Am 12. September findet der Gesundheitstag 2023 der Universität Greifswald statt. Neben spannenden Impulsvorträgen, sportlichen Aktivitäten und gemeinsamem Grillen könnt ihr miteinander ins Gespräch kommen und sowohl physische als auch psychische Gesundheit für einen Tag besonders in den Fokus rücken lassen.
Der Gesundheitstag 2023 steht unter dem Motto „gemeinschaftlich – nachhaltig – gesund“ und fokussiert sich dabei ganz auf das eigene Wohlbefinden. Von 10 bis 16 Uhr soll eine Vielzahl an Angeboten Studierende und Mitarbeitende dabei unterstützen, die eigene Gesundheit nachhaltig zu fördern und für das Thema zu sensibilisieren. Dabei gibt es neben dem Markt der Möglichkeiten mit verschiedenen Infoständen auch Sportangebote wie Yoga und Sportspiele. Außerdem bekommt ihr die einmalige Gelegenheit, ein Wirbelsäulenscreening machen zu lassen, Beweglichkeit und Stresslevel zu messen oder bei einer Bio-Impedanzanalyse auszuprobieren, wie euer eigener Körper genau zusammengesetzt ist.
Unter anderem werden auch Impulsvorträge auf verschiedene Themen wie kollegiale Suchtberatung, Konfliktmanagement oder Prokrastination eingehen. Darüber hinaus könnt ihr in Workshops wie „The Working Mind“ hineinschnuppern und z.B. einen Einblick in das Thema der Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen im beruflichen Kontext erlangen. Und wen eher die kulinarische Seite anzieht, ist eingeladen, zur Mittagspause oder zum gesunden Grillen vorbeizuschauen (bitte mit eigenem Besteck, Teller, Gemüsemesser und Brett im Gepäck).
Die Teilnahme gilt für Mitarbeitende der Universität als Arbeitszeit, ausgenommen Mitarbeitende in der Universitätsmedizin. Organisiert wird der Tag übrigens von der Gesunden Uni, die sich aus dem Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM), und dem Studentischen Gesundheitsmanagement (SGM) zusammensetzt.
Hier findet ihr eine Übersicht des Programms. Für die Uhrzeiten sowie weitere Informationen und Anmeldungen schaut bitte hier vorbei.
Auf dem Sportplatzgelände
Markt der Möglichkeiten mit vielen Infoständen
Mini-Symposium – Impulsvorträge
Gesundes Grillen – 2 Durchgänge (mit Anmeldung)
Smoothie-Bike
Mobee-Fit Beweglichkeitsmessung (mit Anmeldung)
Sportspiele
Tobezeit des Famiienservice
Wasser für alle von den Stadtwerken
Im Bürogebäude des Hochschulsports Hans-Fallada-Str. 11
Bewegtes mobiles Arbeiten – ein Raumkonzept
Bio-Impedanzanalyse (mit Anmeldung)
Ergonomische Arbeitsplatzberatung
Impfberatung
Stressmessung
Wirbelsäulenscreening (mit Anmeldung)
Im Sporthallengebäude
Fitnessstudio Einweisung (mit Anmeldung)
Workshop: The Working Mind (mit Anmeldung)
Yoga (mit Anmeldung)
Das Wichtigste auf einen Blick: Was? Gesundheitstag 2023 Wann? am Dienstag, den 12. September, von 10 bis 16 Uhr Wo? Hans-Fallada-Straße 11 (auf dem Sportplatz und in den Sport- und Büroräumen) Programm? Das Programm findet ihr hier (Anmeldungen sind bis einschließlich 08. September möglich)
2021/2022 nahmen die Menschen in Deutschland laut Statista im Jahr 34,8 Kilogramm Zucker zu sich, was einem täglichen Verzehr von ca. 95 Gramm entspricht. Die WHO empfiehlt jedoch, nicht mehr als 50 Gramm Zucker pro Tag zu verzehren. Sie raten sogar eher, den Zuckerkonsum auf 25 Gramm pro Tag zu reduzieren, was etwa 6 Teelöffeln entspricht. Zu viel Zucker kann langfristig verschiedene gesundheitliche Probleme nach sich ziehen, wie Diabetes Typ 2, Schädigung der Leber etc. Ein großes Problem: Es gibt in vielen Lebensmitteln versteckten Zucker! In einer Tiefkühlpizza stecken beispielsweise ca. 4,5 Würfel Zucker, in einem 100g Fruchtjoghurt 4,4 Würfel Zucker. Das ist ganz schön viel, finde ich! Deshalb dachte ich mir, ich starte ein Experiment, bei welchem ich eine Woche komplett auf industriellen Zucker verzichte (nicht jedoch auf frisches Obst).
Eine Woche ohne industriellen Zucker. Ich dachte zuerst, dass das ja nicht so schwer sein könnte, da ich mich eigentlich schon relativ gesund ernähre – würde ich zumindest behaupten. Zugegebenermaßen habe ich dieses Experiment schon einmal starten wollen. Als ich mich dann aber damit auseinandergesetzt habe, wo überall Zucker versteckt ist und damit, dass ich deshalb einige meiner normalen Rezepte nicht kochen könnte, war ich entmutigt und habe das Experiment erst einmal verschoben. Aber jetzt gibt es keine Ausreden mehr, diese Woche wird es in Angriff genommen!
Tag 0 – Vorbereitungen Bevor es überhaupt los ging, habe ich mich in meiner Küche auf Spurensuche nach verstecktem Zucker gemacht. Leider musste ich nicht lange suchen, bis ich etwas gefunden hatte. Nein, ich rede nicht von Schokolade oder anderen Süßigkeiten, welche ich nur ab und zu esse. Ich meine Konservendosen. Das wissen vielleicht schon einige von euch, dass in Dosen Industriezucker zu finden ist. Mir war es auch bewusst, aber hin und wieder habe ich zum Kochen trotzdem Mais, Kichererbsen, Erbsen oder Bohnen aus der Dose verwendet. Das wird für diese Woche verbannt aus meiner Küche, denn ich denke mir: Aus den Augen, aus dem Sinn! Vielleicht komme ich weniger in Versuchung, solche Lebensmittel zu mir zu nehmen, wenn ich sie gar nicht griffbereit habe. Wenn ich also jetzt etwas mit den besagten Lebensmitteln kochen möchte, muss ich die Hülsenfrüchte eben einige Stunden davor in Wasser einlegen, damit sie leichter bekömmlich sind. Das geht, aber es dauert eine gewisse Zeit und man muss schon eine Weile vor dem Kochen daran denken, sonst kann man sie nicht verwenden. Sojasauce und Tomatenmark muss ich auch aus der Küche verbannen, genauso wie natürlich Tomaten in der Dose. Bei manchen Lebensmitteln bin ich mir nicht sicher, ob natürlicher oder zugesetzter Zucker enthalten ist. Bei meiner Gemüsebrühe steht beispielsweise dabei „enthält von Natur aus Zucker“ – das finde ich bei den Tomatendosen nicht, also lasse ich sie diese Woche lieber weg. Auch bei meinem Erdnussmus ist Zucker enthalten, es steht aber bei der Zutatenliste nichts von industriellem Zucker, genauso wenig findet sich jedoch ein Hinweis, dass von Natur aus Zucker enthalten ist. Ich lasse das also auch sicherheitshalber weg. Bei der Sojasoße hingegen steht bei der Zutatenliste der zugesetzte Zucker explizit mit drauf, die wird diese Woche also auf jeden Fall nicht verwendet. Bei den Konservendosen mit Mais etc. steht zwar „natursüß, ohne Zuckerzusatz“, in den Sternchen darunter findet sich aber zu lesen: „bezogen auf das abgetropfte Produkt“. Da vertraue ich aber lieber nicht drauf, dass beim Abspülen mit Wasser auch wirklich jeglicher Zucker weggeht.
Nächster Punkt: Morgens esse ich meistens Porridge. In Mandel-, Hafer-, Soja oder den anderen Milchalternativen findet sich aber leider meistens Zucker auf der Inhaltsliste. Da ich keine Lust hatte, sämtliche Milchalternativen zu studieren, ob in diesen natürlicher Zucker enthalten war oder dieser zugesetzt wurde, entschied ich mich einfach, zuckerfreie Pflanzenmlich zu verwenden. Teilweise esse ich mein Porridge mit Banane und etwas Kakao. Leider steht auf der Verpackung des Kakaos auch Zucker drauf. Ich finde jedoch keine Hinweise, ob dieser zugesetzt ist oder von Natur aus enthalten ist, also lasse ich ihn auch lieber weg.
Nachdem ich meine Küche „entrümpelt“ hatte, machte ich mich auf die Suche nach geeigneten Rezepten für diese Woche. Beim Frühstück musste ich zum Glück nicht so viel anpassen, ich hatte in letzter Zeit eh schon darauf geachtet, zuckerfreie Pflanzenmilch zu kaufen und auf den Kakao konnte ich diese Woche auch verzichten. Manche meiner sonst üblichen Rezepte waren eher schwer umsetzbar. Nudeln mit Linsen, Karotten und gestückelten Tomaten aus der Dose koche ich eigentlich gerne. Das ging diese Woche nicht, es sei denn, ich würde die Dose mit Tomaten durch natürliche Tomaten ersetzen…vielleicht sollte ich das ausprobieren. Oder natürlich jegliche Gerichte mit Sojasauce oder Erdnussmus.
Tag 1 – Aller Anfang ist schwer Das Frühstück aus zuckerfreier Mandelmilch, Blaubeeren, Zimt und Kardamom stellte keine Probleme dar, das esse ich so normal auch öfter. Auch das Mittagessen, bestehend aus Nudeln, Tomaten, Spinat, Rucola, Lauchzwiebeln und Sprossen schmeckte mir und ich hatte nicht das Gefühl, dass ich auf etwas verzichten würde. So weit, so gut. Nachmittags hatte ich dann ein Blockseminar und unser Dozent hat Snacks und Süßigkeiten für uns mitgebracht. Das war eine wirklich nette Geste, aber ich konnte davon ja nichts essen, obwohl mich alles vier Stunden lang angelacht hat. Ich blieb jedoch standhaft, auch wenn es nicht immer leicht war; vor allem, wenn andere zugriffen und ich ihnen beim Essen der Süßigkeiten zusehen musste. Das nächste kleine Problem offenbarte sich, als mich zwei Freundinnen fragten, ob ich am Montag mit ihnen essen gehen würde. Da ich jedoch nicht wusste, welche Zutaten in dem Restaurant verwendet werden, musste ich leider absagen und habe die beiden stattdessen zu mir nach Hause eingeladen, um zusammen ein Gericht zu kochen. Mein Abendessen hat mir auch geschmeckt und ich hatte nicht das Gefühl, als würde etwas fehlen. Es gab Hirse mit Mango, Gurke, Minze und gerösteten Mandeln.
Tag 2 – Der Versuchung erfolgreichwiderstanden Mein Frühstück bestand an diesem Morgen aus Porridge mit Banane, Zimt und Kardamom, aber ohne Kakao. Heute war der zweite Teil des Blockseminars und wieder hatte der Dozent Süßigkeiten und Snacks für uns dabei…heute starrten sie mich noch länger an als gestern, aber ich konnte dennoch der Versuchung widerstehen. Ich versuchte einfach, über sie hinweg zu sehen, sie nicht zu beachten, jedoch war das nicht immer so einfach, wenn die Komiliton*innen sich etwas davon schnappten. Okay ich gestehe: Dadurch, dass ich wusste, ich darf es nicht essen, quälte mich der Anblick der Süßigkeiten mehr, als wenn ich dieses Experiment nicht durchgeführt hätte
Zu essen gab es heute die Reste von gestern. Bei meinen eigenen Kreationen habe ich bisher nicht das Gefühl, als würde ich etwas vermissen, aber es war ja auch erst der zweite Tag und ich war noch voll motiviert. Zudem war für den nächsten Tag kein Blockseminar angesetzt, ich konnte Süßigkeiten also gut aus dem Weg gehen.
Für morgen hatte ich auch schon Rezepte rausgesucht: Spinat und Pilz mit Polenta und abends sollte es einen Linsen-Eintopf geben.
Tag 3 – Aus den Augen, aus dem Sinn Mein morgendliches Porridge gab es heute mit frischen Erdbeeren und Mango. Hat mir wieder sehr gut geschmeckt! Da heute vor meinen Augen keine Süßigkeiten für mehrere Stunden platziert waren und ich die Rezepte schon herausgesucht hatte, hatte ich heute keine Probleme mit dem Zuckerverzicht. Der Spruch „Aus den Augen, aus dem Sinn“, passte somit bei mir.
Tag 4 – Kochen mit Freundinnen Das Frühstück bestand an diesem Morgen zur Abwechslung nicht aus Haferflocken, sondern aus Milchreis mit Mandelmilch, Zimt und Blaubeeren. Mittags gab es dann Linsensuppe mit Salat. Die zwei Freundinnen, die mit mir Essen gehen wollten, kamen stattdessen zum Abendessen zu mir und wir haben gemeinsam ein Spargel-Pilz-Risotto gekocht. Natürlich alles ganz ohne industriellen Zucker, dafür aber sehr lecker! Zucker oder irgendeine Süßigkeit habe ich heute nicht vermisst. Ich hatte aber auch keine Süßigkeiten vor meiner Nase stehen. Mal sehen, wie es die nächsten Tage wird!
Tag 5 – Einkaufen und Rezeptsuche Vom Milchreis habe ich extra mehr gekocht, weshalb es diesen auch heute morgen wieder mit Zimt, Kardamom, Blaubeeren und Erdbeeren gab. Heute musste ich mal wieder einkaufen gehen und mir neue Rezepte suchen. Die Rezeptsuche wurde langsam immer schwieriger, da in vielen meiner veganen/vegetarischen Rezepten Sojasoße, Erdnussbutter, Kokosmilch oder Tomatendosen verwendet werden und das einfach wegzulassen oder zu ersetzen, ist gar nicht so einfach. Ich hatte mich dafür entschieden, am nächsten Tag die vegane Linsen-Bolognese ohne die gestückelten Tomaten in der Dose zu probieren und stattdessen echte Tomaten weich zu kochen. Neben meinem Porridge mit Beeren gab es heute die Reste vom Spargel-Pilz-Risotto und vom Linseneintopf.
Tag 6– Linsen-Bolognese geht auch ohne Tomaten aus der Konservendose! Mein Frühstück bestand heute aus Porridge mit einer Banane, Kardamom und Zimt, es war wieder sehr gut! Ich muss sagen, dass ich mittlerweile den Zucker gar nicht mehr vermisse und ich habe auch kein Verlangen danach. Außerdem habe ich mich daran gewöhnt, bei Rezepten genau hinzuschauen, ob in einer Zutat versteckter Zucker enthalten sein könnte. Ich habe auch gemerkt, dass ich Dosen gar nicht brauche, denn mein Versuch, die vegane Linsen-Bolognese mit weichgekochten Tomaten zu kochen, war ein voller Erfolg! Sie schmeckte mir so sogar fast noch besser als mit den Tomaten aus der Dose, auch wenn es etwas mehr Arbeit war. Abends gab es eine Süßkartoffel-Suppe mit zuckerfreier Hafermilch.
Tag 7– Experiment erfolgreich geschafft Juhu, der letzte Tag des Experiments war gekommen! Es gab natürlich wieder Porridge, aber heute mit einer Birne. Mittags gab es die Reste der veganen Linsen-Bolognese und abends die Reste der Suppe.
Die Zeit ging dann doch schneller vorbei, als ich anfangs dachte. Als ich zu Beginn nach Rezepten gesucht und meine Küche auseinander genommen habe, kam mir das Experiment sehr kompliziert vor. Mit einer guten Vorbereitung und Durchhaltevermögen ging die Zeit dann doch relativ schnell vorbei. Aber ich freue mich jetzt auch darauf, wieder essen gehen zu können oder mal ein Eis etc. zu essen.
Fazit Was mich wirklich schockiert hat, war, in wie vielen Lebensmitteln Zucker zu finden ist und dass es durchaus schwierig ist, ihn immer zu umgehen und, dass man sich auch einschränken muss. Essengehen ist beispielsweise schwierig, da man keine Kontrolle darüber hat, ob sich irgendwo im Essen Zucker versteckt hat. Ich esse zwar nicht jeden Tag Süßes und koche auch nicht jeden Tag etwas mit Konservendosen o.ä., aber wenn man sich für eine Woche den Verzicht auferlegt, werden solche Dinge gefühlt doch schmackhafter. Es stimmt also schon, dass man durch Verbote noch mehr Verlangen nach den genau diesen Dingen hat, das habe ich bei dem Blockseminar-Wochenende selbst erlebt.
Ich habe jedoch in dieser Woche gelernt, dass man sehr wohl ohne Konservendosen auskommt und ich habe noch einmal mehr auf meine Ernährung geachtet. Komplett ohne Industriezucker auszukommen, geht also schon, aber es ist etwas mühselig, da man bis auf Gemüse und Obst jedes Produkt umdrehen und studieren muss. Außerdem darf man auch nicht essen gehen, weil man nie weiß , was sich in den Zutaten versteckt. Wo es geht, werde ich in Zukunft darauf achten, die natürlichen Lebensmittel zu verwenden, auch wenn es vielleicht mehr Arbeit macht, aber für den Körper ist es auf jeden Fall besser! Man ist schließlich, was man isst. Ich werde aber trotzdem ab und zu mit Freund*innen essen gehen und auch ab und an Kichererbsen aus der Dose essen oder Tomatenmark verwenden.
Deshalb: den Zuckerkonsum einschränken: JA! Aber nie mehr Essen gehen oder Süßes essen? NEIN!
Seit etwa 3 Wochen werden nun auch in Deutschland Menschen gegen das Coronavirus geimpft. Zunächst jedoch nur Angehörige der Hochrisikogruppen, also besonders ältere Menschen, und medizinisches Personal, um die Funktionsfähigkeit des Gesundheitssystems auch während der Pandemie gewährleisten zu können. M-V nimmt (trotz anfänglicher Pannen) bei den Impfzahlen bundesweit bisher eine Führungsrolle ein. Wir haben mit einer der ersten Personen gesprochen, die hier in Greifswald geimpft wurde.
Wie kam es, dass du zu den ersten Personen gehörst, die deutschlandweit überhaupt geimpft wurden? Ich bin Medizinstudentin und arbeite im Abstrichzentrum der Universitätsmedizin Greifswald. Die Universitätsmedizin ist aktuell in “weiße”, “graue” und “schwarze” Bereiche aufgeteilt. Der “schwarze” Bereich ist der Teil der Klinik, in dem man auf jeden Fall Kontakt zu Corona-positiv getesteten Menschen hat. Um die Mitarbeiter*innen in diesem Bereich zu schützen, wurde bei ihnen priorisiert mit den Impfungen begonnen. Das Abstrichzentrum gehört auch zum “schwarzen” Bereich. Deshalb wurde ich schon so früh geimpft.
Welchen Impfstoff hast du erhalten? Ich habe den mRNA-Impfstoff „Comirnaty“ von BioNTech/Pfizer erhalten.
Wann wurdest, bzw. wirst du geimpft und ab wann solltest du Immunität aufgebaut haben? Am 29. Dezember 2020 wurde ich das erste Mal geimpft. Drei Wochen nach der ersten Impfung wird die zweite Impfung empfohlen. Das bedeutet, für mich wird die zweite Impfung ab dem 18. Januar möglich sein, einen genauen Termin habe ich aber noch nicht. Und sieben Tage nach der zweiten Impfung sollte mein Körper dann schließlich die Immunität aufgebaut haben.
Wie lief die Planung im Voraus ab, das ging dann vermutlich plötzlich alles viel schneller als erwartet, oder? Ja, ging es! Die Universitätsmedizin hat kurz nach Weihnachten eine Online-Umfrage erstellt, bei der die Impfbereitschaft der Mitarbeiter*innen abgefragt wurde. Da konnte man sich direkt auf eine Liste setzen lassen, wenn man an einer Impfung interessiert war. Das habe ich natürlich gemacht.
Wie viel Zeit verging dann letztlich von der ersten Anfrage bis du tatsächlich geimpft wurdest? Am 27. Dezember 2020 hab ich mich auf die Impfliste setzen lassen. Einen Tag später kam schon der Impftermin für den 29. Dezember 2020 per E-Mail. Also keine 48 Stunden später war ich geimpft. Ich war selber überrascht, wie schnell das ging!
Wie lief der „Tag X“ ab? Und wie hast du dich danach gefühlt? Der Ablauf war eigentlich recht unspektakulär: Ich musste mich gesund fühlen und konnte geimpft werden. Die Termine für die Impfungen wurden sehr gut organisiert von der Universitätsmedizin. Um Menschenansammlungen zu vermeiden, haben wir Zeiträume erhalten, in denen wir vorbeikommen konnten. Deshalb waren da nie mehr als 5 oder 6 Mitarbeiter*innen zum gleichen Zeitpunkt versammelt. Ich wurde von einem Arzt auf der Intensivstation der Universitätsmedizin Greifswald geimpft. Ich muss sagen, er hat das wirklich super gemacht! Meine Laune war danach super gut – ich war sehr aufgedreht und dachte: „Das ist ein Schritt in die richtige Richtung.“
Hast du nach der Impfung Nebenwirkungen bei dir festgestellt?Falls ja, welche? Ich wurde in meinen linken Oberarm geimpft, der hat sich zwei Tage nach Muskelkater angefühlt. So vergisst man wenigstens nicht, wie sich Sport anfühlen könnte. (lacht)
Wie geht es dir jetzt? Wunderbar!
Musstest du nach der Impfung noch etwas Spezielles machen? Nein, aber ich habe mich mit meiner Einwilligung in die erste Impfung auch für die zweite Impfung verpflichtet. Das wäre ja sonst auch total die Verschwendung, zumal die Bundesregierung die Kosten für die Impfung übernimmt.
Hattest du vor der Impfung Zweifel und falls ja, wie wurde damit umgegangen? Ich selbst hatte keine großen Zweifel. Ich war jedoch etwas aufgeregt und habe mich gefragt, wie die Nebenwirkungen wohl werden. In der Online-Umfrage der Universitätsmedizin, mit der ich mich für die Impfung angemeldet habe, waren vorher wissenschaftliche Artikel zur Wirkweise und möglichen Nebenwirkungen des BioNTech-Impfstoffs aufgeführt worden. Ich habe ehrlich gesagt am Ende auf die ärztliche Aufklärung verzichtet, weil ich mich vorher selbst schon ausführlich informiert hatte. Ich kann aber verstehen, dass Zweifel aufkommen, wenn man den Wirkmechanismus hinter den Impfungen nicht versteht. Durch Informationen kann man aber wahrscheinlich die meisten Bedenken schnell relativieren.
‚Ich war sehr aufgeregt und dachte: „Das ist ein Schritt in die richtige Richtung.“‚
In den Medien war zuletzt von eher geringer Impfbereitschaft des medizinischen Personals die Rede gewesen. Haben sich Menschen aus deinem Arbeitsumfeld dagegen entschieden, die Impfung durchführen zu lassen? Unter den anderen Mitarbeiter*innen des Abstrichzentrums habe ich noch von keiner Person gehört, die sich nicht impfen lassen hat.
Was waren für dich persönlich die entscheidenden Gründe, dich impfen zu lassen? Ich bin jung und gesund. Mit einer Impfung schütze ich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mich, sondern meine Mitmenschen. Ob man infektiös werden kann trotz Impfung, ist aktuell allerdings noch nicht genau bekannt.
Hat sich durch die Impfung etwas an deinem Alltag geändert?Machst du jetzt Sachen anders als vorher? Momentan bin ich ja noch nicht immun gegen das Virus. Aber wenn sich herausstellt, dass ich nicht mehr ansteckend sein kann für andere Menschen, dann werde ich nach Hause fahren und meine Familie wiedersehen. Bei denen war ich seit über 7 Monaten nicht mehr. Die haben sich auch sehr gefreut, als sie gehört haben, dass ich zu den ersten Leuten gehöre, die geimpft wurden! Mit der Familie werden wir Weihnachten nachfeiern, das hatten wir dieses Jahr wegen Corona verschoben. Auch, weil ich über die Feiertage hier im Abstrichzentrum gearbeitet habe.
Das ist ein interessantes Thema, das du gerade angesprochen hast: Was hältst du von der aktuellen Debatte über Sonderrechte für Geimpfte? Sehen wir bald Reisebusse voller geimpftem medizinischem Personal und Rentner*innen? Kritisches Thema. Das wird ja momentan heiß diskutiert. Rechtlich sieht es aktuell so aus, dass man die Geimpften nicht mehr einschränken darf, wenn sie nicht infektiös sein können – aber ob man nicht trotz Impfung Überträger*in sein kann, weiß man leider noch gar nicht momentan. Und ich hoffe in Zukunft auf viele gefüllte Reisebusse, aber nicht nur gefüllt mit medizinischem Personal und Rentner*innen! Diese Personengruppen sind ja nur der Anfang. Ich hoffe in naher Zukunft auf eine Impfung für alle, die sie sich wünschen – damit meine Elektro-Partys wieder stattfinden! (zwinkert)
Worauf freust du dich nach der Pandemie am meisten? Ich möchte unbedingt wieder neue Menschen kennenlernen, zu Elektro-Partys gehen und etwas eskalieren.
Möchtest du Impfskeptiker*innen noch etwas sagen? Falls ja, hier ist deine Chance! Vielleicht sehen wir uns ja nochmal auf der Intensivstation, falls es da dann noch Plätze gibt. Da kann ich bestimmt bald nochmal ein Praktikum machen, wenn ich immun bin! (lacht)
Und zum Abschluss natürlich die wichtigste Frage: Welches Microsoft-Produkt hast du nach der Impfung als erstes gekauft, bzw. planst du zu kaufen? Da ich seit Kindheitstagen regelmäßig und nach Impfpass gechippt werde, besitze ich schon ewig ein Microsoft-Office-Abonnement! Das habe ich nochmal verlängert. Ist aber auch einfach praktisch. (zwinkert)
Das Interview wurde ganz regelkonform über einen Telegram-Chat geführt.
Die Impfungen gegen das Coronavirus haben in Mecklenburg-Vorpommern begonnen. Der Landesgesundheitsminister Harry Glawe hält sogar eine Durchimpfung der Bevölkerung in MV bis zum Sommer für realistisch. Aber was für Impfstoffe stehen aktuell überhaupt zur Verfügung und wie funktionieren sie eigentlich? Bei all den Informationen der letzten Wochen und Monate kann man leicht den Überblick verlieren. Deshalb kommt hier der Informationsartikel für diejenigen unter euch, die den Nadelwald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen können.
Was soll die Impfung bewirken?
Das grundsätzliche Ziel einer (aktiven) Impfung ist es, den Körper bereits vor einer Ansteckung mit den wichtigsten Eigenschaften des Erregers „bekannt zu machen“, damit das Immunsystem beim Eintreten einer Infektion das Virus direkt erkennen und sofort spezifische Abwehrmechanismen zur Verfügung stellen kann, wodurch es im Optimalfall gar nicht erst zum Krankheitsausbruch kommt. Bereits sehr früh war im Zusammenhang mit SARS-CoV2 vom sogenannten „Spike-Protein“ die Rede. Dabei handelt es sich um ein Protein auf der Oberfläche der Virushülle, mit dessen Hilfe das Virus an menschlichen Zellen andocken kann. Dieses Protein selbst ist für Menschen zwar nicht schädlich, es ist aber essentiell, damit das Virus in unsere Körperzellen eindringen, sich vermehren und seine schädigende Wirkung in unserem Körper entfalten kann. Ohne das Spike-Protein wäre das Virus machtlos. Dementsprechend war und ist es als wichtige Struktur des Virus der erste Ansatzpunkt für die Impfstoffforschung. Es bietet nämlich vor allem einen Vorteil: Viren sind, wie sich in Großbritannien (und inzwischen auch in Deutschland) aktuell leider eindrucksvoll zeigt, anfällig für Mutationen. Das ist ein Problem, weil die Impfung im Nachhinein nicht einfach so verändert werden kann und somit nie alle Mutationen abdecken wird. Dieses Problem kann aber elegant umgangen werden, indem eine Zielstruktur ausgesucht wird, die unbedingt notwendig für die krankmachende Wirkung des Virus ist. Im Fall von SARS-CoV2 ist das das Spike-Protein. Die Impfung deckt also alle Varianten des Virus ab, die in der Lage sind, die Körperzellen zu befallen. Alle größeren Mutationen, die das Spike-Protein selbst betreffen, sorgen umgekehrt auf natürliche Weise dafür, dass das Virus nicht in die Zellen eindringen kann, wodurch wir nicht mehr krank werden können und sind für die Impfung somit irrelevant. Auf diese Weise soll mithilfe der Impfungen ein möglichst großer Teil der Bevölkerung gegen das Coronavirus immunisiert werden, um die Ausbreitung des Erregers zu verhindern.
Auch verantwortlich für die markante Erscheinung des SARS-CoV2: Das Spike-Protein auf der Oberfläche der Virushülle
Wie kann unser Körper durch die Impfung Immunität aufbauen?
Unser Immunsystem ist in der Lage, körperfremde Strukturen (Antigene) zu erkennen, mit Immunzellen darauf zu reagieren und außerdem selbst passende Proteine (Antikörper) zu produzieren, um einer Infektion entgegenzuwirken. Genau das passiert auch bei der Virusinfektion selbst. Bis im Körper passende Antikörper entwickelt und in großer Zahl gebildet werden können, vergeht allerdings Zeit, die dem Virus die Möglichkeit gibt, sich bis dahin zunächst stark zu vermehren und somit die Krankheitszeichen auszulösen. Deshalb wird bei konventionellen, sogenannten „Totimpfstoffen“ nicht das komplette Virus verabreicht, sondern nur die, für sich genommen unschädlichen, Ziel-Antigene selbst, im Fall von SARS-CoV2 also das Spike-Protein. Daraufhin reagiert das Immunsystem auf dieses Protein, ohne die Gefahr einer tatsächlichen Infektion. Wegen der Immunreaktion kann es in den ersten Tagen nach der Impfung jedoch zu leichten Krankheitssymptomen wie Müdigkeit, Kraftlosigkeit und leichtem Fieber kommen, denn das Immunsystem arbeitet daran, das Antigen abzuwehren und sich auf künftige „Angriffe“ entsprechend vorzubereiten. Es lernt, was bei der Abwehr dieses Mal gut funktioniert hat und kann deshalb bei einer echten Infektion sofort deutlich effizienter reagieren und damit im günstigsten Fall dafür sorgen, dass sich die Viren im Körper gar nicht ausreichend vermehren können, um Krankheitszeichen auszulösen oder sogar an andere Menschen weitergegeben zu werden. So weit zur Theorie. Von mehreren Unternehmen wird an der Entwicklung solch eines konventionellen Impfstoffs gearbeitet, leider ist es aber gar nicht so einfach, bestimmte Proteine künstlich isoliert herzustellen. Die Entwicklung geeigneter Verfahren ist zeitaufwändig, was gerade aktuell ein besonders wichtiger Faktor ist. Außerdem ist sie gar nicht unbedingt notwendig, weil unserem Körper alle notwendigen Bestandteile zur Produktion von Proteinen bereits selbst zur Verfügung stehen (ein Umstand, den sich übrigens auch das Virus bei einer Infektion zu Nutze macht). Hier kommen nun also zwei weitere, zuletzt sehr medienwirksame, Begriffe ins Spiel, nämlich die „mRNA“ (= messenger ribonucleic acid, deutsch: Boten-Ribonukleinsäure) und die sogenannten „Vektorimpfstoffe“.
Was ist das Besondere an einer mRNA-Impfung?
Anders als die DNA, auf der unsere Erbinformationen im Zellkern permanent gespeichert sind, dient die RNA (die eine Art Kopie kürzerer DNA-Abschnitte ist) im menschlichen Körper nur zur vorübergehenden Informationsübermittlung für ganz spezifische Aufgaben. Im Fall der mRNA ist diese Aufgabe die Weitergabe des Bauplans von Proteinen an die Ribosomen, an denen dann im Zellplasma die Herstellung dieses Proteins erfolgt. Wenn dort menschliche Proteine hergestellt werden, kann man sich die mRNA also wie eine kopierte Anleitung aus einem großen Heimwerkerbuch (der menschlichen DNA) vorstellen, auf deren Grundlage in einer Werkstatt (Ribosomen) dann ein bestimmtes Bauteil hergestellt wird. Bei einer mRNA-Impfung wird den Geimpften ein Bauplan für das Spike-Protein injiziert, der zuvor aus dem Heimwerkerbuch von SARS-CoV2 herausgesucht und dann kopiert wurde. Die körpereigenen Zellen stellen auf der Grundlage dieses Plans das Protein her, wodurch die bereits erwähnte Immunreaktion mit den möglichen leichten Nebenwirkungen in Gang gesetzt wird. Eine große Sorge vieler Menschen ist, dass durch den mRNA-Impfstoff das menschliche Erbgut, also die DNA verändert werden könnte. Übertragen auf das obige Beispiel würde das bedeuten, dass jemand die Anleitung aus einem anderen Buch (körperfremder RNA-Impfstoff) in unser Heimwerkerbuch (körpereigene DNA) schreiben würde. Dafür wäre jedoch ein Stift nötig (ein bestimmtes Enzym, die reverse Transkriptase), der in unserem Körper nicht vorhanden ist, denn wir bauen nur und schreiben nicht. Hinzu kommt, dass die geimpfte mRNA bereits im Zellplasma (an der Werkstatt) wieder abgebaut wird und somit gar nicht in die Nähe der DNA im Zellkern (der Bibliothek) kommt. Daher ist eine Veränderung des Erbgutes durch die geimpfte RNA praktisch ausgeschlossen. Die mRNA kann sich nicht einmal in den menschlichen Zellen vermehren und sobald die geimpfte Menge abgebaut wurde, können daher sogar die ungefährlichen Spike-Proteine nicht mehr hergestellt werden (bis erneut die entsprechende mRNA als Impfung verabreicht wird). Bei den beiden bisher einzigen in Deutschland zugelassenen Vakzinen „Comirnaty“ (BioNTech/Pfizer) und „Moderna“ (Moderna Biotech) handelt es sich um solche Impfstoffe. Spannend ist, dass diese beiden Vakzine die ersten mRNA-Impfstoffe überhaupt sind, die zur Anwendung an Menschen zugelassen wurden. Da es jedoch keinen Anhalt für eine Gefährdung durch derartige Impfstoffe gibt, war es aufgrund der beschriebenen Vorteile gegenüber konventionellen Impfungen vermutlich nur eine Frage der Zeit, bis auch für eine andere Krankheit die ersten mRNA-Impfstoffe zugelassen worden wären. Nun ist der Situation geschuldet eben SARS-CoV2 der Pionier in der Impfstoffforschung geworden.
An der Entwicklung einer Impfung sind viele Fachrichtungen beteiligt.
Was ist das Besondere an Vektorimpfstoffen?
Ein Problem bei der Anwendung von mRNA-Impfstoffen ist die Kurzlebigkeit der RNA im menschlichen Körper. Die Impfung würde sofort einfach abgebaut werden und die Proteine könnten nicht hergestellt werden, wodurch eine Immunisierung unmöglich wäre. Um das zu verhindern, gibt es verschiedene Lösungsansätze. Bei den gerade erwähnten Impfstoffen wird die RNA durch Lipidhüllen (Hüllen aus Fettsäuren) geschützt und kann so in die Zellen gelangen. Ein anderer Weg, das zu erreichen, sind Vektorimpfstoffe. Hier wird die RNA mithilfe gentechnologischer Verfahren in Viren eingebracht, die unschädlich sind. Viele Viren (zum Beispiel harmlose Pockenviren) können den menschlichen Körper nämlich zwar infizieren, sind aber nicht „pathogen“, lösen also durch die Infektion keine Krankheitssymptome aus. Diesen Umstand kann man sich für die Impfung zu Nutze machen, indem die RNA in das Erbmaterial dieser Viren (der Vektoren) eingebaut wird und mit deren Hilfe in die menschlichen Zellen gelangt. Während man den Transportweg der RNA in die Zelle bei den vorher beschriebenen Impfstoffen mittels Lipidhülle mit einer Drohnenlieferung vergleichen könnte, erfolgt die Zustellung bei den Vektorimpfstoffen also eher durch einen (unfreiwilligen) Postboten. Sobald die RNA einmal in der Zelle angekommen ist, unterscheidet sich der weitere Ablauf aber nicht von den bereits beschriebenen mRNA-Impfungen. Nach der Herstellung der Proteine werden sowohl RNA als auch das Vektorvirus abgebaut. Da für die Übermittlung nur unschädliche Viren verwendet werden, sind auch hier die Nebenwirkungen mit denen klassischer Impfungen vergleichbar. Ein Nachteil von Vektorimpfstoffen scheint die in Studien etwas geringere Wirksamkeit der Impfung zu sein, die auf einer Immunreaktion gegen das Vektorvirus bei der Auffrischungsimpfung beruhen könnte. Dadurch könnte die Aufnahme der RNA in die Körperzellen bei der zweiten Impfung gestört werden. In Deutschland sind gegen SARS-CoV2 bisher noch keine Vektorimpfstoffe zugelassen, es wird aber auf die Zulassung der Präparate „AZD1222“ (AstraZeneca/University of Oxford) und „Ad5-nCoV“ (CanSino Biological inc./Beijing Institute of Biotechnology) hingearbeitet. „Sputnik V“, der erste (in Russland zugelassene) Impfstoff gegen SARS-CoV2, ist ebenfalls ein Vektorimpfstoff. Bereits vor der COVID-19-Pandemie wurden übrigens zwei Vektorimpfstoffe zugelassen, sie sollen Schutz vor dem Dengue-Fieber und Ebola bieten.
Wie geht es den Menschen, die bisher in Deutschland geimpft wurden?
Nach aktuellem Stand haben in Deutschland bereits über 800.000 Menschen (also etwa 1% der deutschen Bevölkerung) die erste Impfdosis gegen SARS-CoV2 erhalten. Im Zuge der Impfungen wurden dem Paul-Ehrlich-Institut 325 Verdachtsfälle von möglichen Nebenwirkungen übermittelt, von denen 51 schwerwiegend waren. Dabei ist jedoch zu beachten, dass diese Nebenwirkungen mit etwa 0,04 %, bzw. 0,0064 % einen sehr kleinen Teil der Geimpften ausmachen und bisher zudem kein kausaler Zusammenhang zwischen der Impfung und den Krankheitssymptomen nachgewiesen werden konnte. Insgesamt zeigt sich bis jetzt also kein erhöhtes Risiko durch eine Impfung. Wie es einer der ersten in Greifswald geimpften Personen gut zwei Wochen nach der ersten Impfdosis geht, erfahrt ihr morgen im Interview, natürlich hier auf dem webmoritz.!
Alles fing vor ein paar Wochen an als ich zum Arzt ging, da ich mir einen Infekt eingefangen hatte, der auch nach einer Woche nicht wegging. Normalerweise gehöre ich zu diesen glücklichen Menschen, die vielleicht einmal im Jahr beim Arzt sitzen und sonst auch nie wirklich krank werden. Dieses Mal sollte es anders sein.
Dieses Mal musste ich ein Antibiotikum einnehmen. Der Infekt verschwand, jedoch blieben die Entzündungswerte hoch. Daraufhin wurde ein großes Blutbild gemacht. Die erste Blutprobe konnte nicht ausgewertet werden, weil das Blut geronnen war. Zwei Tage später musste ich deswegen noch einmal Blut abnehmen lassen. Die Werte waren nicht sehr gut. Ich hatte einen extremen Eisenmangel und einen Vitamin B12 Mangel, obwohl ich mich weder vegan noch vegetarisch ernähre. Weil es auch sonst keine Erklärung für diese Mängel gab, bekam ich eine Überweisung zur Magen- und Darmspiegelung. Wunderbar.
Wie traumatisiert ging ich gleich zu einem entsprechenden Arzt. Zum Glück hatte jemand für den kommenden Montag abgesagt, sonst wäre ich erst im Dezember dran gewesen. So stampfte ich völlig entkräftet drei Tage später zur Magen- und Darmspiegelung. Ein Erlebnis, welches jeder Mensch unbedingt einmal gemacht haben sollte. Spätestens im fortgeschrittenen Alter sind wir alle sowieso zur Vorsorge dran. Na ja, weitere Tatsachen dazu schildere ich lieber nicht. Überraschenderweise ist so eine Magenspiegelung viel schlimmer als so eine Darmspiegelung.
Während der Darmspiegelung trat dann das Ergebnis zum Vorschein. Völlig außer Gefecht gesetzt, konnte ich gar nicht reagieren, wie ich wollte, als der Arzt zu mir sagte, dass ich Morbus Crohn habe. Der Arzt erklärte mir auch, was das für eine Erkrankung sei. Morbus Crohn ist eine Autoimmunerkrankung. Unter diesem Link erfährst du mehr zur Erkrankung.
Ich hatte mir die Tage zuvor genug angelesen zu möglichen Erkrankungen und da kam mir auch diese Morbus Crohn unter. Ehrlich gesagt, hätte ich alles lieber gehabt, als eine chronische und unheilbare Erkrankung. Ich habe die Diagnose bis heute nicht wirklich realisiert. Auch wenn man mir das nicht wirklich anmerkt. Dennoch fühle ich mich anders. Als sei mir meine Lebensfreude genommen. Mein Lachen, ein wenig Glanz. Es fühlt sich an, als hätte ich die Kontrolle über meinen Körper verloren. Er ist nicht mehr mein Freund. Mein Körper ist sein und mein eigener Feind.
Ich schreibe, weil ich so schlecht darüber sprechen kann. Die Worte fließen mir leichter über die Finger, als dass sie sich den Weg aus meinem Munde bahnen. Gleichwohl ist der Prozess des Schreibens einer der schmerzhaftesten. Die Wörter in schwarz-weiß brennen sich wie heiße Eisen ins Bewusstsein. Jetzt ist nichts mehr wie vor der Diagnose. Jetzt bin ich unheilbar krank mit einer unberechenbaren Erkrankung, welche nur mäßig zu beeinflussen ist. Als ich letzte Nacht bei der Telefonseelsorge anrief, sagte die Seelsorgerin am Ende des Gespräches zu mir: ,,Sie sind eine starke Frau. Eine Kämpferin. Sie schaffen das!‘‘ Und ich dachte mir, dass ich das dieses Mal vielleicht nicht sein kann. Von draußen hörte ich Vogellaute. Ein neuer Tag brach an. Vielleicht ein guter.
Vielleicht bist du auch psychisch oder physisch erkrankt und brauchst Hilfe.