von Gabriel Kords | 21.11.2009
Neu ist das Thema eigentlich nicht, doch der linke Flügel im StuPa (Mitglieder der Jusos und von Die Linke.SDS sowie freie Stupisten) haben es vor einigen Wochen erneut auf die hochschulpolitische Tagesordnung gebracht. In einem Antrag an das StuPa, der bisher nicht behandelt wurde, fordern sie, die zuständigen Gremien sollten die Zulassungsbeschränkung für Master-Studiengänge abschaffen und so „Durchlässigkeit zwischen Bachelor und Master herstellen“.
An der Greifswalder Universität kann sich in den meisten Fällen nur immatrikulieren, wer zuvor einen Bachelor mit einer Abschlussnote von mindestens 2,5 gemacht hat – in wenigen Studiengängen gelten Sonderkonditionen. So ist zum Beispiel für den „Master of Laws in Tax and Economic Law“ ein „befriedigend“ in der ersten juristischen Prüfung erforderlich – erfahrungsgemäß aber ebenfalls eine hohe Hürde.

Die Jusos präsentierten diese Woche öffentlichkeitswirksam die "Master-Hürde".
Praktisch gibt es keine Beschränkungen
Die Prüfungsausschüsse können jedoch auch Ausnahmen beschließen. Wer eine schlechtere Abschlussnote als die geforderte hat, kann den Antrag stellen, trotzdem zum Master-Studium zugelassen zu werden. Informationen des webMoritz zufolge sind in den vergangenen Jahren stets sämtliche dieser Anträge akzeptiert worden, auch wenn sich die Anträge vor diesem Wintersemester im Vergleich zur letzten Bewerbungsfrist von circa 50 auf circa 100 etwa verdoppelt haben. Eine offizielle Bestätigung dieser Zahlen steht aber noch aus, da der zuständige Mitarbeiter derzeit krankheitsbedingt nicht erreichbar ist. (mehr …)
von Gabriel Kords | 16.11.2009
Am Dienstag, dem 17. November, tagt das Studierendenparlament (StuPa) der Universität Greifswald. Die Sitzung beginnt wie üblich um 20 Uhr und findet entgegen erster Ankündigungen im Konferenzsaal des Uni-Hauptgebäudes statt.
Auf die Mandatsträger wartet auch in der dritten Sitzung des Semesters erneut eine enorme vorläufige Tagesordnung. Neben den vertagten Punkten aus der letzten Sitzung sind zahlreiche weitere Anträge sowie zwei Finanzanträge eingegangen und es liegen auch weitere Bewerbungen um AStA-Referate vor.
Die vorläufige Tagesordnung sieht folgende Punkte vor:
TOP 1 Berichte – Die üblichen Rechenschaftsberichte aus dem AStA, den moritz-Medien und weiteren Gremien nehmen in der Regel zwischen 60 und 90 Minuten ein.
TOP 2 Formalia – Hier wird die Tagesordnung beraten und verabschiedet sowie das Protokoll der vorigen Sitzung genehmigt. Dieser Tagesordnungspunkt ist bei den letzten Sitzungen meistens relativ zügig abgehandelt worden, die Protokollkontrolle kann aber schon mal ein bisschen dauern.
TOP 3 Finanzanträge (mehr …)
von Jan Faulbrück | 18.07.2009
Der Bildungsstreik hat vor wenigen Wochen deutschlandweit über 270.000 Studenten auf die Straßen bewegt. Vor allem gegen die schlechte Struktur im Bachelor- und Mastersystem wurde demonstriert. In Greifswald zogen über 300 Schüler und Studenten durch die Stadt (webMoritz berichtete).
Welche strukturellen Probleme im Zusammenhang mit dem Bolognaprozess immer wieder angesprochen werden, merken gerade jetzt in der Prüfungszeit wieder alle Bachelorstudenten.
Seit dem 14.06.2009 gibt es nun eine Onlinepetition, die sich einem Teilaspekt, und nach der Meinung der Initiatoren, mit der Lösung des Problems befasst. Sie lautet:
„Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass jeder Bachelorabsolvent einen Masterstudienplatz erhält, unabhängig von Note, Herkunft und sozialem Stand.“
In einer weiterführenden Begründung, als die, die der Petition anhängt, heißt es, dass es zurzeit ausgeschlossen sei, dass jeder Student einen Platz für einen konsekutiven Masterstudiengang erhalte. In vielen Fällen erfolge die Auswahl der Bewerberinnen und Bewerber nur nach der Durchschnittsnote des Bachelor-Examens. Die Tatsache, dass der Bachelorabschluss auf dem Arbeitsmarkt nicht als berufsqualifizierend wahrgenommen würde, führe dazu, dass ein Masterstudienplatz für beruflichen Erfolg zwingend notwendig sei. Als Konsequenz hieraus ergäbe sich ein permanenter Konkurrenzkampf und Erfolgsdruck, welcher nicht nur in den Prüfungsphasen keine Zeit für Aktivitäten neben dem Studium lasse. Damit würde eine umfassende und realitätsnahe Bildung erschwert. Außerdem sinke so die Qualität des gesamten Studiums und wer nebenher noch für die Finanzierung des selbigen arbeiten müsse, hätte kaum noch eine Chance, eine qualifizierende Abschlussnote zu erreichen.
Die Petition muss bis zum 07. August 50.000 Mitzeichner finden, um vom deutschen Bundestag diskutiert zu werden.

"Bildung, für alle, und zwar umsonst!", war einer der Slogan des Bildungsstreiks.
Ob die Petition in dieser Form Erfolg hat, bleibt fraglich. Pauschal jedem Bachelorabsolventen einen Studienplatz zuzusichern bedürfte einer groß angelegten Bildungsreform. Die fehlende Differenzierung zwischen konsekutiven, nicht-konsekutiven und weiterführenden Masterstudiengängen ist gewiss genauso ein Manko, wie die fehlende Bewertung von „Note, Herkunft und sozialem Stand.“ Bis heute haben dennoch knapp 30.000 Menschen die Petition unterzeichnet. Organisiert und motiviert wird vor allem über das StudiVZ, in dieser Gruppe.
Wichtiger als der inhaltliche Erfolg der Petition ist sicherlich, dass die Problematik der Bachelor- und Masterstudiengänge immer wieder auf die Agenda gesetzt wird – vor allem in Wahlkampfzeiten.
Die Petition findet ihr hier: http://tinyurl.com/master4all
Fotos: oben: thilowaasem via flickr; unten: J. Faulbrück
von Florian Bonn | 11.11.2008
Die Etablierung des neuen Studienabschlusses
Einige Minuten vor Vorlesungsbeginn ist der Hörsaal bis auf einen Sitzplatz noch immer leer. Doch liegt es nicht etwa daran, dass es erst morgens um acht ist, auch nicht an einem möglicherweise schlechten Vorlesungsstil des Professors. Vielmehr ist für diesen Masterstudiengang nur ein Student eingeschrieben. (mehr …)
von Christin Brennenstuhl | 24.07.2008
Ab Herbst wird es für angehende Masterstudierende den neuen Studiengang Baltische Regionalstudien / Baltijos regiono studijos geben. Es ist der einzige Masterstudiengang für Baltistik in Deutschland. Das zweijährige Studium wird sowohl in Greifswald, als auch in Vilnius (Litauen) absolviert. Die Voraussetzung für dieses Studium ist ein abgeschlossener Bachelor mit einem kulturwissenschaftlichen oder philologischen Teilfach, sowie Kenntnisse der litauischen Sprache auf dem Niveau B2.
Das Studium wird sich vor allem mit Bilingualismus, ethnographische Besonderheiten, Entwicklung der politischen Systeme der Region und der Gegenwartsliteratur in der posttotalitären Gesellschaft befassen.
Im ersten Studienjahr wird ein methodisch-theoretisches Grundgerüst vermittelt und die Sprachkenntnisse werden weiter ausgebaut. Im zweiten Ausbildungsjahr in Litauen müssen die Studierenden die Sprache beherrschen und über interkulturelle Kommunikation praktisch anwenden. Zu dem werden den Studierenden die Kultur, Wirtschaft und Politik vor Ort näher gebracht.
Für Interessierte geht es hier weiter.
Fotoquelle: In Your Pocket