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Im moritz.magazin mm135 (Mai 2018) lassen die FSRs Mathe/Biomathe, Theologie/Evangelische Religion, Wirtschaftswissenschaften und Geographie durchscheinen, dass das Grillen im Sommer nur eine schöne Nebensache ist. Jeder FSR stellt sich besonderen Herausforderungen seiner Fachschaft.

Bei Michael Jackson und entspannter Atmosphäre für eine dreiviertel Stunde in einem engen, selbstgestrichenen Raum mit ramponierten Schränken; in einem großen Seminarraum mit Tagesordnung auf dem Whiteboard und Getränken – um dem Kondenswasser im FSR-Raum zu entkommen; oder glücklich mit eigener, kleiner FSR-Küche. Allein die den FSRs zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten unterscheiden sich deutlich, dabei bleibt es aber nicht.

Im Unterschied zum Institut, das aus der Gemeinschaft der Mitarbeiter*innen einer einzelnen Fachrichtung einer Fakultät besteht, ist eine Fachschaft die Gemeinschaft der Studierenden der Fachrichtung. Als Fachschaftsmitglieder sind wir alle laut Fachschaftsrahmenordnung für die soziale, kulturelle und fachliche Förderung der eigenen Fachschaft zuständig. Verknüpft, ausgetauscht und organisiert wird diese Arbeit über jährlich neu gewählte Fachschaftsräte (FSR). Mindestens einmal pro Semester organisieren die FSR eine Vollversammlung der Fachschaft (FSVV), durch die sie zwar nicht weisungsgebunden sind, der sie aber Rechenschaft ablegen müssen. Da jede Fachschaft eigene Besonderheiten, Probleme und Ideen hat, unterscheidet sich auch die Arbeit der FSR. Austausch zwischen verschiedenen Fachschaften gibt es entweder über persönliche Kontakte oder über die Fachschaftskonferenz (FSK) der FSR-Vertreter, der studentischen Fakultätsrats- und der Institutsratsmitglieder. Hier werden fachschaftsübergreifende Fragen, z.B. zur Förderung von großen Veranstaltungen besprochen und der FSK-Vorsitz, ein Mitglied für den Gamification Ausschuss und ein Mitglied für den Medienausschuss gewählt. FSR-Sitzungen und die FSK sind hochschulöffentlich. Trotzdem werden Einladungen an die Studierenden für die FSK und manch eine FSR-Sitzung mit der Begründung geringer Nachfrage nicht mehr veröffentlicht.

Nutzen, was man bekommt

Die meisten Mitglieder der vier interviewten Fachschaftsräte sind neu in der Hochschulpolitik und ziemlich häufig im vierten Semester. Sie sind damit auf gute Beziehungen zu Vorgänger*innen, zu der Fachschaft, den Dozent*innen und den anderen studentischen Gremien angewiesen. Das funktioniert von Fachschaft zu Fachschaft mal mehr und mal weniger gut.

Die FSR Theologie/Ev. Religion und Geographie sind z.B. angetreten, um etwas umzulenken. Dabei stößt man schnell auf den Widerstand festgefahrener Traditionen. In enger Zusammenarbeit mit der Fakultät versucht der FSR Theologie außerdem Räumlichkeiten des Instituts zu optimieren und Methoden zu Verbesserung des umfangreichen Sprachstudiums zu finden. Das Greifswalder Theologiestudium soll auf diese Weise bundesweit bekannter und attraktiver werden.

Der FSR Geographie muss sich den engen Kontakt mit der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät erst einmal erarbeiten. Das etwas „stiefmütterliche“ Verhältnis überwunden, wird es für die Geographie leichter, sich dem eigentlichen Ziel, der Verbesserung der Studiensituation zu stellen. Konkret wurde bisher auf der FSR-Facebook Seite eine übersichtliche Auflistung der angebotenen Lehrveranstaltungen zur Verfügung gestellt. Eine Liste für mögliche Praktikumsstellen soll folgen. Im Moment wird für Altklausuren geworben, mit DozentInnen verhandelt, ein Lernbüro und ein regelmäßiges Nachhilfeangebot geplant.  Die kommenden FSR-Abende sollen vor allem dem Feedback und der Ideenfindung dienen.

Abkühlung mit Formblättern

Die Frage nach „bürokratische Hürden“ verzieht nicht nur die Mienen der Theologen und Geographen. Auch die Wirtschaftswissenschaftler seien zum Legislatur-Start etwas ins kalte Wasser geworfen worden. Inwieweit die seit vorletztem Jahr vom StuPa verschärften Auflagen zu Verwaltung der Fachschaftsgelder sinnvoll sind, wird von den FSR unterschiedlich gesehen. Alle vier, auch der im kleinen Institut gut vernetzte und schon im Dezember gewählte FSR Mathe/Biomathe, sind sich einig, dass es neben dem schon sehr hilfreichen Workshop vom AStA noch weitere offizielle Einstiegshilfen geben sollte.

Die drei gewählten FSRler der Wirtschaftswissenschaften sind schon deshalb angetreten, damit die Fachschaft in diesem Jahr überhaupt einen FSR hat. Wie auch der FSR Mathe/Biomathe sind sie ziemlich zufrieden mit der Studiensituation. Anders als in vielen anderen Fachschaften gibt es zum Beispiel dank Milena Baron zahlreiche über die Uni-Groupware einsehbare Altklausuren. Mit fünf kooptierten Freunden, dem FSR Jura und der Fachschaft nahestehenden Vereinen wollen sie das in der Fakultät etwas dünn gewordene Veranstaltungsangebot auffrischen.

Der FSR Mathe/Biomathe befasst sich mit der Idee eines Mathe-Vorkurses vor Studienanfang und Wegen, Mathematikstudent*innen die Wichtigkeit von Gruppenarbeit nahezubringen. Mathe/Biomathe ist – wahrscheinlich aufgrund der kleinen Fachschaft – der einzige der vier vorgestellten FSR, der nicht unter geringem Interesse auf Seiten der Fachschaft leidet. Hier wird sogar jede Woche eine Rundmail mit Fachschafts-News verteilt.

In einigen FSR und der FSK wird die Sitzungsarbeit aufgrund geringer Nachfrage nicht ganz so heiß verkauft. Trotzdem, in den Worten des FSR Wirtschaftswissenschaften: Als Studierende*r hat man mal die Möglichkeit wirklich seinen eigenen Mikrokosmos zu beeinflussen. Vor den einschüchternd klingenden Aufgaben Kassenwart*in, Referent*in für Finanzen und Vorsitzende*r braucht man sich nicht zu fürchten, in vielen FSR hilft man sich prinzipiell gegenseitig. Bevor man vergeblich wartet oder sich lange aufregt, einfach ran an den Speck!

Beitragsbild: Archiv, bearbeitet

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