Gemeinsam radeln fürs Klima

Gemeinsam radeln fürs Klima

Trotz der Umstände – oder gerade deswegen – findet auch in diesem Jahr wieder das STADTRADELN in Greifswald statt. Bei der bundesweiten Aktion, an der sich jede Stadt beteiligen kann, sollen die Teilnehmenden in drei Wochen ihre alltäglichen Strecken mit dem Rad hinter sich bringen. Ziel ist es,  damit einen Beitrag für den Klimaschutz zu leisten und auf die Radinfrastruktur aufmerksam zu machen. Hier findet ihr die wichtigsten Informationen zusammengefasst.

Wie genau funktioniert STADTRADELN?

Auf der Internetseite des Stadtradelns könnt ihr euch ganz einfach anmelden. Ihr könnt Teams von mindestens zwei Personen bilden oder einfach schon bestehenden Gruppen beitreten. Wer Lust hat, kann beispielsweise Teil des Radel-Teams der Uni werden. Über die App könnt ihr dann die zurückgelegten Kilometer tracken oder einfach im Nachhinein auf der Website eintragen. Je mehr Kilometer ihr sammelt, desto besser für euch, euer Team und natürlich fürs Klima.

Wer kann mitmachen?

Mitmachen können eigentlich alle – ob ihr hier lebt, arbeitet, studiert, zur Schule geht oder einem Greifswalder Verein angehört – zum Radeln sind alle aufgerufen. Auch wenn das Radeln schon begonnen hat, könnt ihr euch immer noch anmelden!

Wann wird geradelt?

Bundesweit findet die Aktion von Anfang Mai bis Ende Oktober in einem von der Kommune selbst gewählten, dreiwöchigen Zeitraum statt. Vom 1.-21. Mai kann man hier in Greifswald für sein Team Kilometer sammeln.

Kann ich hier irgendwas gewinnen?

Nach der Aktion werden auf der Website die Gewinner*innen bekannt gegeben. Dabei werden die fahrradaktivsten Gruppen und Kommunen mit den meisten zurückgelegten Kilometern ausgezeichnet. Die Gewinne reichen von Fahrradmagazinen über Accessoires für den Drahtesel bis hin zu brandneuen Rädern.

Warum das Ganze?

In Greifswald ist das Fahrrad zwar das Verkehrsmittel der ersten Wahl, doch so ist es nicht in jeder Stadt.
„Wir glauben, man kann den Menschen viel über die Vorteile des Radfahrens erzählen. Am wirksamsten überzeugt man sie aber, wenn sie für 21 Tage einfach mal selbst aufs Rad steigen.“, schreibt die Organisation auf ihrer Internetseite.
Die Aktion soll einerseits auf die teilweise fehlende Radinfrastruktur aufmerksam machen, andererseits auch den Schwerpunkt auf den Klimaschutz legen. Daher richtet sich STADTRADELN auch an die Kommunalpolitik. Politiker*innen können während der drei Wochen aus der Perspektive der Radfahrenden sehen, wo Verbesserungsbedarf besteht.

Lieber Fahrrad als Auto?

Wir bleiben durch die alltägliche Bewegung nicht nur fitter, sondern können auch mit dem Fahrrad einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Zum einen werden Kohlendioxid-Emissionen vermieden, denn davon entstehen circa ein Fünftel im Verkehr. Würden in den Innenstädten etwa 30 Prozent der Strecken mit einer Länge von bis zu sechs Kilometern mit dem Rad statt mit dem Auto gefahren werden, könnten sich circa 7,5 Millionen Tonnen CO2 vermeiden lassen.

Gibt es bestimmte Vorsichtsmaßnahmen wegen Corona?

Wegen des Corona-Virus findet das STADTRADELN dieses Jahr unter bestimmten Bedingungen statt, denn leider sind Fahrradausflüge in größeren Gruppen zur Zeit nicht erlaubt. Oberbürgermeister Dr. Stefan Fassbinder betont:
„Solange die Kontaktbeschränkungen gelten – seien Sie nur in Familie oder zu zweit mit Freunden unterwegs. Nutzen Sie das Rad für Ihre täglichen Wege und für die Ausflüge in die schöne Umgebung unserer Stadt. Uns ist klar, dass wir unter den bestehenden Bedingungen keine Rekorde brechen werden, dennoch ist es uns wichtig, das STADTRADELN jetzt durchzuführen und die Bedeutung der Fahrradnutzung für die Umwelt und unsere Gesundheit in den Fokus zu nehmen. Unserer Umwelt und Ihrem Wohlbefinden zuliebe – bleiben Sie in Bewegung und bleiben Sie gesund!“

Hier findet ihr übrigens das Video von moritz.tv zum STADTRADELN 2018!

Beitragsbild: unsplash

Hochschulsport in der vorlesungsfreien Zeit

Hochschulsport in der vorlesungsfreien Zeit

Klar, die vorlesungsfreie Zeit steht vor der Tür. Die meisten von uns Studierenden stecken bis zum Kinn hoch in der Prüfungsvorbereitung. Trotzdem sollte man nicht nur wegen der näher rückenden Klausur- und Abgabetermine ins Schwitzen kommen, sondern sich auch weiterhin beim Sport auspowern können!

Also nur gut, dass Ihr Euch ab Sonntag, den 26.01.2020 um 18 Uhr für die Sportkurse des Hochschulsports eintragen könnt. In der vorlesungsfreien Zeit müsst Ihr keineswegs auf das Sportangebot der Uni verzichten. Im Gegenteil: Das Angebot ist vielfältig und reicht von A wie Aikido bis Z wie Zumba.

Neu dazu kommen Angebote wie Contact Improvisation, Unterwasserrugby sowie ein Meditations- und Achtsamkeitskurs. Ebenfalls wird es einen zweiwöchigen Yoga-Intensivkurs geben.

Die Möglichkeiten sind zahlreich, Ihr müsst Sie nur nutzen! Auf der Seite des Hochschulsports findet Ihr das komplette Kursangebot und auch die Anmelde- und Teilnahmebedingungen.

Und zum Schluss bleibt mir nichts anderes übrig als Euch viel Spaß bei den Kursen zu wünschen!

Beitragsbild: George Pagan auf Unsplash

Umgekrempelt: Eine Woche lang jeden Tag Frühsport

Umgekrempelt: Eine Woche lang jeden Tag Frühsport

Kennt ihr das, wenn man mal was Neues ausprobieren will, aber am Ende alles beim Alten bleibt? Uns jedenfalls kommt das sehr bekannt vor, deswegen haben wir uns für euch auf einen Selbstoptimierungstrip begeben. In dieser Kolumne stellen wir uns sieben Tage als Testobjekte zur Verfügung. Wir versuchen für euch mit unseren alten Gewohnheiten zu brechen, neue Routinen zu entwickeln und andere Lebensstile auszuprobieren. Ob wir die Challenges meistern oder kläglich scheitern, erfahrt ihr hier.

Das Experiment

Eine Woche lang jeden Morgen Frühsport treiben – als ich mich in der Redaktion für dieses Selbstexperiment meldete, befand sich Greifswald noch mitten in einem goldenen Oktober und ich mich offensichtlich nicht ganz bei Verstand. Hinter mir lag ein Sommer, in dem ich tatsächlich als Ausgleich zu meiner Bachelorarbeit ab und zu gerne morgens Sport gemacht hatte. Bei warmem Sonnenschein durch die Credner-Anlagen zu joggen, vorbei an entspannt herumstaksenden Störchen, kann einem aber auch ein bisschen den Kopf verdrehen. Im November dagegen ist es wettertechnisch morgens eher unappetitlich und so war ich drei Wochen später, als mein Experiment startete, schon nicht mehr ganz so überzeugt davon. Um nicht gleich nach zwei Tagen erbärmlich zu scheitern, entschied ich großzügig, dass alles vor 11 Uhr morgens für mich als Frühsport durchgehen würde. Über die genauen Sporteinheiten machte ich mir vorher tatsächlich noch nicht allzu viele Gedanken. Ich wollte einfach das, was ich sonst so an Sport machte öfter und eben morgens machen. So schwer konnte das ja wohl nicht sein …

Tag 1: Mittwoch

Der erste Tag meines Selbstexperimentes ist ein Mittwoch, da ich mir die anstrengendsten Tage meiner Woche für den Schluss aufheben will. Ich bilde mir gutgläubig ein, dass ich dann bestimmt schon an den Frühsport gewöhnt sei. Nach dem Frühstück gegen halb neun mache ich mich zu einer lockeren Laufrunde um den Wall und ein Stück den Ryck entlang auf. Insgesamt laufe ich etwa eine halbe Stunde und komme aufgrund des sonnigen Herbstmorgens gut gelaunt wieder zuhause an. Nach dem Duschen fühle ich mich zunächst super. Ein Gefühl, als hätte ich bereits echt etwas geschafft an diesem Tag. Als ich jedoch gegen 14 Uhr in der Uni sitze, fällt mir dann doch etwas Seltsames auf. Ich sitze einfach total zufrieden und leicht schläfrig im warmen Seminarraum und habe nicht das geringste Bedürfnis, mich an den Diskussionen zu beteiligen. Mein Körper ist anscheinend mit seiner Tagesleistung bereits zufrieden und findet es vollkommen ausreichend im Ruhemodus zuzuhören. Okay, mir ist schon klar, dass still und schläfrig in der Uni sitzen jetzt keine Besonderheit unter Studierenden darstellt, auch ich kenne das nur zu gut, aber diese Zufriedenheit dabei ist mir definitiv neu.

Tag 2: Donnerstag

Heute Morgen habe ich mich für ein Yoga-Tutorial auf YouTube entschieden, da ich am Nachmittag bereits zum Bouldern verabredet bin, und mich nicht schon vorher verausgaben möchte. Man sieht, ich habe aus dem gestrigen Tag gelernt. Da ich kein Yoga-Profi bin, gebe ich bei Youtube einfach „Yoga für Anfänger“ ein und wähle das erste Video, in dessen Beschreibung irgendwas mit „Morgenroutine“ vorkommt. Ich habe Glück und bin sehr zufrieden mit meiner Wahl. Innerhalb von 17 Minuten absolviere ich in meinem Wohnzimmer auf der Yogamatte ein kurzes, aber durchaus anstrengendes Training, das mich aufgrund meiner vollkommenen Ungeübtheit ordentlich fordert. Zum Abschluss werde ich in der Entspannungsphase noch aufgefordert, mir ein kleines Ziel für den Tag zu überlegen. Ich fühle mich tatsächlich wach und mental bereit für den Tag, etwas mehr als sonst. Der verläuft danach auch relativ entspannt. Ich bin jedoch heilfroh, dass ich mich morgens für eine so kraftsparende Sportvariante entschieden habe, da ich sonst wahrscheinlich meine Boulderverabredung hätte sausen lassen. Warum sollte man auch abends im Dunkeln nochmal raus in den Regen, wenn bereits ein anstrengendes Sportprogramm hinter einem liegt? Da hätte ich definitiv ein Motivationsproblem gehabt.

Tag 3: Freitag

Heute wird es ernst. Ich habe tatsächlich zwei Freundinnen, die Lust haben, mit mir um 8 Uhr morgens zum Sport zu gehen. Die ambitionierte Uhrzeit kommt dabei allerdings nicht ganz freiwillig zustande. Da wir dieses Semester Teilnehmerinnen des Kraftsportkurses im Rahmen des Hochschulsports sind, wollen wir in den Kraftraum der Uni und der hat morgens leider einen sehr begrenzten Zeitrahmen von 8 bis 9.30 Uhr. Ein guter Plan, doch natürlich sind auch wir nur Menschen und allem Anschein nach nicht ganz so verrückt wie gedacht, denn als ich morgens um 7 Uhr verschlafen auf mein Handy schaue, sehe ich natürlich von beiden Freundinnen eine Absage. Das daraufhin logischerweise einsetzende Motivationstief betäube ich mit ganz viel Kaffee und mache mich tapfer alleine auf den Weg.

Schon der Weg mit dem Rad über den Wall weckt meine Lebensgeister und ich bin positiv überrascht, dass ich nicht die einzige Person im Kraftraum bin. Auf dem Rückweg ist sogar die Sonne rausgekommen und ich bin total high von dem Gefühl, vor halb zehn schon richtig was geschafft zu haben. Voller Tatendrang fahre ich noch bei der Post vorbei und mache einen Wochenendeinkauf im nächsten Supermarkt. Nach dem gemütlichen Belohnungs-Frühstück zuhause kommt jedoch das Tief. Mein Körper ist mal wieder der Meinung, genug für den Tag geleistet zu haben und geht in den Entspannungsmodus. Statt wie geplant in die Bib zu gehen hält er es für viel sinnvoller, gemütlich zuhause zu lernen, was sich leider zu einem der unproduktivsten Tage seit langem entwickelt. Auch abends bin ich absolut nicht motiviert, mich von meiner gemütlichen Couch fortzubewegen und lasse mich nur sehr ungern raus in die kalte Dunkelheit und in die meiner Wohnung am allernächsten liegende Bar mitschleppen.

Tag 4: Samstag

Mein Körper protestiert inzwischen auf ziemlich schmerzhafte Weise gegen das ungewohnte Sportpensum. Ich habe den Muskelkater meines Lebens, anscheinend bin ich echt nicht besonders fit. Auch die paar Drinks vom letzten Abend machen sich etwas bemerkbar und als ich aus dem Fenster schaue, regnet es in Strömen. Für meinen schönen Plan, mal wieder eine lange Runde am Ryck entlang zu laufen, bin ich heute definitiv nicht bereit!

Also muss wieder die Yogamatte her. Das heutige Video mit morgendlichem Yoga-Inhalt ist sehr viel langsamer und meditativer als das letzte, doch ich bin vollkommen zufrieden damit. Um ehrlich zu sein wäre heute definitiv ein Tag, an dem ich mir normalerweise immer eine Pause vom Sport gönnen würde. Muskelkater, wenig Schlaf und leichter Restalkohol, dazu noch ein verregneter Novembermorgen – das schreit ja geradezu nach einem Tag auf der Couch. Ich würde jetzt auch gerne erzählen, wie gut mir das Yoga trotz all dieser Umstände getan hat und wie vital/fit/und so weiter ich mich danach gefühlt habe, doch um ehrlich zu sein, bin ich einfach nur froh, als es endlich vorbei ist. Der restliche Tag verläuft dann ziemlich unspektakulär, mir fällt jedoch auf, dass ich langsam den Schlafrhythmus eines Grundschulkindes annehme. Ich könnte wirklich jeden Abend um 21 Uhr ins Bett gehen.

Tag 5: Sonntag

Aus irgendeinem mir unerklärlichen Grund ist mein Muskelkater heute noch schlimmer als gestern. Doch abgesehen davon starte ich komplett anders in den Tag. Aufgrund meines Grundschulkind-Schlafrhythmus war ich früh im Bett und bin noch vor meinem Wecker gegen halb acht wach. Der Himmel ist zwar eine einzige weiße Wolkendecke, doch es ist trocken und höchste Zeit für meinen gestern versäumten Lauf. Voll motiviert trete ich aus der Haustür und habe sofort das Gefühl in eine Wand aus Kälte zu laufen. Es sind knapp 4 Grad draußen und ich bin definitiv falsch angezogen. Da die Versuchung des warmen Bettes drinnen jedoch zu groß wäre, verzichte ich auf wärmere Sachen und laufe Zähne zusammenbeißend los. Dabei rede ich mir ein, ich hätte doch mal irgendwo gelesen, man solle im Herbst sowieso immer Laufkleidung anziehen, mit der man zu Beginn des Laufes friert. Ob das wirklich stimmt oder nicht, in meinem Fall scheint es zu funktionieren, denn nach den ersten fünf bis zehn wirklich nicht angenehmen Minuten hat sich mein Körper tatsächlich aufgeheizt. Trotz klirrender Kälte und anhaltendem Muskelkater absolviere ich einen meiner besten Läufe seit langem. Greifswald ist wie leergefegt und an keiner Straße muss ich stehen bleiben, um Autos abzuwarten, was definitiv ein großer Pluspunkt von Sonntagmorgenläufen ist. Die einzigen wenigen Menschen, die mir begegnen, sind andere Läufer oder Mütter mit Kinderwägen.

Obwohl ich den restlichen Tag mit Lernen verbringen muss, geht es mir eigentlich ganz gut. Dass ich bereits draußen gewesen bin und mich dazu auch noch ordentlich bewegt habe, macht sich positiv bemerkbar. Ich bin eigentlich ganz zufrieden mit mir, allerdings auch schon wieder um halb zehn im Bett.

Tag 6: Montag

Langsam muss ich mir eingestehen, dass der von mir erhoffte Effekt, nämlich eine Gewöhnung oder sogar Wertschätzung des Frühsports, wohl nicht mehr eintreten wird. Klar, auf irgendeine Weise habe ich mich daran gewöhnt. Ich stehe morgens inzwischen resigniert auf anstatt mit meinem inneren Schweinehund um 5 Minuten mehr Schlafenszeit zu feilschen, aber es nervt langsam, sich jeden Tag zu überlegen, was am nächsten Morgen für ein Sport gemacht werden könnte. Man will und kann ja nicht jeden Tag dasselbe machen. Dazu ist es etwas umständlich, dass dieser Sport dann immer morgens stattfinden muss. An vielen Tagen, wie zum Beispiel heute, würde es mir abends oder nachmittags nach der Uni nämlich viel besser passen, wenn man genug Zeit hat und den Kopf frei bekommen möchte. Aber leider heißt das Experiment nicht „Jeden Tag Sport machen“, sondern „Jeden Tag Frühsport machen“ und so hilft mir nur der Gedanke, dass es morgen vorbei sein wird.

Heute fahre ich wieder um acht in den Kraftraum der Uni. Auf dem Weg dahin fällt mir trotz meiner Genervtheit dann doch etwas Positives auf. Tatsächlich ist es im November um 8 Uhr morgens schon hell, ganz im Gegensatz zum Nachmittag oder Abend, da es bereits ab halb 5 dunkel wird. Ich kann im Hellen zum und vom Sport nach Hause fahren und habe tatsächlich mehr Licht, als wenn ich nachmittags gehen würde. Diese zugegeben sehr späte Entdeckung begeistert mich, da Dunkelheit durchaus eine große Rolle bei meiner Motivation spielt. Ich nehme mir vor, auch nach dem Experiment einmal die Woche morgens Sport zu treiben, um von dem neu entdeckten Lichtbonus zu profitieren.

Tag 7: Dienstag

Zur Feier meines letzten Tages erhöhe ich den Schwierigkeitsgrad. Da mein Stundenplan dieses Semester sehr gnädig mit mir ist und ich tatsächlich keine einzige 8-Uhr-Vorlesung habe, will ich heute ausprobieren, wie eine Frühsporteinheit aussehen könnte, wenn man Uni im ersten Block hat.

Als mein Wecker klingelt, ist es diesmal natürlich noch stockdunkel. Nicht mal der Hauch eines Sonnenaufgangs ist zu sehen und die Anziehungskraft meines Bettes verhundertfacht sich auf der Stelle. Natürlich spiele ich mit dem Gedanken, das Ganze zu verwerfen. Wer braucht bei diesem Experiment schon eine Schwierigkeitserhöhung, als ob Frühsport generell nicht schon ambitioniert genug wäre?! Doch dann schleppe ich mich trotzdem auf die zum Glück bereits am Vortag ausgerollte Yogamatte.

Zu sehen, wie es hell, wird war definitiv nett, alles andere eher mau. Ein halbstündiges Pflichtprogramm an Bewegung zu absolvieren, nur um sich danach beim Frühstück und unter der Dusche zu stressen, ist es mir auf jeden Fall nicht wert. Da würde ich immer lieber in Ruhe abends eine richtige Sporteinheit vorziehen. Auch bin ich morgens nicht besonders ehrgeizig bei der Auswahl meiner Bewegung und erwische mich dabei, wie ich eher zu den meditationsartigen Yoga-Videos tendiere als zum Beispiel zu einem anstrengenden Krafttraining. Vielleicht wäre das im Sommer anders, wenn man um die Uhrzeit bereits draußen im Hellen sein kann, aber in diese kalte Dunkelheit kriegt mich niemand raus.

Den restlichen Tag bin ich trotz acht Stunden Uni ziemlich gut gelaunt. Es ist zwar etwas traurig zuzugeben, aber der Grund dafür ist leider das Ende des Experimentes. Ich bin wirklich erleichtert. Ein bisschen so wie das Wochenendgefühl am Freitag, nur dass heute Dienstag ist.

Das Fazit

Rückblickend war es auf jeden Fall eine Woche mit Höhen und Tiefen. Ich denke meine Erleichterung am Ende kam vor allem daher, dass ich nun nicht mehr täglich Sport machen musste. Ich bewege mich eigentlich gerne, mir ist aber auch klar, dass ich nicht sieben Tage die Woche ein anstrengendes Krafttraining absolvieren kann. Da kriege ich dann nach drei Tagen vor Muskelkater die Kühlschranktür nicht mehr auf. Also musste ich mir Yoga-Regenerationstage zuhause einbauen. Die habe ich allerdings meist eher etwas schlapp abgearbeitet und mich geärgert, dass ich dafür früher aufstehen musste. Auch hatte ich danach im Gegensatz zu den Lauf- und Krafttrainingstagen selten das Gefühl, bereits wirklich etwas geschafft zu haben. Für mich persönlich kann ich daraus schließen, dass ich einfach nicht der Typ Mensch für tägliche Sportaktivitäten bin. Wenn ich es dreimal die Woche schaffe, bin ich mehr als zufrieden mit mir und ehrlich gesagt ist das auch die Anzahl der Tage, an denen ich innerhalb des Experimentes wirklich gute Trainings hatte. Mein Problem lag also eher bei den täglichen Einheiten und nicht so sehr bei dem frühmorgendlichen Sport. Trotzdem will ich nicht behaupten, dass das frühere Aufstehen mir großen Spaß gemacht hätte. Ich hatte Glück, dass in der Woche feiertechnisch wenig los war und meine Univeranstaltungen nie vor zehn Uhr begannen. Wäre das anders gewesen, hätte ich bestimmt nicht die komplette Woche durchgehalten. So aber konnte ich meinen Grundschulkind-Schlafrhythmus richtig ausleben. Die Entdeckung, dass es um 8 Uhr morgens im November deutlich heller als am Nachmittag ist, begeistert mich tatsächlich immer noch. Trotzdem war ich in den zwei Wochen seit dem Experiment natürlich nicht ein einziges Mal um diese Uhrzeit beim Sport. Ich gehe jedoch weiterhin gerne sonntagmorgens durch die menschenleere Stadt laufen und genieße danach das Gefühl, so früh am Tag schon richtig was geschafft zu haben.

Grundsätzlich erkenne ich also durchaus die Vorzüge des Frühsports, doch ich will ihn nicht machen müssen nur um des Machens Willen. Wenn es mir zeitlich nicht passt oder ich mich nicht so fit fühle, verzichte ich lieber darauf oder verschiebe ihn auf später als irgendetwas Halbherziges zu machen, aber das ist natürlich von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Vielen hilft es wahrscheinlich gerade an solchen Tagen, sich morgens kurz Zeit zu nehmen und den Körper mit Bewegung in Gang zu bringen. Abschließend will ich nur noch sagen, dass es mir durchaus einigen Stress erspart hätte, die einzelnen Sporteinheiten genauer durchzuplanen und dass dieses Experiment vermutlich in einem Sommersemester sehr viel positiver ausgefallen wäre, wenn es draußen warm und die Credner-Anlagen voller Störche gewesen wären.

Beitragsbild: Carla Koppe
Banner: Julia Schlichtkrull

Zusammen Segeln – Zusammen Lernen

Zusammen Segeln – Zusammen Lernen

Momentan sind die moritz.medien mit der South Coast Baltic Boating Rally an der Küste Polens unterwegs. Das Projekt ist EU-gefördert und soll Schiffsliebhaber*innen aller Art für die südliche Ostseeküste begeistern, die Gegend touristisch beliebt machen und dem intereuropäischen Austausch dienen.  

Heute liegt unser Boot im Naturhafen Krummin, wo wir Zuzanna Kostecka und Robert Bzdęga von der Eisenhower Foundation treffen.

Zuzanna, CEO der polnischen Stiftung, erläutert das Prinzip. Körperlich und geistig eingeschränkte Menschen sollen getreu den Stiftungsprinzipien unterstützt werden: Jeder Mensch kann Quell positiver Energie sein, wenn er dazu aktiviert wird. Das gelingt der Stiftung mit dem Verteilen von gespendeten Laptops und dem Anbieten von Segeltouren, bei denen die gemeinsame Teilnahme von Behinderten und Nicht-Behinderten für eine Überschneidung der Lebenswelten sorgt. Eingeschränkte Kinder und deren Begleitpersonen schließen sich ehrenamtlichen Skipper*innen an und verbringen einen viertägigen Trip zusammen.

Stolz an der Flaggenleine gehisst: Die Stiftungsfahne der Fundacja Eisenhowera

Einer der ehrenamtlichen Skipper*innen ist Robert Bzdęga, der in diesem Jahr zusammen mit Zuzanne bei der South Coast Baltic Boating Rally mitfährt. Robert führte eine Consulting Firma in Polen, bis er den Job an den Nagel hängte und zum Schulhobby Segeln zurückkehrte. Irgendwann erreichte ihn eine Anfrage bei sozialen Medien, ob er nicht Lust habe, mit geistig eingeschränkten Kindern zu segeln.

„Yes, of course, I said! I spent the next two days struggling with my decision, but I went there and it was a really really great experience.“

Ähnliches fühlen auch die anderen der ortserfahrenen Skipper*innen, die die Bootsführung übernehmen. Mittlerweile ist Robert Co-CEO der Eisenhower Fundation und gleichzeitig guy for everything – skipper, house keeper and cleaner.

Das Besondere an diesem Segel-Konzept ist, dass die Crew auf handelsüblichen Booten unterwegs ist, die nicht auf Rollstühle und andere Hilfsmittel angepasst sind. Die Sicherheit habe trotzdem immer Priorität, obwohl Robert zwinkernd zugibt: 10 Prozent an Bord sind Sicherheit, 10 Prozent Segeln und 80 Prozent Glücklichsein.

Nicht aufwendig umgebaut und ein besonderes Erlebnis: Dieses Mal ist die Stiftung auf der 8 Meter langen Szerszen Blue unterwegs.

Zu pathetisch und stereotyp redet Robert nicht über seine Arbeit. Aber als die Kamera verpackt ist und der Abschied naht, erzählt er:

„The special thing is, that the kids are so happy to do something they usually don’t do. And we can learn new ways of behaving and doing things together. If they don’t like you, they will show you. And if they do like you, they will, as well. And it’s not a common hug if they like you – it will last for minutes. Truly amazing.“

Der braungebrannte Segler hält uns seine Arme hin: Gänsehaut.

Die Flotille der South Coast Baltic Boating Rally vor Krummin. Bei Wind von hinten immer ganz vorn: Robert und Zuzanna auf der Szerszen Blue mit schwarzem Gennaker


Gesprächsaufzeichnung: Sophie Loebjinski, Olivia Schuster, Jonas Greiten
Bilder und Text: Jonas Greiten

retro.kolumne: Klatschspiele

retro.kolumne: Klatschspiele

Retro, retro, retro yeah! Die neue Kolumne über alte Dinge. Kennt Ihr diese Spiele, Filme, Accessoires noch? Aus der Kindheit, meist noch aus den 90ern stammen sie und sind vielleicht ja doch noch eine Guilty Pleasure des ein oder anderen.

Dieses Mal mit dem Thema: Klatschspiele

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