TITEL Mit 14 an die Uni – Hochbegabte Schüler beginnen ein Studium in Greifswald

Johannes ist Schüler der achten Klasse. Am Freitag geht er bis mittags in die Schule, dann hat er eine kurze Pause, und während andere Kinder bereits ihr Wochenende genießen, macht sich Johannes noch einmal für vier Stunden auf den Weg in die „Kiste“. Jeden Freitagnachmittag sitzt er dort von 15.00 bis 19.00 Uhr im Grundkurs Öffentliches Recht für Jurastudierende.

mm81-4-kinderstudenten-uni.versum-christiane_müllerJohannes hat einen IQ von 130 und besucht eine Hochbegabtenklasse des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums in Greifswald. Seit diesem Jahr genießen die Schüler dieser Klasse nicht nur eine spezielle Förderung ihrer Fähigkeiten durch die Schule, sondern haben auch die Möglichkeit, an der Universität ein so genanntes Juniorstudium aufzunehmen. Dazu schloss das Gymnasium eine Kooperationsvereinbarung mit der Universität Greifswald ab. Diese beinhaltet ein Angebot von Lehrveranstaltungen, an denen die Kinder ab der achten Klasse teilnehmen können. In diesem Jahr fand zunächst ein vierwöchiger Testlauf statt, für den die Juniorstudenten in der Zeit, die sie zur Universität gingen, noch freigestellt wurden. Entscheiden sie sich für eine Fortsetzung dieses Experimentes in den nächsten Jahren, so studieren sie ab der zehnten Klasse parallel zum Schulunterricht ein komplettes Fach und können ihre ersten Scheine erwerben oder Punkte sammeln. Auf diese Weise können sie zeitgleich mit dem Abitur ein komplettes Grundstudium abschließen, so das langfristige Ziel.

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Die Talfahrt der Kommunikationswissenschaft hat endlich ein Ende

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Nächster Halt: Juniorprofessor

Es ist Montagmorgen, erster Vorlesungstag im Wintersemester 2009/2010. Zehn Uhr, Hörsaal 4 im Audimax. Die Teilnehmer des Seminars „Gruppen- und Organisationskommunikation“ sind gespannt. Gespannt auf den neuen Dozenten. Zwei Jahre war der einzige Lehrstuhl der Kommunikationswissenschaft unbesetzt. moritz stellte in Ausgabe 74 fest: „Kommt ein Professor, sind Fortschritt und Besserung in Sicht.“ Jetzt ist er da. Doch wohin wird die Reise gehen? Professor Patrick Donges hat die Nachfolge von Professor Klaus Beck angetreten und muss sich jetzt den großen Erwartungen der Studierenden stellen.

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Prof. Patrick Donges

Erster Ansatzpunkt für den neuen Lehrstuhlinhaber ist die Überarbeitung der aktuellen Bachelor of Arts Ordnung mit dem Ziel, den Studierenden mehr Wahlmöglichkeiten einzuräumen und die problematische Reihenfolge der Sozialpsychologie-Vorlesungen zu beheben. Dazu berät sich Patrick Donges momentan sowohl mit seinen Mitarbeitern als auch mit dem Fachschaftsrat. Mit den Worten: „Ich bin ja erst seit gut zwei Monaten hier“, verdeutlicht er, dass man mit den Bemühungen um Konstanz und Verbesserung der Situation noch ganz am Anfang steht. (mehr …)

Profs, privat: Jürgen Giebel

Jürgen Giebel (49), Professor im Institut für Anatomie und Zellbiologie, erzählt über seinen Weg, der ihn nach Greifswald gebracht hat und warum er nicht wieder gehen mag.

IMG_9171-Ella Jahnmoritz Sie haben Biologie in Hannover studiert. Anschließend haben Sie an Ihrer Diplomarbeit gearbeitet, welche in die mikrobiologische Richtung ging und Ihre Promotionsarbeit ging dann in die Pharmakologie/Zellbiologie. Warum haben Sie die Fachrichtungen immer gewechselt?
Jürgen Giebel Als Biologe hat man ja nicht unbedingt einen richtigen Fahrplan. Da kann man ganz viel machen. Mich haben Bakterien interessiert und dann habe ich nach der Diplomarbeit noch ein Jahr beim Projekt „Seehundsterben“ mitgearbeitet. Darin wollte ich dann auch promovieren, aber meine damalige Chefin sagte, sie würde bald in den Ruhestand gehen. Also musste ich mir etwas anderes suchen und so bin ich in der Pharmakologie gelandet.

moritz Wie kamen Sie dann zur Anatomie?
Giebel Ich war auf einigen Anatomiekongressen und ich kannte damals schon einige Anatomen; außerdem wollte ich weiter morphologisch arbeiten und vor allem auf mikroskopischem Level. Da habe ich mich beraten lassen und mich anschließend bei einigen Anatomen beworben. Dann kam ein Brief aus Greifswald und nachdem ich zum Bewerbungsgespräch hier war, habe ich dann am 1. Februar 1993 in der Anatomie angefangen. Daran kann ich mich heute noch ganz genau erinnern, es waren bitterkalte minus 16°C hier! (mehr …)

TITEL Ein Streitgespräch für und wider Arndt

Nun sag, wie hältst du’s mit dem Namenspatron?

Im Konzilsaal der Universität Greifswald traf moritz einen Vertreter der Arndt AG, Marco Wagner, sowie Jan Steyer von Uni-ohne-Arndt zu einem Gespräch.

arndtduell_81-Patrice Wangenmoritz Im Januar steht die erste Urabstimmung in der Geschichte der Universität Greifswald an. Was ist von euch noch an Aktionen geplant um die Massen zu mobilisieren?
Jan Steyer Wir wollen den Namen Ernst-moritz-Arndt-Universität abschaffen, haben daher bis zur Urabstimmung vor, mit Infoständen die Menschen zu informieren. Kurz vor der Abstimmung wird es auch einige Plakataktionen geben. Momentan arbeiten wir gemeinsam mit der Pro-Arndt-AG an einer Zeitung, die Argumente für und gegen Arndt beinhalten soll. Außerdem wird es noch einige verbale Zusammentreffen der beiden AGs, wie kürzlich beim Debattierclub, geben.
Marco Wagner Solche Informationsaktionen planen wir natürlich auch. Außerdem wird es ein Streitgespräch mit der Uni-ohne-Arndt AG in Zusammenarbeit mit dem NDR geben. Stattfinden wird es in der Aula der Universität und wird für Publikum offen sein. (mehr …)

TITEL Für oder gegen Arndt? – Eindrücke eines vorher Unbeteiligten

Der Streit im Debattierclub – Ein Kommentar von Ewald Leppin

Zur Veranstaltung des Debattierclubs kam ich zufällig, ich ließ mich „mitschnacken“. Und es hat sich gelohnt, obwohl ich hinterher erschrocken und verärgert war. Gelohnt hat es sich, weil ich merkte, dass mich die Debatte um den Namenspatron Arndt doch etwas angeht, dass ich mich intensiver mit dieser für Pommern bedeutsamen Persönlichkeit beschäftigen sollte. Die Absicht, mehr über die Geschichte Pommerns, den deutschen Faschismus und die neuere Geschichte Deutschlands zu erfahren, war einer der Gründe für meinen Wechsel nach Greifswald. Der Uni- Name war kein Beweggrund für meine Entscheidung. Aber wenn er eine Rolle gespielt hätte, dann eine demotivierende.

Nachdem je zwei Vertreter von Befürwortern und Gegnern des Namens zu Wort gekommen waren, schien die gefühlte Argumentationslage klar für die Namensgegner zu sprechen. Der von den Befürwortern aufgezeigte Facettenreichtum Arndts war interessant, wenn es um seine Volksnähe beim Märchensammeln, sein soziales (vielleicht auch eher ökonomisches) Engagement zur Abschaffung der Leibeigenschaft, seine Naturschutzbemühungen oder auch um seine Verdienste bei der Revolution 1848 und der Entwicklung zu einem einheitlichen Deutschland ging. (mehr …)