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Interview: Michelle Rix

Zwei Greifswalder Studentinnen eröffnen schon Anfang Februar das „Café Küstenkind“!
Als ich davon hörte, habe ich mich direkt gefragt, wie diese zwei Mädels wohl auf die Idee
gekommen sind und was ihr Café auszeichnet.
Die beiden waren gleich offen für ein Interview und haben inmitten ihrer Renovierungsarbeiten ein
Stündchen Zeit für mich opfern können.

Wer eröffnet eigentlich das Café – wer seid ihr?

Wir sind beide Studentinnen hier an der Uni, ich, Samin Schlick, bin 25 Jahre alt und komme
ursprünglich aus Bonn. Ich studiere Psychologie im 7. Semester und Debora Polzer ist 26 Jahre alt
kommt aus Berlin und studiert BWL.

Woher kennt ihr beiden euch denn?

Wir sind Mitbewohnerinnen seit Februar 2017, so lange kennen wir uns eigentlich noch gar nicht.
Aber es hat auf Anhieb geklappt!

Wie kam es dazu, dass ihr ein Café hier in Greifswald eröffnen wollt? Wer hatte die Idee?

Debora hatte diese Idee eigentlich schon immer im Hinterkopf, da sie auch schon sehr lange in der
Gastronomie arbeitet und Erfahrung darin gesammelt hat. Irgendwie hat es nur immer am richtigen
Partner gefehlt. Als wir zusammengezogen sind, haben wir erst einmal nur rumgesponnen und uns
alles überlegt. Nach kurzer Zeit haben wir dann aber einfach mal alles kalkuliert und uns gedacht
„Wieso denn eigentlich nicht?“. Im Juni stand die Idee fest und wir haben bereits angefangen uns
Immobilien anzuschauen. Geplant haben wir das Ganze mit einer weiteren Freundin, die auch in
unserem Café mitarbeiten wird.

Habt ihr gemeinsam einen richtigen Business Plan erstellt oder macht ihr alles frei Schnauze?

Wir haben uns einen Business Plan erstellt, mit diesem haben wir bei dem Unique Wettbewerb auch
den 2. Platz erreicht und 1000€ gewonnen! Den Plan haben wir aber natürlich nicht ganz alleine
erstellt, wir haben uns im Internet an ähnlichen Beispielen orientiert und auch die
Wirtschaftsförderung MV und unser Steuerberater haben uns dabei sehr geholfen. Überzeugt haben
wir aber am meisten damit, dass wir hinter unserem Café stehen und zwar zu 100%.

„Wir sind das Café und stecken unser
ganzes Herzblut in dieses Projekt.“

Was haben besonders eure Eltern dazu gesagt, dass ihr euer eigenes Café eröffnen wollt?

Tatsächlich waren unsere Eltern begeistert und haben uns ihre Unterstützung zugesagt. Wir haben
das aber auch nicht einfach zwischen Tür und Angel mal eben rausgehauen, sondern eine richtige
Präsentation vorbereitet, wo wir jeden Schritt detailliert erklärt haben.

Wie schafft ihr Studium und Café unter einen Hut zu bringen?

Unser Ziel bleibt es weiterhin, das Studium erfolgreich zu beenden. Das Café ist zwar mehr als ein
Nebenjob, aber wird nicht über dem Studium stehen. Außerdem spornt es einen an, in der Uni
weiterhin am Ball zu bleiben.

Was bietet ihr an und woher bezieht ihr eure Produkte?

Wir wollen versuchen, den Berliner Flair nach Greifswald zu bringen. Wir bieten natürlich jede Art von Heißgetränken an. Aber auch mal etwas ausgefallenere Snacks, Quiche oder einen Quinoa Salat. Auch Kuchen haben wir in unserem Sortiment, und versuchen hier auch laktosefreie Optionen anzubieten, damit für jeden etwas dabei ist. Natürlich ist das Meiste selbstgemacht.
Bei den Zutaten unserer Produkte haben wir großen Wert daraufgelegt, dass wir wissen wo es
herkommt. Wir haben uns die Tierhaltung von Höfen in der Umgebung angeschaut und daraufhin
Lieferanten ausgewählt – genau das gleiche bei unserem Kaffee, der aus Stralsund kommt. Uns ist das Bio Siegel nicht so wichtig, wie der eigentliche Hintergrund. Wir wissen, was wir anbieten und welche Menschen dahinterstehen.

Was für ein Standort soll euer Café sein und wie unterscheidet ihr euch von anderen?

Zielgruppe sind neben Studenten junge Berufstätige und Jugendliche. Aber eigentlich kann jeder sich bei uns willkommen fühlen.
Unterscheiden möchten wir uns vor allem mit unserem Angebot. Es soll dennoch vom Preis her ein
Studentencafé und bezahlbar sein. Die Leute sollen natürlich mit Freunden zu uns kommen können,
aber auch alleine mit einem guten Buch soll man sich wohlfühlen können. Oder wenn man keine Lust auf die BIB hat, wir bieten auch WLAN an.
Unter der Woche möchten wir gerne vor der ersten Vorlesung öffnen und dann bis 17.30Uhr
ungefähr. Am Wochenende natürlich etwas später.

Was glaubt ihr, warum euer Café Erfolg haben wird?

Bei uns steht der Spaß im Vordergrund – wir haben einfach Bock auf dieses Café! Außerdem
sind wir auch Studenten, wir wissen was in Greifswald fehlt und können von Student für Studenten
genau das anbieten. Wir freuen uns einfach auf unser kleines Abenteuer und darauf, dass die Leute
sich bei uns wohlfühlen. Es ist einfach ein großes Miteinander bei uns.

Wer also Lust hat, bei einem frischen Kaffee und selbstgebackenen Kuchen zu entspannen, ob alleine mit einem guten Buch in der Hand, vor dem Laptop beim Lernen oder mit Freunden zum Quatschen ist im „Café Küstenkind“ zukünftig herzlich willkommen!

 

Das Interview erschien im moritz.magazin Nr.133.

Beitragsbild Café Küstenkind

Kommentare

  1. Nils Sczepurek    

    Klingt sehr gut! Bin zwar bisher nur vorbei gelaufen und habe die hübsche Einrichtung betrachtet, aber wird wohl mal Zeit ihnen einen Besuch abzustatten.

  2. Johnboy    

    Klingt sehr interessant, nur die Info wo man das denn findet wäre noch gut gewesen. So muss ich ja extra Google bemühen…

  3. Sara    

    @johnboy: ja stimmt, wenn man schon einmal im Internet ist, dann ist der Weg zu Google ja ziemlich umständlich. Dass das Cafe in Greifswald ist, steht übrigens dabei 😀

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