Die Arbeit der moritze

Die Mitarbeit beim moritz umfaßt viele Möglichkeiten, sich zu engagieren. Ein studentisches Magazin entsteht nicht einfach so, sondern braucht viele Spezialisten und Alleskönner zugleich. (mehr …)

„In einem großen Müllhaufen“ – Sibylle Berg über Menschen und Heimat

Seit 1998 verleiht die Universitäts- und Hansestadt Greifswald alle zwei Jahre den mit 5.000 Euro dotierten Wolfgang-Koeppen-Literaturpreis. Das besondere an dieser Auszeichnung ist, dass der letzte Preisträger seinen Nachfolger nominiert. Für dieses Jahr hat Bartholomäus Grill Sibylle Berg ausgewählt. Die 46-jährige Autorin reflektiert in ihren Romanen und Dramen auf eine oft zynische und erschreckend ehrliche Art unsere Gesellschaft beziehungsweise die der DDR. Eine Kostprobe ihrer Person gibt es schon mal im moritz-Interview und am 23. Juni live bei der Preisverleihung im Koeppenhaus. (mehr …)

„Keine Studiengebühren. Dabei wird es bleiben.″ – Zukünftiger Ministerpräsident im Gespräch

Gerüchte gab es viele: Seit geraumer Zeit wurden Sozialminister Erwin Sellering Ambitionen für den Chefsessel im Schweriner Schloss ´nachgesagt. Erst nach dem moritz-Gespräch sagte der 59-Jährige laut „Ja“. Jetzt kommt es nur noch darauf an, wann Harald Ringstorff abtritt. Und ob andere Gerüchte endlich abflammen.

moritz: In den letzten Kommunalwahlen schnitt die SPD, sowohl in Greifswald als auch in Ostvorpommern nicht sehr erfolgreich ab. Allgemein ist festzustellen, dass Vorpommern CDU-dominiert ist, während in Mecklenburg eher die SPD gewählt wird. Wie würden Sie versuchen, daran etwas zu ändern?
Erwin Sellering: Es zeigt sich, dass Leute, die sich schon erfolgreich in der Kommunalpolitik betätigt haben, hochgradige Zustimmung bekommen, unabhängig von der jeweiligen Partei. Fast alle Amtsinhaber werden bestätigt, meistens sogar im ersten Wahlgang. Es kommt also darauf an, dass Menschen kandidieren, die den Wählern durch jahrelange überzeugende Arbeit in der Kommunalpolitik bekannt sind. Wir haben als SPD Vorpommern sicherlich den Fehler begangen, dass wir drei Frauen aufgestellt haben (mehr …)

Insel der Glückseeligen? – Rechtsextreme Erscheinungen in Greifswald

Mitten am Tag, um 14 Uhr, geht Mark Steffens (Name von der Redaktion geändert) durch die Rubenowstraße. Als Student der Politikwissenschaft ist er häufig auf dem alten Campus unterwegs. So auch am 16. April. Doch an diesem Tag soll er eine Begegnung haben, die er so schnell nicht vergessen wird. Er sieht drei Männer um die 20, die mit Messern bewaffnet durch die Straße gehen und Aufkleber abkratzen. Mark kuckt genau hin und sieht, dass sie es gezielt auf Aufkleber mit linken oder alternativen Inhalten abgesehen haben. Als er einen von ihnen darauf anspricht, wird er gegen die nächste Wand geschubst, beleidigt und bedroht.

Die Wörter, die sie dabei verwenden, weisen sie eindeutig als Rechtsextremisten aus. Erfreulicherweise eskaliert die Situation nicht weiter, die drei lassen von ihm ab und verschwinden.
Mark aber beschäftigt die Situation noch immer. „Wenn ich jetzt durch die Stadt gehe, ist mir schon etwas mulmig zumute“, berichtet er, „vor allem, da die drei ganz normal aussahen, also nicht als Nazis zu erkennen waren. Und weil sie am hellen Tag mit Messern, einer sogar mit einem Butterfly-Messer, herumlaufen.“ Aber es ist nicht die Begegnung an sich, sondern der Ort, an dem sie sich abgespielt hat, was ihn besonders irritiert: „Das passierte mitten in der Innenstadt, im geistigen und weltoffenen Zentrum Greifswalds, und nicht in den Neubauvierteln am Stadtrand, wo man die Neonazis eher vermuten würde.“
Ist dieser Übergriff ein Einzelfall oder Symptom für ein ernstzunehmendes Problem mit Rechtsextremisten in Greifswald? (mehr …)