von Maret Becker | 21.03.2023
Ratschläge wie „Sei vernünftig!“, „Verfolge deine Träume!“ oder „Lass dich nicht von Social Media beeinflussen!“ haben wir wohl alle schon einmal gehört. Solche Ratschläge sind meistens unnütz und nervig. Das findet auch die Autorin und Influencerin Pati Valpati und schreibt in ihrem ersten Buch „Schlechtes Vorbild, gute Vibes – Ratgeber gegen Ratschläge“ darüber. Ob sich ein längerer Blick in das Buch lohnt, erfährst du in diesem Artikel.
Überblick – Wozu schreibt man ein Ratgeberbuch über Ratschläge?
Die Autorin Pati Valpati gibt in den Kapiteln des Buches private Einblicke und Meinungen zu einer Auswahl an Ratschlägen, die sie sich sehr oft in ihrem Leben anhören durfte. Diese Ratschläge hat sie nicht nur oft bekommen, sondern auch selbst gegeben – was sie nun bereut. Die Autorin nimmt die Lesenden mit auf eine Reise in ihre Vergangenheit, indem sie Ratschläge analysiert und mit Beispielen aus ihrem eigenen Leben widerlegt. Ihren persönlichen Schreibstil machen vor allem Ironie und die persönlichen Anekdoten aus, die dafür sorgen, dass wir die Autorin besser kennenlernen. Dabei helfen auch ihre extra angefertigten Listen, die sich in jedem Kapitel wiederfinden.
Versteckte Gesellschaftskritik
Ein ganzes Buch zu dem Thema „ungewollt Ratschläge bekommen“ scheint auf den ersten Blick nicht wirklich notwendig zu sein. Schließlich handelt es sich um kein hochbrisantes politisches Thema. Neben leichter Kost und persönlichen Anekdoten versteckt sich jedoch auch Kapitalismus- und Gesellschaftskritik in dem Buch.
Bemerkbar macht sich das zum Beispiel im Kapitel „Sei vernünftig“.
Die Vernünftigkeit einer Entscheidung wird rein an ihrer Rationalität und somit (häufig) auch an ihrer Wirtschaftlichkeit und ihrem Potenzial zur Gewinnmaximierung gemessen. […] Sich um das eigene Wohlbefinden zu kümmern wird nur dann als vernünftig angesehen, wenn eine Steigerung der eigenen Leistungsfähigkeit als Resultat wahrscheinlich ist.
S. 101/102
Was kann falsch gemacht werden bei einem Ratgeber?
Auch wenn die Autorin Gesellschaftskritik in ihrem Buch äußert – was mich überraschte – langweilte mich das Buch allzu oft. Das lag vor allem daran, dass man selbst viele Geschichten um Ratschläge erlebt hat und dadurch selten etwas Neues lernte. Das hat mich sehr enttäuscht. Dazu kommen ihre Listen, die in nahezu jedem Kapitel auftauchen. Das ist zu oft und wirkte unnötig. Mir kam die Frage auf, ob die Autorin damit versucht hat ihr Buch vollzubekommen.
Fazit
Das Buch las sich wie ein Tagebucheintrag oder wie ein mehr oder weniger gutes tiefgehendes Gespräch mit einer Freundin. Was perfekt ist, wenn man leichte Kost lesen möchte oder die Autorin sehr mag. Allerdings war mir dieses Buch etwas zu „leicht“. Hätte sie nicht ab und zu die gesellschaftlichen Zwänge, die hinter diesen Ratschlägen stecken, genannt, hätte ich dem Buch eigentlich nichts Gutes abgewinnen können. Ich wäre gerne anderer Meinung, aber mir hat dieses Buch leider keinen Mehrwert gegeben. Tatsächlich hätte ich auch gerne eine längere Rezension geschrieben. Aber auch das ließ das Buch nicht zu – es hatte leider nicht mehr zu bieten.
Das Buch ist überall, wo es Bücher gibt, zu einem Preis von 18,99 Euro erhältlich.
Hier sei erwähnt, dass der riva Verlag so freundlich war, uns ein Exemplar zu Rezensionszwecken zur Verfügung zu stellen.
Randanekdote:
Pati Valpati studierte in Greifswald, brach ihr Studium aber nach sechs Monaten ab. Sie begründete den Abbruch so:
[…] nachdem ich 1. herausgefunden hatte, dass wirklich alle Geschäfte in dieser Stadt um 19:00 Uhr schlossen, und 2. meinem Professor beim Kondomkauf im DM begegnet war.
S. 136
Beitragsbild: Maret Becker
von Adrian Siegler | 20.03.2023
Am frühen Morgen des 6. Februar ereignete sich an der Grenze zwischen der Türkei und Syrien ein schweres Erdbeben der Stärke 7,8 und zahlreiche Nachbeben. Große Teile der Infrastruktur wurden zerstört und Millionen von Menschen obdachlos. Zwischen 55 000 und 60 000 Todesopfer und mindestens doppelt so viele Verletzte soll das Erdbeben gefordert haben. Über einem Monat nach dem Unglück laufen die Bergungs- und Aufbauarbeiten weiterhin auf Hochtouren mit Helfer*innen aus aller Welt, die auf Unterstützung angewiesen sind.
In einem Umkreis von knapp 400 Kilometern sieht man im Südosten der Türkei und im Norden Syriens nichts als Schutt und Trümmer. Dieses Erdbeben ist die größte Katastrophe, die in der Türkei seit Beginn der Aufzeichnungen registriert wurde und die Tödlichste seit dem Beben in Haiti im Jahr 2010. Grund dafür ist neben der tektonischen Situation – das Gebiet befindet sich genau auf der Kollisionsstelle von drei Erdplatten – auch das Staatsversagen der türkischen Regierung unter Erdogan. Als Folge von jahrelanger Korruption und kollektivem Wegschauen der Entscheidungsträger, wurden Häuser errichtet, die den Richtlinien nicht gerecht waren. Auch wurde nicht auf Warnungen von Forschenden gehört, die Erdbebensteuer veruntreut und auch keine Investitionen in Erdbeben- oder Katastrophenschutz getätigt.
„Dies ist eine Krise in der Krise.“
UNHCR-Repräsentant Sivanka Dhanapala
Unter dem Beben und der Korruption müssen jetzt vor allem die Menschen leiden. Nach Schätzungen der WHO sind 23 Millionen Menschen direkt oder indirekt von der Katastrophe betroffen. Darunter auch 6,8 Millionen Geflüchtete, die nun zum wiederholten Mal ihre Heimat verloren haben und erneut auf der Straße leben müssen. Dazu kommt die Jahreszeit, denn auch in südlichen Ländern wie Syrien und der Türkei herrscht im Januar Winter mit teils schweren Schneestürmen in den betroffenen Gebieten.
Im Februar konnten innerhalb weniger Tage durch die Rettungsbemühungen der türkischen und syrischen Regierung sowie vieler staatlicher und privater Hilfsorganisationen etwa 60.000 Helfer*innen aus aller Welt eingesetzt werden. Am 19. Februar wurden die Sucharbeiten in neun der elf betroffenen Provinzen offiziell eingestellt, jedoch helfen weiterhin viele tausende Menschen vor Ort.
Opfer und Rettungsteams brauchen weiterhin Hilfe. Hier sind eine Reihe von Hilfsorganisationen aufgelistet, über welche ihr eine Spende abgeben könnt:
Uno-Flüchtlingshilfe
Ärzte ohne Grenzen
Unicef
Caritas International
Save the Children
ARD/ZDF
Beitragsbild: Mahmoud Sulaiman (Unsplash)
von Laura Schirrmeister | 19.03.2023
Die Temperaturen steigen, die Frühblüher bahnen sich ihren Weg aus der Erde und der jährliche Citylauf steht schon bald vor der Tür. Doch nicht nur der Citylauf steht an: Auch die Laufcup-Serie nimmt wieder Fahrt auf. Ihr habt noch nie von der Laufcup-Serie gehört? Dann ändern wir das einmal!
Jedes Jahr findet über das Jahr verteilt die Laufcup-Serie der HSG Uni Greifswald Abteilung Triathlon/Laufgruppe statt. Auch in diesem Jahr wird es wieder verschiedene Termine geben, an denen man die Laufschuhe binden und um die Wette rennen kann. Insgesamt werden fünf Termine und vier verschiedene Wettbewerbe angeboten. Hierbei wird nicht in Altersklassen, sondern lediglich nach Geschlechtern unterschieden – bei den Paarwettbewerben gibt es zusätzlich noch die Mixed-Teams.
Die Wettbewerbe sind unterteilt in den Halbstundenlauf, den Stundenlauf sowie der Halbstundenpaar- und Stundenpaarlauf. Die Dauer sollte damit klar sein: 30 Minuten oder 60 Minuten. Am Ende zählen die zurückgelegten Kilometer in der entsprechenden Zeit.
Es werden Preise für das Tages- und das Gesamtpodium vergeben. Für die Plätze 1-3 gibt es Urkunden sowie Gutscheine von Sport 2000 für die Sieger*innen.
Die Gesamtwertung ergibt sich aus einer Punkteverteilung für die einzelnen Tagesergebnisse. Dabei werden für den 1. Platz 50 Punkte, für den 2. Platz 45 Punkte und den 3. Platz 40 Punkte vergeben. Die nachfolgenden Plätze erhalten 39 Punkte, 38 Punkte, 37 Punkte – es ist logisch und nachvollziehbar, oder?
Um dann wiederum in der Gesamtwertung berücksichtigt zu werden, muss man an mindestens drei Läufen teilgenommen haben. Nimmt man an allen fünf Läufen teil, so wird das schlechteste Ergebnis gestrichen. Sollte es zu einem Gleichstand der Punkte kommen, wird in zweiter Wertung nach der zurückgelegten Strecke entschieden.
Die Termine der Laufcup-Serie liegen immer an einem Mittwoch. Die Anmeldung findet jeweils ab 17 Uhr statt. Der Startschuss erfolgt jeweils um 18 Uhr. Die Termine gibt es im Überblick:
- 22. März 2023
- 19. April 2023
- 18. Oktober 2023
- 15. November 2023
- 6. Dezember 2023
Die Teilnahmegebühren belaufen sich auf 1 € pro Lauf für Kinder und Jugendliche unter 20. Wer also nach dem 01.01.2003 geboren ist, gilt als U20 Starter*in. Alle Personen, die davor geboren sind, zahlen 4 € pro Start. Bei den Paarläufer*innen zahlt diesen Betrag jede*r Partner*in.
Das Wichtigste auf einen Blick
Was? Laufcup-Serie 2023 der HSG Uni Greifswald
Welche Wettbewerbe? Stunden- & Halbstundenlauf, Stundenpaar- und Halbstundenpaarlauf
Wann? 22. März (19. April, 18. Oktober, 15. November und 6. Dezember)
Wo? Volksstadion, Karl-Liebknecht-Ring 2
Kosten? pro Lauf: 1 € für U20, 4 € für Ü20
Beitragsbild: Foto von Steven Lelham auf Unsplash
von Clara Rauner | 18.03.2023
Unter dem Motto „Misch dich ein“ finden vom 20. März bis zum 2. April die Internationalen Wochen gegen Rassismus in Greifswald statt. Was hier so passiert, erfährst du in diesem Artikel.
Die Stiftung gegen Rassismus koordiniert jährlich Modellprojekte und Veranstaltungen, die zum Abbau von Rassismus und der Ausgrenzung von Minderheiten allgemein beitragen sollen. Nicht zu verwechseln mit dem festival contre le racisme, das später im Jahr ansteht.
In Greifwald wird sich bereits an vielen Orten eingemischt, mit Demos, Gegendemos und Vorträgen, organisiert u.a. vom Bündnis Greifswald für Alle. Es könnte ein sehr weltoffener Eindruck entstehen, wären da nicht diejenigen Demonstrationen oder „Spaziergänge“, die erwähnte Gegendemos notwendig machen. Kürzliche Proteste gegen Geflüchtetenunterkünfte sind ein aktuelles Beispiel dafür, wie viel Arbeit in dieser Hinsicht noch zu leisten ist.
Programm
Was? Fotoausstellung: “Leben ohne Rassismus 2.0”
Wann? 01. März bis 30. April
Wo? STRAZE
Dazu eine Finissage am 25. April um 19 Uhr
Was? Infostand: Betriebliches Beratungsteam MV
Wann? 21. März von 14 bis 18 Uhr
Wo? STRAZE
Was? Vortrag: „Lagebild Rassismus in MV. Erfahrungen von Frauen in Mecklenburg-Vorpommern“
Wann? 22. März um 18 Uhr
Wo? Rathaus
Was? Film: Aşk, Mark ve Ölüm – „Liebe, D-Mark und Tod“
Wann? 23. März um 20 Uhr
Wo? STRAZE
Was? Gestaltungsprojekt zum Mitmachen: „MUT VERVIELFÄLTIGEN“
Wann? 23. und 30. März von 16 bis 18 Uhr
Wo? STRAZE
Hier kannst du dich dafür anmelden.
Was? Theater: „Auch Deutsche unter den Opfern – Ein Rechercheprojekt zum NSU von Tuğsal Moğul“
Wann? 24. März um 18 Uhr
Wo? STRAZE
Was? Gesprächsprojekt: „Lebendige Bibliothek“
Wann? 25. März, 31. März und 01. April
Wo? an verschiedenen Orten
Was? Vortrag und Diskussion: „Antislawischer und antiosteuropäischer Rassismus: für eine Osterweiterung der Rassismusdebatte“
Wann? 28. März um 19:30 Uhr
Wo? Koeppenhaus
Was? Lesung: “Klar bin ich von hier! Was ein schwarzer Junge in Deutschland erlebt” von Sabine Priess
Wann? 31. März um 8 Uhr und um 10 Uhr
Wo? Stadtbibliothek
Was? Workshop: “So war das doch gar nicht gemeint! – Alltagsrassismus verstehen und begegnen”
Wann? 31. März von 12 bis 15 Uhr
Wo? STRAZE
Was? Film und Gespräch: “Die Schwimmerinnen”
Wann? 1. April um 18 Uhr
Wo? IGS Erwin Fischer
Weitere Infos zu den Programmpunkten findest du hier.
Beitragsbild: Ehimetalor Akhere Unuabona auf Unsplash
von Klara-Marie Zwerschke | 17.03.2023
Das Alter: Alles eine Frage der Perspektive. Am 07.03.2023 feierte „Willkommen im Wunderlift – Musiktheater für Menschen ab 7 und ab 70 Jahren“ seine Premiere am Theater Vorpommern in Greifswald. Da ich zurzeit ein Praktikum in der Marketingabteilung des Theaters absolviere, durfte ich meine Kollegin Linda zur zweiten Aufführung des Stücks begleiten und blickte am Ende auf eine Vorstellung voller Lachen, Weinen, Erstaunen und allerhand Lebensweisheiten zurück.
Unsere Erwartungen:
Als wir den Titel lasen, der ohnehin schon eine Alterseinschränkung enthält, dachten wir im Grunde nicht daran, dass es sich bei dem Stück um eine Inszenierung vorrangig für Kinder handelt. Dass es um die Unterschiede zwischen Jung und Alt, zwischen Gen Z und Boomern gehen würde, konnten wir bereits erahnen. Die Tatsache, dass wir durch unsere Stellen am Theater bereits vor der Premiere einige Details des Stücks aufschnappten, sorgte bei uns allerdings vielmehr für Verwirrung als Erleuchtung. Was haben ein feststeckender Fahrstuhl, eine Anleitung für den Sonnengruß aus dem Yoga, ein lauthals schreiender Richter und ein alter Mann an der E-Gitarre miteinander zu tun? Leicht irritiert, jedoch freudig gespannt machten wir uns am 09.03. auf zur Stadthalle.
Die Handlung:
Als ein Junge und ein älterer Herr zusammen in einen Fahrstuhl steigen, um in den 12. Stock zu fahren, können sie noch nicht ahnen, dass sie nun einen längeren Zeitraum miteinander verbringen werden. Der Fahrstuhl bleibt stecken, eine Rettung scheint erstmal, trotz der Versicherungen des gelangweilten Service-Mitarbeiters aus dem Lautsprecher, nicht in Sicht. Wie sollen die beiden mit der Situation umgehen? Während sich der alte Mann in Geduld übt, einen Klapphocker, eine Butterstulle und sein Taschenradio auspackt, verfällt der Junge in Panik, sucht mit seinem Smartphone nach Empfang und beklagt sich über die Situation. Wie solle er denn jetzt TikToks drehen und Videos auf Instagram hochladen? Durch die Feststellung, dass beide Protagonisten sich vor bestimmten Dingen fürchten, finden sie Gemeinsamkeiten und kommen so ins Gespräch. Unterbrochen werden sie zeitweise von wundersamen Gestalten – zwei Yogis, einem Richter und einem Anwalt sowie zwei Show-Moderatoren -, die der Fahrstuhl offenbart. Musikalisch wird das Stück durch eine Live-Band mit Mitgliedern des Philharmonischen Orchesters Vorpommern am Synthesizer, Violoncello, Klarinette und Schlagwerk untermalt, während die Sänger durch verschiedene umgeschriebene Arien, Volkslieder und Duette das Publikum in ihren Bann ziehen. So wird beispielsweise das “Blumenduett” der Oper Lakmé zum Titel “Namasté” umgedichtet, der sich um die Meditation aus der Yoga-Perspektive dreht.
Die Figuren:
Der Junge (Daniel Schliewa, Tenor) verkörpert sowohl durch seine optische Aufmachung als auch sein Verhalten auf eine sehr stereotypische Weise die Gen Z. AirPods und weiße Sneaker, dauerhaft am Scrollen auf seinem Smartphone und äußerst ungeduldig angesichts der Lage, in der er sich befindet, fassen ihn zu Beginn gut zusammen. Im Laufe des Stücks offenbart sich jedoch seine nachdenkliche und kreative Ader. So liebt er es, in seiner Freizeit Geschichten zu schreiben, welche er dem alten Mann schlussendlich in Form eines USB-Sticks schenkt. Er beginnt, über seine Ängste nachzudenken, stellt dem alten Mann Fragen über dessen Leben und was er sich unter dem Tod vorstellt und zeigt Respekt vor der Weisheit des Alters.
Der ältere Herr (Jovan Koščica, Bass) zeichnet sich vor allem durch seine humorvolle Umgangsweise mit der Unvorhersehbarkeit des Lebens aus. Mit seinem Einkaufstrolley scheint er auf jede Widrigkeit vorbereitet zu sein. Mit Klappstuhl, etwas zu Essen, einem Taschenradio, einem etwa 1000-seitigen Wälzer zur “leichten Lektüre” oder seinem “schon nach 10 Jahren kaputt gegangenen Mobiltelefon” bringt er sowohl den Jungen als auch das Publikum zum Staunen und Auflachen. Doch auch der alte Mann hat Ängste. Als Musiker und ehemaliges Mitglied der Band “Schrammstein” ist es seine größte Sorge, sein Gehör zu verlieren und nicht mehr unabhängig zu sein. Sein Motto lautet “Man ist nur so alt, wie man sich fühlt”, sodass es kaum überrascht, als er im Rahmen einer sonderbaren Game-Show plötzlich seine alte E-Gitarre auspackt und zu spielen beginnt.
Die wundersamen Figuren (Thomas Rettensteiner, Bariton / Maciej Kozłowski, Bassbariton) überzeugen besonders durch ihr außergewöhnliches Gesangstalent. Während Rettensteiner mit dem Publikum Atem- und Yogaübungen durchführt, bringt Kozłowski die Zuschauer*innen mit einem ansteckenden Lächeln zum Mitbrüllen (“Spaß, Spannung, gute Unterhaltung!”) und Applaudieren – beide in wechselnder, meist sehr knallig-farbenreicher Kostümierung. Mit ihren Show-Einlagen bringen sie die Stärken und Schwächen der jungen und alten Generation zum Vorschein.
Kritik und Lob:
Wie es bereits der Titel verraten hat, wurde das Theaterstück für Kinder ab 7 Jahren angesetzt. Nach unserer Einschätzung sind die im Rahmen des Stücks bearbeiteten Themen (Tod und Vergänglichkeit, Achtsamkeit, Geduld und Akzeptanz der Widrigkeiten des Lebens), rein was das Verständnis und die Relevanz betrifft, eher etwas für Kinder und Jugendliche ab ca. 12 Jahren. Auch Erwachsene werden sich selbst und die Sorgen und Probleme ihres Alltags in diesem Stück problemlos wiederfinden.
Was den Mitmach- und Spaßfaktor betrifft, ist das Stück wiederum doch für jüngere Kinder geeignet, wenn die Darsteller das Publikum auf humorvolle Weise auffordern, zu klatschen, die Arme zu heben und Atemübungen zu machen. Zugleich werden jüngere Kinder durch die umgedichteten klassischen Arien, Duette und Volkslieder dazu angeregt, ihre Begeisterung für das Theater zu wecken und sich im späteren Verlauf ihres Lebens auch an die originalen Werke heranzuwagen.
Besonders gut gefallen hat uns die Kulisse, die einen sehr realistischen Blick auf einen echten Fahrstuhl vermittelte und dessen Soundeffekte zugleich sehr wirklichkeitsgetreu durch das Orchester nachgeahmt wurden.
Insgesamt schätzen wir das Stück – um auf die Gemeinsamkeiten zwischen den Generationen zurückzukommen – als ein Vergnügen für Jung und Alt ein und können nicht genug empfehlen, sich ein eigenes Bild von der Inszenierung zu machen.
Wann und wo kann ich mir das Stück ansehen?
- 18.03.2023 / 16:00 Uhr, Rubenowsaal Stadthalle Greifswald
- 19.03.2023 / 11:00 Uhr, Rubenowsaal Stadthalle Greifswald
- 13.04.2023 / 10:00 Uhr, Gustav-Adolf-Saal / Kirche St. Jakobi Stralsund
- 14.04.2023 / 10:00 Uhr, Gustav-Adolf-Saal / Kirche St. Jakobi Stralsund
- 16.04.2023 / 16:00 Uhr, Gustav-Adolf-Saal / Kirche St. Jakobi Stralsund
- 25.04.2023 / 10:00 Uhr, Gustav-Adolf-Saal / Kirche St. Jakobi Stralsund
- 26.04.2023 / 10:00 Uhr, Gustav-Adolf-Saal / Kirche St. Jakobi Stralsund
- 09.05.2023 / 10:00 Uhr, Rubenowsaal Stadthalle Greifswald
- 10.05.2023 / 10:00 Uhr, Rubenowsaal Stadthalle Greifswald
Ein Beitrag von Linda Siebing und Klara-Marie Zwerschke
Beitragsbild: Theater Vorpommern
von Adrian Siegler | 15.03.2023
Am 18.11.2022 – das ist bereits eine Weile her – hat das Bundeskabinett die lang ersehnte Energiepauschale für Studierende und Fachschüler*innen beschlossen. Diese soll eine Hilfe darstellen, um die stetig steigenden Energiekosten etwas tragbarer zu machen. Enttäuschenderweise ist diese Soforthilfe lediglich eine Einmalzahlung in Höhe von 200€. Wie ihr diese Soforthilfe erhaltet und welche Optionen ihr zur Beantragung habt, erfahrt ihr hier.
Ihr habt eben schon richtig gelesen: Beantragung. Ihr habt zwar alle (solange ihr studiert oder eine Fachschule besucht) Anrecht darauf, die 200€ zu erhalten, müsst dafür allerdings einen Antrag ausfüllen. Dieser ist über das Portal der Bundesregierung ab heute zugänglich. Die Zugangscodes dazu wurden auf Anweisung des Wissenschaftsministeriums über die Hochschulen bereits am 14.03. versendet. Eventuell ist euch auch schon eine Email in euren Uni-Mails aufgefallen, wo dieser drinsteht.
Zur gleichen Zeit wird euch auch eine Pin zugeschickt, die ihr in der Accountverwaltung abrufen könnt. Dort müsst ihr lediglich auf das rote Feld „Pin abrufen“ drücken und in dem Feld darüber erscheint dann eine sechsstellige Kombination aus Zahlen und Buchstaben – eure Pin.
Das klingt zwar alles etwas kompliziert und umständlich – ist es auch. Denn ihr benötigt zusätzlich zur Antragstellung auch einen BundID-Account, welchen ihr auf der entsprechenden Website erstellen könnt. Die BundID ist der jüngste Versuch der Bundesregierung, mit einem freiwilligen Online-Tool zeitaufwändige Gänge zum Amt zu vermeiden. Was wie eine gute Idee wirkt, bedeutet in diesem Fall eine weitere Hürde für Antragstellende. Wie bereits erwähnt ist eine BundID obligatorisch und alles andere als eine freiwillige Alternative – zumindest, wenn man die 200€ erhalten möchte. Von den berechtigten Zweifeln in Bezug auf Datenschutz und -verbarbeitung, sowie der ausschließlichen Verfügbarkeit in deutscher Sprache ganz zu schweigen.
Nachdem das erledigt ist, besucht ihr die folgende Seite: https://antrag.einmalzahlung200.de/
Hier könnt ihr den letztendlichen Antrag stellen. Zuerst müsst ihr euch anmelden, wozu die BundID benötigt wird. Haltet auch den 32-stelligen Zugangscode (dieser sollte euch gestern in eurem Uni-Postfach erreicht haben) und die 6-stellige Pin (diese findet ihr in der Accountverwaltung) bereit. Erfolgreich angemeldet, müsst ihr lediglich die offenen Felder ausfüllen und schon ist die Soforthilfe beantragt.
Ein Beantragungsverfahren, das nach Monaten der Frustration und ausbleibender finanzieller Unterstützung schon fast wie Hohn erscheint. Zu lange dauert bereits das gesamte Verfahren. Schon 2021 war über ein Drittel der Studierenden in Deutschland von Armut bedroht (nachzulesen in diesem webmoritz-Artikel). Nachdem im September die Pauschale in Form eines dritten Entlastungspaktes bereits durch die Bundesregierung beschlossen wurde, warten Schüler*innen und Studierende nun bereits ein halbes Jahr auf die Soforthilfe.
„Eine Soforthilfe ist das schon lange nicht mehr. Die 200 Euro können das Loch im Portemonnaie bei den hohen Lebenserhaltungskosten sowieso nicht mehr stopfen. […].“
Carlotta Eklöh, Vorstandsmitglied des fzs
Und das Warten hat leider noch kein Ende. Es sei an dieser Stelle betont, dass es sich bei dem Antrag lediglich um den Antrag handelt. Das Geld wird euch leider noch nicht direkt überwiesen. Nachdem der Bund die Aufgabe der Verteilung der Hilfen erfolgreich an die Länder abgetreten hat, sind nun diese für die Auszahlung verantwortlich. Demnach können wir nicht davon ausgehen, dass die Pauschale alle Schüler*innen und Studierende gleichzeitig und in naher Zukunft erreicht. Das ist nun ganz von den Ländern und der Geschwindigkeit, in der diese arbeiten, abhängig.
Beitragsbild: Adrian Siegler