von Archiv | 31.01.2008
Das Deutsche Studentenwerk (DSW) kritisiert, dass in den sieben Bundesländern mit Studiengebühren noch immer keine Stipendienprogramme zur sozialen Abfederung aufgelegt worden sind.
?Das Bundesverfassungsgericht hat den Ländern 2005 auferlegt, ihre Studiengebührenmodelle sozialverträglich zu gestalten?, erläutert DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde, ?die Antwort der Länder waren nur Studiengebühren-Darlehen, jedoch nicht die angekündigten Stipendienprogramme.? Mit Blick auf die heutigen Studiengebühren erklärt Meyer auf der Heyde: ?Die Studierenden sind darauf angewiesen, dass in jenen Ländern, in denen Studiengebühren eingeführt und nicht wieder abgeschafft werden, auch wirklich ausreichende Stipendienprogramm aufgelegt werden. Das ist bis heute nicht passiert, deshalb sind die Studiengebühren auch nicht sozialverträglich.?
Von einem ?wirksamen Stipendiensystem?, wie es Bundespräsident Horst Köhler in einem ZEIT-Interview jüngst zur Voraussetzung von Studiengebühren gemacht hat, sei man in Deutschland ?weit entfernt?, sagte Meyer auf der Heyde. Laut der jüngsten Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks erhielten im Jahr 2006 lediglich 2% der Studierenden ein Stipendium, genauso wenige wie 2003, als die vorherige Studierenden-Befragung durchgeführt worden war.
Meyer auf der Heyde sieht eine Reihe von ?klaren Indizien?, dass Studiengebühren, wie es das Deutsche Studentenwerk befürchtet, abschreckend wirken: ?Die Zahl der Neuimmatrikulierten entfernt sich immer mehr von der steigenden Zahl der Schulabsolventen mit Hochschulzugangsberechtigung. Und in Ländern ohne Studiengebühren sind die Erstsemesterzahlen deutlich höher als in Ländern mit Gebühren angestiegen.?
Studiengebühren können, befürchtet der DSW-Generalsekretär, insbesondere auf junge Menschen aus einkommensschwächeren und Mittelstands-Familien abschreckend wirken. ?Gerade diese Schichten sind aber an unseren Hochschulen bereits jetzt deutlich unterrepräsentiert. Die soziale Ungleichheit, die in der Schule ihren Ausgang nimmt, würde durch Studiengebühren ins Hochschulsystem forciert?, so Meyer auf der Heyde. Derzeit studieren von 100 Kindern aus Akademiker-Familien 83, aber nur 23 aus Familien ohne akademischen Hintergrund. Die Zahlen von 2003: Ebenfalls 83 von 100 Akademiker-Kindern studierten, 26 von Nicht-Akademikern.
von Archiv | 31.01.2008
Die Sprechzeit der Sozialberatung des Studentenwerks Greifswald entfällt in der Woche vom 4.-8. Februar 2008
von Archiv | 31.01.2008
Wissenschaftler fordern kritischen Umgang mit EU-Geschichte in Schulbüchern
Die Geschichte des europäischen Integrationsprozesses wird in den Geschichtsschulbüchern der gymnasialen Sekundarstufe I nicht ausreichend differenziert dargestellt. Dies ist das zentrale Ergebnis einer internationalen Studie, in der Schulbücher aus Deutschland, Österreich und Polen, untersucht worden sind. Die Projektgruppe „Inventing the EU“ (Europäische Union erfindend), an der sich die Universitäten Greifswald, Salzburg und Szczecin beteiligten, analysierte je fünf Bücher hinsichtlich ihrer Darstellung der Geschichte der Europäischen Union seit dem Zweiten Weltkrieg. Demzufolge zeigten sich in allen Schulbüchern eindeutige pro EU-Tendenzen. Moderne geschichtsdidaktische, das heißt vor allem kritische und multiperspektivische Herangehensweisen, werden hingegen nur selten verwendet.
Die unter der Leitung von Dr. Christoph Kühberger (Salzburg) und Dirk Mellies, M.A. (Greifswald) herausgegebenen Empfehlungen zeigen exemplarisch auf, welche Veränderungen zur Anbahnung eines reflektierten und (selbst)reflexiven Geschichtsbewusstseins von Schülern notwendig wären. Denn die Autorentexte treten nach wie vor als einzige, nicht weiter zu hinterfragende Wahrheit auf. Eine Problematisierung der Texte zum Beispiel im Hinblick auf ihre fachliche Richtigkeit oder die in ihnen wohnenden normativen Bewertungen wird nahezu vollkommen vernachlässigt. Eine Schaffung von klaren Begrifflichkeiten beispielsweise in Bezug auf die Inhalte des Begriffs „Europa“ bzw.„europäisch“ wäre beispielsweise wünschenswert. Zudem zeichnen sich einige der analysierten Lehrbücher durch sachliche Ungenauigkeiten, ein fehlende Aktualität und das Vorenthalten von schriftlichen und bildlichen Quellen aus. Nach Auffassung der Projektgruppe hemmt damit die an einer einseitigen Wissensvermittlung orientierte Verlags- und Autorenpraxis auch den in den Lehrplänen angemahnten Erwerb kritisch-historischer Kompetenzen.
Das auf ein Jahr angelegte Forschungsprojekt wurde im Rahmen der ?Geschichtswerkstatt Europa? durchgeführt und vom Fonds für ?Erinnerung und Zukunft? mit einer Summe von bis zu 13.000 Euro in Kooperation mit den beteiligten Instituten finanziert. Es fördert bewusst Studierende, die vor ihrem ersten Studienabschluss stehen.
Anhand eines vergleichenden Ansatzes wurden deutsche, österreichische und polnische Schulbücher sowohl innerhalb des Landes, als auch aus der nationalstaatlichen Perspektive, über den Vergleich der Bücher aller beteiligten Länder von außen untersucht. Die Lehrbuchtexte sind dabei als historische Erzählungen aufgefasst und als menschliche Kulturäußerungen gelesen worden. Sie beinhalten dabei eine bestimmte Vergangenheitsinterpretation. Solche Erzählungen tragen unter anderem zur Wahrnehmung der Vergangenheit bei und sind Teil der Geschichtskultur.
von Archiv | 31.01.2008
Auf seiner letzten Sitzung am 22. Januar befürwortete das Studierendenparlament (StuPa) einstimmig den Entwurf zum Freitischkartenmodell zwischen dem Studentenwerk Greifswald und dem Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA). Die entsprechenden Anträge für eine Mensakarte mit einem Guthaben von 50 Euro gibt es beim Studentenwerk.
Für weitere Fragen steht Zoran Vasic, AStA-Referent für Soziales und Wohnen, gern zur Verfügung. Weitere Informationen gibt es telefonisch unter 03834/861750 oder www.asta-greifswald.de. Auch ein direkter Kontakt ist via Email an soziales@asta-greifswald.de möglich.
von Archiv | 31.01.2008
radio 98eins sendet seit 3 Jahren. moritz web sprach mit der Chefredakteurin Gundula Fasold über den lokalen Sender.
moritz web: Drei Jahre sind ein stolzes Jubiläum, oder?
Gundula Fasold: Ja, in Greifswald sind wir etabliert und ein fester Bestandteil in der hiesigen Medienlandschaft.
moritz web: Wie groß ist radio 98eins?
Gundula Fasold: 80 Mitarbeiter bilden den festen Kern. Der Großteil davon sind Studenten.
moritz web: Was ist euer Anspruch?
Gundula Fasold: Wir sind ein Bürgerfunk und wollen als Lokalradio wahrgenommen werden.
moritz web: Wie ist der Anklang seitens der Zuhörer?
Gundula Fasold: Durchweg positiv. Der Großteil der Leute schaltet eine ganz bestimmte Sendung, ihre Lieblingssendung, ein.
moritz web: Was heißt das?
Gundula Fasold: Wir sind bekannter geworden, weil die Hörerzahlen über die Jahre hinweg gestiegen sind.
moritz web: Radio machen bedeutet?
Gundula Fasold: Einerseits viel Arbeit bei Recherche und Schnitt, anderseits nur ein einfachen Knopfdruck, um einen fertigen Beitrag zu senden.
moritz web: Was plant ihr für die nahe Zukunft?
Gundula Fasold: Ein weiterhin konstantes Programmangebot, den 24-h-Sendebetrieb für das diesjährige Gristuf-Festival im Juni und der Rest ergibt sich spontan.
moritz web: Bei einem Geburtstag darf man sich immer etwas wünschen. Was ist es bei Dir?
Gundula Fasold: Dass wir an Leuten und an unseren Aufgaben wachsen.