Adventskalender Türchen 2: Eine Zeitreise in die Vergangenheit

Adventskalender Türchen 2: Eine Zeitreise in die Vergangenheit

Hinter dem zweiten Türchen verbirgt sich eine kleine Zeitreise. Wir nehmen euch mit den Geist der vergangenen Weihnacht zu erkunden. Wir stöbern in den Archiven von moritz.tv und treten diese kleine Reise gemeinsam an.

Weihnachtszeit in HGW

Ihr wollt nicht zum 18. Mal „Kevin allein zu Haus“ sehen oder habt schon die Weihnachtsfilme bei Netflix durch. Dann könntet auch ihr vielleicht ein paar Tipps gebrauchen, wie ihr die Weihnachtszeit überstanden bekommt. Im Archiv von moritz.tv haben wir hierfür die passende Umfrage für euch.

Keine Geschenketipps für Weihnachten

Ihr sucht noch Geschenke für eure Liebsten? Dann haben wir leider keine Geschenketipps für euch. Allerdings habt ihr hier die Möglichkeit ein paar Geschenkideen zu streichen. Deshalb hier: Keine Geschenketipps für Weihnachten.

Beitragsbild: Vanessa Finsel


Zur Person des Autors

web.weekly vom 02. Dezember bis zum 08. Dezember

web.weekly vom 02. Dezember bis zum 08. Dezember

Was geht eigentlich ab in Greifswald? Ihr wollt etwas unternehmen, wisst aber nicht was? Wir haben da was für euch! Ob kreative Work-Shops, spannende Vorträge oder faszinierende Ausstellungen – hier stellen wir euch jede Woche unsere Veranstaltungstipps rund um die Themen Uni und Wissenschaft, Politik und Region, sowie Kultur und Sport vor.

Mit Empfehlungen von Vanessa Finsel, Simon Fortmann und Luise Markwort

Ihr singt gerne in der Dusche, im Auto oder beim Abwaschen? Oder bekommt „All I Want For Christmas Is You“? Dann habt ihr diese Woche die Möglichkeit euer Talent oder euren Ohrwurm auf die Bühne zubringen. Beim Karaoke in der Kiste erwartet euch eine große Auswahl an Liedern aus allen möglichen Genres und natürlich auch eine Menge Weihnachtslieder. Also schnappt euch eure Freunde und bringt viel gute Laune mit. (Tipp: Seid am Besten pünktlich da, es wird für gewöhnlich sehr voll.)

Wo? Kiste
Wann? Montag, 2. Dezember 2024, 20 Uhr
Eintritt? frei


Der SimsalaSlam ist zurück. Einen ganzen Abend tragen Poetinnen und Poeten ihre selbstgeschriebenen Texte vor und das Publikum entscheidet am Ende wer gewonnen hat. Seid dabei wenn aus einfachen Worten Poesie wird.

Wo? STRAZE
Wann? Mittwoch, 4. Dezember 2024, 20 Uhr
Eintritt? 3-5-7 Euro (nach Selbsteinschätzung
Mehr Informationen findet ihr hier.


Das Team vom Grips macht Nachtschicht und lädt euch ein mitzumachen. Ihr könnt bis 2 Uhr nachts zu Clubsounds Bouldern. Stimmungsvolles Licht, Glühwein, Chili sin Carne und weiter Getränke sind auch noch dabei.

Wo? Grips Boulderhalle
Wann? Freitag, 6. Dezember, 18 Uhr
Eintritt? 8 Euro
Mehr Infos findet ihr hier.

P.S. am Tag danach findet der Grips Weihnachtsflohmarkt statt. Noch kann man auch seinen eigenen Tisch unter kontakt@grips-boulderhalle.de anmelden.

Wie sieht Greifswald in 100 Jahren aus? Wie können sich Küstenstädte wie Greifswald vor dem Klimawandel schützen? Diese Fragen beantwortet der Geowissenschaftler Professor Kegler in seinem Vortrag „Die Stadt in 100 Jahren – Perspektiven einer großen Transformation am Alfred Krupp Wissenschaftskolleg.

Wo? Alfred Krupp Wissenschaftskolleg
Wann? Dienstag, 3. Dezember, 18 Uhr


Frauen müssen im Iran für Gerechtigkeit kämpfen. Oft ist dieser Kampf jedoch ohne Erfolg. Der Film „Sieben Winter in Teheran“ zeigt den Kampf für Gerechtigkeit im Fall der Iranerin Reyhaneh Jabbaris und geht auf die tiefe Ungerechtigkeit in dem autoritären Staat ein.

Wo? Koeppenhaus
Wann? Mittwoch, 4. Dezember, 20 Uhr


Ein Weihnachtsmarkt direkt am Wasser erwartet euch am Samstag und Sonntag in Wieck. Wer auf dem Marktplatz also schon alles gesehen hat, der kann mit einem kurzen Ausflug nach Wieck für adventliche Abwechslung sorgen.

Wo? Wieck
Wann? Samstag und Sonntag, 7./8. Dezember, 12 bis 19 Uhr

Wie kann man im Namen der Demokratie protestieren, aber auch im Namen der Demokratie Proteste zurückweisen? Wie können die einen die AfD für eine demokratische Partei, die anderen sie für den Feind der Demokratie halten? Das erklärt Prof. Hubertus Buchstein (Institut für Politik- und Kommunikationswissenschaften) in seiner Vorlesung „Was ist Demokratie?“ bei der Vorlesungsreihe „Universität im Rathaus“.

Wo? Bürgerschaftssaal im Greifswalder Rathaus
Wann? Montag, 2. Dezember, 17 Uhr (s.t.)


Wie schreibe ich eine Bewerbung, was gehört in den Lebenslauf und was kann ich? Im Workshop „Das Bewerbungstraining: Bewerbungsmappe & Bewerbungsgespräch“ lernen Studis, die innerhalb der nächsten beiden Semester ihr Studium abschließen werden, wie man sich bewirbt. Eine Anmeldung bis zum 2. Dezember ist erforderlich, mehr Infos hier.

Wo? SR 1.23, Rubenowstr. 2
Wann? Mittwoch, 4. Dezember, 13 bis 18 Uhr


Wie ist das Patriarchat entstanden? Dazu gibt es viele Thesen, die Alexandra Arnsburg in ihrem Vortrag „Die Entstehung des Patriarchats“ untersucht.

Wo? Hörsaal, Deutsche Philologie, Rubenowstr. 3
Wann? Donnerstag, 5. Dezember, 18 Uhr (c.t.)

Weitere Veranstaltungen könnt ihr im Veranstaltungskalender der Uni (hier) finden.

Was sind eure Veranstaltungstipps? Kommentiert sie!

Beitragsbild: Vanessa Finsel

Adventskalender Türchen 1: Die Geschichte des Adventskalenders

Adventskalender Türchen 1: Die Geschichte des Adventskalenders

Der Adventskalender ist heute ein fester Bestandteil der Vorweihnachtszeit und eine beliebte Tradition für Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Doch seine Ursprünge und die Entwicklung sind tief in der christlichen Tradition verwurzelt. Der Artikel gibt einen Überblick über die Geschichte des Adventskalenders, seiner Entstehung und seiner Veränderungen im Laufe der Jahrhunderte.

Ursprung und frühe Formen des Adventskalenders

Die Ursprünge des Adventskalenders liegen im Christentum, genauer gesagt in der Vorbereitung auf das Weihnachtsfest. Der Advent ist die vierwöchige Fasten- und Vorbereitungszeit, die mit dem vierten Sonntag vor Weihnachten beginnt und bis zum Heiligen Abend andauert. Der Begriff „Advent“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „Ankunft“ – die Ankunft Jesu Christi. Traditionell war diese Zeit eine Periode des Gebets und der Besinnung.

Bereits im 19. Jahrhundert begannen Menschen, verschiedene Methoden zu entwickeln, um die Tage bis Weihnachten zu zählen. Die ersten Adventskalender waren keine modernen, mit kleinen Türen oder Fenstern versehenen Kalender, wie wir sie heute kennen. Stattdessen markierten Familien oft die Tage des Advents mit Strichen an der Wand oder malten Bilder, um die Kinder auf das bevorstehende Fest vorzubereiten.

Ein früher Vorläufer des Adventskalenders war die sogenannte „Adventskerze“, die mit 24 Markierungen versehen war. Jeden Tag wurde ein Stück des Wachses abgebrannt, sodass die Kinder das zunehmende Licht der kommenden Weihnacht spüren konnten.

Der erste gedruckte Adventskalender

Die Entwicklung des Adventskalenders, wie wir ihn heute kennen, nahm jedoch erst im 19. Jahrhundert Gestalt an. Der erste gedruckte Adventskalender wurde 1851 von dem deutschen Verleger Gerhard Lang entwickelt. Inspiration erhielt er von einer Kindheitserinnerung, bei der seine Mutter 24 Bilder auf Papier klebte, die er an den Tagen des Advents entdecken konnte. Lang entwarf den ersten Kalender mit 24 Bildern, die Kinder jeden Tag nach und nach aufdeckten.

Um 1900 wurden die ersten Adventskalender aus Papier massenhaft produziert. Diese einfachen Kalender hatten 24 nummerierte Felder, hinter denen sich jeweils ein Bild oder ein Spruch verbarg. Mit der zunehmenden Kommerzialisierung und dem Wachstum des Marktes für Geschenke und Süßigkeiten begannen die Kalender, immer aufwändiger und bunter zu werden.

Der Adventskalender und seine Veränderungen im 20. Jahrhundert

Im 20. Jahrhundert nahm der Adventskalender viele verschiedene Formen an. Die Kombination aus Schokolade und Kalender war eine der größten Innovationen. Ab den 1950er Jahren begannen Unternehmen, Schokoladen-Adventskalender zu produzieren, bei denen hinter den einzelnen Türen kleine Schokoladenstücke versteckt waren. Dies war eine besonders beliebte Variante, die bis heute weit verbreitet ist.

Ein weiteres bemerkenswertes Merkmal war die kommerzielle Ausdehnung des Adventskalenders. Die Vielfalt an Themen, Motiven und Designs nahm im Laufe der Jahre zu. Während früher religiöse Symbole und Motive im Mittelpunkt standen, gibt es heute Adventskalender mit Themen aus der Popkultur, wie etwa von beliebten Serien, Filmen oder Marken.

Moderne Adventskalender sind häufig auch in Form von Boxen oder Täschchen zu finden, in denen kleine Geschenke oder Kosmetikprodukte aufbewahrt werden. Der Trend zu „alternativen“ Kalendern, die sich nicht nur auf Süßigkeiten oder Bilder beschränken, hat in den letzten Jahren weiter zugenommen.

Der Adventskalender heute

Der Adventskalender ist heute ein beliebtes Geschenk für Menschen jeden Alters. In vielen Familien ist er zu einer liebgewonnenen Tradition geworden. Die Kalender sind nicht nur eine Methode, die Zeit bis Weihnachten zu zählen, sondern auch ein Symbol für Vorfreude und Besinnlichkeit.

Moderne Kalender bieten eine breite Palette von Möglichkeiten: vom klassischen Schokoladenkalender über Kalender mit kleinen Spielsachen, bis hin zu Luxusversionen mit teuren Parfums oder hochwertigen Teesorten. Auch DIY-Adventskalender, bei denen Eltern oder Freund*innen selbst kleine Überraschungen in die Kalender einfüllen, erfreuen sich großer Beliebtheit.

Der Adventskalender hat sich über die Jahre von einer religiösen Tradition zu einem kulturellen Phänomen entwickelt. Was einst als bescheidene Methode zur Zählung der Tage bis Weihnachten begann, ist heute ein globaler Brauch, der in zahlreichen Variationen gefeiert wird. Vom einfachen Papierkalender bis hin zum luxuriösen Erlebnis ist der Adventskalender ein wunderbares Symbol für die Vorfreude auf das Weihnachtsfest. Erzählt doch mal, was ihr dieses Jahr für einen Adventskalender habt, an dem ihr euch die nächsten 24 Tage erfreuen werdet.

Beitragsbild: Vanessa Finsel


Zur Person des Autors

moritz.vorpommern – Stettin: Die schönste (und einzige) Großstadt der Region und ihre wechselhafte Geschichte

moritz.vorpommern – Stettin: Die schönste (und einzige) Großstadt der Region und ihre wechselhafte Geschichte

Vorpommern ist nicht unbedingt für seine Großstädte bekannt. Mit Stettin befindet sich jedoch eine sehr sehenswerte und geschichtsträchtige Großstadt im polnischen Teil der Region. Spannende Einblicke in die Kirchen- und Profangeschichte sowie die Sehenswürdigkeiten dieser Stadt, die ich bei einer Exkursion im letzten Semester näher kennenlernen konnte, liefert dieser Artikel.

Gründung im Mittelalter

Bereits in slawischer Zeit war eine Siedlung auf dem Gebiet des heutigen Stettins vorhanden. Zur Zeit der Pommernmission, über die ein anderer webmoritz.-Artikel informiert, stand der Ort wie weite Teile Pommerns immer wieder unter polnischer Lehnsherrschaft und wurde teilweise von Dänemark beherrscht. Die Entstehung der heutigen Stadt Stettin geht aber auf deutsche Siedelnde zurück, die sich neben dem slawischen Ort ansiedelten. Ab dem 12. Jahrhundert entstand so eine typische römisch-deutsch-mittelalterliche Stadt mit drei Kirchen und einem Rathaus als markanten Punkten. Hinzu kommen einige auffällige Wohnhäuser, darunter eines einer reichen mittelalterlichen Bankierfamilie. Durch den Dreißigjährigen Krieg ist leider ein großer Teil der mittelalterlichen Gebäude bereits im 17. Jahrhundert zerstört worden. Durch weitere Kriege in der frühen Neuzeit und den 2. Weltkrieg erfolgten weitere Zerstörungen. Noch vorhanden sind aber unter anderem das Rathaus und mit der Jakobikirche eine der drei Kirchen. Diese erfuhr im Innenraum mehrfach Veränderungen, da Stettin wie ganz Pommern nach der Reformation protestantisch wurde, nach dem 2. Weltkrieg aber polnisch und somit katholisch geprägt wurde, sodass die Jakobikirche gewissermaßen zwei Mal die Konfession gewechselt hat. Zudem wurde ein großer Teil der Kirche im 2. Weltkrieg durch eine Bombe zerstört. Die heutige Innengestaltung besteht daher aus zusammengewürfelten Teilen aus verschiedensten mittelalterlichen pommerschen Kirchen.

Wohnhaus der reichen mittelalterlichen Bankierfamilie

Stettiner Schloss

Nahe der mittelalterlichen Altstadt befindet sich das Stettiner Schloss, das bis zum Aussterben des pommerschen Herzogsgeschlecht der Greifen im 17. Jahrhundert während des Dreißigjährigen Krieges den Herzögen von Pommern-Stettin als Herrschaftssitz diente. Im 16. Jahrhundert wurde es von ihnen zu einem Renaissance-Schloss umgebaut. In der preußischen Zeit wurde es zu einem funktionalen Verwaltungsgebäude umgebaut, das im 2. Weltkrieg vollständig zerstört wurde. Im sozialistischen Polen dann, wurde es in seiner Renaissance-Form wiederaufgebaut, da man das damals herrschende Greifengeschlecht als slawisch ansah und somit keine wirklich reale polnische Vergangenheit. Heute kann man darüber froh sein, da es sonst wohl eine Ruine geblieben wäre. So kann man heute das sehr schöne Renaissance-Bauwerk von außen und von seinem Innenhof aus betrachten. Im Inneren befindet sich die Stettiner Oper.

Klein-Berlin

Neben den Resten der mittelalterlichen Altstadt ist vor allem das wilhelminische Stettin sehr schön. Im 19. Jahrhundert wurde die Stadt nach dem Vorbild Berlins in weitläufigen Boulevards systematisch vergrößert. Die Architektur war hierbei sehr typisch preußisch und erinnert an Berliner Altbauten aus der gleichen Zeit, weshalb die Stadt damals auch „Klein-Berlin“ genannt wurde. Die Siedlungen dieser Zeit wurden als Planstadt entworfen. In der Zeit der Volksrepublik Polen sind viele dieser Gebäude wie in der DDR durch mangelnde Sanierungen marode geworden, wurden aber nach dem Ende des Sozialismus sehr schön restauriert. Der Zweite Weltkrieg hat in diesem Teil der Stadt glücklicherweise kaum Schäden hinterlassen.

Aus dieser Zeit stammen auch zwei sehr konträre einander gegenüber liegende Kirchen, die beide bis zum Polnischwerden Stettins evangelisch waren; seitdem sind sie wie fast alle Kirchen Stettins katholisch. Eine davon ist die neobacksteingotisch gebaute St. Adalbert Garnisonkirche, bis 1945 die Bugenhagenkirche, benannt nach dem pommerschen Reformator Johannes Bugenhagen. Vor 1945 war sie eine evangelische Gemeindekirche. Bei meiner Exkursion war sie leider nicht geöffnet, konnte also nur von außen betrachtet werden.

St. Adalbert Garnisonkirche, bis 1945 Bugenhagenkirche

Ihr gegenüber steht die Herz-Jesu-Kirche, die bis 1945 preußische beziehungsweise deutsche Garnisonkirche war. Sie war eine der ersten deutschen Kirchen, die aus Stahlbeton gebaut wurden. Vorbild war die Petruskirche, eine evangelische Garnisonkirche in Kiel.

Herz-Jesu-Kirche, bis 1945 Garnisonkirche

Ihr Kirchenschiff besteht aus einem einzigen Stahlbetonguss, was man besonders gut von innen sehen kann. Ansonsten ist die ursprüngliche Inneneinrichtung leider nur bedingt erfahrbar, weil die Kirche mit der Einführung des Katholizismus im Inneren eine Umgestaltung erfahren hat.

Katholizismus im preußischen Stettin

Neben den vielen ehemals protestantischen Kirchen, kann man in Stettin auch eine katholische Kirche aus preußischer Zeit betrachten. Das ist durchaus etwas besonderes. Die Anzahl der katholischen Kirchen in Preußen außerhalb des katholischen Oberschlesiens war nämlich lange Zeit einstellig. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts nahm sie langsam zu, nicht gerade zum Gefallen der protestantischen Herrscherdynastie der Hohenzollern. Wie die einst evangelische Bugenhagenkirche, wurde auch die katholische St. Johannes-der-Täufer-Kirche im Stil der Neobacksteingotik errichtet.

St. Johannes-der-Täufer-Kirche

Ihr Innenraum ist sehr bunt verziert. Das Deckengewölbe ist wie ein blauer Sternenhimmel dargestellt. Eine Besichtigung der Kirche ist sehr empfehlenswert.

Lohnenswertes Ausflugsziel

Alles in allem ist Stettin ein sehr schöne Stadt, mit vielen verschiedenen Bauwerken aus unterschiedlichsten Epochen. Durch die vielen Kriege sind zwar leider viele schöne Gebäude der Stadtgeschichte heute nicht mehr vorhanden, zugleich sorgten sie aber auch dafür, dass in etlichen Epochen neue Gebäude gebaut werden mussten, sodass die Bebauung heute sehr vielseitig ist. Ich hoffe, dieser Artikel kann davon einen Eindruck vermitteln und dazu anregen, die schöne Stadt einmal selbst zu besichtigen. Mit dem Auto ist sie in etwa eineinhalb und mit dem Zug in etwa zwei Stunden von Greifswald aus zu erreichen. Die Fahrt lohnt sich.

Beitragsbilder: Allan Kant


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“I’m only planning for the next five months” – An interview with ukrainian exchange students in Greifswald

“I’m only planning for the next five months” – An interview with ukrainian exchange students in Greifswald

For over 1,000 days Russia’s war of aggression has raged on in Ukraine. An entire nation lives in a constant state of suffering and fear, coupled with remarkable courage in the face of this threat. Amid this uncertainty, focusing on their studies is no easy task for young people. Yet Liuda and Zlata are doing just that. The two 19-year-old students from Ukraine are spending a semester abroad in Greifswald. In an interview with webmoritz., they share insights into what studying in Ukraine is currently like, what has surprised them about Greifswald, and how planning the future works in times of uncertainty.

Editorial note: To make the subject accessible to more readers, the interview, which was held in English, is published in German and English.

webmoritz.: You two have been in Greifswald since September. How has the experience been so far?

Zlata: It was really good so far. Both in terms of studying and in terms of social life.

Liuda: There is much more than I expected, as there are a lot of events that we as Internationals are invited to. People are really open and we have made friends already, so I enjoy it so far. We are mostly with other Internationals, but the exchange with local people from Greifswald is also a very nice part.

Have you met other exchange students from Ukraine in Greifswald?

Zlata: There are around ten exchange students from Ukraine, all of whom are girls. (Male students in Ukraine are still exempt from military service)

What surprised you about Greifswald and studying in Germany in general?

Liuda: The study process is not like it is in Ukraine. We can actually choose the subjects and courses we study here. In Ukraine you only have a fixed list. You can’t choose between courses. Here I can actually select what I am interested in.

Zlata: What Liuda mentioned is the most important difference. It just makes everything more interesting. For me it is easier than in Ukraine in some parts.

How long will you be in Greifswald?

Zlata: Until march. We will miss the Summer here sadly..

You are from Lviv and Drohobych. The war has been going on for over 1000 days now. How is the situation at home, how do you stay in contact with your families?

Liuda: It is a tough topic to talk about, because even though we live away from the front line, there are still missiles from Russia everyday. Just yesterday (21.11), Russia striked with an intercontinental missile for the first time in Ukraine. That was horrific. I don’t think it is gonna get any better, because the Russian aggression is still there and it has been there for over 1000 days.  People, soldiers, civilians, and even children are dying under the rubble. I hope that the European Union and Germany will support us, so we can actually win the war.

Liuda’s (top) and Zlata’s universities are in the western Part of Ukraine, near the Polish border. (Source: Google Maps)

With this situation in mind, what made you still do an exchange semester? Were there any extra challenges or were you even more encouraged to do it?

Liuda: Because of the war, even though it sounds horrible, there are a lot of doors that were opened to Ukrainians. There is a lot of support for us, which is great. Countries are happy to accept exchange students from Ukraine. Now, the doors are even open for male students to do exchanges. That was not possible before. But I have to say, even though I am here now, I still miss Ukraine and I will definitely come back and live my life there. My parents are happy that I am here because I am in safety here, but I still want to come back.

Are there still regular lessons being held at your home university?

Zlata: Yes, it is considered „peaceful“ because we don’t have active warfare in the region. We have offline-studying. In the eastern part of Ukraine, they study online because of the war-conditions. But if we have an air alarm then we go to the shelter and then of course there is no lecture.

Liuda: Most universities in the central and eastern parts of Ukraine are closed. We can’t complain because we don’t miss any student life. When there is an alarm we have to go to the shelter or even study there.

So there is a shelter for all students?

Zlata: Yes, for every faculty there is one. If you don’t have a shelter, there can be no studying.

Were there no extra challenges for you to do the exchange?

Zlata: For the International Department of our university it may be easier to do the agreements with other universities. For us students there is still a contest, where you must do an interview. We have to prepare documents and have good grades. But that was the same before the war.

Why did you choose Greifswald? Could you choose between many universities?

Zlata: It depends on the university. For me I chose Greifswald because the second language I learn is German. But we do have a lot of options from multiple countries.

Liuda: I study German as my first language and English as my second, so I wanted to come to Germany to improve my skills in both languages. People here surprisingly talk really good English, so it was a great choice. A friend of mine was in Greifswald before and she gave me great feedback, so I decided, why should I not try it?

What did you see outside of Greifswald? Did you go an any trips?

Liuda: I traveled to Denmark and the Netherlands, but also German cities like Hamburg, Berlin, and Nürnberg. It was really beautiful. The other things on my wish list are far away, given Greifswald’s relatively isolated geography. Köln or Düsseldorf come to my mind there.

Zlata: I wasn’t abroad yet but we went on a hiking trip to Rügen which was organized for Internationals as well as a trip to Lübeck. Next week we will go to Berlin, which is also a trip organized for the Internationals.

Looking into your future: What are your goals regarding university or jobs? How do you work towards these goals if the situation at home is so unknown?

Zlata: It is a hard question. I didn’t think of getting a masters degree but now I think that I will do a masters degree. Maybe not in Ukraine but somewhere abroad. When talking about a job, I would like to work as a translator. Of course it could be harder to do that in Ukraine because of the situation, but the field of translating is in high demand there right now. I just really hope it works out.

Liuda: It is really hard to plan things out these days. Before the war I set plans for the next few years, but now I only plan things for like the next five months. But as my my major is also in the field of translating I will work in that field, hopefully as a German and English translator. For me, the best place to work is still in Ukraine.

Is there anything that you would like to say to the people reading?

Liuda: Don’t be afraid to take a risk, even if it doesn’t work out. Do something, leave your comfort zone and meet new people.

Zlata: Nothing to add to that!

We thank Zlata und Liuda for the interview.

Beitragsbild: Simon Fortmann


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Sag doch einfach Periode! I dare u

Sag doch einfach Periode! I dare u

Ich möchte euch mitnehmen durch mein Erlebnis, meine Gefühle, meine Reflektion der Situation und warum ich einen ganzen Artikel darüber schreibe.

Was ist passiert?

Vor ein paar Wochen hatte ich meine Periode (Überraschung), flüchtete aus der Bib und wollte nur nach Hause, in mein Bett. Natürlich wurde ich, während ich die beste Laune und Unterleibschmerzen hatte, mit der Aussage „Oh ist es etwa diese Zeit im Monat“, die in Tabu-Stimme geäußert wurde, konfrontiert.

Meine erste innere Reaktion war Wut und am liebsten hätte ich die Person zusammengeschrien, dass sie doch bitte einfach Periode; Tage; Regel; Menstruation etc. sagen soll und nicht flüstern muss! Und überhaupt, was fällt ihr eigentlich ein, mir das Gefühl der Scham zu vermitteln! Oh? Ich habe das Gefühl, ich müsste mich schämen? Dafür, dass ich eine Frau bin und meine Menstruationsblutung habe? Ja. Genau das ist das Problem. Ein gesellschaftliches Problem.

Warum habe ich nichts gesagt?

Nun habe ich die Person jedoch nicht angeschrien. Vielleicht nicht, weil ich grundsätzlich nicht mit Schreien reagiere. Vielleicht aber auch, weil es als Frau einfacher ist, nicht für sich selbst einzustehen und etwas zu sagen, dass sowieso nicht verstanden werden will. Ich sage nicht, dass ich glaube das es nichts gebracht hätte, wenn ich in der Stituation mit dieser Person ein klärendes Gespräch geführt hätte. Das glaube ich schon. Warum ich nichts gesagt habe? Ich war körperlich sehr angestrengt, wollte allein sein und hatte keine Kraft für ein Gespräch, in dem ich wieder das Leben einer Frau erklären muss. Einfacher ist es, da nichts zu sagen und zu gehen.

Einige von euch Leser*innen könnten nun sagen „Ja und? Sie soll mal nicht so überreagieren…“, andere mögen nun wütend oder empört auf ihre Bildschirme schauen, und wieder andere Leser*innen werden wahrscheinlich erstmal nichts als Gleichgültigkeit empfinden, da es einfacher ist, solche Kommentare nicht an sich heranzulassen.

Warum dann das hier schreiben?

Warum ist genau diese Gleichgültigkeit ein Problem und warum bringe ich nun den ganzen Aufwand für einen Artikel auf, wenn ich in dem Moment nicht für meine Gefühle und mein Dasein als Frau eingestanden habe? Dieses nicht für sich selbst einstehen, gilt für sehr viele Aspekte des Lebens. Doch ist es genau deshalb wichtig, den feministischen Diskurs aufzugreifen, gerade mehr denn je.

Insbesondere möchte ich nicht, dass unsere kleinen Schwestern sich mit genau der Scham belasten müssen, welche uns mitgegeben wurde. Für etwas, das nicht einfach abgestellt, ausgeknipst oder weg entschieden werden kann. Scham dafür, wie unsere Körper funktionieren. Menstruation ist normal. Deal with it, aber das musst DU ja noch nicht mal – Männer lol.

Ich habe viel mit meinen Freundinnen über die Situation gequatscht, weil es mich einfach nicht losgelassen hat. Ich dachte, dass es im Jahr 2024 von erwachsenen Menschen nicht mehr als Tabu angesehen wird, über seine Periode zu sprechen. Über einen normalen biologischen Ablauf. Leider musste ich feststellen, dass ich mich in den letzten Jahren wohl einfach nur in einer sehr fortschrittlichen Bubble bewegt hatte.

Mehr als nur Worte

Warum ist es nicht gut, Dinge nicht beim Namen zu nennen? Begriffe wie Erdbeerwoche und Ähnliche, sind welche, die verwendet werden, um nicht Periode oder Menstruation sagen zu müssen. Warum sind diese Begriffe überhaupt verletzend oder unangebracht?
Die Menstruation gilt als etwas ekeliges, dreckiges und unreines. Obwohl dies überhaupt nicht der Fall ist. Sie wird als ein Tabuthema behandelt. Umschreibende Begriffe oder Äußerungen wie „diese Zeit im Monat“ verstärken dieses Tabu und machen die Periode zu etwas, das geheimgehalten werden muss – etwas, über das nicht gesprochen werden darf.

Für Personen, die jedoch jeden Monat ihre Periode bekommen, fühlt sich das an, als müssten sie sich selbst verstecken, als würden sie etwas Falsches tun. Es kann dazu führen, dass sie sich selbst verachten oder ekelig finden. Es sind mehr als nur ein paar Wörter…. Bitte sag doch einfach Periode! Oder Tage oder Regel. Und wenn es dir wirklich so unangenehm ist, dann gebe mir nicht das Gefühl, ich müsste mich schämen und würde etwas falsch machen.

Das Gefühl, sich für seine Periode schämen zu müssen, kann einem auch von seinem eigenen persönlichen Umfeld gegeben werden, auch von Freundinnen, die ihre Periode noch nicht bekommen haben und überfordert mit „ihhhh!!“ reagieren, weil mit ihnen nie ausreichend über ihre bevorstehende Periode gesprochen wurde.
Familien und auch einfach eine Gesellschaft, in der kein Platz für das Thema Menstruation gemacht wird, können diese anfänglichen Erfahrungen mit der Menstruation zu etwas gruseligem machen. Fast jede* kennt das Gefühl, die Tampons auf dem Kassenband zu verstecken oder seine Mutter zu fragen, ob sie einem Menstruationsartikel kaufen kann. Diese Scham verlässt viele in ihren späten Teenager-Jahren. Jedoch kenne ich noch immer Leute, die es vermeiden, beim Kauf von Menstruationsartikeln gesehen zu werden. Vorallem dann, wenn beispielsweise ein Mann hinter ihnen an der Kasse steht.
Dazu muss ich jedoch sagen, dass es seit ein paar Jahren, im Gegensatz zu der Zeit, in der meine Freundinnen und ich mit dem Thema unserer Periode konfrontiert wurden, wesentlich mehr und besser reflektierten öffentlichen Diskurs gibt. Nicht zuletzt auch über die zusätzlichen Kosten und die zusätzliche körperliche Belastung in einem normalen Arbeitsleben.

Dennoch scheint es noch nicht genug Diskurs zu geben, oder es ist Personen, welche sich nicht mit der Menstruation beschäftigen müssen, möglich sich diesem zu entziehen. Deshalb muss noch mehr Diskurs über Themen, welche hauptsächlich Frauen betreffen, entstehen. Es muss mehr zugehört werden und auch mehr Wille entstehen, zuzuhören. Auch bei vielleicht auf den ersten Blick nicht nachvollziehbaren Themen. Wenn man sich nie mit etwas auseinander setzten musste, dann tut man dies schnell als unwichtig oder als Witz ab. Es gibt eine lange Reihe von Themen, welche da in den Kopf kommen und die Menstruation ist da ein noch vergleichbar seichtes Thema.
Dies wurde beispielsweise in den letzten Wochen noch einmal klar – wenn man auf Social Media unterwegs ist. Dort ist der Clip einer Talkshow viral gegangen, in der eine Frau sich wieder Gehör verschaffen musste und wieder einmal die Tür für den Diskurs des Lebens von Frauen geöffnet hat. Auch dort war es Unüberlegtheit und eine Unberührtheit mit dem Thema, die bei vielen auf einen – nett ausgedrückt – flauen Magen schlug. Es geht hier jedoch nicht um diese Talkshow und doch ist es ein passendes Beispiel.

Sei ein Girls Girl

Dieser Artikel ist eine Bitte, dass sich nicht nur Frauen gegenseitig unterstützen müssen, so wie sie es tun. Oft sind mir komplett fremde Frauen mit einer solchen Einfühlsamkeit entgegengetreten, die nur durch die eigene Betroffenheit oder durch die Auseinandersetzung mit Themen möglich ist. Denn ganz ehrlich: Es ist eines der besten Aspekte des Daseins als Frau das Gefühl, aufgefangen zu werden und unausgesprochene Solidarität und Sicherheit bei seinen Freundinnen zu haben.

Es ist auch ein großer Dank an alle Mütter, Omas, Tanten, Schwestern und Freundinnen, die ihre Erfahrungen weitergeben und sensibel und geduldig die ersten Erfahrungen der Menstruation begleiten. Diese ist nämlich, um offen und ehrlich zu sein, nicht für alle im positiven Sinne aufregend und spannend, sondern für viele im ersten Moment einfach nur verdammt gruselig.

Es ist eine Bitte an Väter, Brüder und Freunde, sich zu informieren und zuzuhören und die eigene Meinung nicht allem voran erst einmal zugute zugeben. Wie wunderbar wäre es, wenn eine Tochter zu ihrem Vater kommen könnte, weil sie ihre Periode bekommen hat und eine dicke, versichernde Umarmung bekommen könnte mit helfenden Worten. Diese tollen Situationen gibt es zwar, aber es sind noch immer viel zu wenige.

Um nun aber noch etwas zu ranten: Informiere dich, es gibt genug Orte, an denen du dies bequem von der Couch machen kannst. Oder lass uns einfach in Ruhe. I dare you.

Ein Ende dem geflüsterten „Hast du eine Binde für mich?“! – Hier geht’s zum Perioden 101:
Menstruation, gesellschaftliche Tabus und Diskriminierung
Die Tabuisierung der Menstruation – Eine lange Geschichte
Menstruation 101: Die wichtigsten Perioden-Facts kurz erklärt
Period Stigma and the Unacknowledged System of Oppression
Queering Menstruation: Trans and Non-Binary Identity and Body Politics

Beitragsbild: Hannah van Gerpen


Zur Person der Autorin