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Ein Bericht von Simon Voigt und Felix Kremser

Unter dem Motto „Zieht euch warm an! Null Toleranz für Nazis – Fight back!“ protestierten gestern, 10. Dezember, 860 Menschen gegen den zunehmenden Rechtsextremismus in Greifswald und Mecklenburg-Vorpommern. Zu der Demonstration hatten sowohl die antifaschistischen Bündnisse „Greifswald Nazifrei“, „Nazis wegbassen“ und die Antifa-Gruppe „Defiant“ als auch die Greifswalder Sektionen „H.I.G.H.“ und „M.u.S.i.K.“ der hedonistischen Internationalen aufgerufen. Unterstützung erhielt die Demonstration im Vorfeld ebenfalls vom Studierendenparlament und der Vollversammlung der Studierendenschaft der Universität Greifswald. 

Nachdem weitere Teilnehmer aus Berlin, Bremen, Hamburg, Rostock und Stralsund sich der Demonstration angeschlossen hatten, ging es um 13.30 Uhr vom Südbahnhof aus in Richtung Innenstadt. Während des Protestzugs wurden an wichtigen Orten, wie der Kiste in der Makarenkostraße, immer wieder Kundgebungen abgehalten, in denen die Veranstalter über Gewalttaten, Orte und Mitglieder der rechtsextremen Szene aufklärten. Gegen 17 Uhr löste sich die Demonstration dann am Gedenkstein von Eckard Rütz an der Mensa am Schießwall nach einer abschließenden Kundgebung auf.

Das Motto der Demonstration „Fight Back!“ und auch das umstrittene Mobilisierungsvideo ließen im Vorfeld nicht unbedingt eine von Grund auf friedliche und gewaltfreie Veranstaltung erwarten, sodass auch die Polizei mit einem Aufgebot von 600 Einsatzkräften die Demonstration begleitete. Wie bereits auf vergangenen Demonstrationen und Veranstaltungen mit Polizeibeteiligung, beobachtete auch diesmal wieder der Arbeitskreis Kritischer JuristInnen (AKJ), gekleidet in pinkfarbene Westen, das Verhalten der Polizei.

Vorwiegend friedliche Demonstration

Demonstrationsroute (J. Wenzel, übernommen aus der Ostsee Zeitung, keine CC-Lizenz)

Demonstrationsroute (J. Wenzel, übernommen aus der Ostsee Zeitung, keine CC-Lizenz)

Alles in allem bewegte sich der Demonstrationszug zügig und friedlich voran. Angesichts vereinzelter Böllerwürfe, kleiner Zusammenstöße mit am Rande der Demonstration befindlichen Neonazis und der Vermummung der Teilnehmer sah sich die Polizei jedoch einige Male gezwungen, den Zug zu stoppen. Bei einem halbstündigen Halt auf der Anklamer Straße erhöhte die Polizei, laut AKJ-Beobachtungsbericht, ihre Einsatzwagenstärke von sechs auf 30 Fahrzeuge und verstärkte somit die „Anspannung in unnötiger Weise“. Zusätzlich dazu wurden zwei Wasserwerfer und ein Hubschruber herbeibeordert.

Obwohl die Veranstalter über Lautsprecheransagen immer wieder versuchten, sowohl die Teilnehmer von provozierendem Verhalten abzuhalten als auch die Einsatzkräfte der Polizei zu beschwichtigen, blieb die Stimmung, trotz anfänglicher Gelassenheit, angespannt. Besonders die Verstöße der Demonstranten gegen die Pyrotechnik- und Vermummungsauflagen sorgte bei Temperaturen um winterliche 4° Celsius für ständige Reibung. Staats- und polizeifeindliche Slogans sowie, nach Angaben einiger Demonstranten, vereinzelte Beleidigungen seitens der Polizei ohne anschließende Preisgabe der Dienstnummer, heizten die Stimmung zusätzlich weiter auf.

Sechs Verletzte Polizeibeamte und vier Festnahmen

Laut offizieller Pressemitteilung der Polizei erlitten sechs Beamte aufgrund des Einsatzes von Knall- und Rauchkörpern leichte Verletzungen. Weiterhin kam es im Verlauf der Demonstration zu vier Festnahmen und mehreren Anzeigen wegen Körperverletzung, Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz. Nach Aufnahme der Personalien und Anzeigen wurden die Personen noch während der Demonstration wieder aus dem polizeilichen Gewahrsam entlassen.

Der Bunte Block

Der Bunte Block

In einer Pressemitteilung zeigte die Antifa-Gruppe „Defiant“ indes kein Verständnis für die Vorgehensweise der Polizei. Die polizeilichen Gewahrsamnahmen seien, „unter dem Vorwand gegen das Vermummungsverbot vorgehen zu wollen“, eine „völlig unnötige Provokation“ gewesen, die nur „unnötige Rangeleien“ hervorgerufen hätte. Laut Claudia, Mitglied von „Defiant“, habe der Einsatz der Pyrotechnik lediglich gezeigt, wie laut, bunt und entschlossen der Protest sei. Auch der AKJ kritisierte die „hohe Gefahr von Eskalation“, die das Herausgreifen einzelner Teilnehmer bärge und stufte die Maßnahmen der Polizei besonders vor dem Hintergrund der winterlichen Temperaturen als unangemessen ein. Axel Falkenberg, Sprecher der Polizeiinspektion Anklam, verteidigte gegenüber dem webMoritz hingegen das Eingreifen der Polizei und sah die Provokationen von den Demonstrierenden ausgehen. „Wer Ursachen setzt und Grundlagen schafft, muss sich über die Konsequenzen nicht wundern“, so sein nüchternes Fazit der Polizeiaktionen.

Lob für gute Kooperation seitens der Polizei

Dennoch zeigte sich Falkenberg insgesamt zufrieden über den Ablauf der Demonstration und bedankte sich für die gute Kooperation und Kommunikation mit den Organisatoren. Auch bei den Veranstaltern wurde die Protestaktion positiv gewertet. „Alles in allem erlebte die Stadt Greifswald heute eine laute und bunte Demonstration, die entschlossen gegen Rassismus, menschenverachtende Ideologien und rechte Gewalt protestierte“, resümiert die Antifa in ihrer Pressemitteilung.

Ein Plakat vom GrIStuF e.V.

Ein Plakat vom GrIStuF e.V.

Doch schreckten die Parolen der Antifa auch einige Demonstranten ab. Dem Aufruf der Greifswalder Sektion der Hedonistischen Internationale gefolgt, formierte sich am Schluss des Demonstrationszuges der Bunte Block, wo sich all die versammeln konnten, denen es an Identifikation mit den radikaleren Demonstranten fehlte. Hierzu zählten auch der GriStuF e.V., Mitglieder der Piratenpartei und einige grüne Kreistagsabgeordnete, welche als Privatpersonen auftraten. A.ll C.olours A.re B.eautiful war hier die Losung und zur angemessenen Beschallung war ein mobiles Sound-System dabei, eine neue Variante des bereits demo- und partybekannten kleinen Rabauken. Dieser Teil des Demonstrationszuges trat aber angesichts des lauteren und vor allem größeren Abschnittes, der ihm vorausging, in den Hintergrund. Mitglieder von GriStuF e.V. wiesen mit einem Plakat auf einen völlig außer Acht gelassenen Aspekt hin, nämlich den Tag der Menschenrechte. Bei diesem wird jährlich am 10. Dezember, an die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte durch die Vereinten Nationen vor 63 Jahren gedacht.

Bewegte Eindrücke der Demonstration haben unsere Kollegen von MoritzTV festgehalten.


Fotos: Simon Voigt

Grafik: J. Wenzel, Ostseezeitung.de, keine CC-Lizenz

Kommentare

  1. Steffi    

    Der webmoritz gefällt mir sehr gut. Ich habe den Eindruck, dass ein umfassender Eindruck vermittelt werden sollte. Gleichzeitig wurden eigene Akzente gesetzt und sich mit den Demontrationsteilnehmern durch deren Unkenntlichmachung solidarisiert. Ein notwendiges Übel.

    Interessant ist die Teilnehmerzahl. Habt ihr eine eigene Zählung durchgeführt?

    1. Felix Kremser    

      Vielen Dank, die Zahl basiert auf der offiziellen Zählung der Polizei.

  2. Der_Geograph    

    EIn guter Artikel zu einer gelungenen und im Großen und Ganzen auch entspannten Demo, auf jeden Fall.

    Was ich persönlich bedauerlich finde, ist die Tatsache, dass die Gesichter der Teilnehmer unkenntlich gemacht werden (müssen?). Der persönlichkeitsrechtliche Aspekt ist mir klar (da hätte der eine Polizist aber bitte auch noch "dran glauben" dürfen). Nur drängt sich mir der Gedanke auf, dass die Unkenntlichmachung der Angst vor Übergriffen aus der rechten Szene geschuldet ist. Eine solche Botschaft könnte falsche Signale ausrufen und tatsächliche und potentielle rechte Gewalttäter in ihrem Tun bestärken.

    1. Marco_Wagner    

      Zum Einem war die Unkenntlichmachung der Gesichter Grundlage dafür, dass der webMoritz Fotos, auf denen Gesichter zu sehen sind, machen durfte. Diese Maßnahme ist leider tatsächlich längst notwendig geworden, weil Neonazis die Fotos aus dem Internet nehmen, sie bearbeiten, um dann diese Fotos als Quelle zu benutzen, um auf ihren Internetauftritten gegen die abfotografierten Nazigegner zu hetzen. Die Gefahr, dass die Betroffenen Übergriffen zum Opfer fallen, steigt dadurch erheblich an.

      Den Artikel finde ich auch sehr gelungen, gibt er doch einen umfassenden und zugleich differenzierten Überblick über die Demo.

  3. Lyrik    

    Wenn die Polizei schon von 860 Demo-Menschen spricht muss ja was dran sein. Ich hab' auf 600 geschätzt. Leider war die Demo nicht so bunt wie sie hätte sein können.
    Allerdings wundern mich die 6 "verletzten" Polizisten, denn abgesehen von der Rauchbombe gab es nichts, was ernsthaft schädlich gewesen sein könnte.

    1. black_haze    

      Naja verletzte Polizisten ist dabei relativ zu sehen, direkt waehrend und kurz nach der Demo sprach die Polizei nur von einem, spaeter dann von 4 und letztendlich von 6 verletzten Beamten.
      Auch ist Knalltrauma recht weit gefasst, da es sich bei den Boellern um ganz normale handelte und Demonstraten in gleicher entfernung zur explosion tw. standen wie die Beamten. http://de.wikipedia.org/wiki/Knalltrauma

      1. 17vier    

        Dann haben wir unterm Strich ungefähr 900 Teilnehmende mit Knalltraumata… 😛

  4. Maria Schmidt    

    die nationalen ziehen Bilder aus dem internet? ja die super tolle antifa macht das ja wohl in einer tur. und vorallem die machen Ne demo gegen rechte Gewalt und gehen dann los und prügeln drauf los.linke Gewalt ist ok oder was ? Oh Oh wir naiv ihr seid

    1. freitagfreitag    

      stehen Rechtschreibschwäche und Wut auf "Linke" eigentlich in einem Zusammenhang?

      1. Maria Schmidt    

        was willst du damit jetzt sagen

        1. black_haze    

          Das du unfaehig bist anstaendige Kritik zu formulieren und dass du mit deinem Nazi-jargon hier keinen Blumenstraus gewinnst…
          "Die Nationalen" 😀

        2. Maria Schmidt    

          Anzünden von Autos? ich glaub das kann die antifa gut mitreden. und glaube mir ich war auch schon bei Konzerten. klar gibt es auch schwarze schaafe in der rechten Szene aber die gibt es in der linken zu genüge. aber man sollte nicht alle unter einen Kamm scheren. und ich glaube nicht das ich die falschen Leute kenne

        3. 17vier    

          Liebe Frau Schmidt,
          Also erstmal schert man über Kämme, und nicht drunter. Dann würde ich gerne mal wissen, wer DIE antifa ist. Welche der zahlreichen Greifswalder Gruppen der vergangenen Jahre meinst du jetzt konkret mit deinen Anschuldigungen? Und komm mir jetzt bitte nicht mit der Berliner Wagensport-Liga oder anderen Beispielen aus anderen Städten.

          Zum angezündeten Auto: Das Fahrzeug stand nicht, wie in den letzten Wochen immer häufiger — auch vom webMoritz — kolportiert, neben dem IKUWO, sondern auf dem Hof des Zentrums. Das Feuer ist bereits auf ein zweites Fahrzeug übergesprungen. Wenige Meter Luftlinie schlief ein Kind. Die Täter verschlossen damals den Zaun zur Straße, was eine Flucht verhindert bzw. extrem erschwert hätte. Hier geht es also nicht nur um das Anzünden von Fahrzeugen, sondern um die mutwillige Gefährdung von Menschenleben und das bewusst herbeigeführte Risikio auf weit gefährlichere Dinge (Hier nochmal für alle, an denen das damals vorbeiging: http://blog.17vier.de/2011/04/27/brandanschlag-au….

          In der rechten Szene kann nicht die Rede sein von einigen schwarzen Schafen, du solltest nicht zuletzt vor dem Hintergrund der NSU-Wahrheit, von der täglich mehr ans Licht kommt, mit deinen Verharmlosungen aufhören. Wehret den Anfängen!

          Erbost,
          Herr Schmidt

        4. Marco_Wagner    

          Der webMoritz hat zumindest in der Ankündigung ziemlich präzise geschrieben, dass das Auto auf dem Hof des IKuWo stand. Wenn ich "neben dem IKuWo" geschrieben habe, meinte ich mit "IKuWo" immer das Hauptgebäude, in dem die Veranstaltungen usw. stattfinden. Insofern ist auch diese Formulierung nicht falsch, weil die meisten Greifswalder_innen mit dem "IKuWo" das Haus in der Bahnhofstraße, nicht unbedingt das dazugehörige Gelände verbinden. Andernfalls ist die Formulierung "auf dem Hof des IKuWo" freilich präziser. Btw. Auch der webMoritz hat darüber berichtet (http://webmoritz.de/2011/04/27/mutmasliche-neonazis-veruben-brandanschlag-auf-das-ikuwo/), sodass diese neofaschistische Straftat wohl kaum an einen Greifswalder unbeachtet vorüber gegangen sein dürfte (zumal auch die OZ und wenn mich nicht alles täuscht auch Daburna darüber berichteten…). Ansonsten werde ich die Vermutung nicht los, dass es sich bei Frau Schmidt um einen Troll handelt, der ein bisschen provozieren und Leute wie Herrn Schmidt in Wut versetzen will. Denn so naiv und blind, wie Frau Schmidt sich gibt, kann man wirklich nicht sein, zu behaupten, Rechtsextreme seien gar nicht mehr gegen Ausländer usw. usf..

    2. black_haze    

      Naja so gesehen ist "linke Gewalt" schon gerechtfertigt, richtet sich diese doch ausschlieszlich gegen Leute (Nazis) die selber sogar toeten wuerden um ihr Ziele durch zu setzen. Nazis ist jedes Mittel recht, sie toeten und schlagen Menschen zusammen, nur weil sie anders aussehen, eine andere Herkunft haben oder sich sexuell anders definieren.
      Nazis werden Opfer von Gewalt, weil Menschen nicht nur zusehen wollen, weil Menschen kein zweites Lichtenhagen wollen und weil jeder getoetete oder zusammengeschlagene Mensch durch Nazis einer zu viel ist!

      Natuerlich laesst sich ueber die Effektivitaet solcher Methoden streiten, doch sind mir Nazis, die Angst haben, auf die Strasze zu gehen um zu hetzen etc. lieber als Nazis die sich frei bewegen koennen ohne Konsequenzen. Um ihnen allerdings vollkommen den Naehrboden zu entziehen ist Aufklaerung mindestens genauso wichtig, wenn nicht sogar noch um einiges mehr.

      Und komm mir jetzt nicht mit dem Bildzeitungsniveau, dass irgend welche "Linken" ja Autos anzuenden, bei Banken scheiben einschmeiszen etc.
      Nicht ohne Grund sollte man solche Leute, mit ihrer verkuerzten Kapitalismuskritik, einfach nur belaecheln.

      1. promgvm    

        Was soll das denn für eine Argumentation sein? Damit könnte dann also auch jeder Rechtsradikale seine Angriffe rechtfertigen, indem er behauptet sich und andere zu schützen. Er würde ja auch nur die potentiellen Gewalttäter "bestrafen", "rächen", "vorbeugen" usw. Selbstjustiz ist schon was Feines, oder? Auge um Auge, Zahn um Zahn.
        Hier sieht man mal wieder, dass es mehr Gemeinsames als Trennendes zwischen Rechtsradikalen und Linksextremen gibt.
        Aber hey, solang ihr es euch nur untereinander selbst besorgt ist es mir persönlich ziemlich Schnuppe.

        1. black_haze    

          Wie kommst du denn auf diese Schnapsidee? Es gibt sehr wohl einen Unterschied, ob es um Selbstschutz geht oder um das toeten und verletzen von Menschen aus reinem Hass, Menschen gegenueber die nichts dafuer koennen wie sie oder was sie sind und sich dafuer auch nicht zu schaemen brauchen. Sie werden Opfer rechter Gewalt einfach weil sie anders sind, weil sie nicht in das Weltbild dieser Menschen passen.
          Und geht es nicht um Selbstjustiz sondern um Selbstschutz, sich selbst gegenueber und auch anderen, wie kannst du so etwas denn gleichsetzen?

          edit:
          Im uebrigen erklaer mal den Opfern rechter Gewalt, wie erfolgreich sie bereits durch Polizei etc. geschuetzt wurden. Und ob sie sich besser fuehlen und es sie befriedigt, dass ein Gericht festgestellt hat (wenn denn die Taeter ueberhaupt jemals geschnappt werden/wurden), dass der Nazi sie gar nicht haette verpruegeln duerfen.

        2. Nodezck    

          Und Selbstschutz definierst du wie? Zur Sicherheit Nazis in den Rollstuhl bringen, damit sie keinem mehr was tun können? Funktioniert bestimmt super?!

        3. black_haze    

          Ich pers. definiere Selbstschutz so, dass ich Nazis keinen Raum biete. Notfalls setze ich dies auch mit Gewalt durch, denn zugeschaut haben wir alle schon zu lange. Das ist meine pers. Meinung und die muss man auch nicht teilen. Wichtiger ist fuer mich denn noch an sich praeventiv Arbeit zu leisten und ihnen somit den Naehrboden zu entziehen. Gewalt ist immer das letzte Mittel und daran sollte sich auch nichts aendern.
          Jeder Uebergriff ist in meinen Augen nun mal einer zu viel, was muss noch passieren, bis einige Menschen aufwachen und den Ernst der Lage begreifen? Sind die Vorfaelle alleine in Greifswald nicht schon genug, muessen wir immer erst pers. betroffen sein?

          Ich hoffe du verstehst mein Anliegen, auch wenn es vllt. vorher zu matriarchalisch rueber gekommen ist.

        4. Nodezck    

          Selbstjustiz sozusagen?

        5. black_haze    

          Man koennte es als Selbstjustiz auffassen doch ordne ich es unter Selbstschutz ein, da es darum geht, schlimmeres zu verhindern. Dies faellt somit nicht unter Selbstjustiz.
          ich weisz es ist nur Wikipedia aber es reicht erst mal als oberflaechliche Einstufung.

          "Selbstjustiz
          ……Nicht unter die Definition der Selbstjustiz fallen solche Handlungen, die von der Rechtsordnung nach den Grundsätzen der Selbsthilfe, der Notwehr oder zur Abwendung eines Notstandes erfolgen. Ebenso wenig wird der Begriff der Selbstjustiz auf Handlungsformen im Rahmen eines möglicherweise billigenswerten Widerstandsrechtes gebraucht….." http://de.wikipedia.org/wiki/Selbstjustiz

          Selbstjustiz basiert somit eigentl. immer auf der Grundlage der Rache.

        6. Nodezck    

          Das würde heissen, Linke Gewalt ist immer Notwehr?! Das wird einer rechtlichen Prüfung eher nicht standhalten, denke ich! Ich finde deine Argumentation auch etwas fragwürdig…

        7. Marco_Wagner    

          Es ist glaube ich das erste Mal, dass ich Nodezck Recht gebe, verstrickst du dich doch in deiner Argumentation immer mehr in Widersprüche.

          Ursache dieser Verstrickung ist dein unentwegter Versuch Gewalt in "gute" und "schlechte" Gewalt zu unterteilen. Das sehe ich anders. In meinen Augen ist und bleibt Gewalt Gewalt.

          Der Unterschied zwischen Gewalt (und ich gehe davon aus, dass wir hier von Körperverletzung etc. reden), die von Linksradikalen kommt unterscheidet sich von jener, die von Rechtsradikalen kommt, nur durch die Opfer, die ausgesucht werden und der politischen Motivation.

          Am Ende werden in beiden Formen von Gewalt jedoch Menschenleben in Gefahr gebracht/ die Unversehrtheit des Menschen angetastet. So lange ein Nazi dich nicht angreift, so lange ist ein Angriff deinerseits gegenüber eben jenen Nazi auch keine Notwehr, sondern aktiv ausgeübte körperliche Gewalt. Egal, wie sehr er rumgepöbelt hat, egal, was für ein Mist in seinem Hirn steckt.

          Das Kriegswesen mag Präventivschläge kennen ("Ich greife dich an, weil ich befürchte, dass du mich angreifen könntest, oder anderen Menschen größeren Schaden zufügen könntest", um es mal sehr vereinfacht zu erklären), die bundesdeutsche Justiz, ja die europäische Justiz kennt diesen Unsinn glücklicherweise nicht.

          Doch so, wie du versuchst, linke Gewalt zu legitimieren, läuft es auf eine Art "präventiver Erstschlag" hinaus. Ehrlich gesagt bleibe ich lieber dabei, Gewalt grundsätzlich abzulehnen, egal wie sehr mich Neonazis ank*tzen. Es gibt andere, gewaltfreie und – in meinen Augen – sogar effizientere Methoden zur Bekämpfung des Neonazismus, als ihnen auf Grundlage einer völlig widersprüchlichen Argumentation ein paar aufs Maul zu hauen (abgesehen davon, dass ich mich dann erst Recht nicht wundern bräuchte, wenn ich von denen ein paar aufs Maul bekommen würde).

          Insofern würde ich sagen: Nein, auch linke Gewalt ist nicht legitim. Gewalt im Allgemeinen ist nur dann legitim, wenn sie juristisch wirklich unter Notwehr fällt (also wenn ich zuvor angegriffen bin, ich mich also als das Opfer der Gewalt lediglich zu wehren weiß).

        8. Marco_Wagner    

          Neonazis keinen Raum bieten heißt für dich was genau?

          Natürlich ist jeder Übergriff von Neonazis einer zu viel. Nur ist man nicht viel besser, wenn man versucht, Neonazis mit den gleichen Mitteln und Methoden zu bekämpfen. Ich weiß, dass es Menschen gibt, die glauben, der Zweck heilige die Mittel. Ich sehe das nicht so.

          Das Problem des Neonazismus wird dann kleiner/ oder kaum noch wahrnehmbar/ oder löst sich gar auf, je stärker die Demokratie ist und je mehr die Menschen mitbekommen, dass sie von der Regierung, die sie wählen, nicht alleine gelassen werden. Vor allem schadet es in meinen Augen nicht, dem einzelnen Bürger mehr Mitbestimmungsrechte zu geben, sodass sie sich selbst auch als Akteure der Demokratie begreifen können und nicht nur als von Regierungen gelenkte Akteure.

  5. Maria Schmidt    

    dann kennst du die falschen Rechten. ihr versteift euch in die Sicht von früher. aber das sie gar nicht gegen Ausländer sind und so wisst ihr gar nicht. [Moderation: Beleidigung]

    1. black_haze    

      Ja na klar, Parolen wie "Atomtod aus Polen stoppen" zeigen selbstverstaendlich die Offenherzigkeit, genauso wie die Uebergriffe auf Auslaender_innen. Die Affengeraeusche eines netten Herren mit "Antizionist" auf dem Ruecken gegenueber einer Asiatin sind auch nur Zufall.
      Das zusammenschlagen von Punkern oder das anzuenden von Autos, die neben alternativen Wohnhaeusern stehen ist auch nur reiner Zufall, dass sind bestimmt nur Einzellfaelle stimmts?
      Du warst wohl noch nie auf einem richtig schoenen Nazikonzert, von einer Hatecore oder RAC Band kann es sein?

      Ich weisz ja nicht, welche "Nationalisten" du kennst aber mach mal lieber die Augen auf und such dir andere Freunde, denn mit den jetzigen scheinst du genau da gelandet zu sein, wo sie dich haben wollen.

      Im uebrigen haette ich gerne fundierte Kritik an der Antifaarbeit von dir, so wie sie auf dem Fleischervorstadtblog hin und wieder zu finden ist, denn nur so lassen sich Positionen ueberdenken, reflektieren und verbessern. Mit Spruechen wie "die antifa ist das eigentliche Dreckspack" wirst du wie gesagt, keinen Blumenstraus gewinnen.

    1. Maria Schmidt    

      was man unter friedlich versteht.

  6. Strandvogt    

    Frau Schmidt wird wahrscheinlich bei den Nazis die Anerkennung erfahren, die ihr sonst von normalen Leuten verwehrt bleibt. Was aber sicher einen plausiblen Grund hat.Sie sollte sich wirklich andere Freunde suchen, wenn sie im Leben weiterkommen will.

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