Digitale Spurensuche

Digitale Spurensuche

Den meisten von euch sind sie schon längst aufgefallen: die quadratischen Messingtafeln, eingelassen auf dem Gehweg, beschriftet mit Worten wie „Hier wohnte…“, „deportiert“, „ermordet“. Seit 1997 werden auf Initiative von Gunter Demnig Stolpersteine verlegt, die zum Innehalten, Nachdenken und Erinnern anregen sollen. Anlässlich der Jährung der Verlegung der Steine in Greifswald wurde nun ein digitaler Stadtrundgang entwickelt, der über das jüdische Leben in Greifswald informieren soll.

Stolpersteine sollen derer Menschen gedenken, die in Zeiten des Nationalsozialismus bedroht, deportiert, gefoltert und gewaltsam ermordet wurden. Insgesamt gibt es in ganz Greifswald 28 Stolpersteine, 13 davon wurden heute vor sieben Jahren verlegt. Der 23. Mai 1949 ist der Tag, an dem das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland erlassen wurde: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“

Stolpersteine in der Gützkower Straße in Greifswald

Vor vielen Wohnhäusern sind die Gedenktafeln zu finden und sollen uns an das Schicksal von Millionen von Menschen erinnern: „Die Steine erinnern an die Namen der Menschen, die hier gelebt haben“, so Anita Völlm von der Partnerschaft für Demokratie in Greifswald. Die Geschichten sollen nicht vergessen werden. Daher hat die Partnerschaft für Demokratie zusammen mit dem Arbeitskreis Kirche und Judentum und der offenen Jugendarbeit der evangelischen Altstadtgemeinden ein Projekt auf die Beine gestellt: einen digitalen Stadtrundgang. Interessierte können mit der kostenlosen App „Actionbound“ der jüdischen Geschichte in Greifswald auf den Grund gehen. „Jüdisches Leben gab es über viele Jahrhunderte in Greifswald, von 1871 bis 1938 gab es eine Gemeinde, wir wollen eine Anregung geben sich damit zu beschäftigen“, so Völlm.

Die Plattform ermöglicht eine Spurensuche des jüdischen Lebens in Greifswald per Smartphone. Nachdem man einen QR-Code gescannt hat, leitet die App einen Stadtrundgang ein. Die Tour beginnt auf dem Marktplatz mit der Aufgabe „Findet ihr die Gedenktafel für die Jüdische Gemeinde?“. Daraufhin leitet die App via GPS zu verschiedenen Stationen. Hier warten Aufgaben, Informationen, Bilder und Musik.

Wenn ihr neugierig auf die jüdische Geschichte in Greifswald geworden seid, findet ihr hier weitere Informationen zu der App sowie den benötigten QR-Code.

Bilder: Lilli Lipka

Umgekrempelt: Sieben Tage Yoga

Umgekrempelt: Sieben Tage Yoga

Kennt ihr das, wenn man mal was Neues ausprobieren will, aber am Ende alles beim Alten bleibt? Uns jedenfalls kommt das sehr bekannt vor, deswegen haben wir uns für euch auf einen Selbstoptimierungstrip begeben. In dieser Kolumne stellen wir uns sieben Tage als Testobjekte zur Verfügung. Wir versuchen für euch mit unseren alten Gewohnheiten zu brechen, neue Routinen zu entwickeln und andere Lebensstile auszuprobieren. Ob wir die Challenges meistern oder kläglich scheitern, erfahrt ihr hier.

Yoga ist in meiner „social bubble“ überall. Auf Instagram backen nicht nur alle Bananenbrot und machen Smoothie-Bowls – nein, es machen auch alle Yoga. Auch ich gehe ab und zu der angesagten indischen Lehre nach. Ich kann zustimmen, dass es sich dabei um keinen vermeintlichen Öko-Blödsinn handelt, sondern um richtig anstrengenden Sport, der auch beinahe eine Therapiestunde mit sich selbst sein kann. Doch wie es die meisten sicherlich kennen, beschränkt sich mein Yoga-Dasein zur Zeit auf ein sporadisches „alle-paar-Wochen-mal“. Gerade jetzt, da der Corona-Virus unser Leben ganz schön einschränkt, aber der Unistoff gefühlt mehr als vorher ist, merke ich, dass ich einen Ausgleich brauche. Anstatt zu verschiedenen Vorlesungen zu radeln, sitze ich den ganzen Tag am Schreibtisch. Nicht nur mein Rücken tut langsam weh, ich bin zusätzlich gestresst und unter Druck. Da kommt Yoga doch gerade richtig, oder? Es bietet schließlich Übungen für Körper und Geist, also beginne ich das Selbstexperiment und mache eine Woche lang täglich Yoga. Mal sehen, ob ich in sieben Tagen völlig ausgeglichen, flexibel und voller Selbstliebe bin.

Montag

Es ist 18 Uhr und mir fällt auf, dass ich im ganzen Stress noch gar kein Yoga gemacht habe. Nachdem ich mich also ein paar Minuten mit Sport gequält habe, belohne ich mich mit Anti-Stress-Yoga auf YouTube. Das 30-minütige Video ist wirklich das, was ich gebraucht habe: kaum anstrengend und ohne komplizierte Übungen. Der Schwerpunkt liegt auf dem Entspannen, Runterkommen und gleichmäßigen Atmen. Bei einigen Übungen knackt es befreiend in Schultern und Rücken und nachdem ich kurz daran gezweifelt habe, dass ich wirklich erst 22 Jahre alt bin, schlafe ich bei der Schlussentspannung fast ein. Wirklich angenehm, dass das Video mich „zwingt“, nichts zu tun, einfach nur dazuliegen und zu entspannen. Nach der Yoga-Einheit fühle ich mich gut und mein Rücken fühlt sich besser an, aber sie hat mich auch ganz schön müde gemacht.

Dienstag

Bevor ich meinen Abend entspannt beginne, endet auch der heutige Tag mit Yoga. Auf dem Plan steht ein 20-minütiges Yoga für einen „healthy body “. Die zwanzig Minuten gehen schnell rum, viel besser fühle ich mich danach aber irgendwie nicht. Die Session war einerseits irgendwie langweilig und eintönig, andererseits fiel es mir auch schwer, genau so zu atmen, wie es meine Yoga-Lehrerin vorgibt. Das ist so ein Ding beim Yoga: langsam eeeeeein, während man sich streckt und wieder auuuuus, wenn man sich fallen lässt. Und dabei möglichst laut keuchen. Naja, ich fühl mich ein bisschen seltsam dabei und auch ein wenig wie beim alternativen Rentnersport. Aber gut – ich weiß, dass die richtige Atmung mit der Zeit kommt. Aber vielleicht muss ich doch mal eine frischere Form des Yogas ausprobieren.

Mittwoch

Nach dem gestrigen Yoga wähle ich heute etwas – hoffentlich – Sportlicheres aus. Einen Yoga-Summerbody-Flow. Klingt doch erstmal vielversprechend. Und ich muss zugeben: Übungen wie der Yoga-Liegestütz, „die Heuschrecke“ oder „das Boot“ bringen mich durch ihre Namen erst zum schmunzeln und dann ordentlich zum schwitzen. Ich kann auch nicht alle Übungen vollständig ausführen, aber meine digitale Yoga-Lehrerin weiß: „Wenn nicht heute, dann beim nächsten Mal“. Mit dem Atmen komme ich auch heute nicht so mit, wie sie es ansagt. Während sie in Ruhe einen Atemzug nimmt, hänge ich nur hechelnd da. Aber naja. Wenn nicht heute, dann beim nächsten Mal.

Donnerstag

Anstatt meinen Tag mit Yoga abzuschließen, beginne ich heute damit. Meine Yoga-Einheit verspricht „fit und wach“ in den Tag zu starten. Also mal sehen, wie fit ich in meine 10-Uhr-Online-Vorlesung gehen kann. Die 17 Minuten gehen zwar schnell vorbei, aber sind auch überraschend anstrengend. Ich bin zwischendurch ziemlich außer Atem aber direkt danach – zumindest körperlich – ziemlich wach. Ich fühle mich gut, schon so früh am Morgen (… um halb zehn) etwas für meinen Körper getan zu haben. Ich muss aber auch zugeben, dass ich ein paar Minuten später richtig müde werde und am liebsten wieder ins Bett kriechen würde. Die Menschen in meinem Umfeld finden außerdem, dass ich am heutigen Tag nicht besonders ausgeglichen wirke – also hat Yoga am Morgen zumindest in der Hinsicht seinen Zweck nicht erfüllt.

Freitag

Heute vergesse ich meinen Vorsatz. Erst im Bett fällt mir ein, dass ich täglich Yoga machen wollte. Aber nicht weiter schlimm, denn selbst für den Abend gibt es einige Yoga-Sessions. Also wähle ich für heute ein kurzes Gute-Nacht-Yoga aus. Ich muss nicht mal aus meinem Bett aufstehen. Ich bleibe im Schlafanzug und kann bei ruhiger Musik entspannt für zehn Minuten runterkommen, mich ein bisschen dehnen und danach auch direkt einschlafen.

Samstag

Nachdem ich den ganzen Tag im Auto gesessen habe, freue ich mich richtig auf meine Yoga-Einheit. Endlich mal ordentlich räkeln, strecken und dehnen. Zwar habe ich nicht viel Zeit, aber für eine zehnminütige Pause reicht es. Das finde ich sowieso total praktisch: Es gibt online so viele verschiedene Yoga-Videos und je nachdem, wie viel Zeit man hat, wählt man sein Video aus. Und wenn es nur ein klitzekleiner Sonnengruß ist – irgendwie kann man das immer in den Alltag integrieren. Und auch diesmal bin ich froh, meine Matte ausgerollt zu haben: Es tut total gut und ist genau das, was ich nach diesem Tag brauche. Obwohl ich mich bewege, sind diese Abläufe zu einer kleinen Pause geworden und oft habe ich danach bessere Laune und Energie für den restlichen Tag.

Sonntag

Der letzte Tag mit Yoga. Ich widme mich am Abend einer ausgiebigen Session für Beweglichkeit und Entspannung. Ich muss mich teilweise ganz schön verknoten und fühle mich wie die billige Version eines Schlangenmensches. Es ist aber eine Wohltat für den ganzen Körper. Dabei fällt mir auf, dass es nirgendwo mehr knackt – die letzten Tage scheinen mir sehr gut getan zu haben. Jetzt, wo ich drüber nachdenke, hatte ich in der vergangenen Zeit auch gar keine Rückenschmerzen mehr (Spoiler: Die vielen Übungen haben allerdings dazu geführt, dass ich am nächsten Tag ganz schön Muskelkater hatte).

Fazit

Mich täglich aufzuraffen hatte ich als größte Herausforderung angesehen. Das war allerdings gar kein Problem – ich habe höchstens mal vergessen, dass ich ja eine Challenge hatte. Da ich die meisten Yoga-Übungen eher als Bereicherung und nicht als Qual angesehen habe, fiel mir das „Aufraffen“ gar nicht schwer. Außerdem hat das tägliche Yoga meinen Alltag nicht gestört, weil ich es gut in meine Planung integrieren konnte. Es war ein schöne Routine, um den Uni-Tag zu beenden, zu starten oder zwischendurch eine Pause zu machen, und dabei etwas für den Körper zu tun – ohne sich völlig verausgaben zu müssen. Ich muss aber noch lernen, dabei mehr abzuschalten. Bei den unkommentierten Ruhesequenzen bin ich manchmal fast eingeschlafen, manchmal hatte ich aber auch den Drang, vor Langeweile auf mein Handy zu gucken. Ich denke, sowohl körperlich also auch geistig braucht Yoga eine Menge Übung. Ich finde aber schön, dass man auch ohne jahrelange Erfahrung die meisten Einheiten mitmachen kann. Außerdem habe ich innerhalb der einen Woche gemerkt (oder mir eingebildet), dass die täglichen achtsamen Bewegungen meinem Körper sehr gut getan haben.
Vor allem in der durch Corona beeinflussten Zeit glaube ich, dass Yoga eine gute Möglichkeit ist, eine wohltuende Routine für Körper und Geist in den Alltag einzubauen. Ihr merkt schon: Nach diesen sieben Tagen klinge ich schon wie eine Yoga-Fanatikerin, die nach einem zweiwöchigen Selbstfindungstrip aus Asien wiederkehrt. Und damit: Namasté, ich mache mir jetzt eine Smoothie-Bowl.

Beitragsbild: Lilli Lipka
Banner: Julia Schlichtkrull

Der Markt der Möglichkeiten  – dieses Semester vom Sofa aus

Der Markt der Möglichkeiten – dieses Semester vom Sofa aus

Von Stand zu Stand bummeln wird dieses Semester leider nicht möglich sein, trotzdem soll auch dieses Jahr wieder ein Markt der Möglichkeiten stattfinden – und zwar online.

Auf dem Markt der Möglichkeiten können Studierende – ob neu in Greifswald oder nicht – mit studentischen Vereinen und Organisationen in Austausch treten. Normalerweise werden hier von den Vereinen Sekt oder Shots verteilt, Sticker unter die Leute gebracht und locker am Stand geschnackt. Ganz so wird es in diesem Jahr nicht ablaufen. NOVA hat gemeinsam mit Capufaktur und dem AStA für dieses Jahr einen virtuellen Markt der Möglichkeiten auf die Beine gestellt.

Morgen, am Donnerstag den 7. Mai von 15 bis 17 Uhr könnt ihr euch einen Überblick über die studentischen Angebote verschaffen. Über diesen Link gelangt ihr auf den digitalen Marktplatz. Von dort aus habt ihr die Möglichkeit, verschiedene virtuelle Räume zu betreten. Hier stellen sich die 30 unterschiedlichen Organisationen per Video vor und währenddessen könnt ihr im Chat Fragen stellen. Vielleicht trefft ihr hier ja auf einen Verein, dem ihr beitreten wollt oder eine Institution, die euch schon länger interessiert hat. Und das ganz entspannt vom Sofa aus.

Beitragsbild: Annie Spratt auf Unsplash

Gemeinsam radeln fürs Klima

Gemeinsam radeln fürs Klima

Trotz der Umstände – oder gerade deswegen – findet auch in diesem Jahr wieder das STADTRADELN in Greifswald statt. Bei der bundesweiten Aktion, an der sich jede Stadt beteiligen kann, sollen die Teilnehmenden in drei Wochen ihre alltäglichen Strecken mit dem Rad hinter sich bringen. Ziel ist es,  damit einen Beitrag für den Klimaschutz zu leisten und auf die Radinfrastruktur aufmerksam zu machen. Hier findet ihr die wichtigsten Informationen zusammengefasst.

Wie genau funktioniert STADTRADELN?

Auf der Internetseite des Stadtradelns könnt ihr euch ganz einfach anmelden. Ihr könnt Teams von mindestens zwei Personen bilden oder einfach schon bestehenden Gruppen beitreten. Wer Lust hat, kann beispielsweise Teil des Radel-Teams der Uni werden. Über die App könnt ihr dann die zurückgelegten Kilometer tracken oder einfach im Nachhinein auf der Website eintragen. Je mehr Kilometer ihr sammelt, desto besser für euch, euer Team und natürlich fürs Klima.

Wer kann mitmachen?

Mitmachen können eigentlich alle – ob ihr hier lebt, arbeitet, studiert, zur Schule geht oder einem Greifswalder Verein angehört – zum Radeln sind alle aufgerufen. Auch wenn das Radeln schon begonnen hat, könnt ihr euch immer noch anmelden!

Wann wird geradelt?

Bundesweit findet die Aktion von Anfang Mai bis Ende Oktober in einem von der Kommune selbst gewählten, dreiwöchigen Zeitraum statt. Vom 1.-21. Mai kann man hier in Greifswald für sein Team Kilometer sammeln.

Kann ich hier irgendwas gewinnen?

Nach der Aktion werden auf der Website die Gewinner*innen bekannt gegeben. Dabei werden die fahrradaktivsten Gruppen und Kommunen mit den meisten zurückgelegten Kilometern ausgezeichnet. Die Gewinne reichen von Fahrradmagazinen über Accessoires für den Drahtesel bis hin zu brandneuen Rädern.

Warum das Ganze?

In Greifswald ist das Fahrrad zwar das Verkehrsmittel der ersten Wahl, doch so ist es nicht in jeder Stadt.
„Wir glauben, man kann den Menschen viel über die Vorteile des Radfahrens erzählen. Am wirksamsten überzeugt man sie aber, wenn sie für 21 Tage einfach mal selbst aufs Rad steigen.“, schreibt die Organisation auf ihrer Internetseite.
Die Aktion soll einerseits auf die teilweise fehlende Radinfrastruktur aufmerksam machen, andererseits auch den Schwerpunkt auf den Klimaschutz legen. Daher richtet sich STADTRADELN auch an die Kommunalpolitik. Politiker*innen können während der drei Wochen aus der Perspektive der Radfahrenden sehen, wo Verbesserungsbedarf besteht.

Lieber Fahrrad als Auto?

Wir bleiben durch die alltägliche Bewegung nicht nur fitter, sondern können auch mit dem Fahrrad einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Zum einen werden Kohlendioxid-Emissionen vermieden, denn davon entstehen circa ein Fünftel im Verkehr. Würden in den Innenstädten etwa 30 Prozent der Strecken mit einer Länge von bis zu sechs Kilometern mit dem Rad statt mit dem Auto gefahren werden, könnten sich circa 7,5 Millionen Tonnen CO2 vermeiden lassen.

Gibt es bestimmte Vorsichtsmaßnahmen wegen Corona?

Wegen des Corona-Virus findet das STADTRADELN dieses Jahr unter bestimmten Bedingungen statt, denn leider sind Fahrradausflüge in größeren Gruppen zur Zeit nicht erlaubt. Oberbürgermeister Dr. Stefan Fassbinder betont:
„Solange die Kontaktbeschränkungen gelten – seien Sie nur in Familie oder zu zweit mit Freunden unterwegs. Nutzen Sie das Rad für Ihre täglichen Wege und für die Ausflüge in die schöne Umgebung unserer Stadt. Uns ist klar, dass wir unter den bestehenden Bedingungen keine Rekorde brechen werden, dennoch ist es uns wichtig, das STADTRADELN jetzt durchzuführen und die Bedeutung der Fahrradnutzung für die Umwelt und unsere Gesundheit in den Fokus zu nehmen. Unserer Umwelt und Ihrem Wohlbefinden zuliebe – bleiben Sie in Bewegung und bleiben Sie gesund!“

Hier findet ihr übrigens das Video von moritz.tv zum STADTRADELN 2018!

Beitragsbild: unsplash

Ein Tritt in den Allerwertesten: Das kann jetzt endlich mal erledigt werden

Ein Tritt in den Allerwertesten: Das kann jetzt endlich mal erledigt werden

„Ich hab keine Zeit“, „Mach ich am Wochenende“ oder „Ich hab jetzt echt Besseres zu tun“ sind während der Corona-Krise keine gültigen Ausreden mehr. Wir wollen euch mit 15 Ideen und Inspirationen in den Allerwertesten treten, damit ihr eure Zeit sinnvoll nutzen und die Bude auf Vordermann bringen könnt. Los geht’s mit dem Frühjahrsputz!

1. Ladekabel aussortieren

Ich selbst besitze eine Schublade, in der ich 23481 Ladekabel (grobe Schätzung) aufbewahre. Meistens weiß ich nicht mal, zu welchem Gerät die verknoteten Kabel gehören, beziehungsweise besitze ich dieses Gerät schon seit 10 Jahren nicht mehr. Zeit für uns alle, Ungenutztes auszusortieren und den Elektroschrott zu entsorgen.

2. Kühlschrank und Tiefkühler aufräumen, auftauen und putzen

Die vertrockneten Käsescheiben, die sich keiner mehr traut anzufassen, der Joghurt, der seit drei Monaten abgelaufen ist, die Brotbüchse, die niemand öffnen will – all das kann jetzt mal aussortiert werden. Wer weiß, auf welche (unliebsamen) Schätze ihr in den Tiefen eures Kühlschranks oder Tiefkühlfachs so stoßt. Und wenn ihr schon dabei seid, könnt ihr das Gerät auch gleich mal abtauen, putzen und die Lebensmittel neu ordnen.

3. Uralte Vorräte aufbrauchen

Hamstern ist uncool – ihr habt bestimmt noch ganz viel Kram, den ihr mal im Angebot gekauft habt und „irgendwann bestimmt gebrauchen könnt“. Irgendwann ist jetzt! Der perfekte Zeitpunkt, die gestapelten Konserven, unbenutzten Gewürze und noch verschlossenen Tüten auszuprobieren und zu verkochen.

4. Keller/Dachboden aufräumen

Wenn ihr einen Keller oder Dachboden besitzt, dann gibt es bestimmt auch dort eine Menge zu tun. Allerlei Gerümpel und Dinge, die ihr eigentlich schon längst entsorgt haben wolltet, aber auch einige Schätze und Erinnerungen können entdeckt und aussortiert werden.

5. Computer reinigen

Nicht nur die Tastatur und der Bildschirm eures PC können geputzt werden. Auch die unnötig heruntergeladenen Programme, die Bilder aus den letzten drei Jahren und die Dokumente aus der 8. Klasse können sortiert, gelöscht oder ein bisschen melancholisch betrachtet werden.

6. Kramschubladen aussortieren

Wir alle kennen sie, wir alle haben sie: Die Ich-weiß-nicht-wohin-damit-Kiste, die Kramschublade. Das, was keinen konkreten Platz hat, kommt hier rein (bei mir zum Beispiel: Wasserpistole, 3D-Brille, Einweg-Regencape, allerlei Bierdeckel). Leider landet so auch ganz viel Müll an diesem Ort und ziemlich viel Zeug, das man eigentlich nicht braucht. Also wagt mal einen Blick und haltet eine Mülltüte bereit!

7. Malern oder Zimmer umstellen

Die Decke kann einem schon mal auf den Kopf fallen, wenn man 24/7 in der Bude hocken muss. Wie wäre es deshalb mit einem neuen Anstrich? Alternativ könntet ihr auch eure Nachbarn nerven und Möbel umrücken.

8. Bücherregal sortieren

Falls ihr noch in Besitz dieser antiquarischen Teile seid, die mit Papier und Buchstaben bestückt sind, dann überlegt euch doch vielleicht ein neues System für das Regal – ob nach Farbe, Erscheinungsdatum, Autor, Verlag oder Genre sortiert.

9. Kleiderschrank ausmisten und Klamotten spenden oder verkaufen

Eigentlich zieht ihr immer dasselbe T-Shirt an und 95 % eures Kleiderschranks verstaubt? Überlegt, welche Kleidung ihr wirklich braucht und welche ihr an eine*n neuen Besitzer*in vermitteln könntet. Und wenn ihr schon dabei seid: Flickt endlich das Loch, das ihr schon so lange flicken wolltet und näht den Knopf an, der schon so lange lose ist!

10. Fenster putzen

Die Eltern kommen zu Besuch oder man kann nur noch raten, ob es regnet oder der Greifswalder Himmel blau ist – bis heute die einzigen Gründe, die zum Fenster putzen bewegen. Doch jetzt, da wir so viel zu Hause sein müssen, sollte doch das Fenster, das uns noch ein bisschen an der Außenwelt teilhaben lässt, von Schmutz befreit sein.

11. Alkoholvorrat ausmisten und „durchtesten“

Der komische selbstgebrannte Likör, der schon vor euch in der WG gewohnt hat, der Schnaps, den irgendjemand mal mit auf die WG-Party gebracht hat, der Sekt, mit dem ihr letztes Mal schlechte Erfahrungen gemacht habt: Gießt weg, was niemand mehr trinken wird oder kreiert neue leckere Getränke. Macht doch zum Beispiel einen Skype-Cocktail-Abend mit Freund*innen und vielleicht merkt ihr, dass der Schnaps mit Saft gemixt super lecker ist.

12. Möbel anmalen oder upcyclen

Ihr habt das Ikea-Regal schon seit ihr 15 seid und langsam könnt ihr es nicht mehr sehen? Bringt frischen Wind ins Zimmer, indem ihr eure Möbel anmalt oder sie „upcycled“. Online könnt ihr ganz viele Ideen und Inspirationen finden, um aus alt neu zu machen.

13. Backofen putzen

Man kann von außen nicht mehr sehen, was gerade im Backofen zubereitet wird? Wenn wirklich gar nichts mehr zu tun ist und die Langeweile auf ihrem Höhepunkt ist, könnt ihr euch vielleicht sogar motivieren, den Backofen zu reinigen.

14. Wäsche bis zur letzten Socke waschen

Da ihr wahrscheinlich sowieso seit drei Tagen dieselbe Outfitkombination tragt, ist doch nun der perfekte Moment gekommen, um Wäsche zu waschen. Wann hat man mal die Möglichkeit, alles bis zur letzten Socke in die Maschine zu schmeißen und einen leeren Wäschekorb vorzufinden? Jetzt habt ihr die Chance, diese Genugtuung zu erleben, sich dabei richtig erwachsen zu fühlen und so tun, als hätte man sein Leben im Griff.

15. Mal etwas nageln

Das Bild, das schon seit dem Einzug aufgehängt werden will oder die nackte Glühbirne, die sich doch schon so lange nach einem Lampenschirm sehnt – bringt endlich mal die Dinge in der Wohnung an, die nie die nötige Aufmerksamkeit bekommen haben. Oder nagelt einfach etwas anderes.

Was schiebt ihr schon lange vor euch her? Was könnte jetzt (theoretisch) endlich mal erledigt werden?

Beitragsbild: Félix Prado on Unsplash
Banner: Julia Schlichtkrull