Zwischenergebnisse der Verkehrsumfrage verfügbar

Die Stadt Greifswald führte im Mai eine schriftliche Befragung der Bevölkerung zur Verkehrsmittelwahl durch. Dazu wurden 2.500 zufällig gewählte Haushalte angeschrieben. Diese sollten an einem vorgegebenen Stichtag Angaben zu den zurückgelegten Wegen machen.

520 Haushalte haben reagiert und so Antworten von 1.069 Personen geliefert. Damit wurde sofort ohne aufwendige Nacherhebung die angestrebte Stichprobengröße von 1.000 geschafft. Einige Antworten waren allerdings nicht vollständig, wurden aber dennoch berücktsichtigt.

Nun sind die ersten Ergebnisse der Auswertung verfügbar. Einige hundert Stunden Arbeit stecken inzwischen in der Datenerfassung, -eingabe und -auswertung, an der auch Studierende der Geographie beteiligt sind.

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Greifswalds Knotenpunkt Nummer 1: Die Europakreuzung

In einem allgemeinen Teil der Befragung wurden Daten über den Haushalt abgefragt. 40 % der Haushalte bestehen aus nur zwei Personen, die durchschnittliche Haushaltsgröße beträgt 2,4 Personen. Interessant ist, dass mehr Frauen als Männer antworteten. 45,9 % der Antworten kamen von Männern. Das liegt unter dem Anteil der Männer an Greifswalder Gesamtbevölkerung von 47,2%.

Junge Leute haben öfter geantwortet

Auch der Anteil der jungen Bevölkerung (bis 30 Jahre) an den Antworten war höher als an der Gesamtbevölkerung. 13,3% der Antworten stammten von unter 15-jährigen Personen. Der Anteil dieser Gruppe an der Bevölkerung liegt bei 11%. Die Altersgruppe der 20- bis 30-jährigen hat einen Anteil an der Gesamtbevölkerung von 21,4%, an der Befragung lag der Anteil bei 23,7%. Die Gruppe der Personen über 65 Jahre war dagegen unterrepräsentiert.

Ca. 39% der Antwortenden gehen einer Voll- oder Teilzeitbeschäftigung nach, 18% sind im Ruhestand, 16% Studierende, 8,2% SchülerInnen, 7,5 nicht eingeschulte Kinder und 4,25% befinden sich in Ausbildung.

In Greifswald gibt es weniger Autos

Im Vergleich mit dem Bundesdurchschnitt sind die Haushalte in Greifswald weniger motorisiert. Über 30% der Haushalte in Greifswald haben keinen PKW zur Verfügung. Deutschlandweit sind es nur 20%. Dafür haben 84% der Befragten einen PKW-Führerschein (Deutschland: 87%).

Der wichtigste und spannendste Teil der Befragung handelte von den zurückgelegten Wegen. Dazu sollten die Befragten an einem Stichtag alle privaten Wege mit Start- und Endpunkt sowie Zeiten und den verwendeten Verkehrsmitteln dokumentieren.

983 Personen waren an den Stichtagen mobil und legten insgesamt 3.570 Wege zurück. Pro Person sind das 3,6 Wege. Der Hauptgrund für das Zurücklegen eines Weges war mit 27% die Versorgung der eigenen Person oder des Haushalts. Erst an zweiter Stelle folgt mit 22% der Weg zum Arbeitsplatz.

Verkehrsbefragung Wegezwecke

Danach kommt mit 13% Freizeit ohne Sport (z.B. Private Besuche, Aufenthalte im Garten und der Besuch von Gaststätten und Kultureinrichtungen). Der viertwichtigste Wegezweck mit 10% ist der Besuch der Universität.

Nun soll die Auswertung weiter ins Detail gehen. Es geht um die Frage der Verkehrsmittelwahl. Auch sollen die Länge und Dauer der zurück gelegten Wege oder die Mobilität verschiedener Personengruppen analysiert werden. Außerdem deutet sich eine kleine Sensation bei der Verkehrsmittelwahl an. Diese muss allerdings noch verifiziert werden.

Die ausgeschriebenen Preise für Teilnehmende der Befragung wurden inzwischen ausgelost und sollen in den nächsten Wochen verschickt werden.

Diagramm: Dr. Ruth Bördlein
Foto: Marco Herzog

„Der Widerspenstigen Zähmung“ am Museumshafen

Nachdem die öffentlichen Diskussionen um das Theater Vorpommern anscheinend langsam zum Erliegen kommen, hat am vergangenen Freitag einer der Höhepunkte des hiesigen Schauspielbetriebs begonnen. Die Ostseefestspiele starteten auf der Bühne am Greifswalder Museumshafen mit der Aufführung von William Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“.

Noch 17 Mal wird das Ensemble Shakespeares Komödie in diesem Sommer aufführen und man kann nur dazu raten, sich diese Gelegenheit nicht entgehen zu lassen. Denn was hier gezeigt wird, ist bestes Unterhaltungstheater. Ein bisschen wie im klassischen Popcorn-Kino stellt sich zwar die Frage nach dem nachhaltigen Wert des eigenen Theaterbesuches – unterhalten wird man aber hervorragend und damit eben doch auch nachhaltig.

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In einem hinzugedichteten Prolog stimmt das Ensemble die Zuschauer auf den Abend ein.

In Shakespeares Komödie, dessen Ursprungsversion auf das Jahr 1594 datiert wird, dreht sich einmal mehr alles um die Liebe und ihre oftmals verworrenen Wege. Dabei werden besonders die Geschlechterrollen in den Mittelpunkt gerückt. In Anlehnung an klassische italienische Lustspiele spielt aber auch das menschliche Streben nach Macht und Reichtum eine Rolle.

Schlagfertigkeit und Verwechslungen (mehr …)

Ordnungsamt versteigert Fahrräder

Am Mittwoch dem 24. Juni versteigert das Greifswalder Ordnungsamt rund 80 Fahrräder, die im vergangenen Jahr im Fundbüro abgegeben, aber nie abgeholt wurden.

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Mehr als 80 Räder wurden gefunden, aber offenbar nicht vermisst.

Die Versteigerung beginnt um 11 Uhr vor dem Ordnungsamt in der Spiegelsdorfer Wende Haus 1. Bereits ab 9 Uhr hat man die Gelegenheit sich die zu versteigernden Fundstücke dort genauer anzusehen und schon mal einen Favoriten auszusuchen. Die Stadt weist in ihrer Pressemitteilung extra darauf hin, dass die Bezahlung der ersteigerten Räder sofort erfolgen muss.

Foto: Cornelia Bertram via www.jugendfotos.de

Bahnparallele – Erste Schäden und Sicherheitsmängel

Keine sieben Monate nach der Eröffnung des jüngsten Prestigeobjektes der Stadt scheint die Bahnparallele bereits sanierungsbedürftig. An Bauelementen entlang des Fuß- und Radweges am Bahnhofsvorplatz und der Fleischerwiese platzt die Oberfläche großflächig ab. Dabei lösen sich handgroße Stücke genauso, wie kleinere Teilchen.

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Wenige Monate nach der Eröffnung der Anlagen platzt die Oberfläche an den Geländern bereits auf

„Das sieht wirklich schäbig aus!“, bemerkt ein interessierter Fussgänger, beim Passieren des entsprechenden Teilstückes. Doch nicht nur das. Sollten die Bruchstücke durch Wind und Wetter auf den Fuß- und Radweg gelangen, würde dies ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen. Durch das kurvenreiche Gefälle können insbesondere Fahrräder beim Überfahren ins Rutschen oder Schleudern geraten. Wie kann das sein? Immerhin hat die gesamte Anlange über 22 Millionen Euro verschlungen – da sollte man annehmen dürfen, dass sämtliche Teile stabil und wetterfest sind.

webMoritz.de hat bei der Stadt nachgefragt und erhielt folgende Antwort:

„ …[es handelt] sich offenbar um die Bereiche, die von der Baufirma Porr im Rahmen ihrer Ausbesserungsarbeiten (Sichtbeton) mit Reparaturmörtel nachträglich beschichtet wurden. Dies ist ein Mangel, der schon im März der Firma angezeigt wurde. Die Firma Porr hat nach zweifacher Aufforderung nun endlich ein Konzept zur Nachbesserung vorgelegt. Dieses wird derzeit durch die Bauoberleitung geprüft.“

Die Stadt sieht allerdings kein Sicherheitsproblem durch diesen Umstand.

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Hunderte Schrauben stehen bis zu 2cm über

Was ist, wenn es tatsächlich zu einem Sturz oder Unfall kommt? Nicht nur das oben genannte Szenario ist denkbar. Vor allem bei Regen oder Glätte bräuchte es kaum Fremdeinwirkung für einen Unfall von Passanten und / oder Fahrrädern. In diesem Fall droht schon die nächste Gefahr.

Hunderte Befestigungsschrauben der Geländer ragen überlang und scharf aus dem Boden heraus – auch auf Kopfhöhe und Körpernähe. Normalerweise wäre zu erwarten, dass die Schrauben glatt und bis zum Boden abgeschnitten sind, allerdings ist dies nur bei einigen geschehen.

Zusätzlich haben wenige Schrauben Schutzkappen erhalten. Es scheint, als ob mit diesem Vorgang nur angefangen wurde, und nach nur wenigen Geländern die Arbeit eingestellt wurde. Durch die hohe Anzahl Schrauben an sämtlichen Anlagen ist das Risiko, sich zu Verletzen, sogar verhältnismäßig hoch. Der ästhetische Aspekt spielt da nur eine nebensächliche Rolle.

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Warum haben nicht alle Schrauben solche Schutzkappen erhalten?

Auch hierzu nahm die Stadt Stellung:

„Die Fußpunkte der Geländer sind entsprechend der Richtzeichnungen (ZTV-ING) ausgeführt. Abhängig von der Größe der Kräfte werden die Fußplatten und deren Verankerung bemessen. Je nach Wahl der Art der Verankerung (hier Verbundanker) ist herstellungsbedingt ein Überstand des Ankers über die Mutter von 1,00 bis 1,50 cm erforderlich. Abdeckkappen sind gem. ZTV-ING nicht vorgeschrieben.“

Bleibt die Frage: Warum diese Unregelmäßigkeiten? Immerhin sind einige „Verbundanker“, bis zur Mutter abgeschliffen, obwohl ein Überstand des „Ankers“ erforderlich ist. Liegt hier die eigentliche Gefahr? Und selbst wenn die Schutzkappen nicht vorgeschrieben sind, kann eine Kollision zu erheblichen Verletzungen führen. Es bleibt dabei: „Nach Aussage der Planer und Bauleitung entspricht die Ausführung den geltenden technischen Regeln.“

Fotos: J. Faulbrück

Der webMoritz dankt Leser M. für den Hinweis auf diese Probleme.

Grüne werfen Bürgermeister Kohlekraft-Lobbyismus vor

konig1Im Zuge der Debatten um das umstrittene Steinkohlekraftwerk in Lubmin gründete der Unternehmerverband Vorpommern Anfang März diesen Jahres den „Rat für Technik, Energie und nachhaltige Entwicklung in Vorpommern“. Auch Greifswalds Oberbürgermeister (OB) Dr. Arthur König ist Mitglied des Rates, doch bis heute sind kaum Einzelheiten über die Organisation an die Öffentlichkeit gedrungen. Der Vorsitzende, Ex-Wirtschaftsminister Otto Ebnet (SPD), erklärte gegenüber Ostseewelle HIT-RADIO, man wolle Werbung für die Region machen und dabei Vorhaben in den Bereichen Infrastruktur, Tourismus, Energie und Forschung voranbringen.

Doch in der Greifswalder Bürgerschaft scheint die tatsächliche Aufgabe dieses Rates umstritten. Die Grünen erheben nun den Vorwurf, es handle sich dabei um reine Lobby-Arbeit für das Steinkohlekraftwerk Lubmin. OB König wird seitens der Grünen nun der Vorwurf gemacht, dass er mit seiner Mitgliedschaft gegen das beschlossene Klimaschutzprogramm für Greifswald verstoße. Daher hatte die Fraktion GRÜNE/ok eine Anfrage an den Bürgermeister gestellt. Unter anderem wollte man von Dr. König wissen: (mehr …)