Draußen ist das neue Drinnen

Draußen ist das neue Drinnen

Habt ihr gemerkt, wie schön es draußen geworden ist? Die Vögel zwitschern, überall grünt und blüht es. Die Sonne glitzert durch die raschelnden Bäume hindurch, die Leute, die draußen unterwegs sind, lächeln gut gelaunt – soweit man es unter ihrer Maske erahnen kann. Es riecht nach frischer Luft und am Ryck so schön nach Wasser. Man braucht oft nur noch ein leichtes Jäckchen, wenn einem die typische Greifswalder Brise entgegenweht.

Doch viele von uns verpassen gerade einen schönen Frühling. Neben dem wöchentlichen Gang zum Supermarkt gibt es leider zurzeit nur wenige triftige Gründe, das Haus zu verlassen. Für einige Leute ist spazieren gehen uncool, „das machen doch nur alte Leute“, oder sie haben vergessen, wie schön das sein kann. Man bekommt den Kopf frei, kann ungestört nachdenken und seinem Körper ein bisschen Bewegung gönnen. Falls euch auch das nicht Grund genug ist, haben wir ein paar neue Anregungen. Wir haben uns zehn Dinge überlegt, wie euer nächster Spaziergang richtig hipp und altersgerecht gestaltet werden kann und ihr endlich wieder einen Grund habt, die Bude zu verlassen.

Nicht alleine gehen – aber mit Abstand!

Spazierengehen macht natürlich gleich viel mehr Spaß, wenn man nicht alleine ist. Bei ausreichend Abstand ist es auch in der Corona-Krise kein Problem, mit Freund*innen unterwegs zu sein. Wenn ihr euch so lange nicht gesehen habt, gibt es bestimmt viel zu erzählen und die Zeit vergeht wie im Flug.

Falls der Gesprächsstoff dann doch mal ausgeht, kann man beim nächsten Spaziergang einfach Spiele spielen. Wem „Ich sehe was, was du nicht siehst“ und „Tiere raten“ zu langweilig ist, empfehle ich zum Beispiel „Black Stories“. Bei dem Spiel muss man spannende Geschichten anhand von Ja- und Nein-Fragen entschlüsseln.

Gassi gehen

Eine Garantie dafür, dass euer Spaziergang nicht langweilig wird, ist eine tierische Begleitung. Vielleicht habt ihr Bekannte, die euch ihren Hund mal für ein Stündchen überlassen wollen – die meisten sind für die Entlastung sogar dankbar. Alternativ könnt ihr Zettel aufhängen oder auf Plattformen im Internet eure Hilfe anbieten. Auch das Greifswalder Tierheim freut sich über Unterstützung, zurzeit sind dort aber leider keine Gassi-Runden möglich.

Spaziergang mit Hund vom Tierheim Greifswald

Müll sammeln

Eine Idee, eurem Spaziergang einen Sinn zu geben, ist Müll sammeln! Leider gibt es auch in Greifswald und Umgebung einige Orte, die bei genauerem Hinsehen ziemlich schmutzig sind. Also packt doch einfach mal Handschuhe und Müllbeutel ein und tut mit eurem Spaziergang nicht nur euch und sondern auch eurer Umwelt einen Gefallen.

Mundraub

Vor kurzem haben wir euch die Seite mundraub.org vorgestellt. Die interaktive Karte zeigt euch, wo ihr in eurer Nähe an öffentlichen Orten ganz kostenlos Kräuter und Obst pflücken könnt. Hier findet ihr den Artikel mit weiteren Informationen.

Telefonieren

Eure Freund*innen sind nicht in Greifswald und Oma und Opa könnt ihr nicht besuchen? Dann nutzt den nächsten Ausflug an der frischen Luft doch, um mal wieder bei euren Liebsten durchzuklingeln.

Musik, Podcast oder Hörspiel hören

Wenn die eigenen Gedanken langweilig und nicht mehr unterhaltsam genug sind, dann hört doch beim Spazierengehen Musik. Bei musikalischer Untermalung scheint jeder Weg plötzlich wie ein anderer Ort. Oder ihr greift zu Podcasts oder Hörbüchern. Bei Spotify gibt es zum Beispiel unzählige kostenlose Hörbücher.

Neue Orte ausprobieren

Klar wird Spazierengehen langweilig, wenn man jedes Mal nur „einmal um den Block“ geht. Schnappt euch doch mal euer Fahrrad. Nur 20 Minuten entfernt könnt ihr ganz neue Ecken entdecken. Zum Beispiel ist der Elisenhain nicht weit weg und auf jeden Fall einen Spaziergang wert!

Nicht weit weg von Greifswald-City – Der Elisenhain

Aus dem Spaziergang ein Abenteuer machen

Ihr könnt eure Runde auch aufregender gestalten, indem ihr zum Beispiel die App Actionbound verwendet. Sie bietet Stadtralleys an – auch in Greifswald. Zum Beispiel könnt ihr euch über die App auf die Spuren der jüdischen Geschichte in Greifswald machen. Mehr dazu findet ihr hier. Eine weitere Idee wäre wieder dem Hype Pokemon Go nachzugehen und ein paar seltene Pokemons zu fangen.

Flora und Fauna identifizieren

Ja, auch das ist eine Möglichkeit, den Spaziergang aufzupeppen. Ihr könnt zum Beispiel darauf achten, welche Vogelstimmen ihr hört und versuchen, die Tiere zuzuordnen. Eine andere Möglichkeit ist, Blumen und Blätter zu identifizieren und vielleicht sogar zu sammeln. Das letzte Mal ein Herbarium erstellt habe ich in der Grundschule. Aber warum nicht auch im Erwachsenenalter die Natur ein bisschen besser kennenlernen?

Fotos machen

Ich würde behaupten, jede*r von uns besitzt ein Gerät, das Fotos machen kann. Also nutzt das doch und schaut eure Umgebung durch die Linse an. Vielleicht fallen euch ja Details auf, die ihr noch nie vorher bemerkt habt und ihr habt Bilder, über die ihr euch in ein paar Jahren bestimmt freut. Die moritz.medien bieten im Juni übrigens Online-Fotoworkshops für jedermann an. Folgt uns auf unseren Social Media Kanälen, wenn ihr weitere Infos wollt!

Fotos: Lilli Lipka
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Mimimi-Mittwoch: Corona und Verschwörungstheorien

Mimimi-Mittwoch: Corona und Verschwörungstheorien

Wut, Hass, Zorn: All diese Gefühle verbindet man so manches Mal mit seinen Mitmenschen. Genau für solche Momente ist diese Kolumne da. Wann immer wir uns mal gepflegt über Leute auslassen oder uns auch generell mal der Schuh drückt, lest ihr das hier. 

„Zweifel sind Teil der Aufrichtigkeit“, sagte man mir einst. Auch bis heute bin ich dieser Meinung. Ein gesundes Maß an Zweifel ist durchaus richtig. Durch Zweifel an bestehenden Normen und Regeln, konnten veraltete Welt-, Gesellschafts- und Rollenbilder überwunden werden. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse ersetzen die alten, weil sich jemand dachte: „Das kann doch so nicht stimmen!“ Und wer sich bisher gewundert hat, wie ich 63 Wörter in einem Mimimi-Artikel schreiben konnte ohne mich aufzuregen, dem sei versichert: Das kommt auch noch.

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Aber zurück zum Thema. Zweifel sind bis zu einem gewissen Maße gut, Beweise allerdings sehr viel besser. Das ist auch der Grund, warum Verschwörungstheorien so absurd sind. Weder haben sie hieb- und stichfeste Beweise, noch glauben sie an Zufälle. Vielleicht war Rainer Wendt nur das arme Opfer eines linken Komplotts. Eventuell sind unsere modernen Smartphones in Wirklichkeit gezielte Tötungsmaschinen, wie die explodierenden Modelle zeigen. Weitaus realistischer finde ich allerdings die Theorie, dass Rauchmelder mit Mikrofonen und Kameras ausgestattet sind und für die Regierung spionieren. Macht auch Sinn. Die Dinger müssen mit ihren lauten Pieptönen dafür gesorgt haben, dass in meinem Gehirn der Wille Koch zu werden erstarb – so oft wie mir das Wasser in der Pfanne anbrennt. Brände gibt es schließlich auch mit den Dingern noch und mir haben die noch nie das Leben gerettet. Da die aber Pflicht sind, muss ein reicher Ekel dahinter stecken. Sicherlich Friedrich Merz. Wo sind denn jetzt die Datenschutz-Fetischist*innen, wenn meine Daten der geheimen Weltregierung und den Megakonzernen verkauft werden? Gerade jetzt zu Corona Zeiten, braucht es Menschen, die kritisch hinterfragen. Sind die Abstandsregeln noch sinnvoll? Hilft ein Mund-Nasen-Schutz wirklich? Sollte ich im Krankheitsfall lieber Tee oder Sagrotan trinken? Sowas muss man wissen. Denn je mehr die Menschen wissen, desto weniger müssen sie glauben.

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Aber um das mal ganz deutlich zu sagen, mir gehen sowohl Leute auf die Nerven, die gegen die Corona-Maßnahmen demonstrieren als auch die Maßnahmen selbst. Mir wird unter Umständen auch warm mit Mund-Nasen-Schutz, ich würde auch gerne Milch und Gummihandschuhe kaufen können, ohne einen Einkaufswagen holen zu müssen. Besonders wenn Gummihandschuhe natürlich genau dann ausverkauft sind, wenn ich welche brauche. Auch die Abstandsregeln bzw. das Kontaktverbot stören mich, würde ich doch gerne mal in größerer Runde grillen. Aber ich nehme all das gerne auf mich. Nicht nur weil mein Leben zur Hälfte sowieso aus einsamer Isolation und dem Kontakt zu Freund*innen über das Internet besteht und ich eher virtuell als physisch Golf spiele, sondern auch, weil ich der Meinung bin, dass es das alles wert ist, wenn ich auch nur einen Menschen damit vor dem Tod bewahre. Das mag bei einem „harmlosen“ Virus wie Covid-19 übertrieben wirken. Doch alle, die so denken, mögen doch mal bitte mit den Angehörigen der Toten sprechen. Damit will ich nicht blind alle Maßnahmen verteidigen. Diese müssen regelmäßig von Expert*innen geprüft werden und es muss dann im Sinne des Gemeinwohles entschieden werden. Natürlich bringen z.B. geschlossene Kitas Probleme. Dann müssen die Eltern ihren Sohn Julius Tiberius alleine Zuhause bespaßen und merken, dass Erzieher*in halt doch ein wertvoller Beruf ist und das eigene Kind vielleicht doch nicht so lieb und hochbegabt ist, wie sonst immer gedacht. Es ist eben eine schwere Zeit. Aber wenn wir alle zusammenhalten und mit Humanismus und Solidarität an der Zukunft arbeiten, dann wird das schon. Aber eben gemeinsam. Da hilft es nicht mit unbegründeten Theorien und wüsten Fantasien um sich zu werfen. Wer Fanfiction schreiben will, kann das gerne tun. Aber bitte verkauft das nicht als Antworten auf die Fragen der Welt oder spielt euch als großartige Rebell*innen im Kampf gegen ein übermächtiges Imperium auf.

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Verschwörungstheorien sind halt nicht einmal schwer zu schreiben. Zum Beispiel kann ich beweisen, dass Michael Wendler der Anführer eines international agierenden Pädophilenringes mit Unterstützung der Pornografielobby bzw. der Pornografieindustrie ist. Einer in den dunklen, wenig besprochenen und teils auch illegalen Ecken des Internets agierenden Vereinigung, die versucht, durch massenhaften Einfluss von Dopamin auf menschliche Gehirne diese zu willenlosen Sklaven ihrer eigenen Triebe zu machen. Wenn die Konsumierenden dann erst einmal abhängig sind und sozial vereinsamt nur noch ihren Instinkten folgen, dann wollen sie ein satanistisches Reich unter ihrer Führung erschaffen. Das macht alles Sinn, denn der Name von Michael Wendlers Freundin, die vorgibt 18 zu sein, in Wirklichkeit aber nur mit Schönheitsoperationen so verändert wurde, dass es passt, lautet Laura Müller. (Wer glaubt, dass das nicht geht, sehe sich bitte einmal die Verwandlung von Dieter Bohlen von einem verfurchten Fossil in den ersten DSDS Staffeln, zu dem aalglatten Adonis an, der er heute ist.) Nehmt ihren Namen und den Namen ihres Vaterfreundes, tauscht ein paar Buchstaben aus, stellt etwas um und lest richtig, ergibt sich Pädophilenboss. Darüber sollte man einmal nachdenken. Aber nicht zu gründlich, sonst platzt auch noch der Kopf. (Muss man wissen!)

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Beitragsbild: Felix Michau
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Steckrüben-Curry mit Gewürzreis (vegan)

Steckrüben-Curry mit Gewürzreis (vegan)

In diesem Semester ist einiges anders. Unter anderem können die Studierenden und Mitarbeiter*innen an der Universität nicht zwangsläufig ihren Hunger in den Mensen stillen. Da wir ohnehin viel mehr Zeit zuhause verbringen, können wir also auch kulinarische Experimente wagen. Kocht sie nach und kommentiert mal wie es war und was ihr verbessert habt!

Eigentlich ist das einzige, was an diesem Gericht etwas mit Curry zu tun hat, Teile der Gewürze. Ein Curry, obwohl es hier als Gewürzmischung (aka Currypulver) bekannt ist, ist eigentlich ein Sammelbegriff für Gerichte mit sämiger Soße. Mit Curry-Ketschup hat das nix zu tun! Was genau reinkommt unterscheidet sich massiv. Ohne allzuviel darüber zu wissen, denke ich jedoch nicht, dass die Steckrübe ein typisches Gemüse in den Teilen Asiens ist, wo Currys herkommen. Thailand, Indien, Malaysia … Aber es ist ein Gemüse, dass aus unserer Region kommt, günstig ist und zu unrecht ein bisschen in Vergessenheit geraten ist. Unsere Vorfahren hatten Steckrübenwinter nach dem Krieg – wir können unsere eigene Steckrübengeschichte schreiben.

Zutaten fürs Curry:

  • 1 kleine Steckrübe
  • 1 Shotglas voll roter Linsen
  • 1 halbe Paprika
  • 3 cm Ingwer
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 kleine Zwiebel
  • ½ TL Currypulver
  • ½ TL Korianderpulver
  • ½ TL Kreuzkümmel (Cumin)
  • Salz
  • Pflanzenöl
Steckrübe, rote Linsen, Zwiebel und Ingwer

Zutaten für den Gewürzreis:

  • 1 Tasse Reis
  • 1/3 TL Anispulver
  • Salz
  • Pflanzenöl

Wie wird’s gemacht?

Zunächst werden Zwiebel, Ingwer und Knoblauch fein gewürfelt. Ingwer und Knoblauch kann man auch reiben – nervt aber dann beim Abwasch. Dann kann die Steckrübe gewaschen, geschält und in etwa 1 Zentimeter große Würfel geschnitten werden. Richtig geil an dieser Stelle wäre Chili. Hab ich aber nicht.

Meine Rezepte entstehen im Kochprozess und deswegen kaufe ich selten gezielte Zutaten. Improvisation ist alles!!!!!

Reis mit Salz, Anis und einem EL Pflanzenöl in einen kleinen Topf geben und kurz bei starker Hitze anschwitzen. Den Reis mit Wasser bedecken (eigentlich ist das Verhältnis 1 Teil Reis 2 Teile Wasser, aber ich finde es so einfacher), bis der Reis circa zwei Fingerbreit unter Wasser ist. Deckel drauf. Wenn es aufkocht, die Temperatur runter drehen auf eine kleine Flamme und mit geschlossenem Deckel weiter köcheln lassen. (Niemals umrühren!!!!!)

In einem größeren Topf die vorbereitete Zwiebel mit dem Ingwer, dem Knoblauch und den Gewürzen in Öl anbraten. Das Öl sollte den Boden vom Topf bedecken, also ca. 2 ½ EL Öl. Wenn die Gewürze angebraten werden, entfalten sie ihren Geschmack anders, als wenn sie erst später hinzugegeben werden. Aber aufpassen, dass nichts anbrennt! Wenn die Zwiebeln leicht glasig und die Gewürze leicht (!!) gebräunt sind, kommt die Steckrübe dazu. Kurz mit umrühren und dann die Linsen hinzugeben. Rote Linsen müssen nicht eingeweicht werden, deswegen können sie auch spontan verwendet werden. Das Ganze dann mit Wasser auffüllen, salzen und auf mittlerer Hitze köcheln lassen. Jetzt die Paprika schneiden und würfeln und auch in den Topf schmeißen. Geil! Das einzige, das noch geiler wäre, wäre Kokosmilch. Hab ich aber auch nicht. Pech gehabt.

Hin und wieder mit einem Löffel den Reis vorsichtig auseinander schieben und gucken, ob noch Wasser im Topf steht. Wenn keines mehr da ist und der Reis noch nicht durch ist, einfach ein bisschen Wasser nachgießen. Ist der Reis durch und noch Wasser im Topf, den Deckel abnehmen und die Temperatur hochdrehen, bis das Wasser verkocht ist. Den fertigen Reis abgedeckt zur Seite stellen.

Wie schmeckt’s?

Leider brauchen die Steckrüben wesentlich länger als ich gedacht hätte. Insgesamt fehlt es ein bisschen an Flüssigkeit und Schärfe im Curry. Falls ich das ganze nochmal kochen würde, würde ich definitiv Chili und Kokosmilch mit reinnehmen. Kein Essen für den schnellen Hunger, aber es gibt Schlimmeres. Wenigstens duftet die Küche richtig geil!

Bilder: Veronika Wehner
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Erster Online-Hochschulinformationstag

Erster Online-Hochschulinformationstag

„Studieren ist nicht abgesagt“, so kündigt Prof. Dr. Steffen Fleßa, Prorektor für Studium und Lehre, den ersten digitalen Hochschulinformationstag der Universität Greifswald an. Bedingt durch die Corona-Pandemie findet der Infotag für alle Studieninteressierten, Eltern und Lehrer*innen am Donnerstag, dem 28. Mai, als Online-Erlebnis statt – kostenlos und ortsunabhängig.

In virtuellen Hörsälen finden in der Zeit von 14 bis 18 Uhr verschiedene Online-Veranstaltungen statt. Außerdem wird es in dieser Zeit möglich sein, sich an virtuellen Informationsständen per Live-Chat mit Studierenden, der Zentralen Studienberatung, dem International Office, Fachstudienberater*innen, Dozent*innen sowie Professor*innen auszutauschen. Am Informationsstand sowie in der Networking-Lounge des virtuellen Foyers können Besucher*innen außerdem allgemeine Fragen rund um das Studium an der Universität Greifswald stellen.

Das komplette Programmheft könnt ihr hier einsehen.

Interessierte können sich im Rahmen des Online-Events über die verschiedenen Studienangebote der Uni informieren. Auch neue Angebote, die im Wintersemester 20/21 starten, werden vorgestellt: Darunter sind Studiengänge wie „Grundschullehramt“, der Doppelmaster „Sprache & Kommunikation: International“ oder der Masterstudiengang „Theological Studies“.

Das Wichtigste auf einen Blick:

Was? – Hochschulinformationstag der Universität Greifswald – ONLINE!
Wann? – Donnerstag, 28. Mai 2020, von 14 bis 18 Uhr
Wer? – Für alle Studieninteressierten, Eltern und Lehrer*innen zum Austausch mit Studierenden, der Zentralen Studienberatung, dem International Office, Fachstudienberater*innen, Dozent*innen und Professor*innen
Wie? – Nach Anmeldung über www.uni-greifswald.de/hochschulinformationstage. Die Anmeldung ist bis zum Ende der Veranstaltung jederzeit möglich.

Im nächsten Jahr sollen die Hochschultage wieder vor Ort vom 27. bis 29. Mai stattfinden.

Beitragsbild: Motiv Hochschulinfotage – Gestaltung: GRAFfisch, Universität Greifswald

Digitale Spurensuche

Digitale Spurensuche

Den meisten von euch sind sie schon längst aufgefallen: die quadratischen Messingtafeln, eingelassen auf dem Gehweg, beschriftet mit Worten wie „Hier wohnte…“, „deportiert“, „ermordet“. Seit 1997 werden auf Initiative von Gunter Demnig Stolpersteine verlegt, die zum Innehalten, Nachdenken und Erinnern anregen sollen. Anlässlich der Jährung der Verlegung der Steine in Greifswald wurde nun ein digitaler Stadtrundgang entwickelt, der über das jüdische Leben in Greifswald informieren soll.

Stolpersteine sollen derer Menschen gedenken, die in Zeiten des Nationalsozialismus bedroht, deportiert, gefoltert und gewaltsam ermordet wurden. Insgesamt gibt es in ganz Greifswald 28 Stolpersteine, 13 davon wurden heute vor sieben Jahren verlegt. Der 23. Mai 1949 ist der Tag, an dem das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland erlassen wurde: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“

Stolpersteine in der Gützkower Straße in Greifswald

Vor vielen Wohnhäusern sind die Gedenktafeln zu finden und sollen uns an das Schicksal von Millionen von Menschen erinnern: „Die Steine erinnern an die Namen der Menschen, die hier gelebt haben“, so Anita Völlm von der Partnerschaft für Demokratie in Greifswald. Die Geschichten sollen nicht vergessen werden. Daher hat die Partnerschaft für Demokratie zusammen mit dem Arbeitskreis Kirche und Judentum und der offenen Jugendarbeit der evangelischen Altstadtgemeinden ein Projekt auf die Beine gestellt: einen digitalen Stadtrundgang. Interessierte können mit der kostenlosen App „Actionbound“ der jüdischen Geschichte in Greifswald auf den Grund gehen. „Jüdisches Leben gab es über viele Jahrhunderte in Greifswald, von 1871 bis 1938 gab es eine Gemeinde, wir wollen eine Anregung geben sich damit zu beschäftigen“, so Völlm.

Die Plattform ermöglicht eine Spurensuche des jüdischen Lebens in Greifswald per Smartphone. Nachdem man einen QR-Code gescannt hat, leitet die App einen Stadtrundgang ein. Die Tour beginnt auf dem Marktplatz mit der Aufgabe „Findet ihr die Gedenktafel für die Jüdische Gemeinde?“. Daraufhin leitet die App via GPS zu verschiedenen Stationen. Hier warten Aufgaben, Informationen, Bilder und Musik.

Wenn ihr neugierig auf die jüdische Geschichte in Greifswald geworden seid, findet ihr hier weitere Informationen zu der App sowie den benötigten QR-Code.

Bilder: Lilli Lipka

Die Corona-Krise für Studierende

Die Corona-Krise für Studierende

Corona – das Topthema der letzten Wochen. Mittlerweile sind überall die Auswirkungen der Pandemie zu spüren: Kitas, Schulen und Universitäten sind geschlossen; die Lehre erfolgt online; einkaufen geht nur noch mit Maske und Mindestabstand; Bars, Restaurants und Kneipen haben seit Wochen keine Einnahmen mehr und viele Menschen sind aktuell im Homeoffice, in Kurzarbeit oder bereits arbeitslos. Was sich wie das Setting für einen wirklich schlechten Apokalypse-Film anhört, ist leider schon lange Realität. Doch nicht nur Unternehmen fürchten um ihre Existenz. Schätzungsweise 750.000 Studierende haben bisher ihren Job verloren (Stand April), da die Cafés und Restaurants, durch die sich die meisten ihren Lebensunterhalt verdienen, geschlossen sind. Für viele Unternehmen gibt es seitens der Bundesregierung Sofortmaßnahmen, für Studierende sind bislang allerdings nur Darlehen vorgesehen.

Finanzielle Unterstützung für Studierende

„Zinslose Darlehen an Studierende zu vergeben, heißt nichts anderes, als dass nach Corona zwei Jobs fällig sind. Einer, um den Lebensunterhalt zu bestreiten und ein zweiter, um das Darlehen zurückzuzahlen“, so Kevin Kühnert, Bundessprecher der JUSOS. Kühnert und die Vorsitzenden weiterer Jungorganisationen – Anna Peters (Bundessprecherin Grüne Jugend), Tilman Kuban (Bundesvorsitzender Junge Union) und Ria Schröder (Junge Liberale) – wandten sich im April 2020 mit einem gemeinsamen Brief an die Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) und Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD), in dem sie die Öffnung des BAföG für alle Studierenden, die wegen der Corona Krise ihren Job verloren haben, forderten. Im Jahr 2019 wurde ca. ein Drittel des zur Verfügung gestellten BAföG-Gesamtbudgets, welches sich auf ungefähr 900 Millionen Euro beläuft, nicht abgerufen.

Junge-Union-Chef Kuban sagte in einem Interview mit dem SPIEGEL: „Die Sofortprogramme für Unternehmen, Start-ups und Künstler hatten Priorität, nun müssen wir aber die Studenten und Auszubildenden in den Blick nehmen.“ Studierende, die bislang nicht BAföG-berechtigt, aber auf ihren Nebenjob angewiesen gewesen seien, fielen gerade durch das Raster, andere hätten erhebliche Einbußen. Die vier forderten außerdem, dass die Bundesregierung auch bei Azubis und dual Studierenden bei Einkommensausfällen die Ausbildungshilfen an den BAföG-Höchstsatz anpassen und ihn für alle öffnen soll.

Ministerin Karliczek entschied sich Ende April aber gegen eine BAföG-Öffnung und für eine Kreditlösung. Das heißt, dass Studierende ab Mai einen Kredit von bis zu 650 Euro pro Monat beantragen können. Außerdem will der Bund 100 Millionen Euro in die Notfonds der Studierendenwerke einzahlen. Dieses Geld soll aus den nicht abgerufenen BaföG-Mitteln aus 2019 finanziert werden. Zur Erinnerung: Diese betrugen 900 Millionen. Um Geld aus diesen Notfonds zu erhalten, muss man allerdings nachweisen können, dass man auf die Hilfen unbedingt angewiesen sei. Wie man das machen soll, ist bis dato noch ungeklärt. Außerdem kann man sich leicht vorstellen, wie viel letztendlich bei den Betroffenen ankommt, wenn 100 Millionen erst auf die Studierendenwerke und dann weiter auf die vielen Studis verteilt werden.

Forderungen aus MV

Aber nicht nur die Vorsitzenden der Nachwuchsorganisationen fordern, in dieser Zeit die jungen Leute nicht zu vergessen. Auch in MV wird der Protest immer lauter. Bereits vor Semesterstart Anfang April schlossen sich die Studierendenschaften der Uni Rostock, Uni Greifswald, der Hochschule Wismar, Hochschule Stralsund, Hochschule Neubrandenburg und der Hochschule für Musik und Theater Rostock zusammen, um in einem offenen Brief an Wissenschaftsministerin Martin sowie die Landesregierung und den Landtag ihren Protest gegen den geplanten Semesterstart zu äußern. Sie forderten Soforthilfen für Studierende und ein optionales Semester, da die Qualität der Lehre und eine Chancengleichheit nicht sichergestellt wären. Studierenden mit Kind fehle eine Betreuung, vielen bricht das Einkommen durch den fehlenden Nebenjob weg und auch die unterschiedliche Infrastruktur, sei es allein das schlechte Internet, das wir alle kennen, führt zu Problemen in einem Online-Semester. Deshalb dürfe dieses Semester nicht als reguläres Semester gewertet werden; die Anwesenheit in Lehrveranstaltungen und das Absolvieren von Prüfungen müsse optional sein. Wer sich dazu entscheidet, trotzdem eine Prüfung abzulegen, solle im Fall, dass die Prüfung nicht bestanden wird, keinen regulären Versuch verlieren, sondern einen weiteren Krisen-Freiversuch erhalten. Was genau gefordert wird, könnt ihr beim AStA nachlesen.

Doch es änderte sich nichts. Es soll zinslose Darlehen geben und ein optionales Semester wird nicht diskutiert. Am 27. April wandte sich nun die LKS M-V (Landeskonferenz der Studierendenschaften Mecklenburg-Vorpommern) direkt an Bundesbildungsministerin Anja Karliczek. Sie geben sich nicht mit einem Kredit für Studierende zufrieden und fordern endlich Entscheidungen und Klarheit. Laut Umfragen sehen sich 37,8 Prozent der Studierenden in MV durch die Corona-Pandemie in einer finanziellen Notlage. Bei den ausländischen Studierenden seien es sogar 83,3 Prozent. Soforthilfen für Studierende seien unabdingbar und ein Studium ohne finanzielle Mittel durch den Staat sei nicht möglich. Den vollständigen Forderungskatalog findet ihr unter anderem auf der Instagram-Seite unseres AStAs.

Was tut sich aktuell?

Um in diesem ganzen Wirrwarr an Forderungen noch durchzusehen, wende ich mich an Annalena Mangels, Studentin aus Greifswald, AStA-Referentin für Hochschulpolitik und Mitglied des Sprecher*innenteams der LKS M-V.

moritz.medien: Gibt es bereits eine Reaktion auf den Forderungskatalog vom 27. April?

Annalena: Auf den Forderungskatalog, welchen wir dieses Mal an die Bundesbildungsministerin adressierten, haben wir bis heute leider keine direkte Antwort bekommen. Es gab zwar kurz danach eine Pressemitteilung von Anja Karliczek bezüglich der „Soforthilfe“ für Studierende, welche ja auch Teil unserer Forderung war, aber auf die konkreten und auch auf die anderen Forderungen aus dem Katalog wurde von Frau Karliczek nicht weiter eingegangen.

moritz.medien: Wie sieht es mit der finanziellen Unterstützung aus? Bleibt es bei zinslosen Darlehen? Ich habe gelesen, dass 100 Millionen Euro in die Notfonds der Studierendenwerke eingehen sollen, die dann von Studierenden beansprucht werden können, die wirklich darauf angewiesen sind. Aber wie man das beweisen soll, war bisher unklar. Weißt du da mehr?

Annalena: Also mal abgesehen davon, dass niemand aus der LKS sich über die Lösung in Form von zinslosen Darlehen freut und diese Lösung auch, so wie ich es mitbekommen habe, bei den Fraktionen im Bundestag, den Hochschulen, deren Studierendenvertretungen, den Studierendenwerken und bei vielen Studierenden selbst auf sehr viel Unmut stößt, verstehe ich ehrlich gesagt nicht, wie die Bundesbildungsministerin Anja Karliczek davon ausgehen kann, dass dieses sich als gute Lösung erweist. Es gibt einen Topf aus BAföG-Geldern, welcher eine Summe von ca. 900 Millionen Euro umfasst. Studierende haben nachhaltig ihr Einkommen verloren, vor allem durch den Ausfall ihres Nebenverdienstes. Von 900 Millionen Euro also lediglich 100 Millionen Euro als Notfonds zur Verfügung zu stellen, statt die volle Summe zu nutzen und dafür auf Darlehen zu verzichten, wäre eine weitaus effizientere Lösung. Ich als Studierende würde zumindest eher auf den Notfonds des Studierendenwerks als auf ein Darlehen zurückgreifen, das ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr zinslos ist, und ich denke, das geht vielen anderen genauso. Daher hoffe ich inständig, dass die Darlehenslösung noch einmal überdacht und durch einen großen Notfonds ersetzt wird. Über die Voraussetzungen für den Anspruch auf Geld aus dem Notfonds kann ich leider wenig sagen, ich hoffe jedoch, dass sich hierbei wenigstens an unseren Forderungen orientiert wird und ein möglichst geringer bürokratischer Aufwand nötig ist, da Studierende das Geld jetzt und nicht erst in mehreren Wochen, wenn nicht sogar Monaten, benötigen.

moritz.medien: Wie sieht es mit dem optionalen Semester aus? Sind Anwesenheit in Lehrveranstaltungen und das Absolvieren von Prüfungen immer noch verpflichtend? Bzw. wie sieht es mit dem geforderten Krisen-Freiversuch aus?

Annalena: Leider gab es hierzu noch keine weiteren Äußerungen. Die Rahmenprüfungsordnung wurde vom Land so geändert, dass einem Freiversuch in der Theorie nichts im Wege steht, da die Hochschulautonomie jedoch auf keinen Fall zu kurz kommen darf, hat unsere Bildungsministerin Frau Martin den Freiversuch nun in die Hände der Hochschulen selbst gelegt. Problematisch ist hierbei aber immer noch, dass die Möglichkeit, den Studierenden einen zusätzlichen Freiversuch zu gewähren, auch weiterhin in dem LHG aufgenommen bzw. umgeändert werden müsste, damit das Ganze auch Realität annehmen kann. Woran es hierbei aktuell scheitert, weiß ich leider auch nicht, es wurde aber auf jeden Fall besprochen und wir hoffen, dass diese Möglichkeit bald gegeben ist.
Das optionale Semester hingegen soll als bundesweite Regelung entschieden werden. Der aktuelle Stand dazu sieht so aus, dass fast alle Länder, Hochschulen und Studierenden dafür sind und auch die Kultusminster*innenkonferenz sich bereits dafür ausgesprochen hat, es nun also in der Hand der Bundesbildungsministerin liegt. Die Überlegung ist wohl, das optionale Semester nur Studierenden zuzusprechen die bestimmte Kriterien erfüllen. Unseres Erachtens nach sollte über das optionale Semester nicht nur schon vor mehreren Wochen entschieden worden sein, sondern es sollte auch jeder*m Studierenden ausnahmslos zugesprochen werden.

moritz.medien: Wir sind schon mitten im Semester. Wenn sich weiterhin nichts tut, wie werdet ihr weiter vorgehen? Wird es noch einen Brief geben?

Annalena: Die Idee, einen weiteren Brief zu schreiben, haben wir auch schon gehabt. Aktuell ist ein weiterer offener Brief, dieses Mal aber mit verschiedenen Hochschulen aus ganz Deutschland, in Arbeit. Wir arbeiten aber auch intern mit unseren Vertreter*innen weiter an Lösungsansätzen. Briefe und Forderungskataloge haben wir zumindest aus M-V aber bereits hinter uns gelassen, da wir der Auffassung sind, dass es dort sowieso wieder keine Antwort darauf geben wird. Der Druck, der sich mit jedem Tag für Studierende und auch uns als Vertreter*innen erhöht, da keine Entscheidungen getroffen werden, die unseren Studierenden helfen sollen, wird auf jeden Fall von Tag zu Tag spürbarer, wir versuchen dem aber Stand zu halten und weiterhin alles erdenklich Mögliche zu tun, damit den Studierenden ihre Existenzgrundlage nicht in Form von Darlehen gegeben wird und um Chancengleichheit zu erhalten, die denjenigen genommen wird, die vielleicht keinen Zugriff auf Internet, internetfähige Geräte und Laptops/PCs haben, weil Frau Karliczek keine dringend nötige Entscheidung bezüglich des optionalen Semesters trifft. Ideen, um weiterhin Aufmerksamkeit auf die Probleme, die für alle Hochschulen in ganz Deutschland spürbar sind, zu lenken, sind jedenfalls in Arbeit und hoffentlich bald umsetzbar.

moritz.medien: Wie können Studierende die Forderungen unterstützen? Gibt es eine Petition? Ich kenne bisher die von change.org.

Annalena: Neben deiner genannten Petition haben wir aktuell leider keine weitere, die unterzeichnet werden kann.
Weitere unserer Meinung nach unterstützenswerte Petitionen sind leider bereits beendet, obwohl die Forderungen noch lange nicht durchgesetzt sind und wir jede einzelne Stimme gebrauchen können. Die meisten dieser Petitionen wurden allerdings mit über 55.000 Stimmen abgeschlossen, worauf wir schon etwas bauen können. Wir sind aber jederzeit offen für Vorschläge neuer Petitionen und sehen uns diese genauer an, danach schicken wir sie gerne durch den Verteiler.

moritz.medien: Wie geht unsere Uni bzw. gehen die Unis und Hochschulen in MV mit der Lage um? Stehen sie hinter euch und den Forderungen oder halten sie sich raus?

Annalena: Bisher habe ich von den meisten Hochschulen nur positive Rückmeldungen gehört. Wie oben erwähnt möchte jede*r, dass die Ziele des optionalen Semesters und der Finanzierungen endlich durchgesetzt werden, denn ohne Studierende auch keine Hochschule!
Die Universität Greifswald findet die Forderungen unterstützenswert und teilt diese auch, hält sich jedoch leider eher zurück, wenn es an die Umsetzung geht.

(Antworten Stand 18. Mai 2020)

Das Semester in Greifswald

Mittlerweile ist die Prüfungsanmeldung vorbei und wir mussten uns alle entscheiden, welche Prüfungen wir dieses Semester trotz der ungewöhnlichen Lern- und Arbeitsform schreiben wollen, können und müssen. Ich bekomme kein BAföG und kann es mir deshalb leisten, dieses Semester nicht alle Leistungspunkte zu erreichen. Freund*innen von mir geht es da aber ganz anders. Sie müssen alle Prüfungen schreiben. Neulich hat eine Freundin ihrem Ärger bei einer Freundin aus Wuppertal Luft gemacht und stieß dabei zunächst auf Unverständnis. Bis den beiden auffiel, dass Bildung in Deutschland ja Ländersache ist. In NRW wird dieses Semester bereits für alle Studierenden als optionales Semester gewertet. Das heißt: keine verpflichtenden Prüfungen und keine regulären Versuche, die bei Nicht-Bestehen einer Prüfung draufgehen. Wir befinden uns momentan also in einer Art Glücksspiel, bei dem die Faktoren in welchem Bundesland du studierst, wie deine Universität ihre Karten spielt und wie dein eigenes Ass im Ärmel aussieht, bestimmen, wie sich dieses Semester auf dich als Studierende*n auswirken wird.

Beitragsbild: unsplash
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