Die Olympischen Sommerspiele in Paris haben begonnen und ich freue mich wie eine Weltmeisterin! Hier findet ihr ein bisschen Hintergrundwissen zu den Spielen und Gründe dafür, sich mit mir über Olympia zu freuen.
Lorbeerkranz, Olivenkranz und Selleriekranz – antike Vorgänger
Die Olympischen Spiele sind das größte Sportereignis weltweit – und das älteste. Der Name und die Tradition der Wettkämpfe sind aus der Antike überliefert. Zu Ehren der griechischen Götter wurden sportliche Wettkämpfe an bestimmten religiösen Kultstätten abgehalten, an denen Kämpfer aus ganz Griechenland – deshalb auch der Name „panhellenische Wettkämpfe/Spiele“ – anreisten und gegeneinander kämpften. Die Spiele fanden zwischen 776 v. Chr. und 393 n. Chr. im griechischen Olympia, Delphi, Korinth und Nemea statt, waren verschiedenen Göttern gewidmet und wurden auch unterschiedlich oft abgehalten. Die Olympischen Spiele ehrten Zeus und eröffneten den als ‚Olympiade‘ bezeichneten Vierjahreszyklus. Die phytischen Spiele in Delphi ehrten im dritten Jahr einer Olympiade den Gott Apollon, die nemeischen Spiele galten wieder Zeus, jeweils im zweiten und vierten Jahr einer Olympiade und die isthmischen Spiele in Korinth waren Poseidon im jeweils ersten und dritten Jahr gewidmet. Die Disziplinen variierten von Ort zu Ort, wie auch die Siegerehrung. Wir haben sicher alle schon einmal gehört, dass die Olympioniken (d.h. die Gewinner der Olympischen Spiele) mit einem Lorbeerkranz gekürt wurden. Tatsächlich gab es diesen Lorbeerkranz lediglich in Delphi, in Olympia bekamen die Sieger einen Olivenkranz. In Korinth wurde zunächst ein Holunder- und später ein Fichtenkranz überreicht und Sieger in Nemea bekamen einen Selleriekranz. Ich frage mich ob die Sieger auch immer in die Kränze reingebissen haben, wie es die modernen Olympionik*innen mit ihren Medaillen tun…
Obwohl die Spiele von der Olympischen Waffenruhe und friedlichem Wettstreit gekennzeichnet waren, sahen sie anfangs noch sehr militärisch aus. Die Teilnehmer kämpften nämlich in voller Kriegsmontur gegeneinander. Später aber wurde ein Bekleidungsverbot ausgesprochen, welches ab den 95. Olympischen Spielen (400 v. Chr.) sogar für die Trainer galt, weil sich bei den Spielen zuvor nämlich eine Frau als Trainer eingeschlichen hatte, obwohl es (verheirateten) Frauen verboten war, die Spiele anzuschauen. Dabei konnten Frauen sogar Olympiasiegerinnen werden: Kyniska aus Sparta war die Besitzerin der Pferde, die 396 und 392 v. Chr. den Sieg im Viergespannrennen holten. Sie gilt bis heute als die früheste weibliche Olympiasiegerin.
Die Wettkämpfe wurden in athletische, musische und hippische Wettkämpfe unterteilt, wobei letztere die Pferderennen bezeichnen. Die bekanntesten musischen Wettkämpfe fanden in Delphi statt – kein Wunder, denn der Gott Delphis, Apollon, war der Gott der Künste. Bei den phytischen Spielen gab es also neben Schauspiel-, Tanz- und Malwettbewerben Disziplinen wie: „eine Hymne an den Gott Apollon“ und „Flötenspiel mit und ohne Gesang“. Ich gehe davon aus, dass bei den musischen Wettkämpfen andere Männer als bei den athletischen Wettkämpfen angetreten sind, finde aber auch den Gedanken von der Kombination sehr witzig: Stellt euch mal vor, Usain Bolt müsste vor dem Wettrennen an einem Rapbattle teilnehmen oder Malaika Mihambo würde nach dem Weitsprung eine Gitarre hervorholen und anfangen Wonderwall zu singen!
Im Jahr 394 n. Chr. verbot der römische Kaiser Theodosius I. alle heidnischen Zeremonien, wozu auch die verschiedenen Spiele zählten. Wie sehr sich die Griechen an dieses Verbot gehalten haben ist unklar, denn archäologische Untersuchungen haben Hinweise darauf gefunden, dass noch im 6. Jahrhundert Wettkämpfe in Olympia stattfanden, wenn auch in bescheideneren Maßen. Aber spätestens mit der slawischen Landnahme in Griechenland im frühen 7. Jahrhundert war es dann erstmal vorbei mit den olympischen Spielen.
Die olympischen Spiele der Neuzeit
Die Faszination von Olympia, überliefert durch antike Schriften und, nach der Wiederentdeckung der Olympischen Spielstätte 1766 und dem Beginn der archäologischen Arbeiten 1875, durch zahlreiche Artefakte, hielt sich über mehrere Jahrhunderte. Zahlreiche Versuche, die Spiele wiederzubeleben, wurden unternommen. Baron Pierre de Coubertin gründete 1890 das International Olympic Committee und kreierte das Format, das wir heute noch kennen: Olympische Spiele, alle vier Jahre im Sommer und jedes Jahr in einem anderen Land.
Die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit fanden 1896 in Athen statt: 241 Athleten aus 14 Ländern kämpften in 43 Events gegeneinander. Vier Jahre später in Paris waren es bereits 95 Events, in denen 997 Athlet*innen (22 Frauen) aus 24 Ländern antraten. Die Olympischen Spiele gewannen an Popularität und wuchsen stetig zu den Ausmaßen, die sie heute haben, jedoch nicht ohne Schwierigkeiten. Bereits nach zwanzig Jahren, also nur fünf Spielen, mussten die Spiele das erste Mal ausfallen, denn Berlin, der geplante Austragungsort, war 1916 mit anderen Dingen beschäftigt, genau wie Tokio im Sommer 1940 und London 1944. Genau genommen sind die diesjährigen Sommerspiele auch erst die dreißigsten Sommerspiele, aber die durch die Weltkriege verhinderten Spiele werden mitgezählt, also schreibt sich Frankreich die 33. Austragung Olympias auf die Fahne.
1921 kamen die Veranstalter der Olympischen Spiele dann auf die Idee, eine Winterversion der Spiele zu veranstalten, inspiriert von den skandinavischen Nordiska Spel (Nordic Games), bei denen Wettkämpfe u.a. im Skilaufen und -springen, Eishockey und -kunstlaufen abgehalten wurden. Zunächst sollten die Winterspiele immer im gleichen Jahr und im gleichen Land wie die Sommerspiele stattfinden, aber inzwischen hat es sich etabliert, die Spiele zwei Jahre vor (bzw. nach) den Winterspielen in einem anderen Land als die Sommerspiele zu organisieren. Die nächsten olympischen Winterspiele werden im Februar 2026 in Italien stattfinden. Die Paralympics gibt es seit 1960; dieses Jahr werden die paralympischen Spiele vom 28. August bis zum 8. September in Paris stattfinden.
Die 33. olympischen Sommerspiele in Paris
Vom 26. Juli bis zum 11. August werden ca. 10.500 Athlet*innen aus 206 Ländern in 32 Sportarten gegeneinander antreten. Das deutsche Team hat 471 Sportler*innen nach Frankreich geschickt, darunter sechs Athlet*innen aus MV: zu den Olympischen Spielen fahren Jette Müller (eine Wasserspringerin aus Rostock), Max John (Ruderachter aus Rostock) und Claudine Vita (Diskuswerferin aus Neubrandenburg) und zu den Paralympics fahren die Judokämpferin Ramona Brussig aus Schwerin, der Ruderer Marcus Klemp aus Rostock und die Leichtathletin Lindy Ave aus Greifswald. Bei den verschiedenen Veranstaltungen werden Millionen von Zuschauenden erwartet. Livestreams und Tageszusammenfassungen gibt es dann in der ZDF Mediathek (allerdings erstmal nur für Olympia, wo man die Paralympics schauen kann, ist mir noch nicht klar).
Die offizielle Eröffnung der Olympischen Spiele ist zwar am Freitag, den 26. Juli, tatsächlich begannen die ersten Wettkämpfe aber bereits am Mittwoch, den 24. Juli. Am Mittwoch fanden gleichzeitig die Fußball- und Rugbyspiele der Männer statt und am Donnerstag ging es mit Rugby (Männer) und Bogenschießen weiter. Am Donnerstag waren beim Fußball und Handball (Frauen) auch deutsche Athletinnen dabei. Die Eröffnungsfeier nimmt den gesamten Freitag in Beschlag, aber am Samstag geht es sehr vielseitig weiter. Unter anderem finden die Qualifikationen im Turnen (Männer) und im Skaten statt. Einen detaillierten Zeitplan findet ihr hier.
Obwohl die Olympischen Spiele der Neuzeit bereits zum dritten Mal in Paris stattfinden, gibt es auch dieses Jahr wieder einige Neuerungen: Zum ersten Mal sind Break Dance und Kitesurfen Olympische Disziplinen und bei den Disziplinen Skaten, Surfen und Sportklettern, die bei den Sommerspielen in Tokyo eingeführt wurden, wurden die Regeln und Wettkämpfe überarbeitet. Die Surfwettbewerbe gehen auch deshalb in die Olympische Geschichte ein, weil sie zum Teil (das Wellensurfen) in Tahiti stattfinden und damit einen neuen Rekord für die größte Distanz (15 000 km) zwischen der Gastgeberstadt und dem Wettbewerbsort aufstellen.
Der Großteil der Wettbewerbe findet in Paris statt, einige wurden jedoch ausgelagert. In Versailles finden die Reitwettbewerbe statt, gesegelt, kite- und windgesurft wird im mediterranen Marseille, und Handball wird in Lille, im Nordosten Frankreichs, gespielt. Dabei weckt kein Veranstaltungsort so viel Aufsehen wie die Seine. Der Fluss, der sich durch die französische Hauptstadt schlängelt, soll nicht nur Bühne für die Eröffnungszeremonie sein, sondern auch Arena für die Triathlet*innen und Marathonschwimmer*innen. Dabei war seit rund 100 Jahren das Baden im Fluss verboten. Grund dafür ist die geringe Wasserqualität, genauer gesagt die hohe Belastung durch Krankheitserreger. Bei starkem Regen und hohem Wasserstand ist es besonders schlimm und der dabei entstehende Gestank trägt zum schlechten Image der Seine bei. Frankreich hat 1,4 Milliarden Euro in Projekte zur Reinigung der Seine investiert, in Kläranlagen, Abwassersysteme und Regenrückhaltebecken in und um Paris. Diese Maßnahmen sollen die Wasserqualität stark verbessern, sodass nicht nur die Athlet*innen, sondern langfristig auch die Pariser*innen, dort schwimmen können sollen. Der langfristige Erfolg der Maßnahmen ist noch unklar. Noch Anfang des Monats konstatierten Behörden eine hohe Bakterienlast. Auch starker Regen würde eine örtliche oder zeitliche Verlagerung für die Olympischen Wettkämpfe aufgrund der verschlechterten Wasserqualität erfordern.
Warum ich mich (trotzdem) auf die Olympischen Spiele freue
Bis jetzt war dieser Artikel viel Fakt und wenig Liebeserklärung, und es ist schwer, nach Beschreibung der Seine-Problematik den Bogen zu positiven Aspekten der Spiele zu spannen, aber nicht unmöglich. Denn hinter den Bemühungen für den spektakulären Austragungsort für den Schwimmmarathon kann man die Funktion der Olympischen Spiele als Motor für Erneuerung und Nachhaltigkeitsbemühungen erahnen. Natürlich ist es schwierig, ein solches Massenevent mit Millionen von erwarteten Zuschauer*innen nachhaltig zu gestalten, aber es scheint von Seite der Organisation auf jeden Fall ein Bewusstsein für die Problematik zu geben: 95% der Wettkampfstätten waren bereits vorhanden sodass nur wenig neugebaut wurde, und bei dem neugebauten Olympischen Dorf wurden auch viele Arbeitsplätze vor Ort geschaffen. Und wenn es gelingt, durch den Bau des Olympischen Dorfes die Wohn- und Lebenssituation in dem Pariser Vorort langfristig zu verbessern und die Seine zu einem Ort für Sport und Erholung zu machen, ist das durchaus positiv!
Mit den Bildern von Horden von Fußballfans im Hinterkopf erhoffe ich mir ein weniger nationalistisch aufgeladenes Sportereignis. Zwar sind Nationalzeichen in Form der Flaggen überall (übrigens wunderbar zum Flaggenlernen!), aber bei Olympia steht nicht das Land, sondern die Einzelperson und ihre sportliche Leistung im Fokus. Wen ich anfeuere, entscheide ich bei jedem Wettkampf neu, und die Flagge hinter dem Namen spielt eine geringere Rolle als das Charisma, das die Athlet*innen an den Start bringen.
Über den Sport lernt man ständig neue Athlet*innen kennen und bekommt eine neue Perspektive auf fremde Länder. Wusstet ihr zum Beispiel, dass Fiji seit Einführung der Rugby-Disziplin (Männer) immer Gold gewonnen hat? Oder das Südkorea seit 1988 immer beim Bogenschießen gewonnen hat? Aus Sportarten wie Rugby kann man das Erbe des Commonwealth erkennen und aus Disziplinen wie Segeln und Surfen die geographischen Merkmale der Länder. Und mit Ländern, von denen man zuvor wenig oder vor allem Negatives gehört hat, verbindet man auf einmal bestimmte Sportler*innen und Sportarten.
Der Olympische Traum besagt, dass jede*r mit genügend Talent und Einsatz Olympiasieger*in werden kann. Und auch wenn mir bewusst ist, dass die Teilnahme an den Olympischen Spielen ein großes Privileg ist – nicht jede*r kann sich das Training und teures Equipment leisten, von den Kosten der Anreise zu Olympia und anderen Wettbewerben mal ganz zu schweigen – möchte ich gerne an diesem Traum von Chancengleichheit festhalten.
Olympia ist voll von inspirierenden Geschichten und Personen, wie die Schwimmerin Yusra Mardini, die aus Syrien flüchtete und 2016 in Rio an den olympischen Spielen teilnahm. Die meisten Sportler*innen mussten hart für ihren Sieg arbeiten, viele hatten mit schwerwiegenden Verletzungen zu kämpfen und inspirieren Zuschauer*innen und junge Fans weltweit, nicht aufzugeben. Weiterhin zeigen die Olympinik*innen, dass Sportlichkeit viele Formen hat.
Das beste an Olympia ist die große Menge an Events: 32 Sportarten und 48 Disziplinen. Irgendetwas Interessantes kann man dabei immer finden, und oft wird man überrascht, was man interessant findet. Außerhalb von Olympia wäre ich wohl nie auf die Idee gekommen, mir Rugby- oder Hockeyspiele anzuschauen, aber jetzt bin ich ein großer Fan – auch wenn ich Rugby immer noch nicht ganz verstehe.
Gerade solche Sportarten, die man eher nicht aus dem Schulsport kennt – Breaking, Skateboarding, Schießen, Synchronschwimmen, Surfen – faszinieren mich sehr, außerdem macht es eine große Freude sich diese Sportarten mit Freund*innen anzuschauen und seine eigenen Regeln aufzustellen. Während der Olympischen Spiele kann man alles zur Olympischen Disziplin machen, dann machen auch die langweiligsten Aufgaben Spaß: Sportstaubsaugen, Kunstspülen und Synchronwäscheaufhängen; die Redaktionsarbeit wird zum moritz.schen Fünfkampf (Tickern, Layouten, web.woche, Schreiben und Lektorieren). Der Zauber von Olympia ist überall und ich weiß: Egal wer wie viele Medaillen gewinnt, es wird ein Sommermärchen.
Angelockt von nordischen Klängen ist Luise für einen Master in Skandinavistik und Kulturwissenschaften aus dem flachen Münsterland ins flachere Vorpommern gezogen. Sie weiß viel zu viel über norwegischen Hiphop und prokrastiniert, indem sie zu Hochschulpolitik recherchiert. On all levels except physical ist sie ein Waschbär.
Die Temperaturen steigen, die Frühblüher bahnen sich ihren Weg aus der Erde und der jährliche Citylauf steht schon bald vor der Tür. Doch nicht nur der Citylauf steht an: Auch die Laufcup-Serie nimmt wieder Fahrt auf. Ihr habt noch nie von der Laufcup-Serie gehört? Dann ändern wir das einmal!
Jedes Jahr findet über das Jahr verteilt die Laufcup-Serie der HSG Uni Greifswald Abteilung Triathlon/Laufgruppe statt. Auch in diesem Jahr wird es wieder verschiedene Termine geben, an denen man die Laufschuhe binden und um die Wette rennen kann. Insgesamt werden fünf Termine und vier verschiedene Wettbewerbe angeboten. Hierbei wird nicht in Altersklassen, sondern lediglich nach Geschlechtern unterschieden – bei den Paarwettbewerben gibt es zusätzlich noch die Mixed-Teams.
Die Wettbewerbe sind unterteilt in den Halbstundenlauf, den Stundenlauf sowie der Halbstundenpaar- und Stundenpaarlauf. Die Dauer sollte damit klar sein: 30 Minuten oder 60 Minuten. Am Ende zählen die zurückgelegten Kilometer in der entsprechenden Zeit.
Es werden Preise für das Tages- und das Gesamtpodium vergeben. Für die Plätze 1-3 gibt es Urkunden sowie Gutscheine von Sport 2000 für die Sieger*innen. Die Gesamtwertung ergibt sich aus einer Punkteverteilung für die einzelnen Tagesergebnisse. Dabei werden für den 1. Platz 50 Punkte, für den 2. Platz 45 Punkte und den 3. Platz 40 Punkte vergeben. Die nachfolgenden Plätze erhalten 39 Punkte, 38 Punkte, 37 Punkte – es ist logisch und nachvollziehbar, oder?
Um dann wiederum in der Gesamtwertung berücksichtigt zu werden, muss man an mindestens drei Läufen teilgenommen haben. Nimmt man an allen fünf Läufen teil, so wird das schlechteste Ergebnis gestrichen. Sollte es zu einem Gleichstand der Punkte kommen, wird in zweiter Wertung nach der zurückgelegten Strecke entschieden.
Die Termine der Laufcup-Serie liegen immer an einem Mittwoch. Die Anmeldung findet jeweils ab 17 Uhr statt. Der Startschuss erfolgt jeweils um 18 Uhr. Die Termine gibt es im Überblick:
22. März 2023
19. April 2023
18. Oktober 2023
15. November 2023
6. Dezember 2023
Die Teilnahmegebühren belaufen sich auf 1 € pro Lauf für Kinder und Jugendliche unter 20. Wer also nach dem 01.01.2003 geboren ist, gilt als U20 Starter*in. Alle Personen, die davor geboren sind, zahlen 4 € pro Start. Bei den Paarläufer*innen zahlt diesen Betrag jede*r Partner*in.
Das Wichtigste auf einen Blick Was? Laufcup-Serie 2023 der HSG Uni Greifswald Welche Wettbewerbe? Stunden- & Halbstundenlauf, Stundenpaar- und Halbstundenpaarlauf Wann? 22. März (19. April, 18. Oktober, 15. November und 6. Dezember) Wo? Volksstadion, Karl-Liebknecht-Ring 2 Kosten? pro Lauf: 1 € für U20, 4 € für Ü20
Letztes Semester konnte die Nachtschicht ihr Post-Corona Revival feiern. Auch im aktuellen Wintersemester soll die Nachtschicht wieder stattfinden. Dabei handelt es sich um eine Schnitzeljagd durch Greifswald, organisiert vom ESN LEI.
Am 19. November ist es wieder soweit: Mit Fahrrädern und messerscharfem Verstand bewaffnet warten alle Teilnehmer*innen in ihren Teams am Rubenowdenkmal auf den Startschuss. Von hier aus geht es Rätsel für Rätsel durch Greifswald. Dabei sind einige harte Nüsse zu knacken. Zum Glück gibt es an einer Zwischenstation Kuchen und Getränke, um den Energiespeicher wieder aufzufüllen. Nach weiteren Rätseln kommen alle Teams an der Endstation an. Auch hier gibt es natürlich Verpflegung. Zum Schluss, wenn alle die Reise bewältigt haben, werden die Besten noch in einer kleinen Siegerehrung gewürdigt.
Ihr wollt dabei sein? Dann meldet euch als Team mit 3-5 Mitgliedern bis zum 16. November bei nachtschicht.hgw@gmail.com an. Wichtig dabei sind Teamname, Anzahl und Kontaktnummer. Die Teilnahmegebür liegt bei 5€ pro Person und umfasst auch die Verpflegung. Denkt daran, euer Fahrrad mitzunehmen.
Das Wichtigste auf einen Blick: Was? Schnitzeljagd auf Fahrrädern durch Greifswald Wann? 19.11. 12Uhr Anmeldung bis zum 16.11. Wo? Treffpunkt: Rubenowplatz
Paddeln, Trommeln, Feiern. Letzten Samstag fand das 20. Drachenbootfest statt, welches jedes Jahr durch den HSG Uni Greifswald e.V. veranstaltet wird. Die Stimmung war ausgelassen. Vom Ryck her hörte man die Trommeln und lautes Zählen. Es war gutes Wetter und überall waren verschwitzte, gut gelaunte Gesichter zu sehen.
Von der Kleinen Hafenstraße bis zum Kanucenter, kurz vor dem sandigen Teil des Treidelpfads, standen Pavillons aufgebaut. Sie gehörten den 23 Teams, die für das Drachenbootfest angereist sind. Inklusive des hauseigenen Teams, dem HSG Uni Greifswald Verbooten, traten somit 21 Teams in der Mixed Kategorie und drei Teams in der Ladies Kategorie gegeneinander an. Gefahren wurden viermal die Kurzstrecken über 250 m und einmal die Langstrecke über 1.350 m. Während es einige Sport-Teams gab, traten auch einige Fun-Teams an, welche sich extra für das Drachenbootfest gebildet hatten und erst kurz zuvor mit dem Training angefangen hatten. Die Teamnamen waren zum Teil sehr kreativ, so stieß man auf die Virusjäger, NBS Bugwelle oder die Seewespe. Auch ich habe als Teil des Hausteams am Drachenbootfest teilgenommen.
Was ist ein Drachenboot?
Ein Drachenboot ist ein langes, offenes Paddelboot mit zehn Bänken, auf denen jeweils zwei Personen nebeneinander Platz nehmen können. Hinten im Boot steht der*die Steuermann*Steuerfrau und hält das Boot auf Kurs. Außerdem kommt, zumindest bei Wettkämpfen, noch ein*e Trommler*in hinzu, der*die vorne im Boot mit dem Rücken in Fahrtrichtung sitzt und im Takt der Paddler*innen auf der ersten Bank, der Schlagbank, auf eine dicke runde Trommel schlägt und so den Rhythmus unterstützt. Dazwischen sitzen bis zu 20 Paddler*innen, die möglichst im selben Rhythmus und mit richtiger Technik paddeln. Auf diese Weise wird das Boot in Fahrt gebracht. Vor allem Frequenz, Synchronität und Kraft entscheiden dabei über die Geschwindigkeit.
Wie laufen die Rennen ab?
Die ersten beiden Rennen in der Kurzstrecke waren die Vorläufe, bei der die jeweils bessere Zeit eines Teams darüber entschieden hat, ob das Team im Fun-Cup oder im Sport-Cup antrat. Anschließend wurde pro Team ein Zwischenlauf gefahren. Dessen Zeit wurde mit der besseren Zeit aus dem Vorlauf addiert und entschied darüber, in welchem Finale das Team landete. Im Finallauf traten jeweils drei Teams gegeneinander an, zuvor waren es immer nur zwei Teams gewesen. Je nachdem, in welchem Finale die Teams gegeneinander antraten, fuhren die Teams nun um drei Platzierungen in der endgültigen Rangliste. Bei der Langstrecke fuhren immer jeweils drei Teams von der Brücke im Hafen bis vor das Kanu-Center.
Vor dem Kanucenter ist eine Menge los
Ich selbst bin erst seit April beim Drachenboot dabei. Durch einen Hochschulsportkurs hatte ich die Möglichkeit bekommen, direkt beim Vereinstraining mitzumachen. Anfangs hatte ich ehrlich gesagt kaum eine Ahnung, was ein Drachenboot überhaupt ist oder wie es funktioniert, aber ich wollte gerne einen Wassersport machen und das passte gut in meinen Wochenplan. Und nun macht es mir so viel Spaß, dass ich entschieden habe, auch nach diesem Semester ein Teil des Teams zu bleiben. Das Team besteht aus (Wahl-)Greifswalder*innen aller Altersklassen und trainiert ein- bis zweimal die Woche auf dem Ryck.
Da in unserem Team mehr Paddler*innen waren, als beim Drachenbootfest zugelassen, mussten sich drei von uns abwechseln. Eine davon war ich, sodass ich letztendlich nur eine Kurzstrecke und die Langstrecke bei meinem Team mitgefahren bin. Dafür konnte ich aber noch bei anderen Teams aushelfen, die nicht genügend Paddlerinnen hatten. So bin ich drei Kurzstrecken bei den Spreepoint Dragons aus Berlin mitgefahren und eine Kurzstrecke bei der Seewespe, dem Team des FSR Biowissenschaften. So konnte ich letztendlich trotzdem sehr viele Rennen fahren und es war auch toll, mal bei anderen Teams reinzuschnuppern.
Ausrichten, Stechen, Ziehen, Umsetzen. Die Technik wurde im Training schon zigmal geübt, aber ob sie bei mir schon so richtig sitzt, da bin ich mir noch nicht sicher. So ganz automatisch geht es noch nicht. Aber während des Kurzstreckenrennens ist keine Zeit, um die eigene Technik zu überprüfen. Da kann nur darauf geachtet werden, dass die Frequenz stimmt, denn nur dann sind wir synchron und das ist bei einem Rennen erstmal das wichtigste. Ich habe ca. einen Monat zuvor schon einmal bei einem Rennen mitgemacht. Da kamen mir die 250 m sehr lang vor, doch diesmal ist es anders. Diesmal achte ich auch nicht mehr auf die Strecke, ich achte nur auf die Leute im Boot. Konzentriere mich allein aufs Paddeln, darauf, im richtigen Takt zu sein. Mein Fokus ist allein auf dem Rennen, alle anderen Gedanken sind verschwunden. Plötzlich kommt mir die Strecke deutlich kürzer vor.
Mein erstes Rennen an diesem Tag war gleich bei einem anderen Team, bei den Spreepoint Dragons. Allerdings fühlte es sich sehr seltsam an. Irgendwie kam ich mehrmals aus dem Takt und ließ mich davon verwirren, dass mein Paddel beim Umsetzten immer wieder gegen das Wasser schlug, das von den Paddeln vor mir hochspritzte. So sollte es nicht sein. Hinterher hatte ich ein schlechtes Gewissen. Obwohl sie sich bei mir bedankt hatten und mich sogar gleich wieder für die nächsten Rennen angefragt hatten, wusste ich doch, dass ich nicht sehr gut gepaddelt hatte und es eigentlich besser konnte. Es wäre vielleicht besser gewesen, wenn jemand anderes da mitgepaddelt wäre. Mein zweites Rennen war dann bei meinem Team, und das fühlte sich gleich viel besser an. Ich ließ mich deutlich weniger aus der Ruhe bringen und konnte mich besser auf das Rennen fokussieren. Danach hatte ich noch zwei weitere Male bei den Spreepoint Dragons mitgepaddelt, und beide Male hatte es sich deutlich besser angefühlt. Vielleicht hatte ich am Anfang einfach etwas Zeit zum Reinkommen gebraucht. Jetzt war ich sehr dankbar dafür, so die Möglichkeit bekommen zu haben, bei mehreren Rennen teilzunehmen und auch mal bei einem anderen Team dabei zu sein. Ein schlechtes Gewissen, weil ich noch keine so gute Paddlerin bin, hatte ich nicht mehr. Auch bei den Seewespen bin ich einmal mitgepaddelt, was auch nochmal eine ganz eigene Erfahrung war. Schließlich war dies ein Fun-Team und ich war es sonst immer gewohnt, in einem Boot zu sein, in dem alle anderen schon mehr Erfahrung hatten. Manchmal hat auf der Strecke jemand aufgehört zu paddeln, wodurch die Person dahinter auch gleich gebremst wurde. So war es sehr schwierig, die Frequenz der Schlagbank beizubehalten und vor allem, auch selbst mit der richtigen Technik zu paddeln. Nichtsdestotrotz hat auch dieses Rennen Spaß gemacht und letztendlich ist das alles, was zählt.
Das Team Seewespe kurz hinter dem Ziel
Etwas nervig war es allerdings, und das zog sich über den ganzen Tag, dass der Ryck für den Schifffahrtsverkehr nicht gesperrt werden durfte, sodass ab und zu Segelschiffe, Motorboote, sowie die MS Breege und MS Stubnitz, welche Rundfahrten anbieten, vorbeimussten. Dadurch mussten wir immer wieder warten, bis endlich gestartet werden konnte und es kam dadurch natürlich zu Verzögerungen im Zeitplan.
Die Langstreckenrennen starteten kurz nachdem die Kurzstreckenrennen vorbei waren. Diese sind nochmal ganz anders als die Kurzstrecken, schließlich dauern sie viel länger und die Kraft muss daher auch anders eingeteilt werden. Allerdings war auf dieser Strecke an diesem Tag sowohl der Wind als auch die Strömung auf unserer Seite, wodurch mit besseren Zeiten zu rechnen war. Für mich bedeutete die Langstrecke, dass ich auch während des Rennens mehr auf meine Technik achten konnte. Natürlich war es für uns auch ein kleiner Vorteil, dass wir die Strecke bereits vom Training kannten und somit etwas abschätzen konnten, wie weit wir schon waren. Bevor es losging, musste aber erst einmal die Strecke zum Start an der Brücke im Hafen gefahren werden, also quasi die gesamte Langstrecke in die verkehrte Richtung. Diese paddelten wir in einem sehr gemütlichen Tempo, um die Kraft zu sparen, wobei ich aber vor allem merkte, wie fertig ich eigentlich schon von den Rennen zuvor war. Gleich mehrmals stach ich das Paddel beim Umsetzen nach vorne aus Versehen doch ins Wasser, wenn es eigentlich außerhalb des Wassers bleiben sollte, wodurch ich nicht nur die Paddler*innen vor mir nass spritzte, sondern zugleich auch etwas bremste. Beim Rennen ist es mir zum Glück nicht mehr, bzw. nur zweimal ganz leicht passiert. Wir waren alle sehr erstaunt und haben uns total gefreut, als wir am Ende mit einer Zeit von 6 Minuten und 14 Sekunden den dritten Platz belegten. Damit hatten wir nicht gerechnet, somit war es für uns sehr besonders. Auf dem ersten Platz war das Team Pommernexpress Barth mit einer Zeit von 5 Minuten und 55 Sekunden.
Als Austräger des Drachenbootfests, war der HSG Uni Greifswald e.V. zudem für die ganze Organisation und Durchführung verantwortlich. Viele der Paddler*innen aus dem Team hatten somit auch bei Aufgaben wie Marshalling oder als Trommler*innen oder Steuerleute ausgeholfen. Auch ich hatte ein klein wenig beim Marshalling geholfen, wobei das An- und Ablegen der Drachenboote koordiniert wurde. Gleich zu Anfang stand ich plötzlich allein da, obwohl dieser Job eigentlich für zwei Personen gedacht war und ich auch eigentlich gar nicht dafür eingetragen war. Alle anderen, die eigentlich für den Steg verantwortlich waren, hatten selbst ein Rennen oder mussten gerade als Trommlerin aushelfen. So stand ich da und wusste nach nur einer kurzen Erklärung nur wenig darüber, was und wie ich das überhaupt machen musste. Ein Boot legte an, alle stiegen aus, das war noch recht leicht. Aber mit was für einem Knoten machte man das Boot jetzt am besten fest? Ich versuchte es mit einem Misch aus normalem Knoten und Schlaufen, und hoffte, dass es hielt und später auch leicht wieder aufging. Jetzt ging es daran, das Wasser aus dem Boot zu wischen, das von dem Rennen zuvor hineingespritzt war. Wie ausführlich musste das sein? Und wieviel Zeit hatte ich noch? Das nächste Team wartete schon am Steg und somit erklärte ich das Boot für trocken genug. Während ich das Boot festhielt, stiegen die Paddler*innen ein. Dabei versuchte die letzte Paddlerin den Knoten des Seils zu lösen, mit dem das Boot am Steg befestigt war, und kriegte es fast nicht hin. Ups, vielleicht hätte ich das machen sollen, schließlich wusste ich, dass der ganz leicht hätte aufgehen sollen. Nachdem schließlich alle drinsaßen, schickte ich sie los, während ich keine Ahnung über die Uhrzeit oder deren Startzeit hatte und schon legte das nächste Boot an. Nach einem weiteren Boot musste ich dann auch weg und hoffte, dass die anderen bald wieder da waren, um den Steg wieder zu übernehmen.
Zuschauer*innen und Marschalling beim Drachenbootfest
Wenn auch kein persönliches Highlight, so war es doch recht aufregend, als ein Boot gekentert ist. Leider hatte ich nicht selbst gesehen, wie es passiert ist, aber aus Erzählungen weiß ich, dass sich das Team wohl kurz nach dem Ziel beim Jubeln zu sehr nach links gelehnt hatte und somit aus dem Gleichgewicht geraten war. Zum Glück war niemand verletzt, das Boot blieb heil und die Paddel konnten auch wieder eingesammelt werden. Solche Kenterungen sind beim Drachenbootfahren eigentlich sehr selten und ist beim Drachenbootfest zuletzt vor etwa 10 Jahren passiert.
Am Abend nach der Siegerehrung kam dann noch eine Band. Die PeachNuts haben die anschließende Party mit gecoverten und eigenen Liedern begleitet und so den Tag voller spannender und spaßiger Drachenbootrennen ausklingen lassen. Da ich selbst noch immer keine große Partygängerin bin, war der Abend für mich schon recht bald zu Ende, während andere noch bis spät in die Nacht getanzt haben. Ich jedoch habe lieber die Stille bei mir zuhause genossen und mich so von dem langen, aber spaßigen Tag erholt.
Interesse geweckt? Dann komm doch zum Schnupperpaddeln beim HSG Verbooten. Wann? am Donnerstag, den 23.06., und Sonntag, den 26.06., ab 17:45 Uhr Wo? Kanucenter in der Hafenstraße 56
Egal ob Einzel- oder Gruppenlauf, als Walker oder als Jugendliche – insgesamt nahmen am Greifswalder Citylauf fast 900 Sportler teil. Etwa 400 Einzelläufer probierten den Lauf über 10 Kilometer und waren damit deutlich mehr als im letzten Jahr. (mehr …)