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Das war das Motto der Show von Pussy Riot. Nach ihrer Show am Mittwoch im Greifswalder Theater hatte Masha noch fünf Minuten Zeit für unsere nicht ganz so politischen Fragen, denn politische stellt ja jede*r.

Frei aus dem Englischen übersetzt. Das Interview wurde von Anne Frieda Müller und Veronika Wehner geführt.

Pussy Riot ist eine russische Punk-Gruppe, die Regimekritik an Putin und der Kirche äußert. Dies geschieht durch öffentliche Auftritte mit den berühmt-berüchtigten bunten Sturmmasken, leichten Kleidern und Putin-verarschenden Liedern.
2012 wurde Masha Aljochina dafür sogar zu 2 Jahren Haft in Sibirien verurteilt.

Ihre Erfahrung bei Pussy Riot hat Masha in einem Buch niedergeschrieben:  “Pussy Riot. Tage des Aufstands: Riot Days”.

Und genau so heißt die Show, mit der Masha sowie einige andere Gruppenmitglieder und Musiker*innen gerade durch die Welt touren. Keine Bühne wird ausgelassen und so waren sie auch in Greifswald.

Die Show war eigentlich eine Lesung, aber irgendwie auch nicht. Die Menschen auf der Bühne erzählten uns die Geschichte von Pussy Riot, von der Verhaftung und den politischen Missständen in Russland. Sie erzählten, schrien, sangen, bespritzten sich und das Publikum mit Wasser und im Hintergrund liefen Videoclips und Musik.

Wie die Show war, wird im nächsten moritz.magazin ausführlich rezensiert.

Gleich nach der Show blieb Masha noch für eine Autogrammstunde und beantwortete unsere Fragen zur Show.

Als wir ankommen, entschuldigt sie sich erstmal dafür, dass sie nicht aufsteht; sie hätte am Vorabend wohl zu viel Wein getrunken… Kennen wir ja auch irgendwoher.

moritz.: Wie hat dir das Publikum in Greifswald gefallen? Waren wir punkig genug?

Masha: Ich mochte das Publikum sehr! Die Show ist nur mehr für einen Club geeignet. Nächstes Mal solltet ihr stehen! Das ist sehr wichtig! Und die Regencapes in den ersten Reihen waren neu, die gab es in Greifswald zum ersten Mal.

Punkige Redakteurin, nicht ganz so punkige Regencapes.

 

moritz.: Warum die kleine Stadt Greifswald? 

Masha: Greifswald ist cool. Ich mag es. Und ich unterscheide nicht zwischen Städten.

moritz.: In welcher Stadt war das Publikum das punkigste bis jetzt?

Masha: Das ist eine schwierige Frage. Es war natürlich cool in Moskau, weil wir dort underground gespielt haben. Wir haben alles selbst organisiert. Es war ein Abenteuer für mich. In Olympia in den USA hatten wir eine coole Show, weil es dort eine starke Punkszene gibt. Einige Edinburgh-Shows haben viel Spaß gemacht. In Berlin mochte ich die Location sehr – SO36. War zwar etwas versnobbt, aber den alten Punk hat man da noch richtig gespürt. Wir haben auch bald eine Show in Malmö. Da kenne ich den Veranstaltungsort schon. Den liebe ich sehr, deswegen freue ich mich da sehr drauf.

moritz.: Warum diese Form der Aufführung? Warum schreit ihr das Publikum die ganze Zeit an?

Masha: Bei der ganzen Performance? Wir schreien ja nicht die ganze Zeit. Es ist auch kein richtiges Schreien. Es ist eher ein Aufruf. Die Show ist wirklich nicht für ein Theater gedacht, eher für einen Platz. Wenn man sitzt, hat man ganz andere Eindrücke. Man müsste wirklich stehen.

moritz.: Unsere letzte Frage ist wirklich wichtig: Wie trocknen Deine Haare so schnell? Du hast sie komplett mit Wasser übergossen und plötzlich waren Deine Haare wieder trocken? Wie?

Masha (verwirrt): Ich hab keine Ahnung… Aber ich liebe diese Frage! (lacht)

Nach einigen Tipps zum Journalismus in Russland haben wir noch gemeinsam gelacht und uns für die gute Show bedankt. Mehr zur Show dann im nächsten moritz.magazin, vorraussichtlich ab Ende März/Anfang April. 

Ein klares Statement gegen FSB-Terror einiger Greifswalder*innen.

Bilder: Jonas Greiten, Anne Frieda Müller, Veronika Wehner

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