Baltisches Kulturfestival in Greifswald

von Maria-Silva Villbrandt

Unter dem Motto „Sveiki! Baltisch durch die Nacht“ haben sieben StudentInnen der Baltistik (Institut für fremdsprachliche Philologien) ein neuartiges Kulturevent in Greifswald ins Leben gerufen. Das Openair-Kulturfest wird am 3. Juli in der Domstraße 9/10 (Innenhof des Historischen Instituts) ab 18 Uhr neben dem Universitätshauptgebäude stattfinden. Der Eintritt ist frei.

Sveiki! bezeichnet in der litauischen sowie der lettischen Sprache eine herzliche Begrüßung, so sollen auch GreifwalderInnen und die Studierendenschaft eingeladen sein an diesem Fest teilzunehmen. Die Balten sind trotz christlichen Glaubens durch heidnische Bräuche geprägte Völker, so wird alljährlich am 24. Juni das Johannisfest mit vielen Bräuchen gefeiert. Angelehnt an diese Feierlichkeiten haben wir uns auf unser Motto festgelegt.

Das Event wurde im Rahmen eines Seminars (Sommersemester 2009) in der Baltistik geplant und wird durch Magda Wagner geleitet. Die Veranstaltung wird unterstützt durch das Studierendenparlament, das Akademischen Auslandsamt, die Sparkasse Vorpommern, den Fachschaftsrat Baltistik und vielen anderen.

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Programm

Das Veranstaltungsprogramm ist facettenreich und spricht alle Altersgruppen an. Ab 18 Uhr werden in einem Märchenzelt litauische Märchen in deutscher Übersetzung vorgelesen. Im Anschluss daran wird die junge Volkstanzgruppe „Rotaļa“ aus Riga/ Lettland lettische Volkstänze darbieten. Gegen 21 Uhr wird die litauische Kultband „Jazzu“ aus Vilnius spielen. „Jazzu“ ist eine Elektro-Jazzband mit einer erstklassigen Sängerin, in Litauen sind sie Stars, während die Band in Deutschland weitgehend unbekannt ist. Nach dem Konzert wird ein lettischer DJ, der gemeinsam mit der Folkloregruppe anreist, typische litauische und lettische Musik auflegen. Neben Literatur und Musik wird es auch eine Fotoausstellung im Gebäude der Baltistik geben sowie eine Beamershow mit Impressionen aus Litauen. Für das leibliche Wohl ist auch gesorgt: es werden typische litauische Gerichte, wie z.B. „Šaltibarščiai“ (eine kalte Rote- Beeten- Suppe mit heißen Kartoffeln), Brotsnacks und andere besondere Speisen gereicht.

Motivation

Zunächst war die Veranstaltung klein angedacht, jedoch nutzten die Studenten die Chance ein großes Fest zu planen. Noch ist in Deutschland, und selbst in Greifswald, wo es die Möglichkeit gibt die litauische und lettische Sprache und Kultur zu studieren, kaum etwas über diese Länder bekannt. Deshlab wollen die Veranstalter einen vielseitigen Einblick in die litauische und lettische Kulturszene bieten. Einer skurrilen, besonderen baltischen Nacht sollte somit Nichts im Wege stehen!

„ROMgekehrt“ – Vernissage & Präsentation –

Im vergangenen Frühjahr unternahmen einige Kommilitonen des Caspar-David-Friedrich-Instituts (CDFI) der Universität Greifswald eine Exkursion in die ewige Stadt Rom. Mit einer Fotoausstellung und Vorträgen zu den Kunstschätzen Roms wollen die Studenten der Bildenden Kunst und Kunstgeschichte die Eindrücke dieses Besuchs nun der breiten Öffentlichkeit präsentieren.

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Plakat des Caspar-David-Friedrich-Instituts

Die Ausstellung unter dem Titel „ROMgekehrt – Vernissage & Präsentation“  wird am Mittwoch, dem 1. Juli um 19:30 mit einer feierlichen Vernissage in der Medienwerkstatt des CDFI (Bahnhofstr. 50) eröffnet. Mit einer Präsentation der Fotos, einem Vortrag sowie musikalischer Untermalung von JaNina Diestler.

Die Ausstellung selbst ist dann an vier weiteren Tagen geöffnet.

Donnerstag, 02.07.09 14-16 Uhr,
Freitag, 03.07.09 10-14 Uhr,
Montag, 06.07.09 12-14 Uhr
Dienstag, 07.07.09: 10-13 Uhr

Bild: Pressemeldung des CDFI-Greifswald

„Der Widerspenstigen Zähmung“ am Museumshafen

Nachdem die öffentlichen Diskussionen um das Theater Vorpommern anscheinend langsam zum Erliegen kommen, hat am vergangenen Freitag einer der Höhepunkte des hiesigen Schauspielbetriebs begonnen. Die Ostseefestspiele starteten auf der Bühne am Greifswalder Museumshafen mit der Aufführung von William Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“.

Noch 17 Mal wird das Ensemble Shakespeares Komödie in diesem Sommer aufführen und man kann nur dazu raten, sich diese Gelegenheit nicht entgehen zu lassen. Denn was hier gezeigt wird, ist bestes Unterhaltungstheater. Ein bisschen wie im klassischen Popcorn-Kino stellt sich zwar die Frage nach dem nachhaltigen Wert des eigenen Theaterbesuches – unterhalten wird man aber hervorragend und damit eben doch auch nachhaltig.

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In einem hinzugedichteten Prolog stimmt das Ensemble die Zuschauer auf den Abend ein.

In Shakespeares Komödie, dessen Ursprungsversion auf das Jahr 1594 datiert wird, dreht sich einmal mehr alles um die Liebe und ihre oftmals verworrenen Wege. Dabei werden besonders die Geschlechterrollen in den Mittelpunkt gerückt. In Anlehnung an klassische italienische Lustspiele spielt aber auch das menschliche Streben nach Macht und Reichtum eine Rolle.

Schlagfertigkeit und Verwechslungen (mehr …)

Gelebte Geisteswissenschaften: die Literaturzeitschrift „Flandziu“

Wer oder was ist „Flandziu“? „Ein Wesen“, so erläuterte seinerzeit vieldeutig der Schriftsteller Wolfgang Koeppen. Ein Produkt seiner expressionistischen Schreibphase, eingebunden in eine skizzenartige Szenenfolge.

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Aktuelle Ausgabe 1/2009 der Zeitschrift Flandziu mit dem Schwerpunkt "Alexandria und die Literatur der Moderne".

Bis heute ist die Herkunft unklar, es bleibt Koeppens Kunstwort, eine mythische Metapher. Und auch ein Verweis auf Koeppens klangliche und musikalische Schreibweise. Ist ein solches Mirakel ein passender Titel für eine Zeitschrift, die sich offiziell „Halbjahresblätter für Literatur der Moderne“ nennt?

„Auf jeden Fall!“, meint der Greifswalder Professor für englische Literatur und Literaturstudien, Jürgen Klein, seit neuestem Verleger von Flandziu und nebenbei im Editionskommitee der Zeitschrift. „Flandziu ist prinzipiell offen für alle geisteswissenschaftlich Interessierten“, so Klein, „und die Autoren schreiben in ganz verschiedenen Stilformen.“ Diese freie Kreativität bringe sicher auch das eine oder andere Rätselhafte hervor, schmunzelt Klein, aber natürlich nur auf den ersten Blick. (mehr …)

„Jeder müsste Koeppens Bücher lesen!“

webMoritz sprach mit dem Literaturwissenschaftler Jürgen Klein über Wolfgang Koeppen, die Bedeutung der Geisteswissenschaften und die Literaturzeitschrift Flandziu. Professor Jürgen Klein lehrt am Fachbereich Anglistik des Instituts für fremdsprachliche Philologien und ist Verlerger der Literaturzeitschrift „Flandziu“ und des Koeppen-Jahrbuchs. Das Interview erscheint in gekürzter Form auch im moritz-Magazin 78.

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Literaturwissenschaftler Jürgen Klein: "Wir wollen den Menschen in Flandziu Denk- und Erlebnismöglichkeiten offen halten."

webMoritz: Ein Thema im aktuellen Heft von Flandziu ist der Begriff der „Freiheit“. Wie wird er entfaltet?

Prof. Jürgen Klein: Im neuen Heft von Flandziu tritt Freiheit in verschiedener Variation auf, einmal bei  Wolfgang Koeppen, dann kann man die Thematik  auch auf Ralf Dahrendorf beziehen oder aber auf die Nobelpreisrede von Jean-Marie Gustave Le Clézio. Diese drei Bezüge reflektieren auch die Intention von Flandziu. Sie zeigen, wie Flandziu sich als aktuelle moderne Zeitschrift in der heutigen Welt verstehen möchte. Koeppen hat immer auf das humanum abgehoben, aber nicht in einem simplifizierenden, ästhetisierenden Sinn. Er hat vielmehr sinngemäß in der berühmten Büchner-Preisrede gesagt: ‚Ein Schriftsteller darf sich nicht vor einen politischen Karren spannen lassen! Ein Schriftsteller muss immer frei sein und er muss ganz kritisch seine Meinung zu einer Gesellschaft sagen können. Damit es weiter geht, damit man weiter denken kann, damit man das Bessere für den Menschen erreichen kann.‘ (mehr …)

Tanztheater der Generationen: „In The Waiting Line – Warteschleife Leben“

Am 27. Juni 2009 führt ab 19.30 Uhr ein generationenübergreifendes Projekt das Stück „In The Waiting Line – Warteschleife Leiben“ im Theater Greifswald auf.

20090626-webmoritz-tanztheater-image-01Am Anfang der Probenphase im Januar 2009 stand ein Fotoprojekt: Die 30 Teilnehmer von 18 bis 70 beschäftigten sich dort mit den Vorurteilen, die die jüngeren und älteren Generationen einander gegenüber haben, und den verschiedenen Sichtweisen auf das Leben. Ausgehend davon entstand ein Tanztheaterstück, dessen Choreografie hauptsächlich mit einer Form des zeitgenössischen Ausdruckstanzes arbeitet, die jedoch auch klassische Elemente miteinbezieht. Die Thematik des Stückes wird bestimmt durch die Frage nach dem Sinn des Lebens, die allen Generationen gemeinsam ist: Es ist der kurze, flüchtige Moment, in dem wir meinen, verstanden zu haben. In ihm wird einem bewusst, was alles das Leben ausmacht: Freude, Trauer, Hoffnung, Liebe, Sehnsucht, Höhen und Tiefen.“

Wenn junge Frauen „Zivi“ machen

Die Initiatorin und künstlerische Leiterin des Tanztheaterprojekts ist die 20-jährige Amelie Buchinger. Sie kam für die Spielzeit 08/09 aus dem südöstlichen Zipfel Deutschlands in die nordöstlichste Universitätsstadt Deutschlands ans Theater Greifswald, um sich für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Bereich Kultur zu engagieren. Ihr Ziel: ein Forum für den Dialog zwischen den Generationen zu schaffen und ein Stück darüber auf die Bühne zu bringen. Amelie Buchinger meint: „Heutzutage begegnen sich jüngere und ältere Menschen kaum in ihrem Alltag. In unserem Projekt sollen sie die Möglichkeit erhalten, miteinander zu kommunizieren und sich auszutauschen.“ Unterstützt wird sie dabei von  Lou Hilsbecher, Skandinavistik- und Philosophiestudentin an der Uni Greifswald, sowie Nina Paul, Mitarbeiterin am Historischen Institut der Universität. (mehr …)