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In der vorlesungsfreien Zeit verreisen auch unsere Redakteur*innen. Lasst Eure Seele neben dem Lernen mal kurz baumeln oder lasst Euch für Eure nächste Reise inspirieren. Heute kommen schöne Grüße aus Paris.

Paris hat einen einzigartigen Charme. Es ist wie eine Zeitreise in die Belle Époque, man fühlt sich mit den Künstlern der 20er Jahre vereint oder erinnert sich sogar an die Kaiser, von denen man im Geschichtsunterricht gehört hat.

Paris wirkt alt, aber elegant. Doch wenn man nur von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit mit der Métro fährt, verpasst man viel von diesem Charme. Und deswegen der Appell: Lauft doch einfach mal durch die Stadt!

Im Urlaub hat man ja Urlaub und solange man keine wichtigen Treffen hat oder zu der Free Walking Tour muss, kann man sich ja auch mal getrost eine Stunde Zeit lassen, um zum gewünschten Ziel zu gelangen. Denkt ihr nicht?
So findet sich auch mal eine Boulangerie oder Patisserie weiter weg von den Haupttouriplätzen und ein Pain au Chocolat kostet nicht gleich 3€.

Meine Reise startete um 6 Uhr morgens am Berliner Flughafen Tegel.
Da das AirBnB noch geputzt werden musste, erkundeten ich mit Koffer und mein Freund mit Kamera bestückt die Stadt. Um 9 Uhr liefen wir von der Station Châtelet, mitten in der Stadt, neben dem Rathaus, los. Frühstückssuche im kleinen Supermarkt erschwerte sich schon, da das Vegetariertum scheinbar noch nicht in Frankreich angekommen ist. Aber mit Babykarotten und Sojaschokopudding kann man sich auch die Sonne  im Jardin des Tuileries auf den Bauch scheinen lassen.

Wir hatten unsere Unterkunft in Montmartre gefunden, DEM einzig wahren ehemaligen Künstlerviertel.

Zwei Straßen weiter von der Sacre-Coeur schlafend, ließen wir uns die Gelegenheit nicht entgehen, wenigstens einmal Sonnenaufgang und einmal Sonnenuntergang von dem Berg Montmartre  zu betrachten.

Den Eiffelturm haben wir natürlich auch besucht. Und das möglichst früh! Der Eiffelturm macht um 9:30 Uhr auf. Und um überhaupt noch unter den Turm zu gelangen, muss man durch einen Securitycheck. Lasst Euch nicht von den vielen Reisegruppen unterkriegen, sobald ihr durch die Security durch seid, biegen die eh zum Fahrstuhl ab.
Und wir Sparfüchse – sowohl an Wartezeit als auch an Geld – steigen natürlich die Treppen soweit wie möglich (2. Etage) hinauf.
Und woooow, die Aussicht ist überwältigend! Sobald man ganz oben angekommen ist (leider nur mit Lift möglich), ist der Montmartre kein Berg mehr, Paris blendet einen mit Schönheit und weißen Fassaden und die verwinkelten Straßen sind auf einmal ein überschaubares Labyrinth geworden.

Falls jemand da oben plant, seiner/ihrer großen Liebe den Antrag zu machen: Füllt Euren Sekt in Plastikflaschen um, die könnt ihr mitnehmen und der Sekt da oben kostet auf 100 ml mindestens 13€.
Und man glaubt es kaum, aber einer der ruhigsten Orte im Stadtzentrum ist die erste Etage des Eiffelturms. Kaum jemand bleibt dort länger stehen, nur die Treppensteiger brauchen eine kurze Verschnaufpause. Und für die ist auch mit Stuhlvariationen und Sitzsäcken gesorgt.

Wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen, lohnt es sich zur Freiheitsstatue zu laufen. Diese ist gleich neben der Pont de Bir-Hakeim (aka die Brücke, die in jedem Film, u.a. Inception, vorkommt) über eine langgezogene Insel mitten der Seine zu erreichen.
Dort kann man sich gleich noch auspowern auf dem Freiluft-Fitnessstudio und die Sicht in die Freiheit genießen.

Eine weitere Sehenswürdigkeit, die man fußläufig erreichen kann, wenn man will, ist der Friedhof Père Lachaise. Das 20. Arrondissement ist noch nicht so sehr überlaufen wie das Zentrum und bei Fragen, ob die Kassierer auch auf Englisch fragen können, ob man eine Kundenkarte hat, werden die Augen groß und Panik wird spürbar. Sehr angenehm also.

Aber nun zum Essen in Paris. Wir haben definitiv die deutschen Preise schätzen gelernt. Auf Französisch ist schon alles teurer. Zum Frühstück haben wir uns mit Baguette und Erdnussbutter eingedeckt, das hat auch voll gereicht. Unterwegs findet man auch diverse Burgerbüdchen, Crêperien und Cafés, aber wie immer gilt natürlich: in der Nähe von Sehenswürdigkeiten ist es am teuersten. Baguette aus dem franprix und eine Packung Hummus können so auch mal das Mittagessen ersetzen.

Vegan und Vegetarisch findet man v.a. in Montmartre und das auch zu bezahlbaren Preisen. Also der Veggieburger kostet schonmal 10€ und das vegane Pain au Chocolat bis zu 2,50€, aber irgendwie hat man damit ja auch gerechnet in Paris.
Aber leichtes Essen ist ja eh besser, wenn man so viel durch die Stadt läuft.

Nutzt auf jeden Fall die Chance und verlauft Euch ein bisschen in den Gassen, findet  spannende Streetart und lernt die Stadt und ihre Bewohner kennen!

Wir sind in 6 Tagen insgesamt 96 km gelaufen und haben unzählige Stockwerke erklommen. Für die gewonnen Eindrücke würden wir das immer wieder machen.

 

 

 

 

Bilder: Leo Wegener

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