von moritz.magazin | 21.12.2008
Travestie in Greifswald
Chicago in den späten 1920ern Jahren. Die beiden arbeitslosen Musiker Joe (Hannes Rittig) und Jerry (Markus Voigt) geraten in das Visier des Mafiabosses Gamasche (Marco Bahr) und müssen die Stadt verlassen, um ihr Leben zu retten. Um sicher entkommen zu können, verkleiden sie sich als Frauen und schließen sich einer Mädchenband auf ihrem Weg nach Florida an. Während ihrer Reise verlieben sich beide in die hübsche Sängerin Sugar (Marta Dittrich), die natürlich nichts von ihrer wahren Identität wissen darf und selbst eigentlich von einem Millionärssohn träumt.
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von moritz.magazin | 21.12.2008
Gegensätze sind vereinbar
Der Schüler (Ion Beitia) sitzt konzentriert am Klavier und versucht verzweifelt die Anfangsarie der Goldberg-Variationen von Johann Sebastian Bach zu spielen. Obwohl er es aufgibt zu üben und verärgert geht, verbreitet sich zunehmend Stille mit einer spürbaren Vorfreude im Publikum aus.
Die Solistin des Abends, Annika Treutler, Studentin der Hochschule für Musik und Theater in Rostock, nimmt den Platz am Klavier ein und beginnt mit ihrer Interpretation der berühmten Goldberg-Variationen. Bach komponierte diesen Klavierzyklus im Jahre 1741, der seitdem als Musterwerk im Musikalter des Barock gilt. Mit der grellen und trotzdem angenehmen Lichteinstellung wird für eine stimmungsvolle Atmosphäre im Saal gesorgt, die während der Aufführung nicht wegzudenken ist. (mehr …)
von Sandra Kutz | 28.10.2008
Das Studententheater Greifswald präsentiert am 31. Oktober um 20 Uhr in der Mensa am Schießwall das Theaterstück „Die Nacht der Puppen“, ein Gastspiel der Freien Bühne Düsseldorf.
Lars Krückeberg, Gründer und Leiter der Freien Bühne Düsseldorf ist verantwortlicher Regisseur des Stücks. Sowohl die Romanvorlage des Spaniers Fernando Arrabal, als auch die szenische Umsetzung des vielgelobten Krückebergs lassen auf schwer verdaulichen, aber mitreißenden Theaterabend schließen.
Ein kurzer Auszug aus der Story:
Protagonist Cavanosa lernt im Park ein junges Mädchen kennen: Ihr gesteht er den Mord an seiner Mutter. Ängstlich und fasziniert zugleich bleibt sie bei ihm. Es entsteht eine Abhängigkeitsbeziehung. Auch seine durch Grausamkeiten geprägte Beziehung zur Mutter enthüllt sich dem Zuschauer nach und nach.

Theaterplakat
Die schockierende Inszenierung wird im heimischen Rheinland nach Angaben der Künstler mit positiven Kritiken überhäuft und auch vom Theaterpublikum gefeiert. Das Ensemble klingt vielversprechend: Das Land Nordrhein-Westfalen prämierte zwei Schauspieler als beste Nachwuchsdarsteller 2007.
Sollte jedoch am Reformationstag keine Zeit für einen Theaterbesuch sein, wird es eine weitere Aufführung der „Nacht der Puppen“ am Samstag, den 1. November, um 20 Uhr im IKuWo geben.

Ankündigung
Allerdings kann man nur am Freitagabend in der Mensa nach der Aufführung die musikalischen Lokalhelden „Naked Neighbours on TV“ und „Pazifika“ live erleben. Die Naked Neighbours werden – wie bereits von vergangenen Konzerten bekannt – ihre Musik, die sowohl aus Indie- als auch aus Post-Rock-Elementen besteht, mit Visuals untermalen. Es wird also sowohl akustisch als auch optisch einiges geboten.
Sollte dann noch immer nicht genug sein, findet nach den Konzerten eine Party statt.
Kosten: regulär 7 Euro, ermäßigt 5 Euro.
Links zu den Bands:
Link zur Theaterinszenierung:
von Carsten Schönebeck | 20.10.2008
Ein kritischer Kommentar zu den anstehenden Kürzungen am Theater Vorpommern
Der Aufschrei ist groß in Greifswald und ganz Vorpommern. Die Kürzungspläne der Landesregierung im Theater- und Orchesterbereich werfen viele Fragen auf, über die Zukunft von Kunst und Kultur in unserm Land. Dies ist auch notwendig, denn neue Lösungen müssen gefunden werden, um in den nächsten Jahren mit weniger Geld auszukommen. Den Untergang des Abendlandes, wie er von manch kritischer Stimme beschworen wird, wird Minister Tesch mit seinen Plänen aber wohl kaum herbeiführen.
Mein letzter Theaterbesuch in Greifswald liegt nun etwa zwei Wochen zurück. Die Karten gibt es für Studenten ab sieben Euro, für „Normalsterbliche“ ab elf Euro. Mit Abos geht es noch etwas günstiger – da kann sich wohl niemand beschweren. Und wir alle könnten uns freuen, dass die Vorstellungen so stark subventioniert sind, wenn es denn auch dazu führen würde, dass sie gut besucht sind. Doch dies ist nicht der Fall. Der zu zwei Dritteln leere Saal gähnte mich an, und das obwohl Dürrenmatts „Die Physiker“ durchaus das Potential hat alte wie junge Zuschauer zu begeistern. (mehr …)
von Carsten Schönebeck | 20.10.2008
Um das Eckpunktepapier der Landesregierung entwickelt sich ein ganz eigenes Drama…
„Die Landesregierung betrachtet die Sicherung einer hohen künstlerischen Qualität des Theater- und Konzertwesens durch tragfähige personelle und finanzielle Strukturen als einen wichtigen Schwerpunkt der Kulturförderung“,
mit diesen Worten beginnt Bildungsminister Henry Tesch (CDU) seine Landtagsrede zum Thema Theater- und Orchesterfinanzierung. Da will wohl kaum jemand widersprechen und doch ist klar worauf es hinausläuft, denn die Betonung liegt am Ende doch auf dem kleinen Wort „tragfähig“.

Theater Greifswald; Quelle: Theater Vorpommern
Durch den Bevölkerungsrückgang in MV und den damit verbundenen Rückgang der Einnahmen aus dem Länderfinanzausgleich gerät der Landeshaushalt mehr und mehr in Bedrängnis. Nun soll an der Kultur gespart werden. Da über 50 Prozent der Kulturausgaben des Landes in die Theater fließen wird hier zuerst der Rotstift angesetzt. Das Eckpunktepapier „zur Weiterentwicklung der Theater- und Orchesterstrukturen“ sieht daher vor, den bisherigen Zuschuss von 35,8 Mio € bis zum Jahr 2020 einzufrieren. „Keine Kürzung also“, versucht man in Schwerin zu erklären, muss aber gleichzeitig eingestehen, dass aufgrund von Tarifsteigerungen bei gleichbleibender Struktur die Personalkosten bis 2020 etwa um 17 Mio Euro ansteigen werden, die die Theater dann anderweitig aufbringen müssen. (mehr …)