advents.kalender 2019: 16. Türchen – Nachhaltiger Weihnachtsbaum?

advents.kalender 2019: 16. Türchen – Nachhaltiger Weihnachtsbaum?

Es weihnachtet sehr, auch in Greifswald – und besonders bei den moritz.medien. Mit dem advents.kalender geben wir Euch weihnachtliche Tipps, Tricks, Erfahrungsberichte, Rezepte uvm. für die Adventszeit. Öffnet jeden Tag ein Beitrags-“Türchen”! Im heutigen Türchen: Wie nachhaltig ist der Weihnachtsbaum?

Die Weihnachtszeit besteht aus vielen traditionellen Bräuchen. In meiner Familie wird beispielsweise immer am Morgen des 24. Dezembers der Weihnachtsbaum geschmückt und die Vorfreude auf die Festlichkeiten geschürt. Doch – so schön es auch ist – in der heutigen Zeit ist es wichtig, einige Traditionen zu überdenken. Denn Weihnachtsbäume sind kein besonders nachhaltiges Dekorationselement. Der immergrüne Tannenbaum galt einst als Zeichen für Leben, Fruchtbarkeit und Lebenskraft in der kargen Winterzeit. Diese Bedeutung scheint in den meisten Köpfen verloren gegangen zu sein und der übermäßige Konsum von Weihnachtsbäumen hat heute eher das Gegenteil zur Folge.

Inzwischen werden jedes Jahr rund 30 Millionen Weihnachtsbäume allein in Deutschland verkauft. Bis zu zwölf Jahre wachsen die Bäume heran, eigens mit dem Ziel, später ein Weihnachtsbaum zu sein. Das Wachstum der Bäume wirkt sich zwar positiv auf die CO2-Bilanz aus; die Monokultur, in der die Bäume jedoch gezogen werden, rauben anderen Pflanzen und Tieren den Lebensraum. Zusätzlich werden die Wälder mit Pestiziden behandelt und mit chemischen Nährlösungen versorgt, um das Grün der Nadeln zu intensivieren und das Wachstum zu beschleunigen. Diese Mittel landen zunächst im Waldboden und in den Gewässern; später atmen wir sie im Wohnzimmer ein.

Viele der Bäume werden außerdem schon im Herbst geschlagen, in Kühlhäusern gelagert und haben zusätzlich oftmals einen langen Transportweg hinter sich. Die meisten Weihnachtsbäume stammen zwar aus Deutschland, aber auch aus beispielsweise skandinavischen Ländern beziehen wir diese Pflanzen. Anschließend stehen sie oftmals nur einige Tage in den deutschen Haushältern und werden dann, sobald die ersten Nadeln fallen, entsorgt. Nicht oft werden die Bäume kompostiert, sondern häufig enden sie in Müllverbrennungsanlagen.

Doch der Weihnachtsbaum ist eine fest verankerte Tradition, ohne die sich die meisten Menschen kein Weihnachten vorstellen können. Was kann man also tun, um diesen Brauch so nachhaltig wie möglich zu gestalten?

Wenn ihr auf einen echten Baum nicht verzichten aber der Umwelt trotzdem einen Gefallen tun wollt, dann kauft einen unbehandelten Bio-Baum. Erkennbar sind diese an Siegeln von beispielsweise FSC, Naturland, Bioland oder Demeter. Der IKEA in Rostock bietet beispielsweise biologisch angebaute Weihnachtsbäume an. In Greifswald und Umgebung zwar eher schwierig, aber wichtig ist auch darauf zu achten, dass der Baum aus der Region stammt.

Das Netz, in dem der Baum eingewickelt und transportiert wird, besteht oft aus Plastik. Bringt doch alternativ eigene Schnüre und Kordeln mit, um an dieser Stelle auf Plastik zu verzichten.

Vielleicht findet ihr auch eine Möglichkeit, den Baum weiterzuverwenden. Zoos und Tierparks nehmen Bio-Bäume gerne als Spiel- und Knabberzeug an. Der getrocknete Baumstamm eignet sich aber ebenfalls gut als Feuerholz.

Neben dem Bio-Baum gibt viele weitere Alternativen zum „Einwegweihnachtsbaum“.

Beispielsweise gibt es Bäume im Topf zu kaufen, die nach der Weihnachtszeit eingepflanzt werden können. Mit Geschick und einem grünen Daumen hättet ihr dann noch Jahre etwas von eurem Weihnachten.

Auch gibt es inzwischen die Möglichkeit, Weihnachtsbäume zu mieten. Die Geschäfte bieten in dem Zusammenhang sogar oft Lieferung und Abholung an – ihr spart euch also sogar einigen Stress.

Man kann den Weihnachtsbaum auch zu einem Weihnachtsstrauch umwandeln. Beim nächsten Waldspaziergang findet ihr mit ein wenig Aufmerksamkeit bestimmt ein paar schöne Zweige, die sich in einer Vase lange halten und trotzdem schön dekorieren lassen. Ein weiterer Vorteil: Man spart sehr viel Platz.

Eine viel diskutierte Variante ist der künstliche Weihnachtsbaum. Inzwischen gibt es schon viele Stücke, die sehr an einen echten Baum herankommen. Außerdem könnt ihr so auf die jährlich wiederkehrende Suche nach dem „perfekten“ Weihnachtsbaum verzichten, spart auf lange Sicht sogar Geld und habt jahrzehntelang Freude daran. Idealerweise wählt ihr einen Kunstbaum, der nicht gerade aus China importiert ist. Zu beachten ist außerdem, dass er aus recycelten oder umweltfreundlichen Materialien besteht, denn ansonsten handelt es sich wieder um einen unnachhaltigen Haufen Plastik – und ob das dann umweltfreundlicher ist als ein echter Baum, steht zur Diskussion. Vielleicht findet ihr sogar nach dem nächsten Weihnachtsfest einen gebrauchten und günstigen Kunstbaum auf eBay?

Mit etwas Geschick und Kreativität könnt ihr auch einfach selbst einen Christbaum basteln. Lasst eurer Kreativität freien Lauf oder inspiriert euch online. Es gibt wunderschöne, witzige und einzigartige kreative Ideen, wie man einen Weihnachtsbaum mal anders gestalten und dem alten Brauch einen neuen Schliff geben kann. In meiner WG schmücken wir zum Beispiel jedes Jahr unseren Kaktus. Und das Beste daran ist: So eine Weihnachtsbaumalternative nadelt nicht.

Also, vielleicht könnt ihr ja dieses Jahr überlegen, wie und ob ihr das Weihnachtsfest nachhaltiger gestalten könnt. Bei mir zuhause wird das sicherlich für einige Diskussionen sorgen und auch mir fällt es nicht leicht, mit diesem schönen Brauch zu brechen. Aber ich versuche daran zu denken: Der Weihnachtsbaum war mit seiner grünen Farbe mal das Symbol für Leben.

Bilder: unsplash
Beitragsbild: Till Junker
bearbeitet von: Anne Frieda Müller

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advents.kalender 2019: 5. Türchen – Schuhputztipps für Studierende

advents.kalender 2019: 5. Türchen – Schuhputztipps für Studierende

Es weihnachtet sehr, auch in Greifswald – und besonders bei den moritz.medien. Mit dem advents.kalender geben wir Euch weihnachtliche Tipps, Tricks, Erfahrungsberichte, Rezepte uvm. für die Adventszeit. Öffnet jeden Tag ein Beitrags-„Türchen“! Im heutigen Türchen: Schuhputztipps für Studierende

Lustig, lustig, tralalalala, bald ist Nik’lausabend da! Und wie wir alle schon als kleine Kinder gelernt haben: Damit der Nikolaus uns auch einen kleinen Gruß hinterlässt, müssen die Schuhe geputzt sein. Als arme Studierende haben wir aber wahrscheinlich nicht alle Schuhputzmittel und -pflege zu Hause. Damit ihr morgen trotzdem nicht vor leeren Schuhen steht, gibt es heute ein paar Schuhputztricks für Studierende, mit Mittelchen, die ihr vielleicht schon in eurer WG rumzuliegen habt.

Spülmittel, Essig, Hautpflege & Co. – mehr braucht es nicht, um eure Schuhe zu reinigen

Um den vom Greifswalder Wetter generierten Schmutz von den Schuhen bekommen, sollte erstmal das Gröbste runtergeputzt werden. Man muss nicht immer eine Schuhbürste kaufen, um den groben Dreck von den Schuhen zu entfernen. Vielleicht habt ihr noch eine alte Spülbürste rumliegen, die eh mal entsorgt werden müsste? Auch alte Zahnbürsten eignen sich. Als Reinigungsmittel könnt ihr einfach euer vorhandenes Spülmittel verwenden.

Falls nach dem Bürsten immer noch hartnäckige Flecken zu finden sind, dann probiert es doch mit folgenden Tipps.

Glatt- und Kunstleder: Ihr könnt einfach das Shampoo nehmen, das bereits in eurer Dusche steht und Flecken damit behandeln. Auch kosmetische Pflegetücher enthalten pflegende Reinigungsmittel und Öl. Ideal, um gegen den Schmutz anzukämpfen.

Wildleder: Einfach ein altes Shirt oder Stück Stoff (im besten Fall Baumwolle) nehmen und den Fleck mit Essig einreiben. Danach die Stelle mit einem weiteren nassen Lappen einreiben. Ist der Punkt getrocknet, dann einfach abbürsten. Aber Achtung: Essig kann auch verfärben, also testet am besten zuerst an einer unauffälligen Stelle des Schuhs.

Wenn ihr dem Nikolaus eure Stoffturnschuhe hinstellen wollt, dann macht es euch einfach und wascht die Sneaker bei 40 Grad und niedrigem Schleudergang in der Waschmaschine. Denkt aber daran, vorher eventuell lose Teile und Schnürsenkel zu entfernen. Alternativ geht auch eine Handwäsche. Habt ihr weiße Stoffschuhe, könnt ihr sie zusätzlich mit einem Backpulver-Wasser-Gemisch einreiben und 10 Minuten einwirken lassen, um sie wieder heller und strahlender zu machen.

Nach dem Reinigungsvorgang könnt ihr die Schuhe mit Zeitung ausstopfen, damit sie schneller trocknen. Vergesst aber nicht, das Papier wieder zu entfernen, sonst weiß der Nikolaus ja gar nicht, wohin mit dem Süßem.

Zur Nachbehandlung und Pflege von Glatt- und Kunstlederschuhen könnt ihr ein wenig Speiseöl oder eine Hautcreme verwenden. Vielleicht habt ihr noch irgendwo einen löchrigen Nylonstrumpf rumliegen? Das Material eignet sich nämlich besonders gut, um die Pflege einzuarbeiten. Alternativ könnt ihr den Schuh aber auch -witzig wie es klingt- mit der Innenseite einer Bananenschale einreiben.

Na dann: Die Ausrede „Ich hab kein Schuhputzmittel zu Hause.“ zählt nicht mehr – ran an den Schuh!

Beitragsbild: Till Junker
bearbeitet von: Anne Frieda Müller

advents.kalender 2019: 1. Türchen – Weihnachten im Flüchtlingsheim

advents.kalender 2019: 1. Türchen – Weihnachten im Flüchtlingsheim

Es weihnachtet sehr, auch in Greifswald – und besonders bei den moritz.medien. Mit dem advents.kalender geben wir Euch weihnachtliche Tipps, Tricks, Erfahrungsberichte, Rezepte uvm. für die Adventszeit. Öffnet jeden Tag ein Beitrags-“Türchen”! Im heutigen Türchen: Weihnachten im Flüchtlingsheim

Weihnachten und Geschenke liebt doch jedes Kind. Deshalb findet in Greifswald auch in diesem Jahr wieder das von der ZORA Kinder- und Jugendhilfe organisierte und vom AStA unterstütze Event „Weihnachten im Flüchtlingsheim“ statt. Diese Veranstaltung soll Kindern und Jugendlichen in Gemeinschaftsunterkünften in Mecklenburg-Vorpommern am 14. und 15. Dezember und im Rahmen von weiteren Weihnachtsfeiern ein schönes Fest bescheren.

Damit der Weihnachtsmann nicht mit leeren Händen dasteht, wird Eure Unterstützung gebraucht! Im ZORA Büro werden Sachspenden für Kinder und Jugendliche im Alter von 0-18 Jahren gesammelt.

Welche Geschenke? Die Kinder würden sich zum Beispiel über Schulmaterialien, Mal- und Kinderbücher, Gesellschaftsspiele, Spielzeug und Outdoorspielzeug oder kleine Sportgeräte freuen. Auch abgepackte Kosmetik- und Hygieneartikel für Mädchen und Jungen, Babyzubehör und Babybekleidung sind ein gern gesehenes Geschenk. Geldspenden werden ebenfalls angenommen.

Wann? Bis zum 13.12., von Montag bis Freitag, 8.30 Uhr bis 15.30 Uhr

Wo? Im ZORA Büro (Markt 20/ 21, 17489 HGW)

Hilfe für das Sortieren und Einpacken von Geschenken, zum Schuhkartons besorgen und zum Flyer verteilen ist ebenfalls willkommen. Falls übrigens der ein oder andere Weihnachtsmann noch Zeit hätte, kann er oder sie sich gerne bei den Organisator*innen melden.

Also: Geschenke bekommen macht Spaß, aber schenken noch viel mehr!

Beitragsbild: Till Junker
bearbeitet von: Anne Frieda Müller

Umgekrempelt: Sieben Tage ohne Smartphone

Umgekrempelt: Sieben Tage ohne Smartphone

Kennt ihr das, wenn man mal was Neues ausprobieren will, aber am Ende alles beim Alten bleibt? Uns jedenfalls kommt das sehr bekannt vor, deswegen haben wir uns für euch auf einen Selbstoptimierungstrip begeben. In dieser Kolumne stellen wir uns sieben Tage als Testobjekte zur Verfügung. Wir versuchen für euch mit unseren alten Gewohnheiten zu brechen, neue Routinen zu entwickeln und andere Lebensstile auszuprobieren. Ob wir die Challenges meistern oder kläglich scheitern, erfahrt ihr hier.

Ich muss gestehen: Ich bin abhängig. Süchtig nach meinem Smartphone. In einer festen Beziehung mit meinem Handy. Ich liebe es, dem Alltag zu entfliehen und in die Tiefen von Instagram abzutauchen; ich liebe es, jederzeit meine Freunde erreichen zu können und ich liebe die Vielfalt an Möglichkeiten, die einem die Apps bieten. Trotzdem glaube ich, dass mein Handy mir auch viel kaputt macht.

Unsere Eltern sagen doch selbst: „In eurem Alter sind wir auch ohne diese technischen Geräte ausgekommen!“ – das stimmt, selbst ich konnte vor zehn Jahren noch ohne Podcast auf den Ohren einschlafen oder mich verabreden, ohne dieses kleine elektronische Ding zu verwenden. Aber könnte ich es heute noch? In diesem ersten Teil der Selbstexperiment-Reihe möchte ich versuchen, sieben Tage auf meinen liebsten Begleiter und Helfer in der Not zu verzichten: mein Smartphone. Mich komplett von der Außenwelt abzukapseln traue ich mich aber noch nicht, deswegen habe ich ein altes Tastenhandy rausgekramt, sodass ich auch das Leben meiner Mitmenschen nicht allzu schwer mache.

Montag

Es fängt gut an. Eine Freundin soll mich aus der Heimat mit nach Greifswald nehmen. Normalerweise kriege ich kurz vorher eine WhatsApp-Nachricht mit „Fahre jetzt los“ und weiß Bescheid. Jetzt mussten wir im Vorhinein fest planen, wann sie herkommt – wie unflexibel ist das denn bitte? Die zweistündige Autofahrt kann ich nicht wie sonst damit verbringen, am Handy zu spielen. Altbackene Sachen wie aus dem Fenster zu schauen oder sich zu unterhalten sind jetzt angesagt. Aber irgendwie kann ich auch das überstehen, Mecklenburg-Vorpommern sieht ja eigentlich ganz nett aus.

Zuhause angekommen geht es mit meiner Mitbewohnerin in den Supermarkt. Normalerweise tragen wir unsere gemeinsamen Ausgaben in eine App ein, aber jetzt muss ich doch tatsächlich die Kassenbons sammeln und die Ausgaben mit einem echten Stift auf einem echten Blatt Papier festhalten … Um unsere Lebensmittel zu verbraten, würde ich jetzt normalerweise eine meiner Koch-Apps verwenden. Einfach Stichworte eingeben, durch den Feed scrollen und vor allem die Bewertungen von anderen User*innen beachten. Aber jetzt können meine eingestaubten Kochbücher zum Einsatz kommen. Und ich muss sagen, ein Buch mit vielen schönen Bildern durchzublättern ist ja auch voll inspirierend – fast so wie ein Real-Life-Koch-App-Feed!

Im Seminar am Nachmittag, in dem ich normalerweise schnell die Konzentration verliere, bin ich heute überraschend konzentriert. Ich kann nicht zwischendurch auf mein Smartphone gucken und so schneller den Faden verlieren und habe daher auch nicht die ganze Zeit die Uhr im Blick. Apropos Uhr: Ich glaube, ich muss mir für die folgende Woche angewöhnen, eine Armbanduhr zu tragen. Für mich ein Relikt aus alten Zeiten, das heute eigentlich nur noch als Accessoire dient.

Abends vorm Fernseher fällt mir auf, wie ich ganz komisch mit meinen Fingern spiele – normalerweise würde ich jetzt mein Smartphone in der Hand halten. Was sind das für unterbewusste Angewohnheiten, die mein Körper da an den Tag legt? Es tut aber irgendwie gut, meine volle Aufmerksamkeit nur einer Sache zu widmen und einen Film zu gucken ohne nebenbei Instagram zu checken.

Am meisten Angst habe ich vor dem Einschlafen. Einschlafprobleme hatte ich schon immer und ich weiß auch, dass elektronische Geräte abends ein Tabu sein sollten. Trotzdem wiege ich mich immer in den Schlaf, indem ich so lange am Handy bin, bis mir die Augen zufallen. Und dann ist trotzdem noch nicht Schluss, dann höre ich immer einen Podcast, um endgültig wegzunicken. Jetzt lese ich seit Ewigkeiten mal wieder ein Buch vorm Zubettgehen und denke einfach nach. Aber ohne diese gewohnte Dauerunterhaltung einzuschlafen kostet mich zwei Stunden.

Dienstag

Heute bin ich nach dem Weckerklingeln (ich musste mir doch tatsächlich einen analogen Wecker stellen!) sofort aufgestanden und habe nicht wie üblich eine halbe Stunde am Handy verdattelt. So viel Zeit am Morgen zu haben ist ungewohnt, was fange ich damit an?

Im Spanischunterricht würde ich eigentlich die ganze Zeit meine Übersetzer-App benutzen. Jetzt muss ich Vokabeln im Buch nachschlagen. Klar ist das auch kein Problem (mit einem Wörterbuch kann ich gerade so noch umgehen), aber es ist deutlich zeitaufwändiger.

Später sitze ich in einer Vorlesung ganz alleine da. Meine Freunde (die auch meine Motivation waren, überhaupt zu erscheinen) tauchen einfach nicht auf. Später höre ich: „Ich hab’ dir doch ‘ne SMS geschrieben!“ – die ist aber leider nie angekommen … Ich selber verschicke im Laufe des Tages auch die eine oder andere SMS. Für 20 Zeichen brauche ich circa fünf Minuten (ohne Zeichensetzung).

Mittwoch

Heute habe ich super geschlafen und bin wieder gut aus dem Bett gekommen. Ich hatte wieder ein langweiliges Seminar, aber bin durch die fehlende Versuchung der Ablenkung erneut am Ball geblieben. Und zwischen den Veranstaltungen bin ich gezwungen, mich zu unterhalten – sogar das überstehe ich ganz gut. Schon öfter ist mir vorher aufgefallen, dass es sehr schwierig ist, in den Minuten vor Beginn einer Lehrveranstaltung Gespräche anzufangen, weil sich alle in ihr Handy flüchten. Es ist schwer, Unterhaltungen aufzubauen, wenn jede*r ihren*seinen Fokus auf das Smartphone legt. Diese Möglichkeit, sich gewissen Situationen zu entziehen, kann zwar auch echt praktisch sein, aber ich glaube, dass die sozialen Kontakte im echten Leben dadurch häufig zu kurz kommen.

Später verabrede ich mich persönlich mit einer Freundin zum Mensaessen. Normalerweise hätten wir das ganz spontan per WhatsApp geklärt. Jetzt müssen die Uhrzeiten wieder genau festgelegt werden. Diese Spontanität vermisse ich ein bisschen. Und was wäre, wenn ich unzuverlässige Freund*innen hätte?

Donnerstag

Kleines Zwischenfazit: Mein Handy fehlt mir gar nicht, denn wenn die Versuchung nicht da ist, spiele ich gar nicht erst mit dem Gedanken, es zu benutzen. Allerdings erwische ich mich dabei, mein Tastenhandy öfter anzuklicken, in der Hoffnung, mal eine „Mitteilung von draußen“ zu bekommen.

Trotzdem beschäftigt mich die komische Frage, was man früher eigentlich in „Überbrückungszeiten“ gemacht hat. Zum Beispiel: Die Dusche ist besetzt, in fünf Minuten kann ich ins Badezimmer. In der Zeit kurz mal die News oder Facebook checken geht nicht. Mein Zimmer ist aufgeräumt, ein neues Kapitel im Buch möchte ich jetzt auch nicht anfangen. Was macht man jetzt? Aus dem Fenster gucken? Nachdenken? Oder einfach mal nichts tun? Ich glaube, das mache ich eigentlich viel zu wenig. Vielleicht ist das auch mal ganz gesund.

Heute erwische ich mich dabei, wie ich meine Freund*innen frage, was denn so Interessantes in den sozialen Medien abgeht. Welche Memes verpasse ich und welche*r Blogger*in hat eine neue Duschbadkollektion rausgebracht? Richtige Breaking News bekomme ich höchstens in der Tagesschau mit und bin dann super überrascht, während alle anderen in ihrer News-App schon zwölf Stunden vorher davon erfahren haben.

Freitag

Am Freitag ist eines der ersten Dinge, die ich normalerweise tue, auf Spotify die neuen Musikerscheinungen zu checken. So sehr haben mir Musik-Apps bis jetzt nicht gefehlt: Ich höre einfach die ganze Zeit CD oder ein bisschen Radio. Aber für unterwegs und zwischendurch lobe ich mir doch meine Streamingdienste.

Ich gehe einkaufen und schreibe mir eine echte Einkaufsliste. Wieder mit Papier und Stift und so. Unterwegs fällt mir ein, dass ich eine Tarte backen wollte, aber mir gar kein Rezept rausgesucht habe. Mal schnell googeln kann ich jetzt nicht, also muss ich Zutaten auf gut Glück kaufen und hoffen, dass das hinkommt. Zuhause fehlt mir dann auch noch eine Tarteform. Eigentlich würde ich schnell meine Nachbarin per WhatsApp fragen, ob sie eine hat. Jetzt muss ich doch tatsächlich persönlich klingeln.

Wenn es Dinge zu klären gibt, schreibe ich jetzt öfter Mails am Laptop oder überwinde teilweise meine Telefonierphobie. Das macht auch mehr Spaß: weniger sinnlose Kurznachrichten, sondern ein kleiner Text, der das Wichtigste enthält oder ein Telefonat von zwei Minuten, anstatt über mehrere Stunden zehnsekündige Sprachnachrichten und Emojis zu verschicken.

Später bin ich am Ryck verabredet. Ich komme ein paar Minuten zu spät und kann das nicht mal eben per WhatsApp mitteilen. „Hoffentlich glaubt sie nicht, ich hatte einen Unfall, nur weil ich nicht da bin oder mich nicht melde“, denke ich mir.

Samstag

Ich gehe mit einer Freundin Sport machen. Vorher war ich schon echt produktiv, denn dieses „Ich bleib noch kurz liegen und check Social Media“-Ding fällt weg. Deshalb stehe ich inzwischen direkt auf und überlege mir etwas Sinnvolles, was ich stattdessen tun kann.

Beim Sport stehe ich vor einem Problem: Wie tracke ich meine sportlichen Ergebnisse? Wie viele Kilometer waren das jetzt? Wie lange waren wir unterwegs und wie viele Kalorien habe ich verbrannt? Muss ich jetzt echt einfach nach Gefühl gehen und nicht darauf achten, wie eine kleine Maschine mich einschätzt?

Sonntag

Ich brauche eine Taschenlampe! Wer hat denn heutzutage in einem Studierendenhaushalt noch eine Taschenlampe? Das macht doch sonst mein Smartphone! Muss ich jetzt echt mit einer Kerze unter das Regal leuchten?

Ich muss trotzdem zugeben: Mir fehlt mein Smartphone gar nicht so sehr. Ich, die normalerweise drei bis vier Stunden Bildschirmzeit am Tag hat, bin erstaunt, wie leicht mir der Verzicht fällt. Noch erstaunter bin ich, wie einfach es sich ohne Instagram und Co. lebt. Ich hätte gedacht, dass das eine größere Hürde für mich wird. Aber eigentlich ist es ja auch nur eine Beschäftigung, die ich mir suche, wenn ich nichts Besseres zu tun habe.

Am meisten hat mich gestört, dass die Kommunikation so schwierig war. Das hat nicht nur mich selbst, sondern auch mein Umfeld genervt. Schließlich war es auch für alle anderen eine Umstellung, mich nicht auf dem gewohnten Wege erreichen zu können. Klar muss man nicht immer 24/7 am Smartphone hängen, aber es ist schön zu wissen, erreichbar zu sein. WhatsApp und Gruppenchats können die Organisation einfach ungemein erleichtern.

Außerdem haben mir Podcasts zum Einschlafen gefehlt. Ja, es ging irgendwann auch ohne. Und wenn ich länger üben würde, könnte ich mich auch daran gewöhnen, so einzuschlafen. Aber ob ich dieser Versuchung länger widerstehen kann, weiß ich nicht.
Und dann hat mir mein Handy einfach in den alltäglichsten Situationen gefehlt. Es ersetzt so viele Dinge, die man nicht mehr bei sich tragen muss: Taschenrechner, Wörterbuch, Taschenlampe, Stoppuhr, Laptop, Karten, Uhr, Tickets, Bücher etc.

Trotzdem hat mir diese Woche gezeigt: Es geht auch ohne. Wenn ich will, kann ich auf mein Smartphone verzichten. Dann hätte ich mehr Zeit, wäre konzentrierter und würde mich mehr mit dem Nichtstun und meinen eigenen Gedanken beschäftigen.

23.59 Uhr: Okay – ich bin schon ein bisschen aufgeregt, wenn ich daran denke, mein Handy wieder einzuschalten. Meine Hände zittern und meine Herzfrequenz ist erhöht. Wer hat mir geschrieben? Welche Bilder wurden geliked? Welche Trends hab ich verpasst? Ist neue Musik rausgekommen? Gibt es eine neue Challenge im World Wide Web? Und ehe ich mich versehe, bin ich wieder von meinem festem Freund, dem Smartphone verführt worden …

Photo von Марьян Блан auf Unsplash
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Blut spenden beim Vampire Cup

Blut spenden beim Vampire Cup

Seit dem 28. Oktober, passend zu Halloween, nimmt der Fachschaftsrat Pharmazie mit Unterstützung des Fachschaftsrats Medizin wieder an der großen Blutspendeaktion “Vampire Cup” teil. Hierbei handelte es sich ursprünglich um eine Kampagne der „International Pharmaceutical Students‘ Federation“. Auch dieses Jahr wird diese Kampagne in ganz Deutschland vom Bundesverband der Pharmaziestudierenden veranstaltet.

Fast dauerhaft herrscht Mangel an Blutspender*innen; die Blutspendeampel der Universitätsmedizin ist ständig auf Rot. Das heißt, Patient*innen können nicht ausreichend versorgt und Operationen müssen verschoben werden. Ziel des Projekts “Vampire Cup” ist es, mehr Menschen zum Blutspenden zu motivieren. Noch bis Freitag den 8. November könnt ihr im Rahmen der Aktion Vollblut, Thrombozyten oder Plasma spenden gehen. Neben der Blutspende muss nur ein ausliegendes Teilnahmeformular ausgefüllt werden. Falls ihr also als Spender*in geeignet seid und Zeit und Lust habt, etwas Gutes zu tun, dann unterstützt doch unsere Pharmaziekomiliton*innen und spendet Blut!

Bis Freitag könnt ihr im Rahmen des Vampire Cups zu folgenden Uhrzeiten im Universitätsklinikum spenden gehen:
Mittwoch: 9-18 Uhr
Donnerstag: 9-18 Uhr
Freitag: 7-16 Uhr

Bild von PublicDomainPictures auf Pixabay