von Archiv | 12.07.2007
Eine weltweit erfolgreiche Kinderbuchautorin aus Deutschland treibt es nach Ansicht ihres US-Verlags zu bunt: Weil auf zwei Illustrationen nackte Haut zu sehen ist, müsse nachgebessert werden. Besser nicht, entschied die Autorin.
von Archiv | 12.07.2007
Top Musik, gute Location, aber wenig los: Dieser Eindruck zieht sich auch durch die O-Töne, die Radio 98eins auf der Veranstaltung von Bands und Zuschauern gesammelt hat. Eine kleine Auswahl davon gibt es hier zu lesen…
[b]Die Künstler zu [i]wissen rockt.[/i]:[/b]
„Durch die Backsteinmauern gab es einen sehr guten Sound auf der Bühne. Man fühlte sich so richtig als Musiker…“
Philipp von Fertig, Los!
„Ja, die Stimmung war… relaxt… entspannt… unaufgewühlt… aber schön!“
Roman Fischer
„Das Konzert hat uns sehr gefallen. Wir fanden es nur schade, dass relativ wenig Leute für ein Festival da waren. Das ist vor allem schade für die Veranstaltung…“
Tele
[b]Stimmen aus dem Publikum:[/b]
„Wir sind Schüler, stehen auf Rock und wollen einfach Spaß haben!“
„Wir sind als musikbegeisterte Familie hier und kommen aus der Nähe von Berlin. Wir wollten unbedingt Roman Fischer und Tele mal live sehen!“
„Ich bin Studentin hier und habe nicht besseres zu tun…“ [lacht]
„Ich bin momentan etwas demotiviert, da noch so wenig Leute da sind… hoffe es wird noch besser.“
„Ich bin vor allem hier um ein paar neue Bands kennen zu lernen.“
„Ziemlich coole Location, sehenswerte Bands… leider etwas wenig los.“
„Schade dass es so leer ist, aber trotzdem ein schöner Abend!“
Vielen Dank an Anika Schleicher und Sebastian Häussler von Radio 98eins für die Bereitstellung der Aufnahmen!
Geschrieben von Robin Drefs
von Archiv | 12.07.2007
Am 07.07.07 fand zum insgesamt zweiten Mal das Festival [i]wissen rockt. in Greifswald statt. 7 Bands, 7 Stunden Musik auf dem Universitätsinnenhof, 7 Euro Eintritt – aber trotz guter Musik stimmungsmäßig kein 7. Himmel. Mögliche Gründe dafür und warum es sich trotzdem gelohnt hat: Ein Erfahrungsbericht.
Der Wetterumschwung kam wie gerufen: Am Abend des sechsten Juli schien die Regenfront der vorangegangenen Woche sich endgültig ausgetobt zu haben. Gute Voraussetzungen also für die zweite Auflage von wissen rockt. nach der Premiere zum Uni-Jubiläum im letzten Jahr. Diesmal stand die Veranstaltung unter besonderer Beobachtung: Bei entsprechendem Erfolg ließe sich wissen rockt in Zukunft regelmäßig etablieren, hieß es im Vorfeld. Da dies in jedem Fall einen Gewinn für Greifswald als Stadt und Studentenmetropole darstellen würde, konnte man wissen rockt. 07 also nur das Beste wünschen.
Musikalisch zumindest hatten die Organisatoren eine exzellente Auswahl getroffen. Obwohl mit Ausnahme der Berliner Truppe Tele die Künstler größtenteils unbekannt waren, gab es durchweg gute Qualität auf die Ohren. Den Auftakt bildeten die lokalen Bands Somsara aus Greifswald und Straight Away aus Demmin als Gewinner des Bandwettbewerbs konTAKT. Während Somara eher härtere Töne anschlug, überzeugten Straight Away mit melodischem Pop-Rock im Stile der Goo Goo Dolls. Danach standen Fertig, Los! Aus München auf dem Plan, die mit spaßig moderiertem Deutschrock für gute Laune sorgten und die Merchandise-Frage gleich von der Bühne aus klärten. Es folgten Roman Fischer und seine Band: Musikalischer Hochglanz auf sechs Füßen, ein instrumentales wie stimmliches Klangspektrum à la Muse – endlich konnte man mehr als nur eine Handvoll Zuschauer vor der Bühne sehen.
Im Anschluss gab es mit Tele die wohl am heißesten erwartete Band des Abends zu bewundern. Mit einer sympathischen Bühnenshow und ausgereiften Melodien zum Mitsingen schuf die Berliner Band eine passende Wohlfühlatmosphäre zur anbrechenden Dämmerung. Den gelungenen Abschluss des Konzerts auf dem Innenhof bildete die bislang noch unbekannte schwedische Truppe The Domus, die mit elektronisch angehauchtem Rock und spontan angewandten Deutschkenntnissen das Publikum für sich gewinnen konnten. Auf der After-Show-Party im TV-Club ließen es dann Klez.e trotz ungünstiger Raum- und Klangbedingungen noch einmal krachen, deren Album „Flimmern“ jüngst vom SPIEGEL zu den zehn wichtigsten Alben des Jahres 2006 gekürt wurde – zurecht, wie der mitreißende Auftritt bewies.
Die sehr positive musikalische Erfahrung war aber leider die meiste Zeit getrübt: Zu keinem Zeitpunkt konnte man atmosphärisch von einem echten Festival sprechen. Der Universitätsinnenhof bot zwar ein schönes Panorama, war aber die ersten Stunden der Veranstaltung bis auf ein paar verteilte Grüppchen praktisch leergefegt. Erst ab dem Auftritt von Roman Fischer – mehr als drei Stunden nach Beginn des Konzerts – tat sich im Bereich vor der Bühne etwas. Auch bei Tele, die die meisten Zuschauer anzogen, hatte man trotz ausgezeichneter Stimmung immer noch das Gefühl, dass der Veranstaltungsort für das kleine Publikum von ein paar Hundert Leuten überdimensioniert war.
Gründe für die niedrigen Besucherzahlen lassen sich nicht eindeutig benennen. Drei andere, zeitgleiche Großveranstaltungen in der Region könnten einen Einfluss gehabt haben. Das Wetter war im Vorfeld zwar wechselhaft, allerdings blieb es den ganzen Tag trocken und auch nicht zu kühl. Der Preis war mit 5 Euro im Vorverkauf und 7 Euro an der Abendkasse mehr als gerechtfertigt, und auch die Nähe zur Prüfungszeit wird wohl kaum einen Studenten abgehalten haben. Eine wesentliche Rolle wird die mangelnde öffentliche Präsenz im Vorfeld gespielt haben: Viele der befragten Anwesenden gaben an, mit Ausnahme persönlicher Empfehlungen kaum wirksame Werbung für wissen rockt. wahrgenommen zu haben.
Trotz der Leere in den Rängen war wissen rockt. 07 aber kein finanzieller Misserfolg – schwarze Zahlen lassen auf eine Wiederholung im nächsten Jahr hoffen. Wenn es dann wieder gelingt, ähnlich gute Bands zu gewinnen, hat wissen rockt. mit Sicherheit eine langfristige Chance. Denn auch wenn es keine ausgelassene Festivalstimmung gab, haben sich Künstler und Publikum ihren Spaß nicht nehmen lassen und dafür gesorgt, dass man den Eintrittspreis nicht bereuen musste. Nichtsdestotrotz muss für eine Neuauflage unbedingt Wert darauf gelegt werden, mehr Leute zu mobilisieren als es den Organisatoren in diesem Jahr gelungen ist – schließlich ist es erst das Publikum, das aus einem einfachen Konzert ein Festival macht.
Geschrieben von Robin Drefs
von Archiv | 12.07.2007
ZEIT-Kolumnist Adam Soboczynski las am Mittwoch im Koeppenhaus aus seinem Buch ?Polski Tango?. Eine bereichernde Lesung, die einen ganz neuen Blick auf das Nachbarland Polen eröffnete.
Witze, Klischees, Politik – Polen ist ein Nachbarland, über das sich viel streiten und erzählen lässt. Aber auch herzlich lachen. Dies zumindest bewiesen die Zuhörer bei der Lesung von Adam Soboczynski am vergangenen Mittwoch im Literaturzentrum Vorpommern.
Trotz des strömenden Regens machten sich viele auf den Weg um den Journalisten der Wochenzeitung lesend aus seinem 2006 erschienen Buch ?Polski Tango? zu erleben. Ein delikates Ereignis.
Zwar hat Soboczynski im Alter von 6 Jahren sein Geburtsland mit seinen Eltern verlassen, doch kehrte er 20 Jahre später auf einer Reise nach Polen wieder zurück. Diesmal als Suchender und Journalist.
Mit feinem Witz und sprachlich ausgefeilten Beobachtungen erzählt der Träger des Axel-Springer-Journalistenpreises von 2005 in ?Polski Tango? behutsam von Menschen, ja Nachbarn und ihre jeweilige Welt.
?Das Buch ist keine Selbstaufarbeitung, sondern steht stellvertretend für viele?, stelle Soboczynski klar. Viele meint jene mit vergleichbaren Biografien in den achtziger Jahren.
Rege Wortbeiträge gestalteten die moderierte Veranstaltung mit. Selbst hinsichtlich des Witzes. Soboczynski berichtete von einen Gespräch mit Jens Bisky, dem Sohn des Parteivorsitzenden Lothar Biskys von Die Linke, über Polenwitze. Fazit: ?Die Unterschiede sind gering. Das Klischee über Polen ist alt und tradiert?, erklärt der Kolumnist. ?Soll ich noch etwas lesen?? Zuspruch erfolgt mit einem regen, wenn auch kurzen Gemurmel.
Geschichten über anfängliche Sprachbarrieren am Rhein, einen Lehrer, der die Rolle Polens kurz nach der Wiedervereinigung in seinem Unterricht anhand einer Ausgabe des Times Magazine unterstreicht, aber auch über Hundesalons im Norden Berlins brachten die auf allen Stühlen sitzenden Zuhörer zum Schmunzeln oder halblauten Auflachen.
?Es kommt mir immer wieder auf die Zuspitzung von Klischees an?, bemerkt Adam Soboczynski mit einem weichen Tonfall in der Stimme. ?Nichts ist langweiliger als diese Verständnisliteratur.? Denn nie wollte er ein Buch aus einem Komplex von bestehenden deutsch-polnischen Missverständnissen heraus schreiben.
?Es ist besser, wenn ich über- anstatt untertreibe?, meint der Autor.
Überlegt sachlich reagierte er auf Fragen über das Aufwachsen in der Bundesrepublik als Sohn eingewandeter polnischer Eltern, die sich aus Charme aus dem gesellschaftlichen Leben zurückzogen. Dies nicht allein.
?Die Brüche der Vergangenheit sollten die Kinder durch ihre Leistungen kitten?, gibt Soboczynski zu bedenken. ?Es ist schwierig, auf solche Fragen zu antworten.?
Wie anregend der Abend war, zeigt die Pause, in der eine Frau den Autor im Zwiegespräch vor offenem Fenster an etwas erinnerte: Denn Polen galt einst auch als ein Sehnsuchtsort. Geschrieben von Uwe Roßner
von Archiv | 09.07.2007
Der Doppelgänger der Mickymaus im Kinderfernsehen in Palästina wird in der letzten Folge von einem „israelischem Terroristen? totgeprügelt.