advents.kalender 2019: 2. Türchen – Advent als Abenteuerspielplatz

advents.kalender 2019: 2. Türchen – Advent als Abenteuerspielplatz

Es weihnachtet sehr, auch in Greifswald – und besonders bei den moritz.medien. Mit dem advents.kalender geben wir Euch weihnachtliche Tipps, Tricks, Erfahrungsberichte, Rezepte uvm. für die Adventszeit. Öffnet jeden Tag ein Beitrags-“Türchen”! Im heutigen Türchen: How to not get Wham!’ed.

Last Christmas, I gave you my heart …

Und jetzt alle!

Nur normalerweise halt nicht, wenn ich in der Nähe bin. Denn ich spiele jedes Jahr aufs Neue mit meiner Familie ein klassisches Weihnachtsspiel: Don’t get WHAMed. Ein Spiel, dass jede Innenstadt und Weihnachtsfeier zu gefährlichen Abenteuerparcours werden lässt. Und die lieben Freund*innen und Kolleg*innen zu fiesen Grinches mutieren lässt (liebe Grüße gehen hier raus an ein ganz besonderes ehemaliges Mitglied aus der Chefredaktion vom webmoritz. *zwinkizwonki). Die Regeln sind wirklich einfach: Die Person, die als letzte bis Weihnachten das Lied „Last Christmas“ von WHAM! nicht gehört hat, hat gewonnen. Läuft man über einen Weihnachtsmarkt und es ertönt, muss das eigene Ausscheiden unverzüglich den Mitspielenden gemeldet werden.

Damit ihr die besten Chancen habt, kommen hier ein paar Tipps:

– Meidet große Menschenansammlungen in eurer Freizeit.

– Meidet es, an Einkaufszentren vorbeizugehen – Geschenke braucht kein Mensch.

Je eremitischer ihr euer Leben gestaltet, desto sicherer könnt ihr euch fühlen. Wenn ihr doch noch rausmüsst:

– Haltet euch beim Weihnachtsmarkt an die Stände mit der Schlagermusik. Die spielen das Lied aus irgendeinem Grund viel seltener. Dafür wird man dort gelegentlich von angetrunkenen Schlagerfans eingehakt (ja wirklich, wer verbreitet dieses Vorurteil von den verschollenen Pommeranään?).

– Einkäufe nur mit Kopfhörern und lautem Metal drauf erledigen.

– die Challenge geheim halten. Ihr werdet überrascht sein, wie viele eurer Freund*innen euch reinreiten wollen.

Normalerweise ist das Kino sicher, vor allem, wenn man ein bisschen verspätet reinhechtet. Dann ist nämlich die Werbung oft schon vorbei. Aaaber dank Greg Wise ist das Kino in diesem Jahr kein sicherer Ort mehr. Der hat mich schon geWHAMed. Einmal Kinotrailer auf YouTube gucken und schon säuselte George Michael im Oktober Weihnachtsmusik zu Daenerys im Elfenkostüm. Gegen die Enttäuschung hilft nicht einmal die großartige Emma Thompson und den Film werde ich aus Rache nicht gucken.

Aber euch wünsche ich eine abenteuerliche Adventszeit. Mögen die Spiele beginnen!

Beitragsbild: Till Junker
bearbeitet von: Anne Frieda Müller

Zu wenige Bewerbungen für die Gremienwahlen – der aktuelle Stand vom 29.11.19

Zu wenige Bewerbungen für die Gremienwahlen – der aktuelle Stand vom 29.11.19

Für die Gremienwahl gibt es weniger Bewerbungen, als Plätze vorhanden sind. Bis Dienstag, 23.59 Uhr können sich Interessierte noch bewerben.

Die Vorbereitungen für die Gremienwahlen laufen in die letzte Phase ein. Wer sich gerne selber einbringen will und endlich was verändern möchte, hat jetzt noch eine Chance: Eure Bewerbungen könnt ihr am Montag und Dienstag von 9-12 Uhr, sowie Montag 15 bis 18 Uhr und Dienstag 16 bis 23.59 Uhr einreichen.

Gerade bei den FSR habt ihr die Chance euch selbst in Eurer Fachschaft einzusetzen. Bei den meisten FSR haben sich noch nicht genug Menschen beworben um die vorhandenen Plätze zu füllen. Hier könnt ihr die aktuellen Bewerbungsanzahlen sehen:

Gremium Bestätigte/Plätze
Anglistik / Amerikanistik 4/6
Bildungswissenschaft 5/3
Biochemie/Umweltwissenschaften 5/7
Biowissenschaften 5/9
Deutsche Philologie 3/8
Geographie 0/5
Geologie 5/3
Geschichte 6/7
Kunstwissenschaften 1/6
Mathematik/Biomathematik 0/5
Medizin 3/7
Musikwissenschaften 2/3
Nordistik 1/5
Philosophie 2/5
Politik- und Kommunikationswissenschaften 4/7
Psychologie 3/5
Rechtswissenschaften 3/9
Slawistik Baltistik 0/3
Theologie 5/5
Wirtschaftswissenschaften 3/9

Besonders dramatisch sieht es auch beim Studierendenparlament aus. Hier gibt es bisher nur zwölf Bewerbungen auf 27 Sitze.

Beitragsbild: Lukas Thiel

Fehlt Mut zu unpopulären Entscheidungen?

Fehlt Mut zu unpopulären Entscheidungen?

Überall in Deutschland ist Klimawoche. Auch an der Universität Greifswald hat die AG Ökologie zusammen mit dem BUND Greifswald eine Vortragswoche unter dem Motto “Neue Welt – Neue Stadt” organisiert. Neben täglichen Vorträgen wurde am 27.11.19 auch eine Podiumsdiskussion unter dem Motto “Klimanotstand – was nun?” veranstaltet.

Die Stadt Greifswald hat im Sommer 2019 den Klimanotstand ausgerufen. Ob dieser Ausruf reine Symbolkraft hatte, war der Einstieg in eine wenig umstrittene Podiumsdiskussion. Die Menschen, die in dem Thema eine Kontroverse hätten sehen können, schienen in dem halb gefüllten Hörsaal im Audimax ohnehin nicht vorhanden zu sein. Die Symbolkraft des Klimanotstands wurde von den meisten Diskussionsteilnehmenden bestätigt, insbesondere in der Richtungsweisung für die laufende Legislatur der Bürgerschaft. Da der Beschluss direkt am Anfang der Legislatur getroffen wurde, erklärte die SPD-Politikerin Wölk, kann er großen Einfluss auf den, noch zu verhandelnden, Haushalt der Stadt haben. Einzig Umnus von den Stadtwerken Greifswald fand die Assoziationen mit dem Begriff „Notstand“ zu dramatisch und der Situation Greifswalds nicht angemessen.

In fast zwei Stunden tauschten sich Jörg König von den Grünen, Tiemo Timmermann (Nachhaltigkeitsbeauftragter der Universität Greifswald), Monique Wölk (SPD), Prof. Dr. Volker Beckmann (Landschaftsökonom) und Henrik Umnus (Geschäftsführer der Verkehrsbetrieb Greifswald GmbH) über ihre nachhaltigen Zukunftsvisionen für Greifswald aus und darüber, welche Wege beschritten werden sollten. Das zentrale Thema war der Verkehr in Greifswald. Alle Diskussionsteilnehmenden waren sich darüber einig, dass die Stadt den Fahrradverkehr und den öffentlichen Nahverkehr (ÖPVN) ausbauen und speziell letzteren attraktiver machen sollte. Wölk wiederholte mehrmals ihre Forderung nach einem kostenlosen oder wenigstens sehr günstigen Busverkehr, denn auch in Wintermonaten und speziell als älterer oder mobil eingeschränkter Mensch sollte man nicht in seinen Fortbewegungsmöglichkeiten limitiert werden.

Waren sich eigentlich alle einig: Jörg König, Tiemo Timmermann, Monique Wölk, Prof. Dr. Volker Beckmann und Henrik Umnus

Auch über das zweite große Thema, die Energieversorgung, gab es kaum Differenzen. Umnus berichtete über das geplante solarthermische Feld der Stadtwerke für eine zukünftige regionale Energieversorgung. Nur das Tempo und die Prioritäten der Maßnahmen wurden unterschiedlich bewertet. Beckmann mahnte wiederholt an, dass es vor allem auch von der Akzeptanz der Bevölkerung abhängig ist, während Unmus Probleme durch die EU-Vorschriften für den Wettbewerb bei Ausschreibungen sah. Im Großen und Ganzen waren sich die Podiumsteilnehmenden und das Publikum darüber einig, dass dringend gute Maßnahmen für Greifswald und die Region gebraucht werden, um die Auswirkungen des Klimawandels abzuschwächen und darüber, dass diese eigentlich viel schneller kommen sollten.

Ausgerechnet Walther Noack, der für die CDU in der Greifswalder Bürgerschaft sitzt, forderte die anwesenden Politiker*innen auf, Mut zu beweisen, auch unpopuläre Entscheidungen durchzusetzen. Ein Wunsch, der nicht nur von verschiedenen Stimmen aus dem Publikum unterstützt wurde, die sowohl radikale Maßnahmen als auch auch die Erkenntnis unterstützten, die Beckmann häufiger ansprach: die Durchsetzung von Projekten ist eng mit dem politischen Willen verbunden.

Beitragsbilder: Veronika Wehner

Ohne Sonne gegen die AfD

Ohne Sonne gegen die AfD

Über 500 Menschen demonstrierten am Samstag gegen das rechte Flügeltreffen der AfD auf Rügen.

Binz – am 23. November 2019 wird das Straßenbild des Touristenorts von ungewöhnlich viel Polizei geprägt. Aus der ganzen Republik kommen Menschen nur für ein Event: Das rechte Flügeltreffen der AfD im Arkona Strandhotel. Die einen kommen, um sich Reden von Björn Höcke anzuhören, die anderen, um vor dem Hotel genau dessen Ankunft zu verhindern oder wenigstens aufzuhalten.

Um 11.00 Uhr versammeln sich am Binzer Bahnhof die Gegendemonstrierenden, die dem Aufruf von „Rügen für Alle“ gefolgt sind, um gegen die AfD und ihren Beitrag zum politischen Diskurs zu demonstrieren. Das Wetter ist grau und eisig kalt, die Stimmung ist positiv, wenn auch in weiten Teilen verhalten. Die Figur Björn Höcke, der prominenteste Vertreter des selbsternannten Flügels der rechten Partei, war dabei die sichtbarste. Auf vielen Transparenten und Schildern wurde auf ihn angespielt. Der Flügel wird vom Verfassungsschutz als “Verdachtsfall im Bereich Rechtextremismus eingeordnet.” Auf dem Weg ins Hotel werden aber auch Teile der Identitären Bewegung, darunter auch Greifswalder Studierende, und ein Mitglied der terroristischen Vereinigung Nordkreuz, gesehen. Nordkreuz ist eine Gruppe rechtsextremer Prepper, die sich zurzeit vor Gericht verantworten müssen, weil sie sogenannte Feindeslisten geführt haben, mit dem Ziel die Personen in der Zukunft zu ermorden.

Der Demonstrationszug geht zunächst zum Kundgabeplatz vor dem mit Bauzäunen abgesperrten Hotel, wo auf einer Bühne eine große Anzahl von Redner*innen die Breite des Bündnisses widerspiegelt. Vertreter*innen der Kirche, Gewerkschaften, Kunst und Geflüchtetenvereine, sowie Politiker*innen von SPD, LINKE und Grünen wenden sich deutlich gegen die Spaltung der Gesellschaft und die Verbreitung von Hass durch die Rhetorik und politische Arbeit der AfD Politiker*innen. Insbesondere Björn Höcke selbst und Andreas Kalbitz, aber auch der Juraprofessor der Universität Greifswald, Ralph Weber, werden von den Redner*innen angegriffen. Es nehmen nach Polizeiangaben über 500, nach Schätzungen der Organisierenden, 1200 Menschen an der Gegendemonstration teil.

Claudia Müller (Grüne), Kerstin Kassner (LINKE) und Sonja Steffen (SPD)

Nach zwei Stunden mit Ansprachen und musikalischen Beiträgen brechen die Demonstrierenden erneut zu einem Protestmarsch durch den Ort auf. Auffällig bleibt, dass die Route in erster Linie durch eher abgelegene Wohngegenden führt, wo Anwohnende von ihrem Balkonen aus filmen. Die Ankunft des Hauptredners der AfD um 15 Uhr, will ein Teil der Demonstrierenden den Zugang zum Hotel mit einer Straßenblockade verhindern. Bis dahin tritt die Polizei ziemlich zurückhaltend auf und reagiert auch nicht auf die Abspaltung von einigen Teilnehmenden, während des zweiten Protestmarsches. Als allerdings ein Auto an der Straßensperre vorbei will, nutzt die Polizei die Gelegenheit um die Demonstrierenden an die Seite zu drängen und Höcke kann ungehindert an sein Ziel kommen.

Andrea Sakowski vom Verein PRO BLEIBERECHT

Währendessen ist der restliche Demonstrationszug wieder bei der Bühne angekommen und es wird bei lauter Live-Musik bis 16.00 Uhr der Kälte getrotzt, gerade, als der Sonnenuntergang endlich durch die Wolken bricht.

Bilder und Videos: Jonathan Dehn

Demonstration gegen das neue Polizeigesetz

Demonstration gegen das neue Polizeigesetz

Das Bündnis SOGenannte Sicherheit ruft am Samstag, den 16. November um 13 Uhr zu einer Demonstration gegen die Novelierung des Sicherheits- und Ordnungsgesetz M-V (SOG-MV)

Das gesamte Jahr 2019 steht schon im Zeichen des Widerstands gegen das neue Polizeigesetz, dass im Januar für die Verbandsanhörungen freigegeben wurde und im Juni von der Landesregierung abgesegnet wurde. Obwohl der Gesetzesentwurf nicht so weit geht wie der bayrische, ist auch das SOG-MV umstritten. Verschiedene Berufsgruppen und Sachverständige, darunter auch der Bund deutscher Kriminalbeamter möchten eine Nachbesserung des Gesetzes. Konkret fordern die Veranstalter*innen der Demonstration, dass keine Daten von Unbeteiligten erhoben werden, es keine anlasslose Videoüberwachung im öffentlichen Raum gibt und wehren sich gegen die Einführung eines Überwachungsvirus – dem sogenannten Staatstrojaner. Darüberhinaus will das Bündnis endlich eine Einführung einer unabhängigen Kontrollinstanz für die Polizei, bisher vermittelt die bei Gesetztesverstößen gegen sich selbst. Das Bündnis SOGenannte Sicherheit besteht aus über 60 Gruppen und Initiativen und hat schon im Sommer eine Demonstration in Schwerin organisiert.

Am Donnerstag, den 14. November fand bereits eine Podiumsdiskussion zum SOG-MV in der Universität statt.

Die Demonstration am Samstag beginnt um 13 Uhr am Bahnhof in Greifswald.

Beitragsbild: Ausschnitt Demoplakat