Drei Giganten der Musikgeschichte auf Tuchfühlung

Im Rahmen einer Bachelorarbeit am Institut für Kirchenmusik und Musikwissenschaft der Ernst Moritz Arndt Universität Greifswald entstand in Kooperation mit dem radio 98eins das Hörspiel „Die 3 großen B.s“

„Alles ist möglich – In der Welt der Musik.

Einer Welt voller Klänge und Farben,

in der die Noten an den Bäumen wachsen.

Alles ist möglich – sogar die Vereinigung

dreier großer Meister der Musikgeschichte:

Johann Sebastian Bach,

Ludwig van Beethoven und

Johannes Brahms.“


In einer fiktiv, fantastischen Welt treffen sie aufeinander, die 3 großen B.s der Musikgeschichte: Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven und Johannes Brahms.

Was zu Ihren Lebzeiten nie möglich gewesen wäre, wird im Hörspiel realisiert: der gegenseitige Austausch dieser 3 Giganten über ihre Zeit und ihre Musik. Als Repräsentanten dreier verschiedener Musikepochen (Barock, Klassik und Romantik) prägen sie die Musikgeschichte in einem Maße, wie es nur wenige andere Komponisten vor und nach ihnen taten.

Das Hörspiel soll einen möglichst lebendigen Eindruck dieser 3 Persönlichkeiten und ihrer Eigenarten vermitteln, zeigen worin genau ihre Genialität bestand und die Besonderheiten ihres musikalischen Schaffens beleuchten. Dabei richtet sich das Hörspiel keineswegs ausschließlich an Liebhaber und Kenner klassischer Musik, sondern soll durchaus überhaupt erst als Anstoß zur Beschäftigung mit dieser Art der Musik verstanden werden und nicht zuletzt natürlich auch der Unterhaltung dienen.

Am Mittwoch, den 30.6. um 20 Uhr, ist es so weit – „Die 3 großen B.s“ gehen im Ohrenschmaus auf Sendung. Zu empfangen ist das Hörspiel entweder auf herkömmlichem Wege unter 98,1 MHz oder aber per Livestream auf www.98eins.de.

Seid dabei und schaltet ein, wenn 3 Riesen auf Tuchfühlung gehen!

Ihr wollt Kritik, Anregungen oder Ähnliches loswerden? Immer her damit!

Fête de la Musique am 21. Juni in Greifswald

Veranstaltungsprogramm der Fête de la Musique

Am Montag, dem 21. Juni, findet in Greifswald die „Fête de la Musique“ unter dem Motto „Kultur als freies Gut“ statt. Um diesem Motto gerecht zu werden, treten die Künstler ohne Gage auf . Eintritt muss an diesem Tag für den Besuch der zahlreichen Veranstaltungen ebensowenig gezahlt werden.

In der Universitäts- und Hansestadt fand vor drei Jahren die erste Fête de la Musique statt.  In diesem Jahr bildet ein von vier Kindergärten gestaltetes Bühnenprogramm um 15 Uhr den Auftakt der Veranstaltung. Anschließend präsentieren sich zahlreiche lokale Musikprojekte auf der Bühne.

Doch nicht nur am Hafen, auch im KLEX, St. Spiritus, in der Maxim-Gorki-Straße in Schönwalde II und im Cafe Ravic wird an diesem Tag musiziert. Es treten unter anderem die Hanselunken, Georg Laaß & Freunde und das Ensemble Solala! auf. Darüber hinaus konnten die Veranstalter die Band Aluminium Babe aus New York für einen Auftritt in Greifswald gewinnen.

Veranstaltung dient der Pflege internationaler Zusammenarbeit

Die Philosophie der Veranstaltung besteht darin, alle regionalen Amateurmusiker zu animieren, auf der Bühne aufzutreten. Die Konzerte sollen möglichst an außergewöhnlichen Orten stattfinden. Darüber hinaus ist die Pflege internationaler Zusammenarbeit, insbesondere zwischen den teilnehmenden Städten und Gemeinden innerhalb des Konzeptes der Veranstaltung von zentraler Bedeutung.

Das im Deutschen auch als „internationaler Tag der Musik“ bezeichnete Fest hat eine 28-jährige Tradition und kommt ursprünglich aus Frankreich. Es geht auf die Initiative des französischen Kulturministers Jack Lang zurück. Am kommenden Montag wird außer in Greifswald noch in über 360 Städten der Welt musiziert.

An der Organisation der Fête de la Musique sind in Greifswald unter anderem der GrIStuF e.V., das IKuWo, der Studentenclub Kiste, die Jugendkunstschule Greifswald, das Offene Kinder- und Jugendhaus Labyrinth und das Jugendhaus Pariser beteiligt.

Weitere Informationen zur Fete de la Musique sind unter www.fete-greifswald.de, www.fetedelamusique.de und www.fetedelamusique.culture.fr zu finden.

Bild: Flyer (GrIStuF e.V.)

CD-Rezension: „Hurra! Hurra! So Nicht.“

Man stelle sich mal vor: man geht in den Plattenladen um die Ecke, greift ins CD-Regal und kauft sich die Hörspielvertonung des eigenen Tagebuchs. Fiktiver Irrsinn? Nein. Gisbert zu Knyphausen vertont mit einfachem Instrument und allegorischen Worten ein Stück weit mein Leben und deines wahrscheinlich auch.

Gisbert zu Knyphausen

Kommt man nun zur Annahme der Liedermacher würde oberflächlichen Massenpop fabrizieren, ist man in die komplett falsche Gedankenstraße eingebogen. „Hurra! Hurra! So Nicht.“ ist so deutlich, tiefgründig, realistisch und zuweilen melancholisch wie ich es selten in der deutschen Musiklandschaft erleben durfte. Es ist das Salz in der Wunde („Morsches Holz“) und zugleich trostspendende Umarmung eines Freundes („Seltsames Licht“). Die Worte prügeln einem die Zähne aus der Visage oder mutieren zum Fallschirm kurz vorm Aufprall. Diese Ambivalenz der Gefühle drückt Knyphausen in dem Lied und Namensgeber „Hurra! Hurra! So Nicht.“ treffend aus.

Die Personifizierung der „Melancholie“ mit der einhergehenden Auseinandersetzung verarbeiten die Wut, die Verzweiflung oder den Schmerz mit den Worten „eigentlich mag ich dich ganz gern, wenn du nur ab und zu mal deine Fresse halten würdest“. (mehr …)

Vom Welschland bis nach Uppsala: Instrumentale Musik aus der Schwedenzeit

Das Greifswalder Ensemble „I Cornetti Pomerani“ mit Beate Bugenhagen (Zink), Immanuel Musäus (Zink) und Matthias Schneider (Orgel) spielt am kommenden Samstag, dem 1. Mai, um 20 Uhr frühbarocke Musik, wie sie höchstwahrscheinlich in Schwedisch-­Pommern im 17. Jahrhundert erklungen ist. Das Konzert findet in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung im Pommerschen Landesmuseum statt.

Das Trio.

Wie die Konrad-Adenauer-Stiftung mitteilt, werden neben den Werken pommerscher Komponisten, zum Beispiel von Johann Vierdanck aus Stralsund, italienische („welsche“) und niederländische Kompositionen zu hören sein, die das Musikleben zur damaligen Zeit auch in dieser Region besonders prägten. Unter anderem wird auch eine Toccata Johann Vierdanks (um 1605 – 1646), die Matthias Schneider, Lehrstuhlinhaber am Greifswalder Institut für Kirchenmusik und Musikwissenschaft, rekonstruiert hat. Das Werk ist nur fragmentarisch in der Universitätsbibliothek in Uppsala überliefert.

Dargeboten wird die Musik auf historischen Instrumenten: Bei Zinken handelt es sich um Blasinstrumente, die im 16. und 17. Jahrhundert von den Stadt- ­und Hofmusikern gespielt wurden. Sie wurden im 20. Jahrhundert wiederentdeckt, kommen aber bis heute selten zur Aufführung. Die Ausführenden werden das Programm mit Erläuterungen zu den Werken abrunden.

Konrad-Adenauer-Stiftung

Das Vortragskonzert ist Bestandteil einer Studienexkursion der Konrad-Adenauer-Stiftung mit dem Titel „Die Schwedenzeit – Spurensuche in Mecklenburg und Vorpommern“. Die Teilnehmer besuchen verschiedene Stätten der schwedischen Herrschaft in Mecklenburg und Vorpommern, unter anderem in Stralsund, Wismar und Greifswald. Die Studienexkursion wird gemeinsam mit dem Verein Schwedisches Kulturerbe in Pommern durchgeführt.

Das Vortragskonzert findet statt am 1. Mai um 20 Uhr im Pommerschen Landesmuseum Greifswald, Rakower Str. 9, 17489 Greifswald. Der Eintritt kostet 5 Euro.

Bild: Veranstalter

Rezension: Amy Macdonald „A Curious Thing“

Große Erwartungen schürte die Singer-Songwriterin Amy Macdonald bezüglich ihres zweiten Albums „A Curious Thing“, das im März erschien. Aus ihrem Debütalbum wurden monatelang die Single-Auskopplungen „This Is The Life“ und „Mr. Rock and Roll“ im Fernsehen und im Radio gespielt.

Amy Macdonald - Foto: Mafred Werner via Wikimedia Commons

Sie begeisterte mit ihrer prägnanten Stimme und ihrer Gitarre und wirkte einfach nur sympathisch. Dafür gab es 2009 den Echo als beste Newcomerin. In ihren ersten Videos sieht man Amy Macdonald immer lächeln oder wie sie mit Freunden feiert. Nett, denkt man sich, könnte sie sein.

Nicht mehr so nett

Und so erschleicht einen das Gefühl, dass sie dieses nette Image mit ihrem neuen Album ein wenig ablegen möchte. Das erste Lied auf der CD ist „Don´t Tell Me That It´s over“ kommt energiegeladen daher, mit schreienden Gitarren und treibendem Schlagzeug. Das dazugehörige Video erscheint ebenfalls spannungsvoll und rockig. Man sieht rasende Wolken, Blitze, es dominieren schnelle Cuts und dunkle Farben – und eine böse dreinblickende Sängerin. Gar nicht mehr so nett.

Während ihrer Tour jammte und experimentierte Macdonald oft mit ihrer Band. Dabei stellte sie fest, dass sie auch in ihre Songs mehr Instrumente einbringen könnte, damit der Sound des neuen Albums noch größer klinge. Gesagt, getan. So wirkt ihr neues Werk spannungs- und abwechslungsreich, mitunter sogar sphärisch und sehr rockig. In „No Roots“, aus welchem auch die Zeile für den Albumnamen stammt, dominieren zwar ihre Stimme und ihre Gitarre, aber erscheint der Klang durch weitere Instrumente und Effekte wesentlich voller. Ruhig klingt die zweite Platte mit „What Hapiness Means To Me“ aus, lediglich ein Klavier und ihre Stimme sind anfangs zu hören.

Auf „A Curious Thing“ befinden sich 12 Lieder, alle von der 22-Jährigen selbst geschrieben; es erreichte sogar Platz 1 der deutschen Albumcharts. Das Album steht seinem Vorgänger in nichts nach, ist aber auch nicht wesentlich eingängiger oder abwechslungsreicher als das Debüt. Manche Songs sind tanzbar, manchen sollte man einfach nur lauschen. Dann hört man auch hin und wieder die nette Amy Macdonald. Dafür sollte man aber auch seine Erwartungen ein wenig herunterschrauben.

Foto Startsaeite – Benoît Derrier via Wikimedia Commons