von Florian Bonn | 05.05.2008
Aufgepasst!
Seit heute morgen ist die elektronische Prüfungsanmeldung freigeschaltet. Der Anmeldezeitraum läuft bis zum 18.5 möglich.
Im Vergleich zu meinem letzten Kontakt zur elektronischen Anmeldung läuft das System sehr schnell und problemlos. Mir war es problemlos und ohne ernsthafte Wartezeiten möglich, mich zu allen meinen Prüfungen anmelden.
Auch das zentrale Prüfungsamt reagiert scheinbar darauf, dass das System jetzt ordentlich funktioniert, denn die „Offline Anmeldung“ mit Papier und Stift scheint jetzt nur noch in begründeten Ausnahmefällen möglich zu sein. Jedenfalls wurde sie, als ich heute morgen im Prüfungsamt war, einer Studentin verweigert.
Wer (wie ich) seinen TAN-Bogen verlegt hat, bekommt problemlos einen neuen im Prüfungsamt ausgestellt. Das Problem, dass eine elektronische Anmeldung zu vorgezogenen Prüfungen nicht möglich sei, soll laut Prüfungsamt in diesem Jahr auch behoben sein.
Insgesamt eine durchaus positive Entwicklung, denn wohl kaum jemand wünscht sich die früheren, teils katastrophalen Zustände im Prüfungsamt zurück. Die Mitarbeiter im Anmeldungszeitraum waren durch die Anmeldungen komplett ausgelastet und hatten nur wenig Zeit für ihre eigentlichen Aufgaben.
von Archiv | 05.05.2008
Vom 14. – 17. Mai steht die Uni Greifswald ganz im Zeichen einer universitären Entdeckungsreise. Mit einem Mix aus informativen, unterhaltsamen und sportlichen Veranstaltungen lädt die Universität Greifswald zur ersten Woche der Wissenschaft ein. Eine Kinder- und Jugend-Uni, eine Ringvorlesung, ein Tag der Offenen Tür und der 2. Greifswalder Citylauf geben einen Einblick in Forschung und Lehre in der Universitäts- und Hansestadt.
Was es bedeutet, die Hörsaalbank zu drücken, können alle Wissensbegierigen sowohl in der Kinder- und Jugend-Uni als auch bei einer Ringvorlesung für Erwachsene von Mittwoch, 14. Mai, bis Freitag, 16. Mai, selbst testen. Schüler aller Klassenstufen haben dann die Möglichkeit, Rätsel und Wunder des Alltags zu entschlüsseln. Von den Geheimnissen der Tiefsee über eine Reise durch den Körper bis hin zu bösen Buben, die früher an der Uni eingesperrt wurden, reicht die Bandbreite der altersgerecht angebotenen Themen.
An der Ringvorlesung beteiligen sich alle Fakultäten, um das vielfältige Spektrum an der Universität aufzuzeigen. Ob die Mathematik eine Königin oder Dienerin der Wissenschaft ist, was der Staat für seine Bürger tun kann und ob ein Papst den Koran verbrennen ließ, wird im Rahmen der zahlreichen Vorträge in den frühen Abendstunden zu erfahren sein. Am Freitag (16. Mai) spielt die Uni-Bigband um 19.00 Uhr im Innenhof des Hauptgebäudes.
Am Sonnabend, dem 17. Mai, stehen allen Besuchern, die einmal hinter die Kulissen der Forscherwelten und Hightech-Labore schauen möchten, die Pforten der Alma Mater zum Tag der Offenen Tür weit offen. Führungen durch einzelne Institute, Universitätssammlungen und die barocke Aula stehen ebenfalls auf dem Programm. Darüber hinaus präsentieren sich die Fachschaften, das Studentenwerk und die Studienberatung vor Ort. Alle Veranstaltungen sind kostenlos und frei zugänglich.
Wer seine Wissenstour hingegen sportlich ausklingen lassen möchte, hat dazu am Sonnabend, dem 17. Mai, beim 2. Greifswalder Citylauf Gelegenheit. Neben dem 10 km-Hauptlauf kann auch eine 4 x 2,5 Kilometer Team-Staffel absolviert werden. Bei der 10 km-Strecke besteht zudem für Laufgruppen von Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen die sportliche Option, in einem Mannschaftswettbewerb anzutreten. Dem Siegerteam winkt der vom Kanzler der Universität Greifswald, Dr. Thomas Behrens, ausgelobte Uni-Cup. Trommlergruppe und Cheerleadern begleiten den Citylauf stimmungsvoll, damit den Läufern nicht die Puste ausgeht. Verschiedene Informationsstände, eine Laufanalyse und ein DJ runden den sportlichen Event auf dem Greifswalder Markt ab.
von Archiv | 05.05.2008
Tief ist das Akkordeon in der Musikwelt Skandinaviens verwurzelt. Egal ob Folk, Jazz oder Tango – überall ist als Rhythmus- und Melodieinstrument begehrt und geschätzt. Polierte der Auftritt des polnischen Motion Trios im letzten November im Theater Vorpommerns beim polenmARkT gehörig den Ruf des zu weil als Schifferklavier bekannten Tasteninstrumentes auf, so legt der Nordische Klang am vergangenen Samstag im St. Spiritus gebührlich nach. Gleich mit einer ganzen Akkordeon-Nacht und zwei gastierenden Formationen, die das schillernde Spektrum an Klangfarben und – möglichkeiten des Instrumentes zu Gehör brachten. Und dies immer einladend tanzbar.
Ganz der Folkore verschrieben sich die Norweger Even Röhjell und Övyind Sandum. Das seit zehn Jahren bestehende Duo aus Hamar gab in Greifswald eindrucksvoll beschwingend sein Deutschlanddebüt. Hierbei setzten sie auf alte Tanzstücke, trugen musikalische Kostbarkeiten aus Mittelnorwegen vor und wechselten von der Polka zur Mazurka und zum Walzer und anderen klanglichen regionalen Besonderheiten. Nie dabei um eine Erklärung bei der Ansage verlegen, stets im weichen Tonfluss, den Takt vorgebend Fußwippen und einem ruhig abstimmenden Seitenblick zum Spielpartner.
Einen stilistischen Kontrapunkt setzte in der zweiten Hälfte gekonnt das Mika Huusari Trio aus Kotka. Die Formation aus Greifswalds finnischer Partnerstadt bot souverän und mit einer gehörigen Portion Spielwitz Jazzstandards, Latin, estnische Folklore und natürlich auch Finnischen Tango dar. Mika Huusari (Akkordeon), Jarkko Puro (Flöte/ Gesang) und Petri Mäkiharju (Kontrabass) präsentierten gewinnend die seit den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts in Nordeuropa bestehende Tradition des Akkordeons als Jazzinstruments. Mit Mary Hopkins „Those were the days“ und Dave Brubecks „Nomad“ legte die Combo davon bestens Zeugnis ab. Gerade dann, wenn es nicht wie nach der altbekannten Platte klingt.
Ins Herz schloss an diesem Abend das Nordische Klang-Publikum allemal beide Gruppen, dankte ausgiebig mit Beifall und erhielt im Gegenzug eine jeweils dufte Zugabe. Nicht allein das. Das finnische Trio würdigte mit „Mona Lisa“ seine Festivalbetreuerinnen freundlichst. Und das als letztem Beitrag des Abends. Geschrieben von Uwe Roßner
von Archiv | 05.05.2008
Die Kirchenmusikdirektorin (KMD) Anneliese Pflugbeil feiert am vergangenen Samstag ihren 90. Geburtstag. Mit einem Empfang und einem für sie ausgerichtetes Festkonzert.Heute empfängt sie der Oberbürgermeister Dr. Arthur König im Rathaus. Dann darf sie sich für ihre Verdienste in das Goldene Buch der Stadt Greifswald eintragen.
Anneliese Pflugbeil ist die Mutter der Bachwoche. Zusammen mit ihrem Mann Hans gründete sie 1946 das Musikfestival, das im Laufe der Zeit zu einer festen und landesweiten Kulturinstitution wurde. Dank einer treuen Bachwochengemeinde. „Es war eine schöne Zeit und wir hatten Glück“, meint die rüstige Ehrenprofessorin der Ernst-Moritz-Arndt-Universität rückblickend über die ersten Jahre. „Die Leute waren so begeistert und froh, nicht an Heizung, Essen oder Wohnung denken zu müssen“, erinnert sie sich. Nicht allein das. Die gebürtige Stettinerin fand in Greifswald den Platz, um wieder ein kirchenmusikalisches Seminar der Pommerschen Evangelischen Kirche zu gründen.
An einem kalten und sehr schneereichen Januartag reiste sie zu einem Gastvortrag des Musikwissenschaftlers Prof. Blume extra aus ihrer Heimatstadt an. Die Pracht des in Schnee eingehüllten Domes inmitten des vom Krieg verschonten Ortes berührte die damals junge Frau sehr. „Hier ist der richtige Platz, hier werde ich bleiben“, dachte sie damals. Seit 1939 gab es in Stettin eine kirchenmusikalische Ausbildung.
Seit 1941 unterrichtete die Theo Blaufuß-Schülerin dort als Dozentin für Klavier. An der Greifswalder Universität gab es bereits von 1927 bis 1940 eine vergleichbare Einrichtung. Anneliese Pflugbeil wirkte nachhaltig in Greifswald. Trotz anfänglicher Wohnungssuche für Schüler und den ersten und damals bescheiden ausgestatteten Lehrbetrieb im Lutherhof. „Es war eine wunderschöne Arbeit“, gesteht Anneliese Pflugbeil. Denn unterrichtet habe sie immer sehr gern. Selbst heute können Studierende mit Fragen zu ihr kommen.
Als Lehrkraft für Klavichord und Liedbegleitung betreut sie am heutigen Institut für Kirchenmusik und Musikwissenschaft noch einen Schüler, der kurz vor dem Abschluss steht. Vor zwölf Jahren wurde das Seminar mit dem Institut für Musikwissenschaften zusammengelegt. Somit gehörte es zur Universität „Ein guter Schritt“, befindet Anneliese Pflugbeil. Allerdings hätten die Gerüchte über einem möglichen Umzug nach Rostock während der letzten Zielvereinbarungen zwischen Land und Universität vor ein paar Jahren dem Haus nicht gut getan. „Ein paar mehr Kirchenmusiker wären schön“, wirft Anneliese Pflugbeil ein. In Greifswald gebe es gute Studienbedingungen und die meisten der Absolventen hätten bisher immer eine volle Stelle bekommen.
„Ich freue mich, dass es die Bachwoche immer noch gibt und weiterhin geben wird“, fügt Anneliese Pflugbeil hinzu. Gerade dank des Engagements von Prof. Jochen A. Modeß, dem heutigen Künstlerischen Leiter. Bis 2001 eröffnete die begnadete Bachinterpretin am Klavichord die Greifswalder Bachwoche mit einem Konzert. Ein stets besinnlicher Auftakt, um auf das danach Kommende hinzuführen.
Die Liebe zur Musik verdankt sie der Mutter mit ihrem schönen und geschmackvollen Sopran. Dies konnte sie zusammen mit ihrem Mann innerhalb ihrer Familie weitergeben. Nicht allein das. Das tägliche Musizieren pflegt Anneliese Pflugbeil bis heute und mit Freude. Vieles davon auswendig. Denn die etwas ermüdeten Augen machen das Einstudieren neuer Stücke nicht leicht. Und: immer wieder Bach.
Etwas länger schlafen zu können, in die Stadt zu gehen und sich abends gern etwas Schönes anzuhören oder anzusehen, macht zudem ihren Tagesrhythmus aus.
Eines erfüllt sie dabei dennoch mit Sorge: Die Kirche schätze den Stellenwert der Kirchenmusik oft nicht richtig ein. Meistens würde dort bei Kürzungen zuerst gespart. „Das ist ein schwerer Fehler“, befindet Kirchenmusikdirektorin. Nicht allein das. Denn insgesamt und grundsätzlich sei es heutzutage dringend nötig, Kinder und Jugendliche wieder an gute Musik heranzuführen.
Geschrieben von Uwe Roßner
von Archiv | 05.05.2008
Eine Nacht, ein Fluss, ein Boot, ein Ex-Autor, eine Frau und cirka sieben Freunde. Das sind die Zutaten für den Ausgangpunkt der Erzählung „Die morawische Nacht“ von Peter Handke. Eine Erzählung auf 560 Seiten, auf denen nicht viel passiert. Aber das „Nicht viel“ ist so gut, dass sich jede Seite lohnt. „Die morawische Nacht“ von Peter Handke.
Ein „ehemaliger Autor“ ruft eines Nachts seine Freunde zusammen, sechs oder sieben an der Zahl. So wichtig ist das nicht, so wichtig ist auch nicht, wie sie heißen oder wer sie sind. Wichtig ist nur, dass sie zuhören, was der „Gastgeber“ ihnen in dieser Nacht auf seinem Boot mit dem Namen „MORAWISCHE NACHT“ zu erzählen hat. Der Ex-Autor berichtet von einer Reise durch Europa. Nein, er berichtet nicht, es ist vielmehr eine Schilderung und die Reise führt ihn nicht nur durch Mitteleuropa, sondern auch durch sein Leben. Und eigentlich ist die Reise auch gar keine Reise, sondern eine Flucht, eine Flucht vor einer Frau, die ihn zu sich selbst führt. Dabei stechen immer wieder die Affinitäten zu dem Leben des realen Schriftstellers, zu Handke selbst, ins Auge.
Vertraute Ferne
Das erste Ziel der Reise ist die kroatische Insel Krk („der ehemalige Autor“ nennt sie Cordura), auf der Handke seinen Debütroman verfasst und die erste große Liebe erlebt hat, die er dort auch wiedertrifft. Die nächste Station, die spanische Stadt „Numancia“, lässt ihn als Gast an einem Symposium für Lärmgeschädigte teilnehmen. Weiter geht es in den Harz zum nicht mehr vorhandenen Grab seines Vaters. Auf dem Weg in sein österreichisches Geburtsdorf nimmt er noch an einem „Weltmaultrommeltreffen“ teil, trifft auf den toten „Zaubermärchenschreiber“ Ferdinand Raimund und begegnet einer Reihe außergewöhnlicher Gestalten auf einer„Alten Straße“. In seinem „Stammdorf“ angelangt, spricht ihn seine Mutter im Traum frei von jeglicher Schuld an ihrem Selbstmord, bevor er zurückkehren kann in sein Hausboot auf der Morawa. Auf den Stationen seiner Reise hat der „Ex-Autor“ immer wieder ein Stück Balkan gefunden. Als er nun in Porodin ankommt erkennt er jedoch seinen Balkan nicht wieder. Zu viel hat sich verändert während seiner Abwesenheit.
Detailansicht
Die Erzählung erlaubt Einblicke, Einblicke in Handkes Leben. Vom Schreiben über das problematische Verhältnis zu Frauen bis hin zu seinen politischen Verstrickungen in den ehemaligen Vielvölkerstaat Jugoslawien. Es geht um Träume und Europa, um die Liebe und die Einsamkeit. Mit teils tiefem Schmerz aber auch einer Prise Selbstironie führt der Autor durch seine Vergangenheit, die sich auf den einzelnen Stationen wiederfindet. Zwischendurch hängt die Handlung zwar ab und zu fest, der Leser wird in diesen Pausen jedoch mit so genussvollen „Großaufnahmen“ gefüttert, dass es der Erzählung nicht schadet. Sei es das kaum merkliche Winken eines Mädchens im Balkan, sei es der Schmetterlingsflug oder die Beobachtungen von Händen am Lenkrad. Nach der Lektüre der morawischen Nacht, wird man die Welt mit anderen Augen betrachten.