Was geht eigentlich ab in Greifswald? Ihr wollt etwas unternehmen, wisst aber nicht, was? Wir haben da was für euch! Ob kreative Workshops, spannende Vorträge oder faszinierende Ausstellungen – hier stellen wir euch jede Woche unsere Veranstaltungstipps rund um die Themen Uni und Wissenschaft, Politik und Region sowie Kultur und Sport vor.
Kultur und Sport
Der Nordische Klang lädt zur Folknacht ein. Mit dabei sind Northflip aus Finnland und das Floating Sofa Quartet aus Schweden und Dänemark. Tickets und mehr Infos hier.
Wann? Dienstag, 6. Mai, 19:30 Wo? St Spiritus Eintritt? 17/11€, 6€ mit KlangKarte.
Bei der schwedischen Jazznacht des Nordischen Klangs singt Anna Pauline die Lieder aus den Astrid Lindgren Filmen, während Irma Neumüller eigene Songs präsentiert. Mehr Infos und Tickets hier.
Wann? Mittwoch, 7. Mai, 19:30 Uhr Wo? St Spiritus Eintritt? 17/11€, 6€ mit KlangKarte.
Bei der Global Beats Nacht des Nordischen Klangs spielt Jessica Kiil energetischen Afro Pop und Kari Heimen verzaubert mit traditionell samischer Musik mit Joik und Trommel. Mehr Infos und Tickets hier.
Wann? Donnerstag, 8. Mai, 19:30 Uhr Wo? Straze Eintritt? 17/11€, 6€ mit KlangKarte
Beim Abschlussfest des Nordischen Klangs gibt es melodischen Indiepop von Johan Norborg aus Schweden und funky Discosounds von Haldi & ans Flamingo aus Estland. Mehr Infos und Tickets hier.
Wann? Samstag, 10. Mai, 19:30 Uhr Wo? Straze Eintritt? 21/15€, 6€ mit KlangKarte
Region und Politik
Das Aktionsbündnis Demmin lädt zur Demo ein mit dem Motto „Auch 80 Jahre später, den Nazis keinen Meter!„. Mehr Infos, auch zu Fahrmöglichkeiten findet ihr auf hier.
Wann? Donnerstag, 8. Mai, ab 15 Uhr Wo? Demmin, Ernst-Barlachplatz
Bei der Podiumsdiskussion „Lebenswerte Stadt“ geht es um nachhaltige, menschenfreundliche Stadtentwicklung und darum, welche Rolle z.B. Fahrradstraßen dabei spielen können.
Wann? Donnerstag, 8. Mai, 17 Uhr Wo? Zentrale Universitätsbibliothek
Universität und Wissenschaft
Tove Janssons Mumins werden 80 Jahre und haben in der Zeit vieles erlebt: Sturmfluten, Despoten und andere Bedrohungen. Sie haben sich aber nie unterkriegen lassen. Dies ist der Fokus der literaturwissenschaftlichen Tagung „Resilienz erzählen / resilient erzählen“. Das Tagungsprogramm und weitere Infos hier.
Wann? Montag, 5. Mai, ab 10:00 Uhr Wo? Krupp Kolleg und online
Im Rahmen der Ringvorlesung „Data Feminism – Perspektiven aus Kultur, Medizin und Informatik“ gibt es einen Vortrag zur Entwicklung von KI und den Gefahren von Gender Bias.
Wann? Montag, 5. Mai, 18:15 Uhr Wo? HS Deutsche Philologie, Rubenowstr 3
Die Podiumsdiskussion „Pristine Landscapes? Northern Europe Between Preservation and Change“ thematisiert idealisierte Nordenbilder, Klimawandel und Naturschutz. Mehr Infos hier.
Wann? Mittwoch, 7. Mai, 17:00 Uhr Wo? Krupp Kolleg und online
Der Nordische Klang ist eines der wichtigsten Kulturereignisse in Greifswald. Vom 2. bis 11. Mai bietet das Festival Musik, Kunst, Literatur und Kultur aus dem Norden. Hier bekommt ihr alle Infos zu dem „einzigartigen kulturellen Aushängeschild“.
Der Mai in Greifswald trumpft mit 40 Veranstaltungen und 120 Kunstschaffenden aus sieben Ländern auf: Pop aus Island, Funk aus Estland, Jazz aus Dänemark, Folk aus Finnland, Märchen aus Grönland, Literatur aus Schweden, Indierock aus Norwegen, und so viel, worauf ihr euch freuen könnt
Der Nordische Klang 2025: Wissenschaft, Kunst, Kultur, Musik und mehr
Musik, Kunst, Kultur, Wissenschaft – das sind die vier Säulen des Nordischer Klangs. Das „Fest des Nordens“ ist das wichtigste Festival nordeuropäischer Kulturen in Deutschland. Jedes Jahr besuchen bis zu 10.000 Menschen das zehn Tage dauernde Fest. Die vielfältige nordische Kultur überrascht und überzeugt sie dabei jedes Mal aufs Neue.
Dieses Jahr dauert das Festival vom 2. bis 11. Mai an. Dabei werden auch einige kleinere Veranstaltungen vor und nach dem Zeitraum angeboten. Neben bewährten Formaten wie der Folknacht (6. Mai | St. Spiritus) und der Jazznacht (7. Mai | St. Spiritus) sind auch spannende Neuerungen dabei: Erstmals findet eine Popnacht statt (3. Mai | Straze). Auch neu: Die Global Beats Nacht (8. Mai | Straze) in dieser wird die indigene, nordskandinavische Gesangstechnik Joik mit Afrobeats kombiniert. Mit dieser Playlist könnt ihr die musikalische Vielfalt schon jetzt erkunden.
Neben den Konzerten gibt es mehrere Ausstellungen, Filmvorführungen, Lesungen, wissenschaftliche Vorträge und Podiumsdiskussionen, die nordische Kultur vermitteln. Außerdem wird auch für die kleinsten Gäste der KinderKlang angeboten.
Tickets sichern für den Nordischen Klang 2025 – Das Programm im Überblick
Tickets für das Festival gibt es online und in der Stadtinformation Greifswald. Früh sein lohnt sich – insbesondere die Jazznacht und die Folknacht waren in den letzten Jahren schnell ausverkauft. Viele der Veranstaltungen sind kostenfrei, wie die vier Ausstellungen, wissenschaftliche Podiumsdiskussionen und Vorträge.
Hier eine Programmübersicht:
Design des Programmhefts: Wally Pruß
Fokus auf Island, Klimaschutz und Nachhaltigkeit
Nachdem im vergangenen Jahr Estland die Schirmherrschaft über das Festival übernommen hatte, steht dieses Jahr Island im Fokus. Vertreten wird das nordischste der nordischen Länder durch das Indie-Pop-Duo Kusk & Óviti, die Jazzsängerin Stína Ágústsdóttir und den Autoren Pedro Gunnlaugur Garcia.
Passend dazu bilden Natur und Nachhaltigkeit den thematischen Schwerpunkt der wissenschaftlichen Veranstaltungen. Die Tagung „Resilienz erzählen / resilient erzählen“ untersucht Widerstandsfähigkeit in Tove Janssons Mumins: Die kleinen nilpferdartigen Fantasiewesen erleben Naturkatastrophen und andere Bedrohungen, lassen sich davon aber nie unterkriegen. Unter dem Titel „Untouched Landscapes? Northern Europe Between Preservation and Change“ sprechen Kunstschaffende und Forschende über die idealisierte nordische Natur und deren Bedrohung durch den Klimawandel.
Nachhaltigkeit und das Verhältnis zur Natur spielen auch am Tag danach eine Rolle: Die Podiumsdiskussion „Lebenswerte Stadt – 28x Stadtentwicklung in Dänemark“ basiert auf einer Ausstellung, die seit dem 1. April (und bis zum 3. Juni) in der Zentralen Universitätsbibliothek zu sehen ist. Verschiedene Sachkundige aus den Bereichen Architektur und Stadtplanung sprechen darüber, wie nachhaltig gebaut werden kann.
Manuela Schwesig: „einzigartiges kulturelles Aushängeschild“, „beispielgebend für Völkerverständigung“
Das Festival nahm seinen Anfang 1991, als das Institut für Nordistik zu einem Tag der offenen Tür einlud. Schon damals waren Poesie, Wissenschaft und Musik wichtige Grundpfeiler. Nach dem Konzert eines schwedischen Chores im Dom St. Nikolai schwärmte die Presse von einem „nordischen Klang“, der durch die Stadt strömte und die Menschen begeisterte – Das Festival war geboren.
Der Kulturverein Nordischer Klang, der das Festival seitdem organisiert, wurde im letzten Jahr mit dem Kulturförderpreis des Landes Mecklenburg-Vorpommern ausgezeichnet. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bezeichnete das Festival als „einzigartiges kulturelles Aushängeschild“ und „beispielgebend für Völkerverständigung.“ Schwesig übernimmt zusammen mit Logi Einarsson – isländischem Minister für Kultur und nordische Zusammenarbeit – dieses Jahr die Schirmherrschaft für das Festival.
Der Nordische Klang ist weiterhin eng mit der Universität Greifswald verbunden. Festivalleiter ist Clemens Räthel, Professor für Neuere Skandinavische Literaturen. Auch der Rest des Teams ist an der Universität angebunden. Viele Studierende aus der Skandinavistik und Fennistik sammeln beim Festival Erfahrungen in Kulturmanagement und Öffentlichkeitsarbeit. Was jetzt noch fehlt? Gäste, die mit ihrer Neugier und Begeisterung den Nordischen Klang erneut durch die Greifswalder Innenstadt klingen lassen.
Was geht eigentlich ab in Greifswald? Ihr wollt etwas unternehmen, wisst aber nicht, was? Wir haben da was für euch! Ob kreative Workshops, spannende Vorträge oder faszinierende Ausstellungen – hier stellen wir euch jede Woche unsere Veranstaltungstipps rund um die Themen Uni und Wissenschaft, Politik und Region sowie Kultur und Sport vor.
Kultur und Sport
Tango wie in Buenos Aires – mitten in Greifswald: Wer argentinischen Tango liebt, erlebt in Ballhausatmosphäre unvergessliche Abende. Die Milongas laden im Wechsel freitagabends um 20 Uhr und sonntagabends um 19:30 Uhr zum Tanzen, Zuschauen und Genießen ein.
Fridtjof Nansen nicht nur Polarheld und Abenteurer, sondern auch Forscher, Politiker und Künstler, der die Schönheit und Grausamkeit der Arktis in Fotos und Zeichnungen eingefangen hat. Der Nordische Klang eröffnet eine Ausstellung mit Bildern von Nansens Arktisexpedition. Es gibt eine wissenschaftliche Einführung und Sekt.
Wann? Mittwoch, 23. April, 18:00 Uhr Wo? Rathausgalerie, Rathaus Greifswald
Während das neue Domfenster die aufgehende Sonne einfängt, spielt Elia Lombardini mit der Geige und Pedalen und Synths Neoklassik und Postrock.
Wann? Sonntag, 27. April, 7 Uhr Wo? Dom St. Nikolai
Region und Politik
Karrierefrau im Westen, „Rabenmutter“ im Osten – Klischees über Frauen im geteilten Deutschland halten sich bis heute. Die Ausstellung „Frauen im geteilten Deutschland“ beleuchtet die Lebensrealitäten von Frauen in DDR und BRD zwischen Anpassung, Emanzipation und Selbstbehauptung. Auf 20 Plakaten zeigt sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede – und fragt, was uns diese Zuschreibungen über unser heutiges Deutschland sagen.
Wann? Montag bis Freitag, 10-18 Uhr Wo? 1. OG Sankt Spiritus, Eingang Lange Straße 49
MV mal anders: Mecklenburg-Vorpommern gilt oft als Schlusslicht – dabei steckt viel mehr hinter den gängigen Klischees. Die Ausstellung „Mecklenburg-Vorpommern ist Deutschland von hinten“ zeigt das Bundesland in all seinen Facetten: ehrlich, humorvoll, kritisch. Mit Karten und Grafiken aus dem gleichnamigen Katapult-Buch geht’s auf eine visuelle Reise zwischen Ostseeküste, Vorurteilen und verstecktem Potenzial.
Welche Rolle spielt das Recht? Es geht weiter mit der Ringvorlesung Klimaschutz in Zeiten des Wandels – dieses Mal mit einem Fokus auf den EU-Klimaschutzzielen und den Negativmissionen.
Das Studierendenparlament beginnt die neue Legislatur mit der konstituierenden Sitzung. Es gibt einige neue Personen und Gruppierungen in der Hochschulpolitik, also seid gespannt. Wenn ihr nicht live dabei sein könnt, keine Sorge, wir tickern wieder für euch.
Wann? Dienstag, 22. April, 20:15 Uhr Wo?Konferenzraum, Hauptgebäude der Universität
Auch das interdisziplinäre Forschungszentrum Ostseeraum (IFZO) und der Graduiertenkolleg Baltic Peripeties machen dieses Semester eine Vorlesungsreihe: „The Baltic Sea as a Scene for Turning Points, Crises and Possibilities“. Die erste Vorlesung hält Prof. Dr. Eckhard Schumacher (Deutsche Philologie) mit dem Titel „Vanishing Points. Perspective on Sailors, the Baltic Seas and the Island of Oie in Judith Schalansky’s Blau steht dir nicht.“
Was geht eigentlich ab in Greifswald? Ihr wollt etwas unternehmen, wisst aber nicht was? Wir haben da was für euch! Ob kreative Workshops, spannende Vorträge oder faszinierende Ausstellungen – hier stellen wir euch jede Woche unsere Veranstaltungstipps rund um die Themen Uni und Wissenschaft, Politik und Region sowie Kultur und Sport vor.
mit Empfehlungen von Luise Markwort
Kultur und Sport
Im Rahmen des Greifswalder Literaturfrühlings stellen Preisträger*innen des Literaturpreises MV 2024 Juli Katz und Steffen Dürre in einer Lesung ihre Werke vor.
Wann? Mittwoch, 9. April, 19:30 Uhr Wo? Koeppenhaus Eintritt? 5€
Lust auf Improtheater? Dann hab ich gleich zwei Veranstaltungen für euch!
Jedem Anfang wohnt ein Impro inne – Semesterauftakt mit Ma‘Ma Ernst, der Improtruppe des Studierendentheaters
Wann? Freitag, 11. April, 19 Uhr Wo? Klex
Theatersport mit dem Schauspielensemble
Wann? Sonntag, 13. April, 18 Uhr Wo? Stadthalle/Rubenowsaal
Das StudierendenTheater zeigt zum letzten Mal „Caspar – Mehr als eine Lichtgestalt“.
Wann? Samstag, 12. April Wo? Alte Frauenklinik (Wollweberstr. 1), Hörsaal Eintritt? 8/12€
Region und Politik
Die Dokumentations- und Informationsstelle Antisemitismus (DIA.MV) informiert über Antisemitismus in MV.
Wann? Dienstag, 8. April, 19 Uhr Wo? Unverpackt am Meer, Hans-Beimler-Straße 1-3
Universität und Wissenschaft
Im Vortrag „Von Exoplaneten zum Ursprung des Lebens“ gibt Professor Dr. Thomas K. Henning vom Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg einen Überblick über die astronomischen Grundlagen, aber auch über die chemischen Prozesse, die zur Entstehung von Leben führen.
Dr. Jan Frederik Gogarten vom Hemholtz-Institut für One Health erklärt in dem Vortrag „Das Helmholtz-Institut für One Health: Ein neuer Ansatz zur Erforschung der sich verändernden Mensch-Tier-Beziehungen“, wie die Nutzung von Umwelt-DNA (eDNA) sowie der DNA von Wirbellosen zur Überwachung der biologischen Vielfalt und zur Erforschung der Ökologie von Infektionskrankheiten eingesetzt werden kann.
Der Uni-Chor startet ins neue Semester, unter neuer (vertretenden) Leitung.
Wann? Mittwoch, 9. April, 18-20 Uhr Wo? Lutherhof, Martin-Luther-Str 8
Wer den Nordischen Klang unterstützen und Künstler*innen näher kennenlernen möchte, kann zum Helfi-Treffen kommen, wo verschiedene Aufgaben wie Künstler*innenbetreuung, Abendkasse u.ä. verteilt werden.
Der 33. Nordische Klang ging am 12. Mai zu Ende. Künstler*innen aus ganz Nordeuropa machten das Festival zu einem großartigen Erlebnis. Ob Ausstellungen, Vorträge, Filme oder musikalische Darbietungen, es war für jede*n etwas dabei. Auch dieses Jahr zog es uns wieder zu den musikalischen Angeboten des Festivals. Hier ein kleiner Einblick für euch, in die musikalische Welt des Nordischen Klangs.
Folk & Swing Abend
-Tjango!-
Am 9. Mai fand im St. Spiritus die ausverkaufte Folk & Swing Nacht des Nordischen Klangs statt. Die erste Band des Abends war Tjango!, deren Bandname sich aus Tango und dem Namen Django Reinhart, dem Begründer des sogenannten Gipsy Swing, zusammensetzt. Wie der Bandname schon andeutet, wird die Band von argentinischem Tango, wie auch Jazz (Jazz Manouche/ Gipsy Jazz), American Root-Music und Nordischer Folk Tradition, inspiriert. All diese musikalischen Einflüsse bringt die vierköpfige Band mit Akkordeon, Violine, Kontrabass und Akustik Gitarre in einer interessanten Mischung auf der Bühne. Was dazu führte, dass Tjango! schon zwei Alben veröffentlichte und nicht nur Finnland, sondern ganz Europa getourt hat. Nach zwölf Tagen Tour durch Deutschland waren sie nun bei uns in Greifswald.
Das Publikum des Abends hatte Tjango! schnell überzeugt und der trockene Humor des Akkordeonisten (Antti Leinonen) machte jede Ankündigung eines Songs zu einem Erlebnis. Auch ihre Songtitel spiegeln den Humor der Band. So hieß ein Stück Happy Insomnia Blues, in welchem es um Schlafprobleme geht, und der Einsatz der Violine rief eine irische Fiedel in Erinnerung. Einen weiteren Song, den sie über den Tag nach einer Party geschrieben hatten und welcher an träge, schleifende Füße erinnert, nannten sie Lazy Afternoon Tea. Ziemlich passend also.
Tjango!‘s Musik zaubert eine*n an die verschiedensten Orte. So saß man mal bei Piraten in einer Taverne oder auf dem Schiff und hatte mit ihnen Spaß. Manchmal wiederum ist man träumerisch in Paris die Seine entlangspaziert und hat sich anschließend, zum People Watching, in ein Café gesetzt. Andere Stellen jedoch erinnerten an das Tropfen von Wasser in einen alten verrosteten Blecheimer. Trotz der rein instrumentalen Performance summte und trällerte das Publikum an einigen Stellen vergnügt mit. Mein persönlicher Favorit war, dass viel auf der Geige gezupft wurde, einfach ein wunderbarer Laut. In Tjango!‘s Musik treffen verschiedenste Genres aufeinander, weshalb ihre Songs sehr interessant und charmant anzuhören sind. Jedoch hatte ich durch genau das eine abwechslungsreichere Setlist erwartet und fand einige Songs leider etwas repetitiv. Nichtsdestotrotz ist Tjango! eine Band, die musikalische Grenzen verschwimmen lässt und sich nicht von Genrebarrieren fesseln lässt. Also hört doch gerne einmal auf Spotify hinein.
-Symbio-
Die zweite Band des Abends war Symbio, welche als eine der spektakulärsten Bands der nordischen Folk Szene bezeichnet wird und schon in über 20 Ländern tourte. Symbio spielt einen Mix, bei dem virtuose Folkmusik auf Elektro Dancehall trifft. Es gelingt ihnen problemlos, träumerische Klanglandschaften und hypnotische Club-Beats zusammenzuführen. Diese Kombination riss das tanzende Publikum schon bei dem ersten Song gänzlich mit. Kein Wunder also, dass sie 2023 den Preis für das beste Album des Jahres bei den Swedish Folk & World Music Awards gewannen.
Die Band besteht aus Johannes Geworkian Hellman und LarsEmil Öjeberget, welche sich 2011 auf der königlichen Musikakademie in Stockholm kennen lernten und schon bei ihrem ersten Zusammenspiel merkten, dass sie zusammen eine energetische Symbiose entstehen ließen. Die beiden spielen Drehleier, auch Hurdy-Gurdy genannt, Elektronik, Stompbox und Akkordeon und erzählten ganz stolz, dass sogar Mozart für die Hurdy-Gurdy komponiert hat. Die Mischung aus den eher selten verwendeten Instumenten brachte wunderbar einzigartige Kompositionen hervor, welche zu Teilen schaurige und außerirdische Unterklänge hatten.
Symbio spielte zudem einen Song aus ihrem nächsten und vierten Album, welches im Frühjahr 2025 erscheinen wird, und fragte das Publikum nach Namensideen für den Song. Die Musik und die Klänge haben mich an einigen Stellen an Tame Impala erinnert. Wer also ein Tame Impala Fan ist, sollte auf jeden Fall einmal bei Symbio reinhören und sich verzaubern lassen.
Abschlussfest
Zum Start des Abends am 11. Mai in der STRAZE, wurden alle im Hintergrund des Festivals aktiven Leute auf die Bühne geholt und es wurde ihnen herzlichst für all die Mühe und die Stunden, welche in die Organisation des Festivals flossen, gedankt. Besonders hervorgehoben wurde an dieser Stelle eine Mitarbeiterin, die schon seit über einem Jahrzehnt dabei ist und als Seele des Festivals bezeichnet wird. Wow! Wie jedes Jahr war wirklich wieder für alle Festivalgänger, mit den verschiedensten musikalischen Acts, etwas dabei.
-Myrhauk-
Myrhauk, die Band, die den letzten musikalischen Abend des Nordischen Klangs eröffnete, war ein Geschenk der Greifswalder Partnerstadt, Hamar, zu ebendiesem Event. Myrhauk ist eine norwegische Nordicana-Band. Nordicana daher, da sie Norwegen und das Americana Genre zusammenführen. Sie haben einfach ihre eigene, auf sie zutreffende Genrebezeichnung erfunden. Myrhauk bezeichnen ihre Musik als norwegischen Rock, welcher Züge von Country, Americana, Blues, Soul, Gospel und Folkrock besitzt. All diese Nuancen waren jedoch nicht unbedingt in den Liedern vertreten, welche sie den Abend über spielten. Diese erinnerten an das, was man sich als Leie grob unter amerikanischem Südstaaten Rock vorstellen könnte.
Ihre Texte tragen eine starke Nostalgie für die 60er und 70er Jahre und beschreiben die Höhen und Tiefen des Lebens, mit einer Vorliebe für die analogen Zeiten ihrer Jugend auf dem Land. Die Texte werden von Magnus Østvang geschrieben, der vom Leadsänger (Tom E. Holmlund) liebevoll als „Genie der Band“ bezeichnet wird . Er schreibt die Texte, komponiert die Musik und spielt unter anderem Keyboard, Gitarre und Bass. Ein echtes Rundumtalent also. Die weiteren drei Bandmitglieder sind Bjørn Thomassen (Bass), Finn Andresen (Schlagzeug) und Marius Book (Gitarren). Die Band sang die meisten Songs in norwegischem Dialekt. Mit Ausnahme von zwei Songs, welche überraschenderweise der Gitarrist, Marius Book, auf Englisch sang.
Zu Anfang des Konzertes war das Publikum noch ein wenig verhalten, ab dem zweiten Song tanzte es jedoch mit und gab begeisterten Applaus. Vor allem die kleineren Konzertbesucher hatten Spaß und wurden später noch auf die Bühne geholt, um mit der Band zu musizieren. Eines der Highlights des Abschlussfestes, und das sicherlich nicht nur für die kleinen Nachwuchsmusiker. Für zwei Songs tanzten und musizierten die Greifswalder Nachwuchstalente enthusiastisch mit und bekamen im Anschluss einen riesigen Applaus, bevor die drei Kleinen wieder im Publikum mittanzten. Mit der besten Laune gab Myrhauk die Bühne für die nächste Band des Abends frei.
-Cumbian Colors-
Cumbian Colors, möglicherweise das Highlight des Abends. Eine Band, welche das Publikum mit den ersten Tönen von den Stühlen riss und richtige Partystimmung in die STRAZE einziehen lies.
Die kolumbianische Cumbia ist, neben Salsa und Tango, die beliebteste Musik zum Tanzen des spanisch sprechenden Amerikas. Die Begeisterung für dieses Genre zog bis nach Kopenhagen, wo Cumbian Colors gegründet wurde. Die Band entstand aus dem Bedürfnis heraus, selbst komponierte Musik zu performen, ohne dabei die Wurzeln der kolumbianischen Cumbia zu vergessen, mit welcher alle Mitglieder der Band aufwuchsen und seit Jahrzehnten spielten. Innerhalb kürzester Zeit gewann Cumbian Colors größte Popularität beim dänischen Publikum und 2022 wurden sie sogar für den Danish Music Award Roots als „New Name of the Year“ nominiert.
Sobald die Band an ihre Instrumente trat, wurde das Publikum der STRAZE in die Musikwelt Lateinamerikas katapultiert und ein berauschendes Musikerlebnis entstand. Ab dem ersten Ton war das Publikum nicht mehr zu halten und stürmte den Dancefloor. Was nicht zuletzt auch der unglaublichen Energie und Ausstrahlung der Bandmitglieder zuzuschreiben ist. Neben dem Fakt, dass alle Bandmitglieder sehr talentierte Musiker*innen sind, merkte man ihnen schlichtweg an, wie viel Spaß sie nicht nur am Musizieren, sondern auch am miteinander auf der Bühne stehen haben.
Die großartige Dynamik auf der Bühne führte zu einer der unvergesslichsten Einlagen beim diesjährigen Nordischen Klang. Neben ihrer beindruckenden Bühnenpräsenz war auch die Interaktion mit den Publikum eine geradezu von Leichtigkeit geprägte. Was nicht vielen Bands so natürlich und unbeschwert gelingt. Cumbian Colors schaffte es, das gesamte Publikum abzuholen und auch die Redakteurinnen des webmoritz. mussten ihre Notizblöcke zur Seite legen, um die unvergleichbaren Vibes der Band zu genießen. Am Ende ihres Konzertes forderte das euphorische Publikum der STRAZE glatt noch zwei Zugaben ein und auch die Musiker*innen der anderen Bands des Abends waren in der Menge zu sehen. Das neueste Album der Band wurde bereits aufgenommen und wird voraussichtlich im Laufe des Jahres erscheinen, also hört doch gerne mal bei Cumbian Colors rein.
-Svømmebasseng-
Zu guter letzt trat Svømmebasseng auf der Bühne der STRAZE und stellt einen wundervollen Abschluss für den Nordischen Klang 2024 dar.
Svømmebasseng (übers. „Schwimmbecken“), heißt es, macht Musik zum verlieben. Die junge Band entführt ihr Publikum in eine Welt verträumter Lyrics, welche von schwebenden Akkordfolgen und treibenden Rhythmen begleitet werden. Seit über zehn Jahren füllt die Band nun norwegische Konzertsäle und Clubs mit Indiepop, der von 80er Jahre Disco inspiriert ist. Ihre Texte beschäftigen sich mit Herzschmerz, Tagträumereien und Selbstgesprächen. Von Utopien bis Dystopien ist alles vertreten. Mit all diesem füllte Svømmebasseng den Dancefloor der STRAZE für das letzte Konzert des Nordischen Klangs.
Zu Beginn ihres Konzertes beeindruckte der Leadsänger der Band schon mit seiner Sympatie und seinem Humor, was einen krönenden Abschluss des Abends versprach. Er sprach Deutsch mit den Publikum, allerdings machte er direkt spaßhaft klar, dass er nicht so viel auf grammatische Korrektheit schauen würde, weil die einfach schwer wäre. Das kann man nun wirklich nicht abstreiten. Svømmebasseng brachte mit einer Vielzahl an Instrumenten (Orgel, Piano, Schlagzeug, Trommeln und Percussions, sowie Gitarren, Bass und Elektronik) eine wunderbare Welt der Klänge in die STRAZE, welche eine ansteckende Leichtigkeit versprühte.
Die elektronischen Elemente, die Trommeln und Percussions, brachten einen besonderen Charakter in die Musik der Indie Band, mit verwunschenen, einzigartigen und satten Klängen. Neben dem Leadsänger sang auch die Pianistin mit einer glasklaren, coolen Stimme. Das Zusammenspiel seiner tiefen, rauen Stimme und ihrer satten und glasklaren, hohen Stimme brachte ein wunderbares zusätzliches Erkennungsmerkmal für Svømmebasseng. Spontan übersetzte der Leadsänger den Refrain eines ihrer Songs auf Deutsch, sodass das Publikum begeistert mitsingen konnte. Auch Svømmebasseng beeindruckte durch viel Publikumsinteraktion und die Leichtigkeit ihrer Songs mit links auf das Publikum zu übertragen. Wem entspannte und vielfältige Indie Musik gefällt, kann ich Svømmebasseng wärmstens empfehlen. Also hört doch auch bei Svømmebasseng gerne einmal rein, denn letztes Jahr erschien ihr drittes Album Før solen har gått ned (bevor die Sonne untergegangen ist).
Der Nordische Klang war auch dieses Jahr wieder mit den verschiedensten Musikeinlagen ausgestattet, welche wirklich jeden Musikgeschmack ansprechen. Ein super rundes, wunderbar kultiviertes Programm. Wie auch letztes Jahr empfehle ich es allen, wenigstens einmal bei einer Veranstaltung des Norischen Klangs vorbeizuschauen. Es lohnt sich. Wir sind gespannt, was das nächste Jahr zu bieten hat. Bis dahin hört doch gerne in die Playlist vom Nordischer Klang 2024 rein!
Beitragsbilder: Nordischer Klang
Zur Person der Autorin
Hannah (sie/ihr) ist für ihr Anglistik und Kommunikationswissenschafts Studium im Wintersemester 2020/2021, den weiten Weg nach Greifswald gekommen. Seit März 2023 ist sie als Autorin bei den moritz.medien und seit September 2023 auch im Social Media Team. Sie begeistert sich besonders für Musik, Bücher und Sprachen. Ihr Lieblingstier ist der Schneeleopard.