Der diesjährige Flyer zum CampusOpenAir mit vielseitigem Line-Up.
Organisiert wird die Veranstaltung vom Allgemeinen Studierendenausschuss AStA in Wismar. In den vergangenen zehn Jahren konnten bisher namhafte Musiker gewonnen werden. So spielten beispielsweise Thomas D, Clueso, MIA., Virginia Jetzt! und viele mehr auf dem Festival.
Dieses Jahr geht es ab 16 Uhr auf dem Campusgelände in Wismar los. Fünf Euro kostet der Eintritt an der Abendkasse, aber webMoritz-Leser kommen gratis rein. Wir verlosen zwei mal zwei Freikarten und ein CampusOpenAir-T-Shirt. Was ihr dafür tun müsst? Schickt uns eine Mail bis zum 21. September an web@moritz-medien.de und sagt uns, warum ihr nach Wismar wollt!
Teilnahmebedingungen: Mitglieder der moritz Medien sind vom Gewinnspiel ausgeschlossen. Die Gewinner werden per Mail benachrichtigt.
Am Samstag, dem 18. September, wird ab 12.15 Uhr auf dem Berliner Washingtonplatz gegen die gegenwärtige Energiepolitik der Bundesregierung demonstriert. Speziell richtet sich der Unmut der zu dieser Veranstaltung erscheinenden Bürgerinnen und Bürger gegen den immer wieder zeitlich weiter nach hinten verschobenen Atomausstieg. Um 13 Uhr wird sich der Demonstrationszug in Richtung Rahel-Hirsch Straße in Bewegung setzen. Die Demonstrantinnen werden im Folgenden am Kapelle-Ufer sowie in der Reinhardtstraße und der Friedrichstraße auf sich aufmerksam machen.
Bereits abgeschaltet: Das Atomkraftwerk Lubmin
In der Dorotheenstraße wird der Demonstrationszug geteilt. Die Aktivistinnen und Aktivisten werden dann das Regierungsviertel umzingeln. Im Anschluss findet um 15.15 Uhr eine Sitzdemo unter dem Motto „Wir widersetzen uns der Atompolitik“ statt. Zehn Minuten später wird die Umzingelung des Regierungsviertels unter dem Motto „Atom-Alarm“ beendet werden. Für eine um 16 Uhr stattfindende Kundgebung haben sich Wolfgang Rohde von der IG-Metall, Hubert Weiger vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), Nina Bartz vom Jugendbündnis Zukunftsenergie, Hermann Albers vom Bundesverband Erneuerbarer Energien (BEE), Luise Neumann-Cosel vom Protestbündis X-tausendmal quer sowie Martin Schulz von der bäuerlichen Notgemeinschaft Gorleben angemekündigt.
Angela Merkel: „Revolution im Bereich der Energieversorgung“
Anfang September verabschiedete die Bundesregierung ein neues Energiekonzept, das Angela Merkel stolz als „Revolution im Bereich der Energieversorgung“ bezeichnete. In dem Konzept ist unter anderem eine Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke von bis zu 14 Jahren vorgesehen. Über 30 Jahre alte Kraftwerke sollen hingegen nur noch weitere acht Jahre länger laufen dürfen. Im Durchschnitt verlängert sich damit die Laufzeit der Kraftwerke um 12 Jahre gegenüber dem von Rot-Grün vereinbarten Atomkonsens im Jahr 2000. Nach Angaben der Financial Times Deutschland dürften damit die letzten Meiler 2040 vom Netz gehen. Das würde bedeuten, dass ein Atomkraftwerk ohne Unterbrechung oder Ersatzneubau bis zu 60 Jahre Strom erzeugen kann. Wie die ARD-Redakteure Jan Schmitt und Markus Schmidt berichten, wären alle zur Zeit am Netz befindlichen Atomkraftwerke in Anbetracht des gegenwärtigen wissenschaftlich-technischen Entwicklungsstandes heute nicht mehr genehmigungsfähig.
Im Gegenzug soll die Atomindustrie neben einer zeitlich befristeten Brennelementesteuer einen „substanziellen Beitrag“ für den Ausbau erneuerbarer Energien in einen Fonds zahlen. Dadurch sollen für die kommenden Jahre bis zu 15 Milliarden Euro als Investitionsmittel für erneuerbare Energien zustande kommen. Die jährlich 2,3 Milliarden Euro, die Eon, EnBW, Vattenfall und RWE in den Fond einzahlen wollen, können die Konzerne jüngsten Medienberichten zufolge steuerlich absetzen. Das neue Energiekonzept musste sich den krtischen Blicken der Redakteure des ARD-Magazins „Monitor“ unterziehen:
Verfassungsklage der Länder ohne Mecklenburg-Vorpommern
Mehrere Bundesländer kündigten eine Verfassungsklage an, schließlich strebt die Bundesregierung an, dem neuen Gesetz ohne Abstimmung im Bundesrat Rechtskräftigkeit zu verleihen. Mecklenburg-Vorpommern wird sich hingegen nicht an der Verfassungsklage beteiligen. Ein von der Partei Die Linke eingebrachter Antrag zur Unterstützung wurde von SPD, CDU und der FDP nach Angaben des Blogs der Greifswalder Grünen am Mittwochabend, dem 15. September, abgelehnt. Die Sozialdemokraten stimmten dem Antrag der Partei Die Linke inhaltlich im wesentlichen zwar zu, verwiesen jedoch auf den bestehenden Koalitionsvertrag mit der CDU. Diese wiederum unterstützt die Pläne der Bundesregierung.
Proteste für den Atomausstieg und gegen neue Castoren nach Lubmin in Greifswald
Im Juli fanden auch in Greifswald und Lubmin Proteste gegen die gegenwärtige Energiepolitik der Bundesregierung statt. Zwar richteten sie sich primär gegen den bevorstehenden Castor-Transport, allerdings machten die Demonstrantinnen und Demonstranten mit der Forderung „Atomausstieg jetzt!“ darauf aufmerksam, dass es bei den Veranstaltungen nicht allein um den Castor-Transport, sondern generell um einen Ausstieg aus der Stromerzeugung aus Uran gehe. Ulrich Rose kündigte auf dem Grünen-Blog eine weitere Demonstration für die Abschaltung von Atomkraftwerken an. Am 31. Oktober soll dann vom Wasser aus demonstriert werden, indem möglichst viele Schiffe vor die Lubminer Seebrücke fahren. Gegner der Atomenergie wollen dann mehrere Transparente entrollen.
Die Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley im Mai 2010 in Greifswald.
Die Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley erlag am Samstag, dem 11. September im Alter von 65 Jahren einem Krebsleiden. Sie ist am 24. Mai 1945 in Berlin geboren und studierte 1969 an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, nachdem sie nach ihrem Abitur 1963 eine Ausbildung zur Industriekauffrau abgeschlossen hatte. 1970 heiratete sie den Maler Dietrich Bohley, vier Jahre später arbeitete sie als freischaffende Künstlerin. Francesco de Goya und Käthe Kollwitz waren nach eigenen Angaben ihre künstlerischen Vorbilder. Im Jahre 1979 wurde Bohley schließlich in die Sektionsleitung Malerei und in den Bezirksvorstand des Verbandes Bildender Künstler der DDR gewählt, drei Jahre später aus diesem jedoch ausgeschlossen, nachdem sie die unabhängige Initiativgruppe „Frauen für den Frieden“ gründete.
Nachdem ihr „landesverräterliche Nachrichtenübermittlung“ vorgeworfen wurde, kam sie zusammen mit Ulrike Poppe in Untersuchungshaft in Berlin-Hohenschönhausen. Der Vorwurf wurde von Seiten des Ministeriums für Staatssicherheit mit Kontakten Bohleys zu den Grünen der Bundesrepublik Deutschland begründet.
Ab etwa 1985 engagierte sich die Bürgerrechtlerin zunehmend für Rechte wie Meinungs- und Pressefreiheit und war Mitbegründerin der „Initiative [für] Frieden und Menschenrechte“. Nachdem sie 1988 zwischenzeitlich aus der DDR ausgewiesen wurde, jedoch im August wieder zurück kehrte, war sie 1989 Initiatorin der Bürgerrechtsbewegung „Neues Forum“. Fünf Jahre später wurde sie für ihr Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, zehn Jahre nach der Wiedervereinigung mit dem Nationalpreis.
Bis zuletzt ein kritischer Zeitgeist
Auch nach der Wiedervereinigung 1990 zeigte Bärbel Bohley bürgerrechtliches Engagement. So unterstützte sie beispielsweise Opfer des Jugoslawienkrieges im Rahmen der von ihr gegründeten Bärbel-Bohley-Stiftung und scheute, ganz im Gegensatz zu manch anderen DDR-Bürgerrechtlern nicht davor zurück, die neuen politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse kritisch zu hinterfragen. So fällt sie in einem Gespräch mit Johannes Wächter vor etwa einem Jahr folgendes Urteil über das Bildungswesen in der Bundesrepublik:
Unser Bildungswesen fördert das Stillhalten: Die Kinder in der Hauptschule sollen akzeptieren, dass sie in einer anderen Etage groß werden als die Kinder auf dem Gymnasium. Die Chancengleichheit lässt nach; auch das ist Unterdrückung.
Die Organisatorinnen und Organisatoren des internationalen Studentenfestivals in Greifswald, GrIStuF, boten ihr an, die Schirmherrschaft für die diesjährige Veranstaltung zu übernehmen. „Ich war irgendwie gerührt, dass mich die jungen Leute gefragt haben, ob ich dass machen möchte. Ich muss sagen, dass ich schon gar nicht mehr daran dachte, dass sich noch jemand an uns erinnert. Das war dann natürlich klar, dass ich sowas mache. Ich finde es natürlich auch sehr schön, wenn junge Menschen aus der ganzen Welt hierher kommen, um zusammen etwas auf die Beine zu stellen“ begründete die Bürgerrechtlerin in einem webMoritz-Interview am 29. Mai die Entscheidung, das Angebot der Studentinnen und Studenten anzunehmen. In ihrer Eröffnungsrede wandte sie sich dem GrIStuF-Motto „Responsability“- Verantwortung, folgend, anschließend mit folgenden Worten an die Gäste:
„Wir alle haben eine Verantwortung über Generationen hinweg, und manchmal müssen wir die Alten an den Müllhaufen erinnern, den sie uns hinterlassen haben und den wir nur gemeinsam aufräumen können. (…) Ich möchte mit einem Spruch von Laotse schließen: ‚Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das was wir nicht tun.
In diesem Sinne: Lasst uns alle unsere Verantwortung wahrnehmen. Ich glaube an die Bürgerbewegung und die zivile Gesellschaft weltweit, denn nur die Menschen auf der Strasse wissen, was für sie wichtig ist!“
„Studenten sind das Salz in der Suppe“
Bärbel Bohley (m.) und Christa Wolf (r.) während einer Montagsdemo 1989.
Über Studentinnen und Studenten meinte sie, dass sie es seien, die „wach sein“ und „hingucken und sich beteiligen“ müssten. „Studenten sind natürlich das Salz in der Suppe, wenn man es so nennen will“, meinte Bohley dem webMoritz gegenüber. Obwohl sie – nicht zuletzt aufgrund ihrer Erfahrungen mit der Vorgängerpartei SED – vor allem der Linkspartei ablehnend gegenüber steht, blieb sie bis zuletzt im politisch linken Spektrum verankert. „Es wäre ja schön, wenn man in Deutschland eine ehrliche Linke Alternative hätte, weil ich denke, dass es eine solche braucht.“ Im Süddeutsche Magazin musste sich zwanzig Jahre nach dem Sturz der SED-Regierung auch das neue politische und gesellschaftliche System ihrer Kritik unterziehen. „Wachsen als Selbstzweck ist kein Gesellschaftsmodell. Was soll daran zukunftsträchtig sein, sich wie in einem Hamsterrad abzustrampeln?“ Über die gesellschaftlichen Veränderungen der vergangenen Jahre fand die Bürgerrechtlerin vor etwa einem Jahr während des selben Gespräches auch eher wenig positive Worte:
„Als ich im vergangenen [Anm. Autor: 2008] Jahr zurückkam, fiel mir auf, dass die Beziehungen zwischen den Menschen kälter geworden sind. Die Leute haben schicke Sachen an, aber leere Gesichter. Es herrscht eine zunehmende Vereinzelung, und es ist eine gesellschaftliche Aufgabe, das den Leuten bewusst zu machen. Wenn sie das erkennen, werden sie sich mehr für ihre Interessen engagieren und die Gestaltung dieses Landes nicht nur der Politik überlassen.“
Politiker zeigen sich bestürzt über den Tod Bärbel Bohleys und drücken ihr Beileid aus. Der Süddeutschen Zeitung zufolge habe Bundeskanzlerin Angela Merkel die Bürgerrechtlerin „als eine der bedeutenden Stimmen der Freiheit“ gewürdigt, und sei „zutiefst betroffen“ gewesen. Unerschrocken sei sie ihren Weg gegangen. Für viele sei ihr Mut und ihre Geradlinigkeit beispielhaft gewesen.
Die Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Renate Künast und Jürgen Trittin meinten, Bohley werde „uns immer in Erinnerung bleiben, als eine, die beharrlich für Freiheit kämpfte, als das noch mit wirklichen Gefahren verbunden war und wirklichen Mut erforderte.“
Fotos: Patrice Wangen (Bärbel Bohley Mai 2010), Marco Wagner (großes Aufmacherbild), Wikipedia (Bärbel Bohley 1989).
Ein Xylophonspiel erklingt als Filmmusik und die um 90 Grad gedrehte Kamera fängt einen fließenden Fluss ein. Darauf treibt ein kleines aus Rinde gebautes Floß mit dem Strom. Der Urheber des Spielzeugs ist nicht zu erkennen. Während dabei unauffällig die Filmcredits eingeblendet werden, zeigt der Film „Troubled Water“ seinen Zuschauern schon in den ersten Minuten, welche Stimmung in den kommenden fast zwei Stunden zu erwarten ist.
Und dann kommt plötzlich der Stimmungsbruch. Ausschnitthaft wird die Vorgeschichte dargestellt. Ohne Erklärung darüber, wer zu sehen ist und warum die Protagonisten so handeln, wie sie handeln. Als Zuschauer schämt man sich fast für seine voyeuristische Nähe. Erklärt wird das Aufeinandertreffen zwischen den beiden Figuren Jan Thomas und Agnes mit dem Publikum erst im Verlauf des Films.
Agnes geht nachmittags mit ihrem Sohn spazieren und lässt den Kinderwagen kurz unaufbesichtigt. Jan Thomas ist zum falschen Moment am gleichen Ort, geht erst langsam, dann schneller flüchtend mit dem Kinderwagen weg, um sich in Agnes´ Handtasche zu vergreifen. Ihr Sohn ist die ganze Zeit dabei. Und dann geschieht ein Unglück. Das Kind ist tot.
Muttergefühle statt Rache
Kann eine Mutter dem Schuldigen den Tod ihres Kindes verzeihen? Das Rechtssystem kann Jan Thomas nicht ewig wegsperren. Er wird wegen guter Führung freigelassen und bei diesen Bildern ist schon nicht mehr klar, warum der Junge eigentlich starb. Jan Thomas ist nicht der typische Verbrecher.
Der Einstieg in die Gesellschaft wird ihm leicht gemacht. Als Organist beginnt Jan Thomas sofort nach der Haftentlassung sein weiteres Leben. Und schon beim ersten Orgelspiel des Protagonisten ist die innerliche Anspannung des äußerlich Ruhigen nicht mehr zu übersehen.
Jan Thomas´ Leben verläuft oberflächlich betrachtet so, als wenn es seine Vergangenheit nicht geben würde. Doch in immer kürzeren Abständen tritt Agnes, deren Name bis dahin eigentlich noch nicht bekannt ist, in Erscheinung. Würde der Film des Regisseurs Erik Poppe nicht nach rund der Hälfte der Spielzeit einen Wechsel der Erzählperspektive machen, man könnte glauben in einer Rachegeschichte zu verweilen. Rache an Jan Thomas von der Mutter. „Troubled Water“ ist aber keine Rachegeschichte.
Nicht nur der Blickwinkel wird verändert. Auch die Handlung setzt zeitlich wieder früher ein. Nun entdeckt der Zuschauer die vorher schon gesehene Resozialisierung von Jan Thomas durch Agnes´ Augen, die diesen zufällig in der Kirche musizieren hört. Und genauso wie Agnes den damals minderjährigen Jan Thomas wieder erkennt, so ergibt der zweite Blick auf das schon bekannte so viele neue Informationen, dass zwar nicht eine Figur gegenüber der anderen an Sympathie gewinnt, doch das Leiden mit beiden Protagonisten zur gefühlten Gefangenschaft in dieser Filmwelt führt.
Michael Moore besucht Filmfestivals
Regisseur Erik Poppe schließt mit „Troubled Water“ seine sogenannte Oslo-Trilogie ab. „Schpaaa“ (1998) und „Hawaii, Oslo“ (2004) waren die ersten beiden Teile. Dass der Film als norwegisch zu klassifizieren ist, kann nicht behauptet werden. Denn obwohl der Film in Norwegen in der Landessprache mit skandinavischen Darstellern gedreht wurde, kann sich diese Geschichte überall abspielen. Dies ist eine der Qualitäten des Films.
Alec Baldwin (links, Jury-Mitglied) und Erik Poppe (rechts, Regisseur)
Eigentlich könnten nämlich Filme wie „Troubled Water“, die auf internationalen Filmfestivals herumgereicht werden und somit einem teilweise überheblichen, weil filmkanonisierenden Rezipientenkreis vorgeführt werden, als intellektuelles Kopfkino abgetan werden. Und wenn im Jahr 2010 ein Lob des US-amerikanischen Dokumentarfilmers und Politikaktivisten Michael Moore („Der absolut beste Film den ich seit Jahren gesehen habe!“) als notwendige Anpreisung eines Films in allen Werberatschlägen veröffentlicht wird, dann kann man im Falle von „De Unsynlige“ wie das Werk im Original heißt, nur ein bedauern ausdrücken.
Denn die vielen Filmfestivalteilnahmenund Filmpreisgewinne haben den Film nicht einer breiten Masse außerhalb Norwegens bekannt gemacht und Michael Moore schreckt heute mehr Menschen ab, als noch in den jungen Jahren des Jahrzehnts, in dem in vielen Regalen sein Buch „Stupid White Men“ zu finden war.
Bis zum Monat Juni haben nur rund 25.000 Zuschauer in Deutschland eine Kinokarte für den Film gelöst. Verglichen mit den verkauften Kinotickets in Norwegen (102.489) ist „Troubled Water“ in Deutschland untergegangen. Zwar ist der Film damit noch meilenweit vom Erfolg des Geschichtsfilms „Max Manus“ (1.161.997 Zuschauer bei rund 4,9 Millionen Einwohnern) in Norwegen entfernt gewesen. Doch Quantität heißt nicht zwangsläufig auch Qualität und umgekehrt. Jedenfalls in Hinsicht des Konstrukts Erfolg.
Als Empfehlung für einen guten Filmabend darf „Troubled Water“ trotz Moore´scher Lobpreisung und der unzähligen Teilnahme an Nicht-A-Filmfestivals angesehen werden. Und obwohl es sich um einen Film mit geringem kommerziellen Potential handelt, lässt sich auf der DVD noch mehr entdecken als man es einem kleinen Label (KOOL Filmdistribution) zutrauen würde. Neben der deutschen Sprache, kann das Werk auch im norwegischen Originalton begutachtet werden. Dies hilft vor allem, den spürbar herben deutschen Synchronsprecher von Jan Thomas ignorieren zu können. Für den des Norwegischen nicht Mächtigen helfen dabei deutsche und französische(!) Untertitel. Außerdem lassen sich geschnittene Szenen im Bonusmaterial finden, die im Film aber auch nicht vermisst wurden, weil „Troubled Water“ genau die richtige Fließgeschwindigkeit – wie das Boot in der Anfangsszene – besitzt, damit das Filmziel eines beeindruckenden Dramas über Vergeben und Versöhnen erreicht werden konnte.
Filmdaten
Titel: Troubled Water (norwegischer Originaltitel: de Usynlige)
Norwegen 2008, 116 Minuten
Regie: Erik Poppe
Darsteller: Pal Sverre Valheim Hagen, Trine Dyrholm, Ellen Dorit Petersen
Deutscher Kinostart: 18.03.2010
DVD-Verkaufsstart: 27.08.2010
DVD-Bonusmaterial: Geschnittene Szenen (15 Minuten), Musikvideo „Aftenlandet“ mit Jan Garbarek und Mari Boine, Diashow mit Bildern von den Dreharbeiten, 14 Trailer für andere Filme des DVD-Labels Good!Movies
Bilder
KOOL Filmdistribution (Filmbild), Norwegian Film Institute (Preisverleihung in Hamptons, USA)
Vor einem Monat begann die vorlesungsfreie Zeit und sie dauert noch bis Oktober an. Viele von euch verbringen diese Zeit hoffentlich nicht nur in der Uni-Bibliothek, sondern auch an den Stränden in Mecklenburg-Vorpommern, in verschiedenen Städten oder in fernen Ländern. Das ist gut, denn das webMoritz-Team möchte von euch wissen: Wie habt ihr die vorlesungsfreie Zeit verlebt? Wo wart ihr im Urlaub? Habt ihr etwas Außergewöhnliches erlebt oder gesehen?
Am Strand in Lubmin.
Dann erzählt uns davon und schickt uns eure schönsten Fotos und/oder einen lesenswerten Reisebericht! Belohnt wird das Ganze natürlich auch: Gelungene Beiträge und Fotos werden auf dem webMoritz veröffentlicht, das beste Bild und das die interessanteste Reportage werden mit jeweils 20 Euro ausgezeichnet.
Mitmachen könnt ihr bis zum 15. September. Schreibt uns einfach eine E-Mail und schickt uns eure Beiträge an: web@moritz-medien.de. Wir sind gespannt!
Fotos: Christine Fratzke, Kilian Dorner (Foto zum Artikel)
Teilnahmebedingungen: Mitglieder der moritz Medien sind vom Foto- und Reiseberichtswettbewerb ausgeschlossen. Den Gewinner ermittelt die webMoritz-Redaktion. Der Einsendeschluss ist der 15. September 2010.
Partnerschaftsvertrag zwischen Greifswald und Sczcecin (Stettin)
Am Freitag, dem 20 August wird um 12 Uhr in der Aula der Ernst-Moritz-Arndt Universität die langjährige Freundschaft zwischen der westpommerschen Stadt Sczeczin (Stettin) und Greifswald mit einem Partnerschaftsvertrag besiegelt. Bereits seit 1996 findet zwischen beiden Städten ein reger kultureller Austausch statt.
Langjährige Zusammenarbeit bei Kulturprojekten
Greifswald und Stettin sind nicht nur durch gemeinsame historische Wurzeln, sondern auch durch eine stetige Zusammenarbeit in den Bereichen Kunst, Fremdenverkehr und Theater miteinander verbunden. So entstand beispielsweise die neue Dauerausstellung im Pommerschen Landesmuseum in enger Zusammenarbeit mit dem Nationalmuseum in Stettin. Greifswald wiederum will die polnische Stadt bei der Bewerbung um den Titel „Kulturhauptstadt Europas“ 2016 mit Kooperationsprojekten verschiedener kultureller Einrichtungen, Vereine und Initiativen unterstützen. Zudem findet in Greifswald alljährlich der „polenmARkT“ statt, ein Projekt, das den kulturellen Austausch und die Völkerfreundschaft zwischen Polen und Deutschland fördern soll.
Ziel der Städtepartnerschaft ist neben der Stärkung der guten Beziehungen zwischen Deutschland und Polen vor allem die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen beiden Städten in den Bereichen Wissenschaft und Bildung, Kultur und Soziales, Maritimes und Segeln.
Im Bereich Wissenschaft und Bildung soll vor allem die in der Vergangenheit geführte Zusammenarbeit zwischen der Universität Sczcecin, der Pommerschen Akademie für Medizin in Sczecin mit der Greifswalder Universität sowie zwischen anderen Hochschulen, Forschungsinstituten, Schulen und anderen Wissenschaftlichen Einrichtungen intensiviert werden.
Intensivierung der Zusammenarbeit mit Nationalmuseum Sczcecin
Zudem wird eine Weiterentwicklung der Zusammenarbeit zwischen dem Nationalmuseum Sczcecin und dem Pommerschen Landesmuseum in Greifswald sowie zwischen kulturellen Vereinen und Initiativen zwischen beiden Städten angestrebt. Im maritimen Bereich sollen künftig gemeinsame Veranstaltungen organisiert werden. Besonderes Augenmerk wird dabei auf das Segeln gelegt. Der Greifswalder Museumshafen soll dabei besondere Berücksichtigung finden.
Die Initiative für die Städtepartnerschaft ist von Szczecin ausgegangen. Am 28. Juni stimmte die Greifswalder Bürgerschaft dem Angebot des polnischen Nachbarn zu. Bei der Besiegelung der Städtepartnerschaft zwischen Greifswald und Szczecin werden neben Oberbürgermeister Dr. Arthur König und dem Szczeciner Stadtpräsidenten Piotr Krzystek auch Erwin Sellering, Ministerpräsident des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Wladyslaw Husejko, Marschall der Wojewodschaft Westpommern sowie Marcin Zydorowicz, Wojewode Westpommerns anwesend sein. Darüber hinaus werden sich Ministerpräsident Sellering und die polnischen Gäste um 11 Uhr im Rathaus in das Goldene Buch der Stadt Greifswald eintragen.
Kurzportrait Sczcecin (Stettin)
Stettin ist mit etwa 400.000 Einwohnern die größte Stadt Pommerns. Sie ist Ende des 12. Jahrhunderts aus einer wendischen und zwei benachbarten deutschen Siedlungen hervorgegangen. 1243 verlieh der pommersche Herzog von Barnim der Siedlung das Stadtrecht. Nachdem Ende des 13. Jahrhunderts die Aufnahme der Stadt in die Hanse erfolgte, machte Herzog Otto I. Stettin 1309 zur Residenzstadt Pommerns.
1570 wurde durch den Stettiner Friedenskongress der Nordische Siebenjährige Krieg beendet. Herzog Johann Friedrich verlieh mit der Umgestaltung des Schlosses im Renaissancestil weitestgehend sein heutiges Antlitz. Mit Bogislaw XIV. starb 1637 der letzte Greifenherzog in Stettin.
Von 1630/ 37 bis 1713/ 20 stand Stettin unter schwedischer Verwaltung. Im Zuge des Stockholmer Friedens fiel die Stadt an Preußen, nachdem Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. sie bereits seit 1713 besetzte. Unter preußischer Regie wurde die Stettin zum Verwaltungszentrum Pommerns und zur Garnisonsstadt ausgebaut. 1815 wurde sie schließlich Hauptstadt der Provinz Pommern, nachdem Schweden ihre pommerschen Gebiete in Folge des Wiener Kongresses an Preußen abtreten musste. Die Stadt wurde, nachdem sie unter Preußen zur Hauptstadt der Provinz Pommern erhoben wurde, weiter zum administrativen und pädagogischen Zentrum der Region ausgebaut.
1940 waren Stettiner Juden die ersten, die ins besetzte Polen deportiert wurden. Vier Jahre später erfolgte durch britische Bomber die Retourkutsche für den Angriffskrieg der Nationalsozialisten und richtete innerhalb der Innenstadt große Schäden an. Die Altstadt wurde zu 90%, die übrigen Stadtteile zu 70% durch die Angriffe zerstört. Am 26. April 1945 befreite die Rote Armee Stettin schließlich vom Nationalsozialismus.
In Folge des von der Nationalsozialistischen Dikatur vom Zaun gebrochenen – und für Deutschland verlorenen – zweiten Weltkrieges zwischen 1939 und 1945 musste das besetzte Deutschland Stettin schließlich an Polen abtreten. Einheimische Deutscher Abstammung mussten Stettin verlassen und wurden per Bierut-Dekrete zwangsumgesiedelt. Bereits im Vorfeld flohen zahlreiche Stettiner nach Greifswald.
Innerhalb der neugegründeten Volksrepublik Polen erfolgte ein Wiederaufbau der Stadt, nun unter dem Namen Sczcecin. 1955 wurde der Hafen von der Sowjetunion in polnische Verwaltung übergeben.
Zwischen 1970 und 1980 wurde die Industriestadt zur Keimzelle der Gewerkschaftsbewegung Solidarnosc. Am 27. Mai 1990 erfolgte die erste demokratische Kommunalwahl in Sczcecin. Im Zuge der Verwaltungsreform von 1999 wurde die Wojewodschaft Westpommern geschaffen und Sczcecin zur Hauptstadt dieser gemacht.
Heute ist die Stadt die siebentgrößte Polens. Neben einem der größten Ostseehäfen sind hier eine Universität und mehrere Hochschulen angesiedelt.
Fotos: Christine Fratzke (Galerie, Aufmacher), Marco Wagner (Partnerschaftsvertrag)