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Ungewöhnliche Szenerie am Morgen in der Fleischervorstadt: Mannschaftswagen der Polizei fahren vor das Ikuwo, behelmte Einsatzkräfte der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit verlassen die Fahrzeuge und postieren sich am Eingang.

Das Ikuwo wurde Ziel einer Hausdurchsuchung, ebenso wie eine Privatwohnung. Vor Ort versammelten sich etwa 30 UnterstützerInnen und kritisierten den Polizeieinsatz. Im Zusammenhang stehen die aktuellen Ereignisse mit dem Raub eines Verbindungsbandes in der Goethestraße vor sechs Wochen. Die mutmaßlichen TäterInnen seien damals in das Ikuwo geflüchtet, in dem gerade eine Party stattfand. Die Verantwortlichen gewährten der Polizei keinen Zutritt zu den Räumlichkeiten, was seitdem kontrovers diskutiert wird. Gäste und Polizei äußern sich sehr unterschiedlich zu der Thematik. CDU und AfD trafen hingegen die gleichen Töne und schwadronierten von „rechtsfreien Räumen“, insbesondere die CDU tat sich mit zweifelhaften Anfragen bei der Stadt Greifswald hervor und die Jungen Liberalen setzten auf Alkohol gegen Gewalt. Die öffentliche Stimmung schien bewusst aufgeheizt, juristische Einschätzungen gingen dabei zum Beispiel komplett unter. An eine Debatte auf Augenhöhe geschweige denn eine sachliche Auseinandersetzung war nicht zu denken und vermutlich nie gewollt.Das Ikuwo selber distanzierte sich von dem Vorfall, außerdem wurde ein UnterstützerInnenschreiben initiiert. Das alles schien letztlich keinen Einfluss gehabt zu haben.

Nachdem es Kritik an der Polizei gab, an besagtem Abend das Gebäude nicht durchsucht zu haben, sah man sich wohl nun gezwungen wieder die Initiative zu ergreifen. Begründet wird der zeitliche Verzug mit „Ermittlunsabläufen“. Man munkelt, dass das gesuchte Verbindungsband sowie eventuelle Videoaufnahmen vom Tatabend Gegenstand des Durchsuchungsbeschluss seien. Die mutmaßlichen TäterInnen konnten nicht aufgefunden werden. Anscheinend hielten sie sich, ebenso wie das gesuchte Verbindungsband, nicht die letzten sechs Wochen im Ikuwo versteckt. Auch Beweismittel oder relevante Gegenstände konnten nicht gefunden werden.
Die offizielle Pressemitteilung der Polizei findet sich hier. Wie sich die Ermittlungen durch die heutige Maßnahme weiterentwickeln, werden die kommenden Wochen zeigen.

Edit: Pressemitteilung der Polizei wurde im letzten Absatz ergänzt.

Foto: Strassentalk

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