Nachhaltig Einkaufen

Nachhaltig Einkaufen

Die Redakteur*innen der moritz.medien haben sich schon immer einen Kopf um unsere Umwelt gemacht und darüber berichtet. In unserer neuen Kolumne erzählen wir euch, was wir über das Thema Nachhaltigkeit denken und geben euch viele hilfreiche Tipps, um euer Leben (noch) nachhaltiger zu gestalten.

In Sachen Nachhaltigkeit muss auch viel auf Seite der Unternehmen geschehen, die viel zu viel unnötiges Plastik in Umlauf bringen. Aber wir sind die Käufer*innen und Konsument*innen dieser Produkte und finanzieren diese Unternehmen und die Idee dahinter mit.
Wir haben die einfache Wahl – und sei es nur zum Strohhalm und zur Plastiktüte Nein zu sagen oder im Laden oder Hersteller nach Alternativen zu fragen. Jeder Schritt zählt!

Alternativen

  • Mehrweg statt Einweg! Getränke und zum Beispiel auch Joghurt und Milch gibt es in Glasbehältern oder Mehrweg-PET-Flaschen. Aber aufgepasst: auch Einweg-Glas hat durch den hohen Energieaufwand bei der Produktion und das vergleichsweise hohe Gewicht für den Transport eine schlechte Ökobilanz.
  • Statt Plastik- und inzwischen auch Papiertüten in der Obst- und Gemüseabteilung kann man ganz einfach auf wiederverwendbare Beutel oder Netze umsteigen, die es inzwischen in vielen Läden für ein paar Euro gibt.
  • Für Brot empfiehlt es sich zum Beispiel einen Brotbeutel aus Leinen zu benutzen und sich statt dem abgepackten Brot ein frisches schneiden zu lassen. 
  • Aufschnitt gibt es im Kühlregal nur in Plastik. Alternativ kann man bei unserem Edeka an der Frischetheke Pfandbrotdosen nutzen, die man mit nach Hause nehmen kann und danach nur noch in eine der Boxen an der Theke schmeißen muss, damit sie gereinigt und wiederverwendet werden können.
  • Beim Kauf von Papierprodukten möglichst Frischfasern vermeiden, Siegel wie der Blaue Engel garantieren recyceltes Papier.
  • Auch Tee ist häufig sogar noch in einzelnen Packungen und die Filterbeutel sind eigentlich unnötig. Loser Tee ist eine super, müllfreie Alternative, den man dann in ein Sieb oder Teeei füllt. 
  • Abgepacktes Obst und Gemüse kann man umgehen, indem man einfach regional auf dem Markt einkauft. Markttage sind Dienstag, Donnerstag und Freitag von 8 bis 17 Uhr und am Samstag von 8 bis 13 Uhr.
  • Anstelle von Fertigprodukten aus Konservendosen oder Tüten könnt ihr euch an einem freien Tag auch gut Sachen vorkochen und einfrieren, das spart dann auch noch Geld.

Tipps und Tricks 

  • Egal ob ein Einkauf geplant ist oder nicht, es lohnt sich immer einen kleinen Beutel in der Tasche für Lebensmittel, Klamotten und Co. zu haben, damit bei einem Spontaneinkauf keine Tüte gekauft werden muss.
  • Es landen viel zu viele Lebensmittel im Müll! Wenn ihr etwas übrig habt, könnt ihr zum Beispiel bei Chefkoch auch einzelne Produkte eingeben, zu denen euch dann Rezeptvorschläge gemacht werden. Außerdem fängt alles bei der Planung an, also vor dem Einkauf oder zum Wochenstart am besten eine Liste schreiben, um wirklich nur das zu kaufen, was gerade benötigt wird.
  • Think global, buy local! Viele Sachen sind bei uns ganzjährig im Supermarkt erhältlich, doch stecken dahinter lange Transportwege mit dem Flugzeug oder Schiff, energiefressende Gewächshäuser und ein aufwändiger Anbau. Haltet die Augen auf für die Herkunftsländer, denn häufig liegen dieselben Obst- und Gemüsesorten direkt nebeneinander. Zur saisonalen Orientierung findet ihr beim Bundeszentrum für Ernährung einen guten Kalender.
  • Vor allem die Klimabilanz von tierischen Produkten ist drastisch. So würden zum Beispiel nach dem Water Footprint Network für ein Kilo Rindfleisch 16000 Liter Wasser verbraucht. Dazu entstünden laut Greenpeace insgesamt 13,3 Kilogramm CO2 (zum Vergleich: 0,2 kg bei einem Kilo Tomaten). Wer nicht auf die Produkte verzichten mag oder kann, sollte diese trotzdem so gut es geht reduzieren und auf die Herkunft achten.
  • Gerade zur Sommerzeit sind fruchtige Getränke erfrischend, wobei man diese nicht immer extra kaufen muss! Selbstgemachte Limonaden sind in der Regel viel gesünder, verpackungsärmer und sehen doch in Glaskaraffen auf dem Tisch auch richtig dekorativ aus.
  • Süßigkeiten sind unumgänglich, aber achtet doch beim Kauf darauf, dass die Bonbons nicht noch einzeln in Plastik eingewickelt sind, die Auswahl ist ja groß genug.
  • Pfand bedeutet nicht gleich Mehrweg! Achtet auf das Mehrweg-Symbol!
  • Kassenbons landen häufig direkt wieder im Müll oder verbringen noch wochenlang ein zerknülltes Leben in der Tasche. Wer mit Karte zahlt, kann die Finanzen auch über Online Banking im Blick behalten und schont somit auch die Umwelt, denn häufig sind die Kassenzettel auf Thermopapier gedruckt, was noch nicht mal in den Papiermüll darf.
  • Mit der App CodeCheck könnt ihr alle möglichen Produkte über den Barcode scannen und erhaltet Angaben zu möglichen schädlichen Inhaltsstoffen, der Herkunft vom Palmöl und vielem mehr.


Nächste Woche geht unsere Kolumne mit dem Thema nachhaltige Ernährung weiter.

Banner: Jonathan Dehn
Beitragsbild:
Maddi Bazzocco on Unsplash

Nachhaltigkeit im Haushalt

Nachhaltigkeit im Haushalt

Die Redakteur*innen der moritz.medien haben sich schon immer einen Kopf um unsere Umwelt gemacht und darüber berichtet. In unserer neuen Kolumne erzählen wir euch, was wir über das Thema Nachhaltigkeit denken und geben euch viele hilfreiche Tipps, um euer Leben (noch) nachhaltiger zu gestalten.

Um die Wohnung zu organisieren und sauber zu halten, muss es nicht immer die Chemiekeule und das schnelle Einwegplastik sein, denn auch hier gibt es zahlreiche Alternativen zu gängigen Produkten.
Wer mal einen Blick auf ein gängiges Putzmittel geworfen hat, hat bestimmt auch auf der Rückseite die Warnhinweise und eine Reihe von chemischen, nicht weiter definierbaren Inhaltsstoffen entdeckt. Viele Mittel stehen im Verdacht Allergien hervorzurufen oder dürfen nicht in den Kontakt mit Haut kommen, klingt nicht sehr vertrauenswürdig. Warum also nicht einfach selber machen und wissen was drin ist?
Auch wenn man sich manches erst mal neu anschaffen muss, so zahlt es sich auf lange Sicht definitiv für die Umwelt, aber auch für den eigenen Geldbeutel aus. 

Alternativen

Alufolie und Frischhaltefolie

Die beiden Folien sind zwar praktisch, um Lebensmittel schnell abdecken zu können, allerdings ist der Energieaufwand zur Herstellung von Alufolie für den kurzen Gebrauch viel zu hoch und in Kontakt mit sauren Lebensmitteln besteht der Verdacht auf nervenschädliche Wirkungen. Auch Frischhaltefolie ist auf den zweiten Blick nicht mehr so attraktiv, denn sie besteht aus Polyethylen, welches aus Erdöl gewonnen wird.

Stattdessen kann man die Lebensmittel luftdicht in Brotdosen oder alten Schraubgläsern lagern. Zum Abdecken eignet sich genau so gut ein umgedrehter Teller oder Wachstücher, die ihr inzwischen in mehreren Bioläden oder im Internet kaufen könnt.

Backpapier

Auch Backpapier wird in der Regel nur ein Mal verwendet und landet dann im Müll. 

Backpapiermatten aus Silikon (auch nicht optimal, aber durch den langen Gebrauch weitaus nachhaltiger) halten bei ausreichender Reinigung über mehrere Jahre hinweg. Die Matten gibt es in mehreren Größen zum Beispiel bei amazon.

Plastikflaschen und Einwegbecher

Glas- oder Edelstahlflaschen zum Wiederauffüllen halten ebenfalls über eine lange Zeit. Wem Leitungswasser zu langweilig ist, kann sich das Wasser auch selber aufsprudeln oder mit frischem Obst und Minze eine eigene Limo machen. Thermobecher für Tee und Kaffee kann man sich noch Zuhause auffüllen und dadurch Geld sparen oder wie wäre es mit einem Recup?

Strohhalme

Auch Strohhalme werden selten öfter als ein Mal benutzt und landen dann im Müll. Alternativ dazu gibt es welche aus Edelstahl, Bambus oder Glas. Bei Edeka habe ich neulich sogar welche aus Apfel oder Nudeln gesehen, warum nicht?

Gefrierbeutel

Gefrierbeutel enthalten Weichmacher und reichen häufig nicht über einige Mal einfrieren hinaus. Bei richtiger Anwendung kann man auch Glasbehältnisse zum Einfrieren nutzen oder man nimmt sich Gefrierbrotdosen. Die sind dann zwar aus Plastik, aber dafür immer wiederverwendbar.

Küchenrolle

Um schnell mal was aufzuwischen kann man genau so gut einen Lappen oder ein Baumwolltuch nehmen, welche man dann waschen und wiederverwenden kann.

Kaffeefilter

Zwar sind Kaffeefilter aus Papier schon mal besser als Kapseln, allerdings gibt es solche auch für ein paar Euro aus Edelstahl, wodurch man auf lange Sicht wieder Geld sparen könnte. Außerdem kann man auch French-Press-Kannen nutzen, die schon einen Filter integriert haben und danach nur ausgespült werden müssen.

Geschenkpapier

Sieht zwar schön aus, ist aber ebenso einfach zu ersetzen. Man kann zum Beispiel Geschenketüten nehmen, die man immer wieder zum Verpacken benutzt, oder einen alten Karton bekleben, bemalen und verzieren, um diesen als Geschenkebox zu nehmen, das macht dann noch richtig was her. Selbst mit Zeitungspapier und ein bisschen Deko sehen Geschenke genau so schön aus, eine Anleitung für ein Weihnachtsgeschenk findet ihr hier.

Batterien

Für viele Geräte kann man genau so gut Akkus verwenden, die sich wieder aufladen lassen und dadurch nicht immer neu gekauft werden müssen.

Spül- und Putzschwämme

Zum Spülen und Putzen kann man je nach Bedarf auch Baumwolltücher, Holzbürsten, selbstgehäkelte und -hergestellte Schwämme (zum Beispiel den Tawashi Schwamm) oder Naturschwämme nutzen, diese kann man dann in der Waschmaschine waschen und wiederverwenden.

Taschentücher und Klopapier

Wir kaufen häufig Frischfaserpapier, das heißt, dass für den kurzen Gebrauch extra Bäume gefällt werden, das Papier dann gebleicht wird und in der Plastikpackung bei uns im Geschäft landet. Wer nicht auf waschbare Stofftücher und WC-Duschen umsteigen will, der kann beim Kauf auf das Blauer-Engel-Symbol achten, denn dieses Papier ist samt Verpackung dann recycelt und nicht gebleicht.

Do it yourself

Raumduft im Glas

3 Packungen Natron à 14 Gramm
10-15 Tropfen ätherisches Öl, getrocknete Gewürze , Kräuter oder Blüten
1 Glas
Stoff und Zierbank
Nadel

Natron und die ätherischen Öle bzw. Blüten in das Glas geben. Die Öffnung abmessen und aus dem Stück Stoff einen 5cm im Durchmesser größeren Kreis ausschneiden und diesen dann über das Glas legen und mit dem Band befestigen. Mit der Nadel ein paar Löcher in den Stoff stechen und nach Bedarf ein wenig durchschütteln, rühren oder neues Öl hinzugeben, wenn die Wirkung etwas nachlässt.

Allzweckreiniger mit Essig

Mit Essig kann man fast alles säubern, er wirkt gegen Kalk, Fett und Schmutz und hat eine desinfizierende Wirkung und kostet auf den Liter gerechnet nur 16 Cent!
1 Teil weißer Essig
4 Teile Wasser

optional ätherisches Öl, am besten eignen sich Teebaum- oder Eukalyptusöl, da sie antibakteriell und pilzhemmend wirken, für zusätzlich guten Geruch könnt ihr zum Beispiel Lavendel nehmen
eine Sprühflasche (zum Beispiel von einem alten Reiniger)
Alles direkt in einer Sprühflasche vermischen und vor jedem Gebrauch gut schütteln. Der Essiggeruch verfliegt nach dem Auftragen wieder. Die Mischung eignet sich für alle rostfreien Flächen bis auf Naturfliesen.

Allzweckreiniger mit Zitronensäure

1 Liter Wasser
10-20 Gramm Zitronensäure

Sprühflasche
Die Zitronensäure im Wasser auflösen und in die Sprühflasche füllen.

Allzweckreiniger mit Natron

3 TL Natronpulver
3 TL geriebene Kernseife
700 ml warmes Wasser
Sprühflasche
optional ätherisches Öl

Die Kernseife mit dem Wasser zusammen in einem Topf langsam erhitzen und mit einem Schneebesen rühren, bis sich die Seife ganz aufgelöst hat. Nach dem Abkühlen die restlichen Zutaten hinzugeben, umrühren und in eine Sprühflasche füllen. Vor der Benutzung immer kurz schütteln.

Scheuermilch

1 Tasse Natron
1/4 Tasse flüssige Kernseife
4 Tropfen ätherisches Öl
Wasser

Alles vermischen und mit Wasser auffüllen, bis eine cremige Konsistenz entsteht.

Lavendel-Flüssigseife

1 Liter Wasser
2 Hände voll Lavendelblüten
3 EL geriebene Kernseife

Die Blüten mit dem Wasser aufgießen und nach 10 Minuten filtern. Die Seife fein reiben und zusammen mit dem Lavendeltee in einem Topf erhitzen und rühren, bis sich die Flocken gelöst haben. Beim Abkühlen immer wieder umrühren und dann die fertige Seife in einen Seifenspender füllen.

Glasreiniger

250 ml Wasser
250 ml Spiritus
2-3 TL Apfelessig

Alles in eine leere Sprühflasche geben und schütteln. Wie gewohnt benutzen und nach der Anwendung trocken nachwischen. 

Backofenreiniger

2 EL Natron
1 EL Kochsalz
2 EL Wasser

In einem Behälter mit einem Schneebesen alles vermischen, bis eine Paste entsteht. Diese dann mit einem Lappen im Backofen verteilen und die Heizstäbe aussparen. Für eine halbe Stunde bei geschlossenem und leicht angeschaltetem Backofen einwirken und wieder abkühlen lassen, danach mit einem feuchten Lappen nachwischen.

Verstopfte Abflüsse

4 EL Soda oder Natron
1/2 Tasse weißer Essig
heißes Wasser

Das Soda bzw. Natron direkt in den Ausguss geben und direkt den Essig hinterherschütten, sodass weißer Schaum und Blubbern entsteht. Einige Minuten einwirken lassen und mit reichlich heißem Wasser nachspülen.

Geschirrspülpulver

300 g Zitronensäure als Pulver
300 g Soda
300 g Natron
125 g Spülmaschinensalz

Alles vermischen und trocken lagern. 1-2 geh. TL pro Maschinengang benutzen. Die Zutaten decken sowohl die Fett- und Schmutzlösung, als auch die Wasserenthärtung ab. Bei sehr hartnäckigen Verschmutzungen kann es sein, dass man doch mal auf herkömmliches Pulver zurückgreifen oder vorspülen muss.

Tipps

  • Nicht immer alles wegschmeißen wenn es mal kaputt ist, sondern einfach mal im Internet gucken, ob man es nicht selbst reparieren kann, Bekannte fragen oder zu einer Werkstatt gehen.
  • Elektronische Geräte ab einer Pause von einer Stunde ganz ausschalten und am besten abschaltbare Steckerleisten nutzen.
  • Weniger Lebensmittel wegschmeißen! Es gibt ein Ablauf- und ein Mindesthaltbarkeitsdatum und viele Produkte sind nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum noch genau so gut und müssen nicht direkt entsorgt werden. Den Einkauf besser planen und keine Lebensmittel verschwenden, denn in Deutschland landet jedes achte Lebensmittel im Müll!
  • Um Wasser- und Heizkosten zu sparen, das Wasser während des Einschäumens in der Dusche einfach kurz abstellen.
  • Stoßlüften ist besser als Dauerlüften und generell beim Lüften die Heizung runter drehen.
  • Licht nur in den Räumen anlassen, in denen man sich auch wirklich gerade aufhält. Auf lange Sicht auf energiesparende Leuchtmittel umsteigen.
  • Unnötiges Papier kann man einsparen, indem man zum Beispiel mehrere Seiten auf ein Blatt und beidseitig druckt.

Habt ihr schon mal was von Waschmittel aus Efeu oder Kastanien gehört? Nächste Woche findet ihr hier Genaueres dazu.

Bildquelle: Photo by Toa Heftiba on Unsplash; Banner: Jonathan Dehn

STOP TAXING MY PERIOD!

STOP TAXING MY PERIOD!

Die Redakteur*innen der moritz.medien haben sich schon immer einen Kopf um unsere Umwelt gemacht und darüber berichtet. In unserer neuen Kolumne erzählen wir euch, was wir über das Thema Nachhaltigkeit denken und geben euch viele hilfreiche Tipps, um euer Leben (noch) nachhaltiger zu gestalten.

Menstruationstassen. Die einen lieben sie, die anderen ekeln sich wohl eher vor ihnen.

Aber was ist das überhaupt – eine Menstruationstasse?

Man (oder Frau, haha) kann doch nicht wirklich in eine Tasse menstruieren, …oder?
Also wie zum HENKER funktionieren diese Teile?

Fangen wir von vorne an.
Einmal im Monat bluten menstruierende Wesen (zumeist Frauen) für durchschnittlich fünf Tage aus ihrer Gebärmutter. Und das bis über 400 Mal in ihrem Leben. Hochgerechnet sind das etwa 6 Jahre.
Herkömmlicherweise nutzen die meisten menstruierenden Wesen/Frauen Binden oder Tampons während ihrer Periode, um das Menstruationsblut aufzusaugen. Weltweit werden so jährlich 45 Milliarden Tonnen Müll allein durch Tampons und Binden produziert. Müll, der wieder mal möglicherweise im Meer landet. Und den man vermeiden könnte.

Die Materialien, aus denen Binden und Tampons bestehen, durchlaufen während des Herstellungsprozesses außerdem einen Schritt, in dem sie gebleicht werden. Üblicherweise mit Chlor. Dabei entstehen als Nebenprodukte Dioxine und Furane, welche nicht nur die Umwelt schädigen, sondern auch den eigenen Körper.
Diese Stoffe können im Körper bleibende Schäden hinterlassen. Dioxine gehören zu den tödlichsten Chemikalien, die produziert werden. Sie kommen unter anderem auch in Pestiziden, Reinigungsmitteln und Kunststoffen vor. Von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden sie als krebserregend eingestuft. Krebs erregen kann Alkohol auch. Trotzdem trinkt ihn fast jede*r. Solange es nicht direkte Auswirkungen hat, die wir spüren können, ist uns oft egal, was wir unserem Körper alles zumuten.

[EDIT 18.04.19: Anmerkung aus der Stellungnahme von o.b.: “Wir möchten anmerken, dass Tampons der Marke o.b. sowie der meisten anderen deutschen Tampons frei von Schadstoffen sind. Die hohe Qualität unserer Tampons wurde erst kürzlich von zwei renommierten Test-Instanzen bestätigt. So hat der aktuelle ÖKO-Test aus November 2017 15 Tampons und 6 Menstruationstassen getestet und den Produkten o.b. Original normal und o.b. Pro-Comfort normal die Bestnote “sehr gut” verliehen. Der Test bestätigt, dass in unseren Tampons keine kritischen Stoffe wie Formaldehyd, optische Aufheller, Chlor oder Pestizide nachgewiesen werden konnten. Erst vor Kurzem wurden außerdem alle o.b. Tampons von nach dem STANDARD 100 by OEKO-TEX® zertifiziert. Sie erfüllen deren höchste Sicherheitsanforderungen nach Klasse 1, wie sie auch für Textilprodukte, die in Kontakt mit (Baby-)Haut kommen, gelten. Die Zertifizierung basiert auf der Prüfung aller o.b. Materialien auf Schadstoffe, unter Verwendung der ÖKO-TEX Kriterien für (Baby-)Textilien.

Auch bei der Herstellung der o.b.® Wattefasern werden ausschließlich total chlorfreie Bleichprozesse eingesetzt. Elementares Chlor, das eventuell zur Dioxinbildung während des Bleichens führen könnte, wird in der Tamponproduktion schon seit Jahrzehnten nicht mehr verwendet. Zudem befinden sich Dioxine fast überall in unserer Umgebung, und geringe Spuren können in der Erde, im Wasser, in der Luft und in vielen alltäglichen Gegenständen gefunden werden. Die wesentliche Aufnahme von Dioxinen in den Körper erfolgt über Lebensmittel. Basierend auf wissenschaftlichen Beurteilungen und verfügbaren Informationen gibt es kein Sicherheitsrisiko durch Dioxinspuren in Verbindung mit (o.b.®) Tampons.”]

Davon abgesehen: Habt ihr Euch schon einmal überlegt, wie viel Geld ihr am Ende für Eure Periode ausgegeben haben werdet?
Klar, es wäre ohne die „Period Tax“ etwas weniger, immerhin werden in Deutschland Hygieneprodukte mit 19% versteuert. Warum sie nicht einfach mit dem ermäßigten Steuersatz von 7% versteuert werden, fragen sich viele. Oder einfach die Steuern für Tampons und Binden komplett abschaffen, wie es bereits in Kanada, Kenia, Indien oder Australien der Fall ist. Aber selbst, wenn wir die Steuer nicht mehr hätten, müssten wir die Produkte immer noch kaufen. Ergo: Am Ende habt ihr so oder so eine ganze Menge Geld für Tampons oder Binden ausgegeben – für Produkte, die eurem Körper wohlgemerkt nicht guttun.

Menstruationstassen hingegen bedeuten eine einmalige, den Verhältnissen entsprechende, recht hohe Investition von 20-30€, halten dafür aber bis zu 10 Jahre.
Im Gegensatz zu Binden und Tampons absorbieren Menstruationstassen das Blut nicht, sondern fangen es auf. (Menstruierende Wesen können sich jetzt denken, warum das, gerade am Ende der Periode, angenehmer ist als ein Tampon, der der Scheide [EDIT: gefühlt] jegliche Feuchtigkeit entzieht.) Wenn die Menstruationstasse richtig sitzt, erzeugt sie einen Unterdruck, was dazu führt, dass sie dicht hält.
So wie es verschiedene Hersteller für Binden oder Tampons gibt, so existieren auch verschiedene Hersteller für Menstruationstassen. Und genauso wie es Tampons und Binden in unterschiedlichen Größen und Stärken gibt, gibt es auch Menstruationstassen in unterschiedlichen Größen und Stärken.

Woher weiß man nun also welche Tasse die richtige ist?
Da jeder Mensch anders gebaut ist, ist es sehr wichtig, sich mit dem eigenen Körper auseinanderzusetzen. Einfluss auf die Größe und den Härtegrad der Tasse haben die Stärke der Blutung, die Position des Muttermundes während der Menstruation sowie die Stärke der Beckenbodenmuskulatur.
Es sollte außerdem darauf geachtet werden, dass man eine Tasse aus medizinischem Silikon kauft.
Bei dm erhält man die Me Luna aus TPE. TPE ist ein Stoff, der sich unter Wärmeeinfluss verformen kann, was dazu führen kann, dass die Tasse undicht wird. Also bitte, kauft Euch keine Me Luna!

Es gibt viele gute Gründe, sich eine Menstruationstasse zuzulegen. Man spart sowohl viel Müll als auch Geld ein, es ist gut für den eigenen Körper und zudem muss eine Tasse nicht so häufig gewechselt werden wie ein Tampon oder eine Binde.

Wer neugierig geworden ist, kann sich einfach in die Facebook-Gruppe „Menstruationstasse aufnehmen lassen, dort mitlesen und sich beraten lassen oder auf „Ladyways“ vorbeischauen.

Nächste Woche folgt: DIY Badezimmer! Whoop whoop!

Beitragsbild: Olivia Schuster, Banner: Jonathan Dehn

Plastikfreies Badezimmer – Aber wie?

Plastikfreies Badezimmer – Aber wie?

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Zero Waste – ein Leben ohne Müll

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