Der Herbst hat begonnen und die Saison der sogenannten Romcoms (romantische Komödien) ist eröffnet. Aus den USA erreicht uns Die nackte Wahrheit mit Gerard Butler (300, PS I Love You) und Katherine Heigl (Grey’s Anatomy, 27 Dresses). Die beiden Hauptdarsteller mögen sich natürlich am Anfang nicht und am Ende dann umso mehr, wie man das erwartet.
Filmposter: Die nackte Wahrheit
Hoppla, das Ende gleich im ersten Absatz verraten! Macht nichts, denn darauf kommt es ja nicht an, sondern auf den beschwerlichen und witzigen Weg dahin. Die Voraussetzungen sind gut, denn hier treffen die organisierte Lokalsender-Produzentin Abby und Mike, der chauvinistische Moderator der Sendung „The Ugly Truth“ (dt. die hässliche Wahrheit) aufeinander. Die Klischees sind klar verteilt: Kontrollfreak Abby hat die Hoffnung auf die große Liebe noch nicht aufgegeben und versucht die Suche mit Checklisten erfolgreich abzuschließen. Mike ist der Mario Barth des Frühstücksfernsehens und vermittelt mit derben Sprüchen die Geschichte von den einfachen Männern, die aufs Äußere fixiert sind und natürlich nur das Eine wollen. Die Sache kommt ins Rollen durch eine Wette bei der Mike mit seinen Methoden Abby zu ihrem Traummann verhelfen soll.
Viel mehr kann man nicht erzählen, ohne große Teile des Plots zu verraten. Aber wie gesagt, kommt es darauf auch nicht an, sondern auf die bissigen Sprüche und peinlichen Zwischenfälle, die für einige Lacher sorgen. Es wird selten ein Blatt vor den Mund genommen und der hierzulande ab 12 Jahren freigegebene Film wurde in den USA mit R (Restricted, unter 17 nur in Begleitung mit einem Erwachsenen) bewertet. So kommen beide Geschlechter auf ihre Kosten, die Mädels durch die Bestätigung, dass die Liebe am Ende siegt und die Jungs durch die Fäkalsprache. Oder vielleicht ist es genau umgekehrt und den romantischen Männern wird das Herz gewärmt und die Frauen können lauthals über Peinlichkeiten und obszöne Wörter lachen. Einen Vorgeschmack liefert der Trailer, der aber leider wie immer einige gute Gags vorweg nimmt:
Heigl und Butler liefern eine anständige Vorstellung und auch wenn die Funken nicht immer sprühen, so geben sie glaubwürdige Gegenspieler ab. Die Nebendarsteller sind hervorragend, besonders Cheryl Hines und John Michael Higgins als Moderatorenehepaar. Der ultrahübsche Eric Winter (Abbys Herzbube Colin) wirkt stellenweise wie ein Jungspund im Vergleich zu den Hauptdarstellern, ist aber überraschenderweise älter als Heigl. Die lässt ihre kindische Ader manchmal durch zickige Grimassen durchblitzen.
Alles in allem ein Film für einen netten Kinoabend, nicht mehr und nicht weniger. Die Synchronisation ist gut gelungen, auch wenn der falsch übersetzte deutsche Titel Sätze wie „Die Wahrheit ist manchmal hässlich, nicht?!“ sinnlos erscheinen lässt. Und dass Craig Ferguson Schotte ist und nur deswegen als Ire bezeichnet wird, weil Abby einen so schrecklichen schottischen Akzent nachmacht, geht leider völlig unter. Aber das sollte man einfach ignorieren.
70 Jahre nach Beginn des zweiten Weltkriegs lockte Quentin Tarantino mit einem Film der die NS-Zeit thematisiert, zahlreiche Besucher in die weltweiten Lichtspielhäuser. In den Medien wurde „Inglourious Basterds“ als Film des Jahres gehandelt. Schon der Trailer versprach Action und Humor in typischer Tarantino-Manier.
Während sich allerdings in den letzten Jahren Filme über die Nazizeit meist mit realen Personen und Ereignissen beschäftigten, nutzt Tarantino lediglich die historische Kulisse um darin eine größtenteils frei erfundene Geschichte zu erzählen. Folgerichtig heißt eines der fünf Kapitel des Films auch „Operation Kino“.
Sadismus soweit das Auge reicht
Der SS-Offizier Hans Landa (Christoph Walz) hat den Auftrag im besetzten Frankreich untergetauchte jüdische Familien aufzuspüren und zu töten. Mit grausamer Scharfsinnigkeit und unmenschlichem Sadismus geht er dieser Tätigkeit nach.
Aldo Raine (Brad Pitt) stellt sein Einsatzkommando zusammen
In den vereinigten Staaten formieren sich derweil die titelgebenden „Basterds“ um den US-Leutnant Aldo Raine (Brad Pitt). Ihr Ziel ist es in Frankreich brutale Vergeltung an den Nazis zu üben. In der Premiere eines Propagandafilms um den deutschen Kreigshelden Frederick Zoller (Daniel Brühl) in Paris sieht die Spezialeinheit ihre Chance einen Großteil der NS-Führung auszuschalten. Gleichzeitig plant jedoch auch die jüdische Kinobesitzerin ein Attentat während der Vorstellung. Sie konnte einige Jahre zuvor dem „Judenjäger“ Landa entkommen. Dieser ist nun für die Sicherheit bei der Premiere zuständig.
Jedes der fünf Kapitel des Films steht in gewisser Weise für sich allein, sie wirken wie kleine Szenarien, bzw. Geschichten ohne fließende Übergänge, trotzdem erzählen sie eine fortlaufende Geschichte. Vor allem durch die zur Schau gestellte Brutalität der ist keiner der Charaktere dabei Sympathieträger oder Identifikationsfigur.
Kino im Kino
Besonders herausragend ist die Rolle des Hans Landa, großartig gespielt vom Österreicher Christoph Walz. Er ist hinterlistig, scharfsinnig, zynisch und hoch intelligent. Die Figur wird nie als Karikatur dargestellt, im Gegensatz beispielsweise zu Hitler oder Goebbels, die in Nebenrollen zu sehen sind. Allerdings wird später auch klar, dass Hans Landa kein überzeugter Nazi ist, sondern die Judenjagd eher zum Ausleben seines Sadismus‘ und seiner Mordphantasien nutzt.
Brad Pitt als Lt. Aldo Raine sticht zwar nicht so hervor wie Christoph Walz, allerdings gefällt Pitt als älterer „Nicht-Schönling“ sehr gut. Die Pitt und die anderen „Basterds“ haben, tarantinotypisch, trotz ihrer dargestellten Brutalität auch Witz und Charme
Eine weitere sehr gute Figur wird von Mélanie Laurent gespielt, die der Shosanna Dreyfus. Sie ist die schöne, jüdische Kinobesitzerin, die sich nach nichts als Rache an Nazis sehnt. Sie wirkt kaltblütig, aber nicht gefühllos.
Bridget von Hammersmark (Diane Kruger) mit Wehrmachtssoldaten
Die schwächste Leistung gibt Diane Kruger in ihrer Rolle als deutsche Kontaktperson der amerikanischen Spezialeinheit ab. Sie wirkt immer ein wenig farblos und erweckt den Eindruck Kruger spiele mit wenig Leidenschaft.
Besonders Spaß beim Zuschauen machen die teilweise unerwartet auftauchenden deutschen Schauspieler wie zum Beispiel Till Schweiger und Gedeon Burkhard als „Basterd“, Bela B. als Platzanweiser oder Volker „Zack“ Michalowski als deutscher Soldat. Damit überrascht Tarantino wohl vor allem das deutsche Publikum.
Wie erwähnt bietet die Handlung trotz der historischen Anspielungen, bzw. des geschichtlichen Hintergrundes keinen größeren Wahrheitsgehalt. Durch den Tod Hitlers, welcher somit das Ende des zweiten Weltkrieges darstellt, ist eindeutig, dass Tarantino keine Nacherzählung der echten Geschichte wollte. Vielmehr nutzt er die Geschehnisse für einen Actionfilm, der vor allem auch die Rolle des Kinos, insbesondere in der NS-Zeit widerspiegelt. Denn im Film endet die Grausamkeit der Nazis in einem Lichtspielhaus.
Die doch sehr verstrickte Geschichte führt aber auch ein paar logische Fehler mit sich. So gehen zwischenzeitlich einige der „Basterds“ aus der Handlung verloren. Auch andere Kleinigkeiten werfen Fragen aus, sind aber unwichtig für die Gesamtwirkung des Films. Denn obwohl der Film stolze 2 ½ Stunden geht, wirkt er nie langatmig oder übertrieben breit gezogen. Jede Szene des Films ist wichtig für die Fortführung des Inhalts.
Tarantino lässt wie in fast jedem seiner Filme eine Menge Patronen platzen, Blut fließen und Feuerbälle hochgehen. Seine Vorliebe für brutale Szenen sind bekannt aus Filmen wie „Pulp Fiction“ oder „Deathproof“. Vor allem die Schlüsselszene im Kino mag für den ein oder anderen sehr bedrückend sein.
Untermalt werden solche Szenen durch großartige Musik. Es lohnt sich auf jeden Fall den Soundtrack anzuhören, auch wenn man kein Fan des Films ist.
Fazit – Nichts für schwache Nerven
Wer schwache Nerven hat sollte sich überlegen ob er „Inglourious Basterds“ wirklich sehen will. Aber die Darsteller sind bis auf kleine Ausnahmen großartig und auch der typische, scharfsinnige und zielsichere Humor des Regisseurs macht großen Spaß und ist auf jeden Fall sehenswert.
Für jeden Tarantino- und Actionfan ist der Film ein Muss.
Heute im Magazin haben wir in der letzten Mittwochssendung in diesem Semester ein ganz besonderen Interviewgast. Der Trainer des FC. Hansa Rostock Andreas Zachhuber steht uns vor dem morgigen Testspiel gegen den Greifswalder SV 04 Rede und Antwort zur alten und neuen Saison des FC. Hansa. Außerdem natürlich im Programm die Veranstaltungstipps aus Greifswald und die Spotlights, unsere Nachrichten aus Greifswald und Mecklenburg Vorpommern sowie das Wetter. In unserer Kinorubrik geht es heute um den Film „Brüno“ von Sascha Baron Cohen. Kinokarten gibt es natürlich auch zu gewinnen und zwar für den Film „Ice Age 3“. Durch das Programm führt euch Jakob Rüger.
Also rein hören lohnt sich ab 19 Uhr auf radio 98eins.
Mindestens ein Fall von Fahrraddiebstahl in Greifswald könnte seit gestern als aufgeklärt bezeichnet werden. Starfleet-Captain Archer brauchte eines, um das Universum zu retten. Und schuld an solch extremen Maßnahmen war wieder einmal Q.
Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit im Cinestar Greifswald stand gestern die Vorpremiere des elften Teils der Star-Trek-Filmreihe. Die herausragende Besonderheit des Abends bildete der Vorfilm von „Star Trek: To the Res-Q“, der ersten in Greifswald entstandenen Fan-Produktion: Fünf bekannte Captains der Sternenflotte werden von Q in Greifswald versammelt, um das Universum vor dem Untergang und sich selber vor dem Vergessen zu retten. Dass Q wie so oft hier nur ein perfides Eigeninteresse verfolgt, liegt in der Natur seiner Erscheinung. Aber wie immer geht es am Ende ganz anders aus, als es selbst Q erwartet hatte.
Unter maßgeblicher Leitung von Dr. Anette Brauer (Institut für Amerikanistik) bildete die Vorführung von „Res-Q“ den Schlußstein eines vor über einem Jahr gestarteten studentischen Medienprojekts. Auf dem Wort Medienprojekt muss die Betonung liegen, denn eigentlich ist es kein „echter“ Fan-Film. Christine Kossatz, welche ihrem filmischem Vorbild Captain Janeway im Erscheinungsbild und auch im Umgang mit heißem, duftenden Kaffee eindeutig am nächsten kommt, hatte bis gestern abend noch nie einen Star Trek Film gesehen. Anette Brauer erklärt, dass zwar lange nicht alle der über 30 Projektteilnehmer eingefleischte Trekkies sind, dafür seien sie alle völlig neu im Filmgeschäft.
„Die Idee ist aus der Star-Trek-Ringvorlesung im Wintersemester 2007/2008 heraus entstanden“, begründet sie die Frage nach deren Usprung. Star Trek Fan Falko Görres (alias Jean Luc Picard und stolzer Besitzer aller Serien auf DVD) fügt hinzu: „Im Juni ’08 waren wir mit den Arbeiten am Trailer fertig. Im letzten Wintersemester haben wir den Film produziert und geschnitten wurde bis vor zwei Tagen.“ Cutter Marius Bathe lacht: „Ja, das war viel Arbeit. Eine Woche Dreh, zwei Monate Schnitt.“ Und das alles mit allgemein erhältlicher Software, wie er betont. Nicht die einzige Herausforderung: ein Budget gab es nicht und gefilmt wurde mit einem Standardvideocamcorder mitten im eisig-windigen Greifswald. „Der Stoff der Uniformen ist verdammt dünn“, grinst Stefan Tennigkeit (Jonathan Archer). Cinestar-Leiter René Römer hatte sich schließlich bereit erklärt, statt der obligatorischen Werbung das Medienprojekt als Vorfilm in seinem Kino zu zeigen. Und freute sich schließlich über rund 240 verkaufte Plätze, nur knapp zwei Dutzend Sitze blieben frei. (mehr …)
Mit Zutaten wie Musik aus den 60ern, großen britischen Komikern, erfolgreichem Schreiber/Regisseur und einer interessanten Geschichte kann eigentlich nichts schief gehen, oder? Wir werden sehen.
Worum geht es überhaupt?
1966 gibt es im normalen Radioprogramm (= BBC) klägliche zwei Stunden Rock’n’Roll pro Woche und da springen die sogenannten Piratensender in die Bresche. Werbefinanziert und niemandem außer dem Publikum verpflichtet senden sie sich von der Nordsee in die Herzen der jungen (und nicht mehr ganz so jungen) Zuhörer. Die Originale nannten sich Radio Caroline oder Radio London (von wo u.a. John Peel seinen Perfumed Garden sendete) und im Film wird daraus Radio Rock. Das klingt erstmal dämlich, aber mit dem englischen Filmtitel The Boat That Rocked ergibt das Sinn.
Auf dieses Schiff wird er junge Carl von seiner Mutter geschickt, nachdem er wegen Drogenkonsums der Schule verwiesen wurde. Dort soll er endlich unter der Aufsicht seines Patenonkels Quentin das wahre Leben kennenlernen und erwachsen werden. Das wahre Leben besteht natürlich aus Sex, Drugs and Rock’n’Roll und die verrückte DJ-Kommune unterstützt ihn kräftig beim Erwachsenwerden. (mehr …)