von Archiv | 02.05.2007
Seit die Nationalsozialisten den ″Tag der Arbeit″ 1933 zum gesetzlichen Feiertag erklärt hatten, gehen alljährlich alle Bevölkerungsschichten auf die Straße, um ihrem politischen Willen Ausdruck zu verleihen. Friedlich, bewusst und bestimmt sollten die Demonstrationen sein. Ohne Angst vor staatlichen Repressionen und ohne Druck. Nachdem 1987 ein Brandstifter einen Bolle-Supermarkt niedergebrannt hatte und die Tat der linken Szene zugeschrieben wurde, hat sich das Bild des 1. Mai jedoch ergreifend geändert. Seitdem wird der 1. Mai mit Chaos und Zerstörung gleichgesetzt, da linke und autonome Extremisten seit 20 Jahren ihre politischen Forderungen in rohe Gewalt umsetzen.
Der 1. Mai 2007 in Neubrandenburg scheint indes eine neue Entwicklung zu beschreiben. Eine Entwicklung, die vor zwei Jahren begann und die allem Anschein nach zu mehr politischer Meinungsäußerung, mehr Festlichkeit und weniger Gewalt führt.
Der Demonstrationszug der NPD, der gegen 12:00 Uhr begann, konnte im Wesentlichen ungestört verlaufen. Die Route verlief im Randbereich Neubrandenburgs und wurde angeführt vom Landesvorsitzenden der NPD in Mecklenburg-Vorpommern Udo Pastörs.
Die linke Szene sammelte sich um 10:00 Uhr und versuchte, den Zug der NPD bis zu dessen offiziellem Ende um 20:00 Uhr zu stören oder gar zu verhindern. Außerdem marschierte die ‚Front Deutscher Äpfel‘ zwischen 11:00 Uhr und 12:00 Uhr, um lautstark und satirisch die nationale Ideologie zu karikieren.
Die Demonstration der NPD wurde von der linken Szene so beeinflusst, dass teilweise die Marschroute geändert werden musste, da Sitzblockaden ein Weiterkommen der NPD verhinderten. Um ca. 16:00 Uhr wurde die Demonstration der NPD beendet. Die Mitglieder der rechtsorientierten Partei wurden unter Polizeischutz zum Bahnhof geführt und geschützt, bis sie abfuhren.
Damit war der 1. Mai in Neubrandenburg insgesamt ein sehr ausgewogener, kaum gewaltreicher Protesttag. Die Demonstranten hatten, bis auf gelegentliche Störungen und Routenänderungen, Gelegenheit, ihre politische Meinung kundzutun. Die Polizei hat sich vollständig zurückgenommen und verfolgt weiterhin die seit einigen Jahren angewandte Strategie der Passivität und Streitschlichtung. Eingegriffen wurde nur in wenigen Fällen, polizeilicher Gewahrsam nur in besonderen Situationen ausgesprochen.
Negativ fielen vor allem die neubrandenburger Bürger auf, weil sie sich kaum am Protest gegen die NPD beteiligten. Einzig die Stadt brachte ihren Protest zum Ausdruck, indem sie versuchte, den Demonstrationszug der NPD zu verbieten und sich durch ein Banner am Rathaus eindeutig von der rechten Szene distanzierte.
Der 1. Mai wurde ein offizieller Feiertag, damit sich jeder deutsche Bürger an der politischen Willensverkündung beteiligen konnte und in der Lage war, für seine Interessen zu demonstrieren, egal welche Interessen er vertritt. In der vergangenen Zeit ist dieses Bild stark ins Wanken geraten. Es kommt jetzt darauf an, dass alle Deutschen den derzeitigen Trend der friedlichen Demonstration aufrecht erhalten, damit in Zukunft alle Bürger ihre politischen Interessen auch verkünden wollen, und nicht nur können.
Für mehr Informationen steht die
Fotostrecke zur Verfügung.
von Archiv | 29.04.2007
Im Studentenclub an der Jahnstraße liegen Licht und Schatten eng beieinander – im wahrsten Sinne des Wortes. Alles über den Kampf mit dem Lichtschalter und seine Folgen…
Der durchschnittliche Homo Sapiens hat im Grunde eine recht positive Einstellung zum Thema „Licht“. Auch ohne das theoretische Wissen um die schiere Notwendigkeit von ein bisschen Helligkeit finden wir Licht doch irgendwie gut – selbst wenn sich so manche schwarz gekleidete Person das eher selten eingesteht. Selbst die nordeuropäische Sonnenbrandfraktion springt allsommerlich über ihren selten sichtbaren Schatten und mag es auch gern einmal etwas greller.
Dennoch gibt es bestimmte Domänen, in denen grelles Licht einfach nicht sonderlich populär war, ist und auch niemals sein wird. Fotolabors gehören dazu. Öffentliche Saunen auch. An erster Stelle stehen aber ungeschlagen Clubs, Discos, Tanzschuppen oder wie auch sonst man einen Ort bezeichnen will, an dem sich junge und – meist leider nur subjektiv – jung gebliebene Leute tummeln und unter Alkoholgenuss ihre Körper verbiegen. Trotzdem stellt sich eine Institution der Nachtszene in Greifswald diesem Prinzip seit geraumer Zeit wagemutig entgegen: Der Geographenkeller.
Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass im Geokeller die grundsätzlich recht schummrige Atmosphäre mindestens fünfmal in der Stunde durch beißendes Halogengewitter angereichert werden muss. Die Fragen nach Grund und Auslöser dieses exzentrischen Sachverhaltes stellen sich prompt, und zumindest letztere lässt sich schnell beantworten: Die Anbringung der Deckenlichtschalter auf Ellbogenhöhe direkt neben einem viel benutzten Durchlass ist einfach strategisch nicht die denkbar schlauste Option.
Nichtsdestotrotz hält der Geokeller an diesem interessanten Beleuchtungskonzept fest – womöglich aus Imagegründen? Denn welcher andere Studentenclub kann schon mit einer Do-It-Yourself-Lichtanlage aufwarten. Und doch mag auch dieses Argument nicht ganz darüber hinwegtäuschen, dass man einen Clubbesuch, im Speziellen den Geokellerbesuch, aus ästhetischen Gründen lieber im Halbdunklen genießen sollte. Die kleinen Räume und niedrigen Decken, gepaart mit meistens durchaus tanzbarer Musik, führen im Laufe der Nacht praktisch zwangsläufig zu triefenden Klamotten, verlaufenem Make-up und debil grinsenden Gesichtern. Im Dunklen alles kein Problem, bei Festbeleuchtung aber wünscht man sich spontan den Einsturz des Gebäudes zum Schutze des Rests der Menschheit herbei. Das Licht ist zwar meistens nach ein paar Augenblicken wieder aus, nur haben die Augen in diesem Moment schon genug geblickt um sich schreckgeweitet einem neuen Tanzpartner zuzuwenden – was ja irgendwie für alle Beteiligten keine schöne Sache ist.
Deshalb, liebes Geokeller-Team: Bitte rettet uns, diejenigen, die Freitag für Freitag in den Geokeller pilgern, auf der Suche nach billigem Becks und Bratwurst mit Toast! Uns, die dem Geokeller alle musikalischen Verirrungen verzeihen, weil wir ja wissen, dass gegen Ende sowieso immer all die Lieder gespielt werden, die wir hören wollen! Uns, denen nur noch eines zum Glück fehlt: Ein bisschen Dunkelheit…Geschrieben von Robin Drefs
von Archiv | 22.04.2007
Die Nachricht, dass Tom Cruise den Grafen von Stauffenberg spielen soll, wäre ein guter Witz, wenn sie nicht ein schlechter wäre…
von Archiv | 22.04.2007
BWL oder Jura studieren kann jeder. Mutige Studenten in Großbritannien wählen deswegen exotische Kurse wie Bierbrauen, Surfen oder Golfspielen: Die Abschlüsse sind als Mickey-Mouse-Diplome verschrien – bieten aber überraschend gute Jobchancen…
von Archiv | 22.04.2007
Wer Videobotschaften ins Web stellt, kann auch E-Mails beantworten, dachte sich ein Brandenburger Student und richtete eine Homepage mit Fragen an Angela Merkel ein. Die Überraschung: Die Kanzlerin antwortete und er verdient nun damit Geld…