studierende vom Antrag gefördert werden würden.
5 Teilnehmende aus dem letzten Jahr hätten sich bereiterklärt den neuen Teilnehmern alles zu erklären und die Veranstaltung zu leiten.
Robert merkt an, dass der Haushaltsplan aus Gründen so aufgeschüsselt ist. Er verweist auf die GreiMUN-Debatte im letzten Jahr, wo es um eine New York Reise ging. Er denkt es kommen auf jeden Fall noch weitere Projektanträge und empfindt die geforderte Geldsumme für 13 Teilnehmende nicht für angemessen.
Die Antragssteller erklären, dass sie auf den AStA verwiesen worden sind, da andere Universitäre Förderer kein Geld zur Verfügung hätten.
Dem GreiMUN-Verein würden außerdem im Gegensatz zu diesem Antrag sehr viele Fördermittel zur Verfügung stehen, weshalb in dem Fall, die geringere Geldsumme ausreichen würde.
Paul ergänzt, dass der HHA (Haushaltsausschuss) nichts hypothetisches finanzieren wolle, sondern nur mit dem Geld, was aktuell zur Verfügung stehe. Außerdem sei die geforderte Geldsumme ohnehin nicht realistisch finanzierbar, weshalb der HHA mit dem StuPa in den Austausch treten möchte.
Jasmin ergänzt, dass sie versteht, dass das Projekt für die Antragssteller sehr wichtig sei. Aber bei der Kostenaufschlüsselung sei ihr aufgefallen, dass die Hotelkosten sehr hoch gewesen seien.
Sie stellt die Frage: warum es keine günstigere Alternative gebe?
Es wird über den Ablauf des Projekts geredet und die Rechtfertigung der Summe, als Entschädigung.
Die Hotelkosten werden, vor allem durch den immer näherrückenden Zeitraum und die Nähe zur Fakultät erklärt.
Robert versteht das Argument mit der Förderung bei GreiMUN, aber er würde ungern mehr Geld für diesen Antrag geben.
Magnus wirft die Frage ein, wie hoch die geplanten voraussichtlichen Spendeneinnahmen seien und wie sicher diese sind.
Die juristische Studiengesellschaft gebe keinen festen Fördersummen.
Die Spenden seien ebenfalls nicht fest, da das Ganze über die juristische Studiengesellschaft läuft und das Projekt selber keinen Einblick darauf habe. Sie können nicht nachvollziehen, was wirklich ankommt. Der Finanzvorstand wurde bereits angeschrieben, aber es gibt bisher keine Antwort, da dieser im Urlaub ist.
Außerdem können die Spenden nur ankommen, insofern eine Spendenquittung ausgestellt werden kann. Sie selber können dies aber nicht tun, da sie kein Verein sondern ein Projekt seien. Die Entscheidung woran sie teilnehmen können stehe und falle heute mit der StuPa-Entscheidung.
Sollte keine Förderung bestehen, erklären die Antragsteller, dass das Projekt sonst verloren gehen würde, da Studierende dies nicht finanzieren können und sie so niemanden anwerben könnten.
Jasmin würde die Finanzierung gerne ermöglichen, allerdings sei die finanzielle Lage gerade schwierig. Für sie sei es nicht schlüssig, weshalb man nicht auf andere Unterkünfte (wie Ferienwohnungen) ausweichen könnte, um dadurch die Kosten pro Person zu senken.
Leticia wirft ein, dass die Hotels in den letzten Jahren bereits sehr einfach waren und nach einem ganzen Tag Verhandlungen keine Ferienwohnung mit vielen anderen Teilnehmer*innen in Frage kommt (für sie, als ehemalige Teilnehmerin).
Außerdem merkt sie an, dass diese Pre-Moots wichtig seien um zu erkennen, ob sie mit anderen Universitäten mithalten können und es nichts bringt die Teilnehmer*innen einfach ohne Vorbereitung in den Pre-Moots in die Hauptrunde zu werfen.
Es sei wichtig die Teilnehmer*innen durch eine finanzielle Unterstützung zu motivieren, um weiterhin die Repräsentation der Uni nach außen hin gewährleisten zu können.
Die Antragsteller werfen außerdem ein, dass eine Fereinwohnung für viele Menschen schwierig wäre, da die Studierenden in Vorkasse treten müssen und dies so zu teuer werden würde.
Die Verhandlung läuft so ab, dass man eine Fallakte bekommt und innerhalb einer Stunde diese bearbeiten muss, um danach die Richter zu überzeugen. Deshalb sei es wichtig für die Teilnehmenden diese Situation mithilfe der Pre-Moots zu üben.
Die vorgeschlagende Summe des HHAs würde bereits helfen, um die Teilnehme an der Hauptrunde überhaupt zu sichern und das Verständnis dafür da ist, dass das beantragte Geld nicht vorhanden ist.
Robert wirft ein, dass erst einmal die Einnahmen des Vereins geklärt werden müssen, um das Projekt überhaupt gewährleisten zu können. Er fragt, welche Einnahmen jetzt fest zu erwarten sind und wie die finanzielle Lage bisher aussieht.
Die juristische Studiengesellschaft hat die Summe in Aussicht gestellt, kann diese aber nicht versichern.
Kanzleispende hatte Spende per Email zugesagt, sich dann aber nie wieder gemeldet.
Spendeneinnahmen beinhalten die Kosten, welche sie noch brauchen, um auf ihre Ausgaben zu kommen.
Eine weitere Spendenzusage der Rechtsanwaltskammer sei zwischendurch dazu gekommen.
Robert wirft ein: Sollte der Antrag bewilligt werden, das Projekt aber nicht durchgeführt werden können, dann ist das Geld geblockt und kann für andere Projektförderungen nicht genutzt werden.
Paul sagt, dass das Projekt grundsätzlich unterstützenswert sei, aber die Finanzlage im Moment eben sehr knapp wäre. Es sei ihm wichtig, dass man sich gemeinsam auf eine Geldsumme einigt, mit der alle mehr oder weniger einverstanden sind.
Paul stellt einen GO-Antrag auf ein Meinungsbild zur runtergesetzten Unterstützungssumme.
Die Stupist*innen sprechen sich mehrheitlich dafür aus.
Magnus wirft ein, dass er das Projekt ansich sehr unterstüzenswert findet, er dennoch bei seiner runtegesetzten Summe bleiben würde, aufgrund des Haushalts des AStAs.
Die Antragssteller stimmen Robert zu, dass die Finanzierung sehr wacklig sei.
Tim stellt einen GO-Antrag auf Ende der Redeliste ohne Gegenrede.
Robert trifft eine abschließende Bemerkung und wirft ein, dass er Bedenken bezüglich der Spendenzusagen hat und ob diese in den nächsten Monaten wirklich noch endgültig bestätigt werden, wenn dies bis jetzt nicht der Fall sei.
Magnus erklärt, dass Dorian noch einen Projektantrag bewilligt kriegen sollte und dort auch nochmal recht viel Geld draufgehen würde. Er empfindet den Antrag als zu schwammig und würde gerne bei seiner Empfehlung bleiben.
Tim eröffnet die Änderungsantragsdebatte.
Robert stellt einen Änderungsantrag mit der vorgeschlagenen Summe des AStAs.
Die Antragsteller fragen warum der Änderungsantrag entgegen des Stimmungsbildes geringer ausfällt.
Tim erklärt noch einmal den Änderungsantrag und die bisherige Debatte.
Der Änderungsantrag wird von den Antragstellern abgelehnt
Tim eröffnet die Änderungsantragsdebatte.
Paul wirft ein, dass er nicht gegen das StuPa agieren will und bei der vorgeschlagenen Summe mitgehen würde.
Auf Anfrage der Antragsteller, erklärt Robert, dass das StuPa eine große Summe für einen Förderantrag von Dorian (Tauchausrüstung) versprochen habe und dieser ebenfalls in dieses Haushaltsjahr fallen würde. Allerdings zu einem anderen Zeitpunkt der noch debattiert und abgestimmt werden würde.
Es gibt keine weiteren Fragen.
Es wird über den Änderungsantrag abgestimmt.
Dieser wird mit 2 Enthaltungen angenommen.
Es gibt keine weiteren Änderungsanträge.
Der Antrag wird in der Endabstimmung mit 14 Stimmen einstimmig angenommen.
Melina bedankt sich noch einmal für den Antrag.
Der TOP wird geschlossen.
21:52 Uhr
TOP 7 Wahlen AStA
Los geht es mit der nächsten Runde der AStA-Wahlen.
Ein GO-Antrag auf 5 min Pause, wird abgelehnt.
7.1 Vorsitz
Es gibt keine (Initiativ-)Bewerbungen.
7.2 Finanzen
Inti bewirbt sich auf den Posten und stellt sich vor. Er hat aktuell die Buchhaltungsstelle und kann daher nachvollziehen, wie viel Arbeit Magnus aktuell als stellvertretender Finanzleiter hat. Deshalb sieht er die dringende Notwendigkeit, dass es einen AStA-Finanzer gibt. Aufgrund der bisher geführten Debatte bestätigt sich die Dringlichkeit, dass diese Stelle besetzt werden muss. Er möchte trotz dessen die bisherige Buchhaltungsstelle gerne behalten.
Robert fragt, wie sein Kenntnisstand zum Thema Finanzen sei.
Inti antwortet, dass er gut informiert sei.
Außerdem fragt er, ob er es nur übergangsweise machen wollen würde oder bis zum Ende der Legislatur.
Inti möchte sich, wenn er gewählt wird in die Stelle reinknien und die Arbeit ernsthaft angehen.
Paul hält eine Fürrede für Inti. Er sei sehr erfahren und ein Kandidat der schon (teilweise) eingearbeitet sei und somit kompetent für die Stelle sei.
Magnus schließt sich Paul an und erklärt, dass Inti ihn selber mit eingarbeitet habe und somit kompetent sei.
Es gibt keine weiteren Fragen.
Die geheime Wahl wird eröffnet.
Mit 13 Für- und einer enthaltender Stimme wird Inti nicht gewählt.
7.3 Politische und ökologische Bildung
Es gibt keine (Initiativ-)Bewerbungen.
Jasmin fragt, ob eine Bewerbung trotz fehlender Kapazitäten sich jetzt oder doch später zu bewerben.
Tim verweist, auf den ASta und eine spätere Bewerbung.
7.4 Soziales, Gleichstellung und Antidiskriminierung
Es gibt keine (Initiativ-)Bewerbungen.
22:03 Uhr
TOP 8 Antrag: “Schluss mit PDF-Suche in der Mensa – Zurück zum physischen Ausweis-Ausdruck”
Inti sagt, dass keine konkreten Daten mehr bei der Validierung auf den Studierendenausweis aufgedruckt werden, sondern: siehe Studienbescheinigung.
Dies sei ein großer Rückschritt für die Studierendenschaft.
Auf Anfrage würde vom Sekretariat als Begründung angeführt, dass die Kosten für die Ausweise ohne Auschrift sehr viel niedriger seien.
Paul kann die Kritik grundsätzlich nachvollziehen, aber er befürchtet, dass es zu spät sei noch etwas zu bewirken.
Man würde sich dadurch erhoffen Geld zu sparen.
Das Ganze sei bereits sehr weit fortgeschritten. Es sei ein relativ kleines Problem, da in den folgenden Monaten größere Probleme bzgl. Finanzen auf den StuPa zukommen werden würden.
Robert würde prinzipiell lieber den Audruck haben, aber der Senat sei bisher nicht eingeschritten und es würde seltsam erscheinen, sollten sie dies nun mit dem vorliegenden Antrag tun.
Er würde die Verwaltungsgebühren, die mit Aufdruck anfallen würden, gerne umgehen und schlägt eine Alternative vor, bei der keine persönlichen Daten einzusehen seien.
Die Änderungsantragsdebatte wird eröffnet.
Es gibt keine Änderungsanträge.
Die Abstimmung wird eröffnet.
Der Antrag wird mit 4 Ja, 5 Nein und 5 Enthaltungen abgelehnt.
22:12 Uhr
TOP 9 Sonstiges
Inti hat einen Telegram-Bot gebaut, in dem der aktuelle Mensaspeiseplan angezeigt wird.
mensa-hgw.bot
Die Sitzung wird um 22:13 Uhr geschlossen.
Habt einen schönen Abend!
Wer bei StuPa, AStA und Co. den Überblick behalten will, findet hier unseren Guide zu den „Vokabeln der Hochschulpolitik“.