von Allan Kant | 04.07.2026
Am 21. Februar 1944 wurde der katholische Greifswalder Priester Doktor Alfons Maria Wachsmann von den Nationalsozialisten in Brandenburg an der Havel ermordet. Er hatte den Nationalsozialismus von Beginn an öffentlich kritisiert und diese Position als Hochschulseelsorger auch regelmäßig den Studierenden erläutert. Hintergründe über das Leben und Denken des Widerstandskämpfers und katholischen Märtyrers liefert dieser Artikel.
Kindheit, Jugend und 1. Weltkrieg
Wachsmann wurde 1896 in Berlin geboren, wuchs aber nach dem Tod seines Vaters 1887 unter wirtschaftlich bescheidenen Verhältnissen in Schlesien auf. Nur durch die Unterstützung seines lokalen Pfarrers war es ihm möglich, eine höhere schulische Bildung zu erlangen und 1914 das Abitur zu absolvieren. Er nahm 1914 zunächst als Kriegsfreiwilliger am Ersten Weltkrieg teil. 1915 wurde er wegen einer Fußverletzung aus dem Kriegsdienst entlassen. 1916 zog man ihn jedoch dennoch wieder ein und er musste trotz Fieberanfällen, hervorgerufen durch eine Malaria-Erkrankung, bis 1919 Soldat bleiben. Durch seine traumatischen Erfahrungen im Kriegsdienst wurde er zum Pazifisten und trat im Jahr seiner Entlassung aus dem Militärdienst dem Friedensbund Deutscher Katholiken bei, der sich seit 1917 für ein Ende des Ersten Weltkriegs und nach dem Kriegsende 1918 für eine dauerhafte Friedensordnung einsetzte.
Beruflicher Werdegang
Wachsmanns Theologiestudium endete 1921 mit seiner Priesterweihe. Danach wirkte er in Görlitz und Berlin, bevor er 1929 als Pfarrer nach Greifswald zog. In dieser Funktion war er auch als Studierendenseelsorger tätig. Die bis heute bestehende Katholische Studierendengemeinde entstand in dieser Zeit. Bei regelmäßigen, etwa 14-tägigen Treffen, hielt der intellektuell gebildete Wachsmann Vorträge zu verschiedenen religiösen Themen. Neben seiner Tätigkeit als Pfarrer, begann er an der Philosophischen Fakultät zu promovieren. Abschließen konnte er sein Promotionsstudium 1934. Im Zuge dessen wurde sein Pfarrhaus zu einem intellektuellen Gesprächspunkt für Akademiker*innen verschiedener Disziplinen und Religionen. Gerade vor dem Hintergrund des Nationalsozialismus, stand er dem Protestantismus für seine Zeit ungewöhnlich offen gegenüber. Die hasserfüllte Botschaft des Nationalsozialismus war für ihn der große Feind des Katholizismus, nicht die anderen christlichen Konfessionen.
Friedlicher Widerstand im Nationalsozialismus
Seine Ablehnung des Nationalsozialismus zeigte Wachsmann auch nach der Machtübernahme offen durch Kleinigkeiten. So begrüßte er beispielsweise mit „Grüß Gott“ oder „Guten Tag“ anstelle von „Heil Hitler“ oder gab bei Spendensammlungen der NSDAP nichts und erklärte bereits für die Caritas, ein katholisches soziales Hilfswerk, gespendet zu haben. Zudem verspottete er das Regime in persönlichen Gesprächen mit Witzen. Des Weiteren argumentierte er offensiv gegen die nationalsozialistische Ideologie und die staatlichen Restriktionen gegenüber der katholischen Kirche. Bei seinen regelmäßigen Vorträgen und Diskussionsrunden mit Studierenden und Akademiker*innen animierte er sein Publikum subtil dazu, die nationalsozialistische Ideologie zu hinterfragen. Noch etwas deutlicher tat er dies in persönlichen Gesprächen. Um sich unabhängig informieren zu können, las er eine vatikanische Tageszeitung und hörte verbotenerweise ausländische Radiosender. Auffallend ist hierbei, dass er dies im Gegensatz zu vielen anderen bei offenen Fenstern in starker Lautstärke tat, sodass es allgemein bekannt war. Überlieferte Aussagen von ihm hierüber lassen darauf schließen, dass er die Gefahr, in die er sich hierdurch begab, nicht wirklich wahr- oder ernst nahm.
Politisch motivierte Verfolgung
Aufgrund seiner regimekritischen Positionen wurde Wachsmann von den Nazis schon früh bespitzelt. Ab 1934 kontrollierte die NSAP seine Predigten, etwas später auch sein Telefon. Aufgrund seiner kritischen politischen Einstellung wurden ihm zudem mehrfach Auslandsaufenthalte verweigert. Am 23. Juni 1943 wurde er von der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) verhaftet. Bereits im Februar 1943 waren mehrere regimekritische katholische Priester aus Pommern und einer aus Parchim verhaftet und zum Teil hingerichtet worden. Diese wurden zuvor durch einen Spitzel in den katholischen Kirchengemeinden Stettins belastet. Die Haftbedingungen waren hart. Er musste die meiste Zeit in Einzelhaft verbringen und regelmäßig körperliche Arbeit verrichten. Eine Linderung war es, dass ihm zumindest eingeschränkt das Lesen der Bibel sowie theologischer und geschichtswissenschaftlicher Bücher erlaubt wurde. Gleiches galt für das Schreiben und Lesen von Briefen, Besuche und kurze Spaziergänge. All das war allerdings ebenfalls nur restringiert und zweitweise gar nicht möglich. Am 03. Dezember 1943 wurde Wachsmann nach mehreren Prozessterminen, die keinen fairen rechtsstaatlichen Standards entsprachen, vom „Volksgerichtshof“ wegen „Wehrkraftszersetzung“, also kritischen Äußerungen zur deutschen Armee, und „Defätismus“, also der (militärtaktisch offensichtlichen, aus Sicht der Nazis illegitimen) Erklärung, der Zweite Weltkrieg sei für Deutschland nicht mehr zu gewinnen, zum Tode verurteilt. Als besonders schwerwiegend galt, dass er auch andere Personen mit diesen Haltungen geprägt habe. Die Hinrichtung mittels Guillotine erfolgte am 21. Februar 1944. In der Haftzeit zwischen Verurteilung und Hinrichtung war Wachsmann nahezu konstant an Händen und Füßen gefesselt. Auch brannte nachts eine Lampe an seinem Bett und erschwerte sein Schlafen. Besuche waren jedoch weiterhin eingeschränkt möglich.
Beisetzungen
Kurz nach der Hinrichtung wurde Wachsmann in sehr stiller Weise in Brandenburg bestattet. Die Information, dass er gestorben war, konnte nur verklausuliert und ohne Kritik weitererzählt werden, um keine weiteren Ermittlungen der Gestapo zu provozieren. Nach dem Ende des Nationalsozialismus wurde Wachsmanns Leichnam noch zwei Mal feierlich umgebettet: zunächst auf den Alten Friedhof und später neben die katholische Kirche in Greifswald. Dort liegt er noch heute begraben.
Bedeutung für die Gegenwart
Wachsmann war ein Mensch, der sich in einem menschenfeindlichen Systems seine Menschlichkeit und seine Überzeugungen bewahrt hat. Dies tat er vielfach durch Kleinigkeiten. Dass das bereits ausgereicht hat, um getötet zu werden, zeigt die Brutalität des Nationalsozialismus deutlich. Zugleich kann sein Beispiel aber auch als Vorbild dienen, sich autoritären und extremistischen Bewegungen nicht zu beugen, sondern sich mutig in alltäglichen Handlungen dagegen zu stellen, so wie er es getan hat.
Bibliographie: Herberhold, Franz: A. M. Wachsmann. Ein Opfer des Faschismus, Leipzig 1963.
von webmoritz. | 28.06.2026
Zwischen alten Mauern und neuen Klängen: Die Eldenaer Jazz Evenings am 03. und 04. Juli verbinden Geschichte mit moderner Musik. Wenn die ersten Jazzklänge durch die alten Ruinen ziehen, dann entsteht eine ganz einzigartige Atmosphäre. Die Jazz Evenings gehören seit vielen Jahren zu einem besonderen Kulturereignis in Greifswald und locken immer wieder Jazzfans von nah und fern an.
Kurz & knapp
Datum:
03. und 04. Juli 2026
Tickets und Uhrzeit:
Einlass und Abendkasse ist jeweils um 18:15Uhr. Beginn ist jeweils um 19Uhr.
Ort:
Klosterruine Eldena; Wolgaster Landstraße 41, 17493 Greifswald
Veranstalter:
Amt für Bildung, Kultur und Sport (Greifswald) in Kooperation mit dem Kunstverein art SIEBEN Greifswald/Vorpommern e. V.
Medienpartner: NDR Kultur
Weitere Informationen und Tickets findet ihr hier: www.eldenaer-jazz-evenings.de
Ein Festival mit Geschichte
Die Geschichte des Festivals beginnt im Jahr 1981. Gegründet wurde das Festival von Studierenden der Universität Greifswald, welche die Jazzmusik auch in der damaligen DDR sichtbarer machen wollten. Schon die erste Ausgabe bestach durch die Verbindung aus musikalischen und gesellschaftlichen Hintergründen. Musiker aus Ost und West trafen aufeinander und machten das Festival zu einem besonderen Ort des Austausches. Genau wie in diesem Jahr erneut, verwandeln die Eldenaer Jazz Evenings seit über vier Jahrzehnten die ehrwürdige Klosterruine Eldena in einen der stimmungsvollsten Jazzspielorte Deutschlands.
Jazzprogramm in einzigartiger Kulisse
Die Besonderheit des Festivals entsteht aus der Verbindung aus Musik und Ort. Die historische Klosterruine bildet eine einzigartige Bühne, die den Konzerten eine besondere Stimmung verleiht. Zwischen den Backsteinmauern treffen internationale Künstler*innen, bekannte Größen der Jazzszene und neue Talente aufeinander. Dabei ist die Atmosphäre mindestens genauso wichtig wie die Konzerte und deren Erleben.
Auch in diesem Jahr erwartet euch wieder ein abwechslungsreiches Programm. An zwei Konzertabendenden könnt ihr zahlreiche Acts bestaunen. Ein Highlight ist dabei der Auftritt der NDR Bigband gemeinsam mit dem Trompeter und Komponisten Frederik Köster.
Hier ist eine Programmübersicht:
Programm am Freitag (03. Juli):
Björn Lücker Berlin Ensemble, NuHussel Orchestra, Julian Maier-Hauff
Programm am Samstag (04. Juli):
Soundrise Quartet, SirBradley, Frederik Köster & NDR Bigband
Im Web Weekly stellen wir euch jede Woche ein neues Kultur-Ereignis in Greifswald und Umgebung vor.
Wir wünschen viel Spaß bei allen Veranstaltungen! (Text: Melanie Ehrhardt; Design: David Langner)
von webmoritz. | 22.06.2026
Es zieht ein frischer Wind durch den Olymp! Die drei selbstbewussten, emanzipierten Göttinnen Athena, Artemis und Aphrodite entsenden drei sterbliche Frauen auf eine gefährliche Reise, um die festgefahrenen Machtverhältnisse der Götterwelt ins Wanken zu bringen. Doch gelingt es den Heldinnen die patriarchale Ordnung des Olymps herauszufordern?
Das Jukebox-Musical „The Olympians“ verbindet griechische Mythologie mit Frauenpower, Emanzipation und Gleichberechtigung und entführt das Publikum, begleitet von bekannten Hits der letzten Jahrzehnte, in eine alte und neue Welt.
Nice to know
Das Theater Greifswald gehört gemeinsam mit dem Theater Stralsund (seit 1994) und dem Theater Putbus (seit 2006) zum Theater Vorpommern. Während das Theatergebäude am 10. Oktober 1915 eröffnet wurde, eröffnete die Stadthalle bereits am 10. Dezember 1914. Nach umfangreichen Renovierungs- und Restaurationsarbeiten wurde zusätzlich am 18. Dezember 2009 auch die Stadthalle wiedereröffnet. Seitdem bilden Theater und Stadthalle mit dem Kaisersaal und dem Rubenowsaal wieder einen einheitlichen Gebäudekomplex.
Die Stadthalle und Theater wurden im Stil des Neoklassizismus, nach den Plänen der Berliner Architekten Richard und Heinrich Iwan sowie Erich Trehde errichtet. Innerhalb der Stadthalle befinden sich zwei Säle, der etwas kleineren „Rubenowsaal“, benannt nach Heinrich Rubenow, und der großen „Kaisersaal“. Der nach historischem Vorbild restaurierte Kaisersaal umfasst 450 Plätze im Parkett sowie weitere 150 Plätze auf der Empore.
Bild des Greifswalder Theaterhaus
Im Web Weekly stellen wir euch jede Woche ein neues Kultur-Ereignis in Greifswald und Umgebung vor.
Wir wünschen viel Spaß bei allen Veranstaltungen! (Text & Design: David Langner)
von webmoritz. | 14.06.2026
Greifswald wird wieder international: Vom 17. bis 21. Juni bringt das GrIStuF Menschen aus verschiedenen Ländern und Kulturen nach Greifswald. Unter dem Motto „Shaping Spaces – Creating Communities“ lädt das Studierendenfestival dazu ein, neue Perspektiven kennenzulernen und gemeinsam darüber nachzudenken, wie Gemeinschaft gestaltet werden kann. Workshops, Vorträge und kulturelle Abendveranstaltungen schaffen dabei Begegnungen über Länder- und Kulturgrenzen hinweg – und machen Greifswald zu einem Ort des internationalen Miteinanders.
Was ist GrIStuF?
GrIStuF steht für Greifswald International Students Festival. Es ist eins von zwei großen internationalen Studierendenfestivals in Deutschland. Das Festival bildet einen bunten Rahmen zur Begegnung und Verständigung zwischen Menschen verschiedener Nationen, Kulturen und Religionen. Dabei setzen sich die Teilnehmenden unter anderem in Workshops, Vorträgen und Diskussionen mit dem jeweiligen Motto des Festivals auseinander. Zudem werden den internationalen Gästen und den Greifswalder*innen vielfältige Abendveranstaltungen angeboten, um sich in einem lockeren Rahmen kennenzulernen und auszutauschen.
Das GrIStuF ist das umfangreichste und namensgebende Event des gristuf e.V.. Der Verein gründete sich vor 25 Jahren, um der Organisation des Festivals nachzugehen. Lange fand das Festival alle zwei Jahre statt. Durch Corona und den Folgen der Pandemie auf das Ehrenamt musste der Verein eine achtjährige Festival-Zwangspause einlegen. Mit dem GrIStuF 2026 wagt der Verein nun endlich wieder den Schritt zum Festival.
Hier gehts zur Webseite des Vereins
Worum geht es in diesem Jahr?
Das diesjährige GrIStuF steht unter dem Motto „Shaping Spaces – Creating Communities“ und legt damit einen Fokus auf sogenannte Third Spaces. Diese Räume außerhalb der Arbeits- und Wohnumgebung, werden von den Teilnehmenden hinsichtlich der Gestaltung von Gemeinschaften, dem Austausch von Ideen und der Schaffung einer gesunden pluralistischen Gesellschaft diskutiert. Um tiefergehende Einblicke in dieses Thema zu ermöglichen, finden im Rahmen des Festivals fünf dreitägige Workshops statt, in den die Teilnehmenden in Gruppen angeleitet von externen Teamer*innen arbeiten. Die Workshops behandeln die Themen: Green Spaces, Lost Spaces, Reclaiming Spaces, Spaces for Democracy und Digital Spaces. Sie finden vormittags und am frühen Nachmittag statt und sind nur für Teilnehmende des Festivals zugänglich!
Angebote und Kulturveranstaltungen
An den Abenden des Festivals finden Kulturveranstaltungen statt, die offen für alle interessierten Personen zugänglich sind!
Am Donnerstag, den 18. Juni findet im klex ein Open Space statt. Der Abend wird von Teilnehmenden der Veranstaltung mitgestaltet, indem Bühnen zur Verfügung gestellt werden für Karaoke, Poetry Slam und dem Meeting oft he Cultures, bei dem Teilnehmende Aspekte (bspw. Tänze, Lieder etc.) ihrer Kultur präsentieren können.
Hier gehts zum Instagram-Account des klex
Am Freitag, 19. Juni findet der gristuf-Klassiker, das Running Dinner statt. Unter dem Motto „Pan-National: Die Welt in deiner Pfanne“ steht das 3-Gänge-Menü mit Ortswechsel ganz im Zeichen des Festivals. Ab 18 Uhr wird sich an dem Abend in Teamkonstellationen von 2 bis 3 Personen durch Greifswald geschlemmt. Anschließend findet die Running Dinner Afterparty im klex statt, die auch offen für Nicht-Teilnehmende des Running Dinners ist.
Samstag, dem 20. Juni, folgt dann Abends das KinoAufSegeln im Museumshafen. Seit ein paar Jahren unterstützt der gristuf e.V. bei der Ausrichtung der Filmabende auf Schiffssegeln, weshalb die Veranstaltung nicht im Rahmen des Festivals fehlen darf. Der Einlass startet ab 20:30 Uhr. Der Film beginnt mit Sonnenuntergang.
Abschluss des Festivals bildet am Sonntag, den 21. Juni, die zweit größte Veranstaltung des gristuf e.V.: die Fête de la Musique in Greifswald. Das Musikfestival entstand in Frankreich und findet traditionell jedes Jahr am 21. Juni, dem längsten Tag des Jahres, statt. Zur Zelebrierung des Sommerbeginns und unter dem Motto „Musik für alle, umsonst und draußen“ wird in über 1000 Orten weltweit gefeiert. Durch das Engagement und die Organisation des gristuf e.V. und verschiedener Partner*innen feiert die Fête dieses Jahr ihr 20. Jubiläum in Greifswald. Mit 10 Bühnen verteilt in der ganzen Stadt treten Musiker*innen live auf und laden zum Lauschen, Tanzen und Mitmusizieren ein.
Hier gehts zur Website Fête de la Musique Greifswald
Zu allen Veranstaltungen wird auch auf der Vereinswebsite und über Instagram informiert werden.
Eindrücke vom letzten Fête de la Musique:
Im Web Weekly stellen wir euch jede Woche ein neues Kultur-Ereignis in Greifswald und Umgebung vor.
Wir wünschen viel Spaß bei allen Veranstaltungen! (Text & Design: David Langner)
von webmoritz. | 10.06.2026
Vom 11.06. bis zum 07.08. könnt ihr euch die neue Ausstellung des Pommerschen Künstlerbundes: „Tradition und Gegenwart – 110 Jahre Pommerscher Künstlerbund“ in der kleinen Rathausgalerie anschauen. Die Ausstellung findet im Rahmen des 110 jährigen Jubiläums des Künstlerbundes statt und wird sowohl malerische, als auch grafische und fotografische Werke zeigen. Zeitgleich sind auch im Pommerschen Landesmuseum sowohl Werke von den Mitgliedern als auch von einigen polnischen Künstler*innen zu sehen, welche in einem gemeinsamen Workshop entstanden sind.
Veranstalter und Künstler*innen
Veranstalter der Ausstellung ist der Pommersche Künstlerbund, welcher 1916 in Stettin gegründet wurde. Trotz einiger Schwierigkeiten und Brüche, speziell in den 12 Jahren von 1933 bis 1945, in denen die Vereinigung von der Kultur der Nationalsozialisten okkupiert wurde, fasste der Künstlerbund nach der Wiedervereinigung 1990 in Mecklenburg-Vorpommern Fuß und verlagerte seinen Schwerpunkt nach Greifswald. Die heutigen Mitglieder entstammen verschiedener Generationen und auch ihre künstlerischen Werke sind sowohl im Medium, als auch in ihren Thematiken sehr divers. Nicht nur die Malerei ist vertreten, auch Fotografien, Grafiken oder die Bildhauerei finden ihre Plätze im Rampenlicht. Mit seiner Jubiläumsausstellung möchte der Künstlerbund die Vielfalt des Vereins offenbaren, aber auch zeigen, wie Tradition und Gegenwart die Mitglieder dennoch miteinander verbindet.
Hier findet ihr weitere Infos zum Verein
Bildnachweis: Manfred Prinz, Hiddenseer Heide, © Manfred Prinz
Location
Die Kleine Rathausgalerie ist im ersten Stock des historischen Rathauses zu finden, welches sich direkt am greifswalder Marktplatz befindet. Die Ausstellungen der Galerie wechseln regelmäßig und haben zum Ziel einen besonderen Fokus auf regionale Themen und Künstler*innen zu legen. Wer sich für zeitgenössische Kunst aus der Region interessiert oder sich allgemein mit dieser befasst, ist hier genau richtig und kann sich kostenlos die verschiedenen Ausstellungen anschauen.
Eine Übersicht der kommenden Ausstellungen in der Rathausgalerie findet ihr hier:
kommende Ausstellungen Kleine Rathausgalerie
Kurz & knapp
Wann? 11.06.2026 – 07.08.2026
Öffnungszeiten:
Montag, Mittwoch & Donnerstag 8:30 – 17:30 Uhr
Dienstag 8:30 – 18:30 Uhr
Freitag 8:30 – 13:00 Uhr
Wo? Kleine Rathausgalerie; Am Markt, 17489 Greifswald
Wer? Pommerscher Künstlerbund
Der Eintritt ist kostenlos.
Veranstalter: Pommerscher Künstlerbund e.V. & UHGW
Hier gehts zum Eintrag im Kulturkalender
Hier gehts zum Instagram-Account
Bildnachweis: © Manfred Prinz
Im Web Weekly stellen wir euch jede Woche ein neues Kultur-Ereignis in Greifswald und Umgebung vor.
Wir wünschen viel Spaß bei allen Veranstaltungen! (Text: Emily Fricke; Design: David Langner)
von webmoritz. | 05.06.2026
Die Reform der Psychotherapeut*innenausbildung sollte die Arbeitsbedingungen des Nachwuchses verbessern – doch die Finanzierung der Weiterbildung bleibt vielerorts ungelöst. Deshalb rufen Studierende, zukünftige Absolvent*innen und Unterstützer*innen am 23. Juni zu einer Demonstration auf dem Greifswalder Marktplatz auf. Im Mittelpunkt steht die Forderung nach einer verlässlichen Finanzierung der Weiterbildung und einer nachhaltigen Sicherung der psychotherapeutischen Versorgung.
Alles auf einen Blick
🧠 Demo: Finanzierung der Weiterbildung für angehende Fachpsychotherapeut*innen
📅 23.06. | 18:00 Uhr
📍 Marktplatz Greifswald
🔎 Worum geht’s überhaupt?
In Deutschland schließen jedes Jahr rund 2.500 Absolvent*innen den Master in Klinischer Psychologie und Psychotherapie nach neuem System von 2019 ab. Nach anschließender Approbationsprüfung sollte danach die Weiterbildung zur Fachpsychotherapeut*in eigentlich beginnen. Damit sollen die überaus prekären Arbeitsbedingungen nach altem System (Bachelor → Master → Ausbildung) für die Psychotherapeut*innen in Ausbildung (PiAs) ein Ende finden und das System an die ärztliche Weiterbildung strukturell sowie finanziell angepasst werden. Aus PiAs sollten PtWs (Psychotherapeut*innen in Weiterbildung) werden. Strukturelle Punkte der Reform, wie z. B. die Verlängerung der Weiterbildung von 3 auf 5 Jahre, wurden umgesetzt, allerdings ohne die entsprechende finanzielle Absicherung der Weiterbildung. Das führt dazu, dass die kaum vorhandenen Weiterbildungsplätze häufig deutlich unterbezahlt sind und die Betroffenen mehr leisten müssen, um sich selbst zu finanzieren, als es eigentlich in der Reform vorgesehen war. Außerdem wird das alte Ausbildungssystem 2032 endgültig auslaufen. Die bereits Approbierten und noch kommenden Studierenden nach neuem System können ihrem Wunsch, Psychotherapeut*in zu werden nicht nachgehen und werden blockiert!
⚠️ Weitere Probleme
Schon jetzt ist die Lage angespannt, der Nachwuchsmangel in der Versorgung und die Versorgungslücke für Patient*innen sind deutlich spürbar. Hinzu kommt, dass in den kommenden Jahren viele Psychotherapeut*innen in Rente gehen werden, ohne dass ausreichend Nachwuchs nachrückt. Zusätzlich hat sich die Situation durch die Honorarkürzungen von -4,5 % im ambulanten Bereich im April weiter verschärft.
📢 Forderungen
Eine verbindliche, ausreichende Finanzierung der psychotherapeutischen Weiterbildung, damit die Reform nicht ins Leere läuft und die Versorgung für Patient*innen auch langfristig gesichert wird.
Kommt zur Demo und lasst uns gemeinsam ein Zeichen setzen!✊
(alle Angaben wurden uns von den Veranstalter*innen der Demo übermittelt!)
Die moritz.memos sind der hauseigene Kurznachrichtendienst des Webs. Behandelt werden verschiedenste aktuelle Themen rund um Greifswald und Umgebung. Also seid gespannt welche News als nächstes kommt!