von Alexander Kendzia | 17.11.2009
Die Universitätsbibliothek Greifswald testet derzeit Buchscanner, die Studenten das Arbeiten erleichtern sollen. WebMoritz führte zu diesem Thema ein Gespräch mit Bibliotheksdirektor Dr. Peter Wolff.

Der Bücherscanner in der Universitätsbibliothek. Derzeit werden verschiedene Geräte getestet.
Dem aufmerksamen Bibliotheksbesucher fällt gleich am Eingang zum Lesebereich der Universitätsbibliothek ein neues Gerät auf. Direkt neben dem Selbstverbuchungsgerät steht seit über 2 Wochen ein Bucherscanner. Mithilfe dieses Gerätes ist es möglich Bücher einzuscannen und entweder als PDF-Dokument auf einem USB-Stick zu speichern oder als E-Mail zu versenden.
Zurzeit ist dieser Service der UB jedoch noch ein Versuch. „Wir haben bereits drei verschiedene Geräte getestet.“, so Dr. Peter Wolff. Geplant ist die Anschaffung von 2 Geräten. Eines wird in der Bereichsbibliothek am Schießwall, das andere in der Universitätsbibliothek aufgestellt.
„Bei der Auswahl des Gerätes achten wir vor allem auf Funktionalität und Benutzerfreundlichkeit.“, erklärt Dr. Peter Wolff. Eines der Geräte konnte bereits ausgeschlossen werden, da die Bedienung zu kompliziert war.
Die Buchscanner, die in der Anschaffung dem Preis eines Kleinwagens entsprechen, sind vor allem dazu gedacht die Notwendigkeit des Fotokopierens und die damit verbundene starke Abnutzung der Bücher zu verringern. Die Geräte sind sogenannte „Aufsichtscanner“. Dabei wird das Buch einfach aufgeschlagen und von oben abgescannt. Durch spezielle Software wird die Wölbung des Buches aus dem Bild heraus gerechnet und danach eine PDF-Datei erzeugt.
„Wir wollen mit diesem Service vor allem den Studenten das Arbeiten erleichtern. Es ist für viele Studenten praktischer ein PDF-Dokument auf dem Laptop oder Netbook in ein Seminar mitzunehmen als mehrere Bücher.“, erläutert Dr. Peter Wolff. Der neue Service wird von den Studenten mit positivem Echo belohnt. Wenn der Test beendet ist, werden die Geräte angeschafft, die sich bewährt haben. Diese werden den Studenten kostenlos zur Verfügung stehen.
Bilder:
Gabriel Kords
Links:
Universitätsbibliothek Greifswald
von Alexander Kendzia | 07.11.2009
Die Diskussion um den Namenspatron der Universität Greifswald kommt nicht zur Ruhe. Die Gruppen „Uni ohne Arndt“ und die „Arbeitsgruppe zur Beibehaltung des Universitätsnamens“ stehen sich nun, wenn auch nicht auf gleicher Augenhöhe, direkt gegenüber und versuchen jeweils Anhänger auf ihre Seite zu ziehen. Die Mitgliederzahlen machen jedoch der „Pro Arndt“ Fraktion große Probleme. So erschienen zu den Treffen der Gruppe niemals mehr als 10 Personen. Ob das an mangelnder Werbung für die Gruppe oder am Standpunkt der Studierendenschaft zum Thema Arndt liegt, darüber lässt sich nur spekulieren.
Viel Arbeit – wenig Personal

Thorben Vierkant (RCDS) hatte Ende September das erste Mal zum Treffen der Pro-Arndt-Gruppe geladen
Am 28.10.2009 fand im Cafe Caspar bereits das dritte Treffen der vom RCDS gegründeten Arbeitsgruppe zur Beibehaltung des Universitätsnamens statt. Die acht Teilnehmer setzten sich vor allem inhaltlich mit den Werken Ernst Moritz Arndts auseinander und erörterten das weitere Vorgehen der Gruppe. Im Gegensatz zur bereits etablierten Gegenpartei hat die „Pro-Fraktion“ noch viel Arbeit vor sich. Vor allem sucht die Gruppe immer noch nach guten Argumenten, die für die Beibehaltung des Namens Ernst Moritz Arndt sprechen. Wieso man diesen wichtigen Aspekt nicht schon früher stärker forciert hat, bleibt unklar.
Die „Pro Arndt“ Fraktion plant eine Internetseite, die ausführlich über die gesammelten argumente für den umstrittenen Patron informieren soll. Die Seite sollte ursprünglich bereits vergangene Woche online gehen, als neuer Termin wurde uns nun der 13. November mitgeteilt. Einige Mitglieder haben anhand von Texten und Gedichten Arndts Analysen verfasst, die die guten Seiten seiner Werke aufzeigen sollen. Ob diese, gerade inhaltlich kurzfristig erstellte Webseite mit dem Blog der Arndt-Gegner konkurrieren kann, bleibt abzuwarten. Sebastian Jabbusch, Sprecher der „Uni ohne Arndt“ Gruppe, äußerte sich über Twitter amüsiert über die Bestrebungen der Arndt-Befürworter.
Wie bereits angesprochen zeigt sich die „Pro-Arndt“ Fraktion in den Greifswalder Medien bisher kaum präsent. Weder in der Mensa noch an anderen Orten liegen Flyer oder Informationen zu Treffen der Gruppe aus. Im Gegensatz dazu fallen die A4 Poster der „Uni ohne Arndt“ fast überall ins Auge.
Debattierclub plant Veranstaltung zu Arndt
Gerade für die „Pro Arndt“ Fraktion hätte die vom Debattierclub Greifswald geplante Debatte zum Thema Namenspatron eine Möglichkeit zur Eigendarstellung geboten. Die Veranstaltung hängt nun aber in der Schwebe. Zwar hatten sowohl der RCDS als auch die Grüne Hochschulgruppe ihre aktive Teilnahme zugesagt, bis jetzt stieß der Debatierclub bei den Professoren aber auf taube Ohren. Die „Uni ohne Arndt“-Gruppe veröffentlichte auf ihrer Seite die Falschmeldung, dass der RCDS abgesagt hätte, niemand wolle „für Arndt sprechen“. Die Meldung ist inzwischen korrigiert, eine Richtigstellung allerdings erfolgte nicht. Sollte es doch noch einen Termin für die Veranstaltung geben, werden wir rechtzeitig informieren.
Viele Fragen ergeben sich aus den derzeitigen Entwicklungen. Wieso tritt die „Pro Arndt“-Fraktion erst so spät auf den Plan und welche stichhaltigen Argumente können sie für die Beibehaltung des Namens vorbringen? Gerne hätte der webMoritz mit den verantwortlichen der Gruppe dazu ein Interview geführt. Leider kam bis heute kein solches Gespräch zustande.
Ganz abseits von dem Für und Wider der Namensdiskussion wächst eine Gruppe in StudiVZ immer weiter: Die Fraktion von Studenten und Menschen, die eine Greifswalder „Uni ohne Populismus“ fordern. Eine Beteiligung der Gruppe an der derzeitigen Debatte ist jedoch derzeit nicht geplant.
von Laura Brehme | 27.02.2009
Am Donnerstag startet der dritte Ideenwettbewerb für Mitarbeiter und Studenten der Universität Greifswald. Gesucht werden innovative Konzepte aus Forschung und Wissenschaft, für deren Weiterentwicklung eine Prämie im Gesamtwert von 12.000 Euro zur Verfügung steht.
In den letzten beiden Wettbewerben belegten die ersten drei Plätze bis auf eine Ausnahme Konzepte aus der Naturwissenschaftlichen und der Medizinischen Fakultät. Im Jahr 2007 gewann beispielsweise die Unternehmensidee „campus vision“, ein digitales Informations- und Unterhaltungsmedium für Mensen und Caféterien. Der Beamer in der Mensa wird inzwischen wieder von Campus Vision betrieben. Dort findet ihr auch die webMoritz News.
Dieses Jahr sollen mehr Studenten zur Teilnahme motiviert werden. Hierzu wird zum Semesterstart am 20.April ein Ideenfindungs-Workshop angeboten. Zudem gibt es eine neue Premien-Kategorie für Studenten mit einem Gesamtwert von 3.000 Euro.
Die Eröffnungsveranstaltung zum Ideenwettbewerb fand am Donnerstag um 15.30 Uhr im Technologiezentrum Vorpommern statt. Am 15.April findet dann nochmals eine Informationsveranstaltung speziell für Studenten in der Universitätsbibliothek statt.
Der Einsendeschluss für Ideen ist am 15. Mai 2009.
Der Wettbewerb wird im Auftrag des Landes Mecklenburg-Vorpommern von der Universität Greifswald und dem Technologiezentrum Vorpommern durchgeführt. Finanziert wird er aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF).
Weitere Informationen zu Veranstaltungen, sowie Antragsunterlagen findet ihr auf der Homepage des Ideenwettbewerbs.
von Jabbusch | 04.02.2009
Cui bono? – Wer profitiert davon? Diese Frage wirft der renommierte ehemalige Senatsvorsitzende und emeritierte BWL Professor Dr. Manfred J. Matschke in einem Dossier auf, dass wir hier auf dem webMoritz erstmals der Öffentlichkeit zugänglich machen dürfen.
In dem Dossier beschäftigt er sich mit einer der größten inneruniversitären Umbauvorhaben der jüngeren Geschichte: Die Änderung der Rechtsform und des Status der Universitätsklinik. Das Klinikum ist zurzeit in eine eigene Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) faktisch ausgegliedert. Verbunden mit der Universität ist die Klinik noch über einem Kooperationsvertrag und die Medizinische Fakultät. (mehr …)
von Carsten Schönebeck | 03.02.2009
Wer in diesen Tagen die Internetseite der Greifswalder Universität besucht, kann den neuen Höhepunkt Vorpommerscher Forschung kaum übersehen: Überall finden sich Links zu den Ergebnissen einer kürzlich abgeschlossenen mikrobiologischen Studie die sich mit der Haltbarkeit von Reetdächern beschäftigt.
Und während böse Zungen schon über die Relevanz dieses Forschungsthemas spotten, bereitet laut Ostseezeitung (3. Februar) ein Reet-Händler aus Bad Oldesloe eine Sammelklage gegen die Universität vor.

Reetdach in Putgarten - Quelle: reflexer via flickr
Doch worum geht es in der Studie: Seit einigen Jahren erreichen einige der traditionsreichen norddeutschen Reetdächer nicht mehr ihre übliche Lebensdauer. Bereits nach wenigen Jahren verrottet das pflanzliche Material. In einem circa 120.000 Euro teuren Projekt fanden Greifswalder Wissenschaftler einen möglichen Grund dafür: Schuld könnten so genannte Weißfäulepilze sein, die das Reet bei optimalen Bedingungen in nur wenigen Wochen zersetzen können. Laut Prof. Dr. Frieder Schauer kämen diese Pilze jedoch in vielen, auch den haltbaren, Reetdächern vor. Die Zersetzung sei vermutlich abhängig von den klimatischen Bedingungen, der Qualität des Baumaterials und der Konstruktion des Daches. Für konkrete Ergebnisse müsse zunächst weiter geforscht werden, heißt es in der Pressemitteilung der Universität. (mehr …)