von Marco Wagner | 23.05.2010

Jörg F. Krüger als Rotpeter
Das Theater Vorpommern führte am Wochenende erneut das Stück „Ein Bericht für eine Akademie/ Rattenjagd“ im Rubenowsaal der Stadthalle auf. Bei dem Stücken handelt es sich faktisch um zwei Stücke, die in gemeinsamer Kulisse hintereinander gegeben werden. Auf ein Monodrama, den „Bericht für eine Akademie“ – ursprünglich eine Erzählugn von Franz Kafka, folgt ein Einakter von Peter Torrini, die „Rattenjagd“. Beide Werke wurden zu einem neuen Ganzen verschmolzen.
„Ein Bericht für eine Akademie“ handelt von dem Affen Rotpeter, der innerhalb von fünf Jahren den Prozess der Menschwerdung durchlaufen hat. In seinem Aufsatz teilt der Menschenaffe (oder Affenmensch?) seinem Auditorium mit, wie und warum er zum Menschen geworden ist. Rotpeter wählt eine Müllhalde als den Ort aus, von dem aus er seine Rede hält.
So erzählt er, dass er vom Menschen gefangen genommen wurde und wie er, als er an Bord eines Schiffes in einer Kiste eingesperrt war, nach einem Ausweg suchte. Diesen meint er in der Menschwerdung zu finden: (mehr …)
von Marco Wagner | 08.05.2010

Keitel beim unterzeichnen der Kapitulationsvereinbarung
Der 8. Mai 2010 ist nicht nur in Russland ein Tag zum Feiern. Wenngleich in anderen Staaten der Erde dieses Datum bei Weitem nicht so pompös gefeiert wird wie alljährlich in Moskau, so ist es dennoch von entscheidender Bedeutung. Der 8. Mai 1945 gilt in der Geschichtsschreibung als der Tag der Kapitulation Hitlerdeutschlands und damit als Tag der Befreiung des Landes vom Nationalsozialismus. Anlässlich des 65-jährigen Jubiläums ist es angebracht, in den Frühling des Jahres 1945 in Greifswald zurückzublättern.
Flüchtlingsströme aus Ostpreußen und Hinterpommern
Im Januar 1945 trafen zahlreiche Trecks aus Ostpreußen in Greifswald ein. Die Stadt musste insgesamt 30.000 Flüchtlinge aufnehmen. Die Stadthalle wird zum Transitlager umfunktioniert, das Theater, die Marienkirche und einige Kasernen erfahren eine Umnutzung zu Materialdepots. Zum ersten Tag des Monats wurde Oberst Rudolf Petershagen zum Stadtkommandanten ernannt.
Die Idee der kampflosen Übergabe der Stadt
In Greifswald machte sich allmählich die Angst vor der völligen Zerstörung der Stadt breit. Aus diesem Grund stellten der Kurator der Ernst-Moritz-Arndt Universität, Dr. Kuhnert, und Professor Carl Engel, damaliger Rektor der Hochschule, bei der pommerschen Gauleitung den Antrag, Greifswald aufgrund der bis dato unbeschädigt gebliebenen medizinischen Versorgung zur internationalen Lazarettstadt zu erklären und somit vor der Zerstörung zu bewahren. Diese Bestrebungen scheiterten. Aufgrund der Besetzung Stettins durch die Sowjetunion zogen der Gauleiter nach Ducherow und die militärischen Gau- und Provinzialstellen nach Greifswald um. Im April des Jahres 1945 sind 10.500 Verwundete und Kranke in den Krankenhäusern untergebracht, die nicht mehr abtransportiert werden können.
Petershagen und Bürgermeister unter Zeitdruck: Es ist fünf vor zwölf für Greifswald
Am 27. April kam ein Treffen zwischen Oberst Rudolf Petershagen, Oberst von Wurmbach, Greifswalds Bürgermeister und Chef der NSDAP-Kreisleitung Schmidt, und Professor Engel zustande. In dem Treffen wurde über das zukünftige militärische Vorgehen beraten. Petershagen erklärte, dass ein längerer Widerstand Greifswalds militärisch nicht mehr möglich sei, da sowohl Menschen als auch Waffen für ein solches Vorgehen fehlen würden. Lediglich die innere Linie, also die Greifswalder Innenstadt, könne verteidigt werden. Die Russen würden in einem solchen Fall lediglich einige Stunden aufgehalten werden können.
Am frühen Abend des 29. Aprils überschritt die Rote Armee die Peene und befand sich auf dem Vormarsch auf die Anklamer Chausee.
Rudolf Petershagen erließ daraufhin den Befehl, Vertreter Greifswalds zu den Sowjets zu entsenden, um vor den Toren der Stadt zu kapitulieren. Als Repräsentanten wurden Oberst von Wurmbach, Professor Engel und Oberststabsarzt Katsch entsendet. Gegen Mitternacht fuhren die drei aus der Stadt und trafen dort auf eine erschütternd geringe Zahl versprengter Soldaten, die in Richtung Greifswald vor der heran rückenden Roten Armee flohen. Kurze Zeit später traf das Greifswalder Rettungskommando auf die Rote Armee und hisste die Weiße Fahne.
Kapitulationsverhandlungen in “der feurigen Hölle von Anklam”
Anschließend fuhren sie nach Anklam, um die Kapitulationsverhandlungen zu führen und die kampflose Übergabe der Stadt rechtskräftig zu machen. In Anklam angekommen, sind die Kapitulierenden entsetzt über den Zustand der Stadt:

Vor diesen Zuständen, wie hier in Rostock 1945, wurde Greifswald bewahrt
“Ich habe sowohl im vergangenen, wie in diesem Kriege viel Schauriges und grausige Zerstörungen gesehen, doch nichts, was dem Inferno, der feurigen Hölle von Anklam vergleichbar gewesen wäre. Schon in der Vorstadt Peenedamm fuhren wir durch einen wahren Feuerorkan. Auf den Straßen lagen überall Trümmer, die von zerschossenen Häusern herunter gestürzt waren. (…) Das Stadtinnere von Anklam war ein einziges Flammenmeer. Glühender Funkenregen prasselte gleich Hagelschauern über unsere Wagen. (…) Kein Haus schien von der Feuersbrunst verschont zu sein.”
Engels Aufzeichnungen illustrieren besonders eindrucksvoll die verheerenden Folgen der Umsetzung der Befehle Hitlers.
Die Verhandlungen verliefen in Anklam reibungslos und es wurde sämtlichen Wünschen der Retter entsprochen. Am 30. April erfolgte daraufhin die Übergabe der Stadt an die Rote Armee.
Angesichts des verhängnisvollen und brutalen zweiten Weltkrieges und angesichts der Verbrechen des Nationalsozialismus gilt an diesem 8. Mai daher denjenigen Dank und Würdigung, die sich für die Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus und für eine Beendigung des Krieges einsetzten.
Quelle:
Tagebuch des Rektors der Greifswalder Universität Carl Engel, in: Buske, Norbert (Hrsg.): Die kampflose Übergabe der Stadt Greifswald im April 1945, Schwerin 1993.
Literatur:
Matthiesen, Helge: Greifswald in Vorpommern. Konservatives Millieu im Kaiserreich, in Demokratie und Diktatur 1900-1990, Düsseldorf 2000.
Fotos:
www.wikipedia.de (Keitel)
www.bild.bundesarchiv.de (Rostock 1945)
von Felix Kremser | 04.05.2010
An diesem Donnerstag, dem 6. Mai, um 20 Uhr und am Samstag, dem 8. Mai, um 19 Uhr, führt das Greifswalder Studententheater (StuThe) das polnische Kultstück „Das Kleintheater Grüne Gans“ von Konstanty Idelfons Galczynski im Offenen Kinder- und Jungendhaus LABYRINTH (Maxim-Gorki-Str.1) auf.

v.o.n.u. Jan Holten, Kristine Jahnke, Nikolaus Roos, Dominik Wachsmann
Das Stück, das vom StuThe bereits auf dem letztjährigen Polenmarkt aufgeführt wurde und sich großer Beliebtheit erfreute, gehört in Polen mittlerweile zum bedeutenden Kulturinventar. Die von Galczynski, im Rahmen der „Grünen Gans“ geschriebenen Theaterstücke faszinieren dabei vor allem durch ihre interessant-abstrusen Regieanweisungen, wie „Hamlet stirbt mangels einer Entscheidung und wegen Darmverschlingung an einer scharfen historischen Wende“ (aus: Hamlet und die Kellnerin), denn im Gegensatz zu gängigen Dramen und Komödien wurden die Werke der „Grünen Gans“ nicht für die Bühne, sondern einzig zum Lesen geschrieben. Darüber hinaus karikieren die Stücke Galczynskis menschliche Schwächen an Hand satirischer Darstellungen Großer Politiker und kleiner bürger. Angesichts solch fantastischer Feinheiten schrieb der berühmte polnische Literaturkritiker Karl Dedecius: „Das Theater der Grünen Gans ist lesbar, noch besser denkbar, kaum aber aufführbar“.
Wer neugierig geworden ist auf das von Lukas Goldbach inszenierte Werk, sollte pünktlich im LABYRINTH erscheinen, da der Kartenkauf nur an der Abendkasse möglich ist.
Fotos: StuThe
von Gristuf | 03.05.2010
Die Zeit rast, und es sind nur noch drei Wochen bis zur feierlichen Eröffnung des GrIStuF 2010 – Grund genug, den Countdown weiterzuzählen auf der zweiten Countdownveranstaltung!

Flyer
Das StuThe präsentiert euch: VerANTWORTung.
Wo ist die response-ability? Das StuThe übernimmt VerANTWORTung und macht sich auf die Suche, verrückt, absurd und abenteuerlustig. Unterstützt werden sie dabei von Ziganka, die seit 2004 unterwegs sind und sich mit Musik aus den verschiedensten Ecken der Welt und einer reichen Ausstattung an Instrumenten durch Greifswalds WG-Zimmer, Küchen und über Bühnen spielen. Um dem Ganzen noch die Krönung zu verleihen wird Dj Burns den Abend an den Plattentellern geschmackvoll abrunden.
Begebt euch mit dem StuThe auf die Suche am 7. Mai ab 21 Uhr im IKuWo. Eintritt ist vier Euro.
Noch 18 Tage bis zum Festival!
von Gabriel Kords | 02.04.2010
Am kommenden Wochenende ist die Theaterproduktion „Caveman“ zu Gast in Greifswald. Am Sonntag, dem 4. April, und am Montag, dem 5. April beginnen die Gastvorstellungen des Theaters „Mogul“ jeweils um 19:30 Uhr im großen Haus in Greifswald.
Das Stück über „den modernen Höhlenmann“ dreht sich um Missverständnisse zwischen Männern und Frauen und wurde seit 1991 von mehr als 8 Millionen Menschen in 15 Sprachen gesehen. Das Theater Vorpommern preist es an als „Die Theater-Offenbarung für alle, die eine Beziehung führen, führten oder führen wollen.“ Der Hauptdarsteller des Abends ist Erik Schäffler. (mehr …)