von Oliver Wunder | 30.10.2008
Gestern begannen am Staatlichen Amt für Umwelt und Natur (StAUN) in Greifswald die Erörterungen zum Genehmigungsverfahren des geplanten Steinkohlekraftwerkes Lubmin. 9.000 Einwendungen von Kraftwerksgegnern liegen vor und müssen nun durch die Behörde geprüft werden. 13 Verhandlungstage hat die Behörde bis Mitte November angesetzt, um diese Enwendungen zu klären.
Den Beamten, Vetretern von DONG Energy sowie den Gegnern steht also ein harter Verhandlungsmarathon bevor. Wegen dem erwarteten öffentlichen Interesse hat das StAUN im Gewerbegebiet Ziegelhof extra ein großes Zelt mit bis zu 1.700 Plätzen aufbauen lassen.
Vor dem Beginn der Erörterungen fand in Greifswald eine Demonstration gegen das Kraftwerk statt. Der Demonstrationszug zog dabei vom Fischmarkt bis direkt vor das Zelt. Dort blieben dann auch die meisten der Teilnehmenden, um an den Anhörungen teilzunehmen. Insgesamt nahmen zwischen 200 (MVregio) und 500 (MZ) Personen an der Demonstration teil. Diese wurde von einem großen Team an Pressevertretern begleitet. Auch die Tagesschau berichtete ausführlich über die Demo.
Derweil ist während der Anhörung ein Schreiben des Sozialministeriums Mecklenburg-Vorpommerns überraschend öffentlich geworden. Demnach könnte durch die geplante Kühlwassereinleitung die Vermehrung eines gefährliches Bakteriums gefördert werden. Lubmin würde somit seinen Status als Seebad verlieren. Dies hätte auch zur Folge, dass dem Land MV durch die Verschlechterung der Badewasserqualität ein Bußgeld in Höhe von bis zu 329 Millionen Euro jährlich drohen könnte.
Moritz TV wird sich in seiner nächsten Sendung, die hier hier auf dem webMoritz ab dem 9. November sehen könnt, dem Thema ausführlich widmen. Dabei werden auch Bilder der Demo gezeigt.
Bildquelle: Moritz TV
von radio 98eins | 29.10.2008
Das Magazin – Am Puls der Stadt – ab 19.00 Uhr
Heute hört Ihr im Magazin wie immer die Spotlights, die CD der Woche, heute von Zuhause, und die Veranstaltungstipps. Dazu einen informativen, kurzen Bericht über den Beginn der Anhörung zur Genehmigung des Steinkohlekraftwerkes in Lubmin. Dazu kommt die Kino-Rubrik, heute unter anderem mit der Vorstellung des Films „Anonyma – Eine Frau in Berlin“. Moderiert wird die Sendung von Michael Steinke.
Goodmorning Sunshine – ab 20.00 Uhr
Angesichts der bevorstehenden Präsidentschaftswahlen, startet die Sendung mit einem Klassiker aus dem Jahre 1983: Blowfly mit „First black President“. Es folgt ein „Black Poem“, erschienen auf dem neuen Nigeria 70 Sampler, untermalt mit fresher Mucke vom Beat Konducter und der Ogyiwaya Show Band. Desweiteren hört Ihr Neuerscheinungen u.a. von Shitao und Dendemann. Ab 20.30 Uhr gibt sich Lee Perry die Ehre, Euch von seinen Überzeugungen zu berichten, sowie etwas hausgemachte Musik zu präsentieren. In der zweiten Stunde wird Euch ein schöner Mix mit Neuerscheinungen aus dem Monat Oktober unterhalten, wo Ihr unter anderem Musik von Black Milk, LMNO, Madlib und Kev Brown hören werdet. Leider muss die Livemoderation von Sarah und Leo heute ausfallen, stattdessen werdet Ihr selten, nicht oft, den schrecklichen Sprachcomputer Logox4 hören. Hoffentlich geht das gut!
Sternstunde – Magazin für europäische Politik – ab 22.00 Uhr
Auch heute beschäftigt sich die Sternstunde mit der politischen, ökonomischen und kulturellen Integration Europas. Dabei werden aktuelle Fragen und Probleme ebenso thematisiert wie Rückblicke auf die Geschichte geworfen. Außerdem führt Euch wieder ein Album einer europäischen, nicht Englisch singenden Band durch die Sendung.
von Jockel Schmidt | 28.10.2008
weird kickin electronic music – no lapdog!
„Ich weiss was zu tun ist- ich bin eine scheppernde Rockband ohne Gitarre. Ich bin ein Orchester im Fleischwolf in Miniaturausführung, der Dirigent dreht am Rad. Das Orchester auch. Ich bin das Orchester. Ich bin der Dirigent. Der Dirigent ist eine Frau. Ehrenamtlich. Die Pauken in doppelter Besetzung. Frau Electronic Rockband, die auf unter und hinter einen Tisch passt. Und das alles mitten ins Herz. No Computers – no safety? Ich fühle.“
Mitunter erinnert sich die eine oder andere noch an die Berliner Noiseformation „Das zuckende Vakuum“. Das war die Wirkungsstätte Tonia Reehs, bevor sie zu Monotekktoni wurde. Vor etwa fünf Wochen erschien das mittlerweile vierte Album ihrer Eine-Frau-Elektronik-Armee – der scheppernden Rockband ohne Gitarre, wie sie sich selbst beschreibt. Sie ist die Verkörperung eines popkulturellen hauptstädtischen Sektors, irgendwo zwischen Prekariat, Gentrifizierung und Ladyfest. (mehr …)
von Sandra Kutz | 28.10.2008
Nicht viel lässt auf das bevorstehende Ereignis schließen. Vor dem Audimax stehen nur wenig Fahrräder und keine Menschenseele ist zu sehen. Dabei betrieb der AStA im Vorfeld intensiv Werbung.
Im Audimax findet heute die inzwischen siebte Greifswalder 24-Stunden Vorlesung statt. Die Erste organisierten Studenten im Jahr 2002 als Reaktion auf vom Land geplanten massiven Stellenkürzungen an der Universität.
Es geht los. Um 18 Uhr steht zunächst Landes-Bildungsminister Henry Tesch auf dem Plan. Er spricht über die besondere Beziehung Mecklenburg-Vorpommerns zu Israel und insbesondere über die Internationale Schule für Holocaust-Studien Yad Vashem. In dem Vortrag eröffnet der Bildungsminister seine ganz persönliche Beziehung zu diesem Projekt. Sein Vortrag enthält private Foto und Anekdoten seines Israelaufenthaltes. Im noch halbgefüllten Hörsaal herrscht eine lockere Atmosphäre. Einige Studenten sind irritiert über das Thema. Sie hätten sich mehr zu aktuellen Landespolitischen Themen erhofft, etwa der umstrittenen Einführung von 50 Euro Verwaltungsgebühren (webMoritz berichtete).

Schlaf mein Kind... Nicht alle hielten durch. Die 24 Stunden Vorlesung hielten manche nicht stand (Symbolbild); Bildquelle: AndiH via Flickr
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von Sandra Kutz | 28.10.2008
Das Studententheater Greifswald präsentiert am 31. Oktober um 20 Uhr in der Mensa am Schießwall das Theaterstück „Die Nacht der Puppen“, ein Gastspiel der Freien Bühne Düsseldorf.
Lars Krückeberg, Gründer und Leiter der Freien Bühne Düsseldorf ist verantwortlicher Regisseur des Stücks. Sowohl die Romanvorlage des Spaniers Fernando Arrabal, als auch die szenische Umsetzung des vielgelobten Krückebergs lassen auf schwer verdaulichen, aber mitreißenden Theaterabend schließen.
Ein kurzer Auszug aus der Story:
Protagonist Cavanosa lernt im Park ein junges Mädchen kennen: Ihr gesteht er den Mord an seiner Mutter. Ängstlich und fasziniert zugleich bleibt sie bei ihm. Es entsteht eine Abhängigkeitsbeziehung. Auch seine durch Grausamkeiten geprägte Beziehung zur Mutter enthüllt sich dem Zuschauer nach und nach.

Theaterplakat
Die schockierende Inszenierung wird im heimischen Rheinland nach Angaben der Künstler mit positiven Kritiken überhäuft und auch vom Theaterpublikum gefeiert. Das Ensemble klingt vielversprechend: Das Land Nordrhein-Westfalen prämierte zwei Schauspieler als beste Nachwuchsdarsteller 2007.
Sollte jedoch am Reformationstag keine Zeit für einen Theaterbesuch sein, wird es eine weitere Aufführung der „Nacht der Puppen“ am Samstag, den 1. November, um 20 Uhr im IKuWo geben.

Ankündigung
Allerdings kann man nur am Freitagabend in der Mensa nach der Aufführung die musikalischen Lokalhelden „Naked Neighbours on TV“ und „Pazifika“ live erleben. Die Naked Neighbours werden – wie bereits von vergangenen Konzerten bekannt – ihre Musik, die sowohl aus Indie- als auch aus Post-Rock-Elementen besteht, mit Visuals untermalen. Es wird also sowohl akustisch als auch optisch einiges geboten.
Sollte dann noch immer nicht genug sein, findet nach den Konzerten eine Party statt.
Kosten: regulär 7 Euro, ermäßigt 5 Euro.
Links zu den Bands:
Link zur Theaterinszenierung: