von Jan-Niklas Heil | 26.09.2023
Der 24. September war ein wahrlich historischer Tag im Volksstadion. Nicht nur ist man Spitzenreiter der Regionalliga Nordost geblieben, nicht nur hat man mit 3078 Zuschauern einen neuen Zuschauerrekord für die Regionalliga aufgestellt, nicht nur hat man die Zweitvertretung von Hertha BSC Berlin mit 5:2 auf den Heimweg geschickt. Nein! Besonders für die Fans eines Mannes war es ein denkwürdiger Nachmittag, auch wenn dieser für GFC-Fans bei der falschen Mannschaft spielte.
Fans treffen ihr Idol
Aber fangen wir vorne an. Jede*r, der*die einigermaßen in den sozialen Medien aktiv ist, weiß, um wen es geht. 2 Millionen Follower auf Instagram, der familieneigene YouTube-Channel hat 1,7 Millionen Abos, beim eigenen TikTok-Account stehen 2,5 Millionen Follower auf der Uhr. Nader Jindaoui ist ein Star der sozialen Medien. Ebenjener Nader Jindaoui war am 24. September zu Gast im altehrwürdigen Volksstadion.
Besonders eins wurde bei dem Weg zum Stadion und auch beim Einlass deutlich: Es sind unverhältnismäßig viele Familien mit ihren Kindern im Stadion. Die erste Frage, die man sich natürlich stellt, ist folgende: Sind die alle wegen Nader Jindaoui da? Diese Frage wurde relativ schnell beantwortet, als die Aufstellung der Manschaft von Hertha II vom Stadionsprecher verlesen wurde. Auf die Ansage „Mit der 17 Nader Jindaoui“ hallte Applaus über die Haupttribüne. Gut, der war etwas verhalten, aber doch beantwortete dieser die Frage. Ja, die meisten jüngeren Menschen sind wegen Nader Jindaoui da. An dieser Stelle war man dann doch gespannt, was Nader dann auch am Ball kann. Aber zuerst mussten die Mannschaften auf das Feld einlaufen. Und man lehnt sich, glaube ich, nicht weit aus dem Fenster, wenn man sagt, dass so viele Menschen noch nie an den Sicherheitszaun gestanden haben, wenn die Mannschaften einlaufen. Für gewöhnlich stehen da einige Hardcorefans und Menschen, die auf die andere Seite des Stehbereichs der Haupttribüne gehen wollen, denen aber durch den Zaun und die Security der Durchgang verwehrt wurde. Dieses Mal standen an dieser Stelle wohl bestimmt 150 Menschen. Die meisten wegen Nader Jindaoui. Das ist wahrscheinlich die doppelte Anzahl Menschen, als dort üblicherweise stehen. Diese Situation trug aber nur mehr dazu bei, dass man wissen wollte, was Nader Jindaoui am Ball kann.
So war die Performance
Und bereits beim Aufwärmen bekam man einen leichten Vorgeschmack. Eins fiel direkt auf: Er ist schnell und trickreich. Gerade, weil Nader auf der rechten offensiven Außenbahn zu Hause ist, stellt das eine Kombination dar, die Verteidiger selbstverständlich immer gerne als Gegenspieler gegen sich haben. Das Spiel startet für alle Jindaoui-Fans denkbar schlecht. Für alle, die es mit dem GFC hielten, denkbar gut. In der siebten Minute schlägt Eshele einen langen Ball auf Benyamina, der legt wieder zurück auf Eshele, der nur ins leere Tor einschieben braucht. 1:0. In der 19. Minute aber hätte er da sein können, der Moment, weshalb so viele junge Menschen ins Stadion gekommen sind. Nader bekommt den Ball im Strafraum vor die Füße und braucht nur einschieben. Das Tor ist leer. Nader macht das, was man als Stürmer so macht, wenn man den Ball frei vor dem leeren Tor bekommt. Er will den Ball ins Tor schieben. Leider hat in dieser Situation nicht Nader Jindaoui, sondern GFC-Torwart Jakubov das letzte Wort und pariert mit einem Spagat, auf den Ballerinas neidisch geworden wären, den Schuss. Was wäre wohl im Stadion los gewesen, wir werden es nie erfahren. Über den Rest des Spiels von Nader Jindaoui lässt sich nicht viel sagen. Hier und da mal ein Dribbling. Insgesamt aber glücklos und ohne wirklich signifikanten Einfluss auf das Spiel von Hertha II. In der 80. Minute war der „Arbeitstag“ des Nader Jindaoui beendet, er wurde ausgewechselt.
Nach dem Spiel ist vor dem Foto
Mit der Auswechslung passierte etwas, bei dem man nicht weiß, wie man es in Worte fassen soll. Aber einen Versuch ist es wert. Die Jindaoui-Fans waren los. Nader war noch nicht einmal vom Spielfeld runter, da strömten schon die ersten Fans zur Ersatzbank und machten lautstark auf sich aufmerksam und wollten Fotos oder Autogramme. Die gleiche Begeisterung brachten die Fans auch mit, als das Spiel zu Ende war. Wieder wurde der Spielerduchgang am dazugehörigen Sicherheitszaun belagert. Einige hielten ihre Jindaoui-Plakate in die Luft. Es brach Ekstase aus. Auch, weil Nader Jindaoui der letzte Herthaner war, der den Gang in die Kabine antrat. Und man muss ihm an dieser Stelle echt zugute halten, dass er versuchte sich für seine Fans Zeit zu nehmen. Gerade nach einem Spiel wie diesem. Ein Spiel, welches Hertha II mit 5:2 verlor. Die Fans gingen aber nicht nach Hause, sie warteten auf ihren Star, sei es am Gebäudeausgang oder an der Ausfahrt des Mannschaftsbusses. Sie warteten. Für den einen magischen Moment mit ihrem Idol. Dem*der neutralen Beobachter*in wird an dieser Stelle eins klar geworden sein: Nader Jindaoui wird von seinen Fans verehrt wie ein Popstar. Es gab also in gewisser Weise Popstarfeeling im Volksstadion.
Beitragsbild: Jan-Niklas Heil
von Kirstin Seitz | 24.05.2023
Noch vor dem Frühstück Sport zu machen, mag sich für manche gut, für andere furchtbar anhören. Ich habe tatsächlich schon öfter versucht vor dem Frühstück Joggen zu gehen oder anderen Sport zu treiben, aber das ist mir bisher nie gut bekommen. Ich war anschließend den ganzen Tag lang total erschöpft und müde. Also habe ich die letzten Jahre vor dem Frühstück keinen Sport mehr getrieben. Aber ich dachte es ist mal wieder Zeit für eine Herausforderung!
Warum nicht mit einer sanfteren Art von Sport in den Morgen starten? Da ich in letzter Zeit tagsüber ab und zu Pilates Workouts in meinen Alltag integriert hatte, fiel meine Wahl auf diese Sportart. Das Neue war nun Pilates noch vor dem Frühstück zu absolvieren und zu beobachten, welche Auswirkungen zu spüren seien würden. Ich war jedoch erstmal skeptisch, ob mir Pilates besser tun würde oder ob ich danach auch eher müde als energiegeladen sein würde. Dennoch habe ich mich an das Experiment getraut.
Tag 1
Zugegebenermaßen: Am ersten Tag war ich so mittelmäßig motiviert. Vor dem Frühstück in Sportkleidung zu steigen, fand ich erst mal nicht so toll. Außerdem hatte ich, wie oben schon angesprochen, auch meine Bedenken, ob mir das überhaupt gut tun würde. Deshalb habe ich erstmal wirklich nur ein ganz kurzes Workout-Video von 10 Minuten, welches extra für den Morgen gedacht ist, für meine Pilates-Reise ausgewählt.
Die Zeit während des Workouts ging schnell vorbei und es war auch nicht super anstrengend, aber die Muskeln und Gelenke wurden bewegt. Anschließend hatte ich richtig Lust auf mein Frühstück und habe mich auch erholt und fit gefühlt. Die Frage war, ob dieses Gefühl den Tag über aber anhalten würde.
Die Stunden vergingen und was soll ich sagen? Meine befürchtete Müdigkeit und Erschöpfung blieben aus! Ganz im Gegenteil! Ich fühlte mich den ganzen Tag über angenehm erholt und gut. Mal sehen, wie es am nächsten Tag aussehen wird.
Tag 2
Da ich mich langsam steigern wollte, habe ich mich heute an ein 15 minütiges Workout-Video gewagt, welches ebenfalls für den Morgen konzipiert war. Auch das hat mir wieder sehr gut gefallen, war kurzweilig und ich habe mich danach super gefühlt! Mein Frühstück hat auch heute gefühlt noch besser geschmeckt als sonst. Auch den Tag über blieb die Müdigkeit erneut aus. Das lässt mich hoffen, dass Pilates für mich am Morgen die bessere Wahl im Vergleich zu Ausdauersport ist!
Tag 3
Wieder aufstehen, etwas trinken und rauf auf die Matte. Ich war voller Erwartungen, dass Pilates auch heute wieder positive Auswirkungen auf mich haben würde. Auch heute blieb ich auf dem gleichen Kanal und habe wieder ein Pilates-Video absolviert, welches extra für den Morgen gedacht war. Meine Erwartungen wurden komplett erfüllt! Ich habe mich erneut den ganzen Tag total erholt, aber gleichzeitig auch irgendwie energiegeladener gefühlt und konnte mich auf die Uni Sachen, die ich zu erledigen hatte, besser konzentrieren. Am Abend freute ich mich schon auf mein Pilates Workout am nächsten Morgen, da ich so langsam merkte wie gut mir die leichte Bewegung am Morgen tat und das gute Gefühl danach den ganzen Tag über anhielt!
Tag 4
Letzte Nacht habe ich weder besonders gut und noch besonders viel geschlafen. Trotzdem absolvierte ich wieder ein Pilates Workout-Video, aber ich erhoffte mir heute nicht die gleichen Ergebnisse, wie die Tage zuvor. Nach der Pilates-Einheit habe ich mich zwar erholt gefühlt, aber der Sport ist natürlich auch keine Wunderpille gegen Müdigkeit.
Am heutigen Abend habe ich mir gleich ein Video-Workout für den nächsten Morgen herausgesucht, damit ich morgens direkt starten kann und nicht noch Zeit für die Suche verschwende. Von dem Kanal, von dem ich bisher die morgentlichen Pilates Workout-Videos absolviert hatte, habe ich jetzt schon alle Pilates Videos durch, die extra für den Morgen konzipiert waren. Ich werde morgen deshalb mal ein „normales“ Workout probieren.
Tag 5
Das Video, welches ich mir am Vorabend herausgesucht hatte, ist 15 Minuten lang und auch wenn es nicht extra für den Morgen ausgerichtet war, so war es für mich genauso gut wie die Video-Workouts zuvor. Auch heute habe ich die gleichen Effekte wie an den Tagen zuvor gespürt, wie zum Beispiel, dass ich Energie für den ganzen Tag hatte und mich gleichzeitig entspannt fühlte.
Tag 6
The same procedure as last day – so langsam ist es fast schon eine Routine geworden – ich habe es schon abgespeichert, dass ich nach dem Aufstehen und noch vor dem Frühstück Pilates mache. Mittlerweile habe ich definitiv festgestellt, dass es sich für mich gut anfühlt und ich nicht mehr darauf verzichten möchte!
Tag 7
Heute morgen musste ich gar nicht mehr drüber nachdenken, was ich nach dem Aufstehen mache: rauf auf meine Matte! Zwar dauert es laut unterschiedlichen Studien 42 oder sogar 66 Tage bis man eine Gewohnheit etabliert hat, jedoch wurde es bei mir schon fast nach einer Woche zu einer Gewohnheit, welche ich auf jeden Fall weiter fortführen werde.
Fazit
Ich bin froh, dass ich dieses Experiment gewagt habe! Ich kann gar nicht glauben, wie viel Unterschied schon alleine 10 Minuten Workout am Morgen machen. Interessant war für mich, dass sich mein Körper nicht nur besser angefühlt hat, sondern ich mich auch mental besser auf die zu erledigenden Uni Aufgaben fokussieren konnte. Ich war viel konzentrierter. Pilates finde ich gerade für den Morgen deshalb so ideal, da der Körper optimal auf den Tag vorbereitet wird. Ich finde, dass gerade die Kombination aus etwas anstrengenderen Einheiten und Dehnübungen der optimale Mix für den Morgen sind. Ich denke, der Unterschied zu Ausdauersport liegt für mich darin, dass die Pilates Video-Workouts, die ich absolviert habe, nicht auf Ausdauer und hohen Kalorienverbrauch ausgelegt sind, sondern darauf den Körper zu lockern und entspannt in den Tag zu starten. Meinem Körper bekommt das so besser, deshalb werde ich auch in Zukunft Ausdauersport erst nach dem Frühstück machen.
Diese Morgenroutine mit Pilates möchte ich aber auf jeden Fall auch nach den 7 Tagen beibehalten, da ich gemerkt habe, welche positiven Auswirkungen sie auf mein Wohlbefinden über den ganzen Tag hat. Vielleicht ist mittlerweile auch der Placebo-Effekt eingetreten und ich rede mir die guten Effekte nur ein. Aber selbst dann: Bewegung und Dehnung am Morgen schadet auf keinen Fall!
Natürlich ist jeder Mensch anders. Nur weil mir Pilates am Morgen gut tut, heißt das nicht, dass es jeder und jedem auch so geht oder das Ausdauersport am Morgen für alle Personen zu Müdigkeit führt. Ich möchte euch eher dafür motivieren, auf euren Körper zu hören und euch dafür zu sensibilisieren, was euch gut tut und verschiedene Sportarten auszuprobieren bis ihr etwas gefunden habt womit ihr euch wohl fühlt.
Falls jemand die Pilates Workout-Videos probieren möchte, welche ich absolviert habe: Sie sind auf YouTube auf dem Kanal von Tasty Katy zu finden. Sie hat außerdem auch Yoga- und Meditationsvideos erstellt, welche ich auch empfehlen kann.
Beitragsbild: lograstudio auf Pixaby
von Klara-Marie Zwerschke | 31.05.2021
Das Fitnessstudio habt ihr seit mindestens einem Jahr nicht mehr von innen gesehen, die Sportmatte hat es sich mit den Wollmäusen unterm Bett gemütlich gemacht und auf dem Rad dem Greifswalder Gegenwind standzuhalten, ist so anstrengend wie noch nie? Kennen wir. Unsere Redaktion versucht, sich aufzuraffen und neue sportliche Aktivitäten während des Lockdowns auszuprobieren. Mit etwas Glück entdeckt ihr in unserer neuen Reihe also vielleicht etwas, woran ihr auch Spaß findet. Vielleicht liegt ihr aber auch lieber im Trainingsanzug auf der Couch und zieht euch die zweite Pizza rein, während ihr unsere Artikel lest – auch okay, wir wünschen euch jedenfalls viel Spaß!
Get Abs in 2 WEEKS?!
Vor einiger Zeit tauchte in meinen Vorschlägen auf YouTube ein Video der australischen Fitness-YouTuberin Chloe Ting auf, welches im August 2019 viral ging: „Get Abs in 2 WEEKS“ – Es klingt zu schön, um wahr zu sein und gleichzeitig wie eines der vielen Versprechen der Diäten- und Fitnessindustrie, welche man sowohl online als auch beim Stöbern in vielen Lifestyle-Magazinen lesen kann: „Mit diesen bisher streng geheim gehaltenen Tipps schaffen Sie es in gerade mal zwei Wochen zu Ihrer Traumfigur!“ Der Titel impliziert beim ersten Lesen das Versprechen, innerhalb von nur 14 Tagen sichtbare Bauchmuskeln aufzubauen. Zudem dauert das gesamte Video nur knapp 11 Minuten. Meiner Meinung nach klang das viel zu einfach! Doch egal wie unrealistisch die Vorstellung auch erscheinen mag, war „Get Abs in 2 WEEKS“ im Februar 2021, eineinhalb Jahre nach seiner Veröffentlichung, bereits 349 Millionen Mal angeklickt worden. Des Weiteren findet man auf Instagram unter Hashtags wie #2weeksshredchallenge, #chloetingchallenge oder #chloetingresults tausende spektakuläre Vorher-Nachher-Vergleichsbilder von User*innen, die dieses oder andere Workouts der Australierin befolgt haben. All dies wirft die Frage auf, ob die Übungen wirklich so effektiv sein können? Was steckt wirklich hinter dem Hype?
Doch schon bei genauerer Recherche kommt für mich die erste Desillusionierung. Das Video gehört zur sogenannten „2 Weeks Shred Challenge“. Wie ich es geahnt hatte, können die Resultate der Instagram-User*innen nicht von täglich zehn Minuten Sport für 14 Tage kommen. Auf ihrer Website präsentiert Chloe Ting ein komplettes Workout-Programm, dargestellt in Form eines Kalenders. Pro Tag sind jeweils zwei bis vier ihrer YouTube-Videos verlinkt, sodass man täglich auf insgesamt 25 bis 50 Minuten Sport kommt. Am unteren Ende der Website befinden sich ein Video mit Ernährungstipps sowie ein „Reaction-Video“ zu den Fitnessresultaten ihrer Zuschauer*innen. Sie beantwortet zudem die meist gestellten Fragen zu der Challenge und gibt Tipps, um die Übungen zu erleichtern.
Da mir zu Coronazeiten in meinem kleinen Zimmer die Decke ziemlich auf den Kopf fällt, mache ich den Test!
Für wen eignen sich die Workouts?
Die „2 Weeks Shred Challenge“ zielt auf „Abs, Weight Loss [und] Full Body“ – also sowohl auf Ausdauertraining als auch Muskelaufbau – ab. Des Weiteren ist die Challenge für alle, die sich ein durchstrukturiertes Fitnessprogramm und vor allem ein erreichbares Ziel (hier sind es beispielsweise 14 Tage) wünschen, geeignet.
Was benötige ich?
Als Equipment nennt Chloe Ting für die „2 Weeks Shred Challenge“ lediglich eine „Fitness Mat“. Da viele der von ihr vorgemachten Übungen im Liegen stattfinden, kann ich persönlich nur zur Anschaffung einer Yogamatte raten. Übergangsweise sollten eine Decke oder ein Teppich aber sicherlich auch ausreichen.
Bei anderen Programmen können Fortgeschrittene auch zu Gewichten oder Fitnessbändern greifen.
Wie viel Geld muss ich dafür ausgeben?
Wer keine Yogamatte besitzt, kann bei der Anschaffung mit Kosten zwischen 20 und 30 Euro rechnen. Fitnessbänder bekommt man online schon ab 10 Euro. Wer sich keine teuren Hanteln anschaffen kann oder will, kann gerne einmal in unseren Artikel über selbstgemachte Gewichte reinschauen!
Wie viel Zeit muss ich dafür einplanen?
Wie bereits erwähnt, variieren die Workouts täglich zwischen 20 und 50 Minuten. Bei anderen Programmen kann die Zeit allerdings auch 10 bis 40 Minuten betragen. Hinzurechnen sollte man gegebenenfalls ein Aufwärm- und ein Cool-Down-Video.
Durchführung
Vor der Durchführung der verschiedenen Workouts kann ich persönlich empfehlen, mit einem Aufwärmvideo zu beginnen. Dazu bietet Chloe Ting beispielsweise ein fünfminütiges Programm an, dessen Ziel es ist, nacheinander die einzelnen Muskelgruppen mit verschiedenen Übungen wie Arm Cicles, Squat Cross Arms oder Standing Crunches zu dehnen und aufzuwärmen. Wer persönlich fünf Minuten nicht als ausreichend empfindet, hat die Möglichkeit, das Programm zu wiederholen oder sich ein längeres Video der Australierin auszusuchen.
Wie man es von anderen Fitness-YouTuber*innen kennt, werden die einzelnen Bewegungsabfolgen von Chloe Ting vorgemacht. Zu Beginn werden immer der Name der Übung sowie einige Tipps zur Durchführung angesagt. Eine Bewegungsabfolge mit Wiederholungen beträgt durchschnittlich 30 Sekunden. Zwischen den Übungen gibt es fast immer kurze Pausen, die zeitlich zwischen 5 und 15 Sekunden variieren. Um nicht permanent auf den Bildschirm des Smartphones, Tablets oder Laptops schauen zu müssen, läuft nebenbei ein Timer ab, der den Beginn der Übung sowie die letzten drei Sekunden durch ein akustisches Signal deutlich macht. Wie bereits erwähnt, hat man pro Tag insgesamt zwei bis vier Workouts zu absolvieren. Bei der „2 Weeks Shred Challenge“ werden insbesondere die Bauchmuskeln fokussiert, jedoch werden zwischendurch auch die Po- und Armmuskeln trainiert. Beliebte Übungen für das Training der Bauchmuskeln sind in den Videos von Chloe Ting beispielsweise Crossbody Mountain Climbers, Up & Down Planks, Bycicle Crunches oder Heel Touches.
Nach dem Absolvieren des Tagessatzes an Workouts ist es empfehlenswert, noch einen Cool Down durchzuführen. Zu diesem Zweck gibt es ebenfalls zahlreiche Videos mit Bewegungsabfolgen, die zur Dehnung und Entspannung der beanspruchten Muskelgruppen dienen. Ein Beispiel für ein solches Video findet ihr hier.
Mein Fazit
Was mir persönlich sehr an Chloe Tings Programmen gefällt, ist die Art, wie sie ihre Zuschauer*innen immer wieder motiviert, nicht aufzugeben. Uni, Arbeit oder einfach der Alltag lassen es oftmals nicht zu, dass man sich jeden einzelnen Tag sportlich betätigt und das ist auch völlig okay! Zudem hängt es vom individuellen Fitnesszustand ab, ob man nach 14 Tagen sichtbare Bauchmuskeln aufbauen konnte oder nicht. Für letzteren Fall ist es wichtig, sich bewusst zu machen, dass das Absolvieren des Programms ein entscheidender Schritt in die richtige Richtung ist (be patient with yourself). Immer wieder wird betont, wie wichtig „Consistency“ ist, genauso wie kleinere oder auch größere Pausen. Insgesamt schätze ich an ihren Videos die vermittelte Nähe zu den Fans, den freundlichen Umgang miteinander in der Community, dass es bei den Programmen teilweise verschiedene Schwierigkeitsgrade für sowohl Anfänger*innen wie auch Fortgeschrittene gibt und vor allem, dass auch Wert auf Ruhetage („Active Rest Days“) innerhalb der Challenges gelegt wird. Ich habe die „2 Weeks Shred Challenge“ sowie andere Workouts von Chloe Ting getestet und tatsächlich schon nach kurzer Zeit positive Veränderungen – sowohl körperlich als auch psychisch – an mir festgestellt. Was für mich zuvor kaum vorstellbar war, ist die Tatsache, dass ich nach den zwei Wochen leichte „Abs“ erkennen konnte und somit zum ersten Mal wirklich motiviert war, ihr Programm weiterzuverfolgen. Ich hatte das Gefühl, dass sich der eigentliche Sinn und Zweck hinter den Challenges, nämlich den Grundstein für die eigene Fitnessroutine zu legen, mehr als bestätigt hat.
Nach so viel Lob möchte ich jedoch zugeben, dass die Übungen einen zu Beginn ganz schön ins Schwitzen bringen können. Wer vorher noch nie seine Bauchmuskeln trainiert hat, wird vermutlich in den ersten Tagen mit ziemlichem Muskelkater kämpfen. Auch die Pausen zwischen den einzelnen Übungen sind teilweise ziemlich kurz! Dazu merkt Chloe Ting jedoch immer wieder in ihren Videos an, dass es vollkommen okay ist, wenn man nicht mit ihr mithalten kann und man sich ruhig ausreichend Zeit nehmen sollte, um mit der nächsten Übung zu beginnen.
Ich für meinen Teil kann sagen, dass sich ein Blick auf ihre Website und ihren YouTube-Kanal lohnt. Chloe Ting bietet mehrere weitere „Free Programs“ mit anderen Trainingsschwerpunkten an, deren Gesamtdauer zwischen zwei bis vier Wochen variieren kann. Wer sich nicht zu 100 Prozent an die Programme halten möchte, kann sich von ihren zahlreichen Videos sein eigenes Programm zusammenstellen oder sich natürlich auch ihre sehr unterhaltsamen Reaktionen auf die Resultate ihrer Fans bequem vom Sofa aus ansehen!
Beitragsbild: Klara–Marie Zwerschke
von Fabian Kauschke | 12.04.2021
Fans der kurzweiligen Unterhaltung aufgepasst! In den letzten Monaten sind einige Plattformen auf den kunterbunten Hypetrain der Prokrastination und der Kurzvideos aufgesprungen. Google etwa orientiert sich mit dem neuen App-integrierten Format „YouTube Shorts“ eindeutig am seit 2018 rasant gewachsenen Branchenprimus TikTok. Aber auch Instagram startete 2020 mit dem Ableger „Reels“ den nächsten Schritt hin zur größtmöglichen Freizeitvernichtungsmaschine. Wie sehr ähneln oder unterscheiden sich die Anbieter heute noch und ergibt es überhaupt Sinn, die Konkurrenz so detailgetreu zu kopieren?
Kurzer Exkurs in die chinesische Social Media Landschaft und den Algorithmus des Scrollens
Vorweg: Warum sind die Kurzvideos, besonders bei TikTok, überhaupt so beliebt? Der Ursprung der Plattform liegt in China. Douyin ist der Mutterkonzern von TikTok und besitzt dort, aus westlicher Sicht durchaus überraschend, keineswegs eine Monopolstellung. Denn Kurzvideos gibt es auf verschiedensten Social Media Plattformen in China. Red, Bilibili und viele weitere können ebenfalls Millionen von aktiven Nutzer*innen vorweisen. Dass die Landschaft der sozialen Netzwerke in China so anders aussieht als beispielsweise in Mitteleuropa, liegt besonders daran, dass aus den USA stammende Apps wie Instagram dort gesperrt sind. Kurzvideos sind wiederum dort sehr beliebt, da sie die Doppelfunktion als schnelle Ablenkung für zwischendurch, wie auch als vielfältige Unterhaltung für einen längeren Zeitraum bieten.
Warum aber weist TikTok, beziehungsweise Douyin, nun eine mit durchschnittlich etwa 60 Minuten pro Tag und Person so lange Bildschirmzeit auf? Die große Nutzungsdauer geht aus dem hervor, was TikTok gegenüber den anderen Plattformen der westlichen Welt einzigartig gemacht hat: Das Erste, was wir zu sehen bekommen, ist nämlich kein Feed, der aus aktiven „Follows“ bestimmter Kanäle hervorgeht, wie bei klassischen Social-Media-Plattformen. Stattdessen erhalten alle Nutzer*innen auf der sogenannten „For you“-Seite eine durch künstliche Intelligenz berechnete persönliche Auswahl an Videos, die für die Konsument*innen interessant sein könnten. Diese lernt aus allem, was sich jede einzelne Person ansieht und berechnet daraus, was sie in Zukunft vermutlich gerne sehen möchte. Das funktioniert oft so gut, dass User*innen größtenteils tatsächlich nur Videos angezeigt bekommen, die sie gerne ansehen. Daher bleiben die TikTok-Nutzer*innen länger am Bildschirm, als würden weniger individualisierte Inhalte gezeigt werden. Dieser Effekt wird noch dadurch verstärkt, dass TikTok über den Tag hinweg oft mehrfach von seinen Nutzer*innen geöffnet wird und sich die einzelnen kurzen Besuche so zu einer beachtlichen Bildschirmzeit summieren könne.
Aufmerksame Social Media Nutzende werden nun sicherlich sagen: „I could’ve dropped my croissant“ oder auch: „Momentchen einmal, wenn es um Kurzvideos geht, was ist dann mit Vine?“ Vine war eine Plattform, die den Kurzvideomarkt von 2013 bis 2017 geprägt hat. So konnten viele Nutzer*innen dort humoristische Kurzsketche oder anderen Spaß veröffentlichen. Zum Bedauern wurde die Seite dann geschlossen, da der Mutterkonzern Twitter seine Ausgaben kürzen wollte. Warum Vine zwar erfolgreich war, aber anscheinend nie so rentabel wie TikTok sein konnte, liegt vermutlich daran, dass die Plattform nur in geringem Umfang von künstlicher Intelligenz gesteuert war. Die Nutzer*innen waren darauf angewiesen, aktiv Videoersteller*innen zu folgen, und darauf zu hoffen, dass diese neue gute Inhalte produzieren. War das nicht der Fall, mussten eigenhändig andere Benutzer*innen gefunden werden. Daher war die App deutlich weniger attraktiv und arbeitsintensiver als beispielsweise TikTok.
Hat Youtube das kurze Höschen an?
Im März nun wollte Google ebenfalls endlich ein Stück von der Torte abhaben und hat auf YouTube den eigenen Kurzvideoanbieter „Shorts“ gestartet. Zuvor war es zwar bereits möglich mit #Shorts speziell kurze Videos zu markieren. Diese waren bislang aber nicht auf der Startseite zu sehen, wie es nun der Fall ist. Außerdem konnten die neuen Werkzeuge zur Erstellung der Kurzvideos noch nicht verwendet werden. In der aktualisierten Form fällt sofort auf, dass das Design sehr an den Konkurrenten TikTok erinnert. Horizontal kann ein Video von 15 bis 60 Sekunden nach dem anderen angeschaut werden, ohne dass der Fluss je zum Erliegen kommt. Beim Erstellen von Videos sind alle grundlegenden Funktionen wie Aufnahme, Vertonung, Filter oder Schnittfunktionen verfügbar.
Jedoch ergeben sich auch bereits die ersten Unterschiede. Es fehlen bislang Möglichkeiten, auf Beiträge von anderen „Creators“ in Kollaborationen oder Reaktionen Bezug zunehmen. Damit ist eine für TikTok sehr wichtige Funktion noch nicht verfügbar. Dort ist es möglich TikToks von anderen Nutzer*innen auszuwählen und dann darauf zu reagieren, was zur Folge hat, dass beide Videos dann parallel anschaubar sind. Das hatte der chinesischen Plattform besonders in der Anfangsphase viel Aufmerksamkeit verschafft, da die Videos eine interaktive Dynamik erreichen konnten. Songs mit einem großen Wiedererkennungswert, wie aktuell das See Shanty Lied „Wellerman“ bieten sich dazu besonders an. YouTube stellt daher selbst fest, dass sich „Shorts“ noch in den Kinderschuhen befinde. So soll aktiv daran gearbeitet werden, dass die Nutzer*innen sich in ihren Videos direkt auf andere YouTube-Videos beziehen können. Einen großen Erfolg kann „Shorts“ jedoch bereits im Bereich von Musik und Audio verzeichnen. Die Plattform hält Lizenzen von hunderten Musiklabels, darunter auch Warner Music, Sony Music und Universal Music.
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Bei der YouTube „Shorts“-Funktion, die für alle in der App verfügbar ist, kann außerdem leicht festgestellt werden, dass die Videos ebenfalls personalisiert und automatisiert ausgewählt sind. Das ist sehr ähnlich zu der klassischen Startseite, bei der man eine Mischung präsentiert bekommt, die sich aus Abonnements, häufig geschauten und allgemein beliebten Videos zusammenstellt. YouTube hat hierbei gegenüber neuen Plattformen den Vorteil, dass es die bereits über einen längeren Zeitraum gesammelten individuellen Nutzungsdaten auch in „Shorts“ verwenden kann. Nach ein paar Tests ist jedoch zu merken, dass sich der Algorithmus der Startseite von dem der „Shorts“ Funktion unterscheidet. Denn nachdem ich für eine Weile nur „Shorts“ mit dem Themenbereich Schach angeschaut habe, ergab sich, dass in dem „Feed“ zum größten Teil Schachvideos vorgeschlagen wurden. Die Vorschläge der Startseite änderten sich jedoch nicht. Außerdem ist festzustellen, dass die Kurzvideos in keinem Fall eine so prominente Rolle einnehmen, wie es bei TikTok und der „For you“ Funktion der Fall ist. Das Gleiche wird auch bei Instagram und den „Reels“ deutlich, da es nur eine Funktion von vielen ist neben den regulären Beiträgen, „IGTV“ oder den „Storys“.
Schnell!! Rauf da auf den Markt!!
Warum kopieren Instagram oder YouTube dann überhaupt TikTok, wenn die App durch Algorithmen so optimiert ist? YouTube stellt als Grund den leichteren Einstieg für neue Benutzer*innen in den Vordergrund. Das hat den Grund, dass neue Videos einfach in der App aufgenommen, geschnitten und mit Effekten versehen werden können. Ein wohl noch ausschlaggebenderer Faktor kann aber am Beta-Testing der neuen Funktion erkannt werden. YouTube „Shorts“ wurde bereits im letzten Jahr mehrere Monate in Indien getestet. Dass diese Tests speziell in Indien gemacht wurden, hatte wohl einen ganz konkreten Grund: TikTok wurde im Sommer 2020 in Indien, wie auch andere chinesische Apps, aufgrund politischer Uneinigkeiten gesperrt. Dadurch war auf dem indischen Markt für „Shorts“ plötzlich ein großes Vakuum entstanden. Das wiederum machte Indien nun sehr attraktiv für andere Plattformen. Ein ähnliches Szenario könnte sich auch in den USA ergeben: Über die Sperrung von TikTok wird dort aktuell noch verhandelt. Es deutet sich aber an, dass die chinesische Firma einen gleichnamigen amerikanischen Ableger gründen wird, der dann auch in Zukunft in den USA bereitstehen soll.
Doch auch die Sperrung einzelner Anbieter macht die Konkurrenz nicht unbedingt einzigartiger. Durch das Kopieren des Prinzips von TikTok ergab sich für Instagram „Reels“ ein Problem, welches vermutlich auch bei „Shorts“ auftreten wird: Die Benutzer*innen kopieren ihre Inhalte und verwerten sie so auf allen Plattformen gleichzeitig. Das führt dazu, dass sich die Seiten noch mehr ähneln. YouTube hat bereits angekündigt, durch die Unterstützung von „Creators“, die Kurzvideos exklusiv und speziell für ihre Plattform produzieren, dagegen steuern zu wollen.
Schlussendlich ist zu bemerken, dass es doch Gründe gibt, warum der Markt der Kurzvideos trotz der Vormachtstellung von TikTok immer noch umkämpft ist. Besonders politische Unstimmigkeiten und die daraus resultierenden Sperrungen von Apps wirbeln ihn immer wieder auf. Trotzdem sollten konkurrierende Plattformen versuchen, sich Alleinstellungsmerkmale zu suchen, wie es YouTube „Shorts“ mit verschiedenen, noch im Aufbau steckenden, Funktionen, wie der Reaktionsmöglichkeit auf YouTube Videos probiert. Am Ende bleibt nur die Devise, die auch Limp Bizkit schon (fast) besungen haben: Keep Scrollin‘, Scrollin‘, Scrollin‘, Scrollin‘ (yeah).
Beitragsbild: Hello I’m Nik auf unsplash.com
von Amely Schmidtke | 01.09.2020
Damit ihr euch in der vorlesungsfreien Zeit nicht langweilen müsst, haben wir aus allen Redaktionen der moritz.medien die besten Empfehlungen aus der Kategorie Medien zusammengetragen. Von Serien und Filmen über Bücher bis hin zu YouTube- und Instagramkanälen ist alles dabei. Lasst euch inspirieren und teilt uns gerne in den Kommentaren mit, was ihr in letzter Zeit gern geschaut, gehört, gespielt und gelesen habt.
SERIEN UND FILME
Arrested Development
– Diese Serie kann man nicht wirklich beschreiben, die Charaktere sind alle vollkommen bekloppt und das geniale Drehbuch fügt alles perfekt zu einer mit viel Liebe geschriebenen Komödie zusammen. Eine Serie, die man unbedingt auf Englisch sehen sollte, weil sie zu einem nicht unerheblichen Teil aus kleinen aber feinen Wortspielen besteht, die dann nach mehreren Staffeln Pause plötzlich zum perfekten Zeitpunkt wieder aufgegriffen werden. Eine Serie für Menschen mit einem etwas eigenen Sinn für Humor und einem großen Herz für verrückte Charaktere und Geschichten. Da eine Folge nur 20 Minuten lang und die Hauptstory sehr leicht verständlich ist, ist Arrested Development perfekt geeignet, um es nebenbei zu gucken. Und wegen der unzählbar vielen subtilen Anspielungen kann man die Serie immer und immer wieder gucken und sich jedes Mal wieder über neue Details freuen!
The Bold Type
– Drei junge Frauen, die für ein internationales (Frauen-)Magazin in New York arbeiten. Alle drei sind sehr liebenswert, halten zusammen, unterstützen sich gegenseitig und jede Folge behandelt ein anderes sehr zeitgeistiges Thema. Die Farben, Kostüme und Sets sind toll, machen Spaß beim Ansehen – wenn einem so etwas auffällt. Inspiriert ist die Serie von der Lebensgeschichte der ehemaligen Cosmopolitan-Chefredakteurin Joanna Coles. Mich hat die Serie sehr angesprochen und ich freue mich auf die 4. Staffel.
Bones und The Mentalist
– Alt aber noch gut, selbst wenn man sie schon kennt 😉 Bei Bones kann man etwas über Knochen und zwischenmenschliche Beziehungen lernen. Die Serie basiert auf dem Leben der forensischen Anthropologin und Autorin Kathy Reichs. In The Mentalist hilft Patrick Jane dem CBI durch seine erstaunliche Beobachtungs- und Kombinationsgabe Mordfälle aufzuklären.
Dark
– Es war ja schon in aller Munde, aber es lohnt sich wirklich! Mit jeder Folge entstehen mehr Fragezeichen (und keine Sorge, irgendwann auch Ausrufezeichen) und man wird süchtig danach, jedes Puzzleteil zu registrieren und es in einen größeren Zusammenhang setzen zu wollen. Trotz (oder vielleicht sogar wegen) der zunehmenden Verwirrung macht es Spaß, eigene Theorien aufzustellen und mitzurätseln! Die Serie eignet sich vor allem, um sie in der WG zusammen zu schauen, aber jegliche inhaltliche Zusammenfassung wäre wahrscheinlich schon ein kleiner Spoiler – von daher schaut doch selbst! Tick…tack…
Game Night
– Die Thriller-Komödie mit Jason Bateman und Rachel McAdams in den Hauptrollen hat mich super positiv überrascht. Spannend, komisch und irgendwie anders.
Jane the Virgin
– Das pinke Cover und der Name könnten zwar abschrecken, doch die Serie ist genial gemacht und mit liebenswerten Charakteren gespickt. Unglaublich ironisch und überzogen und dabei so clever. Selbst für Menschen, die keine Telenovela-Fans sind, einen Versuch wert – zumindest, wenn man auf der Suche nach leichter Kost ist.
The Marvelous Mrs. Maisel
Im New York City der 50er Jahre begleitet man das Leben von Miriam Maisel (Rachel Brosnahan), die in einer alles verändernden Nacht von ihrem Mann verlassen und als Stand Up-Talent entdeckt wird (Trailer). Doch das ist aufgrund ihres familiären Backgrounds und der damaligen Bedingungen nicht gerade unproblematisch. Wer es noch nicht kennt, sollte sich die drei Staffeln auf jeden Fall (wenn möglich auf Englisch) ansehen – eine Fortsetzung folgt.
Stralsund
– Öffentlich-rechtliche Krimi-/Thriller-Serie mit Lokalkolorit. Erwartungen übertroffen. Hier zu finden: https://www.zdf.de/serien/stralsund.
DOKUMENTATIONEN
explained
– Die Serie auf Netflix gibt in jeder Folge einen Überblick über ein anderes Thema. In rund 20 Minuten wird über Inhalte von Sekten über Piraten und Programmieren bis hin zur Monogamie informiert. Ein cooler Gedankenanstoß und motiviert, sich näher mit einigen Fragen zu beschäftigen.
Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender
– Da möchte ich mich jetzt nicht auf eine festlegen. Stöbert einfach mal durch die Mediatheken der Öffentlich-Rechtlichen, den Rundfunkbeitrag zahlen wir sowieso. Insbesondere bei Natur-, aber auch im Bereich Gesellschaftsdokus findet sich hier eigentlich für alle etwas.
– Die Arte-Mediathek ist auch recht interessant. Ich habe das Gefühl Arte vergisst man schnell oder denkt zumindest nicht sofort daran, wenn von den Öffentlich-Rechtlichen die Rede ist. Und Arte ist auch definitiv nicht mehr nur etwas für alte Leute, wie ich es als Kind immer empfunden habe.
– Empfehlung: Eine ganze Reihe über Korea, interessant und beunruhigend: Büro 39 – Nordkoreas schwarze Kassen.
(HÖR)BÜCHER
Dan Brown – Die Robert-Langdon-Reihe (angefangen bei Illuminati)
– Vielleicht kennt ihr ja die Filme bereits, aber hier lohnt es sich, die Bücher zu wälzen! Die Spannung ist teilweise fast nicht mehr auszuhalten und da es sie bei Spotify sogar als Hörbücher gibt, kann man die Sucht schön in den Alltag integrieren, hehe. Die Bücher sind unglaublich gut recherchiert und begleiten den Harvard-Professor für religiöse Ikonographie und „Symbolologie“ (fiktiv), der plötzlich in rätselhafte Morde, Geheimorden und Verschwörungen verwickelt wird und mit seinem unglaublichen Wissen versteckte Zusammenhänge, Ambigramme und Hinweise aufdeckt (natürlich meistens unter einem nervenaufreibenden Zeitdruck). Die Bücher sind also nicht nur spannend, sondern bieten auch super viele fun facts, mit denen ihr beim nächsten Galeriebesuch ein wenig angeben könnt. 😀
Don Winslow – Savages
– Im Deutschen mit dem Untertitel „Zeit des Zorns“, aber auf Englisch tausend mal mehr zu empfehlen. Ein Krimi über den Drogenhandel in Kalifornien. Im Vordergrund steht die polyamoröse Liebesbeziehung zwischen der weiblichen und den zwei männlichen Hauptfiguren und die Frage, was einem Menschen passieren muss, damit er selbst bereit ist, zu einem „savage“ zu werden. Ein relativ blutiges Buch, wobei gewaltvolle Themen aber immer mit viel Respekt behandelt werden. Winslow arbeitet mit einer großen Liebe für Sprache / Wortspiele (daher im Englischen noch einmal wesentlich besser) und einem tiefen psychologischen Blick, nicht nur für seine Hauptfiguren, sondern auch für jede einzelne Nebenfigur.
Richard Dawkins – Das egoistische Gen
– Ist auf Englisch noch besser, aber über SpringerLink nur auf Deutsch verfügbar. Kategorie Sollte man gelesen haben.
PODCASTS
HarryPodcast
– Coldmirror analysiert in jeder Folge 5 Minuten des ersten Harry-Potter-Films bis ins kleinste Detail – Geduld nötig.
Mordlust
– Ein True Crime-Podcast, in dem sich zwei Frauen über wahre Kriminalfälle unterhalten und dabei auf strafrechtliche und psychologische Hintergründe eingehen.
WG Wesensfremd
Nachdem Matze Hielscher in Hotel Quarantäne – einer Spezialausgabe seines Interview-Podcasts Hotel Matze – ganze sieben horizonterweiternde Gespräche mit der Autorin Sibylle Berg führte, starteten die beiden Anfang August ihren eigenen Podcast WG Wesensfremd. Bei ihren Gesprächen über das Leben pendelt man als Zuhörer*in zwischen Grübeln und Grinsen und hofft am Ende, dass bald die nächste Folge kommt.
MUSIK
John Butler – Ocean (Live Version)
– „Wer hätte gedacht, dass Herr Tumnus so gut Gitarre spielen kann?“ Nach dem kurzen Verspieler am Anfang wohl eines der schönsten Gitarrenstücke überhaupt und ein Song, um sich mit Kopfhörern nach einem langen Tag ins Bett zu legen, die Augen zu schließen und sich in eine andere Welt entführen zu lassen (vielleicht ja nach Narnia?).
https://www.youtube.com/watch?v=hQjwkXrcUrs
JPatterson
– Der (noch) recht unbekannte Künstler hat gerade erst ein neues Album namens „Mood“ rausgebracht. Richtig coole Mischung aus Reggae, Dub und Elektro, die durchbrochen wird von der immer wiederkehrenden Trompete. Perfekt für den Sommer.
Meute – Slip (Deadmau5-Cover)
– Früher mochte ich weder Uniformen noch Marschkapellen, dann habe ich Meute entdeckt. Akustischer Techno in Perfektion, mehr kann und braucht man dazu nicht zu sagen.
https://www.youtube.com/watch?v=NMefxohehPQ
Parcels – „Live Vol.1“
– Die Studio-Session der australisch-berlinerischen Band Parcels enthält alles, was man für den Spätsommer in Greifswald braucht: Ein Hauch von Fernweh nach Down-Under und dem Lebensgefühl der bunten Bundeshauptstadt verpackt in funky Melodien und Disco-Beats, bei denen selbst die Studierenden der Rechts- und Staatswissenschaften nicht ruhig sitzen bleiben können. Und das alles in technischer Perfektion und live aufgenommen in den Hansa-Studios. Ein kleiner musikalischer Vorgeschmack auf die erste post-Corona Turbomate in unseren studentischen Clubs:
https://www.youtube.com/watch?v=e4TFD2PfVPw
Portugal.The Man – So Young (Live Stripped Down Session)
– Der Song für den Morgen nach der Party, auch ohne Party am Abend davor! Akustisch und noch gefühlvoller als die Album-Version, einfach schön.
https://www.youtube.com/watch?v=9vyGu2O7xNQ
VIDEOSPIELE
Assassin’s Creed: Odyssey
– Wenn du immer schon einen Faible für die griechische Mythologie hattest und im Sommer mindestens 100 Stunden Zeit findest, um sie am PC oder der Konsole zu verbringen (hasst du die Sonne oder was???), dann ist AC Odyssey das perfekte Spiel für dich! Schlüpfe in die Fußstapfen von Alexios oder Alexandra und erkunde die offene Welt des antiken Griechenland. Begegne deinem liebsten Freund aus dem Mathe-Unterricht – Pythagoras, oder führe tiefgründige Diskussionen mit Sokrates. Geh auf die Jagd nach mystischen Wesen und begib dich auf die Antwort nach den großen Fragen der Menschheit. Achja, und nebenbei gilt es auch noch, die eine oder andere Schleichmission oder Schlacht zu meistern. Es ist also für alle etwas dabei!
Nur ein kleiner Makel trübt den Gesamteindruck dieses eigentlich genialen Spiels: Wenn du eine Idee haben solltest, wie sich die Story sinnvoll in das AC-Universum einfügen lässt, melde dich gerne bei Ubisoft, die könnten da noch etwas Unterstützung gebrauchen!
TrackMania
– TrackMania is back! Ganz richtig, wer schon länger das masochistische Verlangen verspürt hat, sich das eigene spielerische Mittelmaß in Zahlen vor Augen zu führen, wird bei der Neuauflage des Rennspielklassikers von Nadeo regelmäßig die eigenen Erwartungen (nicht) erfüllt sehen! Und das auch noch gratis! Grafisch hat sich am Spiel selbst im Vergleich zu Nations Forever eigentlich nicht viel verändert und das im absolut positiven Sinne! Ein Hauch von Kindheit und LAN-Party-Lückenfüllern! Wie im Original gibt es auch in der Neuauflage die Möglichkeit, Bundesland und Stadt auszuwählen, aber da Greifswald überraschenderweise nicht vertreten ist, könnt ihr euch stattdessen auf Ergebnisse wie „Platz 573 in Rostock“ freuen! Sehr amüsiert hat mich auch das Vodafone-Werbeplakat im Spiel: „Trackmania zocken mit 1.000 Mbit/s!“ Haha, gebt mir erstmal die 250, für die ich bezahle…
Zusatztipp: LAN-Partys
Es sind Semesterferien, aber das Wetter spielt nicht mit? Schnappt euch ein paar Leute, tragt Pizza, Chips, Bier, die billigsten Energy-Drinks und alles, was irgendwie nach Computer aussieht („Nein Patrick, Mayonnaise ist kein Computer!„) in die gemütlichste Bude, die ihr finden könnt, schaltet für eine Nacht die Handys ab und genießt die Reise in eine einfachere Zeit!
Hinweis: Zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses für diesen Artikel am 01.09. waren private Versammlungen in Mecklenburg-Vorpommern erlaubt. Haltet euch bitte verantwortungsvoll an die Corona-Regelungen und spielt bei neuen Kontaktbeschränkungen getrennt und von Zuhause aus über das Internet miteinander! Vielen Dank!
YOUTUBE
Baumgartner Restoration
– Englischer Kanal zum Thema Restauration von Gemälden, auch ASMR-geeignet: https://www.youtube.com/channel/UCvZe6ZCbF9xgbbbdkiodPKQ
CGP-Grey
– Englischer Kanal mit Erklärfilmen zu Themen wie: „How to become Pope“ und „Who owns the statue of liberty“: https://www.youtube.com/channel/UC2C_jShtL725hvbm1arSV9w
Critical Role
– Legendäre Dungeon&Dragons Webserie von professionellen Synchronsprecher*innen mit ziemlich großer, kreativen Fanbase:
https://www.youtube.com/channel/UCpXBGqwsBkpvcYjsJBQ7LEQ
Mailab
– Muss man dazu noch was sagen? (Kanal zu allen wissenschaftlichen Themen, die man schon immer mal erklärt haben wollte):
https://www.youtube.com/channel/UCyHDQ5C6z1NDmJ4g6SerW8g
INSTAGRAM-BLOGS
@celebface
– Perfekt für alle, die ab und zu mal einen Reality-Check brauchen, weil sie auf Social Media nur noch perfekt gefilterte Gesichter und Körper sehen. Das Profil vergleicht Instagrambilder oder operierte Gesichter mit der Realität. Keineswegs herablassend, aber man merkt: Hinter den makellosen Bildern im Internet stecken auch nur gewöhnliche Menschen.
@goodnews_movement
– Wie der Name schon verrät, werden hier lauter positive Neuigkeiten und Akte der Nächstenliebe gesammelt und geteilt. Hilft vor allem bei Weltschmerz jeglicher Art und stärkt die Hoffnung auf Menschlichkeit und Zusammenhalt, wenn einen die negativen Geschehnisse zu überrollen drohen, ist aber auch so einfach herzerwärmend anzuschauen und kann einen Stunden beschäftigen – Rumscrollen der guten Art und vor allem Inspiration für das eigene Verhalten!
@lenalademann
– Auf den ersten Blick wirkt ihr Instagramprofil wie das einer Bloggerin, die ein Auge für Ästhetik, Mode und Architektur hat. Wenn man ihr folgt, wird man aber öfter von ihren Alter-Egos in ihren Insta-Stories überrascht. Extrem witziger Kontrast.
@maltezierden
– Bekannt aus dem Fynn Kliemann-Universum. Immer wieder unglaublich witzige Stories über seine Erlebnisse in den öffentlichen Verkehrsmitteln, seine Gaumenspaltung oder seine Bemühungen um ein Foto von ihm in der Pferdezeitschrift Wendy (da tut sich gerade was!). Aber auch soziale Projekte werden angesprochen: Gerade baut und unterstützt er Heime für Straßenhunde in Griechenland.
Die moritz.familie wünscht euch noch eine schöne vorlesungsfreie Zeit!
Beitragsbild: JESHOOTS.COM auf Unsplash